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Veranstaltungskalender - Terminsuche

vom 26.05.2018 bis 29.05.2018
Aufführungen | Konzert

Simon Rattle dirigiert die vervollständigte Neunte Symphonie von Anton Bruckner

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle, Dirigent

Hans Abrahamsen: Three Pieces for Orchestra – Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker Uraufführung
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 9 d-Moll mit der nach den Manuskripten vervollständigten Aufführungsfassung des 4. Satzes von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca (1985-2008/rev. 2010)

Als sich abzeichnete, dass Bruckner das Finale seiner Neunten Symphonie nicht mehr würde vollenden können, bestimmte er sein Te Deum ausdrücklich zu dessen »bestem Ersatz«. Aufführungen des dreisätzigen Torsos seiner monumentalen, »dem lieben Gott« gewidmeten Sinfonia da chiesa kamen für ihn nicht infrage, was auch seine Briefe sowie Berichte von Zeitzeugen belegen. In einem komplexen Arbeitsprozess haben Nicola Samale, John Phillips, Giuseppe Mazzuca
Aufführungen | Theater

Gala Global

Eine Weltbürger_innen-Suche

Die Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der Gala Global. Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiel
Aufführungen | Theater

Gift

von Lot Vekemans

"Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum."

Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Hä
Aufführungen | Theater

Medea. Stimmen

von Christa Wolf

„Was reden sie. Ich, Medea, hätte meine Kinder umgebracht. Ich, Medea, hätte mich an dem ungetreuen Jason rächen wollen. Wer soll das glauben.“

Verstoßen aus dem königlichen Palast, in dem sie mit ihrem Mann Jason und ihren Kindern Exil fand, erzählt Medea ihre Version ihrer Geschichte: Wie sie ihr Land verlassen musste, wie sie ein entsetzliches Verbrechen entdeckte und unbequeme Fragen stellte, und wie ein Netz aus Verleumdungen und Lügen sie aus dem Palast vertrieb. Medea. Stimmen entstand als radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist sie die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Christa Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die „wilde Frau“ als Mörderin hinzustellen. Erstes Motiv aber
Aufführungen | Theater

Vier Tage im Juli – Blackbox G20

Ein Projekt von Gernot Grünewald und Ensemble

Vom 5. bis zum 9. Juli 2017 befand sich eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten Industrienationen versuchten in Hamburg ein internationales System zu erhalten, dessen Überleben von Trump, Erdoğan und Putin abhängt. Dabei wurden sie von rund 31.000 Polizisten geschützt und bis zu 80.000 Menschen kamen bei Demonstrationen zusammen, um ihren Unmut gegen den Gipfel auszudrücken. Die Bilder, die den meisten Menschen von diesem G20-Gipfel in Erinnerung blieben, sind die brennender Autos, eingeschlagener Schaufenster und schwerer Auseinandersetzungen.

Gernot Grünewald und sein Ensemble haben während dieser vier Tage ein anderes Bild erlebt. Das Bild einer Stadt, die sich neu findet – ganz im Sinne der Polis, die auf den alten, den ursprünglichen
Ereignisse | Performance

#5 IRRLICHT

Audiovisuelle Theaterperformance in der Installation res·o·nant

Nachdem Mischa Kuball mit seiner Lichtinstallation res·o·nant die Voids (Leerstellen) in den Achsen des Libeskind-Baus neu entdeckt hat, folgen jetzt Jugendliche der Bühnenkunstschule ACADEMY. In einem umfassenden Arbeitsprozess haben sie den Raum als Bühne für sich erobert.

Das Publikum ist eingeladen, sich durch Licht, Zeit, Klang und Raum auf eine Reise zu begeben und sich auf einen Perspektivwechsel an der Schnittstelle zwischen Theater und Museum einzulassen. Besuchen Sie mit uns die Generalprobe dieser einzigartigen Theaterperformance.

Die Generalprobe ist nicht öffentlich und es kann gelegentlich zu Unterbrechungen kommen, was einen ganz besonderen Einblick in den Entstehungsprozess dieses Projekts gewährt. Die künstlerische Leiterin Steffi Garke und die Schauspieler*innen sel
Ereignisse | Performance

#5 IRRLICHT

Audiovisuelle Theaterperformance in der Installation res·o·nant

Nachdem Mischa Kuball mit seiner Lichtinstallation res·o·nant die Voids (Leerstellen) in den Achsen des Libeskind-Baus neu entdeckt hat, folgen jetzt Jugendliche der Bühnenkunstschule ACADEMY. In einem umfassenden Arbeitsprozess haben sie den Raum als Bühne für sich erobert.

Das Publikum ist eingeladen, sich durch Licht, Zeit, Klang und Raum auf eine Reise zu begeben und sich auf einen Perspektivwechsel an der Schnittstelle zwischen Theater und Museum einzulassen. Besuchen Sie mit uns die Generalprobe dieser einzigartigen Theaterperformance.

Die Generalprobe ist nicht öffentlich und es kann gelegentlich zu Unterbrechungen kommen, was einen ganz besonderen Einblick in den Entstehungsprozess dieses Projekts gewährt. Die künstlerische Leiterin Steffi Garke und die Schauspieler*innen sel
Aufführungen | Theater

Die Hamletmaschine

Von Heiner Müller

Dein für immer, meist geliebte Frau, solang diese Maschine zu ihm gehört. Hamlet.
Shakespeare, Hamlet

Mit diesen Worten endet Hamlets berühmter Brief an Ophelia, in dem er versucht, dem einzig geliebten Menschen seinen Ausstieg aus dem System der Norm anzukündigen. Das Wort »machine« taucht bei Shakespeare nur ein einziges Mal auf. Es bezeichnet den Körper, der in der barocken frühaufklärerischen Zeit oft als Maschine, als aus vielen Teilen zusammengesetztes Wunderwerk, bezeichnet wurde. Shakespeares Stück selbst ist eine solche Theaterzaubermaschine. Eine Reflexion über Tod und Religion, über Norm und Wahnsinn, über Macht und Ohnmacht. Und neben all dem auch ein großer Text über das Theater selbst.

1977 schrieb Heiner Müller mit Die Hamletmaschine eine Adaption, die die Maschine im
Familie | Puppentheater

Die Werkstatt der Schmetterlinge

Artisanen
empfohlen für 4+

Zu einer Zeit, als die Erde noch komplett leer und grau war, arbeitet Rodolfo als Erfinder, um die Welt mit Leben zu füllen. Sein Traum ist es, ein Wesen zu schaffen, das wie ein Vogel und gleichzeitig wie eine Blume sein soll. Der bisher größte Erfolg der Erfinder in der Insektenwerkstatt waren Spinnen - doch dies soll sich von nun an ändern. Mit tausenden von Entwürfen und stundenlangen Naturstudien erspinnt sich Rodolfo ein neues Geschöpf. Ein Geschöpf, das er Schmetterling nennen will. Puppenspiel frei nach dem gleichnahmigen Kinderbuch von Gioconda Belli.

Studiobühne, ab 4 Jahre, 50 Minuten
freie Platzwahl

Tickets berechtigen an Wochenend- und Ferientagen zur Mitnutzung des Hausangebots.

Theater: € 5,- *
Familien ab 3 Personen: € 4,50 p.P. *
Kitas und Schulen mit Gutschein
Ereignisse | Kammermusik

Kammerorchester

Konzert

Béla Bartók Divertimento Sz. 113
Joseph Haydn Violoncellokonzert Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb:2
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21

Kolja Blacher Leitung
Eun Sun Hong Violoncello (Konzertexamen)
Ereignisse | Konzert

Vortragsnachmittag Gesangklasse

Prof. Scot Weir
 
Aufführungen | Konzert

Chorkonzert "BLEIB BEI UNS" Kammerchor- Berlin und Otto-Schott-Chor-Jena

Unter dem Motto „Bleib bei uns “ lädt Sie der KAMMERCHOR BERLIN ganz herzlich zu einem Gemeinschaftskonzert mit dem Otto-Schott-Chor aus Jena ein. Zu hören gibt es unter anderem Werke von Josef Gabriel Rheinberger, Wolfram Buchenberg, Albert Becker, Hugo Wolf, Robert Schumann, Samuel Scheidt, Jake Runestadt, Waldemar Åhlén, a-ha, coldplay und Nicolas Kedrov. Termine : 26.05.2018 //18:00 Uhr in der Zionskirche Prenzlauer Berg, Zionskirchplatz, 110119 Berlin 27.05.2018 //16:00 Uhr in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Potsdam, Am Bassin 2, 14467 Potsdam Die ca. 35 Sänger*innen des KAMMERCHOR BERLIN widmen sich der Aufführung anspruchsvoller Literatur aller Epochen, wobei die Ur- bzw. Wiederaufführung von Chorwerken mit einem Bezug zum kompositorischen Schaffen in Berlin einen besonderen Schwerpunkt darstellt. Der Pflege freundschaftlich-musikalischer Verhältnisse mit Komponisten, Kirchenmusikern sowie befreundeten Ensembles und Chören sind bereits beeindruckende musikalische Projekte entsprungen. So auch die Konzerte, die wir Ihnen hier ankündigen dürfen. Der Otto- Schott-Chor zeichnet sich durch sein vielfältiges Repertoire aus. Bei jedem Konzert wird der Zuhörer in eine Welt aus klassischen und traditionellen Musikstücken, aber auch in Lieder des Musical- und Pop -Bereich entführt. Beim Deutschen Chorfest 2016 in Stuttgart, wo der Otto-Schott-Chor bereits zum zweiten mal seit seinem Bestehen einen Sonderpreis gewann, lernten sich die beiden Chöre kennen. Gemeinsam fand bereits 2017 ein Konzert zum Thema „Sommerklänge“ in der ehrwürdigen Klosterkirche Thalbürgel bei Jena statt. Nun findet der Gegenbesuch des Otto-Schott Chores in Berlin statt und der KAMMERCHOR BERLIN freut sich ganz besonders auf das erneute gemeinsame musizieren. Tickets erhalten Sie an der Abendkasse für 12 Euro/ ermäßigt 7 Euro Besuchen Sie uns auch gerne auf unserer homepage. www.kammerchor-berlin.de

Veranstalter

Kammerchor Berlin
 
Aufführungen | Konzert

Kaiser, Gott und Rio Reiser

Berlin ist bunt und vielfältig – so ist auch seine Musik. Auch wenn die Chormusik in Berlin nie die erste Geige gespielt hat, gingen von Berliner Komponisten doch entscheidende Impulse für die Chormusik aus. Im 19. Jahrhundert war das die Musik des kaiserlichen Domchores mit Komponisten wie Mendelssohn und Albert Becker, im 20. Jahrhundert natürlich unser Namensgeber Hugo Distler, aber auch der Berliner Volker Wangenheim. Berlin ist auch eine überwiegend säkulare Stadt und die Musik spielt oft außerhalb der Kirchen: auf der Straße, in Bars und in Clubs. Wir wagen uns in unserem Sommerkonzert auch an diese Musik, lassen Sie sich überraschen. Eines sei verraten: Bolle kommt auch.

Veranstalter

Hugo-Distler-Chor Berlin

Wegbeschreibung

U-Bahnhof Hohenzollernplatz U3 U-Bahnhof Spichernstraße U9
 
Aufführungen | Konzert

NoonSong zu Trinitatis

Das Vokalensemble sirventes berlin singt unter Leitung von Stefan Schuck A-cappella-Werke von Thomas Morley (ca. 1557 - 1602): Preces & Respones; Johann Heinrich Rolle (1716 - 1785):Lobe den Herren, meine Seele; Orlando di Lasso (1532 - 1594): Laudate Dominum à 7; Tomás Luis de Victoria (1548 – 1611): Te Deum; Johann Eccard (1553 - 1611): Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter

sirventes berlin. Leitung: Stefan Schuck

Wegbeschreibung

Nähe U-Bahn: U2 Hohenzollernplatz, U9 Spichernstraße oder Güntzelstraße. Barrierefreier Zugang zur Kirche
Aufführungen | Konzert

Simon Rattle dirigiert die vervollständigte Neunte Symphonie von Anton Bruckner

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle, Dirigent

Hans Abrahamsen: Three Pieces for Orchestra – Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker Uraufführung
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 9 d-Moll mit der nach den Manuskripten vervollständigten Aufführungsfassung des 4. Satzes von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca (1985-2008/rev. 2010)

Als sich abzeichnete, dass Bruckner das Finale seiner Neunten Symphonie nicht mehr würde vollenden können, bestimmte er sein Te Deum ausdrücklich zu dessen »bestem Ersatz«. Aufführungen des dreisätzigen Torsos seiner monumentalen, »dem lieben Gott« gewidmeten Sinfonia da chiesa kamen für ihn nicht infrage, was auch seine Briefe sowie Berichte von Zeitzeugen belegen. In einem komplexen Arbeitsprozess haben Nicola Samale, John Phillips, Giuseppe Mazzuca
Aufführungen | Kammermusik

Kammermusik-Matinee des Konzerthausorchesters

Horenstein Ensemble

Martin Glück, Flöte
Ralf Forster, Klarinette
Ronith Mues, Harfe
Sophia Jaffé, Violine
Jana Krämer-Forster, Violine
Matthias Benker, Viola
Andreas Timm, Violoncello

Henriette Renié "Légende" für Harfe solo Robert Groslot "Poème secret" für Flöte, Klarinette, Harfe und Streichquartett (2014) Herbert Howells Rhapsodic Quintett für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 31 Claude Debussy "Prélude à l'après-midi d'un faune", für Flöte, Klarinette, Harfe und Streichquartett bearbeitet von Sylvain Blassel Maurice Ravel Introduction et Allegro für Flöte, Klarinette, Streichquartett und Harfe

Dank seiner gemischten Besetzung aus Streichern, Bläsern und Harfe präsentiert unser hauseigenes Horenstein Ensemble immer wieder spannende Entdeckungen und im Konzertbetrieb se
Aufführungen | Kinderprogramm

Orgel für "pfiffige" Kinder

Eine Orgelstunde zum Zuhören und Mitmachen

Dagmar Kunze, Moderation und Orgel

Weshalb wird die Orgel als Königin der Instrumente bezeichnet? Wie kommt die Luft in die Orgelpfeifen? Welche Töne kommen aus den kleinen, welche aus den großen Pfeifen, und wie verschieden kann ein Orgelstück klingen? Diese und viele andere Fragen werden in einer Orgelstunde für Kinder beantwortet und mit klingenden Beispielen untermalt. Alles, was den Kindern an einer kleinen Orgel gezeigt wird, ist dann noch einmal mit der wirklichen Königin, der großen Orgel im Großen Saal des Konzerthauses, zu erleben.

Sie haben Interesse an regelmäßigen Informationen zu Junior- und Familienveranstaltungen im Konzerthaus Berlin? Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Newsletter Familie“ an newsletter@konzerthaus.de.

ab 6 Jahre Unsere Junior-Veranstaltun
Aufführungen | Kinderprogramm

Orgel für "pfiffige" Kinder

Eine Orgelstunde zum Zuhören und Mitmachen

Dagmar Kunze, Moderation und Orgel

Weshalb wird die Orgel als Königin der Instrumente bezeichnet? Wie kommt die Luft in die Orgelpfeifen? Welche Töne kommen aus den kleinen, welche aus den großen Pfeifen, und wie verschieden kann ein Orgelstück klingen? Diese und viele andere Fragen werden in einer Orgelstunde für Kinder beantwortet und mit klingenden Beispielen untermalt. Alles, was den Kindern an einer kleinen Orgel gezeigt wird, ist dann noch einmal mit der wirklichen Königin, der großen Orgel im Großen Saal des Konzerthauses, zu erleben.

Sie haben Interesse an regelmäßigen Informationen zu Junior- und Familienveranstaltungen im Konzerthaus Berlin? Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Newsletter Familie“ an newsletter@konzerthaus.de.

ab 6 Jahre Unsere Junior-Veranstaltun
Aufführungen

Die Brüder Brasch

Collage von Marion Brasch

"Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Der erste hieß Thomas, der zweite Klaus und der dritte Peter." – Zwei ältere Damen aus der Phantasie der Dichter Thomas und Peter Brasch erzählen sich die Geschichte dreier Brüder, die mehr verband als die Söhne jüdisch-kommunistischer Eltern zu sein. Alle drei hochbegabt, renitent und zu früh gestorben. Doch wer waren sie, wonach haben sie sich gesehnt und woran gerieben? In einer Collage aus Szenen, Lesung und Film geht die "kleine Schwester" Marion Brasch diesen Fragen nach. (Nach Motiven ihres Romans Ab jetzt ist Ruhe)

Einrichtung: Lena Brasch, Marion Brasch
Aufführungen | Theater

Gala Global

Eine Weltbürger_innen-Suche

Die Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der Gala Global. Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiel
Aufführungen | Theater

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

„Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..."

Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann.
Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Gesc
Aufführungen | Theater

Vater

von Dietrich Brüggemann

Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft.

Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See.

Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für
Ereignisse | Performance

#5 IRRLICHT

Audiovisuelle Theaterperformance in der Installation res·o·nant

Nachdem Mischa Kuball mit seiner Lichtinstallation res·o·nant die Voids (Leerstellen) in den Achsen des Libeskind-Baus neu entdeckt hat, folgen jetzt Jugendliche der Bühnenkunstschule ACADEMY. In einem umfassenden Arbeitsprozess haben sie den Raum als Bühne für sich erobert.

Das Publikum ist eingeladen, sich durch Licht, Zeit, Klang und Raum auf eine Reise zu begeben und sich auf einen Perspektivwechsel an der Schnittstelle zwischen Theater und Museum einzulassen. Besuchen Sie mit uns die Generalprobe dieser einzigartigen Theaterperformance.

Die Generalprobe ist nicht öffentlich und es kann gelegentlich zu Unterbrechungen kommen, was einen ganz besonderen Einblick in den Entstehungsprozess dieses Projekts gewährt. Die künstlerische Leiterin Steffi Garke und die Schauspieler*innen sel
Aufführungen | Theater

Lö Grand Bal Almanya

57 Jahre Scheinehe - Ein Singspiel

Premiere: 25. Mai 2018, Bühne

57 Jahre nach dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen begibt sich das musikalische Schauspiel Lö Grand Bal Almanya erneut auf eine Zeitreise. Diesmal durch sechs denkwürdige Dekaden der Arbeitsmigration, besungen mit verschollen geglaubtem Liedgut, dokumentiert durch waschechtes Archivmaterial und begleitet von leidenschaftlichen Wanderern, die sich die Seele aus dem Leib singen, sich ungezügelt in Rage reden und penibel nach Antworten auf wichtigste Fragen der migrantischen Menschheit suchen: Warum wurde dem millionsten Gastarbeiter bei seiner Ankunft 1964 ein Moped geschenkt und kein Feuerlöscher, wie es ursprünglich geplant war? Ist das seit der historischen Bananeneuphorie 1989 hartnäckig kursierende Gerücht, die Mauer wäre ausschließlich auf Türkenköpfe
Aufführungen | Konzert

6. Wiener Klassik: Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt | Hagner | Griffiths

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Viviane Hagner, Violine
Howard Griffiths, Dirigent

Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Viviane Hagner gab ihr internationales Debüt mit 13 Jahren beim legendären gemeinsamen Konzert der Israelischen und Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta. Seitdem hat sie eine beeindruckende Karriere erlebt, sie spielte bereits unter den Dirigenten Daniel Barenboim, Claudio Abbado, Zubin Mehta, Wladimir Aschkenasi, Pinchas Zukerman und Marek Janowski. Nun ist sie die Solistin von Beethovens einzigem Violinkonzert, das heute zum Standard-Repertoire aller großen Geigenvirtuosen zählt. Und nochmals Beethoven: Zu den berühmtesten und meistgespielten Sinfonien des Komponisten
Familie | Puppentheater

Die Werkstatt der Schmetterlinge

Artisanen
empfohlen für 4+

Zu einer Zeit, als die Erde noch komplett leer und grau war, arbeitet Rodolfo als Erfinder, um die Welt mit Leben zu füllen. Sein Traum ist es, ein Wesen zu schaffen, das wie ein Vogel und gleichzeitig wie eine Blume sein soll. Der bisher größte Erfolg der Erfinder in der Insektenwerkstatt waren Spinnen - doch dies soll sich von nun an ändern. Mit tausenden von Entwürfen und stundenlangen Naturstudien erspinnt sich Rodolfo ein neues Geschöpf. Ein Geschöpf, das er Schmetterling nennen will. Puppenspiel frei nach dem gleichnahmigen Kinderbuch von Gioconda Belli.

Studiobühne, ab 4 Jahre, 50 Minuten
freie Platzwahl

Tickets berechtigen an Wochenend- und Ferientagen zur Mitnutzung des Hausangebots.

Theater: € 5,- *
Familien ab 3 Personen: € 4,50 p.P. *
Kitas und Schulen mit Gutschein
 
Aufführungen | Konzert

Chorkonzert "BLEIB BEI UNS" Kammerchor- Berlin und Otto-Schott-Chor-Jena

Unter dem Motto „Bleib bei uns “ lädt Sie der KAMMERCHOR BERLIN ganz herzlich zu einem Gemeinschaftskonzert mit dem Otto-Schott-Chor aus Jena ein. Zu hören gibt es unter anderem Werke von Josef Gabriel Rheinberger, Wolfram Buchenberg, Albert Becker, Hugo Wolf, Robert Schumann, Samuel Scheidt, Jake Runestadt, Waldemar Åhlén, a-ha, coldplay und Nicolas Kedrov. Termine : 26.05.2018 //18:00 Uhr in der Zionskirche Prenzlauer Berg, Zionskirchplatz, 110119 Berlin 27.05.2018 //16:00 Uhr in der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Potsdam, Am Bassin 2, 14467 Potsdam Die ca. 35 Sänger*innen des KAMMERCHOR BERLIN widmen sich der Aufführung anspruchsvoller Literatur aller Epochen, wobei die Ur- bzw. Wiederaufführung von Chorwerken mit einem Bezug zum kompositorischen Schaffen in Berlin einen besonderen Schwerpunkt darstellt. Der Pflege freundschaftlich-musikalischer Verhältnisse mit Komponisten, Kirchenmusikern sowie befreundeten Ensembles und Chören sind bereits beeindruckende musikalische Projekte entsprungen. So auch die Konzerte, die wir Ihnen hier ankündigen dürfen. Der Otto- Schott-Chor zeichnet sich durch sein vielfältiges Repertoire aus. Bei jedem Konzert wird der Zuhörer in eine Welt aus klassischen und traditionellen Musikstücken, aber auch in Lieder des Musical- und Pop -Bereich entführt. Beim Deutschen Chorfest 2016 in Stuttgart, wo der Otto-Schott-Chor bereits zum zweiten mal seit seinem Bestehen einen Sonderpreis gewann, lernten sich die beiden Chöre kennen. Gemeinsam fand bereits 2017 ein Konzert zum Thema „Sommerklänge“ in der ehrwürdigen Klosterkirche Thalbürgel bei Jena statt. Nun findet der Gegenbesuch des Otto-Schott Chores in Berlin statt und der KAMMERCHOR BERLIN freut sich ganz besonders auf das erneute gemeinsame musizieren. Tickets erhalten Sie an der Abendkasse für 12 Euro/ ermäßigt 7 Euro Besuchen Sie uns auch gerne auf unserer homepage. www.kammerchor-berlin.de

Veranstalter

Kammerchor Berlin
Aufführungen | Konzert

Tchaikovsky's Fifth (Berlin)

MPO Tour 2018

Malta Philharmonic Orchestra
Sergey Smbatyan, Dirigent
Ingolf Wunder, Klavier
David Aaron Carpenter, Viola

Albert Garzia: Kewn
Alexey Shor: Piano Concerto
Pyotr Ilyich Tchaikovsky: Symphony No. 5 in E minor, Op. 64
Aufführungen | Kammermusik

Vom Duo bis Quintett

Brahms Ensemble Berlin
Martin Helmchen, Klavier
Radek Baborák, Horn

Joseph Haas: Sonate für Horn und Klavier F-Dur op. 29
Johannes Brahms: Horntrio Es-Dur op. 40
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44

»Ich möchte mein Klavier zerschlagen«, schrieb Robert Schumann einmal in das zusammen mit seiner Frau Clara geführte Tagebuch – ein unmissverständliches Zeugnis der unterschwelligen Spannungen, von denen die ersten Ehejahre der Schumanns begleitet wurden. Nicht genug, dass der Komponist seiner Gattin den Erfolg als Pianistin neidete, weil es mit seinem Selbstverständnis unvereinbar war, dass eines von Claras Konzerten mehr Geld in die Haushaltskasse brachte, als ein halbes Jahr eigener publizistischer und kompositorischer Arbeit. Dem Tagebuch ist außerdem zu entnehmen: Die »
Aufführungen | Konzert

2 x hören ZEITGENÖSSISCH

Boulanger Trio
Christian Jost, Moderation

Magnus Lindberg: Klaviertrio (2012)

Vielleicht ohne Vorkenntnisse, auf jeden Fall ohne Programmheft oder Einführung – so setzt sich das Publikum hier einem Musikstück aus. Danach berichten unser Moderator und die beteiligten Künstler über die Hintergründe und Merkmale des Stücks, das daraufhin ein zweites Mal erklingt.

Das Klaviertrio des Finnen Magnus Lindberg (*1958), ursprünglich 2008 für die Besetzung Klarinette, Cello und Klavier komponiert, steht heute bei dem vor gut zehn Jahren gegründeten und für seine Interpretationen Neuer Musik ganz besonders renommierten Boulanger Trio auf den Notenpulten. Das „einzige in Berlin ansässige Vollzeit-Klaviertrio“ besteht aus Geigerin Birgit Erz, Cellistin Ilona Kindt und Pianistin Karla Haltenwa
Aufführungen | Film

Der Blick auf den Klang

„Kinshasa Symphony – Ein klassisches Orchester im Kongo“, Dokumentarfilm, Deutschland 2010

Was steckt hinter der Musik, die im Konzerthaus gespielt wird? Zu ausgewählten Veranstaltungen bieten wir Ihnen an, in unserem Musikclub einen filmischen Blick hinter die Kulissen des Klangs zu werfen. Ihre Eindrücke können Sie anschließend mit unseren Gesprächsgästen diskutieren.

Regie: Claus Wischmann und Martin Baer
Sprache: Französisch mit deutschen Untertiteln

Im Anschluss Publikumsgespräch mit Regisseur Martin Baer.
Aufführungen | Theater

Der Hauptmann von Köpenick

von Carl Zuckmayer in einer Bearbeitung von Armin Petras

Wilhelm Voigt, Schuhmacher mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die städtische Gesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Er landet erneut hinter Gittern, nun für volle zehn Jahre. Da hilft ihm ausgerechnet des Gefängnisdirektors ausgeprägtes Faible für die Armee auf die Sprünge. Dieser drillt seine Gefangenen mit militärischem Quiz und soldatischen Rollenspielen. Als sich Voigt nach abermaliger Entlassung die Möglichkeit bietet, eine originale Hauptmannsuniform zu erwerben, macht er sich seine in der Haft erworbene Bildung zunutze: d
Aufführungen | Theater

Gala Global

Eine Weltbürger_innen-Suche

Die Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der Gala Global. Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiel
Aufführungen | Konzert

Christine Bovill

Christine Bovill´s Paris

Wenn einen ein Programm mit Liedern von Brel, Piaf, Barbara, Aznavour, Gréco vom Hocker haut, dann kann es nicht nur an den Liedern liegen. Wie oft hat man sie schon gehört, alles dabei gefühlt und sie schließlich liebevoll abgelegt in einer entlegenen Hirnwindung für abgenutzte Lieder …

Christine Bovill, dieser Schottin mit dem vermeintlich französischen Namen, gelingt das Kunststück, aus eben jenem Chanson-Repertoire eine wahre Sensation zu machen. Natürlich ist es auch ihre rauchig belegte Stimme, die in Bann zieht – vor allem aber gelingt es der Sängerin aus der Arbeiterstadt Glasgow, den ursprünglichen Geist der Lieder wiederaufleben zu lassen und Blick und Gehör auf die Substanz der Chansons zu lenken – jenseits von Kitsch und Konvention.

Mit ausgesuchten Worten in bedächtigem
Familie | Puppentheater

Der kleine Angsthase

Artisanen ab 3 Jahre

Der kleine Angsthase fürchtet sich vor allem – vor Hunden, Gespenstern und großen Jungen. Doch er überwindet seine Angst, als der Fuchs den Uli holen will. Liebevoll inszeniertes Puppenspiel frei nach Elizabeth Shaw.

Studiobühne, ab 3 Jahre, 45 Minuten
freie Platzwahl
Tickets berechtigen an Wochenend- und Ferientagen zur Mitnutzung des Hausangebots.

Puppentheater in der Woche nur nach Anmeldung, gespielt wird ab 10 Personen.

Theater: € 5,- *
Familien ab 3 Personen: € 4,50 p.P. *
Kitas und Schulen mit Gutschein des JugendKulturService:
€ 4,- p.P.

* zzgl. € 1,- an Wochenend- und Feiertagen sowie innerhalb der Berliner Schulferien.
Das Ticket berechtigt zur Mitnutzung des Hausangebots.

Zentrale Reservierung
T: +49030-53071-250
E-Mail: reservierung(at)fez-berlin.de

em
Ereignisse | Konzert

Vortragsabend Hornklasse

Prof. Marie-Luise Neunecker
Aufführungen | Kammermusik

Jazz at Berlin Philharmonic

Happy Birthday, Michael Wollny

Michael Wollny Trio:
Michael Wollny, Klavier
Christian Weber, Kontrabass
Eric Schaefer, Schlagzeug
Norwegian Wind Ensemble
Geir Lysne, Leitung
Gäste:
Heinz Sauer, Saxofon
Émile Parisien, Saxofon
Vincent Peirani, Akkordeon

»Michael Wollny 40« – Das Geburtstagskonzert

Kuratiert von Siggi Loch

Er ist nicht nur Deutschlands international erfolgreichster junger Jazzmusiker, er war auch schon beim Start von Jazz at Berlin Philharmonic mit von der Partie und hat in der Reihe so oft gespielt wie kein anderer. Da ist es nur recht und billig, wenn Michael Wollny auch seinen 40. Geburtstag mit einem Konzert im Großen Saal der Philharmonie begehen darf. Die Basiseinheit dieses musikalischen Festes bildet das aktuelle Michael Wollny Trio, besetzt mit dem langjährigen Weggefährten Eri
Aufführungen | Konzert

Lunchkonzert

Aufführungen | Konzert

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

mit Igor Levit

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Florian Donderer, Konzertmeister und Leitung
Igor Levit, Klavier

Franz Schubert: Ouvertüre "im italienischen Stil" D-Dur D 590
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll op. 40 Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 25 Franz Schubert: Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Ein „Klavierfeuerwerk“, über das er oft lachen müsse, nannte Mendelssohn den letzten Satz seines zweiten Klavierkonzerts. Ob Schubert an seiner 5. Sinfonie auch so viel Spaß hatte, ist nicht überliefert – heiter ist sie allemal. Freuen Sie sich auf den vielfach ausgezeichneten Klaviersolisten Igor Levit mit beiden Mendelssohn-Konzerten und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Trägerin des „Ehrenpreis der d
Aufführungen | Theater

Der Tag, als ich nicht ich mehr war

von Roland Schimmelpfennig

Am Morgen ist alles wie immer: Aufwachen, Kaffeetrinken, ein Kuss für Frau und Kinder und ab mit dem Vorortzug ins Büro. Doch schon am Abend ist alles anders: Ein zweites Ich besetzt den Platz am Esstisch. Die Kleinfamilie, Einfamilienhaus, Garten mit Fichte, wird in ihren Grundfesten erschüttert, ein Spiel um Identität, Wahrnehmung und Möglichkeiten beginnt. Das Phänomen der Verdoppelung ist außerdem ansteckend, eine zweite Frau macht das Chaos perfekt – bis niemand mehr weiß, was wahr, wer was und wer wahr ist. Zudem sind die zwei anderen Ichs ungleich freier, lässiger, schlafen nackt und auch öfter miteinander, entführen in neue Welten – und an die verhasste Fichte im Vorgarten legen sie ganz einfach die Säge an, kreischend, kichernd…

Roland Schimmelpfennig spielt mit der Tristesse d
Aufführungen | Theater

Diebe

von Dea Loher

Finn, ein Versicherungsmakler, schlägt die Augen auf und weiß, dass er nie mehr aufstehen will. Seine Schwester Linda hat einen Wolf gesehen und hofft, dass ihre vom Konkurs bedrohte Therme demnächst in einem Naturschutzgebiet stehen wird. Erwin, der Vater der beiden, würde gern einmal ein normales Gespräch führen, über das Wetter oder die Sterne. Monika, Verkäuferin im Supermarkt, wurde vom Chef eine Beförderung versprochen. Vielleicht die Leitung eines Marktes in Holland. Ihr Mann Thomas, Polizist, würde mitgehen. Herr und Frau Schmidt fühlen sich beobachtet. Von einem Tier? Mira, schwanger, möchte ihr Kind nicht bekommen. Josef, der Vater, möchte es unbedingt haben. Gabi und Rainer suchen eine Wohnung oder tun nur so. Ira, eine ältere Dame, vermisst ihren Ehemann. Er wollte nur einen Sp
Aufführungen | Theater

Draufgängerinnen

All Adventurous Women Do
von Tanja Šljivar

Ende 2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in bosnischen und internationalen Medien skandalisiert. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Der Autorin geht es jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Schwangerschaftstests, Instagram, Chauvinismus, Großmütter, Piercings, Gesellschaftsutopien, Pornographie, Kritische Theorie, Abtreibungen und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind.

Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten über die Notwendigkeit wegzugehen, um
Familie | Puppentheater

Der kleine Angsthase

Artisanen ab 3 Jahre

Der kleine Angsthase fürchtet sich vor allem – vor Hunden, Gespenstern und großen Jungen. Doch er überwindet seine Angst, als der Fuchs den Uli holen will. Liebevoll inszeniertes Puppenspiel frei nach Elizabeth Shaw.

Studiobühne, ab 3 Jahre, 45 Minuten
freie Platzwahl
Tickets berechtigen an Wochenend- und Ferientagen zur Mitnutzung des Hausangebots.

Puppentheater in der Woche nur nach Anmeldung, gespielt wird ab 10 Personen.

Theater: € 5,- *
Familien ab 3 Personen: € 4,50 p.P. *
Kitas und Schulen mit Gutschein des JugendKulturService:
€ 4,- p.P.

* zzgl. € 1,- an Wochenend- und Feiertagen sowie innerhalb der Berliner Schulferien.
Das Ticket berechtigt zur Mitnutzung des Hausangebots.

Zentrale Reservierung
T: +49030-53071-250
E-Mail: reservierung(at)fez-berlin.de

em
Ereignisse | Konzert

Lunchkonzert: Humoresken

Humoresken - Heitere Lieder von Franz Schubert, Carl Loewe, Hugo Wolf (u.a.)

Studierende der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin Gesang und Spiel
Prof. Karola Theill Einstudierung und Moderation
Familie | Musical

Ritter Rost - Das Musical

Theater con Cuore
Puppentheater

Ein Musical mit Tischfiguren, Schauspiel und den bekannten Liedern frei nach dem Kinderbuch von Jörg Hilbert. Artur hat es wirklich nicht einfach in seiner Bücherei. Pinkfarben eingebundene Feenbücher mit Glitzer-, Glimmer- und Showeffekten möchten die Kunden. Doch für die wahren Heldengeschichten zeigt niemand mehr Interesse. Da bietet Artur einer Kundin etwas ganz besonderes an: die Geschichte des Ritter Rost. Seht selbst, ob sie diesem Buch widerstehen kann ...

Astrid-Lindgren-Bühne, ab 4 Jahre, 60 Minuten
freie Platzwahl
Tickets berechtigen an Wochenend- und Ferientagen zur Mitnutzung des Hausangebots.

Theater: € 6,- *
Familien ab 3 Personen: € 5,- p.P. *
Kitas und Schulen mit Gutschein des JugendKulturService:
€ 4,50 p.P.

* zzgl. € 1,- an Wochenend- und Feiertagen sowie
Familie | Kinderprogramm

Vom Igel, der keiner mehr sein sollte

Puppentheater frei nach Isolde Stark
5+

Eine Geschichte von einem, der aus seiner kleinen, vertrauten Welt ausbricht und hinauszieht in die Fremde. Dort soll er sich anpassen und so sein wie die anderen. So sehr er sich auch anstrengt, es gelingt ihm nicht. Er geht fort, nein, nicht zurück, sondern dorthin, wo er einfach ein Igel sein darf: stachlig und mit kurzen Beinen.

Peter Müller

Produktion: Peter Müller, Annette Wurbs
Spiel: Peter Müller
Szenografie: Christian Werdin
Musik: John Carlson

Dauer: ca. 45 Minuten · 5 € (Kind), 7 € / erm. 6 € (Erw.)
Ereignisse | Konzert

Vortragsabend Violinklasse

Prof. Antje Weithaas
Ausstellungen | Ausstellung

Die Krone von Kertsch

Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperati
Ausstellungen | Ausstellung

100 Prozent Wolle

Die Ausstellung öffnet das Thema WOLLE für Besucher_innen aller Altersgruppen. Sie erhalten die Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen. In jedem Raum stehen Orte der Begegnung, der gemeinsamen aktiven Erfahrung und des Austausches zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Zugleich können sich die Besucher_innen in verschiedenste Themenfelder vertiefen. Dazu gehören das Schäferleben und der Umgang mit Tieren, die Gewinnung von Wolle, die Verarbeitung der Rohwolle zum Faden und die Herstellung von Maschen bis hin zum Produkt. Alles kann selbst ausprobiert werden – mit Anleitung oder ohne.

Highlights sind neben einer bekletterbaren Schafskulptur die Ausstattung eines Schäfers, eine Geschichten erzählende Kl
Ausstellungen | Ausstellung

Menschenbilder - Wege zum Porträt von der Antike bis zur Gegenwart

In einer neuen Sonderausstellung widmet sich das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin einem zentralen Thema der Kunst: dem Menschenbild, ausgedrückt in Münz- und Medaillenporträts von der Antike bis zur Gegenwart.

Porträts können Menschen detailgetreu wiedergeben, repräsentieren, inszenieren oder stilisieren. Sie sind Träger von Botschaften derer, die sie in Auftrag geben und erschaffen. Gleichzeitig üben sie Funktionen denjenigen gegenüber aus, die sie betrachten sollen. Porträts können damit als unmittelbares Kommunikationsmittel über örtliche, zeitliche, soziale und gesellschaftliche Grenzen hinweg begriffen werden: Sie können sachlich informieren – oder auch geschickt die Wahrnehmung und Meinung des Rezipienten manipulieren.

Die Abbildung des menschlichen Antlitzes war z
Ausstellungen | Ausstellung

Jerusalem

Jerusalem ist das Thema einer großen Ausstellung, die am 10. Dezember 2017 eröffnet wird. Sie ist einer Stadt gewidmet, die seit zweitausend Jahren als heiliger Ort von Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen verehrt wird und zugleich seit Jahrzehnten im Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen israelischen und palästinensischen Interessen steht. In seiner langen Geschichte hat Jerusalem wechselnde Herrschaften erlebt, die die Stadt jeweils kulturell formten und sich deutlich in Baugeschichte und Physiognomie eingeprägt haben.

Von Beginn an war Jerusalem eine Stadt der Reisenden, deren Versorgung das Wirtschaftsleben und die Infrastruktur der Stadt bestimmten. Die Pilger*innen kamen auf Wallfahrt zu den großen Festtagen hierher, dazu Abenteuerlustige und andere Reisende und heute auc
Ausstellungen | Ausstellung

Vis à vis. Asien trifft Europa

Das Museum für Asiatische Kunst hat Anfang Januar 2017 seine Pforten in Dahlem geschlossen, um die Neuaufstellung im Humboldt Forum vorzubereiten. Eine erlesene Auswahl seiner herausragenden Bestände wird nun im Rahmen der Reihe „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ in der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbemuseums präsentiert. Werke beider Museen treten in einen assoziativen Dialog. Diese Form der Präsentation verdeutlicht den regen und bereits seit Jahrhunderten stattfindenden Transfer von Materialien, Techniken, Formen und Motiven zwischen Europa und Asien. Die Präsentation besteht aus fünf thematischen Diskursen und ist ab dem 15. Dezember 2017 bis voraussichtlich April 2019 im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum zu sehen.

Horn, Bein und Elfenbein aus Indien und Europa
Die erste Gegenü
Ausstellungen

Wu Tsang

Wu Tsang (* 1982) ist im Rahmen des Programms Artist in Residence zu einem einjährigen Aufenthalt am Gropius Bau eingeladen. Ihre künstlerische Praxis erforscht Zustände von Verbundenheit und Dazwischen sein. Diese ungewissen Beziehungen offenbaren sich meist als Kollaborationen oder im Verschmelzen der Disziplinen wie Performance, Bewegtbild, Skulptur und Installation. Wu Tsang bricht mit den Grenzen von Dokumentation und Fiktion, um die Bedeutungen, die mit den traditionellen Formen der Bilderzeugung verbunden sind, zu reflektieren.

Während ihres Projekts am Gropius Bau werden die Räumlichkeiten in den oberen Etagen als Atelier und Werkstatt fungieren. Von engen zeitlichen wie räumlichen Begrenzungen befreit, wird Wu Tsang das Konzept „Ausstellung“ neu skizzieren und 2019 präsentieren
Ausstellungen | Ausstellung

Sigrid Neubert

Fotografien. Architektur und Natur

30 Jahre lang arbeitete Sigrid Neubert (*1927) als Fotografin für viele der bedeutendsten Architekturbüros. Dabei entwickelte sie einen eigenen Stil, der für kontrastreiche, die Strukturen der Bauten klar herausarbeitende Bilder steht – und Neubert zu einer der bekanntesten Architekturfotografinnen in Deutschland machte. Seit den 1970er Jahren erweiterte sie ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Neuberts Arbeitsweise war stets geprägt von einer sehr intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand.

Eine Retrospektive im Museum für Fotografie widmet sich nun dem Gesamtwerk der Fotografin, darunter auch ihren bekanntesten Arbeiten, wie den Bildern aus dem Nymphenburger Schlosspark und den megalithischen Tempeln von Malta, aber au
Ausstellungen | Ausstellung

Unboxing Photographs. Arbeiten im Fotoarchiv

„Unboxing Photographs. Arbeiten im Fotoarchiv“ öffnet die Schachteln von vier Foto-Archiven und zeigt die materielle Vielfalt von Fotografien als dreidimensionale Objekte: vom Glasplattennegativ über den Kleinbildfilm bis zum Abzug auf Albumin- oder Silbergelatinepapier. Diese Foto-Objekte werden in die Hand genommen, gedreht und gewendet, beschriftet, beschnitten, gerahmt, in Alben geklebt, ausgedruckt und verschickt oder ins Internet gestellt. Auch Kontaktabzüge, Erfassungsbögen, Trägerkartons, Karteikarten und natürlich auch der Bildschirm sind Bestandteil eines Foto-Objekts beziehungsweise bilden es.

Seit dem 19. Jahrhundert arbeiten Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte mit Fotografien und sammeln diese in Archiven. Dort werden sie bearbeitet und geordnet – und damit überhaup
Ausstellungen | Ausstellung

Die Schönheit der großen Stadt

Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting

Die neue große Sonderausstellung im Museum Ephraim-Palais trägt den Titel eines 1908 erschienenen Buches des Philosophen und Architekten August Endell, das zum Sehen und Gestalten der Großstadt einlädt. Ausgehend vom Grundgedanken dieser Schrift zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen und Künstler vom 19. Jahrhundert bis heute die städtischen und sozialen Strukturen Berlins sehen.

Den eigenen Blick schärfen

Ob „Spree-Athen“ oder urbane Metropole – es geht um die äußere Erscheinung der Stadt und die dahinter verborgene Schönheit, für die uns Malerei uns die Augen öffnen kann. Bewusst wird dabei auf multimediales Beiwerk verzichtet: Die Ausstellung fordert dazu heraus, sich dem Wesen der Stadt allein durch die Augen des Betrachters zu nähern.

Und so sind die Besucherinnen und Besu
Ausstellungen | Ausstellung

Ich habe mich nicht verabschiedet | Frauen im Exil

Fotografien von Heike Steinweg

Die Fotografin Heike Steinweg porträtierte in Berlin im Exil lebende Frauen. Diese haben sehr unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe. Der Bogen spannt sich von der Schriftstellerin Rasha Abbas, die in Deutschland bereits ihr erstes Buch veröffentlicht hat, über die politische Aktivistin und Künstlerin Kefah Ali Deeb, die auf internationalen Konferenzen über die Lage in Syrien referiert, hin zu Menschen, deren Status noch völlig ungeklärt ist. Gemeinsam aber ist allen ihr Wille und ihr Mut, sich ein neues Leben aufzubauen.

Frauen stehen im Mittelpunkt, denn sie müssen im Krieg Verantwortung an Stellen übernehmen, die ihnen vorher versagt war. Durch Krieg, Vertreibung und Flucht entstehen Umbrüche, und zugleich fallen Tabus.

Alle Porträts sind im Studio aufgenommen. Die F
Ausstellungen | Ausstellung

Seeblicke. Niederländische Zeichnungen aus der Sammlung Barthold Suermondt

Der Unternehmer und Bankier Barthold Suermondt (1818 – 1887) hatte bis in die 1870er Jahre hinein eine der bedeutendsten privaten Sammlungen von Gemälden und Zeichnungen alter Meister in Deutschland zusammengetragen. 1873 war er jedoch gezwungen, seine Kunstsammlung zu veräußern und bot sie den königlichen Museen in Berlin zum Kauf an. Im Dezember 1874 wurde im Inventarbuch des Kupferstichkabinetts der Eingang von 418 Zeichnungen festgehalten. Weitere Blätter aus Suermondtschem Besitz fanden 1879 und 1884 ihren Weg nach Berlin, sodass insgesamt 435 Zeichnungen die Bestände des Berliner Kupferstichkabinetts bereicherten. Bei dem weitaus größten Teil dieser Blätter handelt es sich um Werke niederländischer Meister aus dem 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit dienten Zeichnungen nicht mehr nur der
Ausstellungen

[laut] Die Welt hören

Klang trifft uns unmittelbar und ist dennoch flüchtig. Er löst tiefe Emotionen aus und ist lebendiger Austausch. Klang fordert und bewegt uns – in jeder Kultur, in jeder Zeit. Erst durch Schwingungen, Schall, Ton, Laut, Musik und Sprache entfaltet sich unsere Welt als Ganzes.

Seit etwa 140 Jahren lassen sich Klänge technisch einfangen und wiedergeben – mithilfe von Wachswalzen über Schellackplatten und Magnetbänder bis hin zu MP3-Files. Doch wofür, mit welchen Techniken und unter welchen Bedingungen wurden und werden Aufnahmen gemacht? Wie verbreiten sich Klänge und Musikstile weltweit? Wie geht man mit Klang als immatriellem Kulturgut um? Wem gehört der Klang in Aufnahmen?

Die Ausstellung [laut] Die Welt hören lässt anhand des Berliner Phonogramm-Archivs des Ethnologischen Museums,
Ausstellungen | Ausstellung

Concordia - Kunst und Wissenschaft in Eintracht

Leo von Klenze und Karl Richard Lepsius

Mit der Schenkung des Gemäldes "Der Concordia-Tempel von Agrigento" des Münchner Architekten und Malers Leo von Klenze (1784–1864) ist die Sammlung der Nationalgalerie um eine wichtige Position erweitert worden. Während sie bereits über einen großen Schatz klassizistischer Werke des Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) verfügt, konnte der Bestand nun um ein wichtiges Werk des bedeutenden Münchner Klassizisten ergänzt werden. Klenze war primär Architekt, aber auch Zeichner und Maler, wobei er ein nur sehr begrenztes malerisches Oeuvre hinterließ. Einige seiner großformatigen Architekturdarstellungen und Stadtansichten verschenkte Klenze an namhafte Zeitgenossen, darunter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) sowie sein Berliner Kollege Karl Friedrich Schinkel. Das Gemäl
Ereignisse | Konzert

Mozarts Meisterwerke – Klassische Schlosskonzerte

Berliner Residenz Konzerte

Erleben Sie eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert bei den Berliner Residenz Konzerten. Erfreuen Sie sich im barocken Ambiente des Schlosses Charlottenburg an einem exquisiten Galadinner und den Meisterwerken von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ob als musikalisches Wunderkind und Klaviervirtuose oder als Komponist von Instrumentalwerken, Liedern und Opern – der phänomenale Mozart avancierte seit früher Jugend zum Meister aller Fächer. Mehr als 600 Werke hat das musikalische Genie in seinem nur 35 Jahre währenden Leben komponiert. Er wirkt bis heute als Magnet für Musikliebhaber weltweit. Im Jahr 1789 besuchte Mozart Berlin und trat im Schloss Charlottenburg in einem umjubelten Konzert vor Friedrich Wilhelm II. auf. Grund genug für das Berliner Residenz Orchester, die Mozart-Tradition im Schloss fo
Ausstellungen | Ausstellung

Ganzfeld "Aural"

Eine Installation von James Turrell

Ab 12. April 2018 präsentieren wir im Museumsgarten die begehbare Installation Ganzfeld »Aural« des Künstlers James Turrell. In dieser raumgreifenden und begehbaren Arbeit des weltweit bedeutendsten »Bildhauer des Lichts« tauchen die Besucher*innen in die Atmosphäre eines entgrenzten Raumes, der weder die Quelle des Lichtes preisgibt, noch die Ausmaße seiner Umgebung wahrnehmbar macht. Dieses Werk gehört zur Reihe der Ganzfeld Pieces, von denen nun zum ersten Mal eines in Berlin präsentiert wird.

Licht ist ein zentrales Symbol im Judentum, das Anfang und Ende der Schöpfung miteinander verbindet. In dieser Installation gewinnt man den Eindruck, in einen überirdischen Raum zu treten, dessen Konstruktion die empirische Welt außer Kraft zu setzen scheint. Diese Erfahrung kann als eine der s
Ausstellungen | Ausstellung

BİZİM BERLİN 89/90

Fotografien von Ergun Çağatay

In der Wendezeit bereiste der renommierte Istanbuler Fotograf Ergun Çağatay (1937–2018) Ost- und West-Berlin für eine Reportage. Er suchte die zweite Generation türkischer Einwandererinnen und Einwanderer und fand eine Stadt im Umbruch. Durch den Mauerfall eröffneten sich neue Möglichkeiten. Türkische Geschäftsleute begannen, Ost-Berlin zu erobern. West-Berliner Türkinnen und Türken sahen sich aber auch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die türkische Minderheit musste einen neuen Platz in der Gesellschaft finden. Çağatays mittlerweile historische Fotografien zeigen Euphorie und Optimismus sowie die Folgen von Ausgrenzung und Rassismus.

Eine Spurensuche in Bildern
Die Fotoausstellung BİZİM BERLİN 89/90 (dt.: „Unser Berlin 89/90“) lädt entlang der B
Ausstellungen

Die Galerie im Buch. Islamische Sammelalben

Das Zusammenstellen von Sammelalben (muraqqa‘) war in weiten Teilen der islamischen Welt seit dem 15. Jahrhundert üblich. An herausragenden Beispielen, die unter der Herrschaft der islamischen Moghulkaiser (1526–1858) in Indien entstanden sind, gibt die Ausstellung einen Überblick über diese spezielle Form des Sammelns von Kunst. Die Alben wurden im Auftrag von Kunstliebhabern zusammengestellt und erfüllten die Funktion von tragbaren Galerien.

Blätter mit ausgeführten Zeichnungen und Kalligraphien, aber auch Skizzen und Entwurfszeichnungen wurden mit Rahmen, so genannten Passepartouts, in ein einheitliches Format gebracht und in Buchform gebunden. Einband und die Passepartouts waren in der Regel reich verziert und zeugen somit von der Wertschätzung, die man den Blättern entgegen brachte
Ausstellungen | Ausstellung

Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta

Ana Mendieta (1948–1985) gehört zu den herausragenden künstlerischen Positionen der 1970er und 1980er Jahre. Die Ausstellung „Covered in Time and History: Die Filme von Ana Mendieta“ macht ihr Filmwerk erstmals in großem Umfang zugänglich. Der Gropius Bau zeigt vom 20. April bis 22. Juli 2018 eine Auswahl von 23 Filmen aus dem vielschichtigen Werk der Künstlerin, welches kürzlich in einer mehrjährigen Forschungsarbeit aufgearbeitet und digitalisiert wurde.

Ana Mendietas Werk bewegt sich frei zwischen Disziplinen wie Body-Art, Land-Art und Performance-Kunst, ohne sich einem bestimmten Medium oder einer Bewegung zu verpflichten. Verbindendes Element ist der immer wiederkehrende Einsatz der abstrahierten weiblichen Gestalt im Dialog mit der sie umgebenden Natur – nicht zuletzt um die Trenn
Ausstellungen | Ausstellung

Margiana

Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan

Margiana – diese historische Landschaft im Osten Turkmenistans war vor 4000 Jahren die Wiege einer faszinierenden Hochkultur der Bronzezeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Ergebnisse der archäologischen Forschungen in der antiken Metropole Gonur Depe. Die dort entdeckten Baustrukturen liefern Zeugnis einer frühen Stadtplanung. Die Palastanlage und die sog. Königsgräber lassen weitreichende Beziehungen in die Gebiete der späteren Seidenstraße erkennen. Erstmals werden mehr als 220 Objekte aus Gonur Depe außerhalb Turkmenistans präsentiert.

Eine Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Kulturministerium Turkmenistans und in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum Hamburg und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannh
Ausstellungen | Ausstellung

EVA & ADELE - L’AMOUR DU RISQUE

EVA & ADELE – L’AMOUR DU RISQUE präsentiert in einer retrospektiven Gesamtinstallation Werke des Künstlerpaares der letzten 25 Jahre. Die Ausstellung erläutert die konzeptuelle Haltung sowie die Bildwelten von EVA & ADELE. Erstmals werden dafür im me Collectors Room vom 27.04. - 27.08.2018 in Berlin ganze Werkkomplexe aus ihren wichtigsten Werkgruppen in den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur sowie ihre selbstentworfenen Kostüme und Kostümpläne gezeigt. Sie verdeutlichen die, radikal Grenzen überschreitende, hoch differenziert ausgearbeitete, künstlerische Existenz von EVA & ADELE.

Teil des Konzeptes sind auch eigens für die Ausstellung entwickelte limitierte Produkte wie ein Parfum aus Grasse, eine handsignierte Uhr von Swatch und Handtaschen des Labels PB 0110
Ausstellungen | Ausstellung

Hello World. Revision einer Sammlung

„Hello World. Revision einer Sammlung“ ist eine kritische Untersuchung der Sammlung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und ihrer vorwiegend westlichen Ausrichtung: Wie sähe sie heute aus, hätte ein weltoffeneres Verständnis ihren Kunstbegriff und ihre Entstehung geprägt? Wie würde sich dies auf den Kanon und seine kunsthistorischen Narrative auswirken? Anhand dieser Fragen entfaltet sich die Ausstellung in mehr als zehn thematischen Kapiteln als eine vielstimmige Zusammenarbeit interner und externer Kurator*innen über die gesamte Ausstellungsfläche des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

„Hello World“ legt den Fokus auf transnationale künstlerische Netzwerke und auf Momente transkultureller Verflechtungen seit dem späten 19. Jahrhundert bis heute. Die Ausst
Ausstellungen | Ausstellung

Geschichten aus Jerusalem: Glaube·Liebe·Hoffnung·Angst

Die erste fiktionale VR-Serie von Dani Levy in 360°/VR

Für die Ausstellung Welcome to Jerusalem drehte Regisseur Dani Levy vier fiktionale 360°/VR-Kurzfilme in der heiligen Stadt.

Die jeweils fünf- bis achtminütigen Episoden erzählen aus israelischer und palästinensischer Perspektive vom Leben an einem Brennpunkt des Nahost-Konflikts und sind geprägt vom trockenen Humor, den wir aus Levys Filmen kennen.

Mit Virtual-Reality-Brillen können die Zuschauer*innen die Ambivalenz und Intensität der Stadt an der Seite eines Stand-up Comedians am Zionsplatz, eines Soldaten am Checkpoint oder eines Scharfschützen über den Dächern der Altstadt unmittelbar und immersiv erleben. Mal sind sie Beobachter*innen, mal werden sie angespielt und in die Szenen einbezogen.
Ereignisse | Ausstellung

500 Jahre Hochaltar im Dom zu Brandenburg oder Maria und die dritte Dimension

Am 3. Mai wird die neue Ausstellung des Dommuseums eröffnet. In ihrem Mittelpunkt steht der in feinster gotischer Bildschnitztechnik gefertigte Marienaltar auf dem Hohen Chor, der in diesem Jahr 500 Jahre alt wird.

Das Dommuseum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um nach den unterschiedlichen Darstellungen der Maria – mal ist sie gekrönte Himmelskönigin, mal trauernde Mutter – zu fragen. Sie nimmt außerdem die Dimension der gesellschaftlichen Umbrüche und die damit einhergehende neue Raumauffassung um 1500 in den Blick, die eine ganz andere Inszenierung der Figuren im Raum zur Folge hatte.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 19 Uhr auf dem Hohen Chor.
Ausstellungen | Ausstellung

500 Jahre Hochaltar im Dom zu Brandenburg oder Maria und die dritte Dimension

Am 3. Mai wird die neue Ausstellung des Dommuseums eröffnet. In ihrem Mittelpunkt steht der in feinster gotischer Bildschnitztechnik gefertigte Marienaltar auf dem Hohen Chor, der in diesem Jahr 500 Jahre alt wird.

Das Dommuseum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um nach den unterschiedlichen Darstellungen der Maria – mal ist sie gekrönte Himmelskönigin, mal trauernde Mutter – zu fragen. Sie nimmt außerdem die Dimension der gesellschaftlichen Umbrüche und die damit einhergehende neue Raumauffassung um 1500 in den Blick, die eine ganz andere Inszenierung der Figuren im Raum zur Folge hatte.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 19 Uhr auf dem Hohen Chor.
Ausstellungen | Ausstellung

Wanderlust

Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir

Wer heute an das Wandern als Motiv in der Malerei denkt, der hat Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ vor Augen. Diese herausragende Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle bildet den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie, die diesem für die Kunst überraschend zentralen Thema durch das gesamte 19. Jahrhundert bis hin zu Beispielen der klassischen Moderne nachspürt.

Mit Rousseaus Parole „Zurück zur Natur!“ und Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung wird das Wandern um 1800 zum Ausdruck eines modernen Lebensgefühls. Angesichts der rasanten gesellschaftlichen Umbrüche seit der Französischen Revolution entwickelt sich in einer Gegenbewegung eine neue Form der entschleunigten Selbst- und Welterkenntnis, die bis heute nachwirkt.

Se
Ausstellungen | Ausstellung

Food Revolution 5.0

Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen

Wie werden wir zukünftig essen, von was werden wir uns zukünftig ernähren in unserer durch schwindende Ressourcen geprägten Wachstumsgesellschaft? Unsere globalisierte Nahrungsproduktion hat entscheidenden Anteil am Klimawandel. Und jeder von uns gestaltet mit seinem Essverhalten den Globus mit. Essen ist längst keine Privatsache mehr, sondern ein hochgradig politischer Akt.

Das Kunstgewerbemuseum verwandelt sich in ein künstlerisch-wissenschaftlich-spekulatives Laboratorium für neue Denk- und Praxismodelle zur Zukunft des Essens und Wohnens. Für die Ausstellung Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von Morgen werden über 30 internationale Designer und Designerinnen eingeladen, ihre Entwürfe, Ideen und Visionen zur Gestaltung der Transformation unseres Ernährungssystems
Ausstellungen | Ausstellung

Philippe Parreno

Rückblick auf eine zukünftige Ausstellung

„Nichts wird stattgefunden haben als die Stätte.“
Stephane Mallarmé

Philippe Parrenos unbetitelte Einzelausstellung im Berliner Gropius Bau existiert noch nicht und wird vielleicht niemals genau so existieren, wie sie hier beschrieben wird. Das bedeutet aber nicht, dass sie weniger real wäre. Gewiss existiert diese Ausstellung in vielen verschiedenen Formen, die bisher rein virtuell sind – Möglichkeitsorte, die real werden könnten oder auch nicht. Bislang existiert die Ausstellung in verschiedenen Ausprägungen, die sich mit der Zeit verändert haben, darunter auch eine, die mithilfe von VR-Headsets erlebt werden kann. Momentan scheint allerdings nichts fixiert zu sein: Die Zukunft, die diese Ausstellung sich aneignen wird, bleibt offen und wir können uns nur ausmalen, was Parreno zu tun
Literatur | Buchpräsentation

Alexander Grau "Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung"

Claudius-Verlag

Deutschland empört sich. Oft, gerne und über nahezu alles. „Empört Euch!“ war folgerichtig ein Bestseller hierzulande, markiert er doch in zwei Worten das Coming-out der deutschen Seele. Wir leben im Zeitalter der Hypermoral. Moral ist zur Leitideologie und zum Religionsersatz unserer postreligiösen Gesellschaft mutiert. Moral ist absolut geworden, sie duldet keine anderen Diskurse neben sich. So wird aus Moral die Tyrannei der Werte: Minderheitenkult, Kränkungsfetischismus, Gleichheitsideologie. Politik, Wirtschaft, Kunst – alles wird auf moralische Fragen reduziert. Selbst der Konsum hat fair, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein. Wer sich diesem Diktat der totalen Moral zu entziehen sucht, wird gesellschaftlich sanktioniert. Der Publizist und Philosoph Alexander Grau, Autor der vie
Literatur | Buchpräsentation

Uwe Tellkamp "Die Carus-Sachen"

Illustriert und gestaltet von Andreas Töpfer

Zu Carus gehen: so verabschiedet sich der Gynäkologe von den beiden Kindern, wenn er sich während der frühen Achtziger des 20. Jahrhunderts in Dresden auf den täglichen Weg zur Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus macht. Der Namensgeber der Institution, 1869 in Dresden gestorben, kann als Prototyp der in der Romantik noch selbstverständlichen Doppelbegabung gelten: Naturwissenschaftler, Arzt wie Maler, Verfasser geisteswissenschaftlicher Studien (unter anderem über Goethe). Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn der Vater seine beiden Kinder zu Expeditionen in die unabhängige Kunstszene Dresdens und des Umlands verleitet – es sind die Carus-Sachen, die alle drei umtreiben, zu Versuchen eines Wiederanknüpfens an die ungeteilte Humanität
Ausstellungen | Ausstellung

Dauerausstellung

Die historische Dauerausstellung lädt - auf über 3000 qm Ausstellungsfläche - zu einer Entdeckungsreise durch zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte ein. In 13 Epochenbilder vom Mittelalter bis zur Gegenwart zeichnet die Ausstellung ein lebendiges Bild deutsch-jüdischen Lebens. Alltags- und Kunstobjekte, Fotos und Briefe, interaktive Elemente und Medienstationen erzählen von jüdischer Kultur in Deutschland und zeigen, wie eng jüdisches Leben mit der deutschen Geschichte verwoben ist.
Literatur | Buchpräsentation

Eugen Gomringer "poema: Gedichte und Essays"

Vor 65 Jahren erschien Eugen Gomringers Gedicht «avenidas» in der Zeitschrift «spirale». Es war ein erstes Beispiel jener «Konstellationen», die in der Folge eine wesentliche Grundform der Konreten Poesie bilden sollte. Auf unvermutete Weise hat dieses Gedicht in jüngster Vergangenheit für Zündstoff gesorgt und eine umstrittene Aktualität gewonnen – Anlass genug, das dichterische Werk des Begründers der Konkreten Poesie neu zu betrachten.
Eugen Gomringer hat dazu eine Anzahl seiner wesentlichen Gedichte versammelt, sie selber kommentiert und ihnen Essays bekannter Autorenkollegen beigegeben. Er hält damit Rückschau auf die Entwick­lung einer literarischen Bewegung, deren minimalistischer Reduktionismus zunächst als belanglose Spielerei belächelt wurde, deren kreatives Potential sich unte
Literatur | Buchpräsentation

Peter Wawerzinek "Rabenliebe"

Verlag Galiani Berlin

Ein Buch wie ein Erdbeben

Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte.

Ihre Abwesenheit war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Wie hatte seine Mutter es ihm antun können, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Die Köchin des Heims wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nich
Literatur | Buchpräsentation

Jan Wagner "Der verschlossene Raum"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2017

Mit den Essays von Jan Wagner auf literarischer Entdeckungsreise: leidenschaftlich, mitreißend, klug.

Wüsste man nichts von Jan Wagners lyrischem Werk, man würde überhaupt nur noch Essays von ihm lesen wollen. Ob er über Bibliotheken, Buchhandlungen, Lyrik oder Kunst schreibt, ob er literarische Postkarten aus Rom oder Los Angeles sendet oder die Epiphanie eines Rosmarins im schwäbischen Garten feiert – man glaubt diesem charmanten Geschichtenerzähler alles. Es bleibt kaum Zeit, die rhetorische Fingerfertigkeit zu bewundern, mit der da zwischen souveräner Gelehrsamkeit unerwartet die nächste Anekdote aus dem Ärmel gezogen wird, und man kann nicht anders als staunen über die Trouvaillen, die Jan Wagner von seinen Entdeckungsreisen quer durch Epochen und Konti
Literatur | Buchpräsentation

Robert Menasse "Die Hauptstadt"

Suhrkamp Verlag

Deutscher Buchpreis 2017

Der große europäische Roman

In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierig
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Natascha Wodin "Sie kam aus Mariupol"

Rowohlt Verlag

Leipziger Buchpreis 2017 - Belletristik

"Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr.

"Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Buch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland v
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Jan Wagner "Regentonnenvariationen"

Hanser Verlag

Preis der Leipziger Buchmesse 2015

In seinem neuen Gedichtband vermisst Jan Wagner poetisch die Welt – von Schlehen im Frost bis zu Eseln in Sizilien.
Der Garten, in dem die Regentonne steht, ist phantastisch weit, reich und offen – eine Welt. In diesem Lyrikband geht es in die Natur mit all ihren kunstvollen Variationen des Lebens. Jan Wagner lässt den Giersch schäumen, dass einem weiß vor Augen wird, nimmt Weidenkätzchen und Würgefeige, Morchel und Melde, Eule, Olm und Otter ins poetische Visier, zoomt ran, überblendet assoziativ, bis der Blick sich weitet und man weiß, für einen Augenblick zum Wesen der Dinge vorgedrungen zu sein. Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören – bis längst Vergesse
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Hier ist Berlin!

Geschichte(n) aus der Sammlung des Stadtmuseums
Dauerausstellung

Erleben Sie einen Stadtspaziergang der besonderen Art durch fast 800 Jahre Berlin. Schlendern Sie durch Straßen, über Plätze und verweilen Sie an Objekten, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Entdecken Sie dabei Bekanntes, Unbekanntes und einige Schätze, die lange im Depot verborgen waren.

Das einzig originale Teil der Quadriga
Vom historischen Stadtkern spazieren Sie in den Tiergarten, nach Moabit, Charlottenburg, Wilmersdorf und Friedrichshain. Lernen Sie Straßenzüge und Areale kennen und erfahren Sie, wie sich das einstige Berlin-Cölln bis heute entwickelt hat. Dies spiegelt sich an Pretiosen aus der Gemälde- und Kunstgewerbesammlung ebenso wie an Gegenständen des Alltags. Auf Ihrem Weg begegnen Sie der Berolina vom Alexanderplatz und dem einzig erhaltenen Originalteil der Qua
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Mirjam Pressler "Grüße und Küsse an alle"

S. Fischer Verlag

Die Geschichte der Familie von Anne Frank

Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente
Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ururgroßvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen, doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen. Ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollt
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Jan Josef Liefers "Soundtrack meiner Kindheit"

Rowohlt Velage

Ein ganz persönliches Buch über eine Kindheit in der DDR.

«Ich wurde im November 1963 eines Nachts unter nicht sonderlich spektakulären Umständen in Dresden gezeugt ... Die Schwangerschaft kam alles andere als gelegen. Meine Eltern waren mitten im Studium, hatten keine eigene Wohnung, hätten sich auch keine leisten können, und ihre Zukunft war ziemlich ungewiss, um nur zwei vernünftige Argumente gegen so frühen Nachwuchs aufzuzählen. Aber nach einigen halbherzigen Versuchen aus dem reichen Schatz häuslicher Selbsthilfemittel wie sehr heiße Bäder, Rotwein mit Nelke und anschließenden Sprüngen vom Kleiderschrank war klar, die Frucht saß fest, das Zellklümpchen zeigte sich unbeeindruckt und teilte sich normgerecht weiter. Die junge Frau war kerngesund, und – Schauspielerin hin oder her – b
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Thomas Rosenlöcher "Die verkauften Pflastersteine - Dresdner Tagebuch"

Suhrkamp Verlag

Als dieses Buch 1990 zum ersten Mal erschien, wurde es als ein ungeheuer genauer, gelassener und ironisch-skeptischer Blick auf die Tage der Wende und die Monate danach begrüßt. In einer Zeit, als die Stimmung zwischen schriller Einheitseuphorie und Verklärung der DDR schwankte, schaute Thomas Rosenlöcher genauer hin und verließ sich allein auf sein unabhängiges Urteil. Liest man sein Tagebuch der Wendezeit heute, dann wird klar: Es ist eines der hellsichtigsten Bücher, die wir über das vereinte Deutschland lesen können. Mit großer Glaubwürdigkeit, radikaler Ehrlichkeit und klugem Humor beschreibt Rosenlöcher ein Land, in dem wir bis heute leben.

- eines der wichtigsten Bücher über die Wende in neuer Ausgabe
- authentische Einblicke in beide deutsche Staaten vor der Wiedervereinigung
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Jean-Marc Gonin, Olivier Guez "Die Mauer fällt"

Piper Verlag

Aus dem Französischen von Helmut Reuter. Was am 9. November 1989 passierte, war ebenso unwahrscheinlich und abenteuerlich wie ein Roman. Und genau so erzählen Olivier Guez und Jean-Marc Gonin diese Geschichte. Kann man sich eine Szene ausdenken wie die, in der der mörderische General Mielke vor die Volkskammer tritt und ruft: "Ich liebe Euch doch alle"? Oder wie eine Handvoll Demonstranten in der Berliner Gethsemane-Kirche die schwerbewaffneten Stasi-Männer durch Kirchenlieder zum Abzug bringt? In der Art eines Doku-Dramas verknüpfen die Autoren die oft dramatischen Schicksale der eigentlichen Helden der Geschichte, der Menschen, mit denen der großen Politik von Honecker & Co. Sie alle treten als lebendige Figuren auf, in ihren Gesprächen, privaten Eigenarten, die mehr verraten als jede no
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Bodo Kirchhoff "Widerfahrnis"

Frankfurter Verlagsanstalt

Deutscher Buchpreis 2016

Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittel
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Marcel Beyer "Flughunde"

Suhrkamp Verlag

Georg-Büchner-Preis 2016 für Marcel Beyer

Flughunde sind fledermausähnliche Flattertiere mit hundeartigem Kopf. Für Hermann Karnau sind sie von Kindheit an Sinnbild einer Welt, die vor dem Zugriff fremder Stimmen geschützt ist. Die Stimme ist der Fetisch des Akustikers Karnau, der 1940 den Plan faßt, systematisch das Phänomen der menschlichen Stimme zu erkunden.
Die eine Erzählstimme gehört Hermann Karnau, dessen Namen der Autor einem Wachmann im Berliner Bunker unter der Reichskanzlei entliehen hat. Die andere gehört der achtjährigen Helga, einer Tochter des Propagandaministers. Immer wieder kommt es zu Begegnungen der beiden, zuletzt im April 1945, als Karnau in Berlin ist, um die Führerstimme aufzuzeichnen.
Ein Zeitsprung führt in den Sommer 1992. Hermann Karnau, der nach dem Kri
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Guntram Vesper "Frohburg"

Schöffling & Co.

Preis der Leipziger Buchmesse 2016 (Belletristik)

FROHBURG ist ohne Zweifel das opus magnum von Guntram Vesper, zugleich für den Autor der Ausgangspunkt von allem: Der Ort seiner Geburt 1941, Jugend, Aufwachsen und Erwachen, die Flucht der Familie 1957, das umliegende Land die Folie der Geschichtsbetrachtung einer deutschen Epoche. Hier werden ein Land und eine Zeit gültig festgehalten, Kultur und Politik, Krieg und Nachkrieg, ein umfassendes, großartiges Portrait deutschen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert; ein gewaltiges Prosawerk, das neben die großen Bücher von Peter Kurzeck, Walter Kempowski und Uwe Johnson zu stellen ist. FROHBURG ist ein Füllhorn an Geschichten, zumeist aus eigenem Erleben grundiert, eine große autobiographische Erzählung, ein Welt-Buch im Überschaubaren, ein Ges
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Gregor Gumpert / Ewald Tucai "Ruhr.Buch"

dtv

RUHR.2010
Kulturhauptstadt Europas - die literarische Anthologie

Essen und 52 weitere Städte zwischen Rhein, Lippe, Emscher und Ruhr dürfen sich 2010 als Kulturhauptstadt Europas feiern. Der drittgrößte europäische Ballungsraum rüstet sich mit vielen Projekten und Veranstaltungen, um sich sowohl als Kulturlandschaft als auch als Metropole zu zeigen.

Zu der Begegnung mit einer großen Geschichte und einer spannenden Zukunft lädt auch diese repräsentative literarische Anthologie mit Prosatexten, Gedichten und Liedern zahlreicher Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart ein. Ob aus heimatlicher Perspektive oder aus der eines Besuchers: Alle Beiträge erzählen von den historischen Besonderheiten und den beeindruckenden Veränderungen, die das Ruhrgebiet - diesen Schmelztiegel in der Mitte
Ausstellungen | Ausstellung

Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze

800 Jahre Berliner Nikolaikirche
Dauerausstellung

Schon beim Betreten der umfassend sanierten Nikolaikirche werden die Besucher vom grandiosen Raumeindruck überwältigt sein: Gleich vom Eingang aus öffnet sich nun der Blick weit in die Kirchenhalle hinein bis zum Chor. Über dem neuen Ziegelboden erheben sich graue Bündelpfeiler, die das Zeltdach der Kirchenhalle mit seinem farbigen Rippennetz tragen.

Eine moderne Beleuchtungsanlage inszeniert die zahlreichen Kunstwerke und die zurückhaltenden Stahl-Glas-Einbauten der neuen Dauerausstellung. Viersprachige interaktive Medien erschließen darin facettenreich die unterschiedlichsten Aspekte der sieben Themeninseln:

Spurensuche | Die frühe Berliner Stadtgeschichte
Vom Feldstein zum Backstein | Die Baugeschichte der Nikolaikirche
Spaziergänge | Das Nikolaiviertel gestern und heute
W
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Georg Klein "Roman unserer Kindheit"

Rowohlt Verlag

Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen.

Hardcover, 448 S.
22,95 €

«Roman unserer Kindheit» ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht.

«Ein Geniestreich ist dieser Roman, opak, dicht, verrückt, hässlich und irre schön.»
Ina Hartwig, Die Zeit
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Hans-Ulrich Treichel "Grunewaldsee"

Suhrkamp Verlag

Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: »Permanecemos juntos!« - »Wir bleiben zusammen!« Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dau
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Thomas Kapielski "Mischwald"

Suhrkamp Verlag

Preis der Literaturhäuser 2010

Kunst ist schlimmer als Heimweh – sagt Thomas Kapielski in Mischwald, seinem neuen großen Prosaband, einer reich illustrierten Welt- und Werkschau, angelegt als Logbuch eines gemischten Jahres, zu dessen Auftakt man ihn irrtümlich für tot erklärt und an dessen Ende er verfügt: Meinen Grabstein soll die Zeile schmücken: »Macht bloß so weiter!«

Was das Leben ihm dazwischen alles zuträgt, spottet jedem Vorschautext: Paradoxe Rauschzustände angesichts eines TV-Konzerts von André Rieu, heikle Fragen der Koran-Archäologie oder eine Einladung zur »Blattkritik« beim Stern haben genauso ihren Ort wie die angeschwipsten Bekenntnisse eines Künstlersozialkassenmitglieds, liebevoll gemeißelte Porträts verstorbener Weggefährten wie Emmett Williams, Thomas Schmid oder
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Christa Wolf "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud"

Suhrkamp Verlag

Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Ihr Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L. aus dem Nachlaß einer verstorbenen Freundin, deren Schicksal sie nachspürt – eine Frau, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Sie beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die Vergangenheit des „New Weimar unter Palmen“, wie Los Angeles als deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der „Virus der Menschenverachtung“ in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wiederbelebt?

In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt
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Paul Auster "Unsichtbar"

Rowohlt Verlag

Niemand entzieht dem Leser so virtuos den Boden unter den Füßen, wie Paul Auster, der «Zeremonienmeister des Zufalls» (FAZ). Eben noch hat uns einer sein Leben erzählt, schon ist er – ein kleiner Wechsel der Perspektive nur – die imaginäre Figur eines Romans. Wer ist wirklich der, der zu sein er vorgibt? In Unsichtbar werden wir Zeuge eines teuflischen Spiels von Verführung und Verrat, Liebe und Lüge.

Der Fremde in dir

Vor vierzig Jahren haben sie sich zuletzt gesehen, es war «der Sommer des Sechstage-Kriegs, der Sommer der Rassenunruhen in mehr als hundert amerikanischen Städten, der Summer of Love». Jetzt schickt Adam Walker seinem früheren Studienfreund, dem erfolgreichen Schriftsteller James Freeman, ein unfertiges Manuskript: «Ich brauche dringend Hilfe.» Bald darauf erhält Free
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Reinhard Jirgl "Die Stille"

Hanser Verlag

Georg-Büchner-Preis 2010

Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang.

Roman
Fester Einband, 536 Seiten
Preis: 24.90 € (D) / 42.90 sFR (CH) / 25.60 € (A)
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Jonathan Franzen "Freiheit"

Rowohlt

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeldt. Patty und Walter Berglund - Vorzeigeeltern und Umweltpioniere, fast schon ideale Nachbarn in ihrer selbst renovierten viktorianischen Villa in St. Paul - geben plötzlich Rätsel auf: Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur proletenhaften republikanischen Familie nebenan, Walter lässt sich zum Schutz einer einzigen Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Hausfrau, entpuppt sich als wahrlich sonderbar. Hat Walters bester Freund, ein Rockmusiker, damit zu tun? Auf einmal lebt Patty ihre kühnsten Träume, führt sie ein Leben ohne Selbstbetrug. In diesem Roman einer Familie, der zugleich ein Epos der letzten dreißig Jahre amerikanischer Geschichte ist, erzählt Jonathan Franzen
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Uwe Tellkamp "Die Schwebebahn - Dresdner Erkundungen"

inselverlag

Nach dem grandiosen Erfolg seines Beststellers Der Turm führt Uwe Tellkamp uns erneut in seine Heimatstadt Dresden. Auf den Stationen dieser Reise erwartet uns eine Fülle von Geschichten, die sich zu einer einzigartigen Erzählung der Stadt zusammenfügen. Wir begegnen der Klavierlehrerin Adolzaide und dem Vorsitzenden der Quittengesellschaft, hören Gesprächen über die Frauenkirche, Dresdner Maler und Architektur zu, besuchen den Jungen, dem in einem Johannstädter Plattenbau eine Tube Schuhcreme zum Gleichnis für den Traum vom Meer wurde. Dresden ist ein Stück Italien, und eine Laufmaschenreparatur ist in Wahrheit eine Filiale des Amts zur Wiederherstellung der Schönheit. In der Bunten Republik Neustadt lebt Q., die Brombeeren und die Zahl 19 liebt. Zwergpudel Caligula, der die Dame mit Hut
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Amir Hassan Cheheltan "Teheran Revolutionsstraße"

P. Kirchheim Verlag

Der Aufstieg eines zwielichtigen Operateurs von Jungfernhäutchen zum Klinikchef, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt, ist Ausgangspunkt für ein Sittenbild der iranischen Gesellschaft, deren politische, wirtschaftliche und soziale Zwänge und Verwerfungen ein junges Liebespaar auf grausame Weise scheitern lassen. „Teheran Revolutionsstrasse“, der in Teheran nicht veröffentlichte Roman Cheheltans, porträtiert den unbekannten Alltag von Menschen der Teheraner Megacity.

Scheinbar unbeteiligt läßt Shahrsad sich von den Ereignissen mitschleifen. Kein Aufschreien, kein Aufbegehren …Ihre ganze Kraft fließt in das starre Aushalten, das kein Morgen kennt, keine Schuld, kein Selbstwertgefühl. … Und mit dieser Charakterisierung der jungen Frau gelingt Cheheltan eine beeindruckende Reflexio
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Mario Vargas Llosa "Das böse Mädchen"

Aus dem Spanischen von Elke Wehr
suhrkamp

Literaturnobelpreis 2010

Als er sie zum erstenmal sieht, tanzt sie den Mambo wie keine andere, damals in Miraflores, Sommer 1950. Sie ist, wie er, fünfzehn Jahre alt – aber was für Freiheiten nimmt sie sich heraus! Wie aufregend wenig bekümmert sie all das, was man in diesem steifkatholischen Lima tut oder nicht tut. Und dann ist sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Erinnerung an das »böse Mädchen« und ihr geheimnisvolles Anderssein läßt Ricardo nicht mehr los.
Seine Freiheit besteht darin, nach Paris zu gehen, als Übersetzer, ein intellektuelles Glück, von dem er glaubt, es könne ihm genügen. Da aber taucht aus heiterem Himmel das »böse Mädchen« auf, unterwegs nach Havanna, wo sie zur Revolutionärin ausgebildet werden soll. Sie lieben sich in einer Nacht, die
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Mircea Cărtărescu "Die Wissenden"

dtv Verlag

Was als Selbsterkundung eines Halbwüchsigen beginnt, entwickelt sich zu einem mitreißenden Erzählstrom von immenser Sprachkraft.
Rumänien um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Von einer Wohnung in einem Bukarester Plattenbau aus beobachtet der 15-jährige Mircea, wie das ehemalige Paris des Ostens architektonisch verschandelt wird. Angeregt durch die Geschichten seiner Mutter, will er die Erinnerung an die alte Stadt bewahren.

Aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka
528 Seiten

»Ein Proust aus dem Plattenbau, aber einer auf Speed.« Der Spiegel
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Hans Joachim Schädlich "Kokoschkins Reise"

Rowohlt Verlag

CORINE-Preisträger 2010

Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin reist 2005 auf dem Luxusliner Queen Mary 2 von Southhampton nach New York. Während der fünftägigen Kreuzfahrt erinnert sich der rüstige 95-jährige Professor in Rückblenden an die Stationen seines Lebens in Europa.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt er in St. Petersburg, der Stadt seiner Kindheit, wo die Bolschewiki 1918 seinen Vater ermordet hatten. Die Mutter floh mit dem Sohn über Odessa zunächst nach Berlin. Hier konnte er die Schule besuchen und studieren, er erlebt die Weimarer Republik und den deutschen Nationalsozialismus. Wiederum flieht er, diesmal nach Prag, wo es ihm gelingt, ein Stipendium für die USA zu bekommen. Amerika wird ihm nach der Machtergreifung der Nazis zur letzten Heimat. In nur sechs Kapiteln spieg
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Thomas Bernhard "Aus Opposition gegen mich selbst"

Suhrkamp Verlag

Herausgegeben von Raimund Fellinger

In dem Interview zu seinem 50. Geburtstag erklärte Thomas Bernhard: »Negativ ist alles, gibt nicht Positives.« Später konstatierte er lakonisch: »Es ist eh’ alles positiv.« Ist also Thomas Bernhard der große Unfaßbare, der im gleichen Atemzug Gegenteiliges behauptet? Ist sein Werk vielleicht finster und sein Autor ein fröhlicher Clown? Ist er bloß ein opportunistischer Übertreibungskünstler bei allem und jedem? Oder ist er doch der schärfste Kritiker der politischen Verhältnisse im allgemeinen und des »katholisch-nationalsozialistischen Österreich« im besonderen?
Der vorliegende Band versammelt kurze und längere Texte von Thomas Bernhard, er berücksichtigt alle Gattungen – vom Roman bis zum einzeiligen Leserbrief – und präsentiert das Bernhardsche W
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Alex Capus "Léon und Louise"

Hanser Verlag

Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.
Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.

Roman
Fester Einband, 320 Seiten
Preis: 19.90 € (D) / 29.90 sFR (CH) /
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Ingo Schulze "Adam und Evelyn"

Berlin Verlag

Mainzer Literaturpreis 2011 für das Lebenswerk von Ingo Schulze

Spätsommer 1989, Ferien am Balaton — plötzlich öffnet Ungarn die Grenze, und der verbotene Westen mit all seinen Verlockungen ist zum Greifen nah. In dieser Situation entdeckt Ingo Schulze den Mythos von Adam und Eva. Entstanden ist eine große Tragikomödie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies.
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balato
Ausstellungen | Ausstellung

Berliner Leben im Biedermeier

Dauerausstellung

Das Knoblauchhaus gehört zu den wenigen, noch am ursprünglichen Ort erhaltenen Berliner Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts. Original rekonstruierte Wohnräume sind den Mitgliedern der Familie Knoblauch gewidmet und vermitteln das damalige Lebensgefühl. Gebrauchsgegenstände, Bilder und Familiendokumente informieren über soziales Leben, Wirtschaft, Politik und Architektur jener Zeit.

Öffnungszeiten: Di, Do–So 10–18 Uhr | Mi 12–20 Uhr

Eintritt frei (um eine Spende wird gebeten)
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Frank Jöricke "Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage"

Solibro Verlag

"Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam."

Frank Jörickes Roman ist eine launige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandtschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "u
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Jan Peter Bremer "Der amerikanische Investor"

Berlin-Verlag

Alfred-Döblin-Preis 2011

„Vielleicht sollte er dem amerikanischen Investor einen Brief schreiben. Vielleicht war der amerikanische Investor ein Mensch mit einem großen Herzen für die Literatur“.

Vor sich eine weiße Wand und die herausfordernd leere Seite seines Notizhefts, ringt ein Schriftsteller um den ersten Satz. Und weil sich der an diesem heißen Berliner Sommertag partout nicht einstellen will, springt er auf, kontrolliert zum hundertsten Mal, ob sich der Zustand seiner Wohnung wieder verschlechtert hat.
Das alte Mietshaus, in dem er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, wird von dem neuen amerikanischen Investor saniert, und nun senken sich die Böden ab. Die Wände zeigen Risse, und ist nicht sein ganzes Leben seitdem buchstäblich in eine Schieflage geraten?

Er beschlie
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Friedrich Christian Delius "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus"

Reinbek, Rowohlt-Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

“In der Mitte seines Lebens, im Sommer 1981, beschließt der Kellner Paul Gompitz aus Rostock, nach Syrakus auf der Insel Sizilien zu reisen. Der Weg nach Italien ist versperrt durch die höchste und ärgerlichste Grenze der Welt, und Gompitz ahnt noch keine List, sie zu durchbrechen. Er weiß nur, daß er die Mauern und Drähte zweimal zu überwinden hat, denn er will, wenn das Abenteuer gelingen sollte, auf jeden Fall nach Rostock zurückkehren.” So beginnt F. C. Delius’ Chronik eines ungewöhnlichen, schweijkschen Abenteuers aus unserer Zeit.
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelingt es dem Kellner im Juni 1988, mit einer Jolle von Hiddensee aus die Seegrenze der DDR zu überqueren und nach Gedser in Dänemark zu segeln – ein “einfacher Grenzdurchbruch”, wie Gomp
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Anna Seghers "Tage wie Staubsand. Briefe 1953-1983"

Aufbau-Verlag

Mehr als in den Briefen aus früheren Jahren spricht Anna Seghers hier von sich selbst, vor allem in den Briefen an ihre engsten Freunde Jorge Amado und Ilja Ehrenburg. Ihnen gesteht sie ihre Einsamkeit ein, die sie trotz aller äußeren Erfolge empfindet. Den Vertrauten gegenüber muss sie die restriktiven Kampagnen und politischen Ereignisse dieser Zeit nicht kommentieren. Stattdessen spricht sie von ihrer Trauer und ihrer Sehnsucht nach Freude: Bekenntnisse, die ein differenzierteres Bild der Autorin vermitteln. Hinzu kommen Einblicke in die Überlastungen dieses Lebens, denen sie bis zuletzt lebensmutig und kreativ entgegentrat.
Mit Briefen an Erwin Piscator, Lion und Marta Feuchtwanger, Lenka Reinerová, Helene Weigel, Volker Braun, Carl Zuckmayer, Günter Kunert, Stephan Hermlin, Lew Kopel
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Melinda Nadj Abonji "Tauben fliegen auf"

jung und jung

Schweizer Buchpreis 2010

Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört.
Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann n
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Monika Maron "Flugasche"

S. Fischer Verlag

Lessing-Preisträgerin 2011

Bitterfeld vor 30 Jahren: Die Journalistin Josefa Nadler kommt hierher, um eine Reportage über das veraltete und umweltgefährdende Kraftwerk zu machen. Mit ihrer kritischen Haltung gerät sie unter Druck und muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück.
›Flugasche‹ (1981), Monika Marons erster Roman, machte die Autorin über Nacht berühmt. Er zählt heute zu den Meisterwerken der deutschen Nachkriegsliteratur und bildet einen wichtigen Bezugspunkt zu Monika Marons 2009 erschienener Reportage ›Bitterfelder Bogen‹.

Roman
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Maja Haderlap "Engel des Vergessens"

Wallstein Verlag

Bachmann-Preis 2011

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Famili
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Bora Cosic "Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution"

Suhrkamp Verlag

Stefan-Heym-Preis 2011

Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, heute ein Klassiker der europäischen Literatur, war ein Kultbuch in Jugoslawien. Aus der Perspektive eines Kindes - unschuldig bis zur Idiotie - wird in kaum zu überbietender Knappheit vorgeführt, wie Krieg, Faschismus und Kommunismus den Mikrokosmos einer heruntergekommenen Familie in Belgrad der vierziger Jahre heimsuchen. Hier hält man Lenins Schrift »Ein Schritt vor, zwei zurück« für ein Tango-Lehrbuch, diskutiert über Zwerge in Einmachgläsern und geht in Deckung, wenn die Partisanen den Freund von gestern zum Feind erklären. Die unheimliche Lakonie des Erzählers, der irrsinnige Witz und melancholische Humor des Buches machen es zu einem Meisterwerk der Subvers
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Frédéric Martel "Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt"

Knaus Verlag

Wer beherrscht unsere Köpfe und warum? – Eine faszinierende Expedition zu den Mächtigen des Kulturbetriebs

Avatar, Stieg Larsson, Google, Michael Jackson – wie funktioniert die Kultur der Massen und wer macht sie? Was gefällt allen, überall auf der Welt? Und warum? Es geht in diesem Report über die weltweite Kulturindustrie um ein Billionengeschäft. Es geht aber auch um die Herrschaft über Worte, Bilder, Träume und Weltanschauungen.

Fünf Jahre reiste der Medienforscher Frédéric Martel auf allen Kontinenten, befragte in 1250 Interviews die Mitwirkenden der Kreativindustrien von 30 Ländern. Auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern begleitet ihn der Leser in die Kapitalen des Entertainment, nach Hollywood und Bollywood, zu TV Globo nach Brasilien, zu Sony, Al Jazeera, Televisa, in ä
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Hanna Krall "Herzkönig"

Verlag Nuee Kritik

Europäischer Literaturpreis

»Das ist der letzte Abschnitt meiner Reise, und es wäre dumm, wenn ich jetzt verrückt werden würde.«

Diese nüchterne Feststellung stammt von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka. Seit der Deportation ihres Mannes nach Auschwitz besteht der Sinn ihres Lebens allein darin, ihren Herzkönig zu befreien. Die fieberhaften Bemühungen werden von Absurditäten und Zufällen, von glücklichen und unglücklichen Fügungen begleitet. In Zeiten der Vernichtung wundert sich Izolda über keine Grausamkeit - auch nicht über die eigene.

Bis Izolda schließlich im Mai 1945 im Lager Ebensee auf ihren Ehemann trifft, hat sie eine Odyssee von Lagern und Gefängnissen hinter sich. Das Paar kehrt mit »polnischen« Pässen nach Polen zurück. Jahre später fliegt die geborgte Identität
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Martin Walser "Muttersohn"

Rowohlt Verlag

Auf die Frage, wovon sein neuer Roman handele, bekennt Martin Walser, dass es einfacher wäre zu sagen, wovon er nicht handele. Hier sind alle seine großen Themen gebündelt: Liebe und Vergeblichkeit, Lüge und Wahrheit, Glauben und Wissen. Muttersohn ist ein von Humor polierter Glaubensroman, ein Erleuchtungsbuch, in dem auch die Vernunft ihren Platz findet – nur nicht den von Aufklärungsfanatikern eingeforderten.

Hardcover, 512 S.

«Muttersohn» ist ein Abenteuer, ein wilder, ein mit allen Daseinsfarben auf trumpfender Roman. Ein Roman darüber, was die Liebe vermag, was der Glaube vermag, was die Sprache vermag.

«Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.»
FELICIAS VON LOVENBERG, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Ein heiteres, altersweises Spiel, das von Normen und Be
Ausstellungen | Ausstellung

geSchichten und beFunde - Mittelalterliche Sakralkunst neu entdeckt

Dauerausstellung

Das Stadtmuseum Berlin besitzt die bedeutendste Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke aus Berlin und Brandenburg. In den letzten drei Jahren konnten die Sammlungen Malerei, Skulptur, Goldschmiedekunst und mittelalterliche Stickerei dank der Getty Foundation Los Angeles erstmals systematisch untersucht werden.

In einer Sonderausstellung sind nun die zahlreichen Forschungsergebnisse zu Technologie, Funktion und Geschichte der hochrangigen Kunstwerke zu sehen. Gleichzeitig wurde die bisherige Präsentation überarbeitet und um einige jetzt restaurierte Kunstwerke bereichert.

Ein Projekt im Ausstellungsverbund Potsdam – Berlin – Ziesar – Brandenburg an der Havel RAUBRITTER UND SCHÖNE MADONNEN
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Jörg Bernig "Weder Ebbe noch Flut"

Mitteldeutscher Verlag

Eichendorff-Literaturpreis 2011

Die Geschichte der großen Liebe von Albert und Dorothee beginnt 1983 am Rande eines Kirchentages in Leipzig. Ein Kind soll für die beiden ein Zauberspruch gegen einen Alltag sein, mit dem sie nichts anfangen können. Doch Dorothee wird nicht schwanger, auch die Medizin vermag nicht zu helfen.
Dann fällt die Mauer, neue Möglichkeiten tun sich auf, aber Albert entbindet Dorothee von ihrem Versprechen auf ein gemeinsames Leben. Er verlässt sie aus Liebe, damit wenigstens sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Er selbst geht nach Wales – wie er sagt: ans Ende der Welt. Dort will er seine Forschungen zu Adalbert Stifter abschließen, dessen Ehe ebenfalls kinderlos geblieben war. Und noch tiefer reicht die Verbindung Alberts mit dem Leben Stifters: Als Alb
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Tomas Tranströmer "Sämtliche Gedichte"

Hanser Verlag

Literatur-Nobelpreis 2011

Das schmale lyrische Gesamtwerk von Tomas Tranströmer hat auch außerhalb Schwedens großen Einfluß ausgeübt; besonders aber in Deutschland. In seinen Gedichten kommt eine innere, erträumte Welt hinter der Wirklichkeit zur Sprache, die in ihrer exakten Schönheit ein Gegenbild zeichnet.

übersetzt aus dem Schwedischen von Hanns Grössel
Erscheinungsdatum: 08.02.1997
Flexibler Einband, 264 Seiten





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Sibylle Lewitscharoff "Consummatus"

Suhrkamp Verlag

Stuttgart, Café Rösler, Samstag, den 3. April 2004 (vormittags) – ein Mann trinkt. Ralph Zimmermann ist allein mit sich und dem Alkohol. Oder auch nicht. Bei ihm sind Andy Warhol, Edie Sedgwick, Jim Morrison und nicht zuletzt seine Geliebte Joey. Tot zwar allesamt, aber doch anwesend genug, um einen Stift zumindest auf glatter Fläche ein paar Millimeter rollen zu lassen. Und natürlich, um zu kommentieren, was Ralphi-Ralph erzählt: von sich, seinem Leben, seiner Liebe und seinem eigenen Ausflug ins Totenreich.

suhrkamp taschenbuch 4230
Broschur, 240 Seiten

»Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot un
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Eugen Ruge "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Rowohlt-Verlag

Deutscher Buchpreis 2011

Roman einer Familie

Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

Hardcover, 432 S.
19,95 €
978-3-498-05786-2

«Überragend ... eine faszinierende Innensicht der DDR.» Felicitas von Lovenberg, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Eugen Ruge ist ein Erzähler von einer Virtuosität, von einer sprachlichen Finesse, von einer erzähltechnischen Genauigkeit, wie man sie nicht alle Tage antrifft ... Meist
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Friedrich Christian Delius "Bildnis der Mutter als junge Frau"

Rowohlt Verlag

Georg-Büchner-Preisträger 2011

Rom im Januar 1943: Eine junge deutsche Frau steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. An einem sonnigen Tag begibt sie sich auf einen Spaziergang durch die fremden Straßen. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke ist sie mit ihren Gedanken woanders. Ihr Mann wurde überraschend an die afrikanische Front abkommandiert. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist ungewiss. Und auf ihrem Gang durch die Ewige Stadt beginnt die junge Frau zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte …

rororo
Taschenbuch, 128 S.

«Eine wundervolle Erzählung.» (Süddeutsche Zeitung)
«Ein kleines Meisterwerk … und eine Liebeserklärung an die Stadt Rom und an die Mutter.» (Die Zeit)
«Ein Meisterwerk an Anmut und historischem Scharfblick.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Spannung und E
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Peter Handke "Immer noch Sturm"

Suhrkamp Verlag

Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln – ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenze
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Christa Wolf "Der geteilte Himmel"

Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung.
Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen. Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern - Tage und Nächte hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem Chemikerkongreß in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glaube
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Jan Brandt "Gegen die Welt"

Dumont Verlag

Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Ku
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Jonathan Franzen "Die Korrekturen"

Rowolth Verlag

Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.
Jonathan Franzen ist ein großartiger Roman gelungen: Familien- und Gesellschaftsgeschichte in einem.

rororo
Taschenbuch, 784 S.

Eine Sensation. (Der Spiegel)

Ein Wunder. Und kein geringes. (Die Welt)

Jonathan Franzen ist das größte Sprachtalent, das die amerikanische Literatur seit John Updike hervorgebracht hat. (Literaturen)
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Sibylle Lewitscharoff "Blumenberg"

Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenber
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Umberto Eco "Der Friedhof in Prag"

Hanser Verlag

Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.

Roman – übersetzt aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Fester Einband, 528 Seiten
Mit zahlreichen Abbildungen

"
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Wolfgang Herrndorf: "Sand"

Rowohlt Berlin

Preisträger der Leipziger Buchmesse 2012

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbel
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Thea Dorn, Richard Wagner "Die deutsche Seele"

Knaus Verlag

Von Gemütlichkeit und Grundgesetz, von Abendbrot bis Zerrissenheit. Alles was deutsch ist.

So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.

Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss e
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Ian Kershaw "Das Ende"

Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45
Deutsche Verlags-Anstalt

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Das »Dritte Reich« kämpfte nicht nur bis zum bitteren Ende, bis zur totalen Niederlage, es funktionierte auch bis zum Schluss. Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Die Gründe dafür, warum Hitlers Deutschland militärisch zusammenbrach, sind bekannt, die Frage, wie und warum das »Dritte Reich« bis zum Schluss funktionierte, ist dagegen bis heute nicht beantwortet. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das R
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Timothy Snyder "Bloodlands"

Europa zwischen Hitler und Stalin
C.H. Beck

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten – Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung – so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort.
Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht – und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor
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Feridun Zaimoglu "Ruß"

Kiepenheuer & Witsch Verlag

Preis der Literaturhäuser 2012

Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott – eine deutsche Saga

Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt – und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit.

Mit »Liebesbrand« und »Hinterland« hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Renz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jah
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Maxim Leo "Haltet Euer Herz bereit"

Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne Verlag

Europäischen Buchpreis 2011

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Der Journalist und Autor Maxim Leo ist Träger des Europäischen Buchpreises 2011. Leo, der in Ost-Berlin geboren wurde, wird für sein Buch „Haltet euer Herz bereit“ ausgezeichnet, das liebevoll und mitreißend die Geschichte seiner Familie vom Zweit
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Durs Grünbein "Aroma - Ein römisches Zeichenbuch"

Suhrkamp Verlag

Tomas-Tranströmer-Preis 2012

Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwert stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.

„Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen.
Dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war,
Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen.“

Der so spricht, ist an einem Ort angekommen, wo viele seiner Schreib- und Lebensmotive zusammenlaufen. Durs Grünbeins Jahr in Rom hat Gestalt gewonnen in einem Zeichenbuch. Die Stadt – „Roma caput mundi“ – wird als ein Schauplatz der Zeichen und Verweise erfahren und schlägt sich, wie bei den Reisenden früherer Zeiten, in Zeichnungen nieder – freilich in geschriebener Form. Aus vier Kapiteln gefügt, entstand so sein opus incertum, nach dem Vorbild des altrömi
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Felicitas Hoppe "Hoppe"

S. Fischer Verlag

Georg-Büchner-Preis 2012

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!

›Hoppe‹ ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.
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Swetlana Alexijewitsch: "Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus"

Suhrkamp

Nobelpreis für Literatur 2015

Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.
Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des »Second-hand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. »Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.«
Wer das Russland
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Nicolas Mahler "Franz Kafkas nonstop Lachmaschine"

Reprodukt

Preis der Literaturhäuser 2015

Wie fühlt es sich an, als Comicautor in der Hochkultur anzukommen? Wie übersetzt man Thomas Bernhard und Robert Musil in Comicform? Und gibt es nicht mehr Überschneidungen zwischen Franz Kafka und “Fix und Foxi”-Erfinder Rolf Kauka, als man zunächst annehmen mag? Auch in der vierten Sammlung von autobiografischen Geschichten berichtet Nicolas Mahler mit trockenem Witz aus seinem aufregenden Leben als Comiczeichner und von den grotesken Situationen, in die er fortwährend gerät.

Nicolas Mahler ist einer der profiliertesten und produktivsten Comickünstler im deutschsprachigen Raum. Bei Reprodukt ist neben autobiografischen Comics wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” zuletzt die tragikomische Erzählung “Lone Racer” erschienen. Viel Aufmerksamkeit wurde
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Michel Houellebecq "Unterwerfung"

Dumont-Verlag

Im Mittelpunkt von Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ steht die Geschichte des Literaturwissenschaftlers Francois. Während der Akademiker und leidenschaftliche Weintrinker das Werk des dekadenten Schriftstellers Huysmans erforscht, rückt die Wahl des neuen französischen Präsidenten immer näher.

Alles deutet darauf hin, dass der charismatische Kandidat der Muslimbruderschaft das Rennen machen wird. In der Hauptstadt kommt es zu tumultartigen Ausschreitungen: Autos brennen, Wahllokale werden überfallen und ein Bürgerkrieg scheint blutige Realität zu werden. Es kommt zur Stichwahl zwischen der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem muslimisch-moderatem, humanistisch gesonnenem Kandidaten – und schließlich zieht Mohamed Ben Abbès als Präsident in den Elysée-Palast ein. Bald stellt er die Repu
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Amos Oz "Unter Freunden"

Suhrkamp Verlag

Siegfried Lenz Preis 2014 für Amos Oz

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meis
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Patrick Modiano "Der Horizont"

Hanser Literaturverlag

Nobelpreis für Literatur 2014

Zwei Verlorene, die sich finden und wieder verlieren - ein Roman über Zeit und Erinnerung von Nobelpreisträger Patrick Modiano
Während einer Demonstration stoßen sie in einem Metroeingang zufällig zusammen, Margaret Le Coz und Jean Bosmans. Sie, geboren in Berlin als Tochter einer französischen Mutter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, er schreibt an seinem ersten Roman. Die beiden werden für kurze Zeit ein Liebespaar. Bis Margaret Hals über Kopf aus Paris flieht. Vierzig Jahre später spürt Bosmans dieser verlorenen Liebe nach. Was ihm bleibt sind seine Erinnerungen und eine konkrete Spur, die in eine Berliner Buchhandlung führt. Patrick Modianos neues Buch – in Frankreich als sein schönster Roman über das Vergehen der Zeit gerühmt – ist die Gesc
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Thomas Hettche "Pfaueninsel"

Kiepenheuer & Witch

Eine Insel außerhalb der Zeit

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. In seinem opulenten, kundigen und anrührenden Roman erzählt Thomas Hettche von dessen Blüte, Reife und Verfall aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, in deren Lebenslauf sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts verdichtet.
Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwisch
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Terézia Mora "Das Ungeheuer"

Luchterhand Literaturverlag

Deutscher Buchpreis 2013

Eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen
»Solche Geschichten gibt's, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Ger
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Lisa-Maria Seydlitz "Sommertöchter"

Eine Familiengeschichte voller Liebe

Durch einen anonymen Brief erfährt Juno von ihrem Erbe: ein Fischerhaus in der Bretagne. Aber wider Erwarten ist sie nicht die Einzige, die sich für das Haus interessiert. Die französische Kellnerin Julie hat sich dort eingenistet, und auch Jan, ein Architekt aus Deutschland, ist oft zu Besuch. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit. Die Reise in die Bretagne wird für sie zu einer Reise in ihre Familiengeschichte. In eine Kindheit, in der sie glücklich war und mit ihren Eltern ein scheinbar idyllisches Vorstadtleben geführt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alles anders wurde.
›Sommertöchter‹ ist ein Roman gegen das Alleinsein. Lisa-Maria Seydlitz nimmt ihre Leser mit in einen Sommer, in dem
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Judith Schalansky "Der Hals der Giraffe"

Preis der Literaturhäuser 2014

»Der beste Roman des Jahres.« Hubert Winkels, Deutschlandfunk Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presse und Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jah
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Marcel Beyer "Putins Briefkasten"

Kleist-Preis 2014

Eines Morgens, in einer ihm »selber nicht ganz klaren Anwandlung«, fährt Marcel Beyer an den Stadtrand von Dresden, um dort einen Briefkasten noch einmal zu sehen, nicht irgendeinen, sondern den Wladimir Putins, der in den achtziger Jahren hier lebte. Er findet ihn nicht mehr vor. Aber was Beyer auf seiner Spurensuche wahrnimmt und aufschreibt, entwickelt sich unterderhand zu einem Kurzporträt Putins, das erhellender ist als jede dickleibige politische Biographie. Was immer Beyer hier in seinen Erzählungen und Skizzen in den Blick nimmt - seien es Blumen oberhalb des Genfer Sees, eine von Rimbaud aufgegebene Kleinanzeige, ein einäugiger Löwe im Dresdner Zoo, von Dostojewskij zum Brüllen gebracht, ein kleinformatiges Gemälde von Gerhard Richter oder Lessings Ofenschirm
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Marjana Gaponenko "Wer ist Martha?"

Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revo