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Bourbaki Panorama Luzern

Das Bourbaki Panorama in Luzern gehört zu den beeindruckendsten Sehspektakeln der Mediengeschichte. Das Rundbild aus dem Jahre 1881 erinnert an den Winter 1871, als 87.000 Soldaten der französischen Bourbaki-Armee im Neuenburger Jura in die Schweiz strömten, wo sie auf unbürokratische Weise Asyl fanden. Es war ausserdem die erste grosse Hilfsaktion des damals noch jungen Roten Kreuzes. Die Auseinandersetzung mit dem Rundbild im Bourbaki Panorama steht als Sinnbild für Humanität und Solidarität und ist in Zeiten wachsender Flüchtlingsströme aktueller denn je. Die Szenen dieses geschichtlichen Ereignisses werden detailgetreu und packend nachgezeichnet. Das Bourbaki Panorama Luzern versteht sich darüber hinaus als „Haus für Medien, Begegnung und Kultur“. Es vereinigt unter seinem Dach verschiedene Partner und ist eine gefragte Event-Location.

Kontakt

Bourbaki Panorama Luzern
Löwenplatz 11
CH-6004 Luzern

Telefon: 041 412 30 30
E-Mail: info@bourbakipanorama.ch

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Ausstellung

Rundbild

Gegen Ende des 18. und im 19. Jahrhundert entwickelten sich neue Medien, die die Welt möglichst wirklichkeitsgetreu nachzubilden versuchen. Mit allen möglichen optischen und modernsten technischen Tricks wurde dem Publikum die Illusion vermittelt, selber dabei zu sein: Mitten im Schlachtgetümmel zusammen mit grossen Helden, als Augenzeuge bei der Kreuzigung Jesu, als mutiger Bergsteiger hoch oben auf dem stolzen Gipfel, als kreisender Vogel über der eindrücklichen Architektur der Stadt.

Aus der allgemeinen Seh-Lust erwuchs eine eigentliche Seh-Sucht. Eidophusikon, Stereoptikon-Zyklorama, Zimmerpanorama-Kosmorama, Grosspanorama waren die Sensationen der Vorkinozeit. Sie bereicherten die Jahrmärkte oder waren – wie das Bourbaki Panorama von Luzern – als moderne Paläste der Freizeit und des Amüsements unübersehbar im öffentlichen Raum.

Das Bourbaki Panorama ist ein Zeuge der Sehlust der Menschen des 19. Jahrhunderts. Das riesige Rundgemälde aus dem Jahre 1881 gehört zu den beeindruckendsten Sehspektakeln der Mediengeschichte. 112 mal 10 Meter gross, zeigt es die französische Ostarmee des Generals Bourbaki bei ihrem denkwürdigen Übertritt in die Schweiz während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 – eine aufwühlende Anklage gegen den Krieg und ein eindrückliches Zeugnis menschlicher Hilfeleistung.

Dem Gemälde vorgelagert ist ein plastisch gestaltetes Gelände mit Figuren, das die ganze Szenerie in einer verblüffend dreidimensionalen Wirkung zur Geltung bringt. Gemälde und Vorgelände erzeugen zusammen eine Illusion, die Besucherinnen und Besucher an einen anderen Ort und in eine andere Zeit entführt.

Das Bourbaki Panorama Luzern stellt im Umfeld der Panoramaproduktion des 19. Jahrhunderts ein aussergewöhnliches Unikat dar. Es entführt seine Besucherinnen und Besucher zwar in die Welt von Krieg und Militär, es verzichtet aber auf die Verherrlichung von militärischem Heldentum und siegreichen Schlachten. Das Bourbaki Panorama ist vielmehr eine Anklage des Krieges. Es präsentiert die negativen Seiten, das menschliche Schicksal, das Elend und vor allem die humanitäre Hilfe an die Leidenden. Es sticht damit aus der Panoramaproduktion der Epoche heraus und ist das einzige Panorama mit einer derartigen inhaltlichen Gewichtung. Die Erklärung dafür findet sich in der speziellen Rolle der Schweiz und deren Bewohner bei der Bewältigung des auf dem Panorama dargestellten Geschehens. Die Schweizer hatten namhaften Anteil an der Linderung des Leidens. Dies wiederum legte die Basis für die Themenwahl des Panoramas.

Das Bourbaki Panorama ist ein selten gewordener Zeuge der Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts, der Epoche vor der Erfindung des Films. Die Menschen des 18. und des 19. Jahrhunderts wurden von der Sucht getrieben, durch optische Illusionen in fremde Welten entführt zu werden. Panoramen gehören zu den populärsten Attraktionen jener Zeit und werden immer aufwändiger, grösser und realistischer. Sie haben die Aufgabe, das Volk zu verblüffen und zu informieren. Während dieses Jahrhunderts herrschte eine eigentliche Sehlust, die weltweit mit den Illusionsmaschinen Panorama befriedigt wurde. Hunderte grosser Rundbilder wurden gemalt und auf Wanderschaft geschickt, um möglichst viele Besucherinnen und Besucher zu begeistern.

Die Gäste sollten im Panorama durch Raum und Zeit entführt und zu Teilnehmenden des dargestellten Ereignisses werden. Panoramen entwickelten sich so zum ersten Massenmedium der Menschheitsgeschichte. Von den vielen hundert Rundbildern existieren heute weltweit nur noch gerade rund 15 Stück aus dem 19. Jahrhundert. Der Rest wurde zerstört.

Der irische Maler Robert Barker liess 1787 in London eine Erfindung patentieren, die kurz darauf unter dem Namen «Panorama» bekannt wurde. Seine Erfindung war ein naturalistisch gemaltes Rundbild. Dieses war derart gross, dass es die Betrachtenden rund umgab und sie so in die Darstellung miteinbezog. Ab den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Panoramabilder häufig mit einem sogenannten Faux-Terrain – einem dreidimensionalen Vorgelände mit Figuren und Requisiten – erweitert.

Die Normgrösse eines Panorama-Gemäldes war rund 110 Meter auf 14 Meter. Beliebteste Bildthemen waren Städte und Landschaften, historische Schlachten zu Lande und auf dem Meer, sowie die Passion Christi. Aufkommen und Erfolg der Grosspanoramen stehen im Zusammenhang mit dem enormen Wachstum der Städte. Panoramen waren nur mit einer grossen Zahl von Besucherinnen und Besuchern wirtschaftlich zu betreiben. Von den alten Panoramagemälden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind weltweit nur 27 übrig geblieben. Heute erlebt die Medienform Panorama einen eigentlichen Boom. Rund um den Globus entstehen neue Panoramabilder in alter Tradition oder neu umgesetzt mit modernen Techniken. Als es noch kein Kino gab, besuchten die Menschen andere optische Sensationen. Das Panorama war eine davon.

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 wurde in Panorama-Gemälden häufig dargestellt. Ein belgisches Panorama-Unternehmen entdeckte den Übertritt der französischen Bourbaki-Armee in Les Verrières/NE als geeignetes Thema für ein Schweizer Panorama. Zusammen mit dem Genfer Unternehmer Henneberg engagierte man den Genfer Architekten Jacques Elysée Goss für den Bau der Panorama-Rotunde an einer grossen Ausstellung in Genf und den Genfer Kunstmaler Edouard Castres für das Rundgemälde

Die ursprünglichen Masse des Bildes entsprachen denen eines in jener Zeit verbreiteten Normpanoramas, 14 bis 15 Meter in der Höhe und 112 Meter im Umfang. Beim Ein- und Erweiterungsbau einer Autogarage im Erdgeschoss des Panorama-Gebäudes wurde das Bild 1926 und 1949 am oberen Rand jeweils um gut zwei Meter – total also um mehr als 4 Meter – beschnitten. Die heutige Höhe beträgt knapp 10 Meter.

Kanonengrollen aus der Ferne, wiehernde Pferde und anderes mehr bilden die Geräuschkulisse, die die Betrachterinnen und Betrachter fesselt. Eine Hörfolge, in der Pasteur Clerc seiner Tochter erzählt, wie er die Internierung der Bourbaki-Armee in jungen Jahren erlebt hat, rundet das akustische Erlebnis ab.

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Ausstellung

Sehwunder. Trick, Trug & Illusion

Sonderausstellung im Bourbaki Panorama

Seit Jahrhunderten ist der Mensch fasziniert von Trick und Trug optischer Illusionen. Tüftler bringen ihr Publikum mit verblüffenden Sehapparaturen zum Staunen, Lachen oder gar zum Schaudern. Einige wie der Guckkasten, das Praxinoskop oder die Laterna Magica sind wegweisend in der Entwicklung zum bewegten Bild, dem Film. Ab den 1780er-Jahren bietet das Panorama – ein riesiges Rundbild – ein beliebtes Illusionserlebnis. Heutige virtuelle Experimente bezeugen: Sehwunder haben nichts von ihrem Zauber verloren. Erkunden Sie selbst, wie Augen und Gehirn überlistet werden.

Die zweiteilige Ausstellung in den Panoramen in Luzern und Thun und unter Mitwirkung des Seico-Kollektiv und der HSLU Design & Kunst widmet sich der Faszination optischer Errungenschaften und lädt zur Erkundigung mit dem eigenen Auge ein.

Vernissage im Thun-Panorama: 5. Mai 2019, Sonntag ab 11 Uhr
Vernissage im Bourbaki Panorama: 9. Mai 2019, Donnerstag 18 Uhr
Alle sind herzlich willkommen!

Infos
Das junge Publikum profitiert von einem speziell für Kinder konzipierten Angebot: Ausgerüstet mit einem persönlichen Materialset werden sie von den drei Figuren Trick, Trug und Lusi durch die Ausstellung geführt. Die drei Figuren nehmen die historischen Objekte und deren Funktionen genauer ist eine spie-lerisch-kreative Annäherung an die Thematik unter die Lupe und erklären sie.

Wir bieten Spezialführungen durch die Sonderausstellung an.

Unser Vermittlungsprogramm während der Ausstellung wird demnächst aufgeschaltet.

(Bild: Illustration Michael Furler)

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Führung

Geschichten von Internierung, Flucht und offenen Armen

Spezialführung mit einem direkt Betroffenen im Bourbaki Panorama Luzern

Das riesige Rundbild (10 x 112 m) erinnert an die grösste humanitäre Aktion, welche die Schweiz je durchgeführt hat. Wie konnte es dazu kommen, dass im Winter 1871 Hals über Kopf 87'000 französische Soldaten innert 3 Tagen in die Schweiz flüchteten? Wie reagierte die Schweizer Bevölkerung darauf? Was waren ihre Ängste und Hoffnungen? Eine packende und prägende Geschichte für die humanitäre Schweiz und ihre Werte, die nichts an Aktualität eingebüsst hat.

Direkt von dem Rundbild erzählen Nadja Buser und Kairat Birimkulov über die Geschichte von damals, Erfahrungen von heute und Illusionen von der neuen Heimat. Anhand der dargestellten Szenen erfahren Sie, was es heute heisst auf der Flucht zu sein.

Die Führung findet im Rahmen der Aktionswoche Asyl (15.-23.6.2019) statt.

Die Führung ist kostenlos. Sie bezahlen nur den Museums-Eintritt.

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Disskusion

Illusionen von Künstlern und Betrachtern

"Musealer Seitensprung" mit Martina Kral, Irène Cramm & Christov Rolla

Pablo Picasso sagte einst «alles, was du dir vorstellen kannst, ist real». Umgeben von Edouard Castres' Bourbaki Panorama wird über die Verbindung zwischen Künstlern und Betrachtenden bei der Wahrnehmung eines Bildes geplaudert. Paul Klee war beispielsweise überzeugt: «Kunst gibt nicht das Sichtbare wider, Kunst macht sichtbar».

Die Kuratorin Martina Kral (Sammlung Rosengart) und die Museumsleiterin Irène Cramm (Bourbaki Panorama) nähern sich im Gespräch dem Offenkundigen und dem Unsichtbaren in der Malerei – vom X-chen bis zur humanitären Tradition.

Der Luzerner Musiker Christov Rolla rundet das Gespräch als musikalischer Gast mit seinem eigens fürs Bourbaki Panorama komponierten Lied über die illusionierten (oder desillusionierten...) Co-Maler von Edouard Castres ab.

Treffpunkt und Tickets:
Museumsréception im Bourbaki Panorama

Kosten:
Eintrittsgebühr + CHF 7.00 Zuschlag für die Veranstaltung

Anmeldung:
keine Anmeldung erforderlich

Information:
Seit 2018 organisiert der Verein Museen Luzern die gemeinsame Veranstaltungsreihe «Museale Seitensprünge». Die Besucherinnen und Besucher können dabei immer wieder neue Blickwinkel, Perspektiven und Gemeinsamkeiten zwischen den Museen und bei ausgewählten Themen entdecken.

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Kinderprogramm

Kinderführung im Bourbaki Panorama

Lilly und Anna erzählen aus ihrer Perspektive die Geschichte vom Panorama und den Bourbakis in Luzern. Stell dir vor, es ist Winter und eiskalt. Auf einmal kommen Tausende von Soldaten in die Schweiz. Hungrig, krank, mit Erfrierungen an Zehen und Fingern. Kranke und abgemagerte Tiere bringen sie auch noch mit. Jetzt müssen viele Schweizer helfen, damit die Flüchtlinge etwas zu essen und einen warmen Schlafplatz bekommen!

Die Kinderführungen sind speziell für Kinder konzipiert (Altersempfehlung ab 5 Jahren). Die Jugendguides bringen den Kindern Geschichten rund um das Bourbaki Panorama spielerisch und erlebnisreich näher. Die Kinderführungen sind ausschliesslich für Kinder.

Treffpunkt an der Museums-Réception.
Spezialpreis Eintritt mit Kinderführung: CHF 5 / Kind

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Ausstellungen Natur-Museum Luzern Luzern, Kasernenplatz 6
Ausstellungen Historisches Museum Luzern Luzern, Pfistergasse 24
Ausstellungen / Ausstellung Forum Schweizer Geschichte Schwyz Schwyz, Zeughausstrasse 5
Ausstellungen / Museum Kunstmuseum Luzern Museum of Art Lucerne Luzern, Europaplatz 1 (im KKL Luzern)

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