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Schaubühne am Lehniner Platz

Die Schaubühne wurde 1962 gegründet und steht für ein modernes, zeitgenössisches Theater, das in internationalen Zusammenhängen arbeitet. Der Spielplan ist geprägt von einem kritisch-analytischen, oft politischen Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und umfasst Klassiker ebenso wie zeitgenössische Stücke. Seit 1999 wird die Schaubühne von Thomas Ostermeier künstlerisch geleitet. Pro Spielzeit bringt die Schaubühne mindestens zehn neue Produktionen zur Premiere und spielt bis zu 100 Vorstellungen auf Gastspielen fast ausschließlich im Ausland; das Repertoire besteht aus mehr als dreißig Produktionen. Zum herausragenden Ensemble gehören auch Filmstars wie Lars Eidinger, Jörg Hartmann, Ursina Lardi und Mark Waschke.

(Foto: © Gianmarco Bresadola)

Kontakt

Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
D-10709 Berlin

Telefon: +49.30.890023
Fax: +49.30.89002-295 300
E-Mail: ticket@schaubuehne.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Schaubühne am Lehniner Platz

Theater

Peer Gynt

von Henrik Ibsen

Ein Taten-Drang-Drama von John Bock und Lars Eidinger

»Alle Dramen von Henrik Ibsen beweisen im Abstand von eineinhalb Jahrhunderten eine unglaubliche Modernität und womöglich in unseren Tagen eine zugreifende Aktualität. Was er in der Gestalt des Peer Gynt schildert, ist ein Seelendrama - ein Ulysses aus dem 20. Jahrhundert zurückversetzt ins 19. Jahrhundert, um bei uns anzukommen im 21. Jahrhundert. Ist eine Staffage von Bildmotiven, von hohem expressiven und zugleich symbolistischem Wert. Der Symbolismus dient einer Psychologie, die dabei ist, sich selbst verstehen zu wollen, aber von meisterhafter Brillanz in der Dramaturgie den Zuschauer oder den Hörer auffordert, sich selbst zu erkennen. Symbolismus als Mittel der Psychologie ist im 19. Jahrhundert nicht unüblich. Alles darin ist symbolisch: Das Äußere ist das Innere und das Innere ist das Äußere. Und in diesem Wechselspiel entsteht ein Weg, ein Traumpfad, sich selbst zu begreifen. Begleitet von Gedanken, die bis zum Äußersten gehen. In einer Kaskade von Träumen, die die Seele bezwingen und denen das Ich der eigenen Person wie ausgeliefert, wie willenlos gegenübersteht. Die ganze Spannung liegt im ersten Satz schon: als Aase, Peers Mutter, ihn wie verklagend, abwehrend – man weiß nicht, wie man es spielen soll –, zum Teil auch halb lächelnd und begreifend anredet mit »Du lügst!«. Und was ist nun Lüge? Ein Gewebe aus Hilflosigkeit, aus Größenwahn, aus Verführung, aus Machtwille. Geboren aus Ohnmacht. Das alles spielt in den ersten zwei Worten »Du lügst!«. Dabei erzählt Peer seiner Mutter eine fantastische Jagdgeschichte, die im Gebirge spielt. Er will ihr großer Junge sein. Er will unterhaltsam sein, er will geliebt werden, eigentlich möchte er gemocht sein. Und ein Grundthema des Peer Gynt ist das abgelehnt sein. »Könnt ich ihnen doch«, sagt Peer mal, »mit Schlächterhänden die Missachtung aus der Brust reißen«. Man nimmt ihn nicht ernst, wie soll man – er ist das Kind eines Säufers. Und seine Mutter Aase, kleinwüchsig und hilflos, verwöhnt ihn über das Maß. Bekrittelt ihn zugleich aber. Umarmt ihn und verstößt ihn. Immer im Wechsel. Eine ganz ambivalente Liebe. Eine Zuneigung aber, die Peer braucht und die ihn hindert, ein Erwachsener zu sein. Er ist der kleine Junge und will der große Junge sein. Er will behütet sein bei seiner Mutter und er will gleichzeitig seine Freiheit. Und in diesem Widerspruch findet er sich eigentlich bis zum Ende des Dramas nicht zurecht.«

Eugen Drewermann


Die Arbeiten des Aktionskünstlers John Bock sind schwer einzuordnen, sie überschreiten Grenzen und starre Kategorien. Seine Kunst ist eine Mischung aus Performance, Installationskunst, Skulptur, Slapstick und Film. Zusammen mit Lars Eidinger wird er »Peer Gynt« als interdisziplinäres Projekt zwischen Theater, Bildender Kunst und Performance realisieren. Ibsens Text bildet dabei den Ausgangspunkt zu einer Untersuchung moderner Identität zwischen Theaterbühne und Internet, Figur und Schauspieler, Herkunft und Selbstentwurf, Filterblase und Realität.

>>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Mit Wandel spielen. Lars Eidingers und John Bocks »Peer Gynt«

Leitung: John Bock, Lars Eidinger
Bühne und Kostüme: John Bock
Dramaturgie: Christian Tschirner
Video: Miles Chalcraft
Musik: Andreas »Stickle« Janetschko
Licht: Erich Schneider

Mit: Lars Eidinger

Gastspiele
Montpellier (Mai 2020)
Recklinghausen (Juni 2020)

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, dem Théâtre de Liège und dem Festival Printemps des Comédiens Montpellier.

Achtung: Die Vorstellung enthält pornografisches Bildmaterial.

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Theater

Die Affen

von Marius von Mayenburg

Uraufführung

Was, wenn die Evolution in eine Sackgasse geraten wäre? Wenn es an der Zeit wäre, umzukehren? Rupp hat den Glauben an die Menschheit verloren. Er schert aus und legt den Rückwärtsgang ein. Vor den Augen seiner Mitmenschen entwickelt er sich zurück. Seine Familie versucht noch, ihn zu überzeugen, das Fell, das ihm wächst, zu rasieren oder wenigstens unter Kleidung zu verstecken. Aber auch seine Sprache verändert sich, sein Verhalten nimmt immer animalischere Züge an, er krümmt sich, verliert den aufrechten Gang und schwingt sich am Straßenrand von Baum zu Baum. Gleichzeitig wird auch die triebhafte Gefühlswelt des Menschen-Affen für seine Mitmenschen immer mehr zur Belastung. Kümmern sich zunächst noch Ärzte um ihn, wird er zunehmend zu einem Fall für die Biologie und schließlich zum zoologischen Phänomen. Man will ihn heilen, ihn verstehen, töten, retten, analysieren, sich mit ihm fotografieren, ihn befreien, ins Weltall schießen und nach seinem Tod ausstopfen. Aber sein radikaler Ansatz der menschlichen Selbstabschaffung bleibt kein Einzelfall. Es häufen sich die Anzeichen, dass andere Menschen seinem Beispiel folgen, sie klettern von den Fassaden, sitzen auf den Autodächern und plündern in Horden die Supermärkte. Die urbane Infrastruktur droht zusammenzubrechen. Rupp hat keine Revolution vom Zaun gebrochen – es ist eine Devolution, die Umkehr der Evolution, und der Rest der Menschheit muss reagieren, bevor es zu spät ist.

Der Autor und Regisseur Marius von Mayenburg, der an der Schaubühne zuletzt »status quo« von Maja Zade und seine eigenen Stücke »Peng« und »Stück Plastik« inszenierte, sucht in seiner neuen Komödie nach tierischen Wegen aus menschlichen Krisen.

Regie: Marius von Mayenburg
Bühne und Video: Sébastien Dupouey
Kostüme: Anneke Goertz
Musik: Oliver Urbanski
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider

Mit: Robert Beyer, Jenny König, Genija Rykova, Mark Waschke

Die Produktion wird im Rahmen des Festival Internationale Neue Dramatik aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, gefördert.

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Theater

status quo

von Maja Zade

Der junge, hübsche Flo steigt als Makler in ein Immobilienbüro ein. Der Verkauf der Wohnungen und der Kontakt mit den Kundinnen macht ihm Spaß, aber die Maklerkolleginnen sind ein eingespieltes Frauenteam, die es dem männlichen Neuankömmling nicht einfach machen, ganz zu schweigen von dem einzig anderen männlichen Angestellten, dem feschen Bürosekretär Manni, der Flo als Konkurrenz zu sehen scheint …
Der junge, hübsche Flo bekommt eine Stelle als Drogeriefachkraft in der Ausbildung, aber seine anfängliche Freude darüber, dass er den Job ergattert hat, sowie sein Interesse am vielfältigen Produktsortiment werden bald getrübt vom Verhalten der übergewichtigen, selbstgefälligen Filialleiterin Daniela, die ihn zur »Chefinnensache« erklärt und keine Grenzen anerkennt …
Der junge, hübsche Flo spricht halbnackt klassische Monologe an einem Theater vor und wird als Anfänger engagiert. Er ist fasziniert von der charismatisch-autoritären Intendantin Bettina, und zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine überaus intensive Arbeitsbeziehung, in der künstlerisches Interesse nahtlos in sexuelles übergeht … Die drei jungen, hübschen Flos sind alle Berufsanfänger und alle heißen eigentlich Florian, doch in einer Gesellschaft, in der die Frauen das Sagen haben, wird jeder Florian zum Flo.

»status quo« zeigt die Welt, wie sie ist, bloß spiegelverkehrt: Das Objekt der Begierde und der Diskriminierung – im Beruflichen wie im Häuslichen – ist der Mann. Die Umkehrung der realen Machtverhältnisse lässt die Mechanismen der Ungleichheit in einer ebenso bissigen wie komischen Satire in aller Schärfe hervortreten. Die Leidenswege der drei Flos machen die Absurdität eines Machtgefälles sichtbar, an das man sich so sehr gewöhnt hat, dass man es für normal hält.

Maja Zade ist Autorin und Dramaturgin an der Schaubühne. Sie arbeitet auch als Übersetzerin, unter anderem von Marius von Mayenburgs Stücken ins Englische. »status quo« ist das erste Stück, das von ihr an der Schaubühne inszeniert wird, im April folgt »abgrund«.

>>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: »status quo« als Spiegel der Ungerechtigkeit (und des Patriarchats im Theater)

Von: Maja Zade
Regie: Marius von Mayenburg
Bühne: Magda Willi
Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Jacob Suske
Dramaturgie: Maja Zade
Licht: Erich Schneider

Mit: Jule Böwe, Moritz Gottwald, Carolin Haupt, Jenny König, Lukas Turtur

Dauer: ca. 130 Minuten

Premiere war am 18. Januar 2019

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Bewertungen & Erfahrungsberichte status quo

Theater

März

nach dem Roman von Heinar Kipphardt
in einer Fassung von David Stöhr

Alexander März lebt seit Jahren in einer psychiatrischen Klinik. Diagnose: Schizophrenie. Dem jungen Arzt Kofler gelingt es, in behutsamer Annäherung mit ihm in Kontakt zu kommen und ihn zum Schreiben zu ermuntern. März wird Dichter. Er verliebt sich in die Mitpatientin Hanna und beide wagen gemeinsam den Ausbruch. Hanna wird schwanger und stürzt in eine Krise. Das Paar kehrt in die Anstalt zurück. Die beiden werden getrennt, ihr gemeinsames Kind nimmt man ihnen weg. März beharrt auf seiner »Verrücktheit«, verweigert sich dem Funktionieren in Familie, Schule und Fabrik, der Anpassung an die »Wettbewerbsfolter«. Am Ende setzt er sich in Christuspose auf einem benzingetränkten Holunderbusch selbst in Flammen.

Der Dramatiker Heinar Kipphardt wurde in den 1960er Jahren durch seinen Welterfolg »In der Sache J. Robert Oppenheimer« zu einem der Wegbereiter des Dokumentarischen Theaters. Angeregt vom Werk des schizophrenen Dichters Ernst Herbeck und von den Berichten des ihn betreuenden Psychiaters Leo Navratil beschäftigt sich Kipphardt in den 1970er Jahren intensiv mit dem Weltblick eines »Verrückten«, eines dichtenden Schizophrenen, aber auch mit der menschlichen Verelendung in psychiatrischen Einrichtungen. Es entstehen ein Fernsehfilm, ein Roman und ein Theaterstück. Mit der Figur des März entwirft Kipphardt, der selbst einige Jahre als Arzt in der psychiatrischen Abteilung der Berliner Charité gearbeitet hat, das Bild eines hoch sensiblen, verletzlichen Menschen, der unser Verständnis von gesellschaftlicher Normalität radikal in Frage stellt.

Nach einem Regiestudium am Wiener Max Reinhardt Seminar hat David Stöhr in den letzten Jahren als Assistent und Co- Regisseur mit Thomas Ostermeier zusammengearbeitet. »März« ist seine erste Inszenierung an der Schaubühne.

Regie: David Stöhr
Bühne und Kostüme: Saskia Göldner, Holle Münster (Prinzip Gonzo)
Musik: Anton Berman
Dramaturgie: Dietmar Böck
Licht: Erich Schneider

Mit: Veronika Bachfischer, David Ruland, Konrad Singer

Dauer: ca. 100 Minuten

Premiere war am 13. Februar 2019 im Studio

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Schauspiel

Amphitryon

von Molière
Regie und Bühne: Herbert Fritsch

Aus dem Französischen von Arthur Luther

»Wer bin ich? Ich muss doch schließlich auch was sein.«
Stellen Sie sich vor, Sie begegnen sich selbst. Sie kehren heim, wollen eigentlich nur vom Sieg Ihres Herrn über die Athener berichten und werden von jemandem, der behauptet, Sie selbst zu sein, brüsk vor die Tür gesetzt. Stellen Sie sich weiter vor, Sie kommen nach Hause und müssen feststellen, dass Sie betrogen worden sind: Jemand hat Ihre Gestalt angenommen und die Nacht mit dem Menschen verbracht, den Sie lieben. Malen Sie sich aus, diese andere Version von Ihnen wäre eine göttliche Version Ihres Selbst und alle hielten diese für das Original und Sie selbst nur für die schlechtere Kopie. Stellen Sie sich vor, niemand wäre sich mehr sicher, wer Sie sind. Vor allem Sie selbst nicht. Die Identitätskrise wäre perfekt. Und Sie mitten drin.

»Amphitryon«, 1668 in Paris uraufgeführt, ist das einzige Stück Molières, in dem er sich einer Geschichte der antiken Mythologie bedient. Die bitterböse Komödie, in welcher der Gott Jupiter in die Rolle des thebanischen Feldherren Amphitryon schlüpft, um in dessen Abwesenheit seine Ehefrau Alkmene zu verführen, ist ein raffiniertes Spiel um Schein und Sein und tragische Reflexion existentieller Verunsicherung. Ein gefundener Stoff für Herbert Fritsch, der sich in seiner vierten Inszenierung an der Schaubühne mitten hineinwirft in das Durcheinander der Identitäten: Was, wenn wir nicht so unverwechselbar wären, wie wir meinen?

Regie und Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Musik: Ingo Günther
Dramaturgie: Bettina Ehrlich
Licht: Erich Schneider

Mit: Florian Anderer, Werner Eng, Annika Meier, Joachim Meyerhoff, Bastian Reiber, Carol Schuler, Axel Wandtke
Musiker_innen: Ingo Günther, Taiko Saito

Dauer: ca. 105 Minuten

Premiere war am 13. Oktober 2019

(Foto: © Thomas Aurin)

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Schauspiel

Die Anderen

von Anne-Cécile Vandalem
Regie: Anne-Cécile Vandalem

Uraufführung

Aus dem Französischen von Uli Menke

Ein kleines, abgelegenes Dorf irgendwo mitten in Europa, an einem verregneten, düsteren Herbstabend. Es regnet oft, eigentlich ununterbrochen, seit Monaten schon. Alda V., die zusammen mit ihrem Mann René das Hotel »Zum Alten Kontinent « betreibt, fährt einen Jungen auf der Landstraße an, nachdem sie von einer Besprechung mit dem Dorfobersten zurückkommt – zu allem Überfluss schwer angetrunken, denn bei der Besprechung gab es reichlich Schnaps. Der Junge ist auf der Flucht und möchte bloß schnell weiterziehen, allerdings ist er verletzt und kann nicht ins Krankenhaus gebracht werden, ohne dass Alda auffliegen würde. Also wird er im Dorf verarztet und im Hotel versteckt. Schon bald werden die anderen Dorfbewohnerinnen und -bewohner neugierig und argwöhnisch, richten sich Ressentiments, erotische Sehnsüchte, Forderungen und Rachefantasien auf den Fremden. Der Fremde gerät ins Spiel verschiedenster widersprüchlicher Interessen. Außerdem wirft das Leben im Dorf für ihn Fragen auf: Warum leben dort keine Kinder? Nach welchen Regeln leben die wenigen Menschen hier zusammen? Warum sind alle so merkwürdig misstrauisch? Er kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur.

Anne-Cécile Vandalem ist Schauspielerin, Regisseurin und Autorin. Mit ihrer Kompanie »Das Fräulein« entwickelt sie eigene Geschichten, in denen sich Tragik, Groteske und skurriler Humor zu einem ganz eigenen Genre verbinden. Ihre beiden letzten Inszenierungen »Tristesses« und »Arctique« waren beim FIND an der Schaubühne zu sehen. »Die Anderen« ist ihre erste Arbeit mit dem Ensemble der Schaubühne. Vandalem entwirft eine aberwitzige, tragikomisch-düstere Parabel über das Fremdsein, das Leben mit ungelösten Fragen, tiefsitzende Traumata und verdrängte Schuldgefühle – und das nie ohne hintersinnigen, schwarzen Humor.

Regie: Anne-Cécile Vandalem
Bühne: Karolien de Schepper, Christophe Engels (Ruimtevaarders)
Kostüme: Laurence Hermant
Bildgestaltung: Federico d’Ambrosio
Video: Guillaume Cailleau
Musik: Pierre Kissling
Dramaturgie: Nils Haarmann
Licht: Erich Schneider

Mit: Bernardo Arias Porras, Veronika Bachfischer, Jule Böwe, Stephanie Eidt, Felix Römer, Ruth Rosenfeld, David Ruland, Kay Bartholomäus Schulze
Kamera, Camera: Florian Baumgarten, Moritz von Dungern

Koproduktion mit Das Fräulein (Kompanie), Brüssel, Théâtre de Liège, Lüttich, Kroatisches Nationaltheater Zagreb und Théâtres de la Ville de Luxembourg. In Kooperation mit dem europäischen Theaternetzwerk PROSPERO.

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Theater

Der kaukasische Kreidekreis

von Bertolt Brecht

Wer hat ein Anrecht auf die Welt? Brechts Parabel über die Frage ob »da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind« erzählt mit den Mitteln des epischen Theaters eine Geschichte über Verantwortung, Menschlichkeit und einen utopisch vernünftigen Umgang mit Eigentum. Rebellion in Grusinien: Die Fürsten putschen gegen den Großfürsten und seine Gouverneure. Der mächtige und reiche Gouverneur A. wird hingerichtet. Seine Witwe kann entkommen. Sie hat eilig einige Besitztümer zusammengerafft, darüber allerdings ihren neugeborenen Sohn vergessen – auf den bereits ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Doch die Magd Grusche hat Mitleid mit dem Baby. Sie gibt es als ihr eigenes aus und flieht mit ihm in die Berge, gehetzt von den sie verfolgenden Soldaten. Grusche verteidigt den kleinen Jungen Michel, bringt ihn durch die Gefahren und Wirren des Krieges, beschützt ihn vor allen Widrigkeiten und heiratet schließlich sogar einen sterbenskranken Bauern, um das Kind zu legitimieren. Längst hat sie Michel an Kindes statt angenommen, sorgt für ihn, zieht ihn auf wie den eigenen Sohn. Doch plötzlich ist der Krieg vorbei. Der Bauer steht kerngesund vom Sterbebett auf, der Großfürst kehrt zurück und mit ihm auch die Witwe des Gouverneurs. Sie fordert nun ihren Sohn als Erben all ihrer Besitztümer zurück. Wem gehört das Kind? Steht biologische Elternschaft über sozialer? Azdak, ein meist betrunkener Dorfschreiber mit einem Herz für die Armen, der in den Zeiten der Anarchie und des Chaos auf den Richterstuhl gelangte, muss nun das Urteil fällen: Im Kreidekreis entscheidet sich, wer die wahre Mutter ist.

Peter Kleinert inszeniert regelmäßig an der Schaubühne mit Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und hat dort schon Brechts »Die Heilige Johanna der Schlachthöfe «, »Die Mutter« und »Der gute Mensch von Sezuan« spielerisch auf ihre Gegenwärtigkeit erkundet. Zusammen mit Studierenden des dritten Schauspiel-Studienjahrs nimmt er sich in der kommenden Spielzeit Brechts 1944/45 im Exil entstandenes Stück vor.

Von: Bertolt Brecht
Regie: Peter Kleinert
Bühne: Céline Demars
Kostüme: Arianna Fantin
Musik: Hans-Jürgen Osmers
Dramaturgie: Nils Haarmann, Marcus Peter Tesch

Mit: Max Haase, Janek Maudrich, Johannes Scheidweiler, Philine Schmölzer, Lotte Schubert, Malaya Stern Takeda, Luise Emilie Tschersich, Alexander Wertmann

Dauer: ca. 130 Minuten
Premiere war am 12. Dezember 2019 im Studio

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Der kaukasische Kreidekreis

Schaubühne am Lehniner Platz

Die Schaubühne wurde 1962 gegründet und steht für ein modernes, zeitgenössisches Theater, das in internationalen Zusammenhängen arbeitet. Der Spielplan ist geprägt von einem kritisch-analytischen, oft politischen Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und umfasst Klassiker ebenso wie zeitgenössische Stücke. Seit 1999 wird die Schaubühne von Thomas Ostermeier künstlerisch geleitet. Pro Spielzeit bringt die Schaubühne mindestens zehn neue Produktionen zur Premiere und spielt bis zu 100 Vorstellungen auf Gastspielen fast ausschließlich im Ausland; das Repertoire besteht aus mehr als dreißig Produktionen. Zum herausragenden Ensemble gehören auch Filmstars wie Lars Eidinger, Jörg Hartmann, Ursina Lardi und Mark Waschke.

(Foto: © Gianmarco Bresadola)

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Schaubühne am Lehniner Platz

Aufführungen / Oper Komische Oper Berlin Berlin, Behrenstraße 55-57
Aufführungen / Theater Deutsches Theater Berlin Berlin, Schumannstraße 13a
Aufführungen / Show Friedrichstadt-Palast Berlin Berlin, Friedrichstraße 107
Aufführungen / Theater Volksbühne Berlin Berlin, Linienstraße 227
Aufführungen / Kabarett Die Wühlmäuse Berlin Berlin, Pommernallee 2-4
Aufführungen / Theater Maxim Gorki Theater Berlin Berlin, Am Festungsgraben 2
Aufführungen / Cabaret Bar jeder Vernunft Berlin Berlin, Schaperstr. 24
Aufführungen / Theater HAU Hebbel am Ufer Berlin Berlin, Stresemannstr. 29
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin Berlin, Am Festungsgraben 1
Aufführungen / Theater Sophiensaele Berlin, Sophienstr. 18
Aufführungen / Theater Improtheater Paternoster Berlin Berlin, Voßbergstraße 3
Aufführungen / Oper Deutsche Oper Berlin Berlin, Bismarckstr. 35
Aufführungen / Aufführung Theater des Westens
Mi, 26.2.2020, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Schloß Britz / Kulturstall
Do, 27.2.2020, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Schloß Britz / Kulturstall
Fr, 28.2.2020, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Theater Nikolassee
Sa, 29.2.2020, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater Berlin, Bismarckstraße 110
Aufführungen / Theater Renaissance-Theater Berlin Berlin, Knesebeckstraße 100
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131-133
Aufführungen / Theater Tribühne Berlin Berlin, Otto-Suhr-Allee 18
Aufführungen / Theater Berliner Kriminal Theater Berlin, Palisadenstrasse 48
Aufführungen / Theater Theater- und Konzertstätte Jüterbog Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4
Aufführungen / Theater Theater Poetenpack Potsdam Potsdam, Lennéstr. 37
Aufführungen / Theater theater DIE BOTEN Berlin, Schottstraße 6
Aufführungen / Kabarett Berliner Kabarett Klimperkasten Berlin, Thuyring 63
Aufführungen / Theater Podewil Berlin, Klosterstr. 68-70
Aufführungen / Theater Kleines Theater Berlin Berlin, Südwestkorso 64
Aufführungen / Theater Theatersport Berlin Berlin, Bürgerheimstr. 8
Aufführungen / Theater Theater Lichterfelde Berlin, Drakestr. 49
Aufführungen / Theater Teatr Studio am Salzufer Berlin, Salzufer 13/14
Aufführungen / Theater BühnenRausch Berlin, Erich-Weinert-Straße 27
Aufführungen / Kabarett Kabarett Kartoon Berlin, Kochstraße 50
Aufführungen / Theater "Die Gorillas" Ratibortheater Berlin, Cuvrystrasse 20
Aufführungen / Theater Theaterdiscounter Berlin, Monbijoustr. 1
Aufführungen / Theater Cafe Theater Schalotte Berlin, Behaimstraße 22
Aufführungen / Kulturveranstaltung Glaskasten Ballsaal Berlin, Prinzenallee 33
Aufführungen / Theater BKA-Theater Berliner Kabarett Anstalt Berlin, Mehringdamm 34
Aufführungen / Theater Theater Mirakulum - Puppenkomödie Berlin Berlin, Brunnenstraße 35
Aufführungen / Theater Theater Morgenstern Stahnsdorf, Rotkehlchenweg 35
Aufführungen / Theater Theater o.N. (Zinnober) Berlin, Kollwitzstr. 53
Aufführungen / Theater Theater TRANSIT Berlin, Boxhagener Str. 99
Aufführungen / Theater Wintergarten Berlin Berlin, Potsdamer Straße 96
Aufführungen / Theater Chamäleon Theater Berlin, Rosenthaler Str. 40/41
Aufführungen / Oper Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Aufführungen / Theater Theater Thikwa Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater English Theatre Berlin Berlin, Fidicinstr. 40
Aufführungen / Theater Stage Theater Am Potsdamer Platz Berlin, Marlene-Dietrich-Platz 1
Aufführungen / Theater Zimmertheater Steglitz Berlin, Bornstr. 17
Aufführungen / Theater Theater der Migranten Reuterkiez Theater Berlin, Bürknerstr. 5
Aufführungen / Theater Theater Adlershof Berlin, Moriz-Seeler-Str. 1

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