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Mi, 24.1.2018, 19:30
AUCH DEUTSCHE UNTER DEN OPFERN
Ein Rechercheprojekt von Tuğsal Moğul
Elf Jahre lang zieht dann eine rechte Terrorgruppe mordend durchs Land. Elf Jahre wurde von Seiten der Ermittler verbreitet, dass die Morde mit Drogendelikten, Geldwäsche und Menschenhandel der türkischen Mafia zusammen hängen.

Neun Ausländer, vorwiegend türkischer Abstammung, liegen erschossen in ihren Imbissbuden, Blumenläden und Internet-Cafés - deutschlandweit. Was ist passiert? Türkenmafia? Familientragödien? Oder vielleicht doch Rechtextremismus? Was wie ein grausames Ratespiel anmutet, ist bittere Realität. Nach der unaufgeklärten Mordserie von 2000 bis 2006 wurde im November 2011 der NSU aufgedeckt, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten sich getötet, Beate Zschäpe sich der Polizei gestellt. Seit Mai 2013 wird ihr und vier weiteren Angeklagten am Oberlandesgericht München der Proz
Mi, 24.1.2018, 19:30
DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN
Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán
Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht, ob es morgen nicht schon zu spät!«

Zeitreise in das k.u.k. Budapest vor knapp einhundert Jahren: Die erfolgreiche Chansonette Sylva Varescu, der als Fürstin des heißblütigen ungarischen Csárdás die Herzen zufliegen, gibt ihre Abschiedsvorstellung im Varieté. Sie ist dem jungen Wiener Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim leidenschaftlich zugetan. Den wollen seine Eltern jedoch mit seiner Cousine, Komtesse Stasi, verheiraten. Doch so schnell gibt die temperamentvolle Titelheldin nicht auf!

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN ist Emmerich Kálmáns (1882 – 1953) weltweit populärstes Stück, dessen zahlreiche Klassiker den hohen musikdramatischen Rang der CSÁRDÁSFÜRSTIN ausmachen und bis heute ihre fortdauernde Anziehungskraft bewahren. Kálmán, der Melancholi
Mi, 24.1.2018, 19:30
ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL
Komödie von Theresia Walser
»Wahrheit kann man doch nicht übersetzen. Wahrheit ist unübersetzbar …«

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich at
Mi, 24.1.2018, 20:00
Kammerkonzert:
Kushvid-Heckmair | Brogsitter | Wagner-Klaus | Schuhknecht
Ekaterina Kushvid-Heckmair, Violine
Thomas Brogsitter, Violine
Julie Wagner-Klaus, Viola
Christian Schuhknecht, Violoncello

Johannes Brahms: Streichquartett A-Dur op. 51/2
Franz Anton Hoffmeister: Duo für Violine und Violoncello C-Dur op. 5/1
Antonín Dvořák: Streichquartett F-Dur op. 96
Amerikanisches
Mi, 24.1.2018, 11:00
Konzert für Kinder:
Nordwestdeutsche Philharmonie | Adam | Thauern | Braun
Nordwestdeutsche Philharmonie
Susanne Adam / Marion Thauern, Moderation
Johannes Braun, Leitung

Igor Strawinsky: Der Feuervogel (Suite 1919)
Mi, 24.1.2018, 09:30
Konzert für Kinder:
Nordwestdeutsche Philharmonie | Adam | Thauern | Braun
Nordwestdeutsche Philharmonie
Susanne Adam / Marion Thauern, Moderation
Johannes Braun, Leitung

Igor Strawinsky: Der Feuervogel (Suite 1919)
Mi, 24.1.2018, 20:00
Die große Rocko Schamoni Show
2017 ist das Jahr der Menschheit.

Und was gäbe es Zwingenderes für den King, als sich ganz diesem Thema zu widmen? In seinen Texten, in seinen Songs, auf der Bühne und im Publikum: überall wuselt es von Menschen. Überhaupt – die Texte: Rocko Schamoni liest aus einem Buch, das es noch nicht gibt: Dummheit als Weg. Eine kleine Enzyklopädie der menschlichen Dummheit, ein Attestieren des Unvermögens an sich selbst und an allen anderen auch gleich noch. Anhand von vielen Beispielen, Geschichten und Dialogen wird diagnostiziert und endgültig bewiesen: Der Mensch ist alles Mögliche, aber in erster Linie dumm und an dieser allumfassenden Dummheit wird die Welt zu Grunde gehen. Das Buch zur Lesung wird während der Tour laufend weiter geschrieben – so das Publikum denn Anlass dazu bietet.

Dann
Do, 25.1.2018, 19:30
DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH
Schauspiel von Tennessee Williams
»Wahrheit, Wahrheit! Was ist daran so schrecklich?«

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Willi
Do, 25.1.2018, 09:30
Konzert für Kinder:
Nordwestdeutsche Philharmonie | Adam | Thauern | Braun
Nordwestdeutsche Philharmonie
Susanne Adam / Marion Thauern, Moderation
Johannes Braun, Leitung

Igor Strawinsky: Der Feuervogel (Suite 1919)
Do, 25.1.2018, 11:00
Konzert für Kinder:
Nordwestdeutsche Philharmonie | Adam | Thauern | Braun
Nordwestdeutsche Philharmonie
Susanne Adam / Marion Thauern, Moderation
Johannes Braun, Leitung

Igor Strawinsky: Der Feuervogel (Suite 1919)
Fr, 26.1.2018, 19:30
TOM AUF DEM LANDE
von Michel Marc Bouchard
Du sagst mir, wann ich aufhören soll! Du entscheidest. Du gibt’s mir ein Zeichen, dann höre ich auf.

Tom hat seinen Freund Guillaume bei einem Unfall verloren. Er beschließt, aus Montréal zu dessen Begräbnis in die Provinz zu fahren. Dort auf einer Farm leben Guillaumes Mutter Agathe und sein älterer Bruder Francis. Tom gibt sich als Arbeitskollege des Verstorbenen aus, weil Agathe nichts von der Homosexualität ihres Sohnes ahnt. Francis tut alles, damit die Wahrheit über seinen Bruder nicht bekannt wird und schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Tom nicht zurück. In der Abgeschiedenheit des Bauernhofes gerät Tom immer mehr in einen tiefen Strudel von Abhängigkeiten und erträgt Brutalität, Hass und Erniedrigung auf irritierende Weise.

Der spannende Psychothriller des Kanadiers Michel M
Fr, 26.1.2018, 20:00
Chiffren
Dawn King
Premiere: 20. Januar 2018, Theater am Alten Markt

Justine sucht einen neuen Job. Bewerbungen unter Chiffre ... Das könnte der Anfang gewesen sein. »Man wird Ihnen eine Menge persönliche Fragen stellen, über Ihre Vergangenheit, Ihre Karriere, politische Ansichten, Sexualität, Drogen und Alkoholkonsum.« Justine hat kein Problem damit. Ihr Leben war bisher eher langweilig. Der Geheimdienst bietet ihr ungeahnte Möglichkeiten, denn die Welt steckt voller geheimer Zeichen. Ein scheinbar harmloses Telefongespräch über falsches Essen in einem Chicken-House kann sich als Verabredung von Terroristen herausstellen. Informanten müssen gewonnen werden, notfalls mittels Erpressung. Verschlüsselte Berichte, in Coladosen unter Parkbänken deponiert, erreichen so verabredungsgemäß ihren Adressaten. Doch
Fr, 26.1.2018, 20:00
Väter und Söhne (Premiere)
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Sa, 27.1.2018, 19:30
ANDORRA
Schauspiel von Max Frisch
»Andri, du bist der einzige hier, der die Wahrheit nicht zu fürchten braucht …«

In Andorra ist man stolz auf sein Land mit den weiß gemalten Hauswänden. Hier ist alles ein wenig besser als andernorts und man weiß auch um die Unterschiede. Man weiß, wie sich ein Jude verhält und dass er besser mit Geld als mit Holz umgehen kann. Andri glaubt, er sei Jude, und verliebt sich in Barblin, von der er nicht weiß, dass sie seine Halbschwester ist. Als Andorra von den Schwarzen, einem übermächtigen, rassistischen Staat, bedroht wird, schlagen die alltäglichen Ressentiments in Gewalt um. Andris Vater will seinen Sohn vor der Verfolgung retten, indem er ihm seine wahre Herkunft offenbart. Nicht nur die Liebe zu Barblin ist für Andri plötzlich unmöglich, er kann auch seine Identität als Jude nicht
Sa, 27.1.2018, 19:30
BACH, IMMORTALIS
Tanzabend von Hans Henning Paar
Mit dem Sinfonieorchester Münster
Musik von Johann Sebastian Bach & Thorsten Schmid-Kapfenburg

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) hinterließ der Nachwelt einen außergewöhnlichen musikalischen Kosmos, der nachfolgende Komponistengenerationen beeinflusste und Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen inspirierte. Bachs Werk umfasst außer der Oper jede musikalische Gattung des Barock und spiegelt die verschiedenen Berufsfelder wider, die der Komponist im höfischen und im kirchlich-städtischen Bereich innehatte. Bach trennte nicht zwischen geistlicher und weltlicher, zwischen vokaler und instrumentaler Musik, sondern versuchte die heterogenen Prinzipien in seinem Schaffen zu vereinen. Die Vielschichtigkeit seiner Schreibart und die Universalität seines musikalischen Denkens führten zur G
Sa, 27.1.2018, 19:30
Michael Kohlhaas (Premiere)
Heinrich von Kleist
Premiere: 27. Januar 2018, TAM ZWEI

Michael Kohlhaas habe, schreibt Kleist, »bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers gelten können«. Und weiter: »Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.« Was muss Ungeheuerliches passieren, dass sich ein Mensch so wandelt? Bei jenem Kohlhaas beginnt alles völlig unspektakulär. Er will zwei seiner Pferde verkaufen, als er an einer Zollschranke – auf Geheiß des neuen Burgherrn Wenzel von Tronka – plötzlich einen Passierschein vorweisen soll und angewiesen wird, die Pferde als Pfand zurückzulassen und sich die nötigen Papiere zu besorgen. Die zuständige Behörde weiß allerdings nichts von einer neuen Verordnung, und so tritt Kohlhaas, mit dem deutlichen Gefühl, hereingelegt worden zu sein, den Rückweg zur Tronkenb
Sa, 27.1.2018, 19:30
Werther
Jules Massenet
Lyrisches Drama in vier Akten nach Johann Wolfgang von Goethe // Dichtung von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann

Der junge Dichter Werther ist hingerissen von Charlotte. Leidenschaftlich steigert er sich in seine Emotion hinein – zu seinem und ihrem Unglück. Denn sie fühlt sich an ihr Versprechen gebunden, den erfolgreichen Geschäftsmann Albert zu heiraten. Verzweifelt fordert Charlotte den liebeskranken Dichter auf, Abstand zu suchen. Doch ausgerechnet zum Weihnachtsfest bittet sie ihn, zurückzukehren. Während in Deutschland die geradezu sakrale Verehrung des Dichterfürsten Goethe Adaptionen seiner Werke beinahe unmöglich machte, konnten französische Komponisten ungenierter zur Tat schreiten. Den wohl berühmtesten Selbstmord der Literaturgeschichte verwandelte Jules Masse
So, 28.1.2018, 19:00
EVERYMAN (JEDERMANN)
A Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill
»We are Everyman – before our God we're all the same.«

Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

Die Figur des Jedermann ist uns heute vor allem als Titelfigur des gleichnamigen Schauspiels von Hugo von Hofmannsthal bekannt, uraufgeführt 1912 durch Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann. Für sein Spiel vom Sterben des reichen Mannes griff Hofmannsthal jedoch zahlreiche ältere Vorlagen etwa von Calderón, Hans Sachs, Albrecht Dürer und vor allem das Moralitätenspiel EVERYMAN eines anonymen englischen Autors a
So, 28.1.2018, 15:00
WIE KLINGT NIMMERLAND? (Premiere)
Kindermusiktheater nach Motiven aus PETER PAN von J.M. Barrie
Uraufführung: 28. Januar 2018, Kleines Haus

Für alle ab 10 Jahren / ab 5. Klasse

»Ich höre nur leises Glockenläuten. – Das ist Glöckchen. So klingt die Feensprache.«

Nichts steht still: Nimmerland, die Heimat von Peter Pan, ist ein traumhafter Ort der Sehnsucht und der Anarchie – beste Voraussetzung, um sich ihm mit den Mitteln der Musik und des Spiels zu nähern. Eine Sängerin, eine Schauspielerin, ein Schauspieler und drei Musiker*innen brechen auf zu einer Klangreise, die nachts im Kinderzimmer ihren Anfang nimmt, genau in dem Moment, wenn sich im Übergang von Wachen zu Träumen die Wirklichkeit zu drehen beginnt und alles möglich wird, was am Tag unmöglich scheint.

Mit Lust an der spielerischen Verwandlung verändern Gegenstände des Alltags ihre Funktion: Der klappernde Schran
So, 28.1.2018, 19:30
1984
George Orwell
In einer Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan

»Die Vergangenheit wurde ausradiert. Das Ausradierte vergessen. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge.« Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit in Ozeanien, einer der drei Supermächte der Welt, die sich im andauernden Krieg gegeneinander befinden. Im Ministerium wird die Geschichte ausgelöscht und die Geschichtsschreibung im Sinne der Parteilinie neu geschrieben. Das Leben der Menschen innerhalb dieses totalitären Systems ist gekennzeichnet von Einsamkeit, Misstrauen, Angst und ständiger Kontrolle. Die Partei arbeitet an der perfekten Sprache: »Neusprech« verringert den Wortschatz und zielt auf die Auslöschung des freien Geistes. Die Gedankenpolizei überwacht permanent die gesamte Bevölkerung, schon der bloße Gedank
So, 28.1.2018, 11:00
3. Kinderkonzert:
Beethoven: Erster Stock links oder der Wahnsinn von nebenan
Bielefelder Philharmoniker
Merijn van Driesten, Leitung
Britta Grabitzky, Moderation

Wir schreiben das Jahr 1822. In Wien zieht niemand Geringerer als Ludwig van Beethoven in den ersten Stock eines gutbürgerlichen Hauses und beschallt dieses von nun an Tag und Nacht mit Musik. Außerdem beschreibt er die Wände, begießt sich mitten in seinem Arbeitszimmer mit kaltem Wasser und ist noch dazu sehr unfreundlich. Der achtjährige Christoph, der mit seiner Familie ebenfalls in dem Haus wohnt, ist hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Verständnislosigkeit. In einem Briefwechsel mit seinem Onkel lässt er seiner Wut freien Lauf. Dieser ist bemüht, bei Christoph um Verständnis für das Komponistengenie zu werben. Dass sich in diesem Kinderkonzert ein musikalisches Highlight an das andere r
So, 28.1.2018, 19:30
Arsen und Spitzenhäubchen
Joseph Kesselring
Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern ve
So, 28.1.2018, 19:30
Das Knurren der Milchstraße
Bonn Park
»Ein Raumschiff fliegt durch das Theater! Es leuchtet spektakulär und macht Geräusche aus der Zukunft. Dann landet es auf der Bühne.« Ihm entsteigt ein winzig kleiner Außerirdischer. Ob die Erde noch zu retten ist? Er weiß es nicht. Ehrlich. Kim Jong Un unternimmt schon mal einen Versuch. Er möchte die beiden Koreas wiedervereinigen. Notfalls mittels Atombombe. Der abgewählte Donald Trump würde so gern sämtliche Waffen einschmelzen und sein Geld loswerden. Wirklich. Und was ist mit den guten Vorsätzen von Heidi Klum? Oder mit der Frau, die die Sozialdemokratie retten will? Was hat eine rauchende Giraffe auf der Bühne zu suchen? Und wer ist eigentlich dieser Bonn Park, der sich in sein eigenes Stück hineingeschrieben hat? Fest steht: Hier werden Gewissheiten über den Haufen geworfen. Und da
So, 28.1.2018, 15:00
Familienkonzert:
Klassik um 3
BI-Metall - Blechbläserensemble der Bielefelder Philharmoniker
Manuel Viehmann, Bosco Pohontsch, Trompete
Laura Hall-Haspelmann, Héctor Salgueiro García, Horn
Remigiusz Matuszewski, Posaune
Sven Kock, Tuba

Eintritt frei
Mo, 29.1.2018, 20:00
Abonnementkonzert:
Nordwestdeutsche Philharmonie | Glemser | Dorsch
Nordwestdeutsche Philharmonie
Bernd Glemser, Klavier
Thomas Dorsch, Leitung

Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 3 d-moll op. 30
Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Mo, 29.1.2018, 19:30
FALSCH
Schauspiel von Lot Vekemans
Was ist in der Nacht auf der Rückfahrt von der Familienfeier passiert? Sis, eine bekannte Fernsehmoderatorin, und Kat, ihre Schwester, eine bekannte Schauspielerin, sitzen in einer Zelle bei der Polizei und werden nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Fahrerflucht beschuldigt. Kat hat betrunken auf dem Rücksitz geschlafen, Sis saß am Steuer und erinnert sich nur daran, gegen eine Leitplanke gefahren zu sein. In der Isolation der Zelle verschwimmen die Kategorien von richtig und falsch und die Schwestern sind unausweichlich einander ausgeliefert. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung. Als plötzlich ein Zeuge auftaucht, scheinen sich die Ereignisse der Nacht zu klären. Doch wie neutral ist dieser Fremde?
Di, 30.1.2018, 09:00
KÖNIG DROSSELBART
Familienstück frei nach dem Märchen der Brüder Grimm von Peter Dehler
Für alle ab 6 Jahren / 1. Klasse

»Majestät, warum muss es denn gerade diese Prinzessin sein?«

»Ich arme Jungfer zart, hätt ich doch genommen den König Drosselbart«, so klagt Prinzessin Viktoria. Doch dass sie stattdessen nun mit einem Bettler dasitzt, hat sich die zickige Königstochter selbst zuzuschreiben. Kein Heiratskandidat ist ihr gut genug. Sie verspottet alle Bewerber und verpasst ihnen Spitznamen. Weil einer davon wie eine Drossel singt und dabei sein Kinn so lustig wackelt, nennt sie ihn Drosselbart. Dem König platzt der Kragen: Er schwört, dass er seine Tochter mit dem erstbesten Bettler verheiraten wird. Schon steht einer vor der Tür – und der erschrockene König kann seinen Fluch nicht mehr rückgängig machen, denn die abgewiesenen Prinzen überwachen das Geschehen schadenfr
Di, 30.1.2018, 11:00
KÖNIG DROSSELBART
Familienstück frei nach dem Märchen der Brüder Grimm von Peter Dehler
Für alle ab 6 Jahren / 1. Klasse

»Majestät, warum muss es denn gerade diese Prinzessin sein?«

»Ich arme Jungfer zart, hätt ich doch genommen den König Drosselbart«, so klagt Prinzessin Viktoria. Doch dass sie stattdessen nun mit einem Bettler dasitzt, hat sich die zickige Königstochter selbst zuzuschreiben. Kein Heiratskandidat ist ihr gut genug. Sie verspottet alle Bewerber und verpasst ihnen Spitznamen. Weil einer davon wie eine Drossel singt und dabei sein Kinn so lustig wackelt, nennt sie ihn Drosselbart. Dem König platzt der Kragen: Er schwört, dass er seine Tochter mit dem erstbesten Bettler verheiraten wird. Schon steht einer vor der Tür – und der erschrockene König kann seinen Fluch nicht mehr rückgängig machen, denn die abgewiesenen Prinzen überwachen das Geschehen schadenfr
Di, 30.1.2018, 20:00
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Mi, 31.1.2018, 19:30
DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH
Schauspiel von Tennessee Williams
»Wahrheit, Wahrheit! Was ist daran so schrecklich?«

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Willi
Mi, 31.1.2018, 09:30
HOCH UND HÖHER
Ein musikalischer Höhenflug für Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren
Die Reise beginnt in den Wipfeln der Bäume, die Blätter rascheln, Vögel zirpen … – ein leichter Wind trägt Musiker, Tänzer und das Publikum durch die Luft bis zur nächsten Wolke. Was gibt es hier zu hören? Und wie fühlt sich so eine Wolke an? Die Aussicht ist herrlich, doch schon geht es weiter, hoch und höher: ein federleichter Flug zu den Sternen, der alle Sinne anspricht und für die kleinsten Theaterbesucher das Universum zum Klingen bringt.

Mit ihrer Leitung des Jungen Theaters hat Julia Dina Heße erfolgreich das Theater für die Allerkleinsten etabliert. Ihr Stück oOPICAsSOo war bereits zu 5 Festivals in Deutschland, Indien und Sri Lanka eingeladen. HOCH UND HÖHER richtet sich an die Kinder, die dem KRABBELKONZERT entwachsen sind.

Inszenierung: Julia Dina Heße
Musikalische Leit
Mi, 31.1.2018, 11:00
HOCH UND HÖHER
Ein musikalischer Höhenflug für Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren
Die Reise beginnt in den Wipfeln der Bäume, die Blätter rascheln, Vögel zirpen … – ein leichter Wind trägt Musiker, Tänzer und das Publikum durch die Luft bis zur nächsten Wolke. Was gibt es hier zu hören? Und wie fühlt sich so eine Wolke an? Die Aussicht ist herrlich, doch schon geht es weiter, hoch und höher: ein federleichter Flug zu den Sternen, der alle Sinne anspricht und für die kleinsten Theaterbesucher das Universum zum Klingen bringt.

Mit ihrer Leitung des Jungen Theaters hat Julia Dina Heße erfolgreich das Theater für die Allerkleinsten etabliert. Ihr Stück oOPICAsSOo war bereits zu 5 Festivals in Deutschland, Indien und Sri Lanka eingeladen. HOCH UND HÖHER richtet sich an die Kinder, die dem KRABBELKONZERT entwachsen sind.

Inszenierung: Julia Dina Heße
Musikalische Leit
Mi, 31.1.2018, 20:00
1984
George Orwell
In einer Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan

»Die Vergangenheit wurde ausradiert. Das Ausradierte vergessen. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge.« Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit in Ozeanien, einer der drei Supermächte der Welt, die sich im andauernden Krieg gegeneinander befinden. Im Ministerium wird die Geschichte ausgelöscht und die Geschichtsschreibung im Sinne der Parteilinie neu geschrieben. Das Leben der Menschen innerhalb dieses totalitären Systems ist gekennzeichnet von Einsamkeit, Misstrauen, Angst und ständiger Kontrolle. Die Partei arbeitet an der perfekten Sprache: »Neusprech« verringert den Wortschatz und zielt auf die Auslöschung des freien Geistes. Die Gedankenpolizei überwacht permanent die gesamte Bevölkerung, schon der bloße Gedank
Mi, 31.1.2018, 20:00
Arsen und Spitzenhäubchen
Joseph Kesselring
Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern ve
Do, 1.2.2018, 19:30
ANGELS IN AMERICA
Oper in zwei Teilen von Peter Eötvös
Premiere: 24. Februar 2018, Großes Haus

»Es gibt keine Engel in Amerika.«

New York, Mitte der 1980er Jahre: Louis trennt sich aus panischer Angst von seinem erkrankten Freund Prior. Der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn lässt sich gesellschaftskonform Leberkrebs diagnostizieren und behauptet noch am Sterbebett, weder schwul noch an Aids erkrankt zu sein. Die Ehe zwischen dem mormonischen Anwalt Joe und seiner Frau Harper zerbricht, weil er seine homosexuelle Neigung nicht länger verbergen kann. Er beginnt eine Beziehung mit Louis.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Theaterstück ANGELS IN AMERICA von Tony Kushner ist eine bittere Abrechnung mit dem Amerika unter Ronald Reagan und die Aufarbeitung der apokalyptischen Gewalt der Aids-Epidemie: Stigmatisierung von Menschen mit
Do, 1.2.2018, 19:30
JE SUIS FASSBINDER (DEUTSCHLAND IM HERBST 2016)
Text von Falk Richter unter Verwendung von Originaltexten von Rainer Werner Fassbinder
Liebe und Politik sind die Themen des wohl radikalsten und zugleich sensibelsten deutschen Kultregisseurs Rainer Werner Fassbinder. Unter dem Eindruck des RAF-Terrors der 70er Jahre beteiligte er sich an dem Kollektivfilm DEUTSCHLAND IM HERBST, für den er die erste Episode entwickelte. Im Film sieht man ihn mit seinem Geliebten und im Streitgespräch mit seiner Mutter. Es ist erschreckend und faszinierend, wie das Private mit der Politik dabei verknüpft ist. Fassbinder war entsetzt, wie schnell in Zeiten des Terrors demokratische Grundsätze aufgegeben werden. Und auch Falk Richter ist entsetzt über die heutigen Entwicklungen hierzulande und fragt sich, wie man als Künstler auf solche Entwicklungen reagieren kann. Er positioniert sich: »Ich bin Fassbinder. Ich bin ein Opfer des IS. Ich bin e
Do, 1.2.2018, 20:00
Arsen und Spitzenhäubchen
Joseph Kesselring
Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern ve
Do, 1.2.2018, 20:00
Das Knurren der Milchstraße
Bonn Park
»Ein Raumschiff fliegt durch das Theater! Es leuchtet spektakulär und macht Geräusche aus der Zukunft. Dann landet es auf der Bühne.« Ihm entsteigt ein winzig kleiner Außerirdischer. Ob die Erde noch zu retten ist? Er weiß es nicht. Ehrlich. Kim Jong Un unternimmt schon mal einen Versuch. Er möchte die beiden Koreas wiedervereinigen. Notfalls mittels Atombombe. Der abgewählte Donald Trump würde so gern sämtliche Waffen einschmelzen und sein Geld loswerden. Wirklich. Und was ist mit den guten Vorsätzen von Heidi Klum? Oder mit der Frau, die die Sozialdemokratie retten will? Was hat eine rauchende Giraffe auf der Bühne zu suchen? Und wer ist eigentlich dieser Bonn Park, der sich in sein eigenes Stück hineingeschrieben hat? Fest steht: Hier werden Gewissheiten über den Haufen geworfen. Und da
Do, 1.2.2018, 20:00
Werther
Jules Massenet
Lyrisches Drama in vier Akten nach Johann Wolfgang von Goethe // Dichtung von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann

Der junge Dichter Werther ist hingerissen von Charlotte. Leidenschaftlich steigert er sich in seine Emotion hinein – zu seinem und ihrem Unglück. Denn sie fühlt sich an ihr Versprechen gebunden, den erfolgreichen Geschäftsmann Albert zu heiraten. Verzweifelt fordert Charlotte den liebeskranken Dichter auf, Abstand zu suchen. Doch ausgerechnet zum Weihnachtsfest bittet sie ihn, zurückzukehren. Während in Deutschland die geradezu sakrale Verehrung des Dichterfürsten Goethe Adaptionen seiner Werke beinahe unmöglich machte, konnten französische Komponisten ungenierter zur Tat schreiten. Den wohl berühmtesten Selbstmord der Literaturgeschichte verwandelte Jules Masse
Fr, 2.2.2018, 19:30
ANDORRA
Schauspiel von Max Frisch
»Andri, du bist der einzige hier, der die Wahrheit nicht zu fürchten braucht …«

In Andorra ist man stolz auf sein Land mit den weiß gemalten Hauswänden. Hier ist alles ein wenig besser als andernorts und man weiß auch um die Unterschiede. Man weiß, wie sich ein Jude verhält und dass er besser mit Geld als mit Holz umgehen kann. Andri glaubt, er sei Jude, und verliebt sich in Barblin, von der er nicht weiß, dass sie seine Halbschwester ist. Als Andorra von den Schwarzen, einem übermächtigen, rassistischen Staat, bedroht wird, schlagen die alltäglichen Ressentiments in Gewalt um. Andris Vater will seinen Sohn vor der Verfolgung retten, indem er ihm seine wahre Herkunft offenbart. Nicht nur die Liebe zu Barblin ist für Andri plötzlich unmöglich, er kann auch seine Identität als Jude nicht
Fr, 2.2.2018, 19:30
DON CARLO. EIN REQUIEM
Oper von Giuseppe Verdi unter Verwendung des REQUIEMS von Alfred Schnittke
»Als mir diese Krone aufs Haupt gesetzt wurde, schwor ich zu Gott, den Glauben mit Feuer und Schwert zu schützen.«

Das düstere Vermächtnis seines despotischen Vaters Karl V. lastet schwer auf den Schultern Philipp II. Aus seinem Schatten heraus regiert er als König unfrei und zerstört nicht nur das Lebensglück seines Sohnes Carlo: Aus Staatsraison nimmt er dessen Verlobte Elisabeth zu seiner Frau. Mit der gleichen rigorosen Machtpolitik unterdrückt er auch alle Andersgläubigen: Die Protestanten werden als Ketzer verbrannt, die Aufständischen in den Niederlanden mit Krieg überzogen. Der einsame, alternde Mann wird schlussendlich zur tragischen Figur – unterdrückt vom Diktat der Inquisition.

In Verdis (1813 – 1901) Entwicklung spielt DON CARLO die Rolle der großen Drehscheibe zwischen
Fr, 2.2.2018, 20:00
Arsen und Spitzenhäubchen
Joseph Kesselring
Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern ve
Fr, 2.2.2018, 20:00
Die Zauberflöte
Wolfgang Amadeus Mozart
Große Oper in zwei Aufzügen // Dichtung von Emanuel Schikaneder // Dialoge von Andrea Schwalbach und Daniel Westen

Macht und Ohnmacht von Liebe sowie ein turbulentes Gefühlschaos prägen die Handlung der Zauberflöte genauso wie unkonventionelle Ausdeutungen von Schönheit, Stärke und Weisheit. In dieser Oper steckt mehr als der bloße, wenn auch fesselnde Zauber.

Der junge Mann Tamino, der anfangs noch vor einem Untier flüchtet, entwickelt sich zum wahren Helden, der drollige Vogelbursche Papageno entdeckt für sich und seine Außenseiterrolle das passende Gegenüber, und selbst der omnipotent wirkende Sarastro kämpft in letzter Konsequenz mit den emotionalen Schatten seiner Vorgänger. Mozart liebte seine Figuren – ausnahmslos. Und so ist jeder Typ aufgrund seiner Fantastik, Schrullen und
Sa, 3.2.2018, 19:30
NIEDERDEUTSCHE BÜHNE: DAT GELD LIGG UP DE BANK
Komödie von Curth Flatow, Münsterländisches Platt von Hannes Demming
»Niëhm di, wat du brüks, män stiähl nich mähr, äs du verknusen kans.«

Tresorknacker aus Leidenschaft – das ist Gustav Kühne. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen zieht er nachts auf Diebestour. Bei diesem einen Mal wäre er fast erwischt worden – aber nur fast! In Panik vor der Polizei schwört er sich, seiner Frau und dem lieben Gott, in den nächsten 40 Jahren nirgendwo mehr einzubrechen. Und der alte Gauner bleibt tatsächlich solide … Aber zu seinem 80. Geburtstag überrascht er plötzlich seine inzwischen gesellschaftlich hoch angesehenen Söhne mit einem besonderen Geburtstagswunsch: Der kühne Gustav will noch einmal auf Einbruchstour gehen – natürlich wieder zu dritt!

Curth Flatow (1920 – 2011) schrieb zahlreiche Fernsehspiele und Serien, seine Theaterstücke gehören zu den meistgespiel
Sa, 3.2.2018, 19:30
Das Molekül
Musical von William Ward Murta
ab 13
Can-Can-tanzende Atome? Die Biologiestunde – das Musical? Nein, das neue Bühnenwerk aus der Feder von Bielefelds Musicalspezialisten William W. Murta widmet sich einem durchaus ernstzunehmendem Thema: Die sensationelle Entschlüsselung der DNA Anfang der 1950er-Jahre und die Entwicklung der Gentechnologie rund ein halbes Jahrhundert später. Genauer gesagt: den Menschen, die hinter dieser Forschung steckten. Die Visionen verfolgten, dabei von Liebe, Hass, Eitelkeiten, Vorurteilen und Ängsten abgelenkt wurden und neben bahnbrechenden Entdeckungen auch Fehlentscheidungen trafen. Nicht untypisch für das Bühnenpersonal eines Musicals.

Bei Das Molekül klingen ganz en passant Themen an, die nach wie vor brisant sind: Was bedeuten diese Entdeckungen für die Menschheit? Medizinischen Fortschritt?
Sa, 3.2.2018, 19:30
Michael Kohlhaas
Heinrich von Kleist
Premiere: 27. Januar 2018, TAM ZWEI

Michael Kohlhaas habe, schreibt Kleist, »bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers gelten können«. Und weiter: »Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.« Was muss Ungeheuerliches passieren, dass sich ein Mensch so wandelt? Bei jenem Kohlhaas beginnt alles völlig unspektakulär. Er will zwei seiner Pferde verkaufen, als er an einer Zollschranke – auf Geheiß des neuen Burgherrn Wenzel von Tronka – plötzlich einen Passierschein vorweisen soll und angewiesen wird, die Pferde als Pfand zurückzulassen und sich die nötigen Papiere zu besorgen. Die zuständige Behörde weiß allerdings nichts von einer neuen Verordnung, und so tritt Kohlhaas, mit dem deutlichen Gefühl, hereingelegt worden zu sein, den Rückweg zur Tronkenb
So, 4.2.2018, 15:00
EVERYMAN (JEDERMANN)
A Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill
»We are Everyman – before our God we're all the same.«

Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

Die Figur des Jedermann ist uns heute vor allem als Titelfigur des gleichnamigen Schauspiels von Hugo von Hofmannsthal bekannt, uraufgeführt 1912 durch Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann. Für sein Spiel vom Sterben des reichen Mannes griff Hofmannsthal jedoch zahlreiche ältere Vorlagen etwa von Calderón, Hans Sachs, Albrecht Dürer und vor allem das Moralitätenspiel EVERYMAN eines anonymen englischen Autors a
So, 4.2.2018, 15:00
Benzin
Emil Nikolaus von Reznicek
Premiere: 13. Januar 2018, Stadttheater

Heiter-fantastisches Spiel mit Musik in zwei Akten // Text vom Komponisten frei nach Pedro Calderón de la Barca

Kein Bühnenbeitrag zur Ölkrise der Siebzigerjahre, sondern eine Zeitoper aus dem Jahre 1929 verbirgt sich hinter Benzin. Sie kleidet den antiken Circe-Mythos aus Homers Odyssee in den Rausch technischer Errungenschaften, der Teil der Goldenen Zwanziger war: Das Luftschiff Z 69 befindet sich nach einer Weltumrundung schon fast im Anflug auf den amerikanischen Luftschiffhafen Lakehurst, als der Treibstoff ausgeht. Zum Glück kann Kommandant Ulysses Eisenhardt auf einer Insel notlanden, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Am notwendigen Benzin scheint kein Mangel zu herrschen, doch es gehört der Milliardärstochter Gladys Thunderbolt, u
So, 4.2.2018, 19:30
Chiffren
Dawn King
Premiere: 20. Januar 2018, Theater am Alten Markt

Justine sucht einen neuen Job. Bewerbungen unter Chiffre ... Das könnte der Anfang gewesen sein. »Man wird Ihnen eine Menge persönliche Fragen stellen, über Ihre Vergangenheit, Ihre Karriere, politische Ansichten, Sexualität, Drogen und Alkoholkonsum.« Justine hat kein Problem damit. Ihr Leben war bisher eher langweilig. Der Geheimdienst bietet ihr ungeahnte Möglichkeiten, denn die Welt steckt voller geheimer Zeichen. Ein scheinbar harmloses Telefongespräch über falsches Essen in einem Chicken-House kann sich als Verabredung von Terroristen herausstellen. Informanten müssen gewonnen werden, notfalls mittels Erpressung. Verschlüsselte Berichte, in Coladosen unter Parkbänken deponiert, erreichen so verabredungsgemäß ihren Adressaten. Doch
So, 4.2.2018, 19:30
Michael Kohlhaas
Heinrich von Kleist
Premiere: 27. Januar 2018, TAM ZWEI

Michael Kohlhaas habe, schreibt Kleist, »bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers gelten können«. Und weiter: »Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.« Was muss Ungeheuerliches passieren, dass sich ein Mensch so wandelt? Bei jenem Kohlhaas beginnt alles völlig unspektakulär. Er will zwei seiner Pferde verkaufen, als er an einer Zollschranke – auf Geheiß des neuen Burgherrn Wenzel von Tronka – plötzlich einen Passierschein vorweisen soll und angewiesen wird, die Pferde als Pfand zurückzulassen und sich die nötigen Papiere zu besorgen. Die zuständige Behörde weiß allerdings nichts von einer neuen Verordnung, und so tritt Kohlhaas, mit dem deutlichen Gefühl, hereingelegt worden zu sein, den Rückweg zur Tronkenb
Mo, 5.2.2018, 18:30
Kammerkonzert zur Ausstellung:
BilderKlang
Kammerkonzert zur Ausstellung Der böse Expressionismus - Trauma und Tabu

In Kooperation mit der Kunsthalle Bielefeld
Mo, 5.2.2018, 19:00
Querfeldein
Ein musikalischer Ausflug mit den JunOs
Es ist wieder soweit – die jungen Opernsänger des Theaters Bielefeld, geleitet von Karin Peters und Anna Borsdorf, erobern die große Bühne! Die Sängerinnen und Sänger im Alter von 5 bis 18 Jahren präsentieren Musik aus aller Welt in vier verschiedenen Sprachen; mal lebhaft und mitreißend, mal melancholisch und nachdenklich. Choreografien, variierende Besetzungen und der Auftritt zweier sehr gegensätzlicher Special Guests tragen zur Vielseitigkeit des Programms bei.
Di, 6.2.2018, 19:30
5. SINFONIEKONZERT
Gabriel Fauré, Bernhard Romberg und Arnold Schönberg
Elya Levin, Flöte
Sinfonieorchester Münster

Gabriel Fauré: Pelléas et Mélisande Suite op. 80
Bernhard Romberg: Konzert für Flöte und Orchester h-Moll op. 30
Arnold Schönberg: Pelleas et Melisande. Sinfonische Dichtung op. 5

Maurice Maeterlincks Schauspiel Pelléas et Mélisande hat gleich mehrere Komponisten seiner Zeit tief beeindruckt und zu Vertonungen inspiriert. Die früheste Komposition stammt von Gabriel Fauré, der beauftragt wurde, Musik für die Londoner Erstaufführung zu schreiben. In seiner unprätentiösen Art untermalt er die Szenen des Bühnenwerks und zeichnet dezent die geheimnisvolle Atmosphäre des Märchens um die in sich gekehrte Mélisande nach, die Pélleas, dem Stiefbruder ihres Gatten Golaud, nahekommt.

Auf eine gänzlich eigene Art vertonte Arnold Schönberg das sym
Di, 6.2.2018, 20:00
Benzin
Emil Nikolaus von Reznicek
Premiere: 13. Januar 2018, Stadttheater

Heiter-fantastisches Spiel mit Musik in zwei Akten // Text vom Komponisten frei nach Pedro Calderón de la Barca

Kein Bühnenbeitrag zur Ölkrise der Siebzigerjahre, sondern eine Zeitoper aus dem Jahre 1929 verbirgt sich hinter Benzin. Sie kleidet den antiken Circe-Mythos aus Homers Odyssee in den Rausch technischer Errungenschaften, der Teil der Goldenen Zwanziger war: Das Luftschiff Z 69 befindet sich nach einer Weltumrundung schon fast im Anflug auf den amerikanischen Luftschiffhafen Lakehurst, als der Treibstoff ausgeht. Zum Glück kann Kommandant Ulysses Eisenhardt auf einer Insel notlanden, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Am notwendigen Benzin scheint kein Mangel zu herrschen, doch es gehört der Milliardärstochter Gladys Thunderbolt, u
Di, 6.2.2018, 20:00
Wilhelm Tell
Friedrich Schiller
Die Schweiz wird von tyrannischen Landvögten regiert, die der Habsburger Kaiser eingesetzt hat. Das Volk, das sich einst freiwillig unter seine schützende Hand gestellt hatte, beginnt aufzubegehren. Als Landvogt Gessler die Altdorfer zwingt, vor einer Stange mit seinem Hut darauf niederzuknien, eskaliert die Lage. Bei einem heimlichen Treffen planen die Vertreter der drei Urkantone nachts auf dem Rütli den Aufstand. Nur der Einzelgänger Wilhelm Tell ist nicht unter den Verschwörern. Mit Politik will er nichts zu tun haben, doch solle man seiner Tatkraft bedürfen, könne man auf ihn zählen. Als aber Tell sich tags darauf weigert, vor Gesslers Hut niederzuknien, scheint Neutralität nicht mehr möglich. Gessler zwingt ihn, seinem Sohn mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf zu schießen. Der Meist
Mi, 7.2.2018, 19:00
DAS WEISSE ALBUM
Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles
Premiere: 09. Februar 2018, Kleines Haus

»You say you want a revolution, well, you know, we all want to change the world.«

Die Beatles waren nicht nur eine Band, sie waren für Millionen Menschen eine politische und gesellschaftliche Lebenseinstellung. Vor 50 Jahren erschien THE WHITE ALBUM – die legendäre Doppel-LP mit Liedern wie DEAR PRUDENCE, OB-LA-DI, OB-LA-DA oder REVOLUTION.

Durch das Mischen der Musikstile wie Rock ’n’ Roll und Blues über Psychedelic zu Country Folk revolutionierten die Beatles mit diesem Album die Popmusik. Sie waren auf dem Zenit ihres Erfolges. 1968 war der Summer of Love vorbei: Ein Attentat auf Rudi Dutschke. Ein Attentat auf Martin Luther King. Der Prager Frühling. Aus Rom eine Enzyklika gegen die Pille. Da erschien DAS WEISSE ALBUM wie ein Sonnenstra
Mi, 7.2.2018, 20:00
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Do, 8.2.2018, 19:30
EVERYMAN (JEDERMANN)
A Rock Mystery von Günter Werno, Andy Kuntz und Stephan Lill
»We are Everyman – before our God we're all the same.«

Der reiche Jedermann lebt ohne jedes Maß, er kennt keine moralischen Schranken und nimmt keinerlei Anteil an den Nöten seiner Mitmenschen. Als Gott ihm den Tod schickt, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen, setzt bei Jedermann eine Besinnung über sein Leben ein. Im letzten Moment kann er seine Seele vor dem Teufel retten.

Die Figur des Jedermann ist uns heute vor allem als Titelfigur des gleichnamigen Schauspiels von Hugo von Hofmannsthal bekannt, uraufgeführt 1912 durch Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann. Für sein Spiel vom Sterben des reichen Mannes griff Hofmannsthal jedoch zahlreiche ältere Vorlagen etwa von Calderón, Hans Sachs, Albrecht Dürer und vor allem das Moralitätenspiel EVERYMAN eines anonymen englischen Autors a
Do, 8.2.2018, 20:00
Michael Kohlhaas
Heinrich von Kleist
Premiere: 27. Januar 2018, TAM ZWEI

Michael Kohlhaas habe, schreibt Kleist, »bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers gelten können«. Und weiter: »Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.« Was muss Ungeheuerliches passieren, dass sich ein Mensch so wandelt? Bei jenem Kohlhaas beginnt alles völlig unspektakulär. Er will zwei seiner Pferde verkaufen, als er an einer Zollschranke – auf Geheiß des neuen Burgherrn Wenzel von Tronka – plötzlich einen Passierschein vorweisen soll und angewiesen wird, die Pferde als Pfand zurückzulassen und sich die nötigen Papiere zu besorgen. Die zuständige Behörde weiß allerdings nichts von einer neuen Verordnung, und so tritt Kohlhaas, mit dem deutlichen Gefühl, hereingelegt worden zu sein, den Rückweg zur Tronkenb
Do, 8.2.2018, 20:00
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Fr, 9.2.2018, 19:30
DAS WEISSE ALBUM (Premiere)
Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles
Premiere: 09. Februar 2018, Kleines Haus

»You say you want a revolution, well, you know, we all want to change the world.«

Die Beatles waren nicht nur eine Band, sie waren für Millionen Menschen eine politische und gesellschaftliche Lebenseinstellung. Vor 50 Jahren erschien THE WHITE ALBUM – die legendäre Doppel-LP mit Liedern wie DEAR PRUDENCE, OB-LA-DI, OB-LA-DA oder REVOLUTION.

Durch das Mischen der Musikstile wie Rock ’n’ Roll und Blues über Psychedelic zu Country Folk revolutionierten die Beatles mit diesem Album die Popmusik. Sie waren auf dem Zenit ihres Erfolges. 1968 war der Summer of Love vorbei: Ein Attentat auf Rudi Dutschke. Ein Attentat auf Martin Luther King. Der Prager Frühling. Aus Rom eine Enzyklika gegen die Pille. Da erschien DAS WEISSE ALBUM wie ein Sonnenstra
Fr, 9.2.2018, 19:30
DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN
Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán
Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht, ob es morgen nicht schon zu spät!«

Zeitreise in das k.u.k. Budapest vor knapp einhundert Jahren: Die erfolgreiche Chansonette Sylva Varescu, der als Fürstin des heißblütigen ungarischen Csárdás die Herzen zufliegen, gibt ihre Abschiedsvorstellung im Varieté. Sie ist dem jungen Wiener Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim leidenschaftlich zugetan. Den wollen seine Eltern jedoch mit seiner Cousine, Komtesse Stasi, verheiraten. Doch so schnell gibt die temperamentvolle Titelheldin nicht auf!

DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN ist Emmerich Kálmáns (1882 – 1953) weltweit populärstes Stück, dessen zahlreiche Klassiker den hohen musikdramatischen Rang der CSÁRDÁSFÜRSTIN ausmachen und bis heute ihre fortdauernde Anziehungskraft bewahren. Kálmán, der Melancholi
Fr, 9.2.2018, 20:00
Die Kommune
Thomas Vinterberg
reiheit, Gleichheit, Basisdemokratie! Am Ende von aufwändigen Bewerbungsgesprächen gibt es sie: Die Kommune. Neun zauberhafte, nackte, tolerante, sexwillige, kluge und politisch aktive Menschen. Gelebte Utopie! Doch der Traum vom idealen Leben lässt sich nicht so leicht realisieren, weil es eben Menschen sind, die dieses Leben leben. Und weil Erik, Gründungsmitglied der Kommune und langjähriger Lebensgefährte von Anna, sich irgendwann in die zwanzig Jahre jüngere Emma verliebt. Sie soll einziehen. Kann das gut gehen?

Der Regisseur und Autor Thomas Vinterberg wuchs selbst in einer Kommune auf. Sein Stück beschreibt die Abgründe einer Gemeinschaft und ist gleichzeitig eine große Liebeserklärung an eine Zeit, in der die Menschen dem Wagnis größtmöglicher Freiheit auf der Spur waren.

Ins
Fr, 9.2.2018, 20:00
Otello
Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten // Libretto von Arrigo Boito nach William Shakespeares Othello, der Mohr von Venedig

Otello hat mehr erreicht, als er wohl je zu erträumen wagte: Er bekleidet einen hohen militärischen Rang, scheint gesellschaftlich anerkannt zu sein und hat Desdemona, eine der schönsten und begehrtesten Frauen des Landes, im Sturm erobert. Und dies alles gelang ausgerechnet ihm, dessen Leben als Sklave vorgezeichnet schien, der auf abenteuerlichen Wegen als Habenichts in eine fremde Gesellschaft kam. Als der intrigante Jago ihm das Gift der Eifersucht einträufelt, beginnt Otello jedoch alles zu entgleiten. Mit kleinen, wohldosierten Bemerkungen wird nicht nur Otello, sondern die gesamte Gesellschaft manipuliert. Aber was ist Jagos Motivation? Geht es ihm nur um seinen persönlichen V
Sa, 10.2.2018, 19:30
DIE FREMDEN / DER KAUFMANN VON VENEDIG
Schauspiel von William Shakespeare
»Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben, und es muss schlimm zugehen, wenn ich meine Lehrer nicht überträfe.«

Ein böser Jude auf der Bühne? Zu Shakespeares Zeiten war das populär, heute muss man sich fragen, ob das antisemitisch ist. Besonders in Deutschland stellt die Figur des Juden Shylock für jede Inszenierung nach wie vor eine Herausforderung dar. DER KAUFMANN VON VENEDIG (1596) gilt nicht umsonst als Shakespeares politischste und geheimnisvollste Komödie.

Spielort ist Venedig, eine Welt des Wohlstands und Überflusses. Hier werden große Geschäfte gemacht und das Geld borgt man sich gern bei den Juden, die man ansonsten verachtet und verspottet. Bassanio will um die schöne Porcia werben, doch fehlt ihm das nötige Geld. Er wendet sich an seinen Freund Antonio. Aus Liebe
Sa, 10.2.2018, 19:30
Das Molekül
Musical von William Ward Murta
ab 13
Can-Can-tanzende Atome? Die Biologiestunde – das Musical? Nein, das neue Bühnenwerk aus der Feder von Bielefelds Musicalspezialisten William W. Murta widmet sich einem durchaus ernstzunehmendem Thema: Die sensationelle Entschlüsselung der DNA Anfang der 1950er-Jahre und die Entwicklung der Gentechnologie rund ein halbes Jahrhundert später. Genauer gesagt: den Menschen, die hinter dieser Forschung steckten. Die Visionen verfolgten, dabei von Liebe, Hass, Eitelkeiten, Vorurteilen und Ängsten abgelenkt wurden und neben bahnbrechenden Entdeckungen auch Fehlentscheidungen trafen. Nicht untypisch für das Bühnenpersonal eines Musicals.

Bei Das Molekül klingen ganz en passant Themen an, die nach wie vor brisant sind: Was bedeuten diese Entdeckungen für die Menschheit? Medizinischen Fortschritt?
Sa, 10.2.2018, 19:30
Die Kommune
Thomas Vinterberg
reiheit, Gleichheit, Basisdemokratie! Am Ende von aufwändigen Bewerbungsgesprächen gibt es sie: Die Kommune. Neun zauberhafte, nackte, tolerante, sexwillige, kluge und politisch aktive Menschen. Gelebte Utopie! Doch der Traum vom idealen Leben lässt sich nicht so leicht realisieren, weil es eben Menschen sind, die dieses Leben leben. Und weil Erik, Gründungsmitglied der Kommune und langjähriger Lebensgefährte von Anna, sich irgendwann in die zwanzig Jahre jüngere Emma verliebt. Sie soll einziehen. Kann das gut gehen?

Der Regisseur und Autor Thomas Vinterberg wuchs selbst in einer Kommune auf. Sein Stück beschreibt die Abgründe einer Gemeinschaft und ist gleichzeitig eine große Liebeserklärung an eine Zeit, in der die Menschen dem Wagnis größtmöglicher Freiheit auf der Spur waren.

Ins
Sa, 10.2.2018, 19:30
Die Möglichkeit
Konrad Kästner
Sie hat schon längst begonnen: die Suche nach dem besseren Menschen. Taube können wieder hören, Lahme können wieder gehen und Autos können selbständig fahren. Unsere Telefone reden mit uns. Sie funktionieren als Erweiterung unseres Gehirns. Die Vernetzung zwischen Mensch und Maschine wird immer enger. Programme entwickeln ihre eigenen Auffassungen von Richtig und Falsch. Die Vorstellung von harten Robotern aus Eisen und Drähten ist schon lange obsolet. Maschinen werden immer menschlicher – in Form und Funktion. Sie gewinnen im Schach, spielen Musik, finden kreative Lösungen für komplexe Probleme und machen den Menschen Stück für Stück überflüssig. Selbst Anwälte, Aktienhändler, Ärzte oder Autoren könnten von Maschinen ersetzt werden. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, denn oft mache
So, 11.2.2018, 11:30
ANGELS IN AMERICA
Oper in zwei Teilen von Peter Eötvös
Premiere: 24. Februar 2018, Großes Haus

»Es gibt keine Engel in Amerika.«

New York, Mitte der 1980er Jahre: Louis trennt sich aus panischer Angst von seinem erkrankten Freund Prior. Der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn lässt sich gesellschaftskonform Leberkrebs diagnostizieren und behauptet noch am Sterbebett, weder schwul noch an Aids erkrankt zu sein. Die Ehe zwischen dem mormonischen Anwalt Joe und seiner Frau Harper zerbricht, weil er seine homosexuelle Neigung nicht länger verbergen kann. Er beginnt eine Beziehung mit Louis.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Theaterstück ANGELS IN AMERICA von Tony Kushner ist eine bittere Abrechnung mit dem Amerika unter Ronald Reagan und die Aufarbeitung der apokalyptischen Gewalt der Aids-Epidemie: Stigmatisierung von Menschen mit
So, 11.2.2018, 11:30
HOLD ON
Tanzabend von James Wilton
Uraufführung: 23. Februar 2018, Kleines Haus

Die Welt um uns herum fällt auseinander. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Krieg droht. Schon bald leben wir in einem Zeitalter, in dem Antibiotika nicht mehr helfen werden. Der Planet wird durch die Habgier der Menschen zerstört. Wälder werden zu Städten, Arten sterben aus, der Himmel brennt, der Meeresspiegel steigt. Das Ende naht …

Was hält die Menschheit zusammen in einer solchen Welt drohender Katastrophen? Wie kann es uns gelingen, in diesen Zeiten irgendeine Art von Hoffnung zu bewahren? Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen zueinanderfinden, wir müssen dranbleiben – durchhalten.

Kennzeichnend für James Wiltons choreografischen Stil ist eine sehr physische Bewegungssprache, die von Elementen verschiedener Kampfkünste un
So, 11.2.2018, 19:30
Benzin
Emil Nikolaus von Reznicek
Premiere: 13. Januar 2018, Stadttheater

Heiter-fantastisches Spiel mit Musik in zwei Akten // Text vom Komponisten frei nach Pedro Calderón de la Barca

Kein Bühnenbeitrag zur Ölkrise der Siebzigerjahre, sondern eine Zeitoper aus dem Jahre 1929 verbirgt sich hinter Benzin. Sie kleidet den antiken Circe-Mythos aus Homers Odyssee in den Rausch technischer Errungenschaften, der Teil der Goldenen Zwanziger war: Das Luftschiff Z 69 befindet sich nach einer Weltumrundung schon fast im Anflug auf den amerikanischen Luftschiffhafen Lakehurst, als der Treibstoff ausgeht. Zum Glück kann Kommandant Ulysses Eisenhardt auf einer Insel notlanden, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Am notwendigen Benzin scheint kein Mangel zu herrschen, doch es gehört der Milliardärstochter Gladys Thunderbolt, u
So, 11.2.2018, 19:30
Die Möglichkeit
Konrad Kästner
Sie hat schon längst begonnen: die Suche nach dem besseren Menschen. Taube können wieder hören, Lahme können wieder gehen und Autos können selbständig fahren. Unsere Telefone reden mit uns. Sie funktionieren als Erweiterung unseres Gehirns. Die Vernetzung zwischen Mensch und Maschine wird immer enger. Programme entwickeln ihre eigenen Auffassungen von Richtig und Falsch. Die Vorstellung von harten Robotern aus Eisen und Drähten ist schon lange obsolet. Maschinen werden immer menschlicher – in Form und Funktion. Sie gewinnen im Schach, spielen Musik, finden kreative Lösungen für komplexe Probleme und machen den Menschen Stück für Stück überflüssig. Selbst Anwälte, Aktienhändler, Ärzte oder Autoren könnten von Maschinen ersetzt werden. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, denn oft mache
So, 11.2.2018, 19:30
Ellbogen (Premiere)
Fatma Aydemir
Romanadaption

Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Sie fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen und hofft, dass ihr Leben bald endlich richtig losgeht. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen und sich ihr keine einzige befriedigende Lebensperspektive zu eröffnen scheint. Tagsüber sitzt sie in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und schreibt aussichtslose Bewerbungen am Fließband. Nachmittags absolviert sie den Praxisteil in der Bäckerei ihres Onkels für 3,50 Euro die Stunde. Abends trifft sie ihre besten Freundinnen, sie takeln sich auf und ziehen um die Häuser. Hazal glaubt weder ihren Eltern, noch dem Gequatsche ihrer Lehrer. Am wenigsten aber glaubt sie an s
Mo, 12.2.2018, 20:00
5. Kammerkonzert:
Speak Softly Love
Bielefelder Philharmoniker
Melanie Kreuter, Gesang

Spieldauer: ca. 01:45 Std.
Pausenanzahl: 1
Einführung: 35 Minuten vor Konzertbeginn
Di, 13.2.2018, 19:30
DAS WEISSE ALBUM
Ein Live-Konzert nach dem Album der Beatles
Premiere: 09. Februar 2018, Kleines Haus

»You say you want a revolution, well, you know, we all want to change the world.«

Die Beatles waren nicht nur eine Band, sie waren für Millionen Menschen eine politische und gesellschaftliche Lebenseinstellung. Vor 50 Jahren erschien THE WHITE ALBUM – die legendäre Doppel-LP mit Liedern wie DEAR PRUDENCE, OB-LA-DI, OB-LA-DA oder REVOLUTION.

Durch das Mischen der Musikstile wie Rock ’n’ Roll und Blues über Psychedelic zu Country Folk revolutionierten die Beatles mit diesem Album die Popmusik. Sie waren auf dem Zenit ihres Erfolges. 1968 war der Summer of Love vorbei: Ein Attentat auf Rudi Dutschke. Ein Attentat auf Martin Luther King. Der Prager Frühling. Aus Rom eine Enzyklika gegen die Pille. Da erschien DAS WEISSE ALBUM wie ein Sonnenstra
Mi, 14.2.2018, 19:30
DER REICHSBÜRGER (Uraufführung)
von Konstantin und Annalena Küspert
Uraufführung: 14. Februar 2018, U2

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betroge
Mi, 14.2.2018, 20:00
Wilhelm Tell
Friedrich Schiller
Die Schweiz wird von tyrannischen Landvögten regiert, die der Habsburger Kaiser eingesetzt hat. Das Volk, das sich einst freiwillig unter seine schützende Hand gestellt hatte, beginnt aufzubegehren. Als Landvogt Gessler die Altdorfer zwingt, vor einer Stange mit seinem Hut darauf niederzuknien, eskaliert die Lage. Bei einem heimlichen Treffen planen die Vertreter der drei Urkantone nachts auf dem Rütli den Aufstand. Nur der Einzelgänger Wilhelm Tell ist nicht unter den Verschwörern. Mit Politik will er nichts zu tun haben, doch solle man seiner Tatkraft bedürfen, könne man auf ihn zählen. Als aber Tell sich tags darauf weigert, vor Gesslers Hut niederzuknien, scheint Neutralität nicht mehr möglich. Gessler zwingt ihn, seinem Sohn mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf zu schießen. Der Meist
Do, 15.2.2018, 19:30
4. RATHAUSKONZERT
SMARAGD-Quintett
SMARAGD-Quintett:
Karin Struck, Violine
Christoph Struck, Violine
Mara Smith, Viola
Andreas Denhoff, Viola
Shengzhi Guo, Violoncello

Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett Nr. 5 D-Dur KV 593
Anton Bruckner: Streichquintett F-Dur WAB 112
Do, 15.2.2018, 20:00
Die Möglichkeit
Konrad Kästner
Sie hat schon längst begonnen: die Suche nach dem besseren Menschen. Taube können wieder hören, Lahme können wieder gehen und Autos können selbständig fahren. Unsere Telefone reden mit uns. Sie funktionieren als Erweiterung unseres Gehirns. Die Vernetzung zwischen Mensch und Maschine wird immer enger. Programme entwickeln ihre eigenen Auffassungen von Richtig und Falsch. Die Vorstellung von harten Robotern aus Eisen und Drähten ist schon lange obsolet. Maschinen werden immer menschlicher – in Form und Funktion. Sie gewinnen im Schach, spielen Musik, finden kreative Lösungen für komplexe Probleme und machen den Menschen Stück für Stück überflüssig. Selbst Anwälte, Aktienhändler, Ärzte oder Autoren könnten von Maschinen ersetzt werden. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, denn oft mache
Fr, 16.2.2018, 19:30
ANDORRA
Schauspiel von Max Frisch
»Andri, du bist der einzige hier, der die Wahrheit nicht zu fürchten braucht …«

In Andorra ist man stolz auf sein Land mit den weiß gemalten Hauswänden. Hier ist alles ein wenig besser als andernorts und man weiß auch um die Unterschiede. Man weiß, wie sich ein Jude verhält und dass er besser mit Geld als mit Holz umgehen kann. Andri glaubt, er sei Jude, und verliebt sich in Barblin, von der er nicht weiß, dass sie seine Halbschwester ist. Als Andorra von den Schwarzen, einem übermächtigen, rassistischen Staat, bedroht wird, schlagen die alltäglichen Ressentiments in Gewalt um. Andris Vater will seinen Sohn vor der Verfolgung retten, indem er ihm seine wahre Herkunft offenbart. Nicht nur die Liebe zu Barblin ist für Andri plötzlich unmöglich, er kann auch seine Identität als Jude nicht
Fr, 16.2.2018, 19:30
DER REICHSBÜRGER
von Konstantin und Annalena Küspert
Uraufführung: 14. Februar 2018, U2

Fake, Lügen, Verschwörungstheorien, Paralleluniversen, Manipulation und Propaganda haben in der Politik und in den Medien im 21. Jahrhundert Konjunktur, und das nicht erst seit sich auch Präsidenten von westlichen Nationen diesen Methoden bedienen. »Der Wahnsinn hat Methode« heißt es in Shakespeares Hamlet. Wie kommt es, dass Menschen die Wirklichkeit vollkommen ignorieren und sich in ein Paralleluniversum zurückziehen? Was treibt sie an, die politische und historische Realität vollkommen zu verdrehen? Sind es harmlose Verirrte, die ihre Wohnung oder ihr Haus und Grundstück zum unabhängigen Territorium erklären? Oder Utopisten, die Unabhängigkeitsphantasien radikal ausleben? Verrückte Wutbürger, die sich von Staat und öffentlichen Institutionen betroge
Fr, 16.2.2018, 20:00
5. Symphoniekonzert:
Bielefelder Philharmoniker | Zehetmair
Bach / Ligeti / Sibelius
Bielefelder Philharmoniker
Thomas Zehetmair, Violine und Leitung

Johann Sebastian Bach: Violinkonzert E-Dur BWV 1042
György Ligeti: Ramifications für Streicher
Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Jean Sibelius eilt der Ruf voraus, der finnischste aller finnischen Komponisten zu sein. Befeuert wurde dies durch Werke wie Kullervo oder der zur inoffiziellen Nationalhymne avancierten Finlandia – symphonische Dichtungen, die unverkennbar einen patriotischen Kommentar zur Unabhängigkeitsbestrebung von Russland abgaben. Doch für seine Symphonien galt dies nie, so sehr Zeitgenossen darin auch ein außermusikalisches Programm oder zumindest einen speziell finnischen Tonfall zu entdecken suchten: »Eine Symphonie soll zuerst und zuletzt Musik sein.« Die ersten Ideen zur 2. Symphonie
Fr, 16.2.2018, 20:00
Avenue Q
Robert Lopez / Jeff Marx / Jeff Whitty
Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) und Jeff Whitty (Buch) // Basierend auf einem Originalkonzept von Robert Lopez und Jeff Marx // Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)

Princeton hat gerade seinen Abschluss in Englisch gemacht und sucht in New York eine Wohnung. Erst in der Avenue Q findet er das zu seinem Konto passende Mietpreisniveau und trifft dort auf eine ganze Reihe Leute, die die Großstadt aus ihrer Mitte gespült hat: Brian, der gerade seinen Job als Komiker verloren hat, Kate, die sich nach einem Mann sehnt, Nicky und Rod, die eine Albtraum-WG führen, und Christmas Eve, die als Therapeutin immer noch auf ihren ersten Patienten wartet. Zum Glück verbreitet Daniel Küblböck (gibt’s den auch noch?) als Hausmeister unerschütter
Fr, 16.2.2018, 20:00
Chiffren
Dawn King
Premiere: 20. Januar 2018, Theater am Alten Markt

Justine sucht einen neuen Job. Bewerbungen unter Chiffre ... Das könnte der Anfang gewesen sein. »Man wird Ihnen eine Menge persönliche Fragen stellen, über Ihre Vergangenheit, Ihre Karriere, politische Ansichten, Sexualität, Drogen und Alkoholkonsum.« Justine hat kein Problem damit. Ihr Leben war bisher eher langweilig. Der Geheimdienst bietet ihr ungeahnte Möglichkeiten, denn die Welt steckt voller geheimer Zeichen. Ein scheinbar harmloses Telefongespräch über falsches Essen in einem Chicken-House kann sich als Verabredung von Terroristen herausstellen. Informanten müssen gewonnen werden, notfalls mittels Erpressung. Verschlüsselte Berichte, in Coladosen unter Parkbänken deponiert, erreichen so verabredungsgemäß ihren Adressaten. Doch
Sa, 17.2.2018, 19:30
DIE FREMDEN / DER KAUFMANN VON VENEDIG
Schauspiel von William Shakespeare
»Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben, und es muss schlimm zugehen, wenn ich meine Lehrer nicht überträfe.«

Ein böser Jude auf der Bühne? Zu Shakespeares Zeiten war das populär, heute muss man sich fragen, ob das antisemitisch ist. Besonders in Deutschland stellt die Figur des Juden Shylock für jede Inszenierung nach wie vor eine Herausforderung dar. DER KAUFMANN VON VENEDIG (1596) gilt nicht umsonst als Shakespeares politischste und geheimnisvollste Komödie.

Spielort ist Venedig, eine Welt des Wohlstands und Überflusses. Hier werden große Geschäfte gemacht und das Geld borgt man sich gern bei den Juden, die man ansonsten verachtet und verspottet. Bassanio will um die schöne Porcia werben, doch fehlt ihm das nötige Geld. Er wendet sich an seinen Freund Antonio. Aus Liebe
Sa, 17.2.2018, 19:30
ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL
Komödie von Theresia Walser
»Wahrheit kann man doch nicht übersetzen. Wahrheit ist unübersetzbar …«

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich at
Sa, 17.2.2018, 19:30
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
So, 18.2.2018, 15:00
WIE KLINGT NIMMERLAND?
Kindermusiktheater nach Motiven aus PETER PAN von J.M. Barrie
Uraufführung: 28. Januar 2018, Kleines Haus

Für alle ab 10 Jahren / ab 5. Klasse

»Ich höre nur leises Glockenläuten. – Das ist Glöckchen. So klingt die Feensprache.«

Nichts steht still: Nimmerland, die Heimat von Peter Pan, ist ein traumhafter Ort der Sehnsucht und der Anarchie – beste Voraussetzung, um sich ihm mit den Mitteln der Musik und des Spiels zu nähern. Eine Sängerin, eine Schauspielerin, ein Schauspieler und drei Musiker*innen brechen auf zu einer Klangreise, die nachts im Kinderzimmer ihren Anfang nimmt, genau in dem Moment, wenn sich im Übergang von Wachen zu Träumen die Wirklichkeit zu drehen beginnt und alles möglich wird, was am Tag unmöglich scheint.

Mit Lust an der spielerischen Verwandlung verändern Gegenstände des Alltags ihre Funktion: Der klappernde Schran
So, 18.2.2018, 13:00
Ich und du, Müllers Kuh
Lebt man ohne Wecker kecker? Warum lacht das Nilpferd? Ob Paul Maar, James Krüss, Joachim Ringelnatz oder Josef Guggenmoos: Julia Torres zaubert aus Gedichten kleine Theaterstücke.
So, 18.2.2018, 11:00
Ich und du, Müllers Kuh
Lebt man ohne Wecker kecker? Warum lacht das Nilpferd? Ob Paul Maar, James Krüss, Joachim Ringelnatz oder Josef Guggenmoos: Julia Torres zaubert aus Gedichten kleine Theaterstücke.
So, 18.2.2018, 19:30
Konstellationen
Nick Payne
Wie kommt man dem Geheimnis der Unsterblichkeit näher? Wenn man es schafft, die Spitzen seiner Ellbogen zu lecken. Vielleicht. Bleibt immer noch die Frage, ob man das überhaupt will, ewig leben. Aber Entscheidungen rückgängig machen können, das wäre zumindest schon mal ein Anfang. Denn wer kennt es nicht, das Gefühl, im entscheidenden Moment falsch abgebogen zu sein und nun weiter zu müssen auf der Einbahnstraße. Nick Paynes Stück Konstellationen macht die Umkehr möglich! Und so nimmt die Begegnung von Roland und Marianne nicht ihren Lauf, sondern verschiedene Verläufe: in Varianten, die sich manchmal nur durch eine Nuance unterscheiden. Die beiden treffen sich auf einer Grillparty, einmal mit, dann wieder ohne Partner im Hintergrund, bei Regen oder Sonnenschein. Alles ist denkbar. S
Mo, 19.2.2018, 20:00
4. ERBDROSTENHOF­KONZERT
Christian Leitherer, Chalumeau und historische Klarinette
Barbara Leitherer, Viola da gamba
Barbara Maria Willi, Cembalo, nach Ruckers, 1640 und Fortepiano Joseph Brodmann, Wien, 1828

Georg Friedrich Händel: Sonate G-Dur, op. 5/1 HWV 399
Georg Philipp Telemann: Sonate g-Moll TWV 41:g4
Michele Corrette: Suite in C op. 5
Gregorio Sciroli: Sonate B-Dur
Jan Ladislav Dusík: Der Tod der Marie Antoinette
Carl Philipp Emanuel Bach: Sonaten im Trio
Mo, 19.2.2018, 09:30
WIE KLINGT NIMMERLAND?
Kindermusiktheater nach Motiven aus PETER PAN von J.M. Barrie
Uraufführung: 28. Januar 2018, Kleines Haus

Für alle ab 10 Jahren / ab 5. Klasse

»Ich höre nur leises Glockenläuten. – Das ist Glöckchen. So klingt die Feensprache.«

Nichts steht still: Nimmerland, die Heimat von Peter Pan, ist ein traumhafter Ort der Sehnsucht und der Anarchie – beste Voraussetzung, um sich ihm mit den Mitteln der Musik und des Spiels zu nähern. Eine Sängerin, eine Schauspielerin, ein Schauspieler und drei Musiker*innen brechen auf zu einer Klangreise, die nachts im Kinderzimmer ihren Anfang nimmt, genau in dem Moment, wenn sich im Übergang von Wachen zu Träumen die Wirklichkeit zu drehen beginnt und alles möglich wird, was am Tag unmöglich scheint.

Mit Lust an der spielerischen Verwandlung verändern Gegenstände des Alltags ihre Funktion: Der klappernde Schran
Di, 20.2.2018, 19:30
TOM AUF DEM LANDE
von Michel Marc Bouchard
Du sagst mir, wann ich aufhören soll! Du entscheidest. Du gibt’s mir ein Zeichen, dann höre ich auf.

Tom hat seinen Freund Guillaume bei einem Unfall verloren. Er beschließt, aus Montréal zu dessen Begräbnis in die Provinz zu fahren. Dort auf einer Farm leben Guillaumes Mutter Agathe und sein älterer Bruder Francis. Tom gibt sich als Arbeitskollege des Verstorbenen aus, weil Agathe nichts von der Homosexualität ihres Sohnes ahnt. Francis tut alles, damit die Wahrheit über seinen Bruder nicht bekannt wird und schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Tom nicht zurück. In der Abgeschiedenheit des Bauernhofes gerät Tom immer mehr in einen tiefen Strudel von Abhängigkeiten und erträgt Brutalität, Hass und Erniedrigung auf irritierende Weise.

Der spannende Psychothriller des Kanadiers Michel M
Di, 20.2.2018, 20:00
#Bauchgefühl
Liederabend mit Roberta Valentini und Thomas Klotz
Roberta Valentini ist seit ihrer Lucy in Jekyll &Hyde (2007) nicht nur am Theater Bielefeld, sondern in der bundesweiten deutschsprachigen Musicalszene eine feste Größe. Aktuell steht sie wieder einmal auf der Bielefelder Bühne, als Rosalind Franklin in Das Molekül – an der Seite von Thomas Klotz, der seinerseits seit mehreren Spielzeiten ein beliebter Bielefelder Musicalgast ist, z. B. als Princeton und Rod im urkomischen Puppenmusical Avenue Q. Zusammen, als Paar mit bewegendem Schicksal, waren Roberta und Thomas unlängst in Die letzten fünf Jahre im Loft zu sehen. Wenn sie auch privat eigene Wege gehen, verbindet sie doch seit langer Zeit etwas ganz Besonderes: dasselbe Bauchgefühl. Und dieses Gefühl bestätigte sich in den vergangenen Jahren und durch gemeinsame Produktion immer wieder.
Di, 20.2.2018, 11:30
2. Jugendkonzert:
Sibelius - Symphonie Nr. 2
Bielefelder Philharmoniker

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Spieldauer: ca. 01:00 Std.
Di, 20.2.2018, 10:00
2. Jugendkonzert:
Sibelius - Symphonie Nr. 2
Bielefelder Philharmoniker

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Spieldauer: ca. 01:00 Std.
Di, 20.2.2018, 20:00
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Mi, 21.2.2018, 20:00
1984
George Orwell
In einer Bühnenfassung von Robert Icke und Duncan Macmillan

»Die Vergangenheit wurde ausradiert. Das Ausradierte vergessen. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge.« Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit in Ozeanien, einer der drei Supermächte der Welt, die sich im andauernden Krieg gegeneinander befinden. Im Ministerium wird die Geschichte ausgelöscht und die Geschichtsschreibung im Sinne der Parteilinie neu geschrieben. Das Leben der Menschen innerhalb dieses totalitären Systems ist gekennzeichnet von Einsamkeit, Misstrauen, Angst und ständiger Kontrolle. Die Partei arbeitet an der perfekten Sprache: »Neusprech« verringert den Wortschatz und zielt auf die Auslöschung des freien Geistes. Die Gedankenpolizei überwacht permanent die gesamte Bevölkerung, schon der bloße Gedank
Mi, 21.2.2018, 20:00
Arsen und Spitzenhäubchen
Joseph Kesselring
Abby und Martha Brewster sind mit Abstand die liebenswertesten Damen, die im rauen Stadtteil Brooklyn zu finden sind. Dessen ist sich ihr Neffe Mortimer sicher. Jedermann steht die Tür ihrer großen Villa offen, immerzu werden Köstlichkeiten serviert und für jedes Problem haben die Schwestern ein offenes Ohr. Selbstverständlich eilt Mortimer also zu ihnen, nachdem er seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht hat. Die Tanten sind außer sich vor Freude. Selbst Teddy, Mortimers geisteskranker Bruder, der sich für Präsident Roosevelt hält, unterbricht für einen Moment die Ausgrabung seines Panamakanals im Keller. Doch dann entdeckt Mortimer eine Leiche und seine heile Welt gerät ins Wanken. Seine Tanten – Mörderinnen? Sein verrückter Bruder – der Totengräber? Schlimmer noch, die Schwestern ve
Do, 22.2.2018, 21:00
DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER
Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe
Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: J
Do, 22.2.2018, 20:00
Väter und Söhne
Iwan Turgenjew
Premiere: 26. Januar 2018, Stadttheater

Flirrende Hitze im Mai: Auf seinem Landgut sieht Nikolaj mit gespannter Erwartung der Ankunft seines Sohnes Arkadij entgegen, der in Petersburg sein Examen bestanden hat. Was Arkadij nicht weiß – Nikolaj ist nochmal Vater geworden. Das zwanzig Jahre jüngere Dienstmädchen Fenitschka wohnt nun im Herrenhaus. Schließlich ist Nikolaj nicht nur verliebt, sondern auch liberal. Als Arkadij eintrifft, bringt er seinen Freund Bazarow mit. Sie beide seien Nihilisten, erklärt er stolz. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange über phrasendreschende Nichtstuer, das Nützlichkeitsprinzip, Kulturfeindlichkeit, den korrupten Staat, überkommene Vorstellungen und den Fortschritt. Einen Monat später: Anna, eine junge Witwe, ist mit ihrer jüngeren Schwester Kat
Fr, 23.2.2018, 19:30
DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH
Schauspiel von Tennessee Williams
»Wahrheit, Wahrheit! Was ist daran so schrecklich?«

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Willi
Fr, 23.2.2018, 10:30
DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER
Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe
Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: J
Fr, 23.2.2018, 19:30
HOLD ON (Uraufführung)
Tanzabend von James Wilton
Uraufführung: 23. Februar 2018, Kleines Haus

Die Welt um uns herum fällt auseinander. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Krieg droht. Schon bald leben wir in einem Zeitalter, in dem Antibiotika nicht mehr helfen werden. Der Planet wird durch die Habgier der Menschen zerstört. Wälder werden zu Städten, Arten sterben aus, der Himmel brennt, der Meeresspiegel steigt. Das Ende naht …

Was hält die Menschheit zusammen in einer solchen Welt drohender Katastrophen? Wie kann es uns gelingen, in diesen Zeiten irgendeine Art von Hoffnung zu bewahren? Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen zueinanderfinden, wir müssen dranbleiben – durchhalten.

Kennzeichnend für James Wiltons choreografischen Stil ist eine sehr physische Bewegungssprache, die von Elementen verschiedener Kampfkünste un
Fr, 23.2.2018, 20:00
Benzin
Emil Nikolaus von Reznicek
Premiere: 13. Januar 2018, Stadttheater

Heiter-fantastisches Spiel mit Musik in zwei Akten // Text vom Komponisten frei nach Pedro Calderón de la Barca

Kein Bühnenbeitrag zur Ölkrise der Siebzigerjahre, sondern eine Zeitoper aus dem Jahre 1929 verbirgt sich hinter Benzin. Sie kleidet den antiken Circe-Mythos aus Homers Odyssee in den Rausch technischer Errungenschaften, der Teil der Goldenen Zwanziger war: Das Luftschiff Z 69 befindet sich nach einer Weltumrundung schon fast im Anflug auf den amerikanischen Luftschiffhafen Lakehurst, als der Treibstoff ausgeht. Zum Glück kann Kommandant Ulysses Eisenhardt auf einer Insel notlanden, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Am notwendigen Benzin scheint kein Mangel zu herrschen, doch es gehört der Milliardärstochter Gladys Thunderbolt, u
Fr, 23.2.2018, 20:00
Ellbogen
Fatma Aydemir
Romanadaption

Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Sie fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen und hofft, dass ihr Leben bald endlich richtig losgeht. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen und sich ihr keine einzige befriedigende Lebensperspektive zu eröffnen scheint. Tagsüber sitzt sie in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und schreibt aussichtslose Bewerbungen am Fließband. Nachmittags absolviert sie den Praxisteil in der Bäckerei ihres Onkels für 3,50 Euro die Stunde. Abends trifft sie ihre besten Freundinnen, sie takeln sich auf und ziehen um die Häuser. Hazal glaubt weder ihren Eltern, noch dem Gequatsche ihrer Lehrer. Am wenigsten aber glaubt sie an s
Fr, 23.2.2018, 20:00
John & Jen (Premiere)
Andrew Lippa & Tom Greenwald
Premiere: 23. Februar 2018, TAM DREI

Ein neues Musical - Musik von Andrew Lippa. Gesangstexte von Tom Greenwald. Buch von Andrew Lippa und Tom Greenwald. Deutsch von Timothy Roller.

Kaum jemandem ist man ungefragt so eng verbunden wie seiner Schwester oder seinem Bruder. Geschwisterbeziehungen haben zweifellos ihre eigene Dynamik: Im gemeinsamen Aufwachsen ist man gleichzeitig größter Konkurrent und engster Verbündeter, ein Sparringpartner für die zukünftigen Höhen und Tiefen des Lebens. Und wie verändert sich die Perspektive, wenn man später selbst die Elternrolle übernimmt? Auf witzige und bewegende Weise untersucht das Kammermusical familiäre Konstellationen und begleitet die Geschwister John und Jen auf ihrem Entwicklungsweg zu eigenständigen Personen.

Musikalische Leitung: W
Sa, 24.2.2018, 19:30
ANGELS IN AMERICA (Premiere)
Oper in zwei Teilen von Peter Eötvös
Premiere: 24. Februar 2018, Großes Haus

»Es gibt keine Engel in Amerika.«

New York, Mitte der 1980er Jahre: Louis trennt sich aus panischer Angst von seinem erkrankten Freund Prior. Der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn lässt sich gesellschaftskonform Leberkrebs diagnostizieren und behauptet noch am Sterbebett, weder schwul noch an Aids erkrankt zu sein. Die Ehe zwischen dem mormonischen Anwalt Joe und seiner Frau Harper zerbricht, weil er seine homosexuelle Neigung nicht länger verbergen kann. Er beginnt eine Beziehung mit Louis.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Theaterstück ANGELS IN AMERICA von Tony Kushner ist eine bittere Abrechnung mit dem Amerika unter Ronald Reagan und die Aufarbeitung der apokalyptischen Gewalt der Aids-Epidemie: Stigmatisierung von Menschen mit
Sa, 24.2.2018, 19:30
DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER
Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe
Der junge Werther hat seine Heimat verlassen und sich in einer paradiesischen Gegend niedergelassen. Bei einem Ball auf dem Lande macht er die Bekanntschaft mit Lotte, die sein Herz näher angeht. Doch Lotte hat bereits einen braven Bräutigam – Albert. Werthers Liebe zu Lotte kann nicht erwidert werden und endet tragisch. An Heiligabend wählt Werther den Freitod.

Goethes WERTHER wurde innerhalb kürzester Zeit zum meistgelesenen Buch des Sturm und Drang. Er selbst sagt über den Erfolg des 1774 erschienenen Romans: »Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.« Die damalige Kritik unterstellte dem Werk jedoch, eine Suizidwelle junger Männer ausgelöst zu haben.

Inszenierung: Gregor Tureček
Bühnenbild & Video: J
Sa, 24.2.2018, 19:30
ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL
Komödie von Theresia Walser
»Wahrheit kann man doch nicht übersetzen. Wahrheit ist unübersetzbar …«

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich at
Sa, 24.2.2018, 19:30
Avenue Q
Robert Lopez / Jeff Marx / Jeff Whitty
Musical von Robert Lopez, Jeff Marx (Musik und Gesangstexte) und Jeff Whitty (Buch) // Basierend auf einem Originalkonzept von Robert Lopez und Jeff Marx // Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)

Princeton hat gerade seinen Abschluss in Englisch gemacht und sucht in New York eine Wohnung. Erst in der Avenue Q findet er das zu seinem Konto passende Mietpreisniveau und trifft dort auf eine ganze Reihe Leute, die die Großstadt aus ihrer Mitte gespült hat: Brian, der gerade seinen Job als Komiker verloren hat, Kate, die sich nach einem Mann sehnt, Nicky und Rod, die eine Albtraum-WG führen, und Christmas Eve, die als Therapeutin immer noch auf ihren ersten Patienten wartet. Zum Glück verbreitet Daniel Küblböck (gibt’s den auch noch?) als Hausmeister unerschütter
Sa, 24.2.2018, 19:30
Ellbogen
Fatma Aydemir
Romanadaption

Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Sie fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen und hofft, dass ihr Leben bald endlich richtig losgeht. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen und sich ihr keine einzige befriedigende Lebensperspektive zu eröffnen scheint. Tagsüber sitzt sie in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und schreibt aussichtslose Bewerbungen am Fließband. Nachmittags absolviert sie den Praxisteil in der Bäckerei ihres Onkels für 3,50 Euro die Stunde. Abends trifft sie ihre besten Freundinnen, sie takeln sich auf und ziehen um die Häuser. Hazal glaubt weder ihren Eltern, noch dem Gequatsche ihrer Lehrer. Am wenigsten aber glaubt sie an s
Fr, 29.9.2017 - So, 11.2.2018
lichtsicht 6
Verlängerung!
10-jähriges Jubiläum

Mehr als fünfzig lichtstarke Beamer werfen Bilder auf bis zu elf Meter hohe, insgesamt über einen Kilometer lange Gradierwände der historischen Salinen. Zeitkritisch zugespitzte, dramatisch packende, konzeptuell reflektierende Werke geben einen einmaligen Rückblick auf die junge Kunstform „Erweiterte Projektion“, die von den Gradierwänden auch in den umgebenden Park mit seinen Gebäuden, Wasserflächen und Fontänen ausgreift.

Die lichtsicht 6 zeigt ca. zwanzig aufsehenerregende Beiträge aus den fünf vorausgehenden Biennalen. Die Darbietung erlaubt also ein Wiedersehen mit Favoriten. Wer die lichtsicht erstmals besucht, hat die Chance, Höhepunkte aus zehn Jahren kennenzulernen. Für alle bietet der Überblick eine einmalige Gelegenheit, die Entwicklung der „Erweiterte
David Wagner
"Leben"
Rowolth
Preis der Leipziger Buchmesse

«Wann passiert es schon, daß einem die Verlängerung des eigenen Lebens angeboten wird?»

Der Anruf kommt um kurz nach zwei. Ein junger, sterbenskranker Mann geht ans Telefon, und eine Stimme sagt: Wir haben ein passendes Spenderorgan für Sie. Auf diesen Anruf hat er gewartet, diesen Anruf hat er gefürchtet. Soll er es wagen, damit er weiter da ist für sein Kind? Er nimmt seine Tasche und läßt sich ins Berliner Virchow-Klinikum fahren.

Von der Geschichte und Vorgeschichte dieser Organtransplantation handelt «Leben»: von den langen Tagen und Nächten im Kosmos Krankenhaus neben den wechselnden Bettnachbarn mit ihren Schicksalen und Beichten – einem Getränkehändler etwa, der heimlich seine Geliebte besucht, oder einem libanesischen Fleischer, der im Bürg
Ursula Krechel
"Landgericht"
Jung und Jung Verlag
Deutschen Buchpreis 2012

Nach »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel noch einmal den Spuren deutscher Geschichte nach. Ihr neuer Roman handelt vom Exil und von den fünfziger Jahren, von einer Rückkehr ohne Ankunft.

Was muss einer fürchten, was darf einer hoffen, der 1947 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrt? Nach ihrem gefeierten, 2008 erschienenen Buch »Shanghai fern von wo« geht Ursula Krechel mit ihrem neuen großen Roman »Landgericht« noch einmal auf Spurensuche. Die deutsche Nachkriegszeit, die zwischen Depression und Aufbruch schwankt, ist der Hintergrund der fast parabelhaft tragischen Geschichte von einem, der nicht mehr ankommt. Richard Kornitzer ist Richter von Beruf und ein Charakter von Kohlhaas’schen Dimensionen. Die Nazizeit mit ihren absurden und tödlichen Rege
Narvid Kermani
"Dein Name"
Hanser Verlag
Heinrich-von-Kleist Preis 2012

Am 8. Juni 2006 beginnt Navid Kermani sein neues Buch, und es wird einer der ungewöhnlichsten Romane unserer Zeit. Hier schreibt einer über alles, was es zu wissen gibt über sein Leben und das Leben überhaupt: die Gegenwart und die Vergangenheit seiner Familie, die Erinnerung an gestorbene Freunde und die mitreißende Lektüre Jean Pauls und Hölderlins. Die Geschichte seines Großvaters, der von Nahost nach Deutschland ging, wird zum Herzstück des Romans. Immer wieder drängt sich dem Romancier der entscheidende Moment dazwischen: der des Schreibens. „Dein Name“ ist ein Roman, der das Privateste ebenso in den Blick nimmt wie die Geschichte, in der wir leben - ein Buch, das unser Bild der Gegenwart nachhaltig verändern wird.

Fester Einband, 1232 Seiten
mit
Sibylle Lewitscharoff "Pong"
Berlin-Verlag
Büchner-Preis 2013

Fast zärtlich zeichnet Sibylle Lewitscharoff den Alltag eines Verrückten nach, der sich selbst genügt. Mit hinreißenden Wortspielereien und Neuschöpfungen skizziert sie das Psychogramm eines eigenwilligen Helden und präsentiert zugleich eine poetische Parabel über die allgegenwärtigen Ängste des Lebens. Sibylle Lewitscharoff erhielt 1998 für »Pong« den Ingeborg Bachmann-Preis
Pong ist ein »nicht unschöner« Mann. Er will die Welt verbessern, Ungerechtigkeiten besiegen und Kinder vor dem schweren Parfüm ihrer Mutter bewahren. Das einzige Problem: Pong ist verrückt. Seine ungewöhnliche Geburt durch »den Großen Ratsch« läßt ihn zu einem Sonderling mit einer eigenen Weltwahrnehmung werden. Sein aus Ängsten, Zwängen und festen Regeln bestehender Alltag soll seine fragile E
Wilhelm Genazino
"Idyllen in der Halbnatur"
Hanser Verlag
Kasseler Literaturpreis 2013

Die Welt ist voller Merkwürdigkeiten, man muss nur hinsehen. Ein Mann verliert einen Schuh. Ein anderer Mann, Kleist, beschreibt seiner Braut auf Hunderten von Seiten, durch welche gründlichen Maßnahmen sie beide unfehlbar glücklich werden. Der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino erzählt, wie er schreibt, wie er zum Schreiben kam und warum die Welt so merkwürdig und ohne Bücher kaum auszuhalten ist. In Prosastücken und Essays nähert er sich auf unverwechselbare Weise Büchern und Bildern, vor allem aber Menschen, seien sie nun Schriftsteller, deren berühmte Figuren oder auch jene Namenlosen, die irgendwann auf der Straße ihren Schuh verlieren. Und damit einen ungeschriebenen Roman erleben.

Fester Einband, 240 Seiten

„In den ‚Idyllen in der Halbnatur‘,
Judith Schalansky
"Der Hals der Giraffe"
Preis der Literaturhäuser 2014

»Der beste Roman des Jahres.« Hubert Winkels, Deutschlandfunk Anpassung im Leben ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. In einer Stadt im hinteren Vorpommern. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt Inge Lohmark, Lehrerin vom alten Schlag, mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie schließlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.
Judith Schalanskys Bildungsroman wurde 2011 zum großen Presse und Publikumserfolg. Kritikerinnen und Kritiker bejubelten den »besten Roman des Jah
Marcel Beyer
"Putins Briefkasten"
Kleist-Preis 2014

Eines Morgens, in einer ihm »selber nicht ganz klaren Anwandlung«, fährt Marcel Beyer an den Stadtrand von Dresden, um dort einen Briefkasten noch einmal zu sehen, nicht irgendeinen, sondern den Wladimir Putins, der in den achtziger Jahren hier lebte. Er findet ihn nicht mehr vor. Aber was Beyer auf seiner Spurensuche wahrnimmt und aufschreibt, entwickelt sich unterderhand zu einem Kurzporträt Putins, das erhellender ist als jede dickleibige politische Biographie. Was immer Beyer hier in seinen Erzählungen und Skizzen in den Blick nimmt - seien es Blumen oberhalb des Genfer Sees, eine von Rimbaud aufgegebene Kleinanzeige, ein einäugiger Löwe im Dresdner Zoo, von Dostojewskij zum Brüllen gebracht, ein kleinformatiges Gemälde von Gerhard Richter oder Lessings Ofenschirm
Bielefeld
Die junge Hochschulstadt am Teutoburger Wald

Bielefeld ist kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region Ostwestfalen-Lippe und zählt mit knapp 330.000 Einwohnern zu den 20 größten Städten Deutschlands. 1214 als Kaufmannsstadt gegründet, präsentiert sich Bielefeld heute als junge Hochschulstadt: eine Universität, sechs Hochschulen, rund 30.000 Studierende. Bielefeld ist eine quirlige Großstadt mit viel Grün, in der es jede Menge Raum für kreative Ideen gibt. Und der Campus Bielefeld entwickelt sich mit der Erweiterung in den nächsten Jahren zu einem der modernsten Hochschul-Standorten Deutschlands.

Bielefelds reizvolle Lage am Teutoburger Wald ermöglicht eine vielfältige Freizeitgestaltung. Wandern, joggen, klettern, Rad fahren – Bielefelds StadtParkLandschaft ist erlebnisr
Marjana Gaponenko
"Wer ist Martha?"
Adelbert-von-Chamisso-Preis 2013

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sagt der Arzt. Und die will gut genutzt sein, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revo
Lisa-Maria Seydlitz
"Sommertöchter"
Eine Familiengeschichte voller Liebe

Durch einen anonymen Brief erfährt Juno von ihrem Erbe: ein Fischerhaus in der Bretagne. Aber wider Erwarten ist sie nicht die Einzige, die sich für das Haus interessiert. Die französische Kellnerin Julie hat sich dort eingenistet, und auch Jan, ein Architekt aus Deutschland, ist oft zu Besuch. Acht Jahre nach dem Tod ihres Vaters eröffnet sich für Juno ein neuer Blick in die Vergangenheit. Die Reise in die Bretagne wird für sie zu einer Reise in ihre Familiengeschichte. In eine Kindheit, in der sie glücklich war und mit ihren Eltern ein scheinbar idyllisches Vorstadtleben geführt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem alles anders wurde.
›Sommertöchter‹ ist ein Roman gegen das Alleinsein. Lisa-Maria Seydlitz nimmt ihre Leser mit in einen Sommer, in dem
Terézia Mora
"Das Ungeheuer"
Luchterhand Literaturverlag
Deutscher Buchpreis 2013

Eine der wichtigsten Gegenwartsautorinnen
»Solche Geschichten gibt's, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen. Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Ger
Thomas Hettche
"Pfaueninsel"
Kiepenheuer & Witch
Eine Insel außerhalb der Zeit

Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. In seinem opulenten, kundigen und anrührenden Roman erzählt Thomas Hettche von dessen Blüte, Reife und Verfall aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, in deren Lebenslauf sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts verdichtet.
Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!« Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwisch
Amos Oz
"Unter Freunden"
Suhrkamp Verlag
Siegfried Lenz Preis 2014 für Amos Oz

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler

Zvi Provisor, der mürrische Gärtner des Kibbuz Jikhat, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft mit Katastrophenmeldungen zu versorgen: die Erkrankung des norwegischen Königs, der Brand in einem spanischen Waisenhaus, ein Vulkanausbruch in Chile. Abgelenkt von seiner täglichen Dosis Pessimismus, entgeht ihm, dass die Witwe Luna Blank nur ihm zuliebe ihr gutes Sommerkleid trägt. Er, der keine Berührungen zulassen kann, muss erkennen, dass die ungewohnte weibliche Präsenz seine ihm heilige Alltagsroutine ins Wanken bringt. Amos Oz, der Meister der Zwischentöne, knüpft in Unter Freunden an seinen Bestsellererfolg Eine Geschichte von Liebe und Finsternis an und kehrt zu der Zeit zurück, die ihn am meis
Patrick Modiano
"Der Horizont"
Hanser Literaturverlag
Nobelpreis für Literatur 2014

Zwei Verlorene, die sich finden und wieder verlieren - ein Roman über Zeit und Erinnerung von Nobelpreisträger Patrick Modiano
Während einer Demonstration stoßen sie in einem Metroeingang zufällig zusammen, Margaret Le Coz und Jean Bosmans. Sie, geboren in Berlin als Tochter einer französischen Mutter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, er schreibt an seinem ersten Roman. Die beiden werden für kurze Zeit ein Liebespaar. Bis Margaret Hals über Kopf aus Paris flieht. Vierzig Jahre später spürt Bosmans dieser verlorenen Liebe nach. Was ihm bleibt sind seine Erinnerungen und eine konkrete Spur, die in eine Berliner Buchhandlung führt. Patrick Modianos neues Buch – in Frankreich als sein schönster Roman über das Vergehen der Zeit gerühmt – ist die Gesc
Michel Houellebecq
"Unterwerfung"
Dumont-Verlag
Im Mittelpunkt von Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ steht die Geschichte des Literaturwissenschaftlers Francois. Während der Akademiker und leidenschaftliche Weintrinker das Werk des dekadenten Schriftstellers Huysmans erforscht, rückt die Wahl des neuen französischen Präsidenten immer näher.

Alles deutet darauf hin, dass der charismatische Kandidat der Muslimbruderschaft das Rennen machen wird. In der Hauptstadt kommt es zu tumultartigen Ausschreitungen: Autos brennen, Wahllokale werden überfallen und ein Bürgerkrieg scheint blutige Realität zu werden. Es kommt zur Stichwahl zwischen der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem muslimisch-moderatem, humanistisch gesonnenem Kandidaten – und schließlich zieht Mohamed Ben Abbès als Präsident in den Elysée-Palast ein. Bald stellt er die Repu
Nicolas Mahler
"Franz Kafkas nonstop Lachmaschine"
Reprodukt
Preis der Literaturhäuser 2015

Wie fühlt es sich an, als Comicautor in der Hochkultur anzukommen? Wie übersetzt man Thomas Bernhard und Robert Musil in Comicform? Und gibt es nicht mehr Überschneidungen zwischen Franz Kafka und “Fix und Foxi”-Erfinder Rolf Kauka, als man zunächst annehmen mag? Auch in der vierten Sammlung von autobiografischen Geschichten berichtet Nicolas Mahler mit trockenem Witz aus seinem aufregenden Leben als Comiczeichner und von den grotesken Situationen, in die er fortwährend gerät.

Nicolas Mahler ist einer der profiliertesten und produktivsten Comickünstler im deutschsprachigen Raum. Bei Reprodukt ist neben autobiografischen Comics wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” zuletzt die tragikomische Erzählung “Lone Racer” erschienen. Viel Aufmerksamkeit wurde
Swetlana Alexijewitsch:
"Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus"
Suhrkamp
Nobelpreis für Literatur 2015

Gut zwanzig Jahre sind vergangen seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Russen entdeckten die Welt, und die Welt entdeckte die Russen. Inzwischen aber gilt Stalin wieder als großer Staatsmann, die sozialistische Vergangenheit wird immer öfter, vor allem von jungen Menschen, nostalgisch verklärt.
Russland, so Swetlana Alexijewitsch, lebt in einer Zeit des »Second-hand«, der gebrauchten Ideen und Worte. Die Reporterin befragt Menschen, die sich von der Geschichte überrollt, gedemütigt, betrogen fühlen. Sie spricht mit Frauen, die in der Roten Armee gekämpft haben, mit Soldaten, Gulag-Häftlingen, Stalinisten. »Historiker sehen nur die Fakten, die Gefühle bleiben draußen …, ich aber sehe die Welt mit den Augen der Menschforscherin.«
Wer das Russland
Durs Grünbein
"Aroma - Ein römisches Zeichenbuch"
Suhrkamp Verlag
Tomas-Tranströmer-Preis 2012

Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwert stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.

„Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen.
Dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war,
Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen.“

Der so spricht, ist an einem Ort angekommen, wo viele seiner Schreib- und Lebensmotive zusammenlaufen. Durs Grünbeins Jahr in Rom hat Gestalt gewonnen in einem Zeichenbuch. Die Stadt – „Roma caput mundi“ – wird als ein Schauplatz der Zeichen und Verweise erfahren und schlägt sich, wie bei den Reisenden früherer Zeiten, in Zeichnungen nieder – freilich in geschriebener Form. Aus vier Kapiteln gefügt, entstand so sein opus incertum, nach dem Vorbild des altrömi
Felicitas Hoppe
"Hoppe"
S. Fischer Verlag
Georg-Büchner-Preis 2012

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!

›Hoppe‹ ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.
Feridun Zaimoglu "Ruß"
Kiepenheuer & Witsch Verlag
Preis der Literaturhäuser 2012

Liebe, Trauer und Vergeltung im Ruhrpott – eine deutsche Saga

Ein Kiosk in Duisburg ist der Ausgangspunkt einer rasanten Geschichte, die ihren Held durch den Ruhrpott, nach Warschau und bis auf die Großglocknerstraße führt – und an die Grenzen seiner Liebes- und Leidensfähigkeit.

Mit »Liebesbrand« und »Hinterland« hat Feridun Zaimoglu erfolgreich die Romantik in die deutsche Gegenwartsliteratur zurückgeholt, und nun wendet er sich einer Region zu, die deutscher kaum sein könnte: dem Ruhrpott, Industriebrache im Wandel zur Dienstleistungsregion. Die Gegend ist im Umbruch, und gebrochen ist auch der Held dieser Geschichte. Renz war Arzt, doch als seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, zerbrach seine Welt und brach sein Wille. Seit mehreren Jah
Maxim Leo
"Haltet Euer Herz bereit"
Eine ostdeutsche Familiengeschichte
Heyne Verlag
Europäischen Buchpreis 2011

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Der Journalist und Autor Maxim Leo ist Träger des Europäischen Buchpreises 2011. Leo, der in Ost-Berlin geboren wurde, wird für sein Buch „Haltet euer Herz bereit“ ausgezeichnet, das liebevoll und mitreißend die Geschichte seiner Familie vom Zweit
Ian Kershaw "Das Ende"
Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45
Deutsche Verlags-Anstalt
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Das »Dritte Reich« kämpfte nicht nur bis zum bitteren Ende, bis zur totalen Niederlage, es funktionierte auch bis zum Schluss. Bis die Rote Armee vor den Pforten der Reichskanzlei stand, wurde die öffentliche Ordnung in Deutschland, das täglich ein Stück mehr unter alliierte Besatzung geriet, weitgehend aufrechterhalten. Löhne wurden bezahlt und die Verwaltung lief – wenngleich unter großen Schwierigkeiten – weiter. Die Gründe dafür, warum Hitlers Deutschland militärisch zusammenbrach, sind bekannt, die Frage, wie und warum das »Dritte Reich« bis zum Schluss funktionierte, ist dagegen bis heute nicht beantwortet. Zentral bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie das R
Timothy Snyder "Bloodlands"
Europa zwischen Hitler und Stalin
C.H. Beck
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012

Timothy Snyder erzählt in seinem aufsehenerregenden, zutiefst aufwühlenden Buch drei miteinander verknüpfte Geschichten – Stalins Terrorkampagnen, Hitlers Holocaust und den Hungerkrieg gegen die Kriegsgefangenen und die nichtjüdische Bevölkerung – so wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: zur gleichen Zeit und am gleichen Ort.
Makellos recherchiert, atemberaubend geschrieben und von eindringlicher Humanität gehört Bloodlands zu den historischen Büchern, die einen anderen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts eröffnen. Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht – und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor
Thea Dorn, Richard Wagner
"Die deutsche Seele"
Knaus Verlag
Von Gemütlichkeit und Grundgesetz, von Abendbrot bis Zerrissenheit. Alles was deutsch ist.

So ein Buch hat es noch nicht gegeben. Zwei Autoren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, erkunden liebevoll und kritisch, kenntnisreich und ohne Berührungsängste, was das eigentlich ist, die deutsche Seele. Sie spüren sie auf in so unterschiedlichen Begriffen wie »Abendbrot« und »Wanderlust«, »Männerchor« und »Fahrvergnügen«, »Abgrund« und »Zerrissenheit«. In sechzig Kapiteln entsteht auf diese Weise eine tiefgründige und facettenreiche Kulturgeschichte des Deutschen.

Alle Debatten über Deutschland landen am selben Punkt im Abseits: Darf man das überhaupt öffentlich sagen, etwas sei »deutsch« oder »typisch deutsch«? Kann man sich mit dem Deutschsein heute endlich versöhnen? Man muss e
Wolfgang Herrndorf:
"Sand"
Rowohlt Berlin
Preisträger der Leipziger Buchmesse 2012

"Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goß den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten. Dreck und zerlumpte Gestalten, und ihm fiel ein, wie gefährlich es im Grunde war, eine weiße, blonde, ortsunkundige Frau in einem Auto hierherzubestellen."

Während in München Palästinenser des "Schwarzen September" das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen ermordet, ein Geldkoffer verschwindet, und ein unterbel
Umberto Eco
"Der Friedhof in Prag"
Hanser Verlag
Der Italiener Simon Simonini lebt in Paris, und er erlebt aus nächster Nähe eine dunkle Geschichte: geheime Militärpapiere, die der jüdische Hauptmann Dreyfus angeblich an die deutsche Botschaft verkauft, piemontesische, französische und preußische Geheimdienste, die noch geheimere Pläne schmieden, Freimaurer, Jesuiten und Revolutionäre - und am Ende tauchen zum ersten Mal die Protokolle der Weisen von Zion auf, ein gefälschtes „Dokument“ für die „jüdische Weltverschwörung“, das dann fatale Folgen haben wird. Umberto Eco, der Meister des historischen Romans, erzählt die Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, in der wir jedoch unser eigenes wiedererkennen können.

Roman – übersetzt aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Fester Einband, 528 Seiten
Mit zahlreichen Abbildungen

"
Christa Wolf
"Der geteilte Himmel"
Eine Auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen Teilung.
Ende August 1961: In einem kleinen Krankenhauszimmer erwacht Rita Seidel aus ihrer Ohnmacht. Und mit dem Erwachen wird auch die Vergangenheit wieder lebendig. Da ist die Erinnerung an den Betriebsunfall und vor allem die Erinnerung an Manfred Herrfurth. Zwei Jahre sind vergangen, seit sie dem Chemiker in die Stadt folgte, um an seiner Seite und mit ihm gemeinsam ein glückliches Leben zu beginnen. Wann hat die Trennung begonnen? Hat sie die ersten Anzeichen einer Entfremdung übersehen? Denken, Grübeln, Fiebern - Tage und Nächte hindurch! »Ich gebe Dir Nachricht, wenn Du kommen sollst. Ich lebe nur für den Tag, da Du wieder bei mir bist.« Manfred ist von einem Chemikerkongreß in Westberlin nicht zurückgekehrt in dem festen Glaube
Jan Brandt
"Gegen die Welt"
Dumont Verlag
Ein Dorf in Ostfriesland, Kühe grasen auf den Wiesen, ab und zu zerreißt der Lärm eines Tieffliegers die Stille. Hinter den getrimmten Tujenhecken des Neubauviertels blühen die Blumen, in den Auffahrten glänzen frisch gewachste Neuwagen.
In diese Welt wird Mitte der Siebzigerjahre Daniel Kuper, Spross einer Drogistendynastie, hineingeboren. Ein schmächtiger, verschlossener Junge mit viel zu viel Fantasie und zu wenigen
Möglichkeiten. Doch bald geschehen seltsame Dinge: Mitten im Sommer kommt es zu heftigem Schneefall, ein Kornkreis entsteht, ein Schüler stellt sich auf die Bahngleise, Hakenkreuze tauchen an den Hauswänden auf. Für all das wird Daniel Kuper verantwortlich gemacht. Und je mehr er versucht, die Vorwürfe zu entkräften, desto stärker verstrickt er sich in ihnen. Daniel Ku
Jonathan Franzen
"Die Korrekturen"
Rowolth Verlag
Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.
Jonathan Franzen ist ein großartiger Roman gelungen: Familien- und Gesellschaftsgeschichte in einem.

rororo
Taschenbuch, 784 S.

Eine Sensation. (Der Spiegel)

Ein Wunder. Und kein geringes. (Die Welt)

Jonathan Franzen ist das größte Sprachtalent, das die amerikanische Literatur seit John Updike hervorgebracht hat. (Literaturen)
Sibylle Lewitscharoff
"Blumenberg"
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg. Die Glieder bequem auf dem Bucharateppich ausgestreckt, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet, sich hin und her wiegend nach Raubkatzenart. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint ihn zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?

Das Auftauchen des Tieres wirkt in mehrerlei Leben hinein, nicht nur in das Leben Blumenber
Peter Handke
"Immer noch Sturm"
Suhrkamp Verlag
Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln – ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenze
Friedrich Christian Delius
"Bildnis der Mutter als junge Frau"
Rowohlt Verlag
Georg-Büchner-Preisträger 2011

Rom im Januar 1943: Eine junge deutsche Frau steht kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes. An einem sonnigen Tag begibt sie sich auf einen Spaziergang durch die fremden Straßen. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke ist sie mit ihren Gedanken woanders. Ihr Mann wurde überraschend an die afrikanische Front abkommandiert. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist ungewiss. Und auf ihrem Gang durch die Ewige Stadt beginnt die junge Frau zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte …

rororo
Taschenbuch, 128 S.

«Eine wundervolle Erzählung.» (Süddeutsche Zeitung)
«Ein kleines Meisterwerk … und eine Liebeserklärung an die Stadt Rom und an die Mutter.» (Die Zeit)
«Ein Meisterwerk an Anmut und historischem Scharfblick.» (Neue Zürcher Zeitung)
«Spannung und E
Eugen Ruge
"In Zeiten des abnehmenden Lichts"
Rowohlt-Verlag
Deutscher Buchpreis 2011

Roman einer Familie

Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.

Hardcover, 432 S.
19,95 €
978-3-498-05786-2

«Überragend ... eine faszinierende Innensicht der DDR.» Felicitas von Lovenberg, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Eugen Ruge ist ein Erzähler von einer Virtuosität, von einer sprachlichen Finesse, von einer erzähltechnischen Genauigkeit, wie man sie nicht alle Tage antrifft ... Meist
Sibylle Lewitscharoff
"Consummatus"
Suhrkamp Verlag
Stuttgart, Café Rösler, Samstag, den 3. April 2004 (vormittags) – ein Mann trinkt. Ralph Zimmermann ist allein mit sich und dem Alkohol. Oder auch nicht. Bei ihm sind Andy Warhol, Edie Sedgwick, Jim Morrison und nicht zuletzt seine Geliebte Joey. Tot zwar allesamt, aber doch anwesend genug, um einen Stift zumindest auf glatter Fläche ein paar Millimeter rollen zu lassen. Und natürlich, um zu kommentieren, was Ralphi-Ralph erzählt: von sich, seinem Leben, seiner Liebe und seinem eigenen Ausflug ins Totenreich.

suhrkamp taschenbuch 4230
Broschur, 240 Seiten

»Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot un
Tomas Tranströmer "Sämtliche Gedichte"
Hanser Verlag
Literatur-Nobelpreis 2011

Das schmale lyrische Gesamtwerk von Tomas Tranströmer hat auch außerhalb Schwedens großen Einfluß ausgeübt; besonders aber in Deutschland. In seinen Gedichten kommt eine innere, erträumte Welt hinter der Wirklichkeit zur Sprache, die in ihrer exakten Schönheit ein Gegenbild zeichnet.

übersetzt aus dem Schwedischen von Hanns Grössel
Erscheinungsdatum: 08.02.1997
Flexibler Einband, 264 Seiten





Jörg Bernig
"Weder Ebbe noch Flut"
Mitteldeutscher Verlag
Eichendorff-Literaturpreis 2011

Die Geschichte der großen Liebe von Albert und Dorothee beginnt 1983 am Rande eines Kirchentages in Leipzig. Ein Kind soll für die beiden ein Zauberspruch gegen einen Alltag sein, mit dem sie nichts anfangen können. Doch Dorothee wird nicht schwanger, auch die Medizin vermag nicht zu helfen.
Dann fällt die Mauer, neue Möglichkeiten tun sich auf, aber Albert entbindet Dorothee von ihrem Versprechen auf ein gemeinsames Leben. Er verlässt sie aus Liebe, damit wenigstens sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen kann. Er selbst geht nach Wales – wie er sagt: ans Ende der Welt. Dort will er seine Forschungen zu Adalbert Stifter abschließen, dessen Ehe ebenfalls kinderlos geblieben war. Und noch tiefer reicht die Verbindung Alberts mit dem Leben Stifters: Als Alb
Martin Walser
"Muttersohn"
Rowohlt Verlag
Auf die Frage, wovon sein neuer Roman handele, bekennt Martin Walser, dass es einfacher wäre zu sagen, wovon er nicht handele. Hier sind alle seine großen Themen gebündelt: Liebe und Vergeblichkeit, Lüge und Wahrheit, Glauben und Wissen. Muttersohn ist ein von Humor polierter Glaubensroman, ein Erleuchtungsbuch, in dem auch die Vernunft ihren Platz findet – nur nicht den von Aufklärungsfanatikern eingeforderten.

Hardcover, 512 S.
24,95 €
978-3-498-07378-7

«Muttersohn» ist ein Abenteuer, ein wilder, ein mit allen Daseinsfarben auf trumpfender Roman. Ein Roman darüber, was die Liebe vermag, was der Glaube vermag, was die Sprache vermag.

«Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.»
FELICIAS VON LOVENBERG, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

«Ein heiteres, altersweises
Hanna Krall
"Herzkönig"
Verlag Nuee Kritik
Europäischer Literaturpreis

»Das ist der letzte Abschnitt meiner Reise, und es wäre dumm, wenn ich jetzt verrückt werden würde.«

Diese nüchterne Feststellung stammt von Izolda Regensberg alias Maria Pawlicka. Seit der Deportation ihres Mannes nach Auschwitz besteht der Sinn ihres Lebens allein darin, ihren Herzkönig zu befreien. Die fieberhaften Bemühungen werden von Absurditäten und Zufällen, von glücklichen und unglücklichen Fügungen begleitet. In Zeiten der Vernichtung wundert sich Izolda über keine Grausamkeit - auch nicht über die eigene.

Bis Izolda schließlich im Mai 1945 im Lager Ebensee auf ihren Ehemann trifft, hat sie eine Odyssee von Lagern und Gefängnissen hinter sich. Das Paar kehrt mit »polnischen« Pässen nach Polen zurück. Jahre später fliegt die geborgte Identität
Frédéric Martel
"Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt"
Knaus Verlag
Wer beherrscht unsere Köpfe und warum? – Eine faszinierende Expedition zu den Mächtigen des Kulturbetriebs

Avatar, Stieg Larsson, Google, Michael Jackson – wie funktioniert die Kultur der Massen und wer macht sie? Was gefällt allen, überall auf der Welt? Und warum? Es geht in diesem Report über die weltweite Kulturindustrie um ein Billionengeschäft. Es geht aber auch um die Herrschaft über Worte, Bilder, Träume und Weltanschauungen.

Fünf Jahre reiste der Medienforscher Frédéric Martel auf allen Kontinenten, befragte in 1250 Interviews die Mitwirkenden der Kreativindustrien von 30 Ländern. Auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern begleitet ihn der Leser in die Kapitalen des Entertainment, nach Hollywood und Bollywood, zu TV Globo nach Brasilien, zu Sony, Al Jazeera, Televisa, in ä
Bora Cosic
"Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution"
Suhrkamp Verlag
Stefan-Heym-Preis 2011

Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann

Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution, heute ein Klassiker der europäischen Literatur, war ein Kultbuch in Jugoslawien. Aus der Perspektive eines Kindes - unschuldig bis zur Idiotie - wird in kaum zu überbietender Knappheit vorgeführt, wie Krieg, Faschismus und Kommunismus den Mikrokosmos einer heruntergekommenen Familie in Belgrad der vierziger Jahre heimsuchen. Hier hält man Lenins Schrift »Ein Schritt vor, zwei zurück« für ein Tango-Lehrbuch, diskutiert über Zwerge in Einmachgläsern und geht in Deckung, wenn die Partisanen den Freund von gestern zum Feind erklären. Die unheimliche Lakonie des Erzählers, der irrsinnige Witz und melancholische Humor des Buches machen es zu einem Meisterwerk der Subvers
Maja Haderlap
"Engel des Vergessens"
Wallstein Verlag
Bachmann-Preis 2011

Ein großes Romandebüt, das von einem Leben in der Mitte Europas erzählt; mit kraftvoller Poesie; Geschichten, die uns im Innersten betreffen.

Maja Haderlap gelingt etwas, das man gemeinhin heutzutage für gar nicht mehr möglich hält: Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Famili
Monika Maron
"Flugasche"
S. Fischer Verlag
Lessing-Preisträgerin 2011

Bitterfeld vor 30 Jahren: Die Journalistin Josefa Nadler kommt hierher, um eine Reportage über das veraltete und umweltgefährdende Kraftwerk zu machen. Mit ihrer kritischen Haltung gerät sie unter Druck und muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück.
›Flugasche‹ (1981), Monika Marons erster Roman, machte die Autorin über Nacht berühmt. Er zählt heute zu den Meisterwerken der deutschen Nachkriegsliteratur und bildet einen wichtigen Bezugspunkt zu Monika Marons 2009 erschienener Reportage ›Bitterfelder Bogen‹.

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 10,00 | € (A) 10,30 | SFR 15,90
ISBN: 978-3-596-51180-8
Anna Seghers
"Tage wie Staubsand. Briefe 1953-1983"
Aufbau-Verlag
Mehr als in den Briefen aus früheren Jahren spricht Anna Seghers hier von sich selbst, vor allem in den Briefen an ihre engsten Freunde Jorge Amado und Ilja Ehrenburg. Ihnen gesteht sie ihre Einsamkeit ein, die sie trotz aller äußeren Erfolge empfindet. Den Vertrauten gegenüber muss sie die restriktiven Kampagnen und politischen Ereignisse dieser Zeit nicht kommentieren. Stattdessen spricht sie von ihrer Trauer und ihrer Sehnsucht nach Freude: Bekenntnisse, die ein differenzierteres Bild der Autorin vermitteln. Hinzu kommen Einblicke in die Überlastungen dieses Lebens, denen sie bis zuletzt lebensmutig und kreativ entgegentrat.
Mit Briefen an Erwin Piscator, Lion und Marta Feuchtwanger, Lenka Reinerová, Helene Weigel, Volker Braun, Carl Zuckmayer, Günter Kunert, Stephan Hermlin, Lew Kopel
Melinda Nadj Abonji
"Tauben fliegen auf"
jung und jung
Schweizer Buchpreis 2010

Eine ungarische Familie aus Serbien in der Schweiz. Ein schwungvoll und gewitzt erzählter Roman aus der Mitte Europas.

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört.
Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann n
Friedrich Christian Delius
"Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus"
Reinbek, Rowohlt-Verlag
Georg-Büchner-Preisträger 2011

“In der Mitte seines Lebens, im Sommer 1981, beschließt der Kellner Paul Gompitz aus Rostock, nach Syrakus auf der Insel Sizilien zu reisen. Der Weg nach Italien ist versperrt durch die höchste und ärgerlichste Grenze der Welt, und Gompitz ahnt noch keine List, sie zu durchbrechen. Er weiß nur, daß er die Mauern und Drähte zweimal zu überwinden hat, denn er will, wenn das Abenteuer gelingen sollte, auf jeden Fall nach Rostock zurückkehren.” So beginnt F. C. Delius’ Chronik eines ungewöhnlichen, schweijkschen Abenteuers aus unserer Zeit.
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelingt es dem Kellner im Juni 1988, mit einer Jolle von Hiddensee aus die Seegrenze der DDR zu überqueren und nach Gedser in Dänemark zu segeln – ein “einfacher Grenzdurchbruch”, wie Gomp
Jan Peter Bremer
"Der amerikanische Investor"
Berlin-Verlag
Alfred-Döblin-Preis 2011

„Vielleicht sollte er dem amerikanischen Investor einen Brief schreiben. Vielleicht war der amerikanische Investor ein Mensch mit einem großen Herzen für die Literatur“.

Vor sich eine weiße Wand und die herausfordernd leere Seite seines Notizhefts, ringt ein Schriftsteller um den ersten Satz. Und weil sich der an diesem heißen Berliner Sommertag partout nicht einstellen will, springt er auf, kontrolliert zum hundertsten Mal, ob sich der Zustand seiner Wohnung wieder verschlechtert hat.
Das alte Mietshaus, in dem er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, wird von dem neuen amerikanischen Investor saniert, und nun senken sich die Böden ab. Die Wände zeigen Risse, und ist nicht sein ganzes Leben seitdem buchstäblich in eine Schieflage geraten?

Er beschlie
Frank Jöricke
"Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage"
Solibro Verlag
"Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam."

Frank Jörickes Roman ist eine launige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandtschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "u
Ingo Schulze
"Adam und Evelyn"
Berlin Verlag
Mainzer Literaturpreis 2011 für das Lebenswerk von Ingo Schulze

Spätsommer 1989, Ferien am Balaton — plötzlich öffnet Ungarn die Grenze, und der verbotene Westen mit all seinen Verlockungen ist zum Greifen nah. In dieser Situation entdeckt Ingo Schulze den Mythos von Adam und Eva. Entstanden ist eine große Tragikomödie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies.
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balato
Alex Capus
"Léon und Louise"
Hanser Verlag
Zwei junge Leute verlieben sich, aber der Krieg bringt sie auseinander: Das ist die Geschichte von Léon und Louise. Sie beginnt mit ihrer Begegnung im Ersten Weltkrieg in Frankreich an der Atlantikküste, doch dann trennt sie ein Fliegerangriff mit Gewalt. Sie halten einander für tot, Léon heiratet, Louise geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und großer Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von diesem Paar, das gegen alle Konventionen an seiner Liebe festhält und ein eigensinniges, manchmal unerhört komisches Doppelleben führt.
Die Geschichte einer großen Liebe, gelebt gegen die ganze Welt.

Roman
Fester Einband, 320 Seiten
Preis: 19.90 € (D) / 29.90 sFR (CH) /
Thomas Bernhard
"Aus Opposition gegen mich selbst"
Suhrkamp Verlag
Herausgegeben von Raimund Fellinger

In dem Interview zu seinem 50. Geburtstag erklärte Thomas Bernhard: »Negativ ist alles, gibt nicht Positives.« Später konstatierte er lakonisch: »Es ist eh’ alles positiv.« Ist also Thomas Bernhard der große Unfaßbare, der im gleichen Atemzug Gegenteiliges behauptet? Ist sein Werk vielleicht finster und sein Autor ein fröhlicher Clown? Ist er bloß ein opportunistischer Übertreibungskünstler bei allem und jedem? Oder ist er doch der schärfste Kritiker der politischen Verhältnisse im allgemeinen und des »katholisch-nationalsozialistischen Österreich« im besonderen?
Der vorliegende Band versammelt kurze und längere Texte von Thomas Bernhard, er berücksichtigt alle Gattungen – vom Roman bis zum einzeiligen Leserbrief – und präsentiert das Bernhardsche W
Hans Joachim Schädlich
"Kokoschkins Reise"
Rowohlt Verlag
CORINE-Preisträger 2010

Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin reist 2005 auf dem Luxusliner Queen Mary 2 von Southhampton nach New York. Während der fünftägigen Kreuzfahrt erinnert sich der rüstige 95-jährige Professor in Rückblenden an die Stationen seines Lebens in Europa.

Die Reise in die Vergangenheit beginnt er in St. Petersburg, der Stadt seiner Kindheit, wo die Bolschewiki 1918 seinen Vater ermordet hatten. Die Mutter floh mit dem Sohn über Odessa zunächst nach Berlin. Hier konnte er die Schule besuchen und studieren, er erlebt die Weimarer Republik und den deutschen Nationalsozialismus. Wiederum flieht er, diesmal nach Prag, wo es ihm gelingt, ein Stipendium für die USA zu bekommen. Amerika wird ihm nach der Machtergreifung der Nazis zur letzten Heimat. In nur sechs Kapiteln spieg
Mircea Cărtărescu
"Die Wissenden"
dtv Verlag
Was als Selbsterkundung eines Halbwüchsigen beginnt, entwickelt sich zu einem mitreißenden Erzählstrom von immenser Sprachkraft.
Rumänien um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Von einer Wohnung in einem Bukarester Plattenbau aus beobachtet der 15-jährige Mircea, wie das ehemalige Paris des Ostens architektonisch verschandelt wird. Angeregt durch die Geschichten seiner Mutter, will er die Erinnerung an die alte Stadt bewahren.

Aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka
528 Seiten

»Ein Proust aus dem Plattenbau, aber einer auf Speed.« Der Spiegel
Mario Vargas Llosa
"Das böse Mädchen"
Aus dem Spanischen von Elke Wehr
suhrkamp
Literaturnobelpreis 2010

Als er sie zum erstenmal sieht, tanzt sie den Mambo wie keine andere, damals in Miraflores, Sommer 1950. Sie ist, wie er, fünfzehn Jahre alt – aber was für Freiheiten nimmt sie sich heraus! Wie aufregend wenig bekümmert sie all das, was man in diesem steifkatholischen Lima tut oder nicht tut. Und dann ist sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Erinnerung an das »böse Mädchen« und ihr geheimnisvolles Anderssein läßt Ricardo nicht mehr los.
Seine Freiheit besteht darin, nach Paris zu gehen, als Übersetzer, ein intellektuelles Glück, von dem er glaubt, es könne ihm genügen. Da aber taucht aus heiterem Himmel das »böse Mädchen« auf, unterwegs nach Havanna, wo sie zur Revolutionärin ausgebildet werden soll. Sie lieben sich in einer Nacht, die
Amir Hassan Cheheltan
"Teheran Revolutionsstraße"
P. Kirchheim Verlag
Der Aufstieg eines zwielichtigen Operateurs von Jungfernhäutchen zum Klinikchef, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt, ist Ausgangspunkt für ein Sittenbild der iranischen Gesellschaft, deren politische, wirtschaftliche und soziale Zwänge und Verwerfungen ein junges Liebespaar auf grausame Weise scheitern lassen. „Teheran Revolutionsstrasse“, der in Teheran nicht veröffentlichte Roman Cheheltans, porträtiert den unbekannten Alltag von Menschen der Teheraner Megacity.

Scheinbar unbeteiligt läßt Shahrsad sich von den Ereignissen mitschleifen. Kein Aufschreien, kein Aufbegehren …Ihre ganze Kraft fließt in das starre Aushalten, das kein Morgen kennt, keine Schuld, kein Selbstwertgefühl. … Und mit dieser Charakterisierung der jungen Frau gelingt Cheheltan eine beeindruckende Reflexio
Uwe Tellkamp
"Die Schwebebahn - Dresdner Erkundungen"
inselverlag
Nach dem grandiosen Erfolg seines Beststellers Der Turm führt Uwe Tellkamp uns erneut in seine Heimatstadt Dresden. Auf den Stationen dieser Reise erwartet uns eine Fülle von Geschichten, die sich zu einer einzigartigen Erzählung der Stadt zusammenfügen. Wir begegnen der Klavierlehrerin Adolzaide und dem Vorsitzenden der Quittengesellschaft, hören Gesprächen über die Frauenkirche, Dresdner Maler und Architektur zu, besuchen den Jungen, dem in einem Johannstädter Plattenbau eine Tube Schuhcreme zum Gleichnis für den Traum vom Meer wurde. Dresden ist ein Stück Italien, und eine Laufmaschenreparatur ist in Wahrheit eine Filiale des Amts zur Wiederherstellung der Schönheit. In der Bunten Republik Neustadt lebt Q., die Brombeeren und die Zahl 19 liebt. Zwergpudel Caligula, der die Dame mit Hut
Jonathan Franzen
"Freiheit"
Rowohlt
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell und Eike Schönfeldt. Patty und Walter Berglund - Vorzeigeeltern und Umweltpioniere, fast schon ideale Nachbarn in ihrer selbst renovierten viktorianischen Villa in St. Paul - geben plötzlich Rätsel auf: Ihr halbwüchsiger Sohn zieht zur proletenhaften republikanischen Familie nebenan, Walter lässt sich zum Schutz einer einzigen Vogelart auf einen zwielichtigen Pakt mit der Kohleindustrie ein, und Patty, Exsportlerin und Eins-a-Hausfrau, entpuppt sich als wahrlich sonderbar. Hat Walters bester Freund, ein Rockmusiker, damit zu tun? Auf einmal lebt Patty ihre kühnsten Träume, führt sie ein Leben ohne Selbstbetrug. In diesem Roman einer Familie, der zugleich ein Epos der letzten dreißig Jahre amerikanischer Geschichte ist, erzählt Jonathan Franzen
Reinhard Jirgl
"Die Stille"
Hanser Verlag
Georg-Büchner-Preis 2010

Einhundert Jahre aus der Geschichte zweier Familien und aus der Geschichte eines Landes: Reinhard Jirgls "Die Stille" ist das monumentale Epos vom langen 20. Jahrhundert in Deutschland. Am Anfang steht ein Fotoalbum, die ältesten Bilder sind über achtzig Jahre alt: einhundert Fotografien zweier Familien, die eine aus Ostpreußen stammend, die andere aus der Niederlausitz. Zwei Weltkriege, Inflation, Flucht und Vertreibung haben diese beiden Familien über fünf politische Systeme hinweg, von der Kaiserzeit bis heute, überlebt. Den einhundert Fotografien folgend, erzählt Jirgl Geschichten von Verletzungen, Liebe und Verrat. "Die Stille" bestätigt seinen außergewöhnlichen Rang.

Roman
Fester Einband, 536 Seiten
Preis: 24.90 € (D) / 42.90 sFR (CH) / 25.60 € (A)
Paul Auster
"Unsichtbar"
Rowohlt Verlag
Niemand entzieht dem Leser so virtuos den Boden unter den Füßen, wie Paul Auster, der «Zeremonienmeister des Zufalls» (FAZ). Eben noch hat uns einer sein Leben erzählt, schon ist er – ein kleiner Wechsel der Perspektive nur – die imaginäre Figur eines Romans. Wer ist wirklich der, der zu sein er vorgibt? In Unsichtbar werden wir Zeuge eines teuflischen Spiels von Verführung und Verrat, Liebe und Lüge.

Der Fremde in dir

Vor vierzig Jahren haben sie sich zuletzt gesehen, es war «der Sommer des Sechstage-Kriegs, der Sommer der Rassenunruhen in mehr als hundert amerikanischen Städten, der Summer of Love». Jetzt schickt Adam Walker seinem früheren Studienfreund, dem erfolgreichen Schriftsteller James Freeman, ein unfertiges Manuskript: «Ich brauche dringend Hilfe.» Bald darauf erhält Free
Christa Wolf
"Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud"
Suhrkamp Verlag
Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Ihr Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L. aus dem Nachlaß einer verstorbenen Freundin, deren Schicksal sie nachspürt – eine Frau, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Sie beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die Vergangenheit des „New Weimar unter Palmen“, wie Los Angeles als deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der „Virus der Menschenverachtung“ in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wiederbelebt?

In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt
Thomas Kapielski
"Mischwald"
Suhrkamp Verlag
Preis der Literaturhäuser 2010

Kunst ist schlimmer als Heimweh – sagt Thomas Kapielski in Mischwald, seinem neuen großen Prosaband, einer reich illustrierten Welt- und Werkschau, angelegt als Logbuch eines gemischten Jahres, zu dessen Auftakt man ihn irrtümlich für tot erklärt und an dessen Ende er verfügt: Meinen Grabstein soll die Zeile schmücken: »Macht bloß so weiter!«

Was das Leben ihm dazwischen alles zuträgt, spottet jedem Vorschautext: Paradoxe Rauschzustände angesichts eines TV-Konzerts von André Rieu, heikle Fragen der Koran-Archäologie oder eine Einladung zur »Blattkritik« beim Stern haben genauso ihren Ort wie die angeschwipsten Bekenntnisse eines Künstlersozialkassenmitglieds, liebevoll gemeißelte Porträts verstorbener Weggefährten wie Emmett Williams, Thomas Schmid oder
Hans-Ulrich Treichel
"Grunewaldsee"
Suhrkamp Verlag
Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: »Permanecemos juntos!« - »Wir bleiben zusammen!« Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dau
Georg Klein
"Roman unserer Kindheit"
Rowohlt Verlag
Ein scheinbar ewiger Sommer umfängt Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, ein verlassenes Wirtshaus unter uralten Kastanien und die Laubenkolonie, wo die Kinder der Neuen Siedlung sich die großen Ferien vertreiben. Langsam, kaum merklich, sickert das Unheimliche ein: Ein Mord wird angekündigt, dann kommen die Boten, buchstäblich aus einer anderen Welt. Und es sieht aus, als könnten sie zumindest eines der Siedlungskinder auf die Nachtseite dieses Sommers hinüberziehen.

Hardcover, 448 S.
22,95 €

«Roman unserer Kindheit» ist zugleich ein radikal autobiographisches und magisch-phantastisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebrigem Witz und dunkler Einsicht.

«Ein Geniestreich ist dieser Roman, opak, dicht, verrückt, hässlich und irre schön.»
Ina Hartwig, Die Zeit
Anne Weber
"Luft und Liebe"
S. Fischer Verlag
Wo die Liebe sich in Luft auflöst, fängt Literatur an: »Luft und Liebe« ist eine mitreißende Liebes- und Verratsgeschichte, ein großes literarisches Vergnügen.

Die große Liebe – gibt es das? Anfang Vierzig und in Herzensdingen längst an das ganz normale Glück oder Unglück gewöhnt, begegnet sie in Paris einem nicht mehr ganz jungen Mann mit Bauchansatz, nach dem sich auf der Straße niemand umdrehen würde. Aber entgegen alle Erwartungen ist er der Mann, auf den die Heldin gewartet hat: Er ist zärtlich, aufmerksam und charmant, Hals über Kopf verliebt und verspricht ihr den Himmel auf Erden. Und um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz.
Zu schön, um wahr zu sein? Als die Träume – gemeinsames Leben, Hochzeit, Kind – Realit
Gregor Gumpert / Ewald Tucai
"Ruhr.Buch"
dtv
RUHR.2010
Kulturhauptstadt Europas - die literarische Anthologie

Essen und 52 weitere Städte zwischen Rhein, Lippe, Emscher und Ruhr dürfen sich 2010 als Kulturhauptstadt Europas feiern. Der drittgrößte europäische Ballungsraum rüstet sich mit vielen Projekten und Veranstaltungen, um sich sowohl als Kulturlandschaft als auch als Metropole zu zeigen.

Zu der Begegnung mit einer großen Geschichte und einer spannenden Zukunft lädt auch diese repräsentative literarische Anthologie mit Prosatexten, Gedichten und Liedern zahlreicher Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart ein. Ob aus heimatlicher Perspektive oder aus der eines Besuchers: Alle Beiträge erzählen von den historischen Besonderheiten und den beeindruckenden Veränderungen, die das Ruhrgebiet - diesen Schmelztiegel in der Mitte
David Foster Wallace
"Unendlicher Spaß"
Kiepenheuer & Witsch
DAS literarische Ereignis in diesem Jahr!

Vor einem Jahr nahm sich David Foster Wallace, einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur, das Leben. Sechs Jahre lang hat Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von Wallaces Opus magnum gearbeitet, dem größten Übersetzungsprojekt in der Geschichte des Verlags.

»Unendlicher Spaß« – so nannte James Incandenza seinen Film, der Menschen, die ihn anschauen, so verhext, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können und dabei verdursten und verhungern. Sein Sohn Hal, ein Tenniswunderkind mit außergewöhnlichen intellektuellen Fähigkeiten, studiert an der Enfield Tennis Academy (ETA), die von seinem Vater gegründet wurde. Hier sowie im nahe gelegenen Ennet-House, einem Entziehungsheim für Drogenabhängige, spielt ein Teil der überborde
Guntram Vesper
"Frohburg"
Schöffling & Co.
Preis der Leipziger Buchmesse 2016 (Belletristik)

FROHBURG ist ohne Zweifel das opus magnum von Guntram Vesper, zugleich für den Autor der Ausgangspunkt von allem: Der Ort seiner Geburt 1941, Jugend, Aufwachsen und Erwachen, die Flucht der Familie 1957, das umliegende Land die Folie der Geschichtsbetrachtung einer deutschen Epoche. Hier werden ein Land und eine Zeit gültig festgehalten, Kultur und Politik, Krieg und Nachkrieg, ein umfassendes, großartiges Portrait deutschen Lebens im zwanzigsten Jahrhundert; ein gewaltiges Prosawerk, das neben die großen Bücher von Peter Kurzeck, Walter Kempowski und Uwe Johnson zu stellen ist. FROHBURG ist ein Füllhorn an Geschichten, zumeist aus eigenem Erleben grundiert, eine große autobiographische Erzählung, ein Welt-Buch im Überschaubaren, ein Ges
Michael Schindhelm
"Dubai Speed: Eine Erfahrung"
dtv Verlag
Unter dem Motto »größer, höher, moderner, glamouröser« sollte in Dubai, mitten in der Wüste, die Welthauptstadt des 21. Jahrhunderts entstehen. Die Metropole am Golf war angetreten, alle Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen und in jeder Beziehung Superlative zu schaffen. Doch dann kam die Finanzkrise, und all die milliardenschweren Projekte, vor allem auch jene, die keine Rendite versprechen, standen plötzlich zur Diskussion. Allen voran die Kultur. Mit deren Aufbau war u.a. Michael Schindhelm beschäftigt. Er berichtet aus der Innenperspektive darüber, wie man als Europäer zwischen traditionellen und modernen Nomaden lebt, und erzählt aus der Welt des Hofstaats, der Emiratis und der Abenteuerer und Glückssucher aus aller Herren Länder.

Nicht alles ist genau so passiert, aber entstanden