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Di, 12.12.2017, 10:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Di, 12.12.2017, 19:30
New Steps - Bolero
Felix Landerer, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Musik von Maurice Ravel, Max Raabe, Christof Littmann u.a.

Neuland zu beschreiten ist eine wesentliche Motivation für Choreografen, die wie Forscher mit jeder Produktion eine neuartige Welt für sich und ihre Zuschauer suchen. Mit Seele und Leidenschaft lassen sie sich von unserem faszinierenden Instrument inspirieren, dem menschlichen Körper, und seiner Empfindungs- und Ausdruckskraft. Als mutige Grenzgänger sind sie – statt an erprobten Formen festzuhalten – verliebt in das Element der Schöpfung und der Innovation.

Zwei Choreografen mit höchst individueller Bewegungssprache gestalten mit Stephan Thoss einen Abend, der die Energie des Körpers und das Wechselspiel von Humor und Poesie thematisiert.

Felix Landerer sorgt mit seiner Compagnie in Hannover und als Hauschoreograf des Sca
Mi, 13.12.2017, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Mi, 13.12.2017, 10:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Mi, 13.12.2017, 20:00
Second Exile (UA)
Oliver Frljić
1992 flüchtete Oliver Frljić als 16-Jähriger vor dem Krieg in Bosnien nach Kroatien und wurde so zu einem Teil der „Nation der Flüchtlinge“. Flüchtling zu sein bedeutet, aufgrund von Fakten, die man nicht beeinflussen kann – Geburtsort oder Nationalität der Eltern –, verfolgt zu werden und der Willkür staatlicher Institutionen ausgeliefert zu sein.
2017 zieht es Frljić erneut ins Exil. Als Intendant des Kroatischen Nationaltheaters in Rijeka rückte er die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Kriegstraumata ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeit; dafür erhielt er Morddrohungen und wurde als Staatsfeind tituliert. In Second Exile blickt Frljić auf eine Zeitspanne von über 20 Jahren zurück, seit er 1995 als Schutzsuchender zum ersten Mal deutschen Boden betrat. Gemeinsam mi
Do, 14.12.2017, 19:30
Aida (Wiederaufnahme)
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
Do, 14.12.2017, 19:30
Der Nussknacker
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Weihnachten im Theater, das ist der Walzer der Schneeflöckchen, der Tanz der Zuckerfee und der Aufmarsch der Zinnsoldaten. Weihnachten im Theater ist, wenn alle wieder Kind sein dürfen und mit dem Mädchen Clara davon träumen, dass der Nussknacker sich in einen Märchenprinz verwandelt. Clara hat die hölzerne Figur von ihrem Patenonkel Droßelmeier geschenkt bekommen. In der Nacht erwacht der Nussknacker zum Leben und zieht mit einer Armee von Zinnsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Clara verhilft ihm zum Sieg, und aus der steifen Puppe wird ein wunderschöner junger Mensch. Clara und ihr Prinz reisen über den Tannenwald zur Zuckerburg, wo die Zuckerfee die beiden zu einem rauschenden Fest einlädt.

Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Ballett beruht auf einer surrealen Geschichte von E.T.A. H
Do, 14.12.2017, 19:30
1984
George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Sch
Fr, 15.12.2017, 19:30
Wie werde ich reich und glücklich?
Mischa Spoliansky
Ein Kursus in zehn Abteilungen. Text von Felix Joachimson

Eine dünne Broschüre flattert beim arbeitslosen Kibis in die Mansarde: Wie werde ich reich und glücklich? Mit nur drei Anweisungen verwandelt sie sein gescheitertes Leben von Grund auf.

Es ist ein utopisches Gedankenspiel, das Felix Joachimson 1930 als Kursus in zehn Abteilungen verfasste – und der Chanson-Komponist Mischa Spoliansky vertonte die schönsten Momente daraus. Die Kabarettrevue über den Aufstieg des Hochstaplers Kibis im Berlin der Weltwirtschaftskrise war ein Riesenerfolg und wurde nach kurzer Zeit verfilmt. Doch weder bei Youtube noch im Bundesfilmarchiv lässt sich der Revuefilm heutzutage auftreiben.

Die multimedial arbeitende Hamburger Musiktheatergruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT (Jan Dvořák/Thomas Fiedler/J
Fr, 15.12.2017, 19:30
Der Nussknacker
Ballett von Benjamin Millepied
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Weihnachten im Theater, das ist der Walzer der Schneeflöckchen, der Tanz der Zuckerfee und der Aufmarsch der Zinnsoldaten. Weihnachten im Theater ist, wenn alle wieder Kind sein dürfen und mit dem Mädchen Clara davon träumen, dass der Nussknacker sich in einen Märchenprinz verwandelt. Clara hat die hölzerne Figur von ihrem Patenonkel Droßelmeier geschenkt bekommen. In der Nacht erwacht der Nussknacker zum Leben und zieht mit einer Armee von Zinnsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Clara verhilft ihm zum Sieg, und aus der steifen Puppe wird ein wunderschöner junger Mensch. Clara und ihr Prinz reisen über den Tannenwald zur Zuckerburg, wo die Zuckerfee die beiden zu einem rauschenden Fest einlädt.

Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Ballett beruht auf einer surrealen Geschichte von E.T.A. H
Fr, 15.12.2017, 19:30
1984
George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Sch
Fr, 15.12.2017, 20:00
paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA) (Premiere)
Thomas Köck
Premiere: 15. Dezember 2017, Studio Werkhaus

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher
Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt di
Sa, 16.12.2017, 18:30
Aschenputtel
Gioacchino Rossini
Komische Opern begründeten Gioacchino Rossinis Weltruhm; denn hier treffen sich eine schier überwältigende sängerische Virtuosität und dramatischer Instinkt auf eine berauschende Weise. Im Entstehungsjahr des Barbier von Sevilla komponierte Rossini eine Märchenoper nach französischer Vorlage: Cenerentola, wie Aschenputtel auf Italienisch genannt wird.

Rossinis Märchenversion verzichtet allerdings weitgehend auf übersinnliche Elemente und hebt stattdessen die komischen Aspekte der Handlung hervor. Am Ende wird die Halbwaise Angelina (alias Aschenputtel) für ihre Güte und Herzensreinheit mit der Liebe des Prinzen Don Ramiro belohnt.

Regisseurin Cordula Däuper inszeniert diese Koproduktion mit dem Konzert Theater Bern als farbenfrohe Oper für die ganze Familie – schon ihre Collage Wake
Sa, 16.12.2017, 16:00
Die Schöne oder das Biest
Kinder- & Jugendtheater
Fassung von Bruno Cappagli
Für Kinder von 4 bis 8 Jahren

Was ist wirklich schön?
Muss das, was allen gefällt, zwangsläufig auch mir gefallen? Und muss das, was mir gefällt, zwangsläufig auch dir gefallen? Ist das Tier wirklich hässlich? Oder steckt in jedem von uns etwas Tierisches, das wir lieben?

Diese Fragen stehen im Zentrum des berühmten Märchens, das die beiden Darsteller des Teatro La Baracca in wunderschönen poetischen Bildern auf die Bühne zaubern.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass es nur darauf ankommt, mit welcher Perspektive wir das Leben betrachten. Wir haben die Wahl, ob wir die Dinge, die uns umgeben, verurteilen und vor ihnen davonlaufen, oder ob wir uns davon anziehen lassen. Alles, was um uns herum zu entdecken ist, kann sowohl schön als auch unheimlich oder abschreckend sein.

Es komm
Sa, 16.12.2017, 19:30
Wort und Wein
Weihnachts-Spezial
„Die familiär anmutende Veranstaltungsreihe, die Intendant Tilman Gersch ins Leben gerufen hat, findet immer mehr Fans.“ schrieb der Mannheimer Morgen kürzlich. Also geht Wort und Wein in die dritte Runde. Nach bewährtem Rezept: Ein guter Tropfen aus der Gegend, ExpertInnen von Rhein, Main und Neckar, Nachwuchstalente der Städtischen Musikschule. All das mit guter Laune serviert vom Chef des Hauses.

Um Wein und Weihnacht geht es, passend zur Jahreszeit, am 16. Dezember. Heiter und besinnlich soll es werden, mehr wollen wir jetzt noch nicht verraten.

Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen

In Kooperation mit der Städtischen Musikschule Ludwigshafen

Moderation: Tilman Gersch

Einheitspreis: 14 € (inklusive drei Weinproben)
Sa, 16.12.2017, 20:00
Für immer schön
Noah Haidle
»Hallo, mein Name ist Cookie Close. Als ich ein kleines Mädchen von knapp sechs Jahren war, da sagte meine Mutter zu mir, dass Gott uns alle nach Seinem Bilde erschaffen hat. In diesem Moment war mein Schicksal entschieden! Zabong! Ich war die geborene Kosmetik-Verkäuferin! Beauty-Produkte verdecken nichts, sie verstecken nichts, sie helfen uns, die vollkommenste Version unseres eigenen Bildes zum Vorschein zu bringen, ein Abglanz von Gottes Herrlichkeit zu sein! Darf ich einen Moment Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, oder drei?«

Cookie Close hat ihre Erfüllung gefunden. Mit Rollkoffer und Stöckelschuhen zieht sie im Dienste der Schönheit von Haus zu Haus und spult ihre Verkaufsfloskeln ab. Tausende Frauen hat sie zum Kauf von Kosmetikartikeln verführt – und unzählige Männer zu unverfängli
So, 17.12.2017, 11:00
Aschenputtel
Gioacchino Rossini
Komische Opern begründeten Gioacchino Rossinis Weltruhm; denn hier treffen sich eine schier überwältigende sängerische Virtuosität und dramatischer Instinkt auf eine berauschende Weise. Im Entstehungsjahr des Barbier von Sevilla komponierte Rossini eine Märchenoper nach französischer Vorlage: Cenerentola, wie Aschenputtel auf Italienisch genannt wird.

Rossinis Märchenversion verzichtet allerdings weitgehend auf übersinnliche Elemente und hebt stattdessen die komischen Aspekte der Handlung hervor. Am Ende wird die Halbwaise Angelina (alias Aschenputtel) für ihre Güte und Herzensreinheit mit der Liebe des Prinzen Don Ramiro belohnt.

Regisseurin Cordula Däuper inszeniert diese Koproduktion mit dem Konzert Theater Bern als farbenfrohe Oper für die ganze Familie – schon ihre Collage Wake
So, 17.12.2017, 16:00
Die Schöne oder das Biest
Kinder- & Jugendtheater
Fassung von Bruno Cappagli
Für Kinder von 4 bis 8 Jahren

Was ist wirklich schön?
Muss das, was allen gefällt, zwangsläufig auch mir gefallen? Und muss das, was mir gefällt, zwangsläufig auch dir gefallen? Ist das Tier wirklich hässlich? Oder steckt in jedem von uns etwas Tierisches, das wir lieben?

Diese Fragen stehen im Zentrum des berühmten Märchens, das die beiden Darsteller des Teatro La Baracca in wunderschönen poetischen Bildern auf die Bühne zaubern.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass es nur darauf ankommt, mit welcher Perspektive wir das Leben betrachten. Wir haben die Wahl, ob wir die Dinge, die uns umgeben, verurteilen und vor ihnen davonlaufen, oder ob wir uns davon anziehen lassen. Alles, was um uns herum zu entdecken ist, kann sowohl schön als auch unheimlich oder abschreckend sein.

Es komm
So, 17.12.2017, 15:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
So, 17.12.2017, 20:00
Spiel ohne Grenzen (UA)
Peter Michalzik
Seit die Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ist das Denken durcheinander geraten. Wähler stimmen auf einmal anders ab, Nachrichten sind widersprüchlich, wilde Gerüchte kursieren. Aber was denken wir wirklich? Kann man das wissen? Und was denken die Ankommenden? Wer also denkt was über wen? Und können wir überhaupt noch jemandem oder etwas glauben?

Das Nationaltheater wird mit Spiel ohne Grenzen eine Verwirrungs- und Aufklärungsshow veranstalten, mitten hinein in die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit. Im Stil eines unterhaltsamen Fernsehabends werden wir mit Vorurteilen, Urteilen und Gerüchten spielen. Und dazwischen findet, jeden Tag und überall, das wirkliche Leben statt.

Spiel ohne Grenzen ist ein Satellit der Kulturschule, die das Nationaltheater in der Spielzeit 2016 / 20
Mo, 18.12.2017, 20:00
paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA)
Thomas Köck
Premiere: 15. Dezember 2017, Studio Werkhaus

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher
Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt di
Mo, 18.12.2017, 11:30
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Mo, 18.12.2017, 09:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Di, 19.12.2017, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Di, 19.12.2017, 19:00
Du bist in Ordnung, Charlie Brown
Musical von Clark Gesner und John Gordon
nach dem Comic Strip Peanuts von Charles M. Schulz
„Glück ist alles was man liebt“ - diese philosophische Feststellung vereint die Helden dieses bezaubernden Musicals nach den bekannten Comic-Zeichnungen der Peanuts von Charles M. Schulz. Und nun stehen sie alle leibhaftig auf der Bühne: Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden oder Schröder heiraten möchte; eben dieser fanatische Beethovenfan Schröder; Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann; Charlies kleine süße Schwester Sally, das Baseballtalent Patty, die in Charlie verknallt ist, und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gemeinsam mit dem kleinen, gelben Vogel Woodstock gegen den fürchterlichen roten Baron kämpft.

Erleben Sie unsere unterhaltsame Comicrevue über einen Tag im Leben
Di, 19.12.2017, 19:30
Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück
Gotthold Ephraim Lessing
Major von Tellheim hat alles verloren. Weil er bei der Eintreibung von Kriegsschulden am Ende des Siebenjährigen Krieges besondere Milde walten ließ, wurde er unehrenhaft aus der Armee entlassen und wartet nun – seinerseits völlig verarmt – auf das Ergebnis eines Verfahrens wegen Bestechlichkeit. Zutiefst beschämt durch seine Mittellosigkeit, hält sich Tellheim nun für unwürdig, weiter am gesellschaftlichen Leben des Adels teilzuhaben. Um seine Verlobte Minna von Barnhelm nicht ebenfalls sozialer Diskriminierung auszusetzen, entsagt er ihr. Doch Minna will nicht als Objekt der Fürsorge, sondern als Subjekt seiner Liebe gesehen werden und greift zu einer List…

Im Gegensatz zu ihren „Schwestern“ Emilia und Sara betritt mit Minna eine Frau Lessings Bühne, die ihr Liebes- und Lebensschicksa
Di, 19.12.2017, 11:30
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Di, 19.12.2017, 09:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Di, 19.12.2017, 20:00
Vereinte Nationen
Clemens J. Setz
Die digitale Vernetzung der Welt schafft eine neue soziale Wirklichkeit. Ein Pärchen lässt, wenn einer von beiden ihrer kleinen Tochter eine Standpauke hält oder sie wegen etwas zurechtweist oder belehrt, immer eine Kamera mitlaufen. Danach verkaufen sie die Clips über eine Online-Plattform im Netz. Anscheinend existiert ein großer Markt für diese Art von Videos.

Vereinte Nationen handelt von Fragen der Natürlichkeit und der Schauspielerei. Wann ist etwas fake, wann ist etwas echt? Was genau kauft jemand, der etwas »Authentisches« kauft? Das Netz wird zur Bühne, in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und realem Geschehen vermischen.

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz, 1982 geboren in Graz, studierte Mathematik und Germanistik. Für seinen 2011 erschienenen Erzählband
Di, 19.12.2017, 19:30
Mitridate
Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora
Opera napoletana VII
Libretto von Filippo Vanstriper (1. Fassung) und Colley Cibber (2. Fassung), nach der tragédie Mithridate (1672) von Jean Racine

Er war ein misstrauischer Mensch. Um sich abzuhärten, lebte er in seiner Jugend allein in der Wildnis, und gegen einen möglichen Giftmordanschlag wappnete er sich über Jahre hinweg mit der gezielten Einnahme kleiner Dosen tödlicher Substanzen: Mithridates VI. (ca. 134 v. Chr. – 63 v. Chr.), König von Pontos. Auch zu seinen Söhnen Sifare und Farnace hatte er ein zwiespältiges Verhältnis: In der Oper schreckt er nicht davor zurück, ihnen die jeweiligen Angetrauten streitig zu machen und hierfür selbst das göttliche Orakel zu manipulieren. Doch schlussendlich siegen Liebe und Treue und auch der Vater kann in seinem Tode die Missgunst überwin
Mi, 20.12.2017, 19:00
Du bist in Ordnung, Charlie Brown
Musical von Clark Gesner und John Gordon
nach dem Comic Strip Peanuts von Charles M. Schulz
„Glück ist alles was man liebt“ - diese philosophische Feststellung vereint die Helden dieses bezaubernden Musicals nach den bekannten Comic-Zeichnungen der Peanuts von Charles M. Schulz. Und nun stehen sie alle leibhaftig auf der Bühne: Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden oder Schröder heiraten möchte; eben dieser fanatische Beethovenfan Schröder; Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann; Charlies kleine süße Schwester Sally, das Baseballtalent Patty, die in Charlie verknallt ist, und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gemeinsam mit dem kleinen, gelben Vogel Woodstock gegen den fürchterlichen roten Baron kämpft.

Erleben Sie unsere unterhaltsame Comicrevue über einen Tag im Leben
Mi, 20.12.2017, 20:00
Für immer schön
Noah Haidle
»Hallo, mein Name ist Cookie Close. Als ich ein kleines Mädchen von knapp sechs Jahren war, da sagte meine Mutter zu mir, dass Gott uns alle nach Seinem Bilde erschaffen hat. In diesem Moment war mein Schicksal entschieden! Zabong! Ich war die geborene Kosmetik-Verkäuferin! Beauty-Produkte verdecken nichts, sie verstecken nichts, sie helfen uns, die vollkommenste Version unseres eigenen Bildes zum Vorschein zu bringen, ein Abglanz von Gottes Herrlichkeit zu sein! Darf ich einen Moment Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, oder drei?«

Cookie Close hat ihre Erfüllung gefunden. Mit Rollkoffer und Stöckelschuhen zieht sie im Dienste der Schönheit von Haus zu Haus und spult ihre Verkaufsfloskeln ab. Tausende Frauen hat sie zum Kauf von Kosmetikartikeln verführt – und unzählige Männer zu unverfängli
Mi, 20.12.2017, 20:00
Pomona (DSE)
Alistair McDowall
Ollie sucht ihre verschwundene Zwillingsschwester. Wir folgen ihr in ein Bordell, aus dem bereits mehrere Mädchen verschwunden sind, und in einen unterirdischen Raum, in dem albtraumhafte Dinge vor sich zu gehen scheinen. Unterirdisch auch die Lagerhalle, wo Transporter geheime Fracht anliefern. Sie befindet sich in Pomona, einer inselartigen Industriebrache im Herzen Manchesters. Charlie ist Wachmann in Pomona und in seiner Freizeit leidenschaftlicher Dungeons & Dragons-Rollenspiel-Erfinder und -Spieler. Und so ist er selbst Teil der Geschichte um Ollie und ihre Schwester. Aber was ist Wirklichkeit und was ist erfunden? Und welche Horror-Phantasien sind vielleicht doch real vorhandener Bestandteil unseres echten Lebens – mehr als wir wahrhaben möchten?

Über die Uraufführung 2014 in Lon
Mi, 20.12.2017, 09:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Do, 21.12.2017, 18:00
Hänsel und Gretel (Wiederaufnahme)
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
Do, 21.12.2017, 19:30
Morgen, Kinder…!
Lesung von Ingrid Domann und Patricia Schäfer
Elke Heidenreichs humorvolle Geschichte Erika erzählt von Bettys wundersamer Reise nach Lugano.
Dort will sie ihren ehemaligen Lebensgefährten Franz über Weihnachten besuchen. Gemeinsam mit einem ausgefallenen Geschenk, dem riesigen Plüschschwein Erika, begibt sich Betty in den Flieger nach Italien. Erika verzaubert die Mitreisenden durch ihre bloße Anwesenheit, während sich Betty an die Weihnachtsfeste ihrer Kindheit erinnert und die unglückliche Beziehung zu Franz analysiert. Wie sich die Reise durch Erika verändert, wie sich Betty durch Erika verändert, wie Erika die Welt verändert, darum geht es in der Geschichte, die unverhofft eine überraschende Wendung nimmt, sodass Betty ein Weihnachten der ganz anderen und absolut besonderen Art erlebt.

Ingrid Domann ist seit 2010 am Grillo-Th
Do, 21.12.2017, 20:00
Demetrius [exporting freedom] (UA)
Aljoscha Begrich & Tobias Rausch | Mannheimer Bürgerbühne
Szenario: In Ihrem Land regiert ein autokratisches Regime, das sich mit »fake news« und Geheimdienstmethoden an der Macht hält. Sie müssen aus dem Land fliehen und versuchen, im Nachbarstaat Unterstützung für Ihre Oppositionsbewegung zu gewinnen. Doch die Regierung hält sich aus diplomatischen Gründen zurück. Ein ausländischer Thinktank berät Sie bei Ihren strategischen Entscheidungen.
Was tun Sie als nächstes?
Was Schiller in seinem Dramen-Fragment vorgedacht hat, kommt uns irgendwie bekannt vor. Wird es heute wieder notwendig, »diese schöne Freiheit« zu verpflanzen? Aber wie geht das? Kann man Freiheit und Demokratie überhaupt exportieren? Lässt sich ein Aufstand gegen eine heraufziehende Diktatur wie in einem Strategiespiel planen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Team aus Scha
Do, 21.12.2017, 20:00
Second Exile (UA)
Oliver Frljić
1992 flüchtete Oliver Frljić als 16-Jähriger vor dem Krieg in Bosnien nach Kroatien und wurde so zu einem Teil der „Nation der Flüchtlinge“. Flüchtling zu sein bedeutet, aufgrund von Fakten, die man nicht beeinflussen kann – Geburtsort oder Nationalität der Eltern –, verfolgt zu werden und der Willkür staatlicher Institutionen ausgeliefert zu sein.
2017 zieht es Frljić erneut ins Exil. Als Intendant des Kroatischen Nationaltheaters in Rijeka rückte er die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und Kriegstraumata ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeit; dafür erhielt er Morddrohungen und wurde als Staatsfeind tituliert. In Second Exile blickt Frljić auf eine Zeitspanne von über 20 Jahren zurück, seit er 1995 als Schutzsuchender zum ersten Mal deutschen Boden betrat. Gemeinsam mi
Do, 21.12.2017, 19:00
Let's Beat
Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Premiere: 06. Januar 2018, Schauspielhaus

Musik von J. S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, Hans Zimmer, Keith Jarrett, Jimi Hendrix u.a.

Der Tanzabend Let’s Beat verbindet drei Stücke ganz unterschiedlicher Choreografen, die sich von der Kraft des Rhythmus inspirieren und puren Tanz sprechen lassen. In Nichts sprengt Marco Goeckes individuelle Tanzsprache geradezu ästhetische Grenzen und die völlig neuen Bewegungen bedeuten eine technische Herausforderung für die Tänzer. Goeckes unverkennbarer Stil ist durch die Betonung des Oberkörpers sowie extrem rasante Arm- und Handbewegungen geprägt, bei denen gar die Finger zittern. Der Hauschoreograf am Stuttgarter Ballett und dem Nederlands Dans Theater wurde erst im Sommer 2015 von der Fachzeitschrift tanz zum »Choreograph des Jahres« gewäh
Fr, 22.12.2017, 19:30
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
Fr, 22.12.2017, 20:00
Amphitryon
Heinrich von Kleist
Ein Lustspiel nach Molière

Alkmene verbringt eine unvergessliche Liebesnacht mit ihrem Mann Amphitryon – glaubt sie. In Wirklichkeit war es Jupiter, Gottvater persönlich, der sich ihr in Amphitryons Gestalt genähert hatte. Als der echte Amphitryon am nächsten Morgen nach längerer Abwesenheit siegreich aus dem Krieg heimkehrt, wird er von seiner Frau nur mit »So früh zurück?« begrüßt. Plötzlich geraten alle Sicherheiten ins Wanken …

Seit der Erfindung des Götterhimmels wissen wir, dass es im olympischen Himmel vor allem eines ist: langweilig. Was also sucht Jupiter? Was fehlt dem, der alles hat? Ihm fehlt die Welt, das gewöhnliche Leben. Und was lässt Amphitryon verzweifeln, macht den professionellen Krieger machtlos? Das Göttliche muss etwas sein, womit Amphitryon weder konkurrieren
Sa, 23.12.2017, 20:00
Götterspeise (UA)
Noah Haidle
»Die einzige Art und Weise die Welt zu retten ist Mitleiden«: Constant, eine Waise und ehemalige Drogenabhängige, hat ihre Berufung gefunden. Sie kocht für ihr Leben gern. Sie will den Menschen mit einer guten Mahlzeit etwas von der Liebe, die sie für sie zu empfinden gelernt hat, zurückgeben. Überall findet sie schlechtes Essen, das sie verbessern kann und traurige Menschen, die ihrer kulinarischen Zuneigung bedürfen. Unangepasst, engagiert, aber auch naiv und labil, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und beeindruckt ihre Umgebung. Als ihr aber böse mitgespielt wird, beginnt sie allmählich, den Blick für die Realität zu verlieren.

9 Monate, 9 Wochen, 9 Tage, 19 Minuten während 18 Jahren: So lange dauern jeweils die Stationen des Passionswegs dieser unheiligen Heiligen. Ihr Weg führt sie
Mo, 25.12.2017, 18:00
Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
Mo, 25.12.2017, 18:00
Wallenstein
Friedrich Schiller
Seit 16 Jahren herrscht Krieg in Europa, und Wallenstein genießt beim Heer und vielen seiner Generäle mehr Ansehen als der Kaiser in Wien. Auf dem Gipfel seiner Macht führt er Geheimgespräche mit dem schwedischen Gegner, da ihm die Absetzung durch den Kaiser droht, dem er zu mächtig geworden ist. Soll er den Kaiser verraten und mit den Schweden paktieren, die ihm die böhmische Königskrone versprechen, in der Hoffnung den Krieg zu beenden? Wie ernst ist es dem in seinem Stolz gekränkten, ehrgeizigen Feldherrn mit seiner friedensstiftenden Vision für Europa? Der versierte Stratege der Macht versucht, sich im Spiel der politischen Intrigen alle Optionen offenzulassen, und verspielt so den historisch richtigen Moment zu handeln. Schließlich wird er von den Ereignissen überrollt.
Friedrich Sch
Di, 26.12.2017, 15:00
Rico, Oskar und die Tieferschatten
Andreas Steinhöfel
Der tiefbegabte Rico lebt mit seiner Mutter in einem bunt gefüllten Mietshaus in der Dieffenbachstraße. Mit dem neuen Hausbewohner Herrn Westbühl freundet er sich leicht an. Komplizierter gestaltet sich die Freundschaft mit dem Helmträger Oskar, der als Hochbegabter mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat als er. Gemeinsam sind sie dem Aldi-Kidnapper von Berlin auf der Spur, bis plötzlich Oskar wie vom Erdboden verschluckt ist. Und was hat das alles mit den Tieferschatten zu tun? Rico muss verdammt schnell und genau denken, und das fällt ihm gar nicht leicht.

Autor Andreas Steinhöfel hat mit der Trilogie von Rico und Oskar alle wichtigen Preise im deutschsprachigen Literaturbetrieb gewonnen. 2013 erhielt er für sein kinderliterarisches Gesamtwerk den Sonderpreis des Deutschen Jugendli
Di, 26.12.2017, 20:00
Vereinte Nationen
Clemens J. Setz
Die digitale Vernetzung der Welt schafft eine neue soziale Wirklichkeit. Ein Pärchen lässt, wenn einer von beiden ihrer kleinen Tochter eine Standpauke hält oder sie wegen etwas zurechtweist oder belehrt, immer eine Kamera mitlaufen. Danach verkaufen sie die Clips über eine Online-Plattform im Netz. Anscheinend existiert ein großer Markt für diese Art von Videos.

Vereinte Nationen handelt von Fragen der Natürlichkeit und der Schauspielerei. Wann ist etwas fake, wann ist etwas echt? Was genau kauft jemand, der etwas »Authentisches« kauft? Das Netz wird zur Bühne, in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und realem Geschehen vermischen.

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz, 1982 geboren in Graz, studierte Mathematik und Germanistik. Für seinen 2011 erschienenen Erzählband
Di, 26.12.2017, 19:30
Der Tod und das Mädchen
Tanzstück von Stephan Thoss
Musik von Franz Schubert, Philip Glass u. a.

Unzählige Eindrücke und Erfahrungen füllen unser Leben wie einen riesigen Ballon, während wir versuchen, einen Platz und Sinn in ihm zu finden. Stets bemüht, unserem Gefühl zu vertrauen und unseren Sehnsüchten Zuversicht zu geben, hoffen, lieben und kämpfen wir, um größtmögliche Erfüllung im Laufe eines Lebens zu erfahren. Aber in uns wohnt auch die Angst vor dem Tag, an dem uns das Kämpfen genommen wird und wir noch nicht angekommen sind, die Angst vor der Stunde null. Der Tod ist eine der wesentlichsten Erfahrungen der menschlichen Existenz, alles läuft auf ihn hinaus und er wird mit absoluter Gewissheit stattfinden.

Die Notwendigkeit, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und sich ihm zu stellen, setzt gleichermaßen voraus, sich dem Lebe
Mi, 27.12.2017, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Do, 28.12.2017, 18:00
Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
Do, 28.12.2017, 19:30
Mitridate
Opera seria in drei Akten von Nicola Antonio Porpora
Opera napoletana VII
Libretto von Filippo Vanstriper (1. Fassung) und Colley Cibber (2. Fassung), nach der tragédie Mithridate (1672) von Jean Racine

Er war ein misstrauischer Mensch. Um sich abzuhärten, lebte er in seiner Jugend allein in der Wildnis, und gegen einen möglichen Giftmordanschlag wappnete er sich über Jahre hinweg mit der gezielten Einnahme kleiner Dosen tödlicher Substanzen: Mithridates VI. (ca. 134 v. Chr. – 63 v. Chr.), König von Pontos. Auch zu seinen Söhnen Sifare und Farnace hatte er ein zwiespältiges Verhältnis: In der Oper schreckt er nicht davor zurück, ihnen die jeweiligen Angetrauten streitig zu machen und hierfür selbst das göttliche Orakel zu manipulieren. Doch schlussendlich siegen Liebe und Treue und auch der Vater kann in seinem Tode die Missgunst überwin
Fr, 29.12.2017, 19:00
Norma
Vincenzo Bellini
Markus Bothes Heimkehr des Odysseus war der absolute Überraschungserfolg der Spielzeit 2016/2017. Er machte mit einer Inszenierung der einfachen, starken Theatermittel die Mannheimer zu Monteverdi-Fans. Man darf also gespannt sein, wenn er sich an Bellinis Tragödie um die keltische Oberpriesterin Norma wagt – immerhin ist diese Oper so etwas wie das Herzstück des Belcanto. Im Mittelpunkt steht hier eine Frau, die sich in einem von den Römern besetzten Land in einen Konflikt zwischen Pflicht und Gefühl verstrickt und schließlich daran zerbricht.

Die deutsch-amerikanische Sopranistin Miriam Clark, die bereits als Aida das Mannheimer Publikum begeisterte, wird sie unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Benjamin Reiners verkörpern. Bellinis Musik sorgt für Rauschzustände: Wo Rossini vo
Fr, 29.12.2017, 20:00
UND JETZT: DIE WELT! Oder: Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen
Sibylle Berg
Schon als Kind hatte sie ein paar Kilos zu viel und nie die richtigen Markenklamotten. In ihrer Jugend zog die Ich-Erzählerin mit einer Mädchengang durch die Nachbarschaft und ließ ihre Frustration an den Männern aus. Jetzt, mit Mitte 20, suchen ihre Freundinnen im Mainstream nach Anerkennung und einem Platz in der Gesellschaft. Doch zwischen Urban Knitting, Mode-Blogs, Zumba-Kursen und politisch korrektem Bio-Müsli findet sich für die Protagonistin kein Lebensplan. Schließlich stellt die Welt da draußen Forderungen, denen man unmöglich genügen kann. Unverstanden von ihren Mitbewohnerinnen sehnt sie sich nach der wahren Liebe, kommuniziert aber nur noch per SMS, Skype und Chat. Zum Glück sichert wenigstens der Internethandel mit selbst hergestelltem Viagra ihren Lebensunterhalt …

Sibyll
Fr, 29.12.2017, 19:30
Dusk
von Nanine Linning
An der Schwelle zwischen Ende und Neubeginn liegt ein Ort der Dämmerung, an dem sich die Zeit unendlich zu dehnen und gleichzeitig unausweichlich abzulaufen scheint. Für die Verweildauer eines langen Moments verdichten sich Empfindungen, die an die äußersten Pole der menschlichen Gefühlspalette rühren. Diesem transzendenten Zustand zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen tiefster Kontemplation und aufkeimender Hoffnung entspringt die Inspiration für Nanine Linnings neustes und vielleicht persönlichstes Stück. In unmittelbarer Direktheit fängt die Bewegung Empfindungen von Sehnsucht und Ehrfurcht vor dem Unumgänglichen ein. Dusk ist ein Tanzstück in seiner reinsten Form. Auf die Essenz konzentriert, vertraut es ganz dem intuitiven Wissen des Körpers. Die Persönlichkeiten der zwölf Tänze
Sa, 30.12.2017, 19:30
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Kurt Weill
Oper in drei Akten. Text von Bertolt Brecht.

»Show us the way to the next whiskey bar« ist einer der eher ungewöhnlicheren Arientexte der Operngeschichte. Denn für Weill und Brecht war die Oper ein »Kampfmittel der Dialektik«. Bei ihrem Versuch, menschliche Glückssuche unter den Bedingungen des Hochkapitalismus zu analysieren, krachen die Balken im Opernhaus: Songs treffen auf Bach-Persiflagen, Arien auf Märsche, Filmmusik auf Tanznummern. Selten ist im Genre so lustvoll experimentiert worden. Und natürlich war die Uraufführung 1930 in Leipzig ein Skandal. Aber die Geschichte um sechs Baumfäller, die in Mahagonny ihr Erspartes für Alkohol, Glücksspiel und leichte Mädchen ausgeben wollen, fand rasch ihr Publikum. Man erkannte sich wieder in dem Portrait einer Gesellschaft, die nach dem G
Sa, 30.12.2017, 20:00
Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben (UA)
Anja Hilling
Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.
Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit
So, 31.12.2017, 18:30
Wie werde ich reich und glücklich?
Mischa Spoliansky
Ein Kursus in zehn Abteilungen. Text von Felix Joachimson

Eine dünne Broschüre flattert beim arbeitslosen Kibis in die Mansarde: Wie werde ich reich und glücklich? Mit nur drei Anweisungen verwandelt sie sein gescheitertes Leben von Grund auf.

Es ist ein utopisches Gedankenspiel, das Felix Joachimson 1930 als Kursus in zehn Abteilungen verfasste – und der Chanson-Komponist Mischa Spoliansky vertonte die schönsten Momente daraus. Die Kabarettrevue über den Aufstieg des Hochstaplers Kibis im Berlin der Weltwirtschaftskrise war ein Riesenerfolg und wurde nach kurzer Zeit verfilmt. Doch weder bei Youtube noch im Bundesfilmarchiv lässt sich der Revuefilm heutzutage auftreiben.

Die multimedial arbeitende Hamburger Musiktheatergruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT (Jan Dvořák/Thomas Fiedler/J
So, 31.12.2017, 18:30
Wie es euch gefällt
William Shakespeare
Verbannt vom Hof und auf der Flucht vor dem Usurpator Herzog Frederick findet eine Schar Edelleute Asyl im Wald von Arden, der sich auf den ersten Blick als utopischer Ort der Freiheit entpuppt. Hier treffen liebestolle junge Männer und Frauen, Narren und Philosophen, Schäferinnen und Hirten, Adlige und ihre Dienerschaft aufeinander und erleben eine Gesellschaft jenseits von politischen Machtspielen, unüberwindbaren Standesgrenzen, starren Geschlechterrollen und eindimensionalen Liebeskonzepten. Schließlich findet jeder seinen Seelenfrieden, werden die Kontrahenten versöhnt und die Liebeswirrungen gelöst. Zum großen Finale wird vierfache Hochzeit gefeiert – ganz wie es dem Komödienpublikum gefällt!

Susanne Lietzow arbeitet als Regisseurin u. a. in Linz, Wien, Hannover und Dresden. Für i
Mi, 3.1.2018, 18:00
Aschenputtel
Gioacchino Rossini
Komische Opern begründeten Gioacchino Rossinis Weltruhm; denn hier treffen sich eine schier überwältigende sängerische Virtuosität und dramatischer Instinkt auf eine berauschende Weise. Im Entstehungsjahr des Barbier von Sevilla komponierte Rossini eine Märchenoper nach französischer Vorlage: Cenerentola, wie Aschenputtel auf Italienisch genannt wird.

Rossinis Märchenversion verzichtet allerdings weitgehend auf übersinnliche Elemente und hebt stattdessen die komischen Aspekte der Handlung hervor. Am Ende wird die Halbwaise Angelina (alias Aschenputtel) für ihre Güte und Herzensreinheit mit der Liebe des Prinzen Don Ramiro belohnt.

Regisseurin Cordula Däuper inszeniert diese Koproduktion mit dem Konzert Theater Bern als farbenfrohe Oper für die ganze Familie – schon ihre Collage Wake
Do, 4.1.2018, 19:30
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
Do, 4.1.2018, 20:00
paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA)
Thomas Köck
Premiere: 15. Dezember 2017, Studio Werkhaus

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher
Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt di
Fr, 5.1.2018, 19:30
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (letzte Aufführung!)
Kurt Weill
Oper in drei Akten. Text von Bertolt Brecht.

»Show us the way to the next whiskey bar« ist einer der eher ungewöhnlicheren Arientexte der Operngeschichte. Denn für Weill und Brecht war die Oper ein »Kampfmittel der Dialektik«. Bei ihrem Versuch, menschliche Glückssuche unter den Bedingungen des Hochkapitalismus zu analysieren, krachen die Balken im Opernhaus: Songs treffen auf Bach-Persiflagen, Arien auf Märsche, Filmmusik auf Tanznummern. Selten ist im Genre so lustvoll experimentiert worden. Und natürlich war die Uraufführung 1930 in Leipzig ein Skandal. Aber die Geschichte um sechs Baumfäller, die in Mahagonny ihr Erspartes für Alkohol, Glücksspiel und leichte Mädchen ausgeben wollen, fand rasch ihr Publikum. Man erkannte sich wieder in dem Portrait einer Gesellschaft, die nach dem G
Fr, 5.1.2018, 19:30
Macht und Widerstand
Von Ilija Trojanow
Der in Bulgarien geborene Autor Ilija Trojanow lässt in seinem Lebenswerk, dem mehr als 500 Seiten starken Roman Macht und Widerstand, zwei gegensätzliche Figuren aufeinander prallen: den Anarchisten Konstantin, der wegen der Sprengung eines Stalindenkmals zehn Jahre Lagerhaft unter menschenunwürdigen Bedingungen, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte, Hunger und Schläge ertragen musste. Und seinen Folterer Metodi, den „Michelangelo des Verhörs“, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Die Handlung spielt 1989, Jahre nach den Ereignissen, in einer angeblich neuen Zeit. Doch die Protagonisten der Macht haben sich nicht geändert, es gibt keine Gerechtigkeit: keiner interessiert sich für die Geschichte des Opfer
Fr, 5.1.2018, 20:00
Pomona (DSE)
Alistair McDowall
Ollie sucht ihre verschwundene Zwillingsschwester. Wir folgen ihr in ein Bordell, aus dem bereits mehrere Mädchen verschwunden sind, und in einen unterirdischen Raum, in dem albtraumhafte Dinge vor sich zu gehen scheinen. Unterirdisch auch die Lagerhalle, wo Transporter geheime Fracht anliefern. Sie befindet sich in Pomona, einer inselartigen Industriebrache im Herzen Manchesters. Charlie ist Wachmann in Pomona und in seiner Freizeit leidenschaftlicher Dungeons & Dragons-Rollenspiel-Erfinder und -Spieler. Und so ist er selbst Teil der Geschichte um Ollie und ihre Schwester. Aber was ist Wirklichkeit und was ist erfunden? Und welche Horror-Phantasien sind vielleicht doch real vorhandener Bestandteil unseres echten Lebens – mehr als wir wahrhaben möchten?

Über die Uraufführung 2014 in Lon
Sa, 6.1.2018, 16:00
Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
Sa, 6.1.2018, 19:30
Macht und Widerstand
Von Ilija Trojanow
Der in Bulgarien geborene Autor Ilija Trojanow lässt in seinem Lebenswerk, dem mehr als 500 Seiten starken Roman Macht und Widerstand, zwei gegensätzliche Figuren aufeinander prallen: den Anarchisten Konstantin, der wegen der Sprengung eines Stalindenkmals zehn Jahre Lagerhaft unter menschenunwürdigen Bedingungen, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte, Hunger und Schläge ertragen musste. Und seinen Folterer Metodi, den „Michelangelo des Verhörs“, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Die Handlung spielt 1989, Jahre nach den Ereignissen, in einer angeblich neuen Zeit. Doch die Protagonisten der Macht haben sich nicht geändert, es gibt keine Gerechtigkeit: keiner interessiert sich für die Geschichte des Opfer
Sa, 6.1.2018, 20:00
Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben (UA)
Anja Hilling
Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.
Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit
Sa, 6.1.2018, 19:30
Let's Beat (Premiere)
Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Premiere: 06. Januar 2018, Schauspielhaus

Musik von J. S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, Hans Zimmer, Keith Jarrett, Jimi Hendrix u.a.

Der Tanzabend Let’s Beat verbindet drei Stücke ganz unterschiedlicher Choreografen, die sich von der Kraft des Rhythmus inspirieren und puren Tanz sprechen lassen. In Nichts sprengt Marco Goeckes individuelle Tanzsprache geradezu ästhetische Grenzen und die völlig neuen Bewegungen bedeuten eine technische Herausforderung für die Tänzer. Goeckes unverkennbarer Stil ist durch die Betonung des Oberkörpers sowie extrem rasante Arm- und Handbewegungen geprägt, bei denen gar die Finger zittern. Der Hauschoreograf am Stuttgarter Ballett und dem Nederlands Dans Theater wurde erst im Sommer 2015 von der Fachzeitschrift tanz zum »Choreograph des Jahres« gewäh
So, 7.1.2018, 16:00
Norma
Vincenzo Bellini
Markus Bothes Heimkehr des Odysseus war der absolute Überraschungserfolg der Spielzeit 2016/2017. Er machte mit einer Inszenierung der einfachen, starken Theatermittel die Mannheimer zu Monteverdi-Fans. Man darf also gespannt sein, wenn er sich an Bellinis Tragödie um die keltische Oberpriesterin Norma wagt – immerhin ist diese Oper so etwas wie das Herzstück des Belcanto. Im Mittelpunkt steht hier eine Frau, die sich in einem von den Römern besetzten Land in einen Konflikt zwischen Pflicht und Gefühl verstrickt und schließlich daran zerbricht.

Die deutsch-amerikanische Sopranistin Miriam Clark, die bereits als Aida das Mannheimer Publikum begeisterte, wird sie unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Benjamin Reiners verkörpern. Bellinis Musik sorgt für Rauschzustände: Wo Rossini vo
So, 7.1.2018, 19:00
1984
George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Sch
Mo, 8.1.2018, 20:00
paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA)
Thomas Köck
Premiere: 15. Dezember 2017, Studio Werkhaus

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher
Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt di
Di, 9.1.2018, 19:30
Der Tod und das Mädchen
Tanzstück von Stephan Thoss
Musik von Franz Schubert, Philip Glass u. a.

Unzählige Eindrücke und Erfahrungen füllen unser Leben wie einen riesigen Ballon, während wir versuchen, einen Platz und Sinn in ihm zu finden. Stets bemüht, unserem Gefühl zu vertrauen und unseren Sehnsüchten Zuversicht zu geben, hoffen, lieben und kämpfen wir, um größtmögliche Erfüllung im Laufe eines Lebens zu erfahren. Aber in uns wohnt auch die Angst vor dem Tag, an dem uns das Kämpfen genommen wird und wir noch nicht angekommen sind, die Angst vor der Stunde null. Der Tod ist eine der wesentlichsten Erfahrungen der menschlichen Existenz, alles läuft auf ihn hinaus und er wird mit absoluter Gewissheit stattfinden.

Die Notwendigkeit, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und sich ihm zu stellen, setzt gleichermaßen voraus, sich dem Lebe
Mi, 10.1.2018, 19:00
Aschenputtel
Gioacchino Rossini
Komische Opern begründeten Gioacchino Rossinis Weltruhm; denn hier treffen sich eine schier überwältigende sängerische Virtuosität und dramatischer Instinkt auf eine berauschende Weise. Im Entstehungsjahr des Barbier von Sevilla komponierte Rossini eine Märchenoper nach französischer Vorlage: Cenerentola, wie Aschenputtel auf Italienisch genannt wird.

Rossinis Märchenversion verzichtet allerdings weitgehend auf übersinnliche Elemente und hebt stattdessen die komischen Aspekte der Handlung hervor. Am Ende wird die Halbwaise Angelina (alias Aschenputtel) für ihre Güte und Herzensreinheit mit der Liebe des Prinzen Don Ramiro belohnt.

Regisseurin Cordula Däuper inszeniert diese Koproduktion mit dem Konzert Theater Bern als farbenfrohe Oper für die ganze Familie – schon ihre Collage Wake
Mi, 10.1.2018, 20:00
Das Mannheim Experiment (UA)
Mannheimer Bürgerbühne
Vor 28 Jahren: 1989. Ein Bruch. Für viele von uns immer noch spürbar.

In 28 Jahren: 2045. Das Jahr, in dem laut Experten künstliche Intelligenz unsere menschlichen Fähigkeiten übertreffen wird. Wie können wir uns das vorstellen? Können wir es greifbar machen?

In der Bürgerbühnen-Produktion Das Mannheim Experiment werden junge Menschen aus Mannheim, die die meiste Zeit in dieser noch ungreifbar scheinenden Zukunft leben werden, auf die treffen, die diese Zukunft jetzt gestalten und beeinflussen können.

Edit Kaldor, geboren in Budapest, lebt in Amsterdam und ist eine international hochgeschätzte Künstlerin des zeitgenössischen Theaters. In ihren Performances arbeitet sie hauptsächlich mit nicht-professionellen Darstellern.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es während der Vo
Mi, 10.1.2018, 20:00
Pomona (DSE)
Alistair McDowall
Ollie sucht ihre verschwundene Zwillingsschwester. Wir folgen ihr in ein Bordell, aus dem bereits mehrere Mädchen verschwunden sind, und in einen unterirdischen Raum, in dem albtraumhafte Dinge vor sich zu gehen scheinen. Unterirdisch auch die Lagerhalle, wo Transporter geheime Fracht anliefern. Sie befindet sich in Pomona, einer inselartigen Industriebrache im Herzen Manchesters. Charlie ist Wachmann in Pomona und in seiner Freizeit leidenschaftlicher Dungeons & Dragons-Rollenspiel-Erfinder und -Spieler. Und so ist er selbst Teil der Geschichte um Ollie und ihre Schwester. Aber was ist Wirklichkeit und was ist erfunden? Und welche Horror-Phantasien sind vielleicht doch real vorhandener Bestandteil unseres echten Lebens – mehr als wir wahrhaben möchten?

Über die Uraufführung 2014 in Lon
Do, 11.1.2018, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Do, 11.1.2018, 19:30
1984
George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Sch
Fr, 12.1.2018, 19:30
Norma
Vincenzo Bellini
Markus Bothes Heimkehr des Odysseus war der absolute Überraschungserfolg der Spielzeit 2016/2017. Er machte mit einer Inszenierung der einfachen, starken Theatermittel die Mannheimer zu Monteverdi-Fans. Man darf also gespannt sein, wenn er sich an Bellinis Tragödie um die keltische Oberpriesterin Norma wagt – immerhin ist diese Oper so etwas wie das Herzstück des Belcanto. Im Mittelpunkt steht hier eine Frau, die sich in einem von den Römern besetzten Land in einen Konflikt zwischen Pflicht und Gefühl verstrickt und schließlich daran zerbricht.

Die deutsch-amerikanische Sopranistin Miriam Clark, die bereits als Aida das Mannheimer Publikum begeisterte, wird sie unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Benjamin Reiners verkörpern. Bellinis Musik sorgt für Rauschzustände: Wo Rossini vo
Fr, 12.1.2018, 20:00
Demetrius [exporting freedom] (UA)
Aljoscha Begrich & Tobias Rausch | Mannheimer Bürgerbühne
Szenario: In Ihrem Land regiert ein autokratisches Regime, das sich mit »fake news« und Geheimdienstmethoden an der Macht hält. Sie müssen aus dem Land fliehen und versuchen, im Nachbarstaat Unterstützung für Ihre Oppositionsbewegung zu gewinnen. Doch die Regierung hält sich aus diplomatischen Gründen zurück. Ein ausländischer Thinktank berät Sie bei Ihren strategischen Entscheidungen.
Was tun Sie als nächstes?
Was Schiller in seinem Dramen-Fragment vorgedacht hat, kommt uns irgendwie bekannt vor. Wird es heute wieder notwendig, »diese schöne Freiheit« zu verpflanzen? Aber wie geht das? Kann man Freiheit und Demokratie überhaupt exportieren? Lässt sich ein Aufstand gegen eine heraufziehende Diktatur wie in einem Strategiespiel planen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Team aus Scha
Fr, 12.1.2018, 20:00
Für immer schön
Noah Haidle
»Hallo, mein Name ist Cookie Close. Als ich ein kleines Mädchen von knapp sechs Jahren war, da sagte meine Mutter zu mir, dass Gott uns alle nach Seinem Bilde erschaffen hat. In diesem Moment war mein Schicksal entschieden! Zabong! Ich war die geborene Kosmetik-Verkäuferin! Beauty-Produkte verdecken nichts, sie verstecken nichts, sie helfen uns, die vollkommenste Version unseres eigenen Bildes zum Vorschein zu bringen, ein Abglanz von Gottes Herrlichkeit zu sein! Darf ich einen Moment Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, oder drei?«

Cookie Close hat ihre Erfüllung gefunden. Mit Rollkoffer und Stöckelschuhen zieht sie im Dienste der Schönheit von Haus zu Haus und spult ihre Verkaufsfloskeln ab. Tausende Frauen hat sie zum Kauf von Kosmetikartikeln verführt – und unzählige Männer zu unverfängli
Fr, 12.1.2018, 19:30
Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo da Ponte

Er ist der europäische Archetypus eines Frauenhelden: Don Juan. Über Jahrhunderte hinweg verführt er in den diversen Bearbeitungen dieses spanischen Stoffes Tausende von Frauen und treibt sein todbringendes Unwesen. Doch in der heute bekanntesten Umsetzung, der Oper Don Giovanni, scheint ihm nichts mehr zu gelingen. Zunächst missglückt das Stelldichein mit Donna Anna, dann vereitelt ihm seine ehemalige Geliebte Donna Elvira weitere Eroberungen, und zu guter Letzt vereinen sich Adel und Bauern in seltener Einträchtigkeit, um Rache zu nehmen. Ein Weg, der in die Hölle führt. Aber was ist dran an diesem Don Giovanni, der doch zuvor scheinbar immer so erfolgreich war?
Nach Così fan tutte und Le nozze di Figaro folgt nun die Neuproduktion des dritten von Wolfga
Sa, 13.1.2018, 18:00
Der Rosenkavalier
Richard Strauss
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg und ihr Geliebter, der junge Octavian Graf Rofrano werden durch Baron Ochs gestört. Er ist gekommen, um die Feldmarschallin zu bitten, ihm für seine Hochzeit mit der reichen Sophie einen Adligen zu empfehlen, der nach alter Sitte der Braut am Hochzeitstag eine silberne Rose überreichen soll. Sie benennt Octavian. Als Octavian Sophie die Rose überreicht, verlieben sie sich ineinander. Als Kammerzofe verkleidet, lockt Octavian den Schürzenjäger Ochs in eine Schenke, um ihn als Heiratskanditaten unmöglich zu machen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung: Olivier Tambosi
Bühne und Kostüme: Frank Philipp Schlößmann
Dramaturgie: Berthold Schneider
Chor: Dani Juris
Sa, 13.1.2018, 18:30
Wallenstein
Friedrich Schiller
Seit 16 Jahren herrscht Krieg in Europa, und Wallenstein genießt beim Heer und vielen seiner Generäle mehr Ansehen als der Kaiser in Wien. Auf dem Gipfel seiner Macht führt er Geheimgespräche mit dem schwedischen Gegner, da ihm die Absetzung durch den Kaiser droht, dem er zu mächtig geworden ist. Soll er den Kaiser verraten und mit den Schweden paktieren, die ihm die böhmische Königskrone versprechen, in der Hoffnung den Krieg zu beenden? Wie ernst ist es dem in seinem Stolz gekränkten, ehrgeizigen Feldherrn mit seiner friedensstiftenden Vision für Europa? Der versierte Stratege der Macht versucht, sich im Spiel der politischen Intrigen alle Optionen offenzulassen, und verspielt so den historisch richtigen Moment zu handeln. Schließlich wird er von den Ereignissen überrollt.
Friedrich Sch
Sa, 13.1.2018, 20:00
Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben (UA)
Anja Hilling
Es beginnt mit einem Abendessen. Um das Erlangen ihrer Doktorwürde zu feiern, hat Vic Freunde und Familie zu sich eingeladen, darunter ihre Mutter und ihren Ex-Freund, ihren Professor und die Nachbarin. Im zweiten Teil folgt man den Gästen, die sich zu vier Paaren gefunden haben, in den nächtlichen Park, eine Hochhauswohnung, einen Club und auf eine Demonstration. In ständiger Bewegung switchen die Figuren zwischen Psychologie und Auflösung, und die erotischen Begegnungen ihrer Körper oszillieren zwischen Erregung und Distanz. Nach dem Rausch folgt das Erwachen und der Versuch, den Alltag als Paar zu meistern.
Angeregt von Ovids Lehrgedicht »Liebeskunst «, hat Anja Hilling ein Stück über die Liebe in heutigen Großstädten geschrieben. Die Geschichte ist einfach: Wir geben unsere Einsamkeit
So, 14.1.2018, 19:00
Cavalleria rusticana | I Pagliacci
Pietro Mascagni | Ruggero Leoncavallo
Ein Doppelabend zum Thema Ehebruch mit jeweils blutigem Ende: In Mascagnis Cavalleria rusticana findet der junge Sizilianer Turiddu bei seiner Rückkehr vom Militärdienst seine einstige Geliebte Lola mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet. Turiddu sucht Trost in den Armen von Santuzza. Doch als die alte Liebe von Lola und Turiddu wieder aufflammt, verrät Santuzza Alfio die Untreue seiner Frau. Nach dem Ostergottesdienst fordert Alfio Turiddu zum Duell. Im Zweikampf muss Turiddu sein Leben lassen.

In Leoncavallos I Pagliacci muss Canio, der Leiter einer reisenden Komödiantengruppe, erfahren, dass seine Frau Nedda einen Geliebten hat. Während der Vorstellung einer lustigen Posse eskaliert Canios Eifersucht. Auf offener Bühne ersticht er seine Frau und deren Liebhaber.

Musikalische Leitung:
So, 14.1.2018, 11:00
Ronja Räubertochter
Von Astrid Lindgren
Kinder- & Jugendtheater
Ronja, das unbändige Gewitterkind, lebt mit ihrer Mutter Lovis und ihrem Vater Mattis sowie dessen Räuberbande in der Mattisburg ein sorgenfreies und glückliches Leben. Aber eines Tages nistet sich die verhasste Borkabande in dem Teil der Mattisburg ein, der in der Nacht von Ronjas Geburt durch einen gewaltigen Blitzeinschlag vom Rest der Burg getrennt wurde.

Auf einem ihrer vielen Streifzüge durch den Mattiswald lernt Ronja jedoch Birk kennen, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmannes. Stück für Stück überwinden die beiden Kinder die ihnen anerzogenen Vorurteile dem anderen gegenüber und schließen eine tiefe Freundschaft. Als Ronjas Vater Mattis eines Tages Birk gefangen nimmt, um dessen Vater Borka endlich aus der Burg zu vertreiben, eskaliert der Streit zwischen den Familien. Ronja
So, 14.1.2018, 17:00
Ronja Räubertochter
Von Astrid Lindgren
Kinder- & Jugendtheater
Ronja, das unbändige Gewitterkind, lebt mit ihrer Mutter Lovis und ihrem Vater Mattis sowie dessen Räuberbande in der Mattisburg ein sorgenfreies und glückliches Leben. Aber eines Tages nistet sich die verhasste Borkabande in dem Teil der Mattisburg ein, der in der Nacht von Ronjas Geburt durch einen gewaltigen Blitzeinschlag vom Rest der Burg getrennt wurde.

Auf einem ihrer vielen Streifzüge durch den Mattiswald lernt Ronja jedoch Birk kennen, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmannes. Stück für Stück überwinden die beiden Kinder die ihnen anerzogenen Vorurteile dem anderen gegenüber und schließen eine tiefe Freundschaft. Als Ronjas Vater Mattis eines Tages Birk gefangen nimmt, um dessen Vater Borka endlich aus der Burg zu vertreiben, eskaliert der Streit zwischen den Familien. Ronja
So, 14.1.2018, 19:30
1984
George Orwell
1984 – diese Jahreszahl steht für die Angst vor dem Überwachungsstaat: Big Brother is watching you. Drei Supermächte, die sich in ständigem Kriegszustand befinden, beherrschen die Welt. Sprache und Gedanken unterliegen einer umfassenden Kontrolle. Winston Smith, Mitarbeiter des Propagandaministeriums, ist damit beschäftigt, die Vergangenheit im Sinne der Staatsdoktrin umzuschreiben. Als er beginnt, gegen die totale Kontrolle zu rebellieren, wird er mit der ganzen Macht des Großen Bruders konfrontiert.
Im Zeitalter von »alternativen Fakten« gewinnt Orwells 1948 veröffentlichter Roman, der zu den einflussreichsten Büchern des 20. Jahrhunderts zählt, eine beklemmende Aktualität. Kurz nach der Wahl von Donald Trump schnellte das Buch auf den Bestseller-Listen nach oben. Es ist weniger die Sch
Mo, 15.1.2018, 11:00
Ronja Räubertochter
Von Astrid Lindgren
Kinder- & Jugendtheater
Ronja, das unbändige Gewitterkind, lebt mit ihrer Mutter Lovis und ihrem Vater Mattis sowie dessen Räuberbande in der Mattisburg ein sorgenfreies und glückliches Leben. Aber eines Tages nistet sich die verhasste Borkabande in dem Teil der Mattisburg ein, der in der Nacht von Ronjas Geburt durch einen gewaltigen Blitzeinschlag vom Rest der Burg getrennt wurde.

Auf einem ihrer vielen Streifzüge durch den Mattiswald lernt Ronja jedoch Birk kennen, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmannes. Stück für Stück überwinden die beiden Kinder die ihnen anerzogenen Vorurteile dem anderen gegenüber und schließen eine tiefe Freundschaft. Als Ronjas Vater Mattis eines Tages Birk gefangen nimmt, um dessen Vater Borka endlich aus der Burg zu vertreiben, eskaliert der Streit zwischen den Familien. Ronja
Mi, 17.1.2018, 19:30
Der erste Mensch
Joachim Król & l’Orchestre du Soleil
nach Albert Camus
In einem sensationellen erzählerischen Parforceritt entführt Joachim Król sein Publikum als Ich-Erzähler in eine Welt voller Armut und Lebensfreude, voller Unschuld und Sehnsucht. Die Welt eines Kindes, das in einer Familie von Analphabeten aufwächst und am Ende zu einem bewunderten Intellektuellen wird. Es ist die Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus, in dessen autobiographischen Roman Der erste Mensch er seine Kindheit Revue passieren lässt – so humorvoll wie berührend und in einer Sprache von poetischer Schönheit. Die Musik des »Orchestre du Soleil« liefert den mitreißenden Soundtrack zu diesem faszinierenden Werk.
Do, 18.1.2018, 19:30
Turandot (Wiederaufnahme)
Giacomo Puccini
Niemals will die Prinzessin Turandot einem Mann gehören. Allen Bewerbern gibt sie deshalb Rätsel auf. Wer die Antwort nicht findet, verfällt dem Henker. Als es dem Prinzen Calaf gelingt, ihre Rätsel zu lösen, ist Turandot bestürzt. Sie müsste ihr Versprechen nun einlösen und Calaf heiraten. Unerwartet macht ihr dieser ein Angebot: Er will den Freitod wählen, wenn Turandot bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfindet.

Die Geschichte der Turandot entstammt einer Erzählung aus Häzâr-jak Rûz (Tausendundein Tag), der persischen Entsprechung zu den arabischen Märchen aus Tausendundeine Nacht. Carlo Gozzi schrieb eine Dramatisierung, die schon Schiller und später auch Brecht zu eigenen Bühnenfassungen inspirierte, und die Puccini in einer Inszenierung Max Reinhardts erlebte.

Turandot blieb P
Do, 18.1.2018, 19:30
Orpheus in der Unterwelt
Operette in zwei Akten von Jacques Offenbach
Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy

Die Ehe zwischen dem Violinisten Orpheus und seiner Frau Eurydike hat die Phase des romantischen Verliebtseins längst hinter sich gelassen. Sie fühlt sich durch sein unablässiges Musizieren vernachlässigt, er sieht sich in seinem Künstlergenie missachtet. Beide haben ohnehin längst andere erotische Bande geknüpft: Orpheus flirtet ganz offen mit der Nymphe Chloë, Eurydike findet den Schäfer und Honigfabrikanten Aristeus attraktiv. Sie ahnt nicht, dass sich hinter dessen Verkleidung Pluto, der Gott der Unterwelt, verbirgt, doch letztendlich lässt sie sich nur allzu gerne aus ihrem langweiligen Ehe- und Erdendasein in sein Höllenreich entführen. Orpheus nimmt das fast erleichtert zur Kenntnis, doch die personifizierte Öffentliche Meinung zwingt i
Do, 18.1.2018, 20:00
paradies spielen (abendland. ein abgesang) (UA)
Thomas Köck
Premiere: 15. Dezember 2017, Studio Werkhaus

Die Globalisierung schreitet voran. Waren, Ideen und Menschen kreisen unaufhaltsam um die Erde. Ein junger Mann wird am Krankenbett seines Vaters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, ein Zug beschleunigt, rast ungebremst durch Bahnhöfe, die Passagiere in Panik. Ein freundlicher
Schaffner spricht von Verspätung, doch eins ist sicher: Die Anschlüsse sind verpasst, »in ganz europa soviel sei verraten wartet kein mensch mehr auf den anderen.« Ein chinesisches Ehepaar begibt sich auf die Suche nach dem Paradies Europa, das für sie jedoch nur eine kalte Matte in einer Sammelunterkunft und unwürdige Arbeitsbedingungen bereithält.

Thomas Köck, vielfach ausgezeichneter Dramatiker und in der Spielzeit 2015/2016 Hausautor am NTM, verwebt di
Do, 18.1.2018, 19:30
Let's Beat
Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss
Premiere: 06. Januar 2018, Schauspielhaus

Musik von J. S. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy, Hans Zimmer, Keith Jarrett, Jimi Hendrix u.a.

Der Tanzabend Let’s Beat verbindet drei Stücke ganz unterschiedlicher Choreografen, die sich von der Kraft des Rhythmus inspirieren und puren Tanz sprechen lassen. In Nichts sprengt Marco Goeckes individuelle Tanzsprache geradezu ästhetische Grenzen und die völlig neuen Bewegungen bedeuten eine technische Herausforderung für die Tänzer. Goeckes unverkennbarer Stil ist durch die Betonung des Oberkörpers sowie extrem rasante Arm- und Handbewegungen geprägt, bei denen gar die Finger zittern. Der Hauschoreograf am Stuttgarter Ballett und dem Nederlands Dans Theater wurde erst im Sommer 2015 von der Fachzeitschrift tanz zum »Choreograph des Jahres« gewäh
Fr, 19.1.2018, 19:00
Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
Fr, 19.1.2018, 20:00
Für immer schön
Noah Haidle
»Hallo, mein Name ist Cookie Close. Als ich ein kleines Mädchen von knapp sechs Jahren war, da sagte meine Mutter zu mir, dass Gott uns alle nach Seinem Bilde erschaffen hat. In diesem Moment war mein Schicksal entschieden! Zabong! Ich war die geborene Kosmetik-Verkäuferin! Beauty-Produkte verdecken nichts, sie verstecken nichts, sie helfen uns, die vollkommenste Version unseres eigenen Bildes zum Vorschein zu bringen, ein Abglanz von Gottes Herrlichkeit zu sein! Darf ich einen Moment Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, oder drei?«

Cookie Close hat ihre Erfüllung gefunden. Mit Rollkoffer und Stöckelschuhen zieht sie im Dienste der Schönheit von Haus zu Haus und spult ihre Verkaufsfloskeln ab. Tausende Frauen hat sie zum Kauf von Kosmetikartikeln verführt – und unzählige Männer zu unverfängli
Fr, 19.1.2018, 20:00
UND JETZT: DIE WELT! Oder: Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen
Sibylle Berg
Schon als Kind hatte sie ein paar Kilos zu viel und nie die richtigen Markenklamotten. In ihrer Jugend zog die Ich-Erzählerin mit einer Mädchengang durch die Nachbarschaft und ließ ihre Frustration an den Männern aus. Jetzt, mit Mitte 20, suchen ihre Freundinnen im Mainstream nach Anerkennung und einem Platz in der Gesellschaft. Doch zwischen Urban Knitting, Mode-Blogs, Zumba-Kursen und politisch korrektem Bio-Müsli findet sich für die Protagonistin kein Lebensplan. Schließlich stellt die Welt da draußen Forderungen, denen man unmöglich genügen kann. Unverstanden von ihren Mitbewohnerinnen sehnt sie sich nach der wahren Liebe, kommuniziert aber nur noch per SMS, Skype und Chat. Zum Glück sichert wenigstens der Internethandel mit selbst hergestelltem Viagra ihren Lebensunterhalt …

Sibyll
Sa, 20.1.2018, 14:30
Orpheus in der Unterwelt
Operette in zwei Akten von Jacques Offenbach
Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy

Die Ehe zwischen dem Violinisten Orpheus und seiner Frau Eurydike hat die Phase des romantischen Verliebtseins längst hinter sich gelassen. Sie fühlt sich durch sein unablässiges Musizieren vernachlässigt, er sieht sich in seinem Künstlergenie missachtet. Beide haben ohnehin längst andere erotische Bande geknüpft: Orpheus flirtet ganz offen mit der Nymphe Chloë, Eurydike findet den Schäfer und Honigfabrikanten Aristeus attraktiv. Sie ahnt nicht, dass sich hinter dessen Verkleidung Pluto, der Gott der Unterwelt, verbirgt, doch letztendlich lässt sie sich nur allzu gerne aus ihrem langweiligen Ehe- und Erdendasein in sein Höllenreich entführen. Orpheus nimmt das fast erleichtert zur Kenntnis, doch die personifizierte Öffentliche Meinung zwingt i
Sa, 20.1.2018, 20:00
Amphitryon
Heinrich von Kleist
Ein Lustspiel nach Molière

Alkmene verbringt eine unvergessliche Liebesnacht mit ihrem Mann Amphitryon – glaubt sie. In Wirklichkeit war es Jupiter, Gottvater persönlich, der sich ihr in Amphitryons Gestalt genähert hatte. Als der echte Amphitryon am nächsten Morgen nach längerer Abwesenheit siegreich aus dem Krieg heimkehrt, wird er von seiner Frau nur mit »So früh zurück?« begrüßt. Plötzlich geraten alle Sicherheiten ins Wanken …

Seit der Erfindung des Götterhimmels wissen wir, dass es im olympischen Himmel vor allem eines ist: langweilig. Was also sucht Jupiter? Was fehlt dem, der alles hat? Ihm fehlt die Welt, das gewöhnliche Leben. Und was lässt Amphitryon verzweifeln, macht den professionellen Krieger machtlos? Das Göttliche muss etwas sein, womit Amphitryon weder konkurrieren
Sa, 20.1.2018, 20:00
Götterspeise (UA)
Noah Haidle
»Die einzige Art und Weise die Welt zu retten ist Mitleiden«: Constant, eine Waise und ehemalige Drogenabhängige, hat ihre Berufung gefunden. Sie kocht für ihr Leben gern. Sie will den Menschen mit einer guten Mahlzeit etwas von der Liebe, die sie für sie zu empfinden gelernt hat, zurückgeben. Überall findet sie schlechtes Essen, das sie verbessern kann und traurige Menschen, die ihrer kulinarischen Zuneigung bedürfen. Unangepasst, engagiert, aber auch naiv und labil, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und beeindruckt ihre Umgebung. Als ihr aber böse mitgespielt wird, beginnt sie allmählich, den Blick für die Realität zu verlieren.

9 Monate, 9 Wochen, 9 Tage, 19 Minuten während 18 Jahren: So lange dauern jeweils die Stationen des Passionswegs dieser unheiligen Heiligen. Ihr Weg führt sie
Sa, 20.1.2018, 19:30
Der Tod und das Mädchen
Tanzstück von Stephan Thoss
Musik von Franz Schubert, Philip Glass u. a.

Unzählige Eindrücke und Erfahrungen füllen unser Leben wie einen riesigen Ballon, während wir versuchen, einen Platz und Sinn in ihm zu finden. Stets bemüht, unserem Gefühl zu vertrauen und unseren Sehnsüchten Zuversicht zu geben, hoffen, lieben und kämpfen wir, um größtmögliche Erfüllung im Laufe eines Lebens zu erfahren. Aber in uns wohnt auch die Angst vor dem Tag, an dem uns das Kämpfen genommen wird und wir noch nicht angekommen sind, die Angst vor der Stunde null. Der Tod ist eine der wesentlichsten Erfahrungen der menschlichen Existenz, alles läuft auf ihn hinaus und er wird mit absoluter Gewissheit stattfinden.

Die Notwendigkeit, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen und sich ihm zu stellen, setzt gleichermaßen voraus, sich dem Lebe
So, 21.1.2018, 18:00
Der Rosenkavalier
Richard Strauss
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg und ihr Geliebter, der junge Octavian Graf Rofrano werden durch Baron Ochs gestört. Er ist gekommen, um die Feldmarschallin zu bitten, ihm für seine Hochzeit mit der reichen Sophie einen Adligen zu empfehlen, der nach alter Sitte der Braut am Hochzeitstag eine silberne Rose überreichen soll. Sie benennt Octavian. Als Octavian Sophie die Rose überreicht, verlieben sie sich ineinander. Als Kammerzofe verkleidet, lockt Octavian den Schürzenjäger Ochs in eine Schenke, um ihn als Heiratskanditaten unmöglich zu machen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung: Olivier Tambosi
Bühne und Kostüme: Frank Philipp Schlößmann
Dramaturgie: Berthold Schneider
Chor: Dani Juris
So, 21.1.2018, 15:00
Du bist in Ordnung, Charlie Brown
Musical von Clark Gesner und John Gordon
nach dem Comic Strip Peanuts von Charles M. Schulz
„Glück ist alles was man liebt“ - diese philosophische Feststellung vereint die Helden dieses bezaubernden Musicals nach den bekannten Comic-Zeichnungen der Peanuts von Charles M. Schulz. Und nun stehen sie alle leibhaftig auf der Bühne: Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden oder Schröder heiraten möchte; eben dieser fanatische Beethovenfan Schröder; Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann; Charlies kleine süße Schwester Sally, das Baseballtalent Patty, die in Charlie verknallt ist, und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gemeinsam mit dem kleinen, gelben Vogel Woodstock gegen den fürchterlichen roten Baron kämpft.

Erleben Sie unsere unterhaltsame Comicrevue über einen Tag im Leben
So, 21.1.2018, 19:00
Wie es euch gefällt
William Shakespeare
Verbannt vom Hof und auf der Flucht vor dem Usurpator Herzog Frederick findet eine Schar Edelleute Asyl im Wald von Arden, der sich auf den ersten Blick als utopischer Ort der Freiheit entpuppt. Hier treffen liebestolle junge Männer und Frauen, Narren und Philosophen, Schäferinnen und Hirten, Adlige und ihre Dienerschaft aufeinander und erleben eine Gesellschaft jenseits von politischen Machtspielen, unüberwindbaren Standesgrenzen, starren Geschlechterrollen und eindimensionalen Liebeskonzepten. Schließlich findet jeder seinen Seelenfrieden, werden die Kontrahenten versöhnt und die Liebeswirrungen gelöst. Zum großen Finale wird vierfache Hochzeit gefeiert – ganz wie es dem Komödienpublikum gefällt!

Susanne Lietzow arbeitet als Regisseurin u. a. in Linz, Wien, Hannover und Dresden. Für i
Mi, 24.1.2018, 19:30
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
Do, 25.1.2018, 19:00
Jolanthe (Premiere)
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Premiere: 25. Januar 2018, Opernhaus

Ein prachtvoller Schlossgarten in der sonnigen Provence, reife Früchte, Mädchenchöre und Lachen: Die Welt von Prinzessin Jolanthe gleicht einem Traum. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass er ein Trugbild ist. Eine dicke Mauer und ein verschlossenes Tor umgeben diesen Garten, zu dem der Zutritt bei Todesstrafe untersagt ist.

Der Einakter Jolanthe entstand 1891 und ist die letzte Oper Tschaikowskys. Im Jahr seines Todes erlebte der Komponist noch die deutsche Erstaufführung in Hamburg, die von Gustav Mahler dirigiert wurde. Seither ist die Liste der szenischen Aufführungen kurz geblieben. An der Musik liegt es nicht, denn diese gehört zu den farbenreichsten in Tschaikowskys Oeuvre: Ein idealer Fall für eine konzertante Aufführung am NTM
Do, 25.1.2018, 10:00
Streichquartettfest 2018
16 Veranstaltungen an vier Tagen – dazu lädt die 14. Ausgabe des Streichquartettfests ein. Zu Gast sind renommierte Ensembles aus USA, Großbritannien, Frankreich, Tschechien und Deutschland, die neben bekannten Werken der Quartettliteratur auch selten gespielte Werke zur Aufführung bringen. 25. Januar 2018 bis 28. Januar 2018
INTERNATIONALES MUSIKFESTIVAL HEIDELBERGER FRÜHLING GGMBH | Friedrich-Ebert-Anlagen 27 | 69117 Heidelberg
Fr, 26.1.2018, 19:30
Cavalleria rusticana | I Pagliacci
Pietro Mascagni | Ruggero Leoncavallo
Ein Doppelabend zum Thema Ehebruch mit jeweils blutigem Ende: In Mascagnis Cavalleria rusticana findet der junge Sizilianer Turiddu bei seiner Rückkehr vom Militärdienst seine einstige Geliebte Lola mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet. Turiddu sucht Trost in den Armen von Santuzza. Doch als die alte Liebe von Lola und Turiddu wieder aufflammt, verrät Santuzza Alfio die Untreue seiner Frau. Nach dem Ostergottesdienst fordert Alfio Turiddu zum Duell. Im Zweikampf muss Turiddu sein Leben lassen.

In Leoncavallos I Pagliacci muss Canio, der Leiter einer reisenden Komödiantengruppe, erfahren, dass seine Frau Nedda einen Geliebten hat. Während der Vorstellung einer lustigen Posse eskaliert Canios Eifersucht. Auf offener Bühne ersticht er seine Frau und deren Liebhaber.

Musikalische Leitung:
Fr, 26.1.2018, 20:00
dosenfleisch (Premiere)
Ferdinand Schmalz
Premiere: 26. Januar 2018, Studio Werkhaus

Eine Autobahnraststätte in der Todeszone. Hier häufen sich die Unfälle in verdächtigem Maße. Beate heißt die Frau von der Tanke. Neuer Raststättengast ist Versicherungsmensch Rolf, den es an den Ort zieht, an dem der nächste Crash schon in der Luft liegt. Hier ein Sekundenschlaf, da ein Fehler oder der plötzliche Wintereinbruch, schon rast ein Fernfahrer durch die Ladung eines verunfallten Kollegen. Die Schauspielerin Jayne hat bereits einen Zusammenstoß hinter sich. Beate hat sie wieder zusammengeflickt. Jetzt sind beide um eine wichtige Erfahrung reicher: Erst im Unfall merkt man, dass man lebt. Fortan sorgen sie für ein Revival des authentischen Gefühls. Die Massenkarambolage ist ihr Handwerk, der Total-Infarkt ihr Ziel. Wer ihnen in den We
Sa, 27.1.2018, 19:30
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
Sa, 27.1.2018, 19:00
Der Alpenkönig und der Menschenfeind (Premiere)
Ferdinand Raimund
Premiere: 27. Januar 2018, Schauspielhaus

Romantisch-komisches Original-Zauberspiel

Der vermögende Gutsbesitzer Rappelkopf wittert überall Gefahr und macht seiner Umgebung das Leben zur Hölle. Von seiner Frau fühlt er sich betrogen, von der Tochter hintergangen, dem Personal traut er sogar ein Mordkomplott zu. Er zieht sich in eine einsame Hütte in den Bergen zurück. Der magische Alpenkönig Astragalus beschließt, dem rappelköpfischen Menschenfeind einen Spiegel vorzuhalten. Er verwandelt ihn in seinen Schwager Silberstein und schickt ihn nach Hause zurück; Astragalus selbst nimmt die Gestalt Rappelkopfs an. In seinem Doppelgänger erkennt dieser schließlich die eigene Verblendung.
Ferdinand Raimund gilt neben Johann Nestroy als wichtigster Repräsentant des Wiener Volkstheaters. Sein
So, 28.1.2018, 17:00
Hänsel und Gretel
Engelbert Humperdinck
Das bekannte Märchen der Brüder Grimm als große Oper: Humperdincks erfolgreichstes Werk erfreut seit über hundert Jahren groß und klein. Im Vergleich zur Vorlage ist hier die Handlung verkürzt und die "böse" Stiefmutter humanisiert. Ihre große Beliebtheit verdankt die idyllischen Märchenoper nicht zuletzt der Mischung aus spätromantischer Orchestersprache und schlichten Volksliedern wie "Suse, liebe Suse" oder "Ein Männlein steht im Walde".

Musikalische Leitung: Matthew Toogood / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung nach: Wolfgang Blum
Bühne und Kostüme: Herbert Stahl
So, 28.1.2018, 20:00
Vereinte Nationen
Clemens J. Setz
Die digitale Vernetzung der Welt schafft eine neue soziale Wirklichkeit. Ein Pärchen lässt, wenn einer von beiden ihrer kleinen Tochter eine Standpauke hält oder sie wegen etwas zurechtweist oder belehrt, immer eine Kamera mitlaufen. Danach verkaufen sie die Clips über eine Online-Plattform im Netz. Anscheinend existiert ein großer Markt für diese Art von Videos.

Vereinte Nationen handelt von Fragen der Natürlichkeit und der Schauspielerei. Wann ist etwas fake, wann ist etwas echt? Was genau kauft jemand, der etwas »Authentisches« kauft? Das Netz wird zur Bühne, in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und realem Geschehen vermischen.

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz, 1982 geboren in Graz, studierte Mathematik und Germanistik. Für seinen 2011 erschienenen Erzählband
Mo, 29.1.2018, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Mo, 29.1.2018, 20:00
Götterspeise (UA)
Noah Haidle
»Die einzige Art und Weise die Welt zu retten ist Mitleiden«: Constant, eine Waise und ehemalige Drogenabhängige, hat ihre Berufung gefunden. Sie kocht für ihr Leben gern. Sie will den Menschen mit einer guten Mahlzeit etwas von der Liebe, die sie für sie zu empfinden gelernt hat, zurückgeben. Überall findet sie schlechtes Essen, das sie verbessern kann und traurige Menschen, die ihrer kulinarischen Zuneigung bedürfen. Unangepasst, engagiert, aber auch naiv und labil, nimmt sie kein Blatt vor den Mund und beeindruckt ihre Umgebung. Als ihr aber böse mitgespielt wird, beginnt sie allmählich, den Blick für die Realität zu verlieren.

9 Monate, 9 Wochen, 9 Tage, 19 Minuten während 18 Jahren: So lange dauern jeweils die Stationen des Passionswegs dieser unheiligen Heiligen. Ihr Weg führt sie
Di, 30.1.2018, 19:30
Turandot
Giacomo Puccini
Niemals will die Prinzessin Turandot einem Mann gehören. Allen Bewerbern gibt sie deshalb Rätsel auf. Wer die Antwort nicht findet, verfällt dem Henker. Als es dem Prinzen Calaf gelingt, ihre Rätsel zu lösen, ist Turandot bestürzt. Sie müsste ihr Versprechen nun einlösen und Calaf heiraten. Unerwartet macht ihr dieser ein Angebot: Er will den Freitod wählen, wenn Turandot bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfindet.

Die Geschichte der Turandot entstammt einer Erzählung aus Häzâr-jak Rûz (Tausendundein Tag), der persischen Entsprechung zu den arabischen Märchen aus Tausendundeine Nacht. Carlo Gozzi schrieb eine Dramatisierung, die schon Schiller und später auch Brecht zu eigenen Bühnenfassungen inspirierte, und die Puccini in einer Inszenierung Max Reinhardts erlebte.

Turandot blieb P
Di, 30.1.2018, 19:00
Dantons Tod
Georg Büchner
»Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eignen Kinder.«

Wir schreiben das Jahr 1794. Fünf Jahre sind seit dem Sturm auf die Bastille vergangen. Der König ist gestürzt und das absolutistische System vernichtet. Doch noch immer hört das Morden in Paris nicht auf, die Guillotine steht nicht still und das Volk hungert. Statt Brot gibt es Aristokratenfleisch und das der Feinde der Revolution.
Danton ist müde von der einst von ihm so heftig mit Waffengewalt vertretenen Revolution und sucht Ablenkung bei den Frauen und im Müßiggang. Die Revolutionsreden seiner Gefährten will er nicht mehr hören und selbst keine mehr halten. Das Volk, das zuvor an seinen Lippen hing, folgt nun Robespierre, der verkündet: »Das Laster muss bestraft werden, die Tugend muss durch den Schrecken herrschen«.
Di, 30.1.2018, 10:30
Dantons Tod
Georg Büchner
»Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eignen Kinder.«

Wir schreiben das Jahr 1794. Fünf Jahre sind seit dem Sturm auf die Bastille vergangen. Der König ist gestürzt und das absolutistische System vernichtet. Doch noch immer hört das Morden in Paris nicht auf, die Guillotine steht nicht still und das Volk hungert. Statt Brot gibt es Aristokratenfleisch und das der Feinde der Revolution.
Danton ist müde von der einst von ihm so heftig mit Waffengewalt vertretenen Revolution und sucht Ablenkung bei den Frauen und im Müßiggang. Die Revolutionsreden seiner Gefährten will er nicht mehr hören und selbst keine mehr halten. Das Volk, das zuvor an seinen Lippen hing, folgt nun Robespierre, der verkündet: »Das Laster muss bestraft werden, die Tugend muss durch den Schrecken herrschen«.
Di, 30.1.2018, 20:00
UND JETZT: DIE WELT! Oder: Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen
Sibylle Berg
Schon als Kind hatte sie ein paar Kilos zu viel und nie die richtigen Markenklamotten. In ihrer Jugend zog die Ich-Erzählerin mit einer Mädchengang durch die Nachbarschaft und ließ ihre Frustration an den Männern aus. Jetzt, mit Mitte 20, suchen ihre Freundinnen im Mainstream nach Anerkennung und einem Platz in der Gesellschaft. Doch zwischen Urban Knitting, Mode-Blogs, Zumba-Kursen und politisch korrektem Bio-Müsli findet sich für die Protagonistin kein Lebensplan. Schließlich stellt die Welt da draußen Forderungen, denen man unmöglich genügen kann. Unverstanden von ihren Mitbewohnerinnen sehnt sie sich nach der wahren Liebe, kommuniziert aber nur noch per SMS, Skype und Chat. Zum Glück sichert wenigstens der Internethandel mit selbst hergestelltem Viagra ihren Lebensunterhalt …

Sibyll
Mi, 31.1.2018, 20:00
Vereinte Nationen
Clemens J. Setz
Die digitale Vernetzung der Welt schafft eine neue soziale Wirklichkeit. Ein Pärchen lässt, wenn einer von beiden ihrer kleinen Tochter eine Standpauke hält oder sie wegen etwas zurechtweist oder belehrt, immer eine Kamera mitlaufen. Danach verkaufen sie die Clips über eine Online-Plattform im Netz. Anscheinend existiert ein großer Markt für diese Art von Videos.

Vereinte Nationen handelt von Fragen der Natürlichkeit und der Schauspielerei. Wann ist etwas fake, wann ist etwas echt? Was genau kauft jemand, der etwas »Authentisches« kauft? Das Netz wird zur Bühne, in der sich die Grenzen zwischen Fiktion und realem Geschehen vermischen.

Der Schriftsteller und Übersetzer Clemens J. Setz, 1982 geboren in Graz, studierte Mathematik und Germanistik. Für seinen 2011 erschienenen Erzählband
Fr, 2.2.2018, 19:30
Jolanthe
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Premiere: 25. Januar 2018, Opernhaus

Ein prachtvoller Schlossgarten in der sonnigen Provence, reife Früchte, Mädchenchöre und Lachen: Die Welt von Prinzessin Jolanthe gleicht einem Traum. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass er ein Trugbild ist. Eine dicke Mauer und ein verschlossenes Tor umgeben diesen Garten, zu dem der Zutritt bei Todesstrafe untersagt ist.

Der Einakter Jolanthe entstand 1891 und ist die letzte Oper Tschaikowskys. Im Jahr seines Todes erlebte der Komponist noch die deutsche Erstaufführung in Hamburg, die von Gustav Mahler dirigiert wurde. Seither ist die Liste der szenischen Aufführungen kurz geblieben. An der Musik liegt es nicht, denn diese gehört zu den farbenreichsten in Tschaikowskys Oeuvre: Ein idealer Fall für eine konzertante Aufführung am NTM
Sa, 3.2.2018, 18:00
Du bist in Ordnung, Charlie Brown
Musical von Clark Gesner und John Gordon
nach dem Comic Strip Peanuts von Charles M. Schulz
„Glück ist alles was man liebt“ - diese philosophische Feststellung vereint die Helden dieses bezaubernden Musicals nach den bekannten Comic-Zeichnungen der Peanuts von Charles M. Schulz. Und nun stehen sie alle leibhaftig auf der Bühne: Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden oder Schröder heiraten möchte; eben dieser fanatische Beethovenfan Schröder; Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann; Charlies kleine süße Schwester Sally, das Baseballtalent Patty, die in Charlie verknallt ist, und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gemeinsam mit dem kleinen, gelben Vogel Woodstock gegen den fürchterlichen roten Baron kämpft.

Erleben Sie unsere unterhaltsame Comicrevue über einen Tag im Leben
So, 4.2.2018, 19:00
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
So, 4.2.2018, 15:00
Du bist in Ordnung, Charlie Brown
Musical von Clark Gesner und John Gordon
nach dem Comic Strip Peanuts von Charles M. Schulz
„Glück ist alles was man liebt“ - diese philosophische Feststellung vereint die Helden dieses bezaubernden Musicals nach den bekannten Comic-Zeichnungen der Peanuts von Charles M. Schulz. Und nun stehen sie alle leibhaftig auf der Bühne: Charlie Brown, der unsterblich in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; die eingebildete Lucy, die eines Tages Königin werden oder Schröder heiraten möchte; eben dieser fanatische Beethovenfan Schröder; Linus, der ohne seine Schmusedecke nicht leben kann; Charlies kleine süße Schwester Sally, das Baseballtalent Patty, die in Charlie verknallt ist, und natürlich Snoopy, der als Fliegerass gemeinsam mit dem kleinen, gelben Vogel Woodstock gegen den fürchterlichen roten Baron kämpft.

Erleben Sie unsere unterhaltsame Comicrevue über einen Tag im Leben
Do, 8.2.2018, 19:30
Fidelio
Ludwig van Beethoven
Premiere: 09. Dezember 2017, Opernhaus

Oper in zwei Aufzügen

Beethovens Fidelio entstammt einem blutigen Zeitalter. Eroberungen und Freiheitskämpfe erschütterten Europa. Nach dem Scheitern der Revolution begann ein Zeitalter der Geheimpolizeien und Staatsgefängnisse, von Folter, Verrat und Aufopferung.

Beethoven glühte für die Sache der Aufklärung. Kein Wunder, dass seine einzige Oper Fidelio eine Parabel über den Missbrauch politischer Ideen wurde: Florestan, der grundlos im Gefängnis sitzt, wird vom sadistischen Gouverneur Pizarro dem Hungertod überlassen. Doch seine Frau hat sich als »Fidelio« in den Haushalt eines Gefängniswärters eingeschlichen. Es gelingt ihr, sein Vertrauen zu gewinnen und ins Gefängnis einzudringen, so dass sie schließlich mit vorgehaltener Waffe Pizarros
Sa, 10.2.2018, 19:00
Aida
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten. Libretto von Antonio Ghislanzoni

Giuseppe Verdi kann selbst aus einem letzten Lebenshauch ein Duett komponieren, das sein Publikum über Generationen in Atem hält. Die Geschichte der schönen Sklavin, die sich in Zeiten des Krieges gegen das eigene Volk nach der Liebe des Kriegsführers sehnt, versteht Regisseur Roger Vontobel als zeitlose Parabel über die Reibung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Feinde und Freunde tragen hier wechselnde Masken, zwischen Ritus, Gemeinschaft, Exzess und Gewalt gibt es keine Macht, die das Chaos lichten könnte. Nicht allein im exotisch fernen Ägypten, sondern überall auf der Welt ereignet sich Aidas Tragödie, und so kann es kein Zufall sein, dass das Werk während der faschistischen Angriffskriege
David Wagner
"Leben"
Rowolth
Preis der Leipziger Buchmesse

«Wann passiert es schon, daß einem die Verlängerung des eigenen Lebens angeboten wird?»

Der Anruf kommt um kurz nach zwei. Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon, und eine Stimme sagt: Wir haben ein passendes Spenderorgan für Sie. Auf diesen Anruf hat er gewartet, diesen Anruf hat er gefürchtet. Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und läßt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.

Von der Geschichte und Vorgeschichte dieser Organtransplantation handelt «Leben»: von den langen Tagen und Nächten im Kosmos Krankenhaus neben den wechselnden Bettnachbarn mit ihren Schicksalen und Beichten – einem Getränkehändler etwa, der heimlich seine Geliebte besucht, oder einem libanesischen Fleischer, der im Bürg
Ursula Krechel
"Landgericht"
Jung und Jung Verlag
Deutschen Buchpreis 2012

Nach »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel noch einmal den Spuren deutscher Geschichte nach. Ihr neuer Roman handelt vom Exil und von den fünfziger Jahren, von einer Rückkehr ohne Ankunft.

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Nach ihrem gefeierten, 2008 erschienenen Buch »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel mit ihrem neuen großen Roman »Landgericht« noch einmal auf Spurensuche. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Rege
Narvid Kermani
"Dein Name"
Hanser Verlag
Heinrich-von-Kleist Preis 2012

Am 8. Juni 2006 beginnt Navid Kermani sein neues Buch, und es wird einer der ungewöhnlichsten Romane unserer Zeit. Hier schreibt einer über alles, was es zu wissen gibt über sein Leben und das Leben überhaupt: die Gegenwart und die Vergangenheit seiner Familie, die Erinnerung an gestorbene Freunde und die mitreißende Lektüre Jean Pauls und Hölderlins. Die Geschichte seines Großvaters, der von Nahost nach Deutschland ging, wird zum Herzstück des Romans. Immer wieder drängt sich dem Romancier der entscheidende Moment dazwischen: der des Schreibens. „Dein Name“ ist ein Roman, der das Privateste ebenso in den Blick nimmt wie die Geschichte, in der wir leben - ein Buch, das unser Bild der Gegenwart nachhaltig verändern wird.

Fester Einband, 1232 Seiten
mit
Sibylle Lewitscharoff "Pong"
Berlin-Verlag
Büchner-Preis 2013

Fast zärtlich zeichnet Sibylle Lewitscharoff den Alltag eines Verrückten nach, der sich selbst genügt. Mit hinreißenden Wortspielereien und Neuschöpfungen skizziert sie das Psychogramm eines eigenwilligen Helden und präsentiert zugleich eine poetische Parabel über die allgegenwärtigen Ängste des Lebens. Sibylle Lewitscharoff erhielt 1998 für »Pong« den Ingeborg Bachmann-Preis
Pong ist ein »nicht unschöner« Mann. Er will die Welt verbessern, Ungerechtigkeiten besiegen und Kinder vor dem schweren Parfüm ihrer Mutter bewahren. Das einzige Problem: Pong ist verrückt. Seine ungewöhnliche Geburt durch »den Großen Ratsch« läßt ihn zu einem Sonderling mit einer eigenen Weltwahrnehmung werden. Sein aus Ängsten, Zwängen und festen Regeln bestehender Alltag soll seine fragile E
Wilhelm Genazino
"Idyllen in der Halbnatur"
Hanser Verlag
Kasseler Literaturpreis 2013

Die Welt ist voller Merkwürdigkeiten, man muss nur hinsehen. Ein Mann verliert einen Schuh. Ein anderer Mann, Kleist, beschreibt seiner Braut auf Hunderten von Seiten, durch welche gründlichen Maßnahmen sie beide unfehlbar glücklich werden. Der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino erzählt, wie er schreibt, wie er zum Schreiben kam und warum die Welt so merkwürdig und ohne Bücher kaum auszuhalten ist. In Prosastücken und Essays nähert er sich auf unverwechselbare Weise Büchern und Bildern, vor allem aber Menschen, seien sie nun Schriftsteller, deren berühmte Figuren oder auch jene Namenlosen, die irgendwann auf der Straße ihren Schuh verlieren. Und damit einen ungeschriebenen Roman erleben.

Fester Einband, 240 Seiten

„In den ‚Idyllen in der Halbnatur‘,
Judith Schalansky
"Der Hals der Giraffe"
Preis der Literaturhäuser 2014

»Der beste Roman des Jahres.« Hubert Winkels, Deutschlandfunk Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presse und Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jah
Marcel Beyer
"Putins Briefkasten"
Kleist-Preis 2014

Eines Morgens, in einer ihm »selber nicht ganz klaren Anwandlung«, fährt Marcel Beyer an den Stadtrand von Dresden, um dort einen Briefkasten noch einmal zu sehen, nicht irgendeinen, sondern den Wladimir Putins, der in den achtziger Jahren hier lebte. Er findet ihn nicht mehr vor. Aber was Beyer auf seiner Spurensuche wahrnimmt und aufschreibt, entwickelt sich unterderhand zu einem Kurzporträt Putins, das erhellender ist als jede dickleibige politische Biographie. Was immer Beyer hier in seinen Erzählungen und Skizzen in den Blick nimmt - seien es Blumen oberhalb des Genfer Sees, eine von Rimbaud aufgegebene Kleinanzeige, ein einäugiger Löwe im Dresdner Zoo, von Dostojewskij zum Brüllen gebracht, ein kleinformatiges Gemälde von Gerhard Richter oder Lessings Ofenschirm
Marjana Gaponenko
"Wer ist Martha?"
Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revo
Lisa-Maria Seydlitz
"Sommertöchter"
Eine Familiengeschichte voller Liebe

Durch einen anonymen Brief erfährt Juno von ihrem Erbe: ein Fischerhaus in der Bretagne. Aber wider Erwarten ist sie nicht die Einzige, die sich für das Haus interessiert. Die französische Kellnerin Julie hat sich dort eingenistet, und auch Jan, ein Architekt aus Deutschland, ist oft zu Besuch. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit. Die Reise in die Bretagne wird für sie zu einer Reise in ihre Familiengeschichte. In eine Kindheit, in der sie glücklich war und mit ihren Eltern ein scheinbar idyllisches Vorstadtleben geführt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alles anders wurde.
›Sommertöchter‹ ist ein Roman gegen das Alleinsein. Lisa-Maria Seydlitz nimmt ihre Leser mit in einen Sommer, in dem
Terézia Mora
"Das Ungeheuer"
Luchterhand Literaturverlag
Deutscher Buchpreis 2013

Eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen
»Solche Geschichten gibt's, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Ger
Thomas Hettche
"Pfaueninsel"
Kiepenheuer & Witch
Eine Insel außerhalb der Zeit

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. In seinem opulenten, kundigen und anrührenden Roman erzählt Thomas Hettche von dessen Blüte, Reife und Verfall aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, in deren Lebenslauf sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts verdichtet.
Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwisch
Amos Oz
"Unter Freunden"
Suhrkamp Verlag
Siegfried Lenz Preis 2014 für Amos Oz

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meis
Patrick Modiano
"Der Horizont"
Hanser Literaturverlag
Nobelpreis für Literatur 2014

Zwei Verlorene, die sich finden und wieder verlieren - ein Roman über Zeit und Erinnerung von Nobelpreisträger Patrick Modiano
Während einer Demonstration stoßen sie in einem Metroeingang zufällig zusammen, Margaret Le Coz und Jean Bosmans. Sie, geboren in Berlin als Tochter einer französischen Mutter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, er schreibt an seinem ersten Roman. Die beiden werden für kurze Zeit ein Liebespaar. Bis Margaret Hals über Kopf aus Paris flieht. Vierzig Jahre später spürt Bosmans dieser verlorenen Liebe nach. Was ihm bleibt sind seine Erinnerungen und eine konkrete Spur, die in eine Berliner Buchhandlung führt. Patrick Modianos neues Buch – in Frankreich als sein schönster Roman über das Vergehen der Zeit gerühmt – ist die Gesc
Michel Houellebecq
"Unterwerfung"
Dumont-Verlag
Im Mittelpunkt von Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ steht die Geschichte des Literaturwissenschaftlers Francois. Während der Akademiker und leidenschaftliche Weintrinker das Werk des dekadenten Schriftstellers Huysmans erforscht, rückt die Wahl des neuen französischen Präsidenten immer näher.

Alles deutet darauf hin, dass der charismatische Kandidat der Muslimbruderschaft das Rennen machen wird. In der Hauptstadt kommt es zu tumultartigen Ausschreitungen: Autos brennen, Wahllokale werden überfallen und ein Bürgerkrieg scheint blutige Realität zu werden. Es kommt zur Stichwahl zwischen der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem muslimisch-moderatem, humanistisch gesonnenem Kandidaten – und schließlich zieht Mohamed Ben Abbès als Präsident in den Elysée-Palast ein. Bald stellt er die Repu
Nicolas Mahler
"Franz Kafkas nonstop Lachmaschine"
Reprodukt
Preis der Literaturhäuser 2015

Wie fühlt es sich an, als Comicautor in der Hochkultur anzukommen? Wie übersetzt man Thomas Bernhard und Robert Musil in Comicform? Und gibt es nicht mehr Überschneidungen zwischen Franz Kafka und “Fix und Foxi”-Erfinder Rolf Kauka, als man zunächst annehmen mag? Auch in der vierten Sammlung von autobiografischen Geschichten berichtet Nicolas Mahler mit trockenem Witz aus seinem aufregenden Leben als Comiczeichner und von den grotesken Situationen, in die er fortwährend gerät.

Nicolas Mahler ist einer der profiliertesten und produktivsten Comickünstler im deutschsprachigen Raum. Bei Reprodukt ist neben autobiografischen Comics wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” zuletzt die tragikomische Erzählung “Lone Racer” erschienen. Viel Aufmerksamkeit wurde
Swetlana Alexijewitsch:
"Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus"
Suhrkamp
Nobelpreis für Literatur 2015

Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.
Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des »Second-hand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. »Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.«
Wer das Russland
Durs Grünbein
"Aroma - Ein römisches Zeichenbuch"
Suhrkamp Verlag
Tomas-Tranströmer-Preis 2012

Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwert stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.

„Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen.
Dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war,
Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen.“

Der so spricht, ist an einem Ort angekommen, wo viele seiner Schreib- und Lebensmotive zusammenlaufen. Durs Grünbeins Jahr in Rom hat Gestalt gewonnen in einem Zeichenbuch. Die Stadt – „Roma caput mundi“ – wird als ein Schauplatz der Zeichen und Verweise erfahren und schlägt sich, wie bei den Reisenden früherer Zeiten, in Zeichnungen nieder – freilich in geschriebener Form. Aus vier Kapiteln gefügt, entstand so sein opus incertum, nach dem Vorbild des altrömi
Felicitas Hoppe
"Hoppe"
S. Fischer Verlag
Georg-Büchner-Preis 2012

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!

›Hoppe‹ ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.
Feridun Zaimoglu "Ruß"
Kiepenheuer & Witsch Verlag
Preis der Literaturhäuser 2012

Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott – eine deutsche Saga

Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt – und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit.

Mit »Liebesbrand« und »Hinterland« hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Renz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jah
Maxim Leo
"Haltet Euer Herz bereit"
Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne Verlag
Europäischen Buchpreis 2011

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Der Journalist und Autor Maxim Leo ist Träger des Europäischen Buchpreises 2011. Leo, der in Ost-Berlin geboren wurde, wird für sein Buch „Haltet euer Herz bereit“ ausgezeichnet, das liebevoll und mitreißend die Geschichte seiner Familie vom Zweit
Ian Kershaw "Das Ende"
Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45
Deutsche Verlags-Anstalt
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Das »Dritte Reich« kämpfte nicht nur bis zum bitteren Ende, bis zur totalen Niederlage, es funktionierte auch bis zum Schluss. Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Die Gründe dafür, warum Hitlers Deutschland militärisch zusammenbrach, sind bekannt, die Frage, wie und warum das »Dritte Reich« bis zum Schluss funktionierte, ist dagegen bis heute nicht beantwortet. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das R
Timothy Snyder "Bloodlands"
Europa zwischen Hitler und Stalin
C.H. Beck
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten – Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung – so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort.
Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht – und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor
Thea Dorn, Richard Wagner
"Die deutsche Seele"
Knaus Verlag
Von Gemütlichkeit und Grundgesetz, von Abendbrot bis Zerrissenheit. Alles was deutsch ist.

So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.

Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss e
Wolfgang Herrndorf:
"Sand"
Rowohlt Berlin
Preisträger der Leipziger Buchmesse 2012

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbel
Umberto Eco
"Der Friedhof in Prag"
Hanser Verlag
Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.

Roman – übersetzt aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Fester Einband, 528 Seiten
Mit zahlreichen Abbildungen

"
Christa Wolf
"Der geteilte Himmel"
Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung.
Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen. Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern - Tage und Nächte hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem Chemikerkongreß in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glaube
Jan Brandt
"Gegen die Welt"
Dumont Verlag
Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Ku
Jonathan Franzen
"Die Korrekturen"
Rowolth Verlag
Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.
Jonathan Franzen ist ein großartiger Roman gelungen: Familien- und Gesellschaftsgeschichte in einem.

rororo
Taschenbuch, 784 S.

Eine Sensation. (Der Spiegel)

Ein Wunder. Und kein geringes. (Die Welt)

Jonathan Franzen ist das größte Sprachtalent, das die amerikanische Literatur seit John Updike hervorgebracht hat. (Literaturen)
Sibylle Lewitscharoff
"Blumenberg"
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenber
Peter Handke
"Immer noch Sturm"
Suhrkamp Verlag
Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln – ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenze
Friedrich Christian Delius
"Bildnis der Mutter als junge Frau"
Rowohlt Verlag
Georg-Büchner-Preisträger 2011

Rom im Januar 1943: Eine junge deutsche Frau steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. An einem sonnigen Tag begibt sie sich auf einen Spaziergang durch die fremden Straßen. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke ist sie mit ihren Gedanken woanders. Ihr Mann wurde überraschend an die afrikanische Front abkommandiert. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist ungewiss. Und auf ihrem Gang durch die Ewige Stadt beginnt die junge Frau zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte …

rororo
Taschenbuch, 128 S.

«Eine wundervolle Erzählung.» (Süddeutsche Zeitung)
«Ein kleines Meisterwerk … und eine Liebeserklärung an die Stadt Rom und an die Mutter.» (Die Zeit)
«Ein Meisterwerk an Anmut und historischem Scharfblick.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Spannung und E
Eugen Ruge
"In Zeiten des abnehmenden Lichts"
Rowohlt-Verlag
Deutscher Buchpreis 2011

Roman einer Familie

Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

Hardcover, 432 S.
19,95 €
978-3-498-05786-2

«Überragend ... eine faszinierende Innensicht der DDR.» Felicitas von Lovenberg, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Eugen Ruge ist ein Erzähler von einer Virtuosität, von einer sprachlichen Finesse, von einer erzähltechnischen Genauigkeit, wie man sie nicht alle Tage antrifft ... Meist
Sibylle Lewitscharoff
"Consummatus"
Suhrkamp Verlag
Stuttgart, Café Rösler, Samstag, den 3. April 2004 (vormittags) – ein Mann trinkt. Ralph Zimmermann ist allein mit sich und dem Alkohol. Oder auch nicht. Bei ihm sind Andy Warhol, Edie Sedgwick, Jim Morrison und nicht zuletzt seine Geliebte Joey. Tot zwar allesamt, aber doch anwesend genug, um einen Stift zumindest auf glatter Fläche ein paar Millimeter rollen zu lassen. Und natürlich, um zu kommentieren, was Ralphi-Ralph erzählt: von sich, seinem Leben, seiner Liebe und seinem eigenen Ausflug ins Totenreich.

suhrkamp taschenbuch 4230
Broschur, 240 Seiten

»Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot un
Tomas Tranströmer "Sämtliche Gedichte"
Hanser Verlag
Literatur-Nobelpreis 2011

Das schmale lyrische Gesamtwerk von Tomas Tranströmer hat auch außerhalb Schwedens großen Einfluß ausgeübt; besonders aber in Deutschland. In seinen Gedichten kommt eine innere, erträumte Welt hinter der Wirklichkeit zur Sprache, die in ihrer exakten Schönheit ein Gegenbild zeichnet.

übersetzt aus dem Schwedischen von Hanns Grössel
Erscheinungsdatum: 08.02.1997
Flexibler Einband, 264 Seiten





Jörg Bernig
"Weder Ebbe noch Flut"
Mitteldeutscher Verlag
Eichendorff-Literaturpreis 2011

Die Geschichte der großen Liebe von Albert und Dorothee beginnt 1983 am Rande eines Kirchentages in Leipzig. Ein Kind soll für die beiden ein Zauberspruch gegen einen Alltag sein, mit dem sie nichts anfangen können. Doch Dorothee wird nicht schwanger, auch die Medizin vermag nicht zu helfen.
Dann fällt die Mauer, neue Möglichkeiten tun sich auf, aber Albert entbindet Dorothee von ihrem Versprechen auf ein gemeinsames Leben. Er verlässt sie aus Liebe, damit wenigstens sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Er selbst geht nach Wales – wie er sagt: ans Ende der Welt. Dort will er seine Forschungen zu Adalbert Stifter abschließen, dessen Ehe ebenfalls kinderlos geblieben war. Und noch tiefer reicht die Verbindung Alberts mit dem Leben Stifters: Als Alb
Martin Walser
"Muttersohn"
Rowohlt Verlag
Auf die Frage, wovon sein neuer Roman handele, bekennt Martin Walser, dass es einfacher wäre zu sagen, wovon er nicht handele. Hier sind alle seine großen Themen gebündelt: Liebe und Vergeblichkeit, Lüge und Wahrheit, Glauben und Wissen. Muttersohn ist ein von Humor polierter Glaubensroman, ein Erleuchtungsbuch, in dem auch die Vernunft ihren Platz findet – nur nicht den von Aufklärungsfanatikern eingeforderten.

Hardcover, 512 S.
24,95 €
978-3-498-07378-7

«Muttersohn» ist ein Abenteuer, ein wilder, ein mit allen Daseinsfarben auf trumpfender Roman. Ein Roman darüber, was die Liebe vermag, was der Glaube vermag, was die Sprache vermag.

«Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.»
FELICIAS VON LOVENBERG, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Ein heiteres, altersweises
Hanna Krall
"Herzkönig"
Verlag Nuee Kritik
Europäischer Literaturpreis

»Das ist der letzte Abschnitt meiner Reise, und es wäre dumm, wenn ich jetzt verrückt werden würde.«

Diese nüchterne Feststellung stammt von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka. Seit der Deportation ihres Mannes nach Auschwitz besteht der Sinn ihres Lebens allein darin, ihren Herzkönig zu befreien. Die fieberhaften Bemühungen werden von Absurditäten und Zufällen, von glücklichen und unglücklichen Fügungen begleitet. In Zeiten der Vernichtung wundert sich Izolda über keine Grausamkeit - auch nicht über die eigene.

Bis Izolda schließlich im Mai 1945 im Lager Ebensee auf ihren Ehemann trifft, hat sie eine Odyssee von Lagern und Gefängnissen hinter sich. Das Paar kehrt mit »polnischen« Pässen nach Polen zurück. Jahre später fliegt die geborgte Identität
Frédéric Martel
"Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt"
Knaus Verlag
Wer beherrscht unsere Köpfe und warum? – Eine faszinierende Expedition zu den Mächtigen des Kulturbetriebs

Avatar, Stieg Larsson, Google, Michael Jackson – wie funktioniert die Kultur der Massen und wer macht sie? Was gefällt allen, überall auf der Welt? Und warum? Es geht in diesem Report über die weltweite Kulturindustrie um ein Billionengeschäft. Es geht aber auch um die Herrschaft über Worte, Bilder, Träume und Weltanschauungen.

Fünf Jahre reiste der Medienforscher Frédéric Martel auf allen Kontinenten, befragte in 1250 Interviews die Mitwirkenden der Kreativindustrien von 30 Ländern. Auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern begleitet ihn der Leser in die Kapitalen des Entertainment, nach Hollywood und Bollywood, zu TV Globo nach Brasilien, zu Sony, Al Jazeera, Televisa, in ä
Bora Cosic
"Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution"
Suhrkamp Verlag
Stefan-Heym-Preis 2011

Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, heute ein Klassiker der europäischen Literatur, war ein Kultbuch in Jugoslawien. Aus der Perspektive eines Kindes - unschuldig bis zur Idiotie - wird in kaum zu überbietender Knappheit vorgeführt, wie Krieg, Faschismus und Kommunismus den Mikrokosmos einer heruntergekommenen Familie in Belgrad der vierziger Jahre heimsuchen. Hier hält man Lenins Schrift »Ein Schritt vor, zwei zurück« für ein Tango-Lehrbuch, diskutiert über Zwerge in Einmachgläsern und geht in Deckung, wenn die Partisanen den Freund von gestern zum Feind erklären. Die unheimliche Lakonie des Erzählers, der irrsinnige Witz und melancholische Humor des Buches machen es zu einem Meisterwerk der Subvers
Maja Haderlap
"Engel des Vergessens"
Wallstein Verlag
Bachmann-Preis 2011

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Famili
Monika Maron
"Flugasche"
S. Fischer Verlag
Lessing-Preisträgerin 2011

Bitterfeld vor 30 Jahren: Die Journalistin Josefa Nadler kommt hierher, um eine Reportage über das veraltete und umweltgefährdende Kraftwerk zu machen. Mit ihrer kritischen Haltung gerät sie unter Druck und muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück.
›Flugasche‹ (1981), Monika Marons erster Roman, machte die Autorin über Nacht berühmt. Er zählt heute zu den Meisterwerken der deutschen Nachkriegsliteratur und bildet einen wichtigen Bezugspunkt zu Monika Marons 2009 erschienener Reportage ›Bitterfelder Bogen‹.

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 10,00 | € (A) 10,30 | SFR 15,90
ISBN: 978-3-596-51180-8
Anna Seghers
"Tage wie Staubsand. Briefe 1953-1983"
Aufbau-Verlag
Mehr als in den Briefen aus früheren Jahren spricht Anna Seghers hier von sich selbst, vor allem in den Briefen an ihre engsten Freunde Jorge Amado und Ilja Ehrenburg. Ihnen gesteht sie ihre Einsamkeit ein, die sie trotz aller äußeren Erfolge empfindet. Den Vertrauten gegenüber muss sie die restriktiven Kampagnen und politischen Ereignisse dieser Zeit nicht kommentieren. Stattdessen spricht sie von ihrer Trauer und ihrer Sehnsucht nach Freude: Bekenntnisse, die ein differenzierteres Bild der Autorin vermitteln. Hinzu kommen Einblicke in die Überlastungen dieses Lebens, denen sie bis zuletzt lebensmutig und kreativ entgegentrat.
Mit Briefen an Erwin Piscator, Lion und Marta Feuchtwanger, Lenka Reinerová, Helene Weigel, Volker Braun, Carl Zuckmayer, Günter Kunert, Stephan Hermlin, Lew Kopel
Melinda Nadj Abonji
"Tauben fliegen auf"
jung und jung
Schweizer Buchpreis 2010

Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört.
Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann n
Friedrich Christian Delius
"Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus"
Reinbek, Rowohlt-Verlag
Georg-Büchner-Preisträger 2011

“In der Mitte seines Lebens, im Sommer 1981, beschließt der Kellner Paul Gompitz aus Rostock, nach Syrakus auf der Insel Sizilien zu reisen. Der Weg nach Italien ist versperrt durch die höchste und ärgerlichste Grenze der Welt, und Gompitz ahnt noch keine List, sie zu durchbrechen. Er weiß nur, daß er die Mauern und Drähte zweimal zu überwinden hat, denn er will, wenn das Abenteuer gelingen sollte, auf jeden Fall nach Rostock zurückkehren.” So beginnt F. C. Delius’ Chronik eines ungewöhnlichen, schweijkschen Abenteuers aus unserer Zeit.
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelingt es dem Kellner im Juni 1988, mit einer Jolle von Hiddensee aus die Seegrenze der DDR zu überqueren und nach Gedser in Dänemark zu segeln – ein “einfacher Grenzdurchbruch”, wie Gomp
Jan Peter Bremer
"Der amerikanische Investor"
Berlin-Verlag
Alfred-Döblin-Preis 2011

„Vielleicht sollte er dem amerikanischen Investor einen Brief schreiben. Vielleicht war der amerikanische Investor ein Mensch mit einem großen Herzen für die Literatur“.

Vor sich eine weiße Wand und die herausfordernd leere Seite seines Notizhefts, ringt ein Schriftsteller um den ersten Satz. Und weil sich der an diesem heißen Berliner Sommertag partout nicht einstellen will, springt er auf, kontrolliert zum hundertsten Mal, ob sich der Zustand seiner Wohnung wieder verschlechtert hat.
Das alte Mietshaus, in dem er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, wird von dem neuen amerikanischen Investor saniert, und nun senken sich die Böden ab. Die Wände zeigen Risse, und ist nicht sein ganzes Leben seitdem buchstäblich in eine Schieflage geraten?

Er beschlie
Heidelberg
Romantisch und idyllisch – kosmopolitisch und dynamisch: Mühelos vereint Heidelberg scheinbar Gegensätzliches.

Kaum eine europäische Stadt ist so viel besungen worden wie Heidelberg. Die geheimnisvolle Schlossruine, die malerische Altstadt, eine – wie Goethe schrieb – „ideale landschaftliche Lage“: All das zog im 19. Jahrhundert die deutschen Romantiker an, die Heidelberg in Dichtung, Musik und Malerei verewigten. Heute verbindet sich der Charme Alt-Heidelbergs mit modernster wissenschaftlicher Ausrichtung.

Heidelberg erleben heißt:

Geschichte erleben:
Heidelberg war Residenzstadt deutscher Kurfürsten (Kurfürsten hatten das alleinige Recht, den deutschen König zu wählen). Heidelberg war für Jahrhunderte ein Brennpunkt deutscher Geschichte. Mit ihr verbunden sind Namen von Adelsge
Frank Jöricke
"Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage"
Solibro Verlag
"Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam."

Frank Jörickes Roman ist eine launige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandtschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "u
Ingo Schulze
"Adam und Evelyn"
Berlin Verlag
Mainzer Literaturpreis 2011 für das Lebenswerk von Ingo Schulze

Spätsommer 1989, Ferien am Balaton — plötzlich öffnet Ungarn die Grenze, und der verbotene Westen mit all seinen Verlockungen ist zum Greifen nah. In dieser Situation entdeckt Ingo Schulze den Mythos von Adam und Eva. Entstanden ist eine große Tragikomödie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies.
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balato
Alex Capus
"Léon und Louise"
Hanser Verlag
Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.
Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.

Roman
Fester Einband, 320 Seiten
Preis: 19.90 € (D) / 29.90 sFR (CH) /
Thomas Bernhard
"Aus Opposition gegen mich selbst"
Suhrkamp Verlag
Herausgegeben von Raimund Fellinger

In dem Interview zu seinem 50. Geburtstag erklärte Thomas Bernhard: »Negativ ist alles, gibt nicht Positives.« Später konstatierte er lakonisch: »Es ist eh’ alles positiv.« Ist also Thomas Bernhard der große Unfaßbare, der im gleichen Atemzug Gegenteiliges behauptet? Ist sein Werk vielleicht finster und sein Autor ein fröhlicher Clown? Ist er bloß ein opportunistischer Übertreibungskünstler bei allem und jedem? Oder ist er doch der schärfste Kritiker der politischen Verhältnisse im allgemeinen und des »katholisch-nationalsozialistischen Österreich« im besonderen?
Der vorliegende Band versammelt kurze und längere Texte von Thomas Bernhard, er berücksichtigt alle Gattungen – vom Roman bis zum einzeiligen Leserbrief – und präsentiert das Bernhardsche W
Hans Joachim Schädlich
"Kokoschkins Reise"
Rowohlt Verlag
CORINE-Preisträger 2010

Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin reist 2005 auf dem Luxusliner Queen Mary 2 von Southhampton nach New York. Während der fünftägigen Kreuzfahrt erinnert sich der rüstige 95-jährige Professor in Rückblenden an die Stationen seines Lebens in Europa.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt er in St. Petersburg, der Stadt seiner Kindheit, wo die Bolschewiki 1918 seinen Vater ermordet hatten. Die Mutter floh mit dem Sohn über Odessa zunächst nach Berlin. Hier konnte er die Schule besuchen und studieren, er erlebt die Weimarer Republik und den deutschen Nationalsozialismus. Wiederum flieht er, diesmal nach Prag, wo es ihm gelingt, ein Stipendium für die USA zu bekommen. Amerika wird ihm nach der Machtergreifung der Nazis zur letzten Heimat. In nur sechs Kapiteln spieg
Mircea Cărtărescu
"Die Wissenden"
dtv Verlag
Was als Selbsterkundung eines Halbwüchsigen beginnt, entwickelt sich zu einem mitreißenden Erzählstrom von immenser Sprachkraft.
Rumänien um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Von einer Wohnung in einem Bukarester Plattenbau aus beobachtet der 15-jährige Mircea, wie das ehemalige Paris des Ostens architektonisch verschandelt wird. Angeregt durch die Geschichten seiner Mutter, will er die Erinnerung an die alte Stadt bewahren.

Aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka
528 Seiten

»Ein Proust aus dem Plattenbau, aber einer auf Speed.« Der Spiegel
Mario Vargas Llosa
"Das böse Mädchen"
Aus dem Spanischen von Elke Wehr
suhrkamp
Literaturnobelpreis 2010

Als er sie zum erstenmal sieht, tanzt sie den Mambo wie keine andere, damals in Miraflores, Sommer 1950. Sie ist, wie er, fünfzehn Jahre alt – aber was für Freiheiten nimmt sie sich heraus! Wie aufregend wenig bekümmert sie all das, was man in diesem steifkatholischen Lima tut oder nicht tut. Und dann ist sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Erinnerung an das »böse Mädchen« und ihr geheimnisvolles Anderssein läßt Ricardo nicht mehr los.
Seine Freiheit besteht darin, nach Paris zu gehen, als Übersetzer, ein intellektuelles Glück, von dem er glaubt, es könne ihm genügen. Da aber taucht aus heiterem Himmel das »böse Mädchen« auf, unterwegs nach Havanna, wo sie zur Revolutionärin ausgebildet werden soll. Sie lieben sich in einer Nacht, die
Amir Hassan Cheheltan
"Teheran Revolutionsstraße"
P. Kirchheim Verlag
Der Aufstieg eines zwielichtigen Operateurs von Jungfernhäutchen zum Klinikchef, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt, ist Ausgangspunkt für ein Sittenbild der iranischen Gesellschaft, deren politische, wirtschaftliche und soziale Zwänge und Verwerfungen ein junges Liebespaar auf grausame Weise scheitern lassen. „Teheran Revolutionsstrasse“, der in Teheran nicht veröffentlichte Roman Cheheltans, porträtiert den unbekannten Alltag von Menschen der Teheraner Megacity.

Scheinbar unbeteiligt läßt Shahrsad sich von den Ereignissen mitschleifen. Kein Aufschreien, kein Aufbegehren …Ihre ganze Kraft fließt in das starre Aushalten, das kein Morgen kennt, keine Schuld, kein Selbstwertgefühl. … Und mit dieser Charakterisierung der jungen Frau gelingt Cheheltan eine beeindruckende Reflexio