STAATSTHEATER KASSEL - OPERNHAUS

Spielzeit 2014/15

Aurora

Tanztheater: Ein Stück von Johannes Wieland

Premiere: 25. April 2015, Opernhaus

Mit Musik aus Dornröschen von Peter Tschaikowsky

»Niemand wird sich für einen anderen Menschen selbst ganz riskieren, wenn er diesen anderen nicht in gewisser Weise als einen Teil seiner selbst empfindet. Etwas im anderen muss etwas Eigenes zutiefst anrühren, doch ist dieses ›Etwas‹ gerade nichts, das man selber besäße, es ist ganz im Gegenteil das, was einem selber am meisten fehlt; und so muss man sich aufmachen, dieses fehlende Eigene im anderen zu suchen, um selber wieder ›ganz‹ zu werden.«
(Eugen Drewermann)

Der Choreograf Marius Petipa beschrieb die Musik Tschaikowskys zu Dornröschen als »schäumende Musik, die jedermann emporfliegen lässt«. Heute zählt Dornröschen zum internationalen Standardrepertoire des klassischen Balletts.
Es ist Aurora, die Tochter eines Königspaares, zu deren Taufe vergessen wird, die mächtige Fee Carabosse einzuladen, die sich dafür durch einen Fluch bitter rächt: Aurora soll am Tage ihrer Volljährigkeit durch den Stich an einer Spindel sterben. Der Fluch vollzieht sich, und nur durch die Hilfe der Fee Siren kann der tödliche Fluch in einen ewigen Schlaf gewandelt werden, dem sowohl Aurora als auch der gesamte Hofstaat verfällt. Erst dem Prinzen Desiré gelingt es, durch die Macht der Liebe und einen Kuss, den Fluch zu brechen.
Wie kann die Handlung in unserer Gegenwart neu gedacht werden, welche Bezüge gibt es zu einem Stück, das erstmals 1697 in »Contes de ma Mère l’Oye« bei Charles Perraults, später in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm erscheint?
Johannes Wieland wagt in seiner Interpretation einen Blick hinter die Kulissen des eigentlichen Stücks. Einen Blick hinter die Fassade der Lebens- und Liebesgeschichte eines jungen Mädchens, das sich in einem Spannungsfeld zwischen narzisstischer (Selbst-)Isolation und dem Kampf mit den bösen Mächten befindet. Vielleicht sind es auch jene Mächte, die im Menschen selbst verborgen sind und nur im dornenbehüteten Todesschlaf an die Oberfläche dringen?

Musikalische Leitung: Yoel Gamzou
Inszenierung: Johannes Wieland
Bühne: Momme Röhrbein
Kostüme: Evelyn Schönwald
Dramaturgie: Dr. Thorsten Teubl
Licht: Brigitta Hüttmann
Staatsorchester Kassel

Empfohlen ab 12 Jahren

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 2.5.2015, 19:30 |
Fr, 8.5.2015, 19:30 |
Fr, 15.5.2015, 19:30 |
Fr, 22.5.2015, 19:30 |
Di, 16.6.2015, 11:00 |
Mi, 17.6.2015, 19:30 |
Fr, 3.7.2015, 19:30 |
So, 5.7.2015, 19:30 |
Di, 21.7.2015, 19:30 |

Un re in ascolto (Ein König horcht)

Musikalische Handlung in zwei Teilen von Luciano Berio

Premiere: 23. Mai 2015, Opernhaus

Ein König horcht. Horcht in sich hinein, horcht in die Körper der Menschen, horcht, wie die Welt atmet. Versteht sie aber irgendwie dann doch nicht, diese Welt. Weil sie ihm ein anderes Theater zeigt als das, was er sich wünscht, was er empfindet. Eine »azione musicale« nannte Luciano Berio sein Musiktheater Un Re in Ascolto auf einen Text von Italo Calvino, das als Auftragswerk der Salzburger Festspiele ebendort 1984 zur Uraufführung kam und sichtbar inspiriert ist durch den Essay »L´Ecoute« des französischen Philosophen Roland Barthes. Die Gattungsbezeichnung des Werkes geschah absichtsvoll; Berios Wille war es, die knapp zwei Stunden Musik und Schauspiel, die im Grunde funktionieren wie ein Theater auf dem Theater und mit Prospero den federführenden Protagonisten aus Shakespeares Romanze Der Sturm präsentieren, mit einem traditionellen Begriff zu versehen, oder präziser: ihn damit zu fesseln. Der horchende König, zentrale Figur in Un Re in Ascolto, ist ein Theatermensch wie er im Buche steht: eine Art Impresario alten Schlages, der seine Zeit damit verbringt, große Stimmen und eine außergewöhnliche Hauptdarstellerin für das Stück zu finden, welches er dann auf die Bühne zwingen will. Unermüdlich hört er sich den Vortrag der Kandidaten an, die mitsamt ihrer Entourage anreisen und für ein mächtiges Durcheinander sorgen. Doch zusehends verwandelt sich die Bühne in eine Art »Theatrum mundi«, sprich: in ein Theater, das die Welt selbst darstellt, wie sie real ist, mit den Menschen darin; Menschen, denen nichts anderes übrig bleibt, als in den Spiegel zu blicken. Die Folgen sind so eklatant wie berührend: Die Geschichte einer Inszenierung mutiert zu einer Geschichte der Gefühle. An deren Ende wird Prospero selbst zur tragischen Gestalt, weil er von allen, sogar von Gott, verlassen wurde.

Musikalische Leitung: Alexander Hannemann
Inszenierung: Paul Esterhazy
Bühne: Mathis Neidhardt
Kostüme: Mathis Neidhardt
Dramaturgie: Jürgen Otten
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Di, 19.5.2015, 19:00 | Voraufführung |
Sa, 23.5.2015, 19:30 | Premiere |
Sa, 30.5.2015, 19:30 |
Fr, 5.6.2015, 19:30 |
Fr, 19.6.2015, 19:30 |
Mi, 8.7.2015, 19:30 |
Mi, 22.7.2015, 19:30 |
Sa, 25.7.2015, 19:30 |

Il barbiere di Siviglia

Melodramma buffo in zwei Akten von Gioachino Rossini

Figaro, listiger Barbier und subversiver Vertreter seines Standes, kann alles, vor allem vertrackte Situationen meistern: Not kennt bei ihm kein Gebot. So findet dank seines tollkühnen Eingreifens am Ende die gewitzte Rosina ihr Liebesglück bei Graf Almaviva. Vorübergehend. Beziehungsweise solange, bis Almaviva sich (bei Beaumarchais wie bei Mozart) auf ein neues Liebesabenteuer kaprizieren möchte. Doch bei Rossini heißt es zunächst »Figaro qua, Figaro lá, Figaro su, Figaro giù«. Es ist ein quirliger und liebenswerter Angeber, der ständig und überall anzutreffen ist. Figaro hat sich in Sevilla niedergelassen und ist leicht zu finden: Er wohnt in Nr. 15, einem Haus mit weißer Fassade. Perücken dekorieren das Schaufenster und Schönheitstinkturen verlocken zu Wunderkuren – ein Laden also für jedermann, auch für Frauen. Aber auch das ist schon vorgegriffen.

Rosina, auf die Almaviva ein Auge geworfen hat, lebt bei Doktor Bartolo. Das ist ihr Vormund oder anders ausgedrückt: sie sein Mündel, über das Bartolo eifersüchtig wacht, und wenn er’s für nötig befindet, auch über den Hausschlüssel, will sagen: Bartolo sperrt Rosina ein. Es ist nicht etwa so, dass Bartolo Rosina gefühlsmäßig zugetan wäre. Nein, auf ihr Geld hat er’s abgesehen, und im Falle einer Heirat sei ihm dieses zugänglich, glaubt er. Jetzt geht’s aber erst einmal darum, wie Almaviva die Aufmerksamkeit Rosinas wecken kann: Seine musikalischen Bemühungen, Rosina jeden Morgen ein Ständchen zu bringen, scheinen vorläufig erfolglos – wie gut, dass Figaro nicht weit ist.

Mit seinem Barbier von Sevilla gelang Rossini ein musikalischer Geniestreich; er reüssierte mit einer Komödie, die uns bis heute in ihrer Turbulenz mit rasantem Parlando und virtuoser Buffo-Technik vermitteln möchte: Das Glück liegt zum Greifen nahe. »Avanti« heißt die Parole!

Musikalische Leitung: Yoel Gamzou
Inszenierung: Adriana Altaras
Bühne: Valentin Köhler
Kostüme: Yashi
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Ort:

Opernhaus

Termine:

Do, 14.5.2015, 19:30 |
Fr, 29.5.2015, 19:30 |
So, 7.6.2015, 16:00 |

Turandot

Dramma lirico in drei Akten von Giacomo Puccini

Die Geschichte spielt im alten China. Eisig ist der Wind, der durchs Land weht, eisig die Stimmung in der Hauptstadt Peking, eisig kalt auch die unnahbare Prinzessin Turandot. Weil einst, in trüben Vorzeiten, ihrer Urahnin Lou-Ling schändliches Unrecht angetan wurde, hat es sich die Tochter des Kaisers zur lebenslangen Aufgabe erkoren, jeden Mann, der um sie wirbt, gnadenlos töten zu lassen. Drei Rätsel sind es, an denen die Freier aus aller Welt zugrunde gehen; zuletzt der Prinz aus Persien. Während sein geköpftes Haupt, begleitet vom hysterischen Jubel der Menge, in den Staub rollt, naht ein Fremder, der vorgibt, er werde nicht als Opfer enden, sondern Turandot erobern. Was diese nicht weiß: Es ist Calaf, der Sohn des Timur, ein Prinz nicht nur von Rang, sondern mit edlem Herzen. Nichts und niemand kann ihn von seinem Liebesplan abhalten, weder die drei Minister Ping, Pang und Pong noch sein Vater, der König der Tartaren, und dessen Sklavin Liù. Siegesgewiss begibt sich Calaf in den vermeintlich todbringenden Ring – und gewinnt das Herz der Prinzessin.

Wie eine Tragödie von geradezu antikem Zuschnitt mutet Giacomo Puccinis lyrisches Drama TURANDOT auf ein Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni an. Zugleich ist es ein Torso: Puccini starb, während er noch nach einer (glücklichen) Conclusio suchte. Das finale Duett zwischen Turandot und Calaf sowie der Schlusschor liegen nur in Skizzen vor. Gespielt wird meist die vom Komponisten Franco Alfano vollendete Version, die deutlich apotheotische Züge trägt. In der Neuproduktion des Staatstheaters Kassel erklingt die Fassung mit dem Ende von Luciano Berio, die das Drama lyrisch ausklingen lässt – und damit die Gewissensfrage stellt, ob eine Liebe glücklich sein kann, die nicht in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen wurde.

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg / Alexander Hannemann
Inszenierung: Markus Dietz
Bühne: Ines Nadler
Kostüme: Henrike Bromber
Dramaturgie: Jürgen Otten
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Choreinstudierung CANTAMUS: Maria Radzikhovskiy

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Mi, 29.4.2015, 19:30 |
So, 3.5.2015, 16:00 |
Sa, 16.5.2015, 19:30 |
Di, 26.5.2015, 19:30 |
Mi, 3.6.2015, 19:30 |
Sa, 6.6.2015, 19:30 |
So, 21.6.2015, 18:00 |
Sa, 27.6.2015, 19:30 |
Fr, 10.7.2015, 19:30 |
Do, 23.7.2015, 19:30 |

Iphigénie en Tauride

Tragédie opéra in vier Akten von Christoph Willibald Gluck

Eine Göttin zeigt Größe, im letzten Augenblick. Gerade steht Agamemnon, König von Mykene, im Begriff, seine Tochter Iphigénie der zornigen Diana zu opfern, da entscheidet diese sich zur Milde und entführt die Jungfrau auf die Insel Tauris. Bis jetzt, und das seit fünfzehn Jahren, verrichtet Iphigénie dort das Amt der Priesterin: ein schlimmes Amt. Weil dem Herrscher Thoas geweissagt wurde, ein Fremder werde ihn töten, hat er Iphigénie den Befehl erteilt, jeden Ankömmling in Dianens Tempel zu töten. So auch jene Schiffbrüchigen, die nun an Tauris’ Küste geworfen werden: Orest und Pylades, der Bruder Iphigénies samt Freund. Durch Orest – und so fordert es das Drama: Sie erkennen sich gegenseitig nicht – erfährt Iphigénie von den grausigen Taten (Gatten- und Muttermord), die Klytämnestra und Orest verübten. Daraufhin schreibt sie der ebenfalls noch lebenden Schwester Elektra und bestimmt Orest als Überbringer des Briefes. Der Muttermörder aber, von Erinnyen und Gewissen geplagt, verlangt, dass Pylades statt seiner freigelassen werde. Doch der Freund unternimmt alles, um Orest zu retten. So kommt es zum tödlichen Wettkampf, bei dem die Prophezeiung erfüllt wird: Thoas fällt. Erneut ist es die Sanftmut der Göttin, die dafür sorgt, dass daraus kein weiterer tödlicher Streit entbrennt.

Man geht kaum zu weit, wenn man diese Gluck-Tragödie als das vollendetste Werk unter seinen »Reformopern« bezeichnet: Seit der Pariser Uraufführung am 18. Mai 1779 hat sie ihren Siegeszug fortgeführt. Der Grund hierfür liegt vor allem in der nach Glaubhaftigkeit und emotionaler Wahrhaftigkeit strebenden Operndramaturgie, die auf alles Dekorative und Effektheischende verzichtet. IPHIGÉNIE EN TAURIDE, das ist antikes Drama pur, angereichert mit einer unglaublich berührenden Musik.

Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Inszenierung: Reinhild Hoffmann
Bühne: Reinhild Hoffmann
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Sa, 9.5.2015, 19:30 |
Do, 4.6.2015, 19:30 |
Fr, 12.6.2015, 19:30 |
Fr, 24.7.2015, 19:30 |

Aladin und die Wunderlampe

von Peter Seuwen nach den Märchen aus "Tausendundeiner Nacht"

Empfohlen ab 6 Jahren

Erzähl um dein Leben, Scheherazade!

Der König wünscht es, und so erfindet Scheherazade für ihn Geschichten, eine nach der anderen, tausendundeine Nacht lang – der Herrscher meint es ernst. Als aber Scheherazade von dem jungen Tunichtgut Aladin erzählt, ist ihr Zuhörer nicht mehr zu halten. Er steigt in die Geschichte ein, wird zum mysteriösen Zauberer aus Afrika, der den vaterlosen Aladin in seine Obhut nimmt und finstere Pläne mit ihm verwirklichen will, verweigert aber die Rolle des Sultan (»Ich bin doch schon König!«), um stattdessen lieber den Großwesir zu geben.

Aladin hat inzwischen den Zauberer überlistet, Diamanten gefunden sowie einen dienstbaren Geist aus der Öllampe befreit. Jetzt erfreut er sich dessen Wohltaten. Erlesene Speisen auf goldenen Tellern, Reichtümer aller Art kann Aladin aufhäufen. Und wird bald ein (selbsternannter) Heiratskandidat für die Tochter des Sultans. Doch der Großwesir hat andere Pläne, er will seinen Sohn als Bräutigam und Thronfolger sehen. Aladin geht aufs Ganze. Er nutzt die Macht des Flaschengeistes und versetzt das Brautpaar und dessen Väter derart in Angst und Schrecken, dass der Rivale aufgibt: »Bei aller Liebe zur Prinzessin möchte ich lieber sterben, als mich noch länger einer solchen Behandlung auszusetzen.« Und weil der Sultan mehr am Gold interessiert ist als an der Partnerwahl seiner Tochter, hat Aladin mit Geisterhilfe leichtes Spiel. Er schafft Juwelen herbei, errichtet über Nacht einen prächtigen Palast – und bekommt die Prinzessin zur Frau.

Was aber plant der rachsüchtige Zauberer aus Afrika? Aladin wird es bald merken, und ob ihm dann der Flaschengeist noch helfen kann …?

Inszenierung: Peter Seuwen
Bühne und Kostüme: Monika Frenz
Musik: Jörg Wockenfuß
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Dieter Klinge

Ort:

Opernhaus

Termin:

Di, 26.1.2016, 09:30 |

The Sound of Music

Musical in zwei Akten von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II

Ah, Salzburg! Burgen, Glocken, Nockerl, Dirndl: ewiges Edelweiß! Und über den Almen der Klang des Guten, Wahren, Schönen! Wenn etwas in den USA das Bild Österreichs prägte, dann The Sound of Music von 1959, dessen Kinoversion (1965) als einer der meistgesehenen Filme aller Zeiten gilt. Es war die letzte Co-Arbeit von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II, jenes Broadway-Teams, welches das Musical zur amerikanischen Volksoper formte – sehr bewusst als ästhetische »republicans« gegen Avantgarde-»democrats« wie Sondheim und Bernstein. THE SOUND OF MUSIC erzählt von Maria, Novizin und Hauslehrerin bei Baron Trapp. Verwitwet, hat dieser sich der Welt verschlossen. Maria indes bringt dem Haus »die Musik zurück« – und Liebe ins Leben des Barons. Doch 1938 kommen die Nazis. Trapp soll zur Kriegsmarine. Aufrecht erteilt er jedem Lockruf eine klare Absage. Mit Hilfe von Marias Nonnen gelingt die Flucht.

The Sound of Music basiert auf der Vita der Maria von Trapp, die 1939 vor Hitler flüchtete und mit ihrer »Trapp-Familie« auf Volksliedtournee durch Amerika ging. Rodgers & Hammerstein verzichteten auf Originalsongs; sie erfanden anhand österreichischer »traditionals«, etwa aus Alpentänzen, neue Klangwelten für ihre Trapps. Warmleuchtend und raffiniert (die Flucht vom Nazi-Konzert zitiert ironisch eine Haydn-Sinfonie), ein perfekt-populäres Stück Musik. Fast zu perfekt.
The Sound of Music malt eine Zauberwelt, als wohne der Zauberer von Oz in den Alpen und Disney an der Salzach: Salzburg als Schneekugel des Souvenirkitschs, wo Patriotismus im Edelweiß erblüht, einzig bedroht vom Dunkel des Dritten Reiches. Amerika als Asyl Schuberts, derweil man die Alpen befreit. Aber jeder Schönheit droht umso mehr das Hässliche, je idealer sie sich gebärdet. Die Rettung am Ende des Musicals war in der Realität der Anfang des Grauens: genau unter jenem kornblumenblau klingenden Himmel. Und so, vielleicht, gemahnt uns die Schönheit des The Sound of Music, wenn wir aufmerksam hören, doch eben an das – an ihr Gegenteil.

Musikalische Leitung: Alexander Hannemann
Inszenierung: Philipp Kochheim

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 17.5.2015, 18:00 |
So, 24.5.2015, 18:00 |
Do, 11.6.2015, 19:30 |
So, 28.6.2015, 19:30 |
So, 12.7.2015, 19:30 |

Rigoletto

Tragische Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi

»Nie sollst Du mich befragen.« Was der geheimnisvoll-edle Ritter Lohengrin zur schönen Elsa sagt, das verkündet auch Rigoletto, Vater der bezaubernden Gilda. Sie, die nur zu gern wüsste, welchen Namens und welcher Herkunft sie beide sind, soll sich mit der Liebe dessen begnügen, der mit unerbittlicher Strenge über ihre Unschuld wacht und Gilda am liebsten dauerhaft vor der Welt verstecken würde. Die Macht des Schicksals will es aber, dass ausgerechnet der Herzog von Mantua, an dessen Hof der bucklige Rigoletto den Narren mimt, sich in das Bürgermädchen verliebt. Weil Gilda diese Liebe selbst gegen jede gesellschaftliche Raison glühend erwidert, und weil Rigoletto parallel dazu einfach nicht aufhören kann, die Höflinge des Herzogs zu verspotten, wird ein Drama in Gang gesetzt, dass grausamer kaum denkbar wäre, verbinden sich doch darin die tiefsten Empfindungen von Liebe mit den tiefsten Empfindungen des genauen Gegenteils: Es regiert der Hass.
Welche katastrophalen Verwicklungen dies nach sich zieht, zeigt schon die Tragödie LE ROI S’AMUSE von Victor Hugo aus dem Jahr 1832. Doch erst Verdi, dessen Textdichter Hugos Drama zum Vorbild nimmt, es aber zuspitzt, lässt rund zwei Jahrzehnte später die menschlichen Abgründe in einer Plastizität vor uns erstehen, die jedwede aristotelische Berührung in pure Erschütterung verwandelt. Sein Meisterwerk RIGOLETTO offenbart, was der Geist der Rache mit uns Menschen zu machen imstande ist, was es bedeutet, verflucht zu sein. Und: wie vergeblich zuweilen eine falsch verstandene Liebe sein kann.

Musikalische Leitung: Yoel Gamzou
Inszenierung: Sonja Trebes
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Sabine Böing
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termin:

So, 26.4.2015, 18:00 |

STAATSTHEATER KASSEL

Friedrichsplatz 15
D 34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Opernhaus / Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel

Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr

Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr

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