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Goethe Festwoche 2018

vom 6. bis 19. September 2018 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet

Auch wenn Goethe nicht zu jenen Dichtern der klassisch-romantischen Epoche gehörte, die mit ihren theoretischen Äußerungen zur Entwicklung der Musikästhetik beigetragen haben: Goethe war ein intensiv und reflektiert Hörender, der in regem Kontakt zu Musikern seiner Zeit stand und mit diesen musikästhetische Fragen diskutierte. Die Veranstaltungen im Goethe-Haus zu Felix Mendelssohn Bartholdy, Carl Friedrich Zelter und Ludwig van Beethoven zeichnen diese Verbindungen nach.

Als Dichter widmete sich Goethe immer wieder mit geradezu experimentellem Anspruch dem deutschen Singspiel und recherchierte dafür die verschiedenen Gattungen der italienischen und französischen Oper. Das Spektrum seiner eigenen Arbeiten reicht vom norddeutschen empfindsamen Singspiel (Erwin und Elmire) über die Opera buffa (Scherz, List und Rache) bis zum süddeutschen Singspiel mit Elementen des Wunderbaren: Der Zauberflöte Zweiter Theil.

Goethes Traum, Wolfgang Amadeus Mozart oder zumindest einer der zeitgenössischen Wiener Singspielkomponisten möge eines dieser Libretti vertonen, blieb unerfüllt. Dafür schuf Johann André, der Offenbacher Komponist und Musikverleger, eine qualitativ hochwertige Singspielkomposition nach Erwin und Elmire, die anlässlich der Goethe-Festwoche in einer von Olaf Joksch arrangierten Version in Offenbach und Bad Homburg erklingt. Die Oper und das Schauspiel Frankfurt widmen sich Goethes Zauberflöten-Fragment mit einer literarisch-musikalischen Soirée.

Der Einsatz von beschriebener Musik in Goethes Werken umfasst empfindsame Topoi im Werther – mit einem Helden, der seinen Gefühlen am Pianoforte Ausdruck verleiht – ebenso wie musikalische Evokationen in den Faust-Dramen. „Musik“ in Faust I und Faust II – das ist ein komplexes Geflecht aus Liedern, Melodramen, Chören und eher atmosphärisch oder signalhaft eingesetzten Klängen. Zudem gehört Faust I zu den meist rezipierten Musiktheaterstoffen des 19. und 20. Jahrhunderts; die theatralen Projekte des Theater Willy Praml und des Studio Naxos tragen dem Rechnung.

Goethe kann heute als der meistvertonte Dichter der Musikgeschichte gelten, seine Lyrik bildet den Vorwurf für mehr als 700 Kunstlieder. Überdies haben seine Werke viele große Orchester- und Opernkompositionen angeregt: Einige dieser Vertonungen werden in mehreren Liedprogrammen aufgeführt, andere werden ausschnittweise von Dieter Borchmeyer und Gerold Huber vorgestellt.
Zwei Komponisten sind eigens im Auftrag der Goethe-Festwoche tätig geworden: Gordon Kampe mit einem Kammermusikwerk für die Eröffnung der Festwoche mit dem Ensemble Modern, in dem er die Besetzung von Beethovens Septett Es-Dur aufgreift und Patrick Bishay mit einem mehrteiligen Programm zum Thema „Goethe und Brentano“, das sowohl eine Installation mit Text und Musik als auch ein Liedprogramm umfasst – zu hören in Oestrich-Winkel.

Ein Stadtspaziergang durch Wiesbaden und eine theatrale Wanderung von und mit Jugendlichen durch den Main-TaunusKreis folgen den historischen Spuren Goethes. Einige Formate der Goethe-Festwoche überführen das Festivalthema „Goethe und die Musik“ ins 21. Jahrhundert: Heinz Drügh und Studierende der Goethe-Universität zeigen den Dichter als Anreger für die Popkultur, der Poetry Slammer Dalibor Marković und der Darmstädter Förderverein Jazz katapultieren den „Kreis der Darmstädter Empfindsamen“ ins Heute, und die Junge Deutsche Philharmonie hat Poetry Slammerinnen und Slammer, Komponistinnen und Komponisten zu einem gemeinsamen Projekt eingeladen – aufgeführt wird es in Frankfurt und Hanau.

Kontakt

Goethe Festwoche 2018
Brückenstraße 3-7
D-60594 Frankfurt

Telefon: +49 (0)69 - 212 35435
E-Mail: info.amt41@stadt-frankfurt.de

 

Die Goethe-Festwoche ist ein Projekt des Kulturamts Frankfurt am Main und des Freien Deutschen Hochstifts/Frankfurter Goethe-Museum in Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen.
In Frankfurt beteiligen sich in diesem Jahr das Freie Deutsche Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, das Theater Willy Praml, die Goethe-Universität Frankfurt, die Oper Frankfurt, das Schauspiel Frankfurt, studioNAXOS, die Junge Deutsche Philharmonie und das Ensemble Modern mit Beiträgen am Programm.

In der Region finden an folgenden Orten Veranstaltungen zur Goethe-Festwoche statt: Im Brentanohaus in Oestrich-Winkel, im Büsingpalais in Offenbach, im Literaturhaus Darmstadt, im Comoedienhaus Wilhelmsbad in Hanau, in Wiesbaden, in der Schlosskirche Bad Homburg und in Flörsheim.

Förderer in der Region ist der Kulturfonds FrankfurtRheinMain.
Konzert

„… das himmlische Reich der Musik im Sinn“

Goethe und die Musik
Eröffnung der Goethe-Festwoche
mit Konzert und Diskussion

Prof. Dr. Peter Gülke, Prof. Dr. Friederike Wißmann,
Prof. Dr. Gordon Kampe und Ensemble Modern


Grußworte: Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts / Frankfurter Goethe-Museum
und Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt
Moderation: Dr. Julia Cloot

Goethes Werke regten nicht nur zahllose Liedvertonungen, Instrumentalstücke und Musiktheaterwerke an, die Musik war ihm umgekehrt Inspiration für sein poetisches Schaffen.
Über Goethes musikalisches Leben und die Rezeption seiner Werke in der Musik diskutieren der Dirigent und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Peter Gülke, die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike Wißmann, und der Komponist Prof. Dr. Gordon Kampe. Das Ensemble Modern spielt unter Leitung von Mariano Chiacchiarini Ludwig van Beethovens Septett Es-Dur op. 20 und ein Auftragswerk von Prof.  Dr. Gordon Kampe.

Förderer: Sparkassen-Stiftung Hessen-Thüringen

ÖPNV U 1/2/3/8 (Hauptwache, Willy-Brandt-Platz)
U 4/5 (Dom/Römer, Willy-Brandt-Platz)
alle S-Bahnen außer S 7 (Hauptwache)

Eintritt frei, Reservierung: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, T 069 138800
Führung

Familie Goethe und die Musik

Musikalische Führung durch das Goethe-Haus zur Mittagszeit

Hausmusik war Teil des Lebens der Familie Goethe am Großen Hirschgraben. Das große musikalische Interesse zeigt sich auch darin, dass im Jahr 1763 ein Konzert des siebenjährigen Wolfgang Amadeus Mozart besucht wurde. In seine späteren Lebensjahre fällt die legendäre Begegnung Johann Wolfgang Goethes und Ludwig van Beethovens, der mehrere Texte des von ihm bewunderten Dichters vertonte.
Die Kurzführung (30 Minuten) durch ausgewählte Räume des Goethe-Hauses gibt Einblicke in das Leben der Familie Goethe und ihre musikalischen Vorlieben. Es erklingen Aufnahmen von Mozart und Beethoven.

Weitere Termine: Freitag., 7.9. und Samstag, 8.9. sowie Montag, 10.9. bis Samstag, 15.9.2018, jeweils 13 Uhr

Eintritt: 7€ / 3 €. Anmeldung über anmeldung@goethehaus-frankfurt.de
Theater

Goethe. Walpurgisnacht. Eine deutsche Höllenfahrt

mit: Schauspielerensemble Theater Willy Praml und Gäste, Frauen-(Sprech-)Chor, Männer-(Gesangs-)Formation (Frankfurter Heinrich-Heine-Chor), Musiker der Frankfurter Popular-Musik-Szene

Das Projekt verknüpft heidnischen Mythos der Walpurgisnacht mit Goethes Popularisierung aus dem 18. Jahrhundert und mit Hitlers Selbstmord am 30. April 1945. Die Goethe’sche Hölle und freudianische Aspekte aus Goethes Gesamtwerk werden in seine Walpurgisnacht eingebracht inklusive der dazugehörigen Paralipomena. Die Revue geht der Frage nach, wie weit sich Verdrängtes, Verschüttetes, Traumatisches und Alptraumhaftes im kollektiven (Unter-)Bewusstsein erhält, weitertradiert und aktuelles Handeln beeinflusst. Ergänzt wird diese Schlüsselszene aus Goethes Faust mit Texten von Alexander Kluge, Heiner Müller, Einar Schleef, Friedrich Nietzsche und anderen, die geeignet
sind, Selbsterfahrenes öffentlich zugänglich zu machen.

Weitere Termine: Samstag, 8.9. und Sonntag, 9.9.2018 sowie:siehe www.theater-willypraml.de
Konzert

Szenen aus Goethes Faust von Schubert bis Schumann

Gesangssolisten und Chor, Gerold Huber (Klavier)
Moderation: Prof. Dr. Dieter Borchmeyer

Goethes Faust ist ein Werk voller Musik, das zu vertonen zahlreiche Komponisten herausgefordert hat. Allerdings entfernen sich die zahllosen Faust-Opern des 19. und 20. Jahrhunderts weitgehend von Goethes Weltdichtung. Letztlich beschränkten sich die Versuche einer Vertonung der Originaldichtung auf einzelne liedhafte „Nummern“. Die als Schumanns größte Leistung im Bereich der dramatischen Musik angesehenen „Szenen aus Goethes Faust“ werden an diesem Abend von Gesangssolisten und Chor zu Gehör gebracht, am Klavier begleitet von dem gefragten Liedbegleiter und brillanten Pianisten Gerold Huber.

Durch den Abend führt Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, der wie wenige andere Goethes Verhältnis zur Musik einerseits und die musikalische Umsetzung seiner Werke andererseits kennt.
Kulturveranstaltung

Goethe war gut oder Fack ju Göhte? Der Dichter als popkulturelle Inspiration

Projekt mit Prof. Dr. Heinz Drügh, Maren Feller, Ines Gries (Goethe-Universität) und Verena Specht-Ronique (Schauspielerin)

Goethe und Pop im Dialog: Vom Heideröslein über Faust, deutsches Kino und Rap bis Rammstein. Dieses popkulturelle Projekt widmet sich der Frage, ob und wie man Goethe und Pop zusammen denken kann. In Goethes Werk und für ihn selbst spielt Musik eine große Rolle. Und seit der Goethezeit bis heute gibt es immer wieder Bestrebungen zeitgenössischer Künstler, dieses musikalische Material von Goethe neu zu interpretieren. Wie nah sind diese Interpretationen an Goethes eigener Theorie und seinem Verständnis von Musik, wie es sich auch in seinen Werken widerspiegelt? Und wie ist die popkulturelle Rezeption von Goethes Musik wissenschaftlich zu bewerten? Diesen Fragen geht der Abend unter der Leitung des Germanisten Prof. Dr. Heinz Drügh (Goethe-Universität Frankfurt) nach.

Eintritt frei.
Konzert

Musik in Goethes Elternhaus

Andreas Martin (Laute)

Aus Goethes Autobiographie Dichtung und Wahrheit wissen wir, dass in Goethes Elternhaus viel musiziert wurde. Die Mutter spielte Klavier und widmete sich dem Gesang – vor allem italienischer Arien, während Goethes Vater die Laute spielte – die er allerdings, wie sein Sohn sich erinnert, länger stimmte als spielte. Bereichert wurde die musikalische Erziehung der Kinder durch Hauskonzerte befreundeter Musiker, die auch vor eingeladenen Gästen spielten.

Andreas Martin zählt zu den renommiertesten Lautenisten. In einem kommentierten Konzert stellt er die verschiedenen Lautentypen des Barock vor, spielt Stücke, die auch Goethes Vater auf dem gleichen Instrument gespielt haben dürfte und spricht über den Laute spielenden Vater.

10/5 € (Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts)
Reservierung: anmeldung@goethehaus-frankfurt.de
Installation

Goethe und die Familie von Brentano

Patrik Bishay (Komposition/Textauswahl),
Hans Christoph Begemann (Bariton), Hilko Dumno (Klavier), Katharina Bach (Violoncello/Stimme)

Im Brentanohaus folgen eine Lesung und eine Klanginstallation den Spuren der Beschreibungen des Rheingaus, die Bettine Brentano in ihren Briefen an Goethe formuliert. Die Texte illustrieren die Landschaft um das Badehäuschen sowie kleinere szenische Darstellungen, die Musik will die Stimmung der Briefe reflektieren. Das anschließende Konzert mit Vertonungen von Gedichten Goethes und Brentanos greift das Thema Natur auf.
Verbunden werden die klassischen Liedblöcke durch neu komponierte, melodramatische. Es kommen sowohl eine Sprecherin als auch ein Sänger, Klavier und Cello zum Einsatz, die bereits in der Klanginstallation zu hören waren. Die Brücke zwischen Natur und Musik schlägt eine Neuvertonung von Goethes Ganymed des Komponisten Patrik Bishay.

Veranstalter: Stadt Oestrich-Winkel in Kooperation mit dem Freundeskreis Brentanohaus e.V.

Eintritt 12€
Exkursion

Goethe und die Musik. Ganztägige Exkursion

Frankfurt / Oestrich-Winkel / Offenbach

Auf großem Sonntagsausflug ins Leben Johann Wolfgang Goethes: Am Sonntag, den 9. September, führt eine Bus-Exkursion zu reizvollen Orten mit kleiner und großer Geschichte rund um den Dichterfürsten und die Musik. Der Reisebus macht die ganze Tour unangestrengt und komfortabel. Im Freien Deutschen Hochstift erwartet Sie der renommierte Lautenist Andreas Martin. In einem kommentierten Konzert stellt er die verschiedenen Lautentypen des Barock vor, spielt Stücke, die auch Goethes Vater auf dem gleichen Instrument gespielt haben dürfte, und spricht über den Laute spielenden Vater.

Im historischen Badehaus in Oestrich-Winkel überträgt eine Klanginstallation des deutsch-ägyptischen Komponisten Patrik Bishay die Sphäre der Briefe Bettine Brentanos an Goethe in die Gegenwart. Einer der bedeutenden Liedgestalter der Region, Hans Christoph Begemann, singt Lieder nach Texten von Goethe und Brentano. Nach einem Nachmittag im Rheingau geht es nach Offenbach in die Stadtteile, die im späten 18. Jahrhundert feine Gartenstadt für wohlhabende Frankfurter Familien waren. Hier verlebten Goethe und seine erste Verlobte Lili Schönemann ihren gemeinsamen Sommer, hier schufen Goethe als Textautor und der ihm befreundete Offenbacher Komponist Johann André das Singspiel Erwin und Elmire. Die Aufführung dieses selten zu hörenden Werks beginnt um 18 Uhr.

Shuttle
12.30 Uhr: Abfahrt Büsingpalais Offenbach
13 Uhr: Abfahrt Goethe-Haus Frankfurt nach Veranstaltung
14.30 Uhr: Installation und Konzert in Oestrich-Winkel
17 Uhr: Rückfahrt Offenbach und Frankfurt, Konzertante Singspielaufführung Erwin und Elmire in Offenbach, Büsingpalais: 18 Uhr

Eintritt 48,50 €, inkl. Busfahrt, Lautenkonzert in Frankfurt, Installation und Konzert in Oestrich-Winkel und Aufführung Erwin und Elmire in Offenbach

Anmeldung und Kartenreservierung: kultur@offenbach.de
Jazz

Concerto Dramatico

Goethe und die Musik. Jazz und Slam

Von 1771 bis 1773 fand sich in Darmstadt ein Freundschaftsbund zusammen, der als „Kreis der Empfindsamen“ in die Geschichte eingegangen ist. Man traf sich zu Leseabenden, Mondscheinspaziergängen und Ausflügen in Darmstadt. Die „Gemeinschaft der Heiligen“ nannte Johann Wolfgang Goethe den Darmstädter Freundeskreis in seinem Concerto Dramatico (1773). Ein wichtiges Bindeglied der Darmstädter Empfindsamen war der Verleger Johann Heinrich Merck, in dessen Verlag u.a. das Schauspiel Götz von Berlichingen erschien. Mit Heinrich Merck verband Goethe eine tiefe Freundschaft.

An diesem Abend werden der Darmstädter Förderverein Jazz und der Lautpoet und Profi-Slammer Dalibor Marković erstmals in einem gemeinsamen Programm auftreten.
Kulturveranstaltung

Goethe der Librettist, Opernregisseur und Ausstatter

Der Zauberflöte zweyter Theil

Was geschieht nach der letzten Szene von Mozarts Die Zauberflöte? Regiert Sarastro weiter? Sind Tamino und Pamina glücklich? Die Frage nach dem Fortgang der Geschichte wurde schon früh nach Mozarts Tod im Jahr 1791 gestellt: Bereits 1795 begann Johann Wolfgang Goethe seine Arbeit an Der Zauberflöte zweyter Theil, die er jedoch drei Jahre später wieder abbrach – andere Künstler wie Emanuel Schikaneder und der Komponist Peter von Winter oder der Autor Gerd Scherm arbeiteten bereits an demselben Stoff. Neben rezitierten Ausschnitten aus dem Goethe-Fragment und anderen Texten werden musikalische Nummern aus Peter von Winters Vertonung diese musikalisch-literarische Soiree komplettieren.

Kooperation: Oper Frankfurt und Schauspiel Frankfurt
Vortrag

Goethe und Felix Mendelssohn Bartholdy

Vortrag mit Musik und Bebilderung

Im Jahre 1821 besuchte der Komponist und Musikerzieher Carl Friedrich Zelter seinen damals 72-jährigen Freund Goethe in Weimar und brachte seinen Schüler, den 12-jährigen Felix Mendelssohn, mit. Vier Jahre zuvor war das musikalische Wunderkind schon einmal zusammen mit seiner Mutter im Haus am Frauenplan zu Gast gewesen. Goethe war von der Persönlichkeit und den Talenten des Jungen begeistert. Es kam zu einer für beide Seiten beglückenden Begegnung. Die Beziehung zwischen ihnen blieb lebendig bis zu Goethes Tod. Felix Mendelssohn bewahrte seine Treue zur Familie Goethe auch über Goethes Tod hinaus. Zu fragen ist: Was verbindet dieses ungleiche Paar?
Konzert

"Dir zu öffnen mein Herz..."

Liebeslieder und Gedichte, Lied und Lyrik

Dir zu eröffnen / Mein Herz verlangt mich;
Hört’ ich von deinem, / Darnach verlangt mich;
Wie blickt so traurig / Die Welt mich an.
In meinem Sinne / Wohnet mein Freund nur,
Und sonsten keiner / Und keine Feindspur.
Wie Sonnenaufgang / Ward mir ein Vorsatz!
Mein Leben will ich / Nur zum Geschäfte
Von seiner Liebe / Von heut an machen.
Ich denke seiner, / Mir blutet’s Herz.

Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan

Liebeslieder und -gedichte von Goethe in Vertonungen von Charles Gounod, Franz Schubert, Robert Schumann, Hugo Wolf u.a.
Konzert

Wortwechsel - Freispiel 2018

Neue Musik und Slam Poesie im Dialog

2018 macht sich die Junge Deutsche Philharmonie im Rahmen ihres spartenübergreifenden Formats FREISPIEL auf die Suche nach ungehörten Klängen und ungewöhnlichen Kombinationen mit anderen Kunstformen: Hierfür wurden Kompositionsaufträge an Birke J. Bertelsmeier, Steven Heelein, Malika Kishino, Ulrich Kreppein und Dieter Schnebel in Anlehnung an Gedichte Goethes vergeben. Sie treffen auf renommierte Künstlerinnen und Künstler der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene, die sich mit ebenden Goethe-Gedichten auseinandersetzen.

19 Uhr: Einführung mit KomponistInnen sowie Slam PoetInnen
(Moderation: David Niemann)

Förderer: Dr. Marschner Stiftung, Gesellschaft zur
Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL)
Kooperationspartner: Künstlerhaus Mousontur

Termin am 12.09 in Hanau, Comoedienhaus Wilhelmsbad, Parkpromenade 1
Lesung

Goeteh und Zelter: Lieder und Texte

Katharina Magiera (Mezzosopran), Dr. Rüdiger Volhard und Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Texte)

Carl Friedrich Zelter, der Freund, der Goethe in den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens am nächsten stand, hatte viele Jahre notgedrungen ein Doppelleben als Maurermeister und Musiker geführt, bevor er schließlich Leiter der Singakademie,
Professor an der Berliner Akademie der Künste und Sachverständiger in Fragen der Organisation des Musiklebens und der musikalischen Ausbildung wurde. Sein Werk als Komponist umfasst über 200 Sololieder – viele davon nach Texten von Goethe und Schiller – weltliche und geistliche Gesänge, Instrumentalmusik und eine Reihe von Bühnenmusiken. Zelter hat Goethe aber auch zum Dichten angeregt, was dieser anerkannte.
Theater

Hanns Eisler: Johann Faustus

Carolin Millner (Regie), Rafael Orth (Komposition), Kris Merken (Dramaturgie)

Die Geschichte vom Teufelsbündler Faust ist in Deutschland zu einem nationalen Mythos geworden. Wohl kein anderer Stoff hat so viele Kunstschaffende angeregt, das Thema mit einer eigenen Version, mit einer eigenen Deutung weiterzuentwickeln.
Hanns Eisler greift in seiner Faust-Adaption auf Deutungen vor Goethe zurück und trat damit in den Augen der Kulturfunktionäre der DDR gegen einen zentralen Punkt des offiziellen DDRSelbstverständnisses von der „Pflege der Nationalkultur“ an. Eisler macht Faustus zum Verräter an der Sache der Bauern und damit zur Zentralgestalt der deutschen Misere. Die durch das Libretto ausgelöste Debatte über die Freiheit und die Verantwortung der Kunst ist heute – in Zeiten, in denen Autoritäten wieder sehnsüchtig beschworen werden – aktueller denn
je. Alles in der Geschichte passiert schließlich zweimal, einmal als Tragödie und einmal als Farce.

Weitere Termine: siehe www.studionaxos.de
Konzert

Erwin und Elmire von Johann André

Singspiel nach Johann Wolfgang Goethe. Konzertante Aufführung.
mit Sabine Goetz (Sopran), Ljuba Nitz (Sopran), Christian Rathgeber (Tenor), Markus Matheis (Bariton), Michael Kaiser (Erzähler), concerto piccolo (Orchester), Olaf Joksch (Leitung)

Im Herbst 1773 lernte der junge Goethe den Seidenfabrikanten, leidenschaftlichen Musiker und späteren Verlagsgründer Johann André (1741-1799) in Offenbach kennen. Ein Produkt dieser Freundschaft zwischen Goethe und André ist das Schauspiel mit Gesang Erwin und Elmire. Über zweihundert Jahre verschwand das Stück in den Archiven des Musikverlages André in Offenbach und dem Goethe-Haus Frankfurt. Jetzt erklingt diese Rarität in einer konzertanten Fassung mit Originalinstrumenten, vier Gesangssolisten und dem Schauspieler Michael Kaiser, der durch die Höhen und Tiefen der gefühlsgeladenen Handlung führt.

Eintritt 18/12 €, Vorverkauf: Infocenter Offenbach, Salzgäßchen 1, T 069 840004170

Termin am 14.09 in Bad Homburg, Schlosskirche (Eingang Herrengasse)
Führung

Auf Goethes Spuren durch Wiesbaden

Thematische Stadtführung

Die Führung folgt den Spuren Johann Wolfgang Goethes, der sich 1814 und 1815 für mehrere Wochen als Kurgast in Wiesbaden aufhielt. Goethes Freund, der Komponist Carl Friedrich Zelter (1758 – 1832), der zeitgleich in Wiesbaden war, hatte Logis für Goethe besorgt. Goethe genoss das „Schwalbacher Wasser“, die Kurbäder und erkundete die Stadt. Er traf sich auch mit namhaften Persönlichkeiten und unternahm Exkursionen in die Umgebung sowie in den Rheingau. Mehrfach war er Gast im herzoglichen Schloss Biebrich. In dieser Zeit, in der ihn eine innige Liebesbeziehung mit Marianne von Willemer verband, entstanden zahlreiche neue Texte, darunter viele Gedichte des West-östlichen Divan.

Veranstalter: Stadtmuseum Wiesbaden/
Kulturamt Wiesbaden
Konzert

"Etwas Musik wäre sehr wünschenswert"

Annäherungen an Goethes Musikverständnis

Petra Luise Kämpfer (Klavier)

Nach den ersten Hörerfahrungen Goethes mit Barockmusik erfolgte die Begegnung mit Musik klassischer Komponisten. Als Intendant der Weimarer Hofoper setzte Goethe sich intensiv mit der Opernwelt vor allem Mozarts, aber auch italienischer Komponisten auseinander. Durch seinen regen Austausch mit Komponisten wie Reichardt und Zelter versuchte er stets sein Musikverständnis zu erweitern. Felix Mendelssohn brachte ihm die Musik Beethovens näher und gab ihm Einblicke in die Romantik. Werke von Bach, Cimarosa, Beethoven, Weber, Mendelssohn u.a. spiegeln das breite Musikspektrum seiner Hörerlebnisse wider, das durch Impressionen aus seinen persönlichen Kommentaren zur Musik ergänzt wird.
Theater

Dichtung und Wahrheit...?!

Eine theatrale Wanderung auf den Spuren des jungen Goethe im Main-Taunus-Kreis

Kreisjugendtheater des Main-Taunus-Kreises,
Gerd Müller-Droste (Künstlerische Leitung),
Liora Hilb (Co-Regie), Do Deckinger (Musikalische Leitung),
Asja Jarzina (Organisatorische Leitung), Jugendliche aus dem Main-Taunus-Kreis

Literatur ist keine Lüge, sondern ein Mittel, um die Lüge als solche zu erkennen! Das Stationentheaterprojekt nimmt historischen Bezug zu Goethes Jugendzeit und orientiert sich an seiner zwischen 1808 und 1831 entstandenen Autobiographie
Dichtung und Wahrheit sowie an seinem Frühwerk (Werther, frühe Gedichte und Lieder des „Sturm und Drang“). So verdichtet sich über das Spiel an authentischen Orten das Bild eines der größten deutschen Dichter der Klassik. Kontrastiv zur Naturidylle und Lyrik wird der Umgang mit den neuen Medien beleuchtet.
Im Zeitalter von Trollen und Meme, Facebook-Profilen und Selfies stellt sich die Frage umso eindringlicher: Dichtung oder Wahrheit?

Veranstalter: Main-Taunus-Kreis, Der Kreisausschuss
Förderer: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und
Kunst im Rahmen des Modellprojekts Kulturkoffer
Gespräch

Goethe und Beethoven

Prof. em. Dr. Norbert Miller und Prof. Dr. Thomas Betzwieser

Im Juli 1812 erhielt Goethe in Karlsbad von Herzog Karl August von Weimar die Anordnung, sogleich nach Teplitz zu kommen, da die Kaiserin von Österreich ihn zu sehen wünsche. Goethe reist am 14. Juli hin; Beethoven ist seit dem 5. Juli zu einer Kur hier. Bekanntlich ist aus diesem Treffen keine Künstlerfreundschaft entstanden. Ihre eigentliche Begegnung fand in ihren Werken statt. Beethoven, der glühende Verehrer des „ersten deutschen Dichters“, als den er Goethe ansah, hatte zunächst
einige von dessen Gedichten vertont, bevor er 1810 eine Schauspielmusik zum Egmont komponierte. Über Goethe und Beethoven sprechen der Literatur- und
Kunstwissenschaftler Prof. em. Dr. Norbert Miller (TU Berlin) und der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Betzwieser (Goethe-Universität Frankfurt).
Konzert

Goethe am Main. Die musikalische Welt

Konzert mit Werken von u.a. Telemann, Stamitz, André, Mozart, Homilius und Pergolesi

Gabriele Hierdeis (Sopran), Richard Logiewa (Bassbariton), Karl Kaiser (Flöte), Sabine Bauer (Cembalo), Ulrich Hübner (Horn), Georg Schuppe (Orgel), Barockorchester LA STAGIONE Frankfurt, Fördererkreis Musik Main-Taunus e.V.

Leitung und Moderation: Michael Schneider

Das Programm des Konzerts ist als „Akademie“ konzipiert, in der üblichen Form von Konzertveranstaltungen im 18. Jahrhundert, mit einer bunten Abfolge von Orchesterwerken, Solokonzerten, Gesangsbeiträgen sowie Solo- und Kammermusik. In seiner Auswahl spiegelt das Programm – soweit rekonstruierbar – die musikalische Welt Frankfurts zu Goethes Jugendzeit
wider und legt zudem einen Fokus auf die mit Mozart und Goethe befreundete Komponisten- und Verlegerfamilie André aus Offenbach.
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company
Ereignisse / Konzert Frankfurter Opern- und Museumsorchester Frankfurt am Main, Willy-Brandt-Platz
Ereignisse / Kulturveranstaltung Bockenheimer Depot Frankfurt Frankfurt am Main, Carlo-Schmid-Platz 1
Ereignisse Aschaffenburger Bachtage Aschaffenburg, Dalbergstraße 9
Ereignisse / Konzert Bad Homburger Schlosskonzerte Bad Homburg, Schloss
Ereignisse / Konzert Mozart-Gesellschaft Wiesbaden Wiesbaden, Spiegelgasse 9
Ereignisse / Jazz Darmstädter Residenzfestspiele / Darmstadt , Luisenplatz 2
Fr, 27.7.2018, 20:30 Uhr
Ereignisse / Messe fine art fair frankfurt B44 Frankfurt a. M., Ludwig-Erhard-Anlage 1
Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Ereignisse / Festival Kronberg Academy Kronberg, Friedrich-Ebert-Str.6
Ereignisse / Festival Afrika Karibik Festival Aschaffenburg, Schweinheimer Str. 73- 75
one race human AB event
Ereignisse / Festival Darmstädter Residenzfestspiele Darmstadt, Mauerstr. 17
Ereignisse / Kulturveranstaltung Konzertchor Darmstadt Darmstadt, Mauerstr. 17
Wolfgang Seeliger
Ereignisse / Kulturveranstaltung frankfurter ring e.V. Frankfurt/Main, Oeder Weg 43
Brita C. Dahlberg
Ereignisse / Kulturveranstaltung protagon e.V Frankfurt am Main, Orber Str.57
freunde und förderer freier theaterAKTion
Ereignisse / Kongress Wormser Tagungszentrum Worms, Rathenaustr. 11
Ereignisse / Varieté Varieté-Theater PEGASUS Bensheim, Platanenallee 5