STAATSTHEATER KASSEL - OPERNHAUS

Spielzeit 2015/16

Die Liebe zu den drei Orangen

Oper in vier Akten und einem Vorspiel von Sergej Prokofjew

Premiere: 05. März 2016, Opernhaus

Tragödie oder Komödie? Romanze oder Posse? Das sind hier die Fragen. Fragen, die einzig auf dem Theater beantwortet werden können. So auch im Fall einer der turbulentesten Opern des 20. Jahrhunderts, Sergej Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen. Zugrunde liegt dem »fröhlichen Schauspiel«, wie sein Schöpfer selbst es nannte, das Märchendrama L'amore delle tre melarance von Carlo Gozzi. Und diese »fiaba drammatica«, ästhetisches Manifest gegen den Realismus des Kontrahenten Goldoni, hat es in sich. Im Mittelpunkt ein Prinz. Der junge Mann ist depressiv, sein Vater deswegen arg betrübt. Also befiehlt der König dem Premierminister Leander, ein Fest zu organisieren, auf dem der Spaßmacher Truffaldino den Prinzen zum Lachen bringen soll. Was weder dieser noch der Herr Papa weiß: Es ist ein Komplott im Gange, an dessen Spitze Leander und Clarissa, die Nichte des Königs, stehen. Mithilfe von Fata Morgana, der Königin der Täuschung, und ihrer Sklavin Smeraldina streben sie zur Macht und wollen den Prinzen beseitigen. Das geht, dem Himmel sei Dank, schief. Doch der Reihe nach: Weil der Prinz an der falschen Stelle über Fata Morgana lacht, verflucht sie ihn. Er möge sich in der Liebe zu drei Orangen qualvoll verzehren. Der Prinz hat nun einige haarsträubende Abenteuer zu überstehen, bis er die schöne Ninetta in die Arme schließen kann. Doch zum einen weiß er Truffaldino und die Narren als treue Begleiter an seiner Seite, zum anderen spielt das Schicksal dem Prinzen im entscheidenden Augenblick in die Hand. Prokofjew hat diese überaus wechselvolle Geschichte mit einer Musik unterlegt, die an Esprit und Einfallsreichtum kaum zu überbieten ist, so dass wir es am Ende mit einem wunderbaren ästhetischen Paradoxon zu tun haben: einer typisch russischen Oper aus dem Geist der italienischen Commedia dell´arte.

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg / Alexander Hannemann
Inszenierung: Dominique Mentha
Bühne: Werner Hutterli
Kostüme: Anna Ardelius
Dramaturgie: Jürgen Otten
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Ort:

Opernhaus

Termine:

Di, 1.3.2016, 19:00 | Voraufführung |
Sa, 5.3.2016, 19:30 | Premiere |
Sa, 12.3.2016, 19:30 |
So, 27.3.2016, 18:00 |
Fr, 8.4.2016, 19:30 |
So, 8.5.2016, 18:00 |
Mi, 18.5.2016, 19:30 |
Mi, 25.5.2016, 19:30 |
So, 5.6.2016, 16:00 |
Mi, 6.7.2016, 19:30 |

Die Herzogin von Chicago

Operette in zwei Akten mit einem Vor- und Nachspiel von Emmerich Kálmán

Gegensätze ziehen sich an? Wohlan, zuweilen irrt der Volksmund. Denn in Emmerich Kálmáns Operette Die Herzogin von Chicago ist das ganze Gegenteil der Fall. Verwundern darf dies freilich nicht, zu groß scheint die Kluft zwischen den Parteien. Hier Sándor, stolzer Erbprinz eines arg verschuldeten Balkanländchens; ein Mann, der sich in der Gesellschaft am liebsten incognito zeigt. Dort Mary Lloyd, verwöhnte Tochter eines nordamerikanischen Industriemagnaten, die doch tatsächlich glaubt, mit Papis Dollars ließe sich die Welt kaufen.

Bei Sándor, dem das gute alte Europa mitsamt seinem Sitten- und Moralkodex noch viel(es) bedeutet, stößt sie mit dieser überheblichen Attitüde auf Ablehnung. Das Problem ist nur, dass der finanziell angeschlagene Kronprinz mit ansehen muss, wie sein Herz von Eros’ Pfeil durchbohrt wird. Und weil Mary das Gleiche geschieht und sie einiges Wichtige hinzu lernt über die menschliche Natur, führt der Weg der beiden Kontrahenten schließlich doch noch zum Altar. Oder etwa nicht? Gehen wir mit Volker Klotz konform, dann ist ja die Operette ein im besten Fall musikalisch wie dramaturgisch aufsässiges Bühnenstück, das wider erstarrte und verstockte Lebenshaltungen anrennt. Und so tut es dieses durch und durch sozialkritische Meisterwerk, dessen Melodienreichtum schier unermesslich ist und dessen sarkastische Note man nur richtig betonen muss, um die Augen zu öffnen für das, was uns schwach werden lässt.

Auffällig die formale Symmetrie. Denn die beiden Mittelakte, die in Sándors Residenzschloss spielen, werden umrahmt von einem szenischen Vor- und Nachspiel, das in einer Tanzbar verortet ist. Ebendort kommt es zum musikalischen Wettstreit. Und damit zur Frage, was flotter, pfiffiger, zeitgemäßer ist: Csárdás und Walzer? Oder doch Charleston und Foxtrott?

Musikalische Leitung: Marco Zeiser Celesti / Deniola Kuraja
Inszenierung: Christoph Biermeier
Bühne: Heiko Mönnich
Kostüme: Ursina Zürcher
Dramaturgie: Jürgen Otten
Licht: Brigitta Hüttmann
Choreinstudierung CANTAMUS: Maria Radzikhovskiy / Marco Zeiser Celesti
Choreografie: Andrea Heil

Ort:

Opernhaus

Termine:

Fr, 12.2.2016, 19:30 |
Fr, 26.2.2016, 19:30 |
Mi, 9.3.2016, 19:30 |
Mi, 16.3.2016, 19:30 |
Sa, 26.3.2016, 19:30 |
So, 10.4.2016, 16:00 |
Sa, 16.4.2016, 19:30 |
So, 24.4.2016, 18:00 |
So, 1.5.2016, 19:30 |
So, 29.5.2016, 18:00 |
So, 10.7.2016, 18:00 |

Artaserse

Dramma per musica in drei Akten von Leonardo Vinci

Dürfen wir vorstellen: Leonardo Vinci, italienischer Komponist aus Kalabrien (und nur fast gleichen Namens wie der berühmte Maler), der in seinem kurzen Leben 40 Opern schrieb; die letzten fünf Jahre wirkte Vinci als Nachfolger Alessandro Scarlattis (es sei erinnert an dessen Oper Griselda) in Neapel im Dienste der dortigen Hofkapelle. Hier feierte Vinci auch mit seinem letzten Bühnenwerk 1730 die Uraufführung: Artaserse liegt ein Drama zugrunde aus der Feder des im 18. Jahrhundert produktivsten und kreativsten Textdichters Metastasio, dem sich neben Vinci noch 39 andere Komponisten zur Vertonung angenommen hatten (unter ihnen auch Gluck). Grund genug also auszurufen: Es muss faszinierend sein, dieses Drama um den persischen Königssohn Artaserse. Und das ist es auch! Schon der erste Blick auf sein Personal macht offensichtlich, dass hier Konflikte vorprogrammiert sind. Es kommen vor: zwei Geschwisterpaare, zwei Liebespaare, ein Freundespaar seit Kindheitstagen, ein Vater, der zum Mörder an einem anderen Vater wurde, und ein unglücklich Verliebter (eine Mutter wird nirgendwo erwähnt). Das macht in der Summe 13, tatsächlich jedoch agieren sechs Figuren in dieser barocktypisch verwirrenden Personen- und Liebeskonstellation. Ein Beispiel dafür sei herausgegriffen: Mandane (Königstochter und Schwester von Artaserse) liebt Arbace (Bruder von Semira) und er sie. Weil der König (Mandanes Vater) diese Verbindung nicht dulden will, bringt der Vater Arbaces (namens Artabano) den Vater Mandanes (den König) um. Ist soweit alles klar? Diese Bühnenmenschen ringen nun miteinander in einem wilden Arien-Reigen bis hin zum dramatischsten aller Höhepunkte: Wer von ihnen wird sterben, wer bleibt am Leben? Uns allen zum Trost: Wir spielen Barock-Oper. Und deren Geschichten finden (beinahe) immer ihren glücklichen Ausgang.

Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Inszenierung: Sonja Trebes
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Isabell Heinke
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Licht: Albert Geisel

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 21.2.2016, 18:00 |
Sa, 19.3.2016, 19:30 |
Di, 29.3.2016, 19:30 |
Fr, 1.4.2016, 19:30 |

Norma

Tragische Oper in zwei Aufzügen von Vincenzo Bellini

Was für ein Drama! Norma balanciert schon auf dem Seil, als die Oper beginnt. Ihre Geschichte ist Tragödie und Trauerspiel zugleich. Bellini und Romani haben für Normas Lebenswelt ein von den Römern besetztes Gallien ersonnen. Hier ist sie Oberpriesterin der Druiden und als Seherin hoch angesehen. Sie lenkt als Mittlerin zwischen Gottheit und den Menschen die Geschicke ihres Volkes. Und dieses will sich jetzt gegen seine Besatzer auflehnen: Es fordert Krieg. Aber noch zögert Norma, denn sie hütet ein großes Geheimnis. Am Ende kostet sie dessen Offenbarung das Leben, da der Druidenkult das, was sie so sorgsam bewahrt und versteckt hielt, als schweren Frevel ahndet, der nur durch ein Menschenopfer gesühnt werden kann. Da hat Norma sich schon gestellt: »Son io – ich bin es«. Ich bin die, die das Keuschheitsgelübde lange davor gebrochen hat, denn ich bin Mutter. Was Norma nicht sagt, ist, dass sie vor kurzem noch mit dem Dolch in der Hand über den kleinen Köpfen stand und mit sich rang: Töte ich meine Kinder oder töte ich sie nicht? In jener Schreckensnacht, als sie noch glaubte, mit deren Tod den Vater bestrafen zu können. So wie es Medea getan hat. Norma tut es nicht.
Wie unendlich innig ist die Musik Normas, welche Traurigkeit, welche Schönheit liegt in ihr. Bellini hat sie seinen Bühnenmenschen mitgegeben: neben Norma ihrem Vater und Adalgisa. Für diese wurde sie von Pollione verlassen. Den Vater bittet sie, er möge für ihre Kinder sorgen – ehe sie sich selbst dem Scheiterhaufen überantwortet.
Welch ein großes Geschenk der jung verstorbene Venezianer der Welt mit Norma überließ, welch musikalisches Vermächtnis, von dem sich alle nährten, die auf ihn folgten: Donizetti, Verdi und sogar Richard Wagner. Doch sie war zuerst da. Seht, hier ist die Seherin, hier kommt Norma.

Musikalische Leitung: Joakim Unander / Anja Bihlmaier
Inszenierung: Yona Kim
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Hugo Holger Schneider
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Licht: Brigitta Hüttmann
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Mi, 10.2.2016, 19:30 |
Do, 18.2.2016, 19:30 |
Fr, 11.3.2016, 19:30 |
So, 15.5.2016, 19:30 |

Eugen Onegin

Lyrische Szenen in drei Aufzügen von Peter Tschaikowsky

Ein Abend ländlicher Idylle im Russland der 1820er Jahre. Man sitzt im Familienkreis beisammen, singt, tauscht Erinnerungen aus. Da bringt unvorhergesehener Besuch Abwechslung für die beiden Schwestern, die verträumte Tatjana und die lebenslustige Olga: Olgas Verlobter Lenski kommt in Gesellschaft seines weltgewandten Freundes Onegin vorbei. Sofort verliebt sich Tatjana in den gebildeten Großstädter; doch als sie ihm ihre Liebe gesteht, weist er sie zurück. Onegins Interesse an Olga endet mit Lenskis Tod, als der ihn zum Duell herausfordert. Jahre später kehrt Onegin zurück in die Provinz und trifft dort auf die erwachsen gewordene Tatjana. Zu spät erfasst auch ihn eine große Leidenschaft für Tatjana. Sie erwidert diese zwar, bekennt sich aber zu ihren Pflichten als nunmehr verheiratete Frau. Onegin bleibt einsam zurück.

Mit der bewussten Abkehr von der Tradition einer monumentalen Aufführungspraxis historischer Stoffe schuf Tschaikowsky mit Eugen Onegin ein Werk, welches das innere Erleben und die Seelenzustände seiner Figuren in einer Art Kammerspiel portraitiert. Ohne ins Sentimentale abzudriften, geht der Komponist in diesem musikalischen Psychogramm dem Ursprung menschlicher Gefühle nach und erzählt von alltäglichen Nöten, Schicksalen und Träumen der Menschen. Als Vorlage für seine Oper diente Tschaikowsky der gleichnamige Versroman von Alexander Puschkin, ein Meisterwerk der subtilen poetischen Zwischentöne, denen der Komponist mit einer epischen Reihung von musikalischen Motiven folgt. Die melodische Ausdruckskraft, mit der die Musik sowohl Melancholie wie Impulsivität abbildet, können als ein Spiegel Tschaikowskys innerer Anteilnahme am Stoff verstanden werden.

Musikalische Leitung: Antony Hermus / Anja Bihlmaier / Xin Tan
Inszenierung: Lisa Marie Küssner
Bühne: Justyna Jaszczuk
Kostüme: Sabine Böing
Dramaturgie: Jürgen Otten
Licht: Brigitta Hüttmann
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 7.2.2016, 18:00 |
Sa, 20.2.2016, 19:30 |
Di, 8.3.2016, 19:30 |

Kiss me, Kate

Musical von Cole Porter

Buch Samuel und Bella Spewack
Broadway 1999. Neufassung Günter Neumann und Peter Lund

»Kiss me, Kate, we will be married o’Sunday«. Also sprach Petruchio zur widerspenstigen Katharina, in der festen Absicht, sie alsbald zu zähmen. William Shakespeares Komödie rund um den ewigen Kampf der Geschlechter aus dem Jahr 1594 steht auf dem Programm von Fred Grahams Theatertruppe. Mit der beliebten Verwechslungsklamotte DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG hofft er, die von finanziellen Sorgen geplagte Gruppe noch einmal in Schwung zu bringen. Er selbst wird den Petruchio geben, für die Rolle der Katharina holt er seine Ex-Frau Lilli Vanessi aus Hollywood zurück. Obwohl man sich inzwischen partnerschaftlich neu orientiert hat, beginnt es zwischen den beiden schon bald wieder gewaltig zu knistern. Die Seelenlage des einstigen Paares offenbart sich proportional zum Aufbrechen alter Sehnsüchte und Gefühle, plötzliche Eifersüchteleien gipfeln in Handgreiflichkeiten auf der Bühne. Das dadurch öffentliche Drama weist eindeutig Parallelen zum privaten Drama auf, das hinter den Kulissen tobt. Eine Reihe von Komplikationen gilt es noch zu bewältigen, bevor Fred und Lilly schließlich ein amerikanisches Happy End vergönnt ist.
Cole Porters Musical gewann 1949, im Jahr nach der Uraufführung, allein fünf Tony Awards. Mitreißender Swing, unvergessene Evergreens, quirlige Tanzszenen und spritzige Texte garantieren nach über eintausend Broadway-Aufführungen bis heute den Erfolg. Zumal Porter im Ehepaar Spewack kongeniale Partner hatte, deren Textbuch mit einer großen Portion Ironie einen selbstkritischen Blick auf allerlei absurde Theaterklischees wirft. In dem Maße, wie sich Bühnenfiktion und reales Geschehen annähern, gewinnt das Stück an Situationskomik und ist am Ende viel mehr als eine Liebesgeschichte.

Musikalische Leitung: Alexander Hannemann / Deniola Kuraja / Xin Tan
Inszenierung: Tom Ryser
Bühne: Mayke Hegger
Kostüme: Uta Meenen
Dramaturgie: Insa Pijanka
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Choreografie: Lillian Stillwell

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 13.2.2016, 19:30 |
So, 14.2.2016, 16:00 |
So, 28.2.2016, 18:00 |
So, 6.3.2016, 18:00 |
Sa, 2.4.2016, 19:30 |
Sa, 9.4.2016, 19:30 |
Do, 19.5.2016, 19:30 |
Sa, 11.6.2016, 19:30 |
So, 19.6.2016, 19:30 |
Fr, 1.7.2016, 19:30 |

Disco in Concert

Your Disco needs you!

»Burn baby burn! Disco Inferno« – heiße Zeiten waren das, als das Deo nicht nur vor Schweißgeruch schützen, sondern auch noch Feuersbrünste und Hitzewallungen bekämpfen musste. Oder, wie schon Alf sagte: »Löscht nicht den Vorhang, löscht mich!«. Nach ABBA, QUEEN und SWING wagen wir uns nun zurück in jene völlig verrückte, aber unendlich coole Epoche. In eine Welt unter der Discokugel, in der die Menschen ihr mausgraues Büro-Outfit ablegen konnten und sich von Otto Normalverbrauchern in Könige der Nacht verwandelten. Begleitet von Beats und Grooves, bei denen die Glieder sich wie von selbst bewegen. Überhaupt: Alles war möglich, wenn die Bee Gees ihr »Saturday Night Fever« anheizten, die Village People Kalifornien mit »There where the air is free« feierten oder Gloria Gaynor mit »I will survive« den Party-Klassiker schlechthin anstimmte. Entfliehen Sie also mit uns dem grauen Alltag, holen Sie Ihr bestes Polyester aus der Mottenkiste und lassen Sie uns das Opernhaus in einen glitzernden Tanzschuppen verwandeln … 
Und nicht vergessen: Your Disco needs you!

Dirigent: Rasmus Baumann
Moderation: Insa Pijanka
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Licht: Albert Geisel / Brigitta Hüttmann
Gesang: Judith Lefeber
Gesang: Joyce van de Pol
Gesang: Alvin Le-Bass / Dennis LeGree
Gesang: Henrik Wager
Backing: Jeanett Neumeister
Tasteninstrumente: Donato Deliano

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 27.2.2016, 19:30 |
So, 17.4.2016, 19:30 |
Do, 2.6.2016, 19:30 |
Fr, 24.6.2016, 19:30 |

Rigoletto

Tragische Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi

»Nie sollst Du mich befragen.« Was der geheimnisvoll-edle Ritter Lohengrin zur schönen Elsa sagt, das verkündet auch Rigoletto, Vater der bezaubernden Gilda. Sie, die nur zu gern wüsste, welchen Namens und welcher Herkunft sie beide sind, soll sich mit der Liebe dessen begnügen, der mit unerbittlicher Strenge über ihre Unschuld wacht und Gilda am liebsten dauerhaft vor der Welt verstecken würde. Die Macht des Schicksals will es aber, dass ausgerechnet der Herzog von Mantua, an dessen Hof der bucklige Rigoletto den Narren mimt, sich in das Bürgermädchen verliebt. Weil Gilda diese Liebe selbst gegen jede gesellschaftliche Raison glühend erwidert, und weil Rigoletto parallel dazu einfach nicht aufhören kann, die Höflinge des Herzogs zu verspotten, wird ein Drama in Gang gesetzt, dass grausamer kaum denkbar wäre, verbinden sich doch darin die tiefsten Empfindungen von Liebe mit den tiefsten Empfindungen des genauen Gegenteils: Es regiert der Hass.
Welche katastrophalen Verwicklungen dies nach sich zieht, zeigt schon die Tragödie LE ROI S’AMUSE von Victor Hugo aus dem Jahr 1832. Doch erst Verdi, dessen Textdichter Hugos Drama zum Vorbild nimmt, es aber zuspitzt, lässt rund zwei Jahrzehnte später die menschlichen Abgründe in einer Plastizität vor uns erstehen, die jedwede aristotelische Berührung in pure Erschütterung verwandelt. Sein Meisterwerk RIGOLETTO offenbart, was der Geist der Rache mit uns Menschen zu machen imstande ist, was es bedeutet, verflucht zu sein. Und: wie vergeblich zuweilen eine falsch verstandene Liebe sein kann.

Musikalische Leitung: Yoel Gamzou
Inszenierung: Sonja Trebes
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Sabine Böing
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Fr, 18.3.2016, 19:30 |
So, 3.4.2016, 19:30 |
Fr, 15.4.2016, 19:30 |

Saul

Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel

Die Geschichte findet sich in der Bibel, im 1. Buch Samuel, 14-23. Saul ist König der Hebräer geworden und zieht in den Krieg gegen die Philister, die Erzfeinde Israels. Doch kein noch so großes Geschick kann den Gegner in die Knie zwingen, so sehr sich Saul auch müht. Erst David, der tapfere und kluge Sohn Jesajas, bringt die entscheidende Wende, als er mit einem gezielten Steinwurf den Riesen Goliath niederstreckt. Das Volk Israel belobigt den jungen Helden, und auch Saul ist zunächst von seiner Raffinesse beeindruckt. Zum Dank für den errungenen Sieg gibt er ihm seine ältere Tochter Merab zur Frau – was diese aber empört von sich weist, da David von niederem Stande ist. Auch Sauls Zuneigung verwandelt sich bald in Hass; an seinem Busen nährt sich die Schlange der Eifersucht. Saul beschließt, David zu töten ...

Georg Friedrich Händel und sein erfahrener Librettist Charles Jennens haben 1734 aus diesem alttestamentarischen Sujet ein Oratorium destilliert, das nicht nur durch seine gelungene musikalische Dramaturgie sowie durch die scharfe Konturierung der Bühnenkonflikte für sich einnimmt, sondern darüber hinaus als eine tiefsinnige Parabel über das heikle Verhältnis von Masse und Macht, von Gesellschaft und Individuum zu verstehen ist. Im Zentrum von SAUL steht der titelgebende, vom Volk eingesetzte und bald nicht mehr hinreichend geliebte Herrscher, der wiederum Opfer seiner eigenen charakterlichen Unzulänglichkeiten wird und dadurch ohne Not die Liebe seiner Kinder aufs Spiel setzt. Für Saul kann gewiss nicht gelten, was Nietzsche einmal sagte: dass der Einsamste der Stärkste sei. Das Gegenteil ist hier der Fall.

Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Inszenierung: Katharina Thoma
Bühne: Sibylle Pfeiffer
Kostüme: Irina Bartels
Dramaturgie: Jürgen Otten
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Do, 11.2.2016, 19:30 |
Fr, 19.2.2016, 19:30 |

STAATSTHEATER KASSEL

Friedrichsplatz 15
D 34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Opernhaus / Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel

Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr

Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr

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