STAATSTHEATER KASSEL - OPERNHAUS

Spielzeit 2014/15

Der Rosenkavalier

Komödie für Musik von Richard Strauss

Premiere: 11. Oktober 2014, Opernhaus

Wien zur Zeit Maria Theresias. Noch ist die feudale Ordnung intakt, gebietet der Adel, wie es ihm beliebt – und scheint die Liebe wenig mehr als ein Zeitvertreib: artifizielles Amüsement. Oder doch nicht? Wer die Feldmarschallin von Werdenberg fragt, wird wohl nie eine verbindliche Antwort erhalten. Natürlich »vergöttert« sie den schmucken Octavian, doch zugleich weiß sie, dass dieser Galan bald in einem anderen Bett landen wird, bei einer Jüngeren, Schöneren. Zuvor aber soll der smarte Jüngling noch den Rosenkavalier geben, damit Sophie von Faninal und dem Baron Ochs auf Lerchenau der offizielle Segen für ihre wenig glückverheißende Verbindung zuteil wird. Weil sich aber der feine Herr als ein rechter Provinz-Casanova entpuppt, wird auf Betreiben der Marschallin eine saftige Intrige in Gang gesetzt, die dem schlechten, aufgeblasenen Kerl eine veritable Abfuhr erteilt und den hübschen Nebeneffekt hat, dass sich am Ende eben jene zwei Seelen finden, deren Liebe wahrhaftig ist.
Der Rosenkavalier: ein Geniestreich? Vermutlich ja. Jedenfalls war die Zusammenarbeit von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal in dieser 1911 uraufgeführten Komödie für Musik äußerst fruchtbar und bewirkte anhaltende Begeisterung. Bis heute zählt der Rosenkavalier zu den meistgespielten Werken des Musiktheaters überhaupt. Und das mit zureichendem Grund: Strauss hat zu Hofmannsthals heiter-ironischen, zuweilen zynischen Versen, die auf wunderbare Weise ein pointiertes Psychogramm jener Epoche ergeben, eine Musik komponiert, die so süß wie Schlagobers ist – aber darunter eine Schicht freilegt, deren Beschaffenheit eher an zartbittere Schokolade erinnert. Mit anderen Worten: Nichts ist so genussvoll, wie es scheint. Aber vergänglich, das ist alles Irdische schon.

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg
Inszenierung: Lorenzo Fioroni
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Licht: Albert Geisel
Dramaturgie: Jürgen Otten
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Choreinstudierung CANTAMUS: Maria Radzikhovskiy

Ort:

Opernhaus

Termine:

Do, 2.10.2014, 19:00 | Voraufführung |
Sa, 11.10.2014, 18:00 | Premiere |
So, 19.10.2014, 17:00 |
So, 26.10.2014, 17:00 |
So, 9.11.2014, 17:00 |

The Sound of Music

Musical in zwei Akten von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II

Premiere: 01. November 2014 Opernhaus

Ah, Salzburg! Burgen, Glocken, Nockerl, Dirndl: ewiges Edelweiß! Und über den Almen der Klang des Guten, Wahren, Schönen! Wenn etwas in den USA das Bild Österreichs prägte, dann The Sound of Music von 1959, dessen Kinoversion (1965) als einer der meistgesehenen Filme aller Zeiten gilt. Es war die letzte Co-Arbeit von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II, jenes Broadway-Teams, welches das Musical zur amerikanischen Volksoper formte – sehr bewusst als ästhetische »republicans« gegen Avantgarde-»democrats« wie Sondheim und Bernstein. THE SOUND OF MUSIC erzählt von Maria, Novizin und Hauslehrerin bei Baron Trapp. Verwitwet, hat dieser sich der Welt verschlossen. Maria indes bringt dem Haus »die Musik zurück« – und Liebe ins Leben des Barons. Doch 1938 kommen die Nazis. Trapp soll zur Kriegsmarine. Aufrecht erteilt er jedem Lockruf eine klare Absage. Mit Hilfe von Marias Nonnen gelingt die Flucht.

The Sound of Music basiert auf der Vita der Maria von Trapp, die 1939 vor Hitler flüchtete und mit ihrer »Trapp-Familie« auf Volksliedtournee durch Amerika ging. Rodgers & Hammerstein verzichteten auf Originalsongs; sie erfanden anhand österreichischer »traditionals«, etwa aus Alpentänzen, neue Klangwelten für ihre Trapps. Warmleuchtend und raffiniert (die Flucht vom Nazi-Konzert zitiert ironisch eine Haydn-Sinfonie), ein perfekt-populäres Stück Musik. Fast zu perfekt.
The Sound of Music malt eine Zauberwelt, als wohne der Zauberer von Oz in den Alpen und Disney an der Salzach: Salzburg als Schneekugel des Souvenirkitschs, wo Patriotismus im Edelweiß erblüht, einzig bedroht vom Dunkel des Dritten Reiches. Amerika als Asyl Schuberts, derweil man die Alpen befreit. Aber jeder Schönheit droht umso mehr das Hässliche, je idealer sie sich gebärdet. Die Rettung am Ende des Musicals war in der Realität der Anfang des Grauens: genau unter jenem kornblumenblau klingenden Himmel. Und so, vielleicht, gemahnt uns die Schönheit des The Sound of Music, wenn wir aufmerksam hören, doch eben an das – an ihr Gegenteil.

Musikalische Leitung: Alexander Hannemann
Inszenierung: Philipp Kochheim

Ort:

Opernhaus

Termine:

Mi, 29.10.2014, 19:00 | Voraufführung |
Sa, 1.11.2014, 19:30 | Premiere |
Fr, 7.11.2014, 19:30 |
Fr, 14.11.2014, 19:30 |
Di, 25.11.2014, 19:30 |

STAATSTHEATER KASSEL

Friedrichsplatz 15
D 34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Opernhaus / Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel

Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr

Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr

Online: www.staatstheater-kassel.de