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Veranstaltungskalender - Terminsuche

vom 14.11.2018 bis 17.11.2018
Aufführungen | Jazz

Jazz at Berlin Philharmonic

Henning Kraggerud, Violine
Bugge Wesseltoft, Klavier
Matthias Bartolomey, Violoncello
Klemens Bittmann, Violine und Mandola
Benjamin Schmid, Violine
Andreas Martin Hofmeir, Tuba

Jazz meets Classic

Bis zum Kulturbruch in der Epoche des Faschismus waren Klassik und Jazz nicht streng getrennt. Komponisten wie Strawinsky, Bartók oder Stokowski ließen sich vom Jazz inspirieren, ein Art Tatum wiederum improvisierte auch über Chopin. Die dann in den 1930er-Jahren aufgerissenen Gräben schließen sich erst heute: Viele junge klassische Musiker sind auch exzellente Improvisatoren, immer mehr Jazzer importieren klassische Formen und Motive in ihre Musik – technisch wie konzeptionell auf einem völlig anderen Niveau als frühere Crossover-Versuche.

Bei Jazz meets Classic beweisen das drei h
Aufführungen | Theater

Die stillen Trabanten

von Clemens Meyer

Ein Imbissbudenverkäufer raucht heimlich mit seiner Nachbarin nach der Arbeit Zigaretten im Hausflur eines Plattenbaus. Ein Wachmann verliebt sich am Schutzzaun des Ausländerwohnheims in eine der Bewohnerinnen. Nach einem Einbruch in seine Wohnung kann ein Mann nicht zu Hause bleiben und steht plötzlich im Wohnzimmer einer alten Frau. Eine andere Frau verlässt ihren Mann, der Stunden, vielleicht Tage auf die Leuchtanzeige seines Funkweckers blickt. Ein passionierter Lokführer der Nachtschicht sieht zu spät einen lachenden Mann auf den Gleisen, und eine Putzfrau schließt in der Bahnhofskneipe Freundschaft mit einer Friseurin. Leise erzählt Clemens Meyer von nächtlichen Begegnungen am Rande der Großstadt, bei denen Erinnerungen und Sehnsüchte verschmelzen, traurig und hoffnungsvoll, unsentim
Aufführungen | Theater

Ausser sich

Von Sasha Marianna Salzmann

»Es gibt einen Schiffbruch, Zwillinge werden getrennt, die Schwester legt die Kleidung des verschollenen Bruders an und geht als dieser Bruder in ein unbekanntes Königreich, um diesen Bruder zu suchen. Sie findet ihn in sich. Das ist so ziemlich das, was in Außer sich passiert.«
Sasha Marianna Salzmann

Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden. Nach Jahren kommt eine Postkarte ohne Absender ins Haus, beschriftet nur mit dem Wort »Istanbul«. Ali stürzt in die Wirrnisse dieser Stadt: Die Straßen biegen sich, Farben und Konturen verschwimmen. Ali fängt an zu vergessen, warum sie gekommen war und was sie sucht. In einem Club lernt sie Katho kennen, der sie durch die Nachtszene Istanbuls führt. Sie begegnet Aglaja, die zur Symbolfigur der Gezipark-Proteste wird. Und irgendwo in Spiegeln v
 
Aufführungen | Tanz

Tanzcompagnie Rubato: blue–sky thinking

„blue-sky thinking: creative ideas that are not limited by current thinking or beliefs.” (Collins English Dictionary) „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? … Es kommt darauf, an das Hoffen zu lernen. … Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende tätig hineinwerfen, zu dem sie selbst gehören.“ So führt der Philosoph Ernst Bloch in sein zentrales Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Aus der Verbindung des freien, formenden Denkens mit dem Blochschen Hoffen entsteht die neue Arbeit der Tanzcompagnie Rubato. Nach Stücken wie Uncertain States (2015) über die Auflösung ideologischer , ökonomischer und gesellschaftlicher Fundamente in einer disruptiven Welt, die Verhandlung von Dissens, Konsens und Konflikt in Voltage / Zero (2016) und „flirren“ (2017) zur Ambivalenz zwischen Angst und Freiheit richten Jutta Hell und Dieter Baumann ihr choreografisches Schaffen in blue-sky thinking deutlich auf eine in die Zukunft gerichtete, geradezu anti-dystopische Kraft: Hoffnung. Die Zeichen unserer gegenwärtigen Welt mögen eher in eine andere Richtung weisen: Unsicherheit, Angst, Konflikt, Abschottung, Nationalismus. Aber gerade deshalb interessiert Hell/Baumann der positive Affekt „Hoffnung“, weil er wie mit Bloch kraftvoll auf einen anderen, vorausliegenden Möglichkeitsraum weist – aus dem Wünschen über das Wollen zum Handeln. Fragmente aus Blochs literarischen, assoziativen Texten dienen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Aspekte und Bedeutungsebenen, die mit Hoffnung zusammenhängen, in körperliche, choreografische Äquivalente zu übertragen. „Krummes Holz, aufrechter Gang“, Flieh und Suchbewegungen … jeder Schritt gibt noch zu raten auf … der unabgeschlossene Raum vor uns … Frei sein, so heißt es, ist, zwischen zwei und mehreren Dingen wählen zu können.“ Hoffnungslieder, Hoffnungsbilder der Geschichte, Rituale, Tagträume und Volkstänze, die verbunden sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, werden eingewoben. Kreative Ideen, die nicht von gegenwärtigen Gedanken, Realitäten, Strömungen und Überzeugungen begrenzt sind: blue-sky thinking. Künstlerische Leitung: Jutta Hell, Dieter Baumann Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell Tanz, Choreografie: Dieter Baumann, Alessandra Defazio, Carlos Osatinsky, Anja Sielaff Komposition, Live Musik: Alexander Nickmann Licht: Fabian Bleisch Produktionsleitung: Inge Zysk Kommunikation: k3 berlin Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin, in Kooperation mit Uferstudios Berlin, Studio Sonic und tip Berlin.

Veranstalter

Uferstudios
Aufführungen | Kammermusik

Kammermusik des Konzerthausorchesters

Konzerthaus Kammerorchester
Sayako Kusaka, Leitung und Violine

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento F-Dur KV 138
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Streichorchester d-Moll Edvard Grieg: Streichquartett g-Moll op. 27 (Fassung für Streichorchester)

„Divertimento“ heißt auf Italienisch „Spaß“, und Stücke mit diesem Titel waren für die Unterhaltung gedacht. Das nimmt jenen, die Mozart verteilt über sein ganzes Komponistenleben geschrieben hat, jedoch nichts von ihrer Qualität: Bei aller Leichtfüßigkeit haben sie all die Schönheit und Tiefe, die man an ihm schätzt. Mit unserer Konzertmeisterin Sayako Kusaka als Solistin folgt ein selten gehörtes Werk eines anderen Wunderkindes, nämlich von Felix Mendelssohn. Als 13-Jähriger bereits Klaviervirtuose, begann er, sich e
Aufführungen

Onkel Wanja

von Anton Tschechow

Sonja und ihr Onkel Wanja bekommen Besuch auf dem Gut, das sie seit dem Tod von Sonjas Mutter aufopferungsvoll verwalten: Der Gatte der Verstorbenen, den sie damit unterstützen, ein berühmter und verehrter Professor, ist mit seiner neuen jungen Frau zur Erholung aus der Stadt angereist. Nun lässt er hier seinen Launen freien Lauf und wettert gegen die dummen Menschen auf dem Land. Angesichts des wahren Charakters des Professors und unter dem Eindruck zurückgewiesener Liebe, die Onkel Wanja für die neue Frau des Professors, Sonja wiederum für den Arzt und Umweltaktivisten Astrow empfindet, erkennen die beiden, dass sie die letzten 25 Jahre einem Irrtum gedient haben.

Anton Tschechow nennt seine großen Stücke Komödien oder Dramen, und beides ist so bezeichnend wie irreführend, und trauri
Aufführungen | Theater

Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

"erschütternd, dass es für das Leben, wie es ist, nicht bessre Gründe gibt"

Noch versprechen der neue Tag und das Licht der aufgehenden Sonne eine hoffnungsvolle Zukunft. Doch in der ausgekühlten Welt, in der Familie Krause auf die Geburt eines Babys wartet, stehen die Menschen vereinzelt und entwurzelt, bahnt sich eine neue Liebe an und erlischt, sehen sich zwei Studienfreunde nach langer Zeit wieder und stellen fest, dass eine unüberwindbare Kluft sie und ihre Weltanschauungen nun trennt.

Vor Sonnenaufgang – schon der Titel des 1889 uraufgeführten Dramendebüts von Gerhart Hauptmann deutet eine transitorische Situation, einen Schwellenzustand an. Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer seziert in seiner Neubearbeitung die Bruchstellen unserer Gegenwart und macht am Beispie
Aufführungen | Theater

Winterreise

رحلة الشتاء

Januar, 2017. Das neu gegründete Exil Ensemble des Gorki – bestehend aus professionellen Neuberliner Schauspieler*innen aus Afghanistan, Syrien und Palästina – unternimmt eine zweiwöchige Bustour durch das winterliche Deutschland, mit einem Abstecher in die Schweiz. Welchen Blick werfen Ayham Majid Agha, Maryam Abu Khaled, Hussein Al Shatheli, Karim Daoud, Tahera Hashemi, Mazen Aljubbeh, Kenda Hmeidan und Yael Ronen auf dieses Exil-Land? Wie nehmen sie das Zusammensein mit den Eingeborenen, mit ihrem Mitspieler Niels Bormann, mit den Expert*innen, die versuchen, Deutschland zu erklären, mit dem Busfahrer wahr? Welche gegenseitigen Annäherungsversuche gibt es, wie werden die Beziehungsverhältnisse ausgelotet?

Regie: Yael Ronen
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Sophie Du Vinage
Musik: Yaniv
Ereignisse | Konzert

Collage Concerts

Die studentische Konzertreihe

Während des Semesters finden die einstündigen studentischen Collage Concerts im Marstall bei freiem Eintritt statt. Auf Initiative der Studierenden entstanden und selbst organisiert, präsentieren sie wöchentlich ein spannendes Programm mit verschiedenen Instrumenten und Besetzungen. Die Studierenden nutzen die Bühne auch, um Werke erstmals öffentlich aufzuführen und vom Publikum ein Feedback zu erhalten.

Eintritt frei
Ereignisse | Vortrag

Lieblingsstücke

Prof. Jörg Mainka

Zum zweiten Mal sind komponierende Hochschulangehörige und Gäste dazu eingeladen, sich mit dem Thema „Lieblingsstücke“ auseinanderzusetzen. Sie können dies tun, indem sie über Werke aus der Musik nach 1950 sprechen, die ihnen besonders am Herzen liegen; sie können aber auch eigene Kompositionen als Ausgangspunkt nutzen und wichtige musikgeschichtliche Einflüsse sowie Spuren von Lieblingsstücken darin aufzeigen.

Prof. Jörg Mainka Referent

Eintritt frei
Familie | Puppentheater

Nils Karlsson-Däumling

Theater Couturier

empfohlen für 4+ , Kita/Vorschulkinder , 1.-4. Klasse

Eine Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und Erfindungsgeist nach dem Märchen von Astrid Lindgren: Bertil ist allein zu Haus. Das ist ziemlich langweilig. Doch da knirscht und rumpelt was. Kommt das aus dem Radio? Tatsächlich, da wohnt jemand! Und schon beginnt das Abenteuer. Wie? Ganz einfach: mit dem Zauberwort: „Killevipps!“.

ab 4 Jahre, 45 Minuten
freie Platzwahl

Puppentheater in der Woche nur nach Anmeldung, gespielt wird ab 10 Personen.
Ereignisse | Konzert

Violaklasse Simone Jandl

Vortragsabend

Eintritt frei
 
Aufführungen | Tanz

Tanzcompagnie Rubato: blue–sky thinking

„blue-sky thinking: creative ideas that are not limited by current thinking or beliefs.” (Collins English Dictionary) „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? … Es kommt darauf, an das Hoffen zu lernen. … Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende tätig hineinwerfen, zu dem sie selbst gehören.“ So führt der Philosoph Ernst Bloch in sein zentrales Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Aus der Verbindung des freien, formenden Denkens mit dem Blochschen Hoffen entsteht die neue Arbeit der Tanzcompagnie Rubato. Nach Stücken wie Uncertain States (2015) über die Auflösung ideologischer , ökonomischer und gesellschaftlicher Fundamente in einer disruptiven Welt, die Verhandlung von Dissens, Konsens und Konflikt in Voltage / Zero (2016) und „flirren“ (2017) zur Ambivalenz zwischen Angst und Freiheit richten Jutta Hell und Dieter Baumann ihr choreografisches Schaffen in blue-sky thinking deutlich auf eine in die Zukunft gerichtete, geradezu anti-dystopische Kraft: Hoffnung. Die Zeichen unserer gegenwärtigen Welt mögen eher in eine andere Richtung weisen: Unsicherheit, Angst, Konflikt, Abschottung, Nationalismus. Aber gerade deshalb interessiert Hell/Baumann der positive Affekt „Hoffnung“, weil er wie mit Bloch kraftvoll auf einen anderen, vorausliegenden Möglichkeitsraum weist – aus dem Wünschen über das Wollen zum Handeln. Fragmente aus Blochs literarischen, assoziativen Texten dienen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Aspekte und Bedeutungsebenen, die mit Hoffnung zusammenhängen, in körperliche, choreografische Äquivalente zu übertragen. „Krummes Holz, aufrechter Gang“, Flieh und Suchbewegungen … jeder Schritt gibt noch zu raten auf … der unabgeschlossene Raum vor uns … Frei sein, so heißt es, ist, zwischen zwei und mehreren Dingen wählen zu können.“ Hoffnungslieder, Hoffnungsbilder der Geschichte, Rituale, Tagträume und Volkstänze, die verbunden sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, werden eingewoben. Kreative Ideen, die nicht von gegenwärtigen Gedanken, Realitäten, Strömungen und Überzeugungen begrenzt sind: blue-sky thinking. Künstlerische Leitung: Jutta Hell, Dieter Baumann Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell Tanz, Choreografie: Dieter Baumann, Alessandra Defazio, Carlos Osatinsky, Anja Sielaff Komposition, Live Musik: Alexander Nickmann Licht: Fabian Bleisch Produktionsleitung: Inge Zysk Kommunikation: k3 berlin Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin, in Kooperation mit Uferstudios Berlin, Studio Sonic und tip Berlin.

Veranstalter

Uferstudios
 
Literatur | Lesung

WAS BLEIBT …? SPUREN DER GESCHICHTE AM POTSDAMER PFINGSTBERG

Für den Zuckersiedefabrikanten L. F. Otto Jacobs entwarf Ludwig Persius 1835 eine Villa im toskanischen Landhausstil, die Vorbild für sämtliche Turmvillen in Potsdam werden sollte. Die Autorin Marianne Ludes führt ein in die wechselvolle Geschichte und den Wiederaufbau von Gebäude und Parkanlage nach historischem Vorbild. Eintritt: 5 Euro* *Bewirtungen sind gegebenenfalls im Eintrittspreis enthalten. Für Studierende und Mitglieder der Universität Potsdam ist der Eintritt frei.

Veranstalter

Theodor-Fontane-Archiv
Aufführungen | Oper

Cendrillon (Aschenputtel)

Jules Massenet

Oper in vier Akten [1899] | In französischer Sprache
Libretto von Henri Cain nach dem Märchen von Charles Perrault

Damiano Michieletto gehört weltweit zu den gefragtesten Regisseuren der jungen Generation. Seine Bohème-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen wurde von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert. Dem Berliner Publikum stellt sich der gebürtige Venezianer mit einem Werk vor, dessen Geschichte alle kennen, dessen Musik aber vielen noch unbekannt sein dürfte: Cendrillon (Aschenputtel) in der märchenhaft romantischen Vertonung von Jules Massenet.

Von Rossinis La Cenerentola über Prokofjews Ballett Cinderella bis zum gleichnamigen Walt-Disney-Musical – das Märchen vom Aschenputtel gehört zu den beliebtesten Stoffen auf den Musiktheaterbühnen der Welt. Jules Massenets C
Aufführungen | Kinderprogramm

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Showcase Beat Le Mot nach den Gebrüdern Grimm

Berlin-Premiere: 16. November 2018, Kammerspiele

Für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene

Es war einmal ein kleiner Junge, der wurde mit einer Glückshaut geboren, weshalb ihm für seine Zukunft Großes prophezeit wurde. Zum Beispiel, dass er die Königstochter heiraten würde. Das gefiel dem König gar nicht. Er kaufte das Kind seinen armen Eltern ab und setzte es in einem Körbchen auf dem Fluss aus. Problem gelöst, dachte er sich. Doch das Glückskind wäre kein Glückskind, wenn es nicht von einer Müllerfamilie gerettet und liebevoll großgezogen worden wäre. Als der König erfuhr, dass der Junge noch am Leben war, versuchte er wieder, ihn töten zu lassen. Doch auch dieser Plan scheiterte. Der Junge gelangte an den Königshof und heiratete tatsächlich die Prinzessin. Jetzt war der König wirklich
Aufführungen | Theater

Drei Schwestern

nach Anton Tschechow

"Ich erinnere mich, dass es drei waren, drei Schwestern. Ihre Gesichter habe ich vergessen, aber dass es drei waren, das weiß ich noch", sagt bei Anton Tschechow der einzige von außen kommende Besucher der drei Schwestern, der neue Brigadechef Werschinin, der von Moskau aus in die Provinz versetzt wurde. In ihrer Neusichtung nach Tschechow nimmt Karin Henkel dieses Leitmotiv des Vergessens und der leerdrehenden Erinnerung auf. Sie rückt die Schwestern Olga, Mascha und Irina sowie ihren Bruder Andrej in eine noch fernere Zeit, in der niemand mehr zu ihren Festen kommt und ihnen nichts bleibt als der Kampf gegen das Vergessen. Steckengeblieben in ihrem Leben und den immergleichen Abläufen ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zur nostalgischen Geste geworden und der Wunsch nach Veränderu
Aufführungen | Theater

Tigermilch

nach dem Roman von Stefanie de Velasco

Die Freundinnen Nini und Jameelah sind unzertrennlich, unbesiegbar und zum ersten Mal verliebt. Der Ernst des Lebens ist ganz weit weg oder wird ignoriert, wie Jameelas drohende Abschiebung. Denn es ist Sommer, Ferienbeginn. Alles ist möglich. Berlin ist Spielplatz und Experimentierfeld. Mit rücksichtsloser Leichtigkeit streifen die zwei 14-jährigen durch die Stadt, klauen bei Pimkie, knutschen im Freibad. Auf dem Schulklo wird der Lieblingscocktail „Tigermilch“ aus Milch, Mariacron und Maracujasaft im Müllermilchbecher gemixt. Dann geht’s mit Ringelstrümpfen ausgerüstet „auf die Kurfürsten“, um an Männern zu üben wie an Fröschen. Das Projekt heißt „Entjungferung“, geübt wird, damit es nicht weh tut, wenn es mal ernst wird. Die pubertäre Dauerparty gleicht einem Tanz am Abgrund und endet a
Aufführungen | Theater

Alles Schwindel

Musikalische Burleske von Mischa Spoliansky

Das Revuetheater ist wieder da! Fast schien es, als hätten die Nazis gesiegt. Das Revuetheater, jene queere Mischung aus Operette, modernem Boulevard, politischem Kabarett, Jazz und neuer Musik war das Genre, das wie kein anderes das Bild der „Goldenen Zwanziger“ in Berlin prägte. Doch diese hohe frühpostmoderne Unterhaltungskunst fiel den Nazis und ihrem antisemitisch-homophobem Hass zum Opfer. Die Künstler*innen mussten emigrieren, ihre Werke verschwanden und mit ihnen auch das Genre.

Am Gorki wird nun eines dieser Werke 85 Jahre nach der Uraufführung 1932 wieder belebt: „Alles Schwindel“ ist eine echte Wiederentdeckung. Was wie eine klassische Boy-meets-Girl-Story beginnt, wird zu einem aberwitzigen Parcours durch die Scheinwelten der späten Zwanziger Jahre und damit einer Zeit, in d
Aufführungen | Theater

Schwimmen lernen

ein Lovesong von Marianna Salzmann

Felicia und ihr Freund Pep heiraten, als sie ganze fünf Wochen zusammen sind. Sie liebt ihn, er liebt sie. Pep bietet Felicia ein warmes Jäckchen, wenn es windet und mit Pep sind für Felicia selbst die alkoholisierten Kuchensonntage mit Schwiegervater ein Abenteuer. Pep hält ihre Beziehung für die beste Idee, die das Universum je hatte. Doch das Universum hat viele beste Ideen. Felicia verliebt sich in Lil, eine Frau, die niemand länger kennt als eine Nacht. Lil ist fremd in dem Land, in dem sie lebt. Lil will zurückgehen in das, was die Leute ihre Heimat nennen. Sie fragt Felicia, ob sie mitkommt. Zusammen machen sich die beiden Frauen auf die Reise. Sie versuchen, ein anderes Leben zu führen in diesem anderen Land am Schwarzen Meer, in Lils Land. Doch dort sind beide fremd. Felicia ist o
Familie | Musik

Alien meets Classic

Puppenphilharmonie

Ein außerirdisch-mitreißendes Programm zum großen Raumfahrtwochenende im FEZ, das Klein und Groß klassische Musik mit Humor und Kreativität nahebringt: Sensus, ein Besucher aus dem Weltall, möchte wissen, was Musik ist, warum wir Menschen Musik machen und was sie mit uns tut. Da ist er bei der Puppenphilharmonie genau richtig, denn die Musiker geben dem liebenswerten Außerirdischen, der schweben, leuchten und Instrumente spielen kann, Antworten auf all seine Fragen rund um die Musik und Erdbewohner. Mit Auszügen aus den Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach, mit kreativen Überraschungen und künstlerischem Esprit entführt uns die Puppenphilharmonie auf eine außergewöhnliche musikalische Reise.

Ausgezeichnet von der Bundesregierung mit dem Titel „Kulturkreativpiloten Deutschland“
Ereignisse | Konzert

Klarinettenklassen Prof. Ralf Forster, Prof. Martin Spangenberg

Vortragsabend

Eintritt frei
Ereignisse | Konzert

Masterclasses freitags um 6

Anita Keller, Prof. Scot Weir

Die Hochschulreihe der „Masterclasses freitags um 6“ an der Hanns Eisler ist für ein großes Publikum eine feste Verabredung. Die Lehrenden der Hochschule geben in diesem Rahmen öffentliche Meisterkurse und sind für ein Gespräch mit dem Publikum offen.

Anita Keller, Prof. Scot Weir Leitung
"Auf dem Instrument zu singen - Vokale Aspekte in Kammermusik und Solo-Instrumentalwerken"

€ 6.- ERM 4.-
 
Aufführungen | Tanz

Tanzcompagnie Rubato: blue–sky thinking

„blue-sky thinking: creative ideas that are not limited by current thinking or beliefs.” (Collins English Dictionary) „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? … Es kommt darauf, an das Hoffen zu lernen. … Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende tätig hineinwerfen, zu dem sie selbst gehören.“ So führt der Philosoph Ernst Bloch in sein zentrales Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Aus der Verbindung des freien, formenden Denkens mit dem Blochschen Hoffen entsteht die neue Arbeit der Tanzcompagnie Rubato. Nach Stücken wie Uncertain States (2015) über die Auflösung ideologischer , ökonomischer und gesellschaftlicher Fundamente in einer disruptiven Welt, die Verhandlung von Dissens, Konsens und Konflikt in Voltage / Zero (2016) und „flirren“ (2017) zur Ambivalenz zwischen Angst und Freiheit richten Jutta Hell und Dieter Baumann ihr choreografisches Schaffen in blue-sky thinking deutlich auf eine in die Zukunft gerichtete, geradezu anti-dystopische Kraft: Hoffnung. Die Zeichen unserer gegenwärtigen Welt mögen eher in eine andere Richtung weisen: Unsicherheit, Angst, Konflikt, Abschottung, Nationalismus. Aber gerade deshalb interessiert Hell/Baumann der positive Affekt „Hoffnung“, weil er wie mit Bloch kraftvoll auf einen anderen, vorausliegenden Möglichkeitsraum weist – aus dem Wünschen über das Wollen zum Handeln. Fragmente aus Blochs literarischen, assoziativen Texten dienen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Aspekte und Bedeutungsebenen, die mit Hoffnung zusammenhängen, in körperliche, choreografische Äquivalente zu übertragen. „Krummes Holz, aufrechter Gang“, Flieh und Suchbewegungen … jeder Schritt gibt noch zu raten auf … der unabgeschlossene Raum vor uns … Frei sein, so heißt es, ist, zwischen zwei und mehreren Dingen wählen zu können.“ Hoffnungslieder, Hoffnungsbilder der Geschichte, Rituale, Tagträume und Volkstänze, die verbunden sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, werden eingewoben. Kreative Ideen, die nicht von gegenwärtigen Gedanken, Realitäten, Strömungen und Überzeugungen begrenzt sind: blue-sky thinking. Künstlerische Leitung: Jutta Hell, Dieter Baumann Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell Tanz, Choreografie: Dieter Baumann, Alessandra Defazio, Carlos Osatinsky, Anja Sielaff Komposition, Live Musik: Alexander Nickmann Licht: Fabian Bleisch Produktionsleitung: Inge Zysk Kommunikation: k3 berlin Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin, in Kooperation mit Uferstudios Berlin, Studio Sonic und tip Berlin.

Veranstalter

Uferstudios
Familie | Kinderprogramm

Labor Antike: Tausend Scherben - eine Vase

Workshop (eintägig)
Angebote für: Kinder 9 – 12 Jahre

Im Labor Antike findest du heraus, wie aus zerbrochenen Fundstücken wieder ganze Statuen oder Vasen werden. Du nimmst Marmor und Keramik genau unter die Lupe und lernst den Unterschied zwischen altem Original und moderner Kopie erkennen. Wie gestaltest du die fehlenden Arme, Beine oder Nasen antiker Götter und Helden?

Kosten: 9 EUR
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.

Anmeldung erforderlich bis drei Werktage vor Veranstaltungsbeginn. Begrenzte Teilnehmerzahl.

Ausstellung: Antike Welten. Griechen, Etrusker und Römer
Sammlung: Antikensammlung
Aufführungen | Konzert

Kronberg Academy | Schiff

Artist in Residence

Kaoru Oe, Violine
JiYoung Lim, Violine
Stephen Waarts, Violine
Timothy Ridout, Viola
Erica Piccotti, Violoncello
Aurélien Pascal, Violoncello
Jonathan Roozeman, Violoncello
Sir András Schiff, Klavier

Franz Schubert: Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. post. 162 D 574 Johannes Brahms: Klavierquartett c-Moll op. 60
Claude Debussy: Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2

In „Slawa“ Rostropowitschs einstiger „Welthauptstadt des Cellos“ Kronberg entwickelte sich aus der Rostropovich Cello Foundation zur Förderung junger Cellisten die Kronberg Academy für Violine, Viola und Violoncello mit den entsprechenden Studiengängen und Meisterkursen für hochbegabte junge Musiker. Für Nachwuchspianisten, die „Kammermusik a
Aufführungen | Oper

Die Liebe zu drei Orangen

Sergej S. Prokofjew

Oper in vier Akten (10 Bildern) und einem Prolog (1921)
Libretto vom Komponisten nach dem Divertissement Любовь к трём апельсинам von Wsewolod E. Mejerchold und Wladimir N. Solowjow nach dem Märchenspiel L’amore delle tre melarance (1761) von Carlo Graf Gozzi

»Ein musikalisches Wundertheater!« [Berliner Morgenpost] Das aberwitzige Märchen über einen melancholischen Prinzen, der sich in drei Orangen verliebt, kehrt zurück auf den Spielplan – in der knallbunten Inszenierung von Andreas Homoki. Eine Liebeserklärung an das Theater und dessen Verwandlungsfähigkeit. »Dieser Prokofjew geht mit solch ansteckender Begeisterung über die Bühne, dass das Publikum ganz und g
Aufführungen | Theater

Berlin Alexanderplatz

nach dem Roman von Alfred Döblin

"Das Tier steht, gibt nach, sonderbar leicht gibt es nach, als wäre es einverstanden und willige nun ein, nachdem es alles gesehen hat und weiß: das ist sein Schicksal, und es kann doch nichts machen."

Berlin Ende der 20er Jahre. Die Stadt hat sich zu einem gewaltigen Moloch ausgewachsen – erschreckend und anziehend zugleich. Überall zischt, spricht, dampft, kreischt und kracht es. Ein Gewimmel aus Fahrzeugen, Lichtern und Menschen. Einer von ihnen ist Franz Biberkopf, ein ehemaliger Transportarbeiter, der nach vierjähriger Haft den Entschluss gefasst hat, sein Geld nun mit "anständiger" Arbeit zu verdienen. Aber schnell gerät er wieder auf die schiefe Bahn, verstrickt sich "in einen regelrechten Kampf mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht
Aufführungen | Kinderprogramm

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Showcase Beat Le Mot nach den Gebrüdern Grimm

Berlin-Premiere: 16. November 2018, Kammerspiele

Für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene

Es war einmal ein kleiner Junge, der wurde mit einer Glückshaut geboren, weshalb ihm für seine Zukunft Großes prophezeit wurde. Zum Beispiel, dass er die Königstochter heiraten würde. Das gefiel dem König gar nicht. Er kaufte das Kind seinen armen Eltern ab und setzte es in einem Körbchen auf dem Fluss aus. Problem gelöst, dachte er sich. Doch das Glückskind wäre kein Glückskind, wenn es nicht von einer Müllerfamilie gerettet und liebevoll großgezogen worden wäre. Als der König erfuhr, dass der Junge noch am Leben war, versuchte er wieder, ihn töten zu lassen. Doch auch dieser Plan scheiterte. Der Junge gelangte an den Königshof und heiratete tatsächlich die Prinzessin. Jetzt war der König wirklich
Aufführungen | Theater

Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht

von Rosa von Praunheim

Anlässlich seines 75. Geburtstages versucht Rosa von Praunheim, das Unmögliche möglich zu machen: sein Leben in einen Theaterabend zu stecken. Ensemblemitglied Božidar Kocevski wird sich zusammen mit dem Musiker Heiner Bomhard auf die Reise durch ein bewegtes Leben machen, das von Sexualität genauso geprägt ist wie von der ständigen Angst, am Abgrund zu stehen. Angefangen bei der Kindheit und ersten Abenteuern in New York und Los Angeles, wird es Wiederbegegnungen der ganz eigenen Art mit Lotti Huber und Tante Luzi genauso geben wie mit Rosas Mutter.

In frech-frivolen Songs mit Titeln wie Kleiner Penis, Analverkehr oder Sex After Death wird es nicht nur um vordergründige Provokation gehen, sondern immer auch um die Verletzlichkeit und bevorstehende Endlichkeit nach 75 lebhaften Probejah
Aufführungen | Theater

Tropfen auf heiße Steine

von Rainer Werner Fassbinder

"Es brennt Licht."

Leopold nimmt Franz mit in seine Wohnung, sie haben Sex. Aus dieser zunächst unbedeutenden Begegnung entwickelt sich eine feste Beziehung. Franz verlässt seine Freundin Anna und zieht zu Leopold. Nach und nach wird ihre Liebe von der sie umgebenden Kleinbürgerlichkeit zerfressen. Die Lust aufeinander wird immer weniger, falsche Machtspiele zerstören das Vertrauen, sie benutzen einander, um den eigenen Schmerz erträglicher zu machen. Leopold und Franz geraten in eine Spirale aus Schande, Selbstbehauptung und Scham. Schließlich will Anna Franz zurückgewinnen, Leopold bringt seine Ex-Freundin Vera ins Spiel – am Ende schlafen alle miteinander. Die Orgie endet tragisch. Alle begehren sich, aber keiner wird glücklich.

Rainer Werner Fassbinder, geboren 1945 in Bayern, z
Ereignisse | Vortrag

Hugo Simon: Vom roten Bankier zum grünen Exilanten

Ausstellungsbesuch der Freund*innen des Jüdischen Museums Berlin in der Brasilianischen Botschaft

Freund*innen des Jüdischen Museums Berlin besuchen zusammen die Ausstellung über Hugo Simon in der Brasilianischen Botschaft. Gemeinsam mit der Kuratorin, Dr. Anna-Dorothea Ludewig, haben Sie die Möglichkeit, seinen Spuren nachzugehen und Hugo Simons Leben und Wirken neu zu entdecken.

Der heute fast vergessene Kunstsammler und Bankier Hugo Simon war eine der Schlüsselfiguren des Berliner Lebens der Zwischenkriegszeit. Die Vielfalt seiner kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Interessen und des damit verbundenen Engagements ließen Hugo Simon zum Mittelpunkt eines einzigartigen Netzwerks von Intellektuellen werden.

Deutlich wurde das auch in seinen beiden Häusern, der Villa in Berlin-Tiergarten und dem Gut in Seelow im Oderbruch. Diese Orte waren neben der Funktion eines privat
Aufführungen | Theater

Papa liebt dich

Von Sivan Ben Yishai

Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat.

Regie: Suna Gürler
Ausstat
Aufführungen | Theater

Roma Armee

Von Yael Ronen & Ensemble

Nach einer Idee von Sandra und Simonida Selimović

In einer Gegenwart, in der Europa droht in Neofaschismen abzudriften, beansprucht eine Gruppe von Schauspieler*innen eine Roma Armee zu Selbstverteidigungszwecken. Eine schnelle Eingreiftruppe zum Kampf gegen strukturelle Diskriminierung, Rassismus und Antiziganismus, aber auch als Emanzipation aus einer internalisierten Opferrolle. Die Schauspieler*innen sind Romnija, Rom und Romani Traveller aus Österreich, Serbien, Deutschland, Kosovo, Rumänien, England und Schweden, sie sind auch israelisch-deutsch-türkisch-Berliner Gadjé – sprich die Roma Armee Fraktion ist übernational, divers, feministisch, queer. Initiiert von Simonida und Sandra Selimović tritt sie als kollektive Selbstermächtigung in Aktion und entwirft mit Hausregiss
Familie | Musik

Alien meets Classic

Puppenphilharmonie

Ein außerirdisch-mitreißendes Programm zum großen Raumfahrtwochenende im FEZ, das Klein und Groß klassische Musik mit Humor und Kreativität nahebringt: Sensus, ein Besucher aus dem Weltall, möchte wissen, was Musik ist, warum wir Menschen Musik machen und was sie mit uns tut. Da ist er bei der Puppenphilharmonie genau richtig, denn die Musiker geben dem liebenswerten Außerirdischen, der schweben, leuchten und Instrumente spielen kann, Antworten auf all seine Fragen rund um die Musik und Erdbewohner. Mit Auszügen aus den Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach, mit kreativen Überraschungen und künstlerischem Esprit entführt uns die Puppenphilharmonie auf eine außergewöhnliche musikalische Reise.

Ausgezeichnet von der Bundesregierung mit dem Titel „Kulturkreativpiloten Deutschland“
Familie | Musik

Alien meets Classic

Puppenphilharmonie

Ein außerirdisch-mitreißendes Programm zum großen Raumfahrtwochenende im FEZ, das Klein und Groß klassische Musik mit Humor und Kreativität nahebringt: Sensus, ein Besucher aus dem Weltall, möchte wissen, was Musik ist, warum wir Menschen Musik machen und was sie mit uns tut. Da ist er bei der Puppenphilharmonie genau richtig, denn die Musiker geben dem liebenswerten Außerirdischen, der schweben, leuchten und Instrumente spielen kann, Antworten auf all seine Fragen rund um die Musik und Erdbewohner. Mit Auszügen aus den Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach, mit kreativen Überraschungen und künstlerischem Esprit entführt uns die Puppenphilharmonie auf eine außergewöhnliche musikalische Reise.

Ausgezeichnet von der Bundesregierung mit dem Titel „Kulturkreativpiloten Deutschland“
Aufführungen | Konzert

Jančevskis + Brahms mit Berliner Singakademie + Konzerthausorchester Berlin zum 100. Jahrestag Gründung der Republik Lettland

1. Abonnementkonzert Spielzeit 2018/19 der Berliner Singakademie

PROGRAMM:

JEKABS JANCEVSKIS
Spārni, lielums un spēks
Werk für Chor und Orchester (Uraufführung)

JOHANNES BRAHMS
Rhapsodie für Alt, Männerchor und Orchester (nach Goethes "Harzreise im Winter") op. 53

JOHANNES BRAHMS
„Nänie“ (nach Friedrich Schiller) op. 82

JOHANNES BRAHMS
„Schicksalslied“ (Hölderlin) für Chor und Orchester op. 54


BERLINER SINGAKADEMIE
AVE SOL, Kammerchor aus Riga
KATHARINA KAMMERLOHER Alt
KONZERTHAUSORCHESTER BERLIN
ANDRIS VEISMANIS Dirigent
ACHIM ZIMMERMANN Dirigent

Eine Uraufführung steht auf dem Programm, und zwar ein Werk für großes Orchester und gemischten Chor des jungen lettischen Dirigenten Jekabs Jancevskis. Sparni, lielums un speks, (Flügel, Größe und Kraf
Ereignisse | Konzert

Voice Day

Konzerte & mehr

Eintritt frei
 
Ausstellungen | Ausstellung

Isensee bei Binder

Voller Poesie und spielerischer Leichtigkeit bewegen sich die Arbeiten der Hamburger Textilkünstlerin Ulrike Isensee zwischen Mode, Kunst und Schmuck. Im Rahmen der diesjährigen Winterausstellung zeigt die Galerie Michaela Binder genähte oder handgewebte Textil-Kompositionen, die von der Freude am Experimentieren erzählen - expressiv, elegant und individuell. Transparente Tücher und wärmende Schals, dekorative Loops – Ulrike Isensees Spektrum ist vielseitig. Allen Arbeiten gemeinsam ist ein reizvolles Zusammenspiel von Farbe, Komposition und Struktur. Die außergewöhnliche Gestaltung und sorgfältige Verarbeitung machen jedes der Stücke zu einem exklusiven Unikat.

Veranstalter

Galerie Michaela Binder

Wegbeschreibung

U 8 Weinmeisterstrasse, S-Bahn Hackescher Markt
 
Aufführungen | Kirchenmusik

NoonSong zum vorletzten Sonntag nach Trinitatis - 30 Minuten Himmel

Das Vokalensemble sirventes berlin singt unter Leitung von Stefan Schuck A-cappella-Werke von Philip Radcliffe (1905 - 1986): Preces & Responses; Heinrich Schütz (1585 - 1672): Domine, ne in furore tuo arguas me, SWV 85; Joseph Haydn (1732-1809): The Lord th'almighty Monarch, spake; Melchior Franck (1580 - 1639): Ist Gott für uns; Michael Praetorius (1571 - 1621): Es ist gewisslich an der Zeit. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter

sirventes berlin. Leitung: Stefan Schuck

Wegbeschreibung

Nähe U-Bahn: U2 Hohenzollernplatz, U9 Spichernstraße oder Güntzelstraße. Barrierefreier Zugang zur Kirche
 
Aufführungen | Tanz

Tanzcompagnie Rubato: blue–sky thinking

„blue-sky thinking: creative ideas that are not limited by current thinking or beliefs.” (Collins English Dictionary) „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? … Es kommt darauf, an das Hoffen zu lernen. … Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende tätig hineinwerfen, zu dem sie selbst gehören.“ So führt der Philosoph Ernst Bloch in sein zentrales Werk „Das Prinzip Hoffnung“. Aus der Verbindung des freien, formenden Denkens mit dem Blochschen Hoffen entsteht die neue Arbeit der Tanzcompagnie Rubato. Nach Stücken wie Uncertain States (2015) über die Auflösung ideologischer , ökonomischer und gesellschaftlicher Fundamente in einer disruptiven Welt, die Verhandlung von Dissens, Konsens und Konflikt in Voltage / Zero (2016) und „flirren“ (2017) zur Ambivalenz zwischen Angst und Freiheit richten Jutta Hell und Dieter Baumann ihr choreografisches Schaffen in blue-sky thinking deutlich auf eine in die Zukunft gerichtete, geradezu anti-dystopische Kraft: Hoffnung. Die Zeichen unserer gegenwärtigen Welt mögen eher in eine andere Richtung weisen: Unsicherheit, Angst, Konflikt, Abschottung, Nationalismus. Aber gerade deshalb interessiert Hell/Baumann der positive Affekt „Hoffnung“, weil er wie mit Bloch kraftvoll auf einen anderen, vorausliegenden Möglichkeitsraum weist – aus dem Wünschen über das Wollen zum Handeln. Fragmente aus Blochs literarischen, assoziativen Texten dienen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Aspekte und Bedeutungsebenen, die mit Hoffnung zusammenhängen, in körperliche, choreografische Äquivalente zu übertragen. „Krummes Holz, aufrechter Gang“, Flieh und Suchbewegungen … jeder Schritt gibt noch zu raten auf … der unabgeschlossene Raum vor uns … Frei sein, so heißt es, ist, zwischen zwei und mehreren Dingen wählen zu können.“ Hoffnungslieder, Hoffnungsbilder der Geschichte, Rituale, Tagträume und Volkstänze, die verbunden sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, werden eingewoben. Kreative Ideen, die nicht von gegenwärtigen Gedanken, Realitäten, Strömungen und Überzeugungen begrenzt sind: blue-sky thinking. Künstlerische Leitung: Jutta Hell, Dieter Baumann Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell Tanz, Choreografie: Dieter Baumann, Alessandra Defazio, Carlos Osatinsky, Anja Sielaff Komposition, Live Musik: Alexander Nickmann Licht: Fabian Bleisch Produktionsleitung: Inge Zysk Kommunikation: k3 berlin Eine Produktion der Tanzcompagnie Rubato. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin, in Kooperation mit Uferstudios Berlin, Studio Sonic und tip Berlin.

Veranstalter

Uferstudios
 
Aufführungen | Aufführung

Theatertage Weißenfels mit Märchen von Ilonka Struve: Händel spielt in Weißenfels

Mit den Kindern der Bergschule wird das Märchen Händel spielt in Weissenfels aufgeführt. In spielerischer Form können Kinder ab 6 Jahre von dem Leben des kleinen Georg Friedrich Händel erfahren.Was man spielte,wie man gekleidet war und von einer Kutschfahrt nach Weissenfels ins Schloss. Zum Märchenfest ins Kulturhaus in Weissenfels am 17.11.wird es um 15.30 aufgeführt. Um 14.00 gibt es schon das Märchenstück mit der Märchenfee Elke Penndorf Vom Fischer und seiner Frau. Um17.00 führt die Tanz und Schwarzlicht AG der Berschule die Geschichte vom Nussknacker auf Allen Märchenfreunden ein herzliches Willkommen. Kartenbestellungen und weitere Terminwünsche gerne unter 01629867430. Am 26.12. gibt es im Museum "Frau Holle" um 15:00

Veranstalter

Museum Schloss Neu-Augustusburg
Ausstellungen | Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperati
Ausstellungen | Ausstellung

100 Prozent Wolle

Die Ausstellung öffnet das Thema WOLLE für Besucher_innen aller Altersgruppen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen. In jedem Raum stehen Orte der Begegnung, der gemeinsamen aktiven Erfahrung und des Austausches zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Zugleich können sich die Besucher_innen in verschiedenste Themenfelder vertiefen. Dazu gehören das Schäferleben und der Umgang mit Tieren, die Gewinnung von Wolle, die Verarbeitung der Rohwolle zum Faden und die Herstellung von Maschen bis hin zum Produkt. Alles kann selbst ausprobiert werden – mit Anleitung oder ohne.

Highlights sind neben einer bekletterbaren Schafskulptur die Ausstattung eines Schäfers, eine Geschichten erzählende Kl
Ausstellungen | Ausstellung

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum

Die Ausstellung "Unvergleichlich" wird herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.

Durch experimentelle Gegenüberstellungen von Werken aus zwei Kontinenten werden mögliche Zusammenhänge auf verschiedenen Ebenen thematisiert, wie historische Zeitgenossenschaft, ikonographische und technische Gemeinsamkeiten oder künstlerische Strategien. Besonders bemerkenswert sind Übereinstimmungen in der Funktion der Kunstwerke trotz unterschiedlicher Formensprache: Kraftfiguren aus dem Kongo dienten zum Schutz von Dörfern und Gemeinschaften, äh
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Jerusalem

Jerusalem ist das Thema einer großen Ausstellung, die am 10. Dezember 2017 eröffnet wird. Sie ist einer Stadt gewidmet, die seit zweitausend Jahren als heiliger Ort von Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen verehrt wird und zugleich seit Jahrzehnten im Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen israelischen und palästinensischen Interessen steht. In seiner langen Geschichte hat Jerusalem wechselnde Herrschaften erlebt, die die Stadt jeweils kulturell formten und sich deutlich in Baugeschichte und Physiognomie eingeprägt haben.

Von Beginn an war Jerusalem eine Stadt der Reisenden, deren Versorgung das Wirtschaftsleben und die Infrastruktur der Stadt bestimmten. Die Pilger*innen kamen auf Wallfahrt zu den großen Festtagen hierher, dazu Abenteuerlustige und andere Reisende und heute auc
Ausstellungen | Ausstellung

Vis à vis. Asien trifft Europa

Das Museum für Asiatische Kunst hat Anfang Januar 2017 seine Pforten in Dahlem geschlossen, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten. Eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände wird nun im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums präsentiert. Werke beider Museen treten in einen assoziativen Dialog. Diese Form der Präsentation verdeutlicht den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien. Die Präsentation besteht aus fünf thematischen Diskursen und ist ab dem 15. Dezember 2017 bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen.

Horn, Bein und Elfenbein aus Indien und Europa
Die erste Gegenü
Ausstellungen

Wu Tsang

Wu Tsang (* 1982) ist im Rahmen des Programms Artist in Residence zu einem einjährigen Aufenthalt am Gropius Bau eingeladen. Ihre künstlerische Praxis erforscht Zustände von Verbundenheit und Dazwischen sein. Diese ungewissen Beziehungen offenbaren sich meist als Kollaborationen oder im Verschmelzen der Disziplinen wie Performance, Bewegtbild, Skulptur und Installation. Wu Tsang bricht mit den Grenzen von Dokumentation und Fiktion, um die Bedeutungen, die mit den traditionellen Formen der Bilderzeugung verbunden sind, zu reflektieren.

Während ihres Projekts am Gropius Bau werden die Räumlichkeiten in den oberen Etagen als Atelier und Werkstatt fungieren. Von engen zeitlichen wie räumlichen Begrenzungen befreit, wird Wu Tsang das Konzept „Ausstellung“ neu skizzieren und 2019 präsentieren
Ausstellungen | Ausstellung

Zwei Kamele und ein Heiliger

Das antike Pilgerzentrum Abu Mina in Ägypten

Im späten 4. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich um das Grab des Heiligen Menas eine der größten christlichen Wallfahrtstätten der Spätantike – Abu Mina in der Nähe von Alexandria. Bis zur Zerstörung während der persischen Besatzungszeit im frühen 7. Jahrhundert pilgerten unzählige Gläubige aus dem gesamten Römischen Reich dorthin. Danach entstand über den Trümmern der Stadt eine neue Siedlung.

Studierende des Ägyptologischen Seminars der Freien Universität Berlin berichten über die abenteuerliche Wiederentdeckung der Pilgerstadt im frühen 20. Jahrhundert und stellen ihre bedeutendsten Bauten sowie ausgewählte Bauskulpturen, Pilgerandenken und Alltagsobjekte aus Abu Mina aus dem Bestand des Museums für Byzantinische Kunst vor.
Ausstellungen | Ausstellung

Ganzfeld "Aural"

Eine Installation von James Turrell

Ab 12. April 2018 präsentieren wir im Museumsgarten die begehbare Installation Ganzfeld »Aural« des Künstlers James Turrell. In dieser raumgreifenden und begehbaren Arbeit des weltweit bedeutendsten »Bildhauer des Lichts« tauchen die Besucher*innen in die Atmosphäre eines entgrenzten Raumes, der weder die Quelle des Lichtes preisgibt, noch die Ausmaße seiner Umgebung wahrnehmbar macht. Dieses Werk gehört zur Reihe der Ganzfeld Pieces, von denen nun zum ersten Mal eines in Berlin präsentiert wird.

Licht ist ein zentrales Symbol im Judentum, das Anfang und Ende der Schöpfung miteinander verbindet. In dieser Installation gewinnt man den Eindruck, in einen überirdischen Raum zu treten, dessen Konstruktion die empirische Welt außer Kraft zu setzen scheint. Diese Erfahrung kann als eine der s
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Fleisch

Fleisch: Gerade noch bewegliche Grundlage des Lebens, plötzlich verwesende Substanz – für die einen abstoßend, für die anderen Nahrung oder Opfergabe an die Götter. Fleisch offenbart den allgegenwärtigen Konflikt zwischen Leben und Tod in der menschlichen Kultur. Die Position des Fleisches im Spannungsfeld zwischen Entstehen und Vergehen ist dabei paradox. Die Ausstellung fragt, wie dieses Paradoxon die Bereiche Ernährung, Kult und Körper beeinflusst und damit auch unser heutiges Verhältnis zum Fleisch prägt.

Nach der erfolgreichen Ausstellung „Bart“ im Neuen Museum und „Alchemie“ am Kulturforum ist „Fleisch“ im Alten Museum die nächste thematisch übergreifende Ausstellung, in der insgesamt zwölf Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin pointiert Objekte aus ihren universellen Bestän
Ausstellungen

Between Art & Fashion. Photographs from the Collection of Carla Sozzani

Carla Sozzani, frühere Chefredakteurin der italienischen Elle und Vogue, hat über viele Jahre Fotografien gesammelt – und seit 1990 in ihrer Mailänder Galerie in enger Verbindung mit zahlreichen international renommierten Fotografen ausgestellt. So zeigte sie auch vier Ausstellungen mit Bildern von Helmut Newton: "Ritratti di donna" (1993), "Impressions, Polaroids" (1996), "Us and them" (1999), zusammen mit seiner Frau June, aka Alice Springs, und "Yellow Press" (2003). Die persönliche Freundschaft zwischen Carla Sozzani und Helmut Newton mündet 2018 in der Präsentation der vielschichtigen Sozzani-Sammlung in der Helmut Newton Stiftung unter dem Titel Between Art & Fashion.

Seit der Galeriegründung vor 28 Jahren gab es bei Carla Sozzani Hunderte von Fotografie-Ausstellungen, u. a. von A
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Dauerausstellung - “Tuet auf die Pforten”

Die Dauerausstellung „Tuet auf die Pforten“ der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum wird ab dem 05. Juli 2018 wiedereröffnet.

Mit ihrer ständigen Ausstellung “Tuet auf die Pforten” will die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum die Geschichte des Hauses und das mit ihm verbundene Leben nachzeichnen.

Die meisten Gegenstände, die etwas über das Haus erzählen könnten, wurden zerstört. Aber bei den Sicherungsarbeiten, die der Rekonstruktion der erhalten gebliebenen historischen Bausubstanz vorangingen, wurden einige architektonische Fragmente sowie Teile der Inneneinrichtung entdeckt. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Ein Rundgang durch die Ausstellung soll anhand verschiedener Dokumente und Exponate einen Eindruck davon vermitteln, wie mannigfaltig di
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AUSGEWIESEN! Berlin, 28.10.1938 Die Geschichte der „Polenaktion“

Am 28. und 29. Oktober 1938 verhafteten die Nationalsozialisten im Rahmen der „Polenaktion“ rund 17.000 jüdische Menschen und schoben sie in das Nachbarland Polen ab, weil sie polnische Staatsangehörige waren. In Berlin wurden mehr als 1.500 jüdische Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Wohnungen oder auf der Straße verhaftet und an die deutsch-polnische Grenze transportiert.
Die meisten von ihnen mussten zu Fuß die Grenze überqueren und erreichten die polnische Kleinstadt Zbąszyń (Bentschen).
Insgesamt kamen am 28. und 29. Oktober über 8.000 ausgewiesene Jüdinnen und Juden in diesem Ort an. Rund zehn Monate mussten sie in improvisierten Notunterkünften in Zbąszyń ausharren. Einigen wenigen wurde die Rückreise ins Reichsgebiet gestattet, anderen gelang die rettende Emi
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Aus Rembrandts Werkstatt

Zeichnungen der Rembrandtschule

Rembrandt oder nicht Rembrandt? Zeichnungen des holländischen Meisters wurden schon von Beginn an mit Zeichnungen seiner Schüler und Mitarbeiter, die im selben Stil arbeiteten, verwechselt. Forschungen der wenigen Kenner auf diesem Gebiet führten in den letzten Jahren zu umwälzenden Neubewertungen von Rembrandts zeichnerischem Werk. Das gilt auch für den sehr bedeutenden Bestand im Berliner Kupferstichkabinett, das nach dem 2006 erschienenen kritischen Katalog der eigenhändigen Zeichnungen des holländischen Meisters nun die rembrandtartigen Arbeiten seiner Schule und seines Umfeldes in einem Bestandskatalog publizieren wird. Das Erscheinen dieses Kataloges wird von einer Ausstellung mit ungefähr 110 der besten Zeichnungen begleitet. Es werden auch einige Originale Rembrandts gezeigt, um de
Ausstellungen | Ausstellung

Bestandsaufnahme Gurlitt

Im November 2013 sorgt der sogenannte „Kunstfund Gurlitt“ für weltweite Schlagzeilen. Denn die 1500 Kunstwerke, die Cornelius Gurlitt (1932–2014), der zurückgezogen lebende Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895–1956) von seinem Vater geerbt hatte, sind verdächtig: Handelt es sich um Raubkunst aus der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft? Um diesem Verdacht nachzugehen, stellte der deutsche Staat die für die Forschung nötigen Mittel zur Verfügung, während sich Cornelius Gurlitt verpflichtete, als Raubkunst identifizierte Werke zu restituieren. So konnten bislang vier, NS-verfolgungsbedingt entzogene, Werke an die Nachfahren der rechtmäßigen Besitzer*innen zurückgegeben werden. Als seinen Erben hatte Gurlitt, der im Mai 2014 verstarb, das Kunstmuseum Bern bestimmt.

Ausstellungen | Ausstellung

Fensterordnungen

Fotografien von André Kirchner 2001 – 2016

Die zweite Präsentation im neu eingerichteten Foto-Grafischen Kabinett des Märkischen Museums führt in die Gegenwart und zu den enormen Veränderungen, die Berlin immer wieder durchläuft. Mit seiner Serie Fensterordnungen untersucht der Fotograf André Kirchner eines der Ur-Motive der Fotografie, das Fenster, als gliederndes Element und als Teil des gestalteten Stadtraumes.

Wie bei vielen seiner Werke besuchte Kirchner auch für diese Serie mit der Kamera Areale kurz vor oder kurz nach baulichen Veränderungen oder Abriss. Leere Fensterhöhlen, Bauplanen, Gerüste und Kräne künden von dieser Transformation. In seinen Bildern stoßen unterschiedlichste Zeitschichten aufeinander – ein Hohelied auf die Schönheit wie die Hässlichkeit der Stadt.

Eine Ausstellung im Rahmen des 8. European Month
Ausstellungen | Ausstellung

ABC des Reisens

150 Jahre Kunstbibliothek

Mit Werken aus den Sammlungen Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Modebild und Arbeiten von Flavio de Marco im Foyer
Im 21. Jahrhundert gehören Reisen zum Alltag. Überall wird darüber kommuniziert: in Blogs und online geteilten Fotos, in Reiseliteratur, Dokumentationen und Werbemedien. Doch wann und wie wurde das Reisen zu einem so zentralen Thema?

Anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums geht die Kunstbibliothek dieser Frage in einer Ausstellung nach. Sie hat sich auf Entdeckungsreise in ihre vielfältigen Bestände begeben und Werke aus allen Sammlungen – Architektur, Buchkunst, Fotografie, Grafikdesign und Modebild – zu einem „ABC des Reisens“ zusammengestellt. Das Panorama erstreckt sich von mittelalterlichen Pilgerreisen über Expeditionen im Kolonialzeitalter und hum
Ausstellungen | Ausstellung

Bewegte Zeiten

Archäologie in Deutschland

Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 zeigen das Museum für Vor- und Frühgeschichte und der Verband der Landesarchäologen im Gropius Bau die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“.

Digitale Kommunikations- und schnelle Transportmöglichkeiten bringen die Menschen immer enger zusammen und lassen die Globalisierung als modernes Phänomen erscheinen. Tatsächlich aber ist die überregionale Vernetzung mit allen ihren Auswirkungen seit jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft und beeinflusst das Leben der Menschen seit prähistorischer Zeit grundlegend. Täglich machen Archäologen Entdeckungen, die dies eindrucksvoll belegen. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ präsentiert die spektakulärsten archäologischen Neufunde der letzten 20 Jahre von der Steinze
Ausstellungen | Ausstellung

Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland

Mit spektakulären archäologischen Neufunden und neuen Perspektiven auf Altfunde zeigt die Ausstellung ein einzigartiges Netzwerk kultureller Interaktion in Europa seit frühester Zeit bis in die jüngere Vergangenheit. Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation – ihre Ursache, Wirkung und Wechselwirkung – prägen seit jeher das Zusammenleben in Europa. In diesen vier großen Themenfeldern erzählen hochrangige Exponate aus allen Bundesländern auf persönlicher, wirtschaftlicher und religiöser Ebene die Folgen überregionaler Interaktion. Der daraus resultierende Bezug zu aktuellen Aspekten wie Migration, Integration, Bildersturm, technischer und geistiger Wissenstransfer etc. macht die archäologischen Funde für die heutigen Betrachter*innen greifbar. Durch die Einbindung regionaler Kulturmerkm
Ausstellungen | Ausstellung

Wir packen unsere Koffer aus!

Berliner Jugendliche erzählen deutsch-türkische Geschichten

„Viele unserer Großeltern kamen vor über 50 Jahren meist nur mit einem Koffer aus der Türkei nach Berlin, um hier zu arbeiten. Die Stadt und auch unsere Familien haben sich verändert. Wir sind zu Berlinerinnen und Berlinern geworden und haben viel Interessantes zu unseren bewegten Familiengeschichten, unserer Herkunft, dem Alltag damals und heute zu erzählen! […]“ .

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8.22 der Kreuzberger Carl-von-Ossietzky-Schule besuchten das Märkische Museum sowie die Sonderausstellung BİZİM BERLİN 89/90. Anschließend begaben Sie sich auf eine Spurensuche: Was können Fotos, Dokumente und Anekdoten über Berliner Stadtgeschichte und über ihre eigenen Familien erzählen? Wie haben sich der Kreuzberger Kiez und das Kottbusser Tor in den letzten Jahren verän
Ereignisse | Konzert

Meisterwerke des Barock – Vivaldi, Pergolesi & Bach

Berliner Residenz Konzerte

Eine Genussreise für alle Sinne erwartet die Besucher der Berliner Residenz Konzerte im Schloss Charlottenburg. Neben meisterhaften Kompositionen von Vivaldi, Pergolesi und Bach, präsentiert vom Berliner Residenz Orchester, wartet das Berlin Marriott Hotel mit einem Drei-Gänge Menü der Extraklasse auf, das die Gaumen verzückt.

Im festlichen Musikprogramm der Barocken Meisterwerke trifft die mathematische Präzision Bachscher Kompositionen auf die virtuosen Werke von Vivaldi und die gefühlvollen Melodien von Giovanni Battista Pergolesi. Drei Giganten der Klassik buhlen um die Gunst des Publikums und sorgen in majestätischer Umgebung mit einer erlesenen Auswahl ihrer besten Stücke für ein königliches Konzerterlebnis.


Festliches Dinner in royalem Ambiente

Kontrastreich und doch har
Ausstellungen | Ausstellung

Agnieszka Polska: The Demon’s Brain

Der 9. Preis der Nationalgalerie wurde im Herbst 2017 an Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) verliehen. Aus diesem Anlass präsentiert der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin ab dem 27. September 2018 in der Historischen Halle eine Mehrkanal-Videoinstallation der Künstlerin, die eigens für ihre Einzelausstellung entstanden ist.

In ihren Werken verbindet Agnieszka Polska Realfilm mit animierten Sequenzen. Ihre Bildsprache beruht auf der verschlüsselten Aneignung kultureller Erzeugnisse. Oft von einem irritierenden Unterton getragen, stellen Polskas suggestive Videos auf eine poetische Weise die Frage nach dem Zustand der gegenwärtigen Welt und der Verantwortung des Einzelnen. Ausgangspunkt von Polskas neuem Filmprojekt ist ein Schriftverkehr aus dem 15. Jahrhundert zwisch
Ausstellungen | Ausstellung

Agnieszka Polska: The Demon’s Brain

In der für die Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin entstandenen Mehrkanal-Videoinstallation The Demon’s Brain befasst sich Agnieszka Polska mit der ethischen Frage, wie der*die Einzelne angesichts einer überfordernden Gegenwart gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Ausgangspunkt der Arbeit sind Briefe aus dem 15. Jahrhundert, die an Mikołaj Serafin, den Verwalter der polnischen Salzbergwerke, gerichtet waren. In The Demon’s Brain erzählt Polska in einer Mischung aus Realfilm und Animation die fiktive Geschichte des reitenden Boten der Schriftstücke. Auf seinem Weg verliert der Junge sein Pferd und verirrt sich in einem Wald. Dort hat er eine unerwartete Begegnung mit einem Dämon, in dessen Monolog christlich-theologische Vorstellungen mit heutig
Ausstellungen | Ausstellung

Hochzeitsträume

Hochzeit – der große Traum. Für viele der wichtigste Augenblick im Leben. Wie sehen diese Träume aus? Wie werden sie geschaffen? Wie haben sie sich verändert? Gehen alle Träume in Erfüllung? Und was hat das alles mit Gefühlen zu tun?

In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen (MEK) gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume. Sie sind so verschieden wie die Menschen, die Kulturen und Religionen und haben doch erstaunlich viel gemeinsam.

Träume von Jungen und Alten und denen „dazwischen“, von Prinzen, Promis, KünstlerInnen und DesignerInnen. Die interaktive Ausstellung mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm lädt ein zum Entdecken, Erzählen, Erinnern und Träumen.
Ausstellungen | Ausstellung

Christiane Möbus "Holzauktion" | Sunah Choi "Skala"

Hannah-Höch-Preis und Hannah-Höch-Förderpreis des Landes Berlin 2018

Anlässlich der Preisverleihung zeigen die beiden Künstlerinnen in einer Sonderausstellung speziell für das Museum Nikolaikirche geschaffene Arbeiten.

Für ihr herausragendes künstlerisches Lebenswerk erhält Christiane Möbus in diesem Jahr den Kunstpreis des Landes Berlin. Seit 1970 erschafft sie mit ihren Installationen, Performances, Fotoarbeiten, Filmen und Texten poetische Sinnbilder, die stets auf existentielle Themen verweisen. Ihre oft merkwürdigen Assoziationen verleiten dabei zu Erkenntnissen unserer selbst.

Den Förderpreis erhält Sunah Choi. Ihre Arbeiten verweisen auf Prozesse des Abstrahierens, die Bezug auf konkrete Zeiten, Orte und Phänomene nehmen. Durch Skulptur, Installation und Fotografie untersucht sie visuelle Übersetzungsmechanismen. Seit 1996 wird der Hannah-Höch-
Ausstellungen | Ausstellung

Lee Bul: Crash

Lee Bul, eine der bedeutendsten koreanischen Künstler*innen ihrer Generation, hat für ihr formal erfinderisches und intellektuell provokantes Werk große internationale Anerkennung erfahren. Vom 29. September 2018 bis 13. Januar 2019 zeigt der Gropius Bau mit Crash ihre erste Einzelausstellung in Deutschland. Die umfassende Werkschau ist die erste von Stephanie Rosenthal kuratierte Ausstellung als neue Direktorin des Gropius Bau.

Lee Buls vielfältiges Schaffen zwischen Performance- und Installationskunst erforscht Träume, Ideale und Utopien, die von futuristischen Theorien und Science-Fiction, Bioengineering und visionärer Architektur beeinflusst sind. Crash ist eine Ausstellung, die uns als Erlebnisparcours in ihren Bann zieht und mit experimentellen Ausstellungsstücken begeistert. Lee
Ausstellungen | Ausstellung

Es war einmal in Jerusalem. A Very Personal View. Zeichnungen / Drawings Gabriella Rosenthal Palestine-Israel, 1938-1955

Die Zeichnungen von Gabriella Rosenthal (1913-1975) sind ihr ganz
persönlicher Blick auf das Alltägliche im ethnisch, religiös und sozial
vielfältigen Jerusalem vor der Gründung des Staates Israel:
Zeugnisse aus einer vergangenen Zeit, in der trotz wachsender
Spannungen und Gewalt ein Nebeneinander im Heiligen Land noch
möglich war.

Gabriella Rosenthal (1913-1975), mother of Rabbi Dr. h.c. Tovia Ben-Chorin,
was born in Munich, Germany and emigrated to British Mandatory
Palestine in 1935 (since 1948, the State of Israel) where she lived until her death.

Her work, in watercolor and ink, includes both straightforward illustrations and
caricatures, which vividly and humorously reflect the multicultural daily life of
the many different ethnic groups in the Holy Land at that time.
Ausstellungen | Installation

ROMAN VISHNIAC

Ein Bild aus Zbąszyń, November 1938
A Image that saved Life

Eine Installation in der Ausstellung "Ausgewiesen! Berlin, 28. Oktober 1938. Die Geschichte der Polenaktion", Sitfung Neue Synagoge Berlin-Centrum Judaicum.

Ein Mädchen liegt auf einer Pritsche in einer Massenunterkunft und schaut in die Kamera. Sie ist eine von tausenden in Deutschland lebenden Juden polnischer Nationalität, die mit ihren Familien am 28. Oktober 1938 von den deutschen Behörden nach Polen abgeschoben wurde und in der Grenzstadt Zbaczyn gestrandet ist.
Ausstellungen | Ausstellung

Maler. Mentor. Magier.

Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

Im Rahmen von 100 Jahre Bauhaus.

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enormen Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die vielfältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexand
Ausstellungen | Ausstellung

Bijoux Bijoux! Modeschmuck von Chanel bis Dior

Das Kunstgewerbemuseum zeigt Meisterwerke des Modeschmucks von 1930 bis 2007. Beginnend mit den sachlichen Tendenzen der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre sowie den verspielten Kreationen von Miriam Haskell wird ein weiter Bogen zu den kühn-kostbaren Paruren der Gegenwart geschlagen. Rund 500 Objekte aus der Sammlung Gisela Wiegert – allesamt berühmte Entwürfe großer Modehäuser und namhafter Designer wie Coco Chanel, Christian Dior oder William de Lillo – sind erstmals in Berlin zu sehen.

Kleidung und Schmuck sind von jeher untrennbar miteinander verbunden und inspirieren sich gegenseitig. Mode -Schmuck, ursprünglich aus unedlen oder halbedlen Materialien für die serielle und somit preisgünstige Produktion gefertigt, ist heute zur unverzichtbaren Ergänzung modischer Kleidung geword
Ausstellungen | Ausstellung

Die Farben des Sindh.

Baudekor und historische Architekturfotografie aus Südpakistan

Die Ausstellung „Die Farben des Sindh“ im Buchkunstkabinett des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum ist der Bautradition der Provinz Sindh im Süden Pakistans gewidmet.

Farbgewaltige Felder aus kleinen glasierten Fliesen sind das Hauptmerkmal der Bautradition des Sindh. Fliesenfeldern aus kühlem Blau, Türkis und Weiß stehen Mosaiken aus warmen Braun-, Grün- und Gelbtönen gegenüber und heben die Architektur aus der kargen Landschaft Südpakistans.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Arbeit des Architekturfotografen Henry Cousens, der sich im späten 19. Jahrhundert intensiv mit der Dekoration von Gebäuden in Sindh auseinander gesetzt hat. Dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten entstanden einzigartige Fotografien und Zeichnungen.

Viele der gezeigten Fotografien w
Ausstellungen | Ausstellung

Humboldt Forum Highlights

Was verbindet den Buckelstier Nandi, die Adlerschlange Cuauhcoatl, eine Federmadonna, die Marmorstatue Friedrichs III., eine alte Tresortür und das Nasspräparat einer Gorillahand? Sie alle sind Vorboten jener Ausstellungen, die bald im Humboldt Forum zu sehen sind, und werden schon jetzt als Highlights in verschiedenen Formaten vorgestellt. Zu diesem Anlass präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin ihre Highlight-Objekte an prominenten Orten der Museumsinsel Berlin und des Kulturforums.

An insgesamt acht Orten in den gastgebenden Ausstellungshäuser sind die Botschafter des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums anzutreffen: in der Gemäldegalerie, dem Neuen Museum, dem Alten Museum und dem Pergamonmuseum.

Die Ausstellung wird begleitet von einer Veranstaltungs
Ausstellungen | Ausstellung

Max Beckmann

Das Vermächtnis Barbara Göpel

Im März 2018 erhielten die Staatlichen Museen zu Berlin durch letztwillige Verfügung der Kunsthistorikerin Barbara Malwine Auguste Göpel (1922–2017) ein bedeutendes Konvolut aus zwei Gemälden, 46 Zeichnungen und 52 druckgraphischen Werken Max Beckmanns sowie einem Gemälde Hans Purrmanns für die Sammlungen der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts. In einer ersten Präsentation soll der Öffentlichkeit nun das gesamte, kunsthistorisch bedeutende Vermächtnis vorgestellt werden. Ebenso wird die Herkunft der Werke thematisiert, die in den 1940er- und 1950er-Jahren von dem Kunsthistoriker Dr. Erhard Göpel, dem 1966 verstorbenen Ehemann Barbara Göpels, erworben wurden.

Das Vermächtnis Barbara Göpel stellt einen großen Zugewinn für die Bestände der Klassischen Moderne der Staatlichen Muse
Ausstellungen | Ausstellung

Soundweaving 7.0 - Pergamon Edition

Der Klang der Teppiche

Die ungarische Künstlerin Zsanett Szirmay wagt den Spagat. Ihre Kunst verbindet mit ungeahnter Leichtigkeit unterschiedlichste Kunstarten und Kulturen. Ihr neuestes Projekt „Soundweaving 7.0 – Pergamon Edition“ präsentiert sie anlässlich der Wiedereröffnung der Teppichsäle im Museum für Islamische Kunst.

Für die Ausstellung entwickelte Szirmay Arbeiten, die von individuellen Teppichmustern aus der Sammlung des Museums ausgehen. Behutsam schlüsselt sie die Muster auf, bricht sie teilweise herunter auf einzelne Linien und Punkte, um sie anschließend zusammen mit dem Komponisten und Musiker Daniel Vikukel gekonnt zu Tönen, Tonfolgen und Melodien wieder zusammenzusetzen. Dazu überträgt die Künstlerin die Muster auf schmale Lochkarten, die kleine Spieluhren zum Klingen bringen. Die Töne könn
Ausstellungen | Ausstellung

Design Views Vol. X

Buki Akomolafe. FI AK FALE _ HIER UND DORT

Die Berliner Modedesignerin Buki Akomolafe verbindet mit ihrem gleichnamigen Label traditionelles Handwerk mit einer ästhetischen Vision. In ihren Kollektionen treffen androgyne, präzise Schnitte auf auffällige Wachsprints. Besonders heraus stechen die aufwendig gequilteten Röcke und Oberteile, die wie die Basics vollständig in ihrem Studio und einer kleinen Manufaktur in Berlin produziert werden. Sie verwendet ausschließlich ökologisch verträgliche Materialien, wie biologisch angebaute Baumwolle und Hanfseide oder westafrikanische Wachsdruckstoffe. Sie verbachte ihre frühe Kindheit in Nigeria bei ihrem Vater, der dort ein Landwirtschaftsprojekt leitet. Ressourcen zu schonen ist ihr ebenso ein konsequent verfolgtes Anliegen wie ein neues Bewusstsein für Mode und Materialien zu schaffen.

Ausstellungen | Ausstellung

Der Elefant im Raum

Skulpturen aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

„Der Elefant im Raum – Skulpturen aus der Sammlung Marx“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin befasst sich mit einem wesentlichen Aspekt der Bildhauerei der 1960er-Jahre: die räumliche Wirkung von Skulpturen. Mit Werken von Absalon, Joseph Beuys, Donald Judd, Jeff Koons, Rachel Whiteread u. a. rückt die Ausstellung das Verhältnis von Kunstwerk und Räumlichkeit in den Blick. Ausgehend von der englischsprachigen Redewendung „the elephant in the room“ verweist der Elefant im Ausstellungstitel auf jene Kräfte und Größen, die zwar nicht Teil der Skulpturen sind, ihre Präsenz im Raum jedoch maßgeblich mitbestimmen und damit wesentlicher Bestandteil des erweiterten Kunstbegriffs der 1960er-Jahre sind.

Anlässlich der Ausstellung erscheint Ende des Jahres eine Publikation zur Sam
Ausstellungen | Ausstellung

Inside Out – Einsichten der Möbelkunst

In der Ausstellung wird ein höchst aufwendiges klassizistisches Möbel in seinen Einzelteilen präsentiert. Deren Virtuosität im Detail wirft Fragen nach den technischen und handwerklichen wie ästhetischen Qualitäten in der Gestaltung von Möbeln allgemein auf und offenbart das Wesen von Möbelkunst: Ein zeitlos anmutendes Vergnügen an elegant geschwungenen furnierten Oberflächen, an der kunstvollen Präsentation des Naturstoffs Holz und an den Mechaniken zur Verwandelbarkeit, wie sie zum Teil auch im heutigen handwerklich und industriell geprägten Möbelbau existieren.

Im Mittelpunkt steht ein Schreibsekretär, der um 1835 in Berlin von dem Ebenisten Joseph Schneevogl angefertigt wurde und heute zum Bestand der Preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehört. Seine souveräne Furnie
Ausstellungen | Ausstellung

Frank Gehry – Hans Scharoun: Strong Resonances / Zusammenklänge

Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburger Tor in Kooperation mit dem Getty Research Institute, Los Angeles

Direkt am Pariser Platz beleuchtet die Ausstellung Frank Gehry–Hans Scharoun: Strong Resonances jene starken Resonanzen, die im Zusammenspiel von Architektur und Großstadt, Innenräumen und Außenansichten sowie zwischen dem Entwerfen von Konzerthäusern und dem Erleben von Musik erklingen. Im Zentrum stehen Frank Gehry und Hans Scharoun. Obwohl Hans Scharoun Los Angeles niemals besucht hat, ist sein Einfluss in der Formensprache von Frank Gehry, der Scharoun sehr bewundert hat, deutlich zu sehen. Die Ausstellung betrachtet den Zusammenhang zwischen beiden Architekten aus einer doppelten Perspektive: Zum einen vergleicht sie zwei der berühmtesten Gebäude von Scharoun und Gehry; zum
Literatur

Terézia Mora "Die Liebe unter Aliens"

Ausgezeichnet mit dem Georg-Büchner-Preis 2018.

Ein Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin.

Kunstvoll erzählt Terézia Mora in »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Einzelgängern, die sich ihre wahren Gefühle nicht eingestehen. Träumern, die sich ihren Idealismus auf eigensinnige Weise bewahren. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindung
Literatur | Buchpräsentation

Uwe Tellkamp "Die Carus-Sachen"

Illustriert und gestaltet von Andreas Töpfer

Zu Carus gehen: so verabschiedet sich der Gynäkologe von den beiden Kindern, wenn er sich während der frühen Achtziger des 20. Jahrhunderts in Dresden auf den täglichen Weg zur Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus macht. Der Namensgeber der Institution, 1869 in Dresden gestorben, kann als Prototyp der in der Romantik noch selbstverständlichen Doppelbegabung gelten: Naturwissenschaftler, Arzt wie Maler, Verfasser geisteswissenschaftlicher Studien (unter anderem über Goethe). Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn der Vater seine beiden Kinder zu Expeditionen in die unabhängige Kunstszene Dresdens und des Umlands verleitet – es sind die Carus-Sachen, die alle drei umtreiben, zu Versuchen eines Wiederanknüpfens an die ungeteilte Humanität
Ausstellungen | Ausstellung

Dauerausstellung

Die historische Dauerausstellung lädt - auf über 3000 qm Ausstellungsfläche - zu einer Entdeckungsreise durch zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte ein. In 13 Epochenbilder vom Mittelalter bis zur Gegenwart zeichnet die Ausstellung ein lebendiges Bild deutsch-jüdischen Lebens. Alltags- und Kunstobjekte, Fotos und Briefe, interaktive Elemente und Medienstationen erzählen von jüdischer Kultur in Deutschland und zeigen, wie eng jüdisches Leben mit der deutschen Geschichte verwoben ist.
Literatur | Buchpräsentation

Eugen Gomringer "poema: Gedichte und Essays"

Vor 65 Jahren erschien Eugen Gomringers Gedicht «avenidas» in der Zeitschrift «spirale». Es war ein erstes Beispiel jener «Konstellationen», die in der Folge eine wesentliche Grundform der Konreten Poesie bilden sollte. Auf unvermutete Weise hat dieses Gedicht in jüngster Vergangenheit für Zündstoff gesorgt und eine umstrittene Aktualität gewonnen – Anlass genug, das dichterische Werk des Begründers der Konkreten Poesie neu zu betrachten.
Eugen Gomringer hat dazu eine Anzahl seiner wesentlichen Gedichte versammelt, sie selber kommentiert und ihnen Essays bekannter Autorenkollegen beigegeben. Er hält damit Rückschau auf die Entwick­lung einer literarischen Bewegung, deren minimalistischer Reduktionismus zunächst als belanglose Spielerei belächelt wurde, deren kreatives Potential sich unte
Literatur | Buchpräsentation

Peter Wawerzinek "Rabenliebe"

Verlag Galiani Berlin

Ein Buch wie ein Erdbeben

Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte.

Ihre Abwesenheit war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Wie hatte seine Mutter es ihm antun können, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Die Köchin des Heims wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nich
Literatur | Buchpräsentation

Alexander Grau "Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung"

Claudius-Verlag

Deutschland empört sich. Oft, gerne und über nahezu alles. „Empört Euch!“ war folgerichtig ein Bestseller hierzulande, markiert er doch in zwei Worten das Coming-out der deutschen Seele. Wir leben im Zeitalter der Hypermoral. Moral ist zur Leitideologie und zum Religionsersatz unserer postreligiösen Gesellschaft mutiert. Moral ist absolut geworden, sie duldet keine anderen Diskurse neben sich. So wird aus Moral die Tyrannei der Werte: Minderheitenkult, Kränkungsfetischismus, Gleichheitsideologie. Politik, Wirtschaft, Kunst – alles wird auf moralische Fragen reduziert. Selbst der Konsum hat fair, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein. Wer sich diesem Diktat der totalen Moral zu entziehen sucht, wird gesellschaftlich sanktioniert. Der Publizist und Philosoph Alexander Grau, Autor der vie
Literatur | Buchpräsentation

Jan Wagner "Der verschlossene Raum"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2017

Mit den Essays von Jan Wagner auf literarischer Entdeckungsreise: leidenschaftlich, mitreißend, klug.

Wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man würde überhaupt nur noch Essays von ihm lesen wollen. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – man glaubt diesem charmanten Geschichtenerzähler alles. Es bleibt kaum Zeit, die rhetorische Fingerfertigkeit zu bewundern, mit der da zwischen souveräner Gelehrsamkeit unerwartet die nächste Anekdote aus dem Ärmel gezogen wird, und man kann nicht anders als staunen über die Trouvaillen, die Jan Wagner von seinen Entdeckungsreisen quer durch Epochen und Konti
Literatur | Buchpräsentation

Robert Menasse "Die Hauptstadt"

Suhrkamp Verlag

Deutscher Buchpreis 2017

Der große europäische Roman

In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierig
Literatur | Buchpräsentation

Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"

Rowohlt Verlag

Leipziger Buchpreis 2017 - Belletristik

"Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr.

"Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland v
Literatur | Buchpräsentation

Jan Wagner "Regentonnenvariationen"

Hanser Verlag

Preis der Leipziger Buchmesse 2015

In seinem neuen Gedichtband vermisst Jan Wagner poetisch die Welt – von Schlehen im Frost bis zu Eseln in Sizilien.
Der Garten, in dem die Regentonne steht, ist phantastisch weit, reich und offen – eine Welt. In diesem Lyrikband geht es in die Natur mit all ihren kunstvollen Variationen des Lebens. Jan Wagner lässt den Giersch schäumen, dass einem weiß vor Augen wird, nimmt Weidenkätzchen und Würgefeige, Morchel und Melde, Eule, Olm und Otter ins poetische Visier, zoomt ran, überblendet assoziativ, bis der Blick sich weitet und man weiß, für einen Augenblick zum Wesen der Dinge vorgedrungen zu sein. Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören – bis längst Vergesse
Literatur | Buchpräsentation

Mirjam Pressler "Grüße und Küsse an alle"

S. Fischer Verlag

Die Geschichte der Familie von Anne Frank

Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente
Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ururgroßvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen, doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen. Ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollt
Literatur | Buchpräsentation

Jan Josef Liefers "Soundtrack meiner Kindheit"

Rowohlt Velage

Ein ganz persönliches Buch über eine Kindheit in der DDR.

«Ich wurde im November 1963 eines Nachts unter nicht sonderlich spektakulären Umständen in Dresden gezeugt ... Die Schwangerschaft kam alles andere als gelegen. Meine Eltern waren mitten im Studium, hatten keine eigene Wohnung, hätten sich auch keine leisten können, und ihre Zukunft war ziemlich ungewiss, um nur zwei vernünftige Argumente gegen so frühen Nachwuchs aufzuzählen. Aber nach einigen halbherzigen Versuchen aus dem reichen Schatz häuslicher Selbsthilfemittel wie sehr heiße Bäder, Rotwein mit Nelke und anschließenden Sprüngen vom Kleiderschrank war klar, die Frucht saß fest, das Zellklümpchen zeigte sich unbeeindruckt und teilte sich normgerecht weiter. Die junge Frau war kerngesund, und – Schauspielerin hin oder her – b
Literatur | Buchpräsentation

Thomas Rosenlöcher "Die verkauften Pflastersteine - Dresdner Tagebuch"

Suhrkamp Verlag

Als dieses Buch 1990 zum ersten Mal erschien, wurde es als ein ungeheuer genauer, gelassener und ironisch-skeptischer Blick auf die Tage der Wende und die Monate danach begrüßt. In einer Zeit, als die Stimmung zwischen schriller Einheitseuphorie und Verklärung der DDR schwankte, schaute Thomas Rosenlöcher genauer hin und verließ sich allein auf sein unabhängiges Urteil. Liest man sein Tagebuch der Wendezeit heute, dann wird klar: Es ist eines der hellsichtigsten Bücher, die wir über das vereinte Deutschland lesen können. Mit großer Glaubwürdigkeit, radikaler Ehrlichkeit und klugem Humor beschreibt Rosenlöcher ein Land, in dem wir bis heute leben.

- eines der wichtigsten Bücher über die Wende in neuer Ausgabe
- authentische Einblicke in beide deutsche Staaten vor der Wiedervereinigung
Literatur | Buchpräsentation

Jean-Marc Gonin, Olivier Guez "Die Mauer fällt"

Piper Verlag

Aus dem Französischen von Helmut Reuter. Was am 9. November 1989 passierte, war ebenso unwahrscheinlich und abenteuerlich wie ein Roman. Und genau so erzählen Olivier Guez und Jean-Marc Gonin diese Geschichte. Kann man sich eine Szene ausdenken wie die, in der der mörderische General Mielke vor die Volkskammer tritt und ruft: "Ich liebe Euch doch alle"? Oder wie eine Handvoll Demonstranten in der Berliner Gethsemane-Kirche die schwerbewaffneten Stasi-Männer durch Kirchenlieder zum Abzug bringt? In der Art eines Doku-Dramas verknüpfen die Autoren die oft dramatischen Schicksale der eigentlichen Helden der Geschichte, der Menschen, mit denen der großen Politik von Honecker & Co. Sie alle treten als lebendige Figuren auf, in ihren Gesprächen, privaten Eigenarten, die mehr verraten als jede no
Literatur | Buchpräsentation

Bodo Kirchhoff "Widerfahrnis"

Frankfurter Verlagsanstalt

Deutscher Buchpreis 2016

Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittel
Literatur | Buchpräsentation

Marcel Beyer "Flughunde"

Suhrkamp Verlag

Georg-Büchner-Preis 2016 für Marcel Beyer

Flughunde sind fledermausähnliche Flattertiere mit hundeartigem Kopf. Für Hermann Karnau sind sie von Kindheit an Sinnbild einer Welt, die vor dem Zugriff fremder Stimmen geschützt ist. Die Stimme ist der Fetisch des Akustikers Karnau, der 1940 den Plan faßt, systematisch das Phänomen der menschlichen Stimme zu erkunden.
Die eine Erzählstimme gehört Hermann Karnau, dessen Namen der Autor einem Wachmann im Berliner Bunker unter der Reichskanzlei entliehen hat. Die andere gehört der achtjährigen Helga, einer Tochter des Propagandaministers. Immer wieder kommt es zu Begegnungen der beiden, zuletzt im April 1945, als Karnau in Berlin ist, um die Führerstimme aufzuzeichnen.
Ein Zeitsprung führt in den Sommer 1992. Hermann Karnau, der nach dem Kri
Literatur | Buchpräsentation

Guntram Vesper "Frohburg"

Schöffling & Co.

Preis der Leipziger Buchmesse 2016 (Belletristik)

FROHBURG ist ohne Zweifel das opus magnum von Guntram Vesper, zugleich für den Autor der Ausgangspunkt von allem: Der Ort seiner Geburt 1941, Jugend, Aufwachsen und Erwachen, die Flucht der Familie 1957, das umliegende Land die Folie der Geschichtsbetrachtung einer deutschen Epoche. Hier werden ein Land und eine Zeit gültig festgehalten, Kultur und Politik, Krieg und Nachkrieg, ein umfassendes, großartiges Portrait deutschen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert; ein gewaltiges Prosawerk, das neben die großen Bücher von Peter Kurzeck, Walter Kempowski und Uwe Johnson zu stellen ist. FROHBURG ist ein Füllhorn an Geschichten, zumeist aus eigenem Erleben grundiert, eine große autobiographische Erzählung, ein Welt-Buch im Überschaubaren, ein Ges
Literatur | Buchpräsentation

Gregor Gumpert / Ewald Tucai "Ruhr.Buch"

dtv

RUHR.2010
Kulturhauptstadt Europas - die literarische Anthologie

Essen und 52 weitere Städte zwischen Rhein, Lippe, Emscher und Ruhr dürfen sich 2010 als Kulturhauptstadt Europas feiern. Der drittgrößte europäische Ballungsraum rüstet sich mit vielen Projekten und Veranstaltungen, um sich sowohl als Kulturlandschaft als auch als Metropole zu zeigen.

Zu der Begegnung mit einer großen Geschichte und einer spannenden Zukunft lädt auch diese repräsentative literarische Anthologie mit Prosatexten, Gedichten und Liedern zahlreicher Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart ein. Ob aus heimatlicher Perspektive oder aus der eines Besuchers: Alle Beiträge erzählen von den historischen Besonderheiten und den beeindruckenden Veränderungen, die das Ruhrgebiet - diesen Schmelztiegel in der Mitte
Ausstellungen | Ausstellung

Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze

800 Jahre Berliner Nikolaikirche
Dauerausstellung

Schon beim Betreten der umfassend sanierten Nikolaikirche werden die Besucher vom grandiosen Raumeindruck überwältigt sein: Gleich vom Eingang aus öffnet sich nun der Blick weit in die Kirchenhalle hinein bis zum Chor. Über dem neuen Ziegelboden erheben sich graue Bündelpfeiler, die das Zeltdach der Kirchenhalle mit seinem farbigen Rippennetz tragen.

Eine moderne Beleuchtungsanlage inszeniert die zahlreichen Kunstwerke und die zurückhaltenden Stahl-Glas-Einbauten der neuen Dauerausstellung. Viersprachige interaktive Medien erschließen darin facettenreich die unterschiedlichsten Aspekte der sieben Themeninseln:

Spurensuche | Die frühe Berliner Stadtgeschichte
Vom Feldstein zum Backstein | Die Baugeschichte der Nikolaikirche
Spaziergänge | Das Nikolaiviertel gestern und heute
W
Literatur | Buchpräsentation

Georg Klein "Roman unserer Kindheit"

Rowohlt Verlag

Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen.

Hardcover, 448 S.
22,95 €

«Roman unserer Kindheit» ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht.

«Ein Geniestreich ist dieser Roman, opak, dicht, verrückt, hässlich und irre schön.»
Ina Hartwig, Die Zeit
Literatur | Buchpräsentation

Hans-Ulrich Treichel "Grunewaldsee"

Suhrkamp Verlag

Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: »Permanecemos juntos!« - »Wir bleiben zusammen!« Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dau
Literatur | Buchpräsentation

Thomas Kapielski "Mischwald"

Suhrkamp Verlag

Preis der Literaturhäuser 2010

Kunst ist schlimmer als Heimweh – sagt Thomas Kapielski in Mischwald, seinem neuen großen Prosaband, einer reich illustrierten Welt- und Werkschau, angelegt als Logbuch eines gemischten Jahres, zu dessen Auftakt man ihn irrtümlich für tot erklärt und an dessen Ende er verfügt: Meinen Grabstein soll die Zeile schmücken: »Macht bloß so weiter!«

Was das Leben ihm dazwischen alles zuträgt, spottet jedem Vorschautext: Paradoxe Rauschzustände angesichts eines TV-Konzerts von André Rieu, heikle Fragen der Koran-Archäologie oder eine Einladung zur »Blattkritik« beim Stern haben genauso ihren Ort wie die angeschwipsten Bekenntnisse eines Künstlersozialkassenmitglieds, liebevoll gemeißelte Porträts verstorbener Weggefährten wie Emmett Williams, Thomas Schmid oder
Literatur | Buchpräsentation

Christa Wolf "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud"

Suhrkamp Verlag

Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Ihr Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L. aus dem Nachlaß einer verstorbenen Freundin, deren Schicksal sie nachspürt – eine Frau, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Sie beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die Vergangenheit des „New Weimar unter Palmen“, wie Los Angeles als deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der „Virus der Menschenverachtung“ in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wiederbelebt?

In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt
Literatur | Buchpräsentation

Paul Auster "Unsichtbar"

Rowohlt Verlag

Niemand entzieht dem Leser so virtuos den Boden unter den Füßen, wie Paul Auster, der «Zeremonienmeister des Zufalls» (FAZ). Eben noch hat uns einer sein Leben erzählt, schon ist er – ein kleiner Wechsel der Perspektive nur – die imaginäre Figur eines Romans. Wer ist wirklich der, der zu sein er vorgibt? In Unsichtbar werden wir Zeuge eines teuflischen Spiels von Verführung und Verrat, Liebe und Lüge.

Der Fremde in dir

Vor vierzig Jahren haben sie sich zuletzt gesehen, es war «der Sommer des Sechstage-Kriegs, der Sommer der Rassenunruhen in mehr als hundert amerikanischen Städten, der Summer of Love». Jetzt schickt Adam Walker seinem früheren Studienfreund, dem erfolgreichen Schriftsteller James Freeman, ein unfertiges Manuskript: «Ich brauche dringend Hilfe.» Bald darauf erhält Free
Literatur | Buchpräsentation

Reinhard Jirgl "Die Stille"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2010

Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang.

Roman
Fester Einband, 536 Seiten
Preis: 24.90 € (D) / 42.90 sFR (CH) / 25.60 € (A)
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Jonathan Franzen "Freiheit"

Rowohlt

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeldt. Patty und Walter Berglund - Vorzeigeeltern und Umweltpioniere, fast schon ideale Nachbarn in ihrer selbst renovierten viktorianischen Villa in St. Paul - geben plötzlich Rätsel auf: Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur proletenhaften republikanischen Familie nebenan, Walter lässt sich zum Schutz einer einzigen Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Hausfrau, entpuppt sich als wahrlich sonderbar. Hat Walters bester Freund, ein Rockmusiker, damit zu tun? Auf einmal lebt Patty ihre kühnsten Träume, führt sie ein Leben ohne Selbstbetrug. In diesem Roman einer Familie, der zugleich ein Epos der letzten dreißig Jahre amerikanischer Geschichte ist, erzählt Jonathan Franzen
Literatur | Buchpräsentation

Uwe Tellkamp "Die Schwebebahn - Dresdner Erkundungen"

inselverlag

Nach dem grandiosen Erfolg seines Beststellers Der Turm führt Uwe Tellkamp uns erneut in seine Heimatstadt Dresden. Auf den Stationen dieser Reise erwartet uns eine Fülle von Geschichten, die sich zu einer einzigartigen Erzählung der Stadt zusammenfügen. Wir begegnen der Klavierlehrerin Adolzaide und dem Vorsitzenden der Quittengesellschaft, hören Gesprächen über die Frauenkirche, Dresdner Maler und Architektur zu, besuchen den Jungen, dem in einem Johannstädter Plattenbau eine Tube Schuhcreme zum Gleichnis für den Traum vom Meer wurde. Dresden ist ein Stück Italien, und eine Laufmaschenreparatur ist in Wahrheit eine Filiale des Amts zur Wiederherstellung der Schönheit. In der Bunten Republik Neustadt lebt Q., die Brombeeren und die Zahl 19 liebt. Zwergpudel Caligula, der die Dame mit Hut
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Amir Hassan Cheheltan "Teheran Revolutionsstraße"

P. Kirchheim Verlag

Der Aufstieg eines zwielichtigen Operateurs von Jungfernhäutchen zum Klinikchef, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt, ist Ausgangspunkt für ein Sittenbild der iranischen Gesellschaft, deren politische, wirtschaftliche und soziale Zwänge und Verwerfungen ein junges Liebespaar auf grausame Weise scheitern lassen. „Teheran Revolutionsstrasse“, der in Teheran nicht veröffentlichte Roman Cheheltans, porträtiert den unbekannten Alltag von Menschen der Teheraner Megacity.

Scheinbar unbeteiligt läßt Shahrsad sich von den Ereignissen mitschleifen. Kein Aufschreien, kein Aufbegehren …Ihre ganze Kraft fließt in das starre Aushalten, das kein Morgen kennt, keine Schuld, kein Selbstwertgefühl. … Und mit dieser Charakterisierung der jungen Frau gelingt Cheheltan eine beeindruckende Reflexio
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Mario Vargas Llosa "Das böse Mädchen"

Aus dem Spanischen von Elke Wehr
suhrkamp

Literaturnobelpreis 2010

Als er sie zum erstenmal sieht, tanzt sie den Mambo wie keine andere, damals in Miraflores, Sommer 1950. Sie ist, wie er, fünfzehn Jahre alt – aber was für Freiheiten nimmt sie sich heraus! Wie aufregend wenig bekümmert sie all das, was man in diesem steifkatholischen Lima tut oder nicht tut. Und dann ist sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Erinnerung an das »böse Mädchen« und ihr geheimnisvolles Anderssein läßt Ricardo nicht mehr los.
Seine Freiheit besteht darin, nach Paris zu gehen, als Übersetzer, ein intellektuelles Glück, von dem er glaubt, es könne ihm genügen. Da aber taucht aus heiterem Himmel das »böse Mädchen« auf, unterwegs nach Havanna, wo sie zur Revolutionärin ausgebildet werden soll. Sie lieben sich in einer Nacht, die
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Mircea Cărtărescu "Die Wissenden"

dtv Verlag

Was als Selbsterkundung eines Halbwüchsigen beginnt, entwickelt sich zu einem mitreißenden Erzählstrom von immenser Sprachkraft.
Rumänien um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Von einer Wohnung in einem Bukarester Plattenbau aus beobachtet der 15-jährige Mircea, wie das ehemalige Paris des Ostens architektonisch verschandelt wird. Angeregt durch die Geschichten seiner Mutter, will er die Erinnerung an die alte Stadt bewahren.

Aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka
528 Seiten

»Ein Proust aus dem Plattenbau, aber einer auf Speed.« Der Spiegel
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Hans Joachim Schädlich "Kokoschkins Reise"

Rowohlt Verlag

CORINE-Preisträger 2010

Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin reist 2005 auf dem Luxusliner Queen Mary 2 von Southhampton nach New York. Während der fünftägigen Kreuzfahrt erinnert sich der rüstige 95-jährige Professor in Rückblenden an die Stationen seines Lebens in Europa.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt er in St. Petersburg, der Stadt seiner Kindheit, wo die Bolschewiki 1918 seinen Vater ermordet hatten. Die Mutter floh mit dem Sohn über Odessa zunächst nach Berlin. Hier konnte er die Schule besuchen und studieren, er erlebt die Weimarer Republik und den deutschen Nationalsozialismus. Wiederum flieht er, diesmal nach Prag, wo es ihm gelingt, ein Stipendium für die USA zu bekommen. Amerika wird ihm nach der Machtergreifung der Nazis zur letzten Heimat. In nur sechs Kapiteln spieg
Literatur | Buchpräsentation

Thomas Bernhard "Aus Opposition gegen mich selbst"

Suhrkamp Verlag

Herausgegeben von Raimund Fellinger

In dem Interview zu seinem 50. Geburtstag erklärte Thomas Bernhard: »Negativ ist alles, gibt nicht Positives.« Später konstatierte er lakonisch: »Es ist eh’ alles positiv.« Ist also Thomas Bernhard der große Unfaßbare, der im gleichen Atemzug Gegenteiliges behauptet? Ist sein Werk vielleicht finster und sein Autor ein fröhlicher Clown? Ist er bloß ein opportunistischer Übertreibungskünstler bei allem und jedem? Oder ist er doch der schärfste Kritiker der politischen Verhältnisse im allgemeinen und des »katholisch-nationalsozialistischen Österreich« im besonderen?
Der vorliegende Band versammelt kurze und längere Texte von Thomas Bernhard, er berücksichtigt alle Gattungen – vom Roman bis zum einzeiligen Leserbrief – und präsentiert das Bernhardsche W
Literatur | Buchpräsentation

Alex Capus "Léon und Louise"

Hanser Verlag

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.
Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.

Roman
Fester Einband, 320 Seiten
Preis: 19.90 € (D) / 29.90 sFR (CH) /
Literatur | Buchpräsentation

Ingo Schulze "Adam und Evelyn"

Berlin Verlag

Mainzer Literaturpreis 2011 für das Lebenswerk von Ingo Schulze

Spätsommer 1989, Ferien am Balaton — plötzlich öffnet Ungarn die Grenze, und der verbotene Westen mit all seinen Verlockungen ist zum Greifen nah. In dieser Situation entdeckt Ingo Schulze den Mythos von Adam und Eva. Entstanden ist eine große Tragikomödie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies.
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balato
Ausstellungen | Ausstellung

Berliner Leben im Biedermeier

Dauerausstellung

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

Öffnungszeiten: Di, Do–So 10–18 Uhr | Mi 12–20 Uhr

Eintritt frei (um eine Spende wird gebeten)
Literatur | Buchpräsentation

Frank Jöricke "Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage"

Solibro Verlag

"Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam."

Frank Jörickes Roman ist eine launige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandtschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "u
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Jan Peter Bremer "Der amerikanische Investor"

Berlin-Verlag

Alfred-Döblin-Preis 2011

„Vielleicht sollte er dem amerikanischen Investor einen Brief schreiben. Vielleicht war der amerikanische Investor ein Mensch mit einem großen Herzen für die Literatur“.

Vor sich eine weiße Wand und die herausfordernd leere Seite seines Notizhefts, ringt ein Schriftsteller um den ersten Satz. Und weil sich der an diesem heißen Berliner Sommertag partout nicht einstellen will, springt er auf, kontrolliert zum hundertsten Mal, ob sich der Zustand seiner Wohnung wieder verschlechtert hat.
Das alte Mietshaus, in dem er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, wird von dem neuen amerikanischen Investor saniert, und nun senken sich die Böden ab. Die Wände zeigen Risse, und ist nicht sein ganzes Leben seitdem buchstäblich in eine Schieflage geraten?

Er beschlie
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Friedrich Christian Delius "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus"

Reinbek, Rowohlt-Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

“In der Mitte seines Lebens, im Sommer 1981, beschließt der Kellner Paul Gompitz aus Rostock, nach Syrakus auf der Insel Sizilien zu reisen. Der Weg nach Italien ist versperrt durch die höchste und ärgerlichste Grenze der Welt, und Gompitz ahnt noch keine List, sie zu durchbrechen. Er weiß nur, daß er die Mauern und Drähte zweimal zu überwinden hat, denn er will, wenn das Abenteuer gelingen sollte, auf jeden Fall nach Rostock zurückkehren.” So beginnt F. C. Delius’ Chronik eines ungewöhnlichen, schweijkschen Abenteuers aus unserer Zeit.
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelingt es dem Kellner im Juni 1988, mit einer Jolle von Hiddensee aus die Seegrenze der DDR zu überqueren und nach Gedser in Dänemark zu segeln – ein “einfacher Grenzdurchbruch”, wie Gomp
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Anna Seghers "Tage wie Staubsand. Briefe 1953-1983"

Aufbau-Verlag

Mehr als in den Briefen aus früheren Jahren spricht Anna Seghers hier von sich selbst, vor allem in den Briefen an ihre engsten Freunde Jorge Amado und Ilja Ehrenburg. Ihnen gesteht sie ihre Einsamkeit ein, die sie trotz aller äußeren Erfolge empfindet. Den Vertrauten gegenüber muss sie die restriktiven Kampagnen und politischen Ereignisse dieser Zeit nicht kommentieren. Stattdessen spricht sie von ihrer Trauer und ihrer Sehnsucht nach Freude: Bekenntnisse, die ein differenzierteres Bild der Autorin vermitteln. Hinzu kommen Einblicke in die Überlastungen dieses Lebens, denen sie bis zuletzt lebensmutig und kreativ entgegentrat.
Mit Briefen an Erwin Piscator, Lion und Marta Feuchtwanger, Lenka Reinerová, Helene Weigel, Volker Braun, Carl Zuckmayer, Günter Kunert, Stephan Hermlin, Lew Kopel
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Melinda Nadj Abonji "Tauben fliegen auf"

jung und jung

Schweizer Buchpreis 2010

Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört.
Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann n
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Monika Maron "Flugasche"

S. Fischer Verlag

Lessing-Preisträgerin 2011

Bitterfeld vor 30 Jahren: Die Journalistin Josefa Nadler kommt hierher, um eine Reportage über das veraltete und umweltgefährdende Kraftwerk zu machen. Mit ihrer kritischen Haltung gerät sie unter Druck und muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück.
›Flugasche‹ (1981), Monika Marons erster Roman, machte die Autorin über Nacht berühmt. Er zählt heute zu den Meisterwerken der deutschen Nachkriegsliteratur und bildet einen wichtigen Bezugspunkt zu Monika Marons 2009 erschienener Reportage ›Bitterfelder Bogen‹.

Roman
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Maja Haderlap "Engel des Vergessens"

Wallstein Verlag

Bachmann-Preis 2011

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Famili
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Bora Cosic "Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution"

Suhrkamp Verlag

Stefan-Heym-Preis 2011

Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, heute ein Klassiker der europäischen Literatur, war ein Kultbuch in Jugoslawien. Aus der Perspektive eines Kindes - unschuldig bis zur Idiotie - wird in kaum zu überbietender Knappheit vorgeführt, wie Krieg, Faschismus und Kommunismus den Mikrokosmos einer heruntergekommenen Familie in Belgrad der vierziger Jahre heimsuchen. Hier hält man Lenins Schrift »Ein Schritt vor, zwei zurück« für ein Tango-Lehrbuch, diskutiert über Zwerge in Einmachgläsern und geht in Deckung, wenn die Partisanen den Freund von gestern zum Feind erklären. Die unheimliche Lakonie des Erzählers, der irrsinnige Witz und melancholische Humor des Buches machen es zu einem Meisterwerk der Subvers
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Frédéric Martel "Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt"

Knaus Verlag

Wer beherrscht unsere Köpfe und warum? – Eine faszinierende Expedition zu den Mächtigen des Kulturbetriebs

Avatar, Stieg Larsson, Google, Michael Jackson – wie funktioniert die Kultur der Massen und wer macht sie? Was gefällt allen, überall auf der Welt? Und warum? Es geht in diesem Report über die weltweite Kulturindustrie um ein Billionengeschäft. Es geht aber auch um die Herrschaft über Worte, Bilder, Träume und Weltanschauungen.

Fünf Jahre reiste der Medienforscher Frédéric Martel auf allen Kontinenten, befragte in 1250 Interviews die Mitwirkenden der Kreativindustrien von 30 Ländern. Auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern begleitet ihn der Leser in die Kapitalen des Entertainment, nach Hollywood und Bollywood, zu TV Globo nach Brasilien, zu Sony, Al Jazeera, Televisa, in ä
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Hanna Krall "Herzkönig"

Verlag Nuee Kritik

Europäischer Literaturpreis

»Das ist der letzte Abschnitt meiner Reise, und es wäre dumm, wenn ich jetzt verrückt werden würde.«

Diese nüchterne Feststellung stammt von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka. Seit der Deportation ihres Mannes nach Auschwitz besteht der Sinn ihres Lebens allein darin, ihren Herzkönig zu befreien. Die fieberhaften Bemühungen werden von Absurditäten und Zufällen, von glücklichen und unglücklichen Fügungen begleitet. In Zeiten der Vernichtung wundert sich Izolda über keine Grausamkeit - auch nicht über die eigene.

Bis Izolda schließlich im Mai 1945 im Lager Ebensee auf ihren Ehemann trifft, hat sie eine Odyssee von Lagern und Gefängnissen hinter sich. Das Paar kehrt mit »polnischen« Pässen nach Polen zurück. Jahre später fliegt die geborgte Identität
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Martin Walser "Muttersohn"

Rowohlt Verlag

Auf die Frage, wovon sein neuer Roman handele, bekennt Martin Walser, dass es einfacher wäre zu sagen, wovon er nicht handele. Hier sind alle seine großen Themen gebündelt: Liebe und Vergeblichkeit, Lüge und Wahrheit, Glauben und Wissen. Muttersohn ist ein von Humor polierter Glaubensroman, ein Erleuchtungsbuch, in dem auch die Vernunft ihren Platz findet – nur nicht den von Aufklärungsfanatikern eingeforderten.

Hardcover, 512 S.

«Muttersohn» ist ein Abenteuer, ein wilder, ein mit allen Daseinsfarben auf trumpfender Roman. Ein Roman darüber, was die Liebe vermag, was der Glaube vermag, was die Sprache vermag.

«Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.»
FELICIAS VON LOVENBERG, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Ein heiteres, altersweises Spiel, das von Normen und Be
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Jörg Bernig "Weder Ebbe noch Flut"

Mitteldeutscher Verlag

Eichendorff-Literaturpreis 2011

Die Geschichte der großen Liebe von Albert und Dorothee beginnt 1983 am Rande eines Kirchentages in Leipzig. Ein Kind soll für die beiden ein Zauberspruch gegen einen Alltag sein, mit dem sie nichts anfangen können. Doch Dorothee wird nicht schwanger, auch die Medizin vermag nicht zu helfen.
Dann fällt die Mauer, neue Möglichkeiten tun sich auf, aber Albert entbindet Dorothee von ihrem Versprechen auf ein gemeinsames Leben. Er verlässt sie aus Liebe, damit wenigstens sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Er selbst geht nach Wales – wie er sagt: ans Ende der Welt. Dort will er seine Forschungen zu Adalbert Stifter abschließen, dessen Ehe ebenfalls kinderlos geblieben war. Und noch tiefer reicht die Verbindung Alberts mit dem Leben Stifters: Als Alb
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Tomas Tranströmer "Sämtliche Gedichte"

Hanser Verlag

Literatur-Nobelpreis 2011

Das schmale lyrische Gesamtwerk von Tomas Tranströmer hat auch außerhalb Schwedens großen Einfluß ausgeübt; besonders aber in Deutschland. In seinen Gedichten kommt eine innere, erträumte Welt hinter der Wirklichkeit zur Sprache, die in ihrer exakten Schönheit ein Gegenbild zeichnet.

übersetzt aus dem Schwedischen von Hanns Grössel
Erscheinungsdatum: 08.02.1997
Flexibler Einband, 264 Seiten





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Sibylle Lewitscharoff "Consummatus"

Suhrkamp Verlag

Stuttgart, Café Rösler, Samstag, den 3. April 2004 (vormittags) – ein Mann trinkt. Ralph Zimmermann ist allein mit sich und dem Alkohol. Oder auch nicht. Bei ihm sind Andy Warhol, Edie Sedgwick, Jim Morrison und nicht zuletzt seine Geliebte Joey. Tot zwar allesamt, aber doch anwesend genug, um einen Stift zumindest auf glatter Fläche ein paar Millimeter rollen zu lassen. Und natürlich, um zu kommentieren, was Ralphi-Ralph erzählt: von sich, seinem Leben, seiner Liebe und seinem eigenen Ausflug ins Totenreich.

suhrkamp taschenbuch 4230
Broschur, 240 Seiten

»Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot un
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Eugen Ruge "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Rowohlt-Verlag

Deutscher Buchpreis 2011

Roman einer Familie

Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

Hardcover, 432 S.
19,95 €
978-3-498-05786-2

«Überragend ... eine faszinierende Innensicht der DDR.» Felicitas von Lovenberg, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Eugen Ruge ist ein Erzähler von einer Virtuosität, von einer sprachlichen Finesse, von einer erzähltechnischen Genauigkeit, wie man sie nicht alle Tage antrifft ... Meist
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Friedrich Christian Delius "Bildnis der Mutter als junge Frau"

Rowohlt Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

Rom im Januar 1943: Eine junge deutsche Frau steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. An einem sonnigen Tag begibt sie sich auf einen Spaziergang durch die fremden Straßen. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke ist sie mit ihren Gedanken woanders. Ihr Mann wurde überraschend an die afrikanische Front abkommandiert. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist ungewiss. Und auf ihrem Gang durch die Ewige Stadt beginnt die junge Frau zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte …

rororo
Taschenbuch, 128 S.

«Eine wundervolle Erzählung.» (Süddeutsche Zeitung)
«Ein kleines Meisterwerk … und eine Liebeserklärung an die Stadt Rom und an die Mutter.» (Die Zeit)
«Ein Meisterwerk an Anmut und historischem Scharfblick.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Spannung und E
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Peter Handke "Immer noch Sturm"

Suhrkamp Verlag

Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln – ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenze
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Christa Wolf "Der geteilte Himmel"

Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung.
Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen. Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern - Tage und Nächte hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem Chemikerkongreß in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glaube
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Jan Brandt "Gegen die Welt"

Dumont Verlag

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Ku
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Jonathan Franzen "Die Korrekturen"

Rowolth Verlag

Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.
Jonathan Franzen ist ein großartiger Roman gelungen: Familien- und Gesellschaftsgeschichte in einem.

rororo
Taschenbuch, 784 S.

Eine Sensation. (Der Spiegel)

Ein Wunder. Und kein geringes. (Die Welt)

Jonathan Franzen ist das größte Sprachtalent, das die amerikanische Literatur seit John Updike hervorgebracht hat. (Literaturen)
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Sibylle Lewitscharoff "Blumenberg"

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenber
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Umberto Eco "Der Friedhof in Prag"

Hanser Verlag

Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.

Roman – übersetzt aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Fester Einband, 528 Seiten
Mit zahlreichen Abbildungen

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Wolfgang Herrndorf: "Sand"

Rowohlt Berlin

Preisträger der Leipziger Buchmesse 2012

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbel
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Thea Dorn, Richard Wagner "Die deutsche Seele"

Knaus Verlag

Von Gemütlichkeit und Grundgesetz, von Abendbrot bis Zerrissenheit. Alles was deutsch ist.

So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.

Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss e
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Ian Kershaw "Das Ende"

Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45
Deutsche Verlags-Anstalt

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Das »Dritte Reich« kämpfte nicht nur bis zum bitteren Ende, bis zur totalen Niederlage, es funktionierte auch bis zum Schluss. Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Die Gründe dafür, warum Hitlers Deutschland militärisch zusammenbrach, sind bekannt, die Frage, wie und warum das »Dritte Reich« bis zum Schluss funktionierte, ist dagegen bis heute nicht beantwortet. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das R
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Timothy Snyder "Bloodlands"

Europa zwischen Hitler und Stalin
C.H. Beck

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten – Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung – so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort.
Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht – und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor
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Feridun Zaimoglu "Ruß"

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Preis der Literaturhäuser 2012

Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott – eine deutsche Saga

Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt – und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit.

Mit »Liebesbrand« und »Hinterland« hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Renz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jah
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Maxim Leo "Haltet Euer Herz bereit"

Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne Verlag

Europäischen Buchpreis 2011

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Der Journalist und Autor Maxim Leo ist Träger des Europäischen Buchpreises 2011. Leo, der in Ost-Berlin geboren wurde, wird für sein Buch „Haltet euer Herz bereit“ ausgezeichnet, das liebevoll und mitreißend die Geschichte seiner Familie vom Zweit
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Durs Grünbein "Aroma - Ein römisches Zeichenbuch"

Suhrkamp Verlag

Tomas-Tranströmer-Preis 2012

Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwert stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.

„Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen.
Dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war,
Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen.“

Der so spricht, ist an einem Ort angekommen, wo viele seiner Schreib- und Lebensmotive zusammenlaufen. Durs Grünbeins Jahr in Rom hat Gestalt gewonnen in einem Zeichenbuch. Die Stadt – „Roma caput mundi“ – wird als ein Schauplatz der Zeichen und Verweise erfahren und schlägt sich, wie bei den Reisenden früherer Zeiten, in Zeichnungen nieder – freilich in geschriebener Form. Aus vier Kapiteln gefügt, entstand so sein opus incertum, nach dem Vorbild des altrömi
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Felicitas Hoppe "Hoppe"

S. Fischer Verlag

Georg-Büchner-Preis 2012

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!

›Hoppe‹ ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.
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Swetlana Alexijewitsch: "Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus"

Suhrkamp

Nobelpreis für Literatur 2015

Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.
Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des »Second-hand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. »Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.«
Wer das Russland
Ausstellungen | Ausstellung

Picasso und seine Zeit

16.03.2013 bis auf Weiteres

Am 16. März 2013 öffnete das zur Nationalgalerie gehörende Museum Berggruen wieder die Pforten für seine berühmte Sammlung der Klassischen Moderne. Der westliche Stülerbau wurde um das benachbarte Kommandantenhaus am Spandauer Damm und den neu angelegten Bettina-Berggruen-Garten erweitert.

Name und Entstehung der Sammlung gehen auf den Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen zurück (1914-2007). Über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren trug er Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Paul Klee und Alberto Giacometti zusammen. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" wurde die Sammlung Berggruen 1996 erstmals im westlichen Stülerbau präsentiert und im Jahr 2000 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Nationalgalerie erworben. Heute ist die Sammlung im Museum Berggr
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Nicolas Mahler "Franz Kafkas nonstop Lachmaschine"

Reprodukt

Preis der Literaturhäuser 2015

Wie fühlt es sich an, als Comicautor in der Hochkultur anzukommen? Wie übersetzt man Thomas Bernhard und Robert Musil in Comicform? Und gibt es nicht mehr Überschneidungen zwischen Franz Kafka und “Fix und Foxi”-Erfinder Rolf Kauka, als man zunächst annehmen mag? Auch in der vierten Sammlung von autobiografischen Geschichten berichtet Nicolas Mahler mit trockenem Witz aus seinem aufregenden Leben als Comiczeichner und von den grotesken Situationen, in die er fortwährend gerät.

Nicolas Mahler ist einer der profiliertesten und produktivsten Comickünstler im deutschsprachigen Raum. Bei Reprodukt ist neben autobiografischen Comics wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” zuletzt die tragikomische Erzählung “Lone Racer” erschienen. Viel Aufmerksamkeit wurde
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Michel Houellebecq "Unterwerfung"

Dumont-Verlag

Im Mittelpunkt von Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ steht die Geschichte des Literaturwissenschaftlers Francois. Während der Akademiker und leidenschaftliche Weintrinker das Werk des dekadenten Schriftstellers Huysmans erforscht, rückt die Wahl des neuen französischen Präsidenten immer näher.

Alles deutet darauf hin, dass der charismatische Kandidat der Muslimbruderschaft das Rennen machen wird. In der Hauptstadt kommt es zu tumultartigen Ausschreitungen: Autos brennen, Wahllokale werden überfallen und ein Bürgerkrieg scheint blutige Realität zu werden. Es kommt zur Stichwahl zwischen der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem muslimisch-moderatem, humanistisch gesonnenem Kandidaten – und schließlich zieht Mohamed Ben Abbès als Präsident in den Elysée-Palast ein. Bald stellt er die Repu
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Amos Oz "Unter Freunden"

Suhrkamp Verlag

Siegfried Lenz Preis 2014 für Amos Oz

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meis
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Patrick Modiano "Der Horizont"

Hanser Literaturverlag

Nobelpreis für Literatur 2014

Zwei Verlorene, die sich finden und wieder verlieren - ein Roman über Zeit und Erinnerung von Nobelpreisträger Patrick Modiano
Während einer Demonstration stoßen sie in einem Metroeingang zufällig zusammen, Margaret Le Coz und Jean Bosmans. Sie, geboren in Berlin als Tochter einer französischen Mutter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, er schreibt an seinem ersten Roman. Die beiden werden für kurze Zeit ein Liebespaar. Bis Margaret Hals über Kopf aus Paris flieht. Vierzig Jahre später spürt Bosmans dieser verlorenen Liebe nach. Was ihm bleibt sind seine Erinnerungen und eine konkrete Spur, die in eine Berliner Buchhandlung führt. Patrick Modianos neues Buch – in Frankreich als sein schönster Roman über das Vergehen der Zeit gerühmt – ist die Gesc
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Thomas Hettche "Pfaueninsel"

Kiepenheuer & Witch

Eine Insel außerhalb der Zeit

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. In seinem opulenten, kundigen und anrührenden Roman erzählt Thomas Hettche von dessen Blüte, Reife und Verfall aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, in deren Lebenslauf sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts verdichtet.
Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwisch
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Terézia Mora "Das Ungeheuer"

Luchterhand Literaturverlag

Deutscher Buchpreis 2013

Eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen
»Solche Geschichten gibt's, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfa