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Kustodie Kunstsammlung der Universität Leipzig

Als zentrale Einrichtung ist die Kustodie für die Betreuung des gesamten Kunstbesitzes der Universität Leipzig zuständig. Dazu zählen Gemälde, Skulpturen, Graphik und Plastik des Mittelalters und der Neuzeit sowie Kunsthandwerk. Dabei nimmt die Kustodie die klassischen Museumsaufgaben wahr und fungiert aufgrund des engen Bezugs ihrer Sammlung zur Geschichte der „alma mater lipsiensis“ als zentrales „vergegenständlichtes Gedächtnis“ der Universität. Neben die Präsentation eigener Bestände in der Studiensammlung treten Ausstellungen zu Themen historischer und zeitgenössischer Kunst in der Galerie im Neuen Augusteum.

Kontakt

Kustodie Kunstsammlung der Universität Leipzig
Goethestraße 2
D-04109 Leipzig

Telefon: +49 (0)341-97 30 170
Fax: +49 (0)341-97 30 179
E-Mail: kustodie@uni-leipzig.de

Ausstellung

KLUGE KÖPFE

Die Professorengalerie der Universitätsbibliothek Leipzig 1600 -1800

Ausstellung der Kustodie der Universität Leipzig

Die barocke Professorengalerie, die zu den unbekannten Schätzen der Kunstsammlung der Universität zählt, wurde ab 1600 für die 1543 begründete Universitätsbibliothek im Mittelpaulinum angelegt. Zusätzlich zu älteren Portraitbeständen entstand eine einheitliche Bildnisgalerie damaliger Professoren. Insbesondere der Aufruf des Bibliotheksdirektors Joachim Feller (1638 – 1691) von 1679 bewirkte ein starkes Wachstum der Bestände, die hier erstmals wieder als Galeriezusammenhang erfahrbar werden.

Nach Abriss des Mittelpaulinums 1894 wurden einzelne Gemälde in der neuerrichteten Bibliotheca Albertina gezeigt. Nach Magazinierung im Zweiten Weltkrieg stellte man ausgewählte Werke wieder aus; vieles jedoch verblieb im Depot. Die Kustodie begann 2010, die Werke zu restaurieren und in kunsthistorischen Seminaren zu erforschen. Seit 2016 werden ausgewählte Stücke auf dem innerstädtischen Campus am Augustusplatz präsentiert. Die Sonderausstellung thematisiert Entstehungsgeschichte, Anbringungsort, materielle Beschaffenheit der Bilder, Zuschreibungsfragen, Vereinheitlichungskampagnen sowie die Selbstdarstellung in anderen Medien wie Epitaphien, Matrikelblättern oder Kupferstichen. Die Ausstellung verleiht vielen Persönlichkeiten ein Gesicht und stellt eine inhaltliche Ergänzung der Epitaphien im Paulinum dar.

(Plakatmotiv, copyright: Thomas Glöss)

Die Universität Leipzig und die Reformation

Bildung im Wandel

Die Reformation bewirkte eine Modernisierung der Gesellschaft, an der die Universitäten maßgeblich beteiligt waren. Auch sie verbreiteten das reformatorische Gedankengut und formten die akademischen Eliten der kommenden Generationen. Die Ausstellung beginnt mit einem Rückblick auf die vorreformatorische, katholische Universität Leipzig und das örtliche Dominikanerkloster. Luthers Gegenspieler, der Ablassprediger Johann Tetzel, hatte an der Theologischen Fakultät studiert und war eine Zeit lang Lehrer am Kloster St. Pauli. Die Leipziger Disputation - das für den weiteren Verlauf der Reformation wegweisende Streitgespräch zwischen Martin Luther und dem katholischen Theologen Dr. Johann Maier aus Eck - fand unter organisatorischer Beteiligung der Universität Leipzig statt.

Nach der Reformation wurde die Universität Leipzig auf das Augsburger Bekenntnis verpflichtet und vollzog einen grundlegenden Wandel. Zentrale universitäre Ämter besetzten nun Vertreter der neuen Konfession, wie Caspar Borner oder Joachim Camerarius. Die Theologische Fakultät entwickelte sich zu einer der wichtigsten Institutionen der lutherischen Orthodoxie. Es folgte eine humanistische Bildungsreform, an der Philipp Melanchthon besonderen Anteil hatte. Nach dem Modell der Reformuniversität Wittenberg sollte nun auch die Leipziger Hochschule die Verbindung von reformatorischer Theologie und humanistischer Bildung vollziehen. Der geistige Wandel der Gelehrten zum evangelischen Glauben zeigt sich eindrucksvoll in den Bildwelten ihrer Epitaphien.

Die Übereignung der Klostergebäude und weiteren Grundbesitzes durch Kurfürst Moritz stellten die Hochschule finanziell auf eine neue Grundlage. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Kollegiengebäuden im Bereich Ritterstraße und Schlossgasse/Petersstraße stand nun neuer Raum für Lehrzwecke und Unterbringung zur Verfügung. Der in „Paulinerkolleg“ umbenannte ehemalige Klosterkomplex wurde zum Zentrum der Universität. In einem der Hauptgebäude, dem sogenannten Mittelpaulinum, entstand eine zentrale Universitätsbibliothek, deren Grundstock die Buchbestände säkularisierter sächsischer Klöster bildeten. Durch die mit der Schenkung verbundenen Güter und Privilegien wurde die Universität für lange Zeit zu der am besten ausgestatteten im deutschsprachigen Raum.
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Das Schlusskapitel der Ausstellung wird durch die Rolle der Reformation in der Kunst der DDR bestimmt. Besonders die frühen 1970iger Jahre prägten Jubiläen, die die gesellschaftlichen Umbrüche und politischen Unruhen der Bauernaufstände thematisierten. Im Mittelpunkt der zum Teil für die Leipziger Universität geschaffenen Werke von Volker Stelzmann, Heinz Zander, Siegfried Ratzlaff und anderen steht dabei der ehemalige Leipziger Student und radikale Reformator Thomas Müntzer.

Die Ausstellung kann noch bis Ende des Jahres 2017 innerhalb der regulären Öffnungszeiten (Mo 11-15 Uhr) besichtigt werden.

Kunstsammlung der Universität Leipzig

Die Kunstsammlung der Universität Leipzig umfasst heute ca. 10.000 Objekte vom 14. bis zum 21. Jahrhundert. Es handelt sich nicht nur um Gemälde, Plastik und Grafik, die in Ausstellungen gezeigt oder in kustodieeigenen Depots verwahrt wird. Alle beweglichen und unbeweglichen Kunstgüter in Verwaltungseinrichtungen, Fakultäten und Instituten der Universität werden ebenfalls von der Kustodie verwaltet, darunter auch baugebundene Kunstwerke und Denkmäler im öffentlichen Raum.

Ein bedeutender Sammlungsbereich umfasst Objekte der Universitätsgeschichte (Dokumente, Insignien, Studentica). Seit der Gründung der Universität im Jahr 1409 gehören wertvolle Insignien, wie die prunkvollen goldenen Zepter oder die kunstreich gestalteten Siegel zu ihrem kostbarsten Besitz. Diese akademischen Gerätschaften bilden den Grundstock der Kunstsammlung, die im Laufe der Jahrhunderte immer mehr anwuchs, bis schließlich für deren Verwaltung in den 1970er Jahren die Kustodie gegründet wurde. Neben Auftragsarbeiten der Universität aus sechs Jahrhunderten, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Ausstattung von Gebäuden, sind große Teile den bis heute immer wieder getätigten Schenkungen, Vermächtnissen und Stiftungen zu verdanken. Somit ist die Sammlung weniger planvoll angelegt als vielmehr historisch gewachsen.

Nach der Reformation wurde Im Zuge der Schenkung des Paulinerklosters und der Kirche ein beachtlicher Bestand mittelalterlicher Gemälde und Plastiken der Universität erworben. Einen Kernbestand der Sammlung bilden ferner die Epitaphien aus der Universitätskirche St. Pauli, geschaffen zwischen 1550 und 1770. Lange ihrer Heimstatt beraubt, werden die Gedächtnismale nach langer Odyssee künftig wieder an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zurückkehren und im Neuen Paulinum aufgestellt.

Der Kunstbesitzes der Universität umfasst naturgemäß zahlreiche Bildnisse, darunter bedeutender Persönlichkeiten der Universitätselite, berühmte Wissenschaftler und Gelehrte. Nicht selten gehörten die Bildnisse auch formal vereinheitlichten Galeriezusammenhängen an. Besonders umfangreich war die Professorengalerie der Universitätsbibliothek, die wohl um 1600 gegonnen, vom Universitätsbibliothekar Joachim Feller erweitert und bis ins 18. Jahrhundert fortgeführt wurde. Bedeutendes Beispiel einer Fakultätsgalerie ist die Ordinariengalerie der Juristenfakultät, die nahezu vollständig Bildnisse aller juristischen Ordinarien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert überliefert. Private Ursprünge hatte die Freundschaftsgalerie des Leiziger Verlegers Philip Erasmus Reich, mit Portraits bedeutender Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, gehören zu diesem Sammlungskompex. Noch im 19. Jahrhundert wurden im Rahmen der Ausstattung des neuen Hauptgebäudes der Landesuniversität repräsentative Denkmale und Büsten in Auftrag gegeben - von Personen, die sich besondere Verdienste für die Universität erworben hatten.

Da zu Zeiten der DDR Ausstellungen zeitgenössischer Künstler von der Universität besonders gefördert wurden, verfügt die Sammlung heute außerdem über eine große Anzahl an Werken der Leipziger Schule. Auch der Bestand der ehemaligen DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport) ging in den Besitz der Kustodie über.

Öffnungszeiten
Montag 11 bis 15 Uhr
ganzjährig geöffnet
an Feiertagen geschlossen
Besichtigung auch nach telefonischer Vereinbarung
Anmeldung für Führungen unter: 97-30170 oder per E-Mail

(Bild: "Und sie brachten die Kindlein zu ihm", Lukas Cranach d. Ä., 1545)
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Ausstellungen / Museum Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Leipzig, Otto-Schill-Straße 4a
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Ausstellungen / Museum GRASSI Museum für Musikinstrumente Leipzig Leipzig, Johannisplatz 5-11
Ausstellungen / Museum Halloren- und Salinemuseum Halle (Saale), Mansfelder Str. 52
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Ausstellungen / Museum Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels, Nicolaistraße 13
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Ausstellungen / Ausstellung Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle BURG Galerie im Volkspark Halle (Saale), Schleifweg 8a
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