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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist eine weltweit einzigartige Kulturinstitution, denn es ist ein Ort, der die originären Aufgaben des Museums erweitert.

Es ist ein Haus aller Medien und Gattungen, ein Haus sowohl der raumbasierten Künste wie Malerei, Fotografie und Skulptur als auch der zeitbasierten Künste wie Film, Video, Medienkunst, Musik, Tanz, Theater und Performance. Das ZKM wurde 1989 mit der Mission gegründet, die klassischen Künste ins digitale Zeitalter fortzuschreiben. Deshalb wird es gelegentlich auch das »elektronische bzw. digitale Bauhaus« genannt – ein Ausdruck, der auf den Gründungsdirektor Heinrich Klotz zurückgeführt wird.

In seiner Arbeit vereinigt das ZKM Forschung und Produktion, Ausstellungen und Aufführungen, Sammlung und Archive, Vermittlung und Veranstaltungen. Durch interdisziplinäre Verbindungen dieser Arbeitsfelder kann das ZKM als agile Organisation die Entwicklung der Kunst und Medien des 20. und 21. Jahrhunderts präsentieren wie produzieren.

Symposien und andere Formate theoretischer Diskurse zwischen Kunst, Philosophie, Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Politik ergänzen das Programm des ZKM, um die Auswirkungen von Medialisierung, Digitalisierung und Globalisierung auf die Gesellschaft zu untersuchen.

(Foto: © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe / ARTIS Uli Deck)

Kontakt

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Lorenzstraße 19
D-76135 Karlsruhe

Telefon: +49 (0) 721 - 8100-0
E-Mail: info@zkm.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

1 Ausstellung

Critical Zones

Horizonte einer neuen Erdpolitik

Lange blieben die Reaktionen der Erde auf unser menschliches Handeln unbeachtet, doch spätestens mit der Protestbewegung Fridays for Future ist die Klimakrise in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Gedankenausstellung »CRITICAL ZONES« lädt dazu ein, sich mit der KRITISCHEN Lage der Erde auf vielfältige Art und Weise zu befassen und neue Modi des Zusammenlebens zwischen allen Lebensformen zu erkunden.

Mittlerweile ist sich jede/r der existentiellen Bedrohung unserer (gemeinsamen) Lebensbedingungen auf dem Planeten Erde bewusst, doch nur sehr wenige besitzen eine Vorstellung davon, wie sie mit dieser neuen KRITISCHEN Situation umgehen sollen. Die BürgerInnen vieler entwickelter Länder wirken desorientiert; fast so, als würde man von ihnen verlangen, auf einem neuen Terroir – einer neuen Erde – zu landen, deren Reaktionen auf ihr Wirken sie lange ignoriert haben.

Die Erde als Netz aus KRITISCHEN ZONEN
Wir möchten folgende Hypothese aufstellen: Der beste Weg zur Kartierung dieser neuen Erde besteht darin, sie als ein Netz von KRITISCHEN ZONEN zu betrachten. Von verschiedensten Lebensformen im Laufe der Zeit erschaffen, bilden diese KRITISCHEN ZONEN eine nur wenige Kilometer dünne Oberfläche. Jene Lebensformen hatten die ursprüngliche Geologie der Erde völlig verändert, bevor die Menschheit sie in den letzten Jahrhunderten noch einmal verwandelte.

Im Laufe der Jahre haben WissenschaftlerInnen zahlreiche OBSERVATORIEN zur Untersuchung dieser KRITISCHEN ZONEN eingerichtet. Sie haben uns die komplexe Zusammensetzung und die extreme Zerbrechlichkeit dieser dünnen Haut der Erde vor Augen geführt, in der alle Lebensformen – auch die Menschen – zusammenleben müssen. Sie haben die Geowissenschaften auf vielfältige Weise erneuert, auf Wegen, die auch die Zustimmung Alexander von Humboldts gefunden hätten.

Eine neue Hinwendung zum IRDISCHEN
Zunehmend erkennen WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen, AktivistInnen, PolitikerInnen und BürgerInnen, dass sich die Gesellschaft nicht allein an den Bedürfnissen der Menschheit orientieren darf, sondern wieder IRDISCH werden muss, wenn sie keine Bruchlandung hinlegen möchte. Das Projekt »Moderne« befindet sich seit Langem in vollem Gange, ohne Rücksicht auf die Grenzen des Planeten. Plötzlich jedoch gibt es eine allgemeine Hinwendung zur Erde und eine neue Aufmerksamkeit dafür, wie Lebewesen sie bewohnen könnten. In der POLITIK geht es nicht mehr nur darum, dass Menschen allein und ausschließlich für sich selbst Entscheidungen treffen, vielmehr ist POLITIK zu einem wesentlich komplexeren Unterfangen geworden. Neue Formen der Bürgerschaft und neue Arten der Aufmerksamkeit und Fürsorge für Lebensformen sind notwendig, um einen gemeinsamen Grund zu schaffen.

Die Ausstellung als OBSERVATORIUM DER KRITISCHEN ZONEN
Über einen Zeitraum von mehreren Monaten veranstaltet das ZKM eine Ausstellung, die im kleinen Maßstab das Modell einer neuen Räumlichkeit sowie die Vielfalt der Beziehungen zwischen den dort lebenden Lebensformen simuliert. Sie dient als OBSERVATORIUM DER KRITISCHEN ZONEN, in dem sich die BesucherInnen mit der neuen Situation vertraut machen können. Diese besondere Kombination aus Gedankenexperiment und Ausstellung wurde von Bruno Latour und Peter Weibel im Rahmen ihrer bisherigen Zusammenarbeit am ZKM entwickelt. »Iconoclash« im Jahr 2002, »Making Things Public« im Jahr 2005 und »Reset Modernity!« im Jahr 2016 bilden die drei vorherigen »Gedankenausstellungen«, die sich aus ihrer intensiven, inzwischen zwanzig Jahre währenden Arbeitsbeziehung ergaben.

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© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Gestaltung: Demian Bern Die Sammlung des ZKM
Ausstellung

Writing the History of the Future

Die Sammlung des ZKM

In einer außergewöhnlichen Zusammenstellung präsentiert das ZKM die Hauptwerke seiner weltweit einzigartigen Medienkunstsammlung.

Das 20. Jahrhundert erlebte eine radikale Transformation des Bildes durch die apparativen Medien. Beginnend mit dem Skandal der Fotografie, der darin bestand, dass Bilder sich quasi selbst herstellen, haben die Medien den »Gesamtcharakter der Kunst verändert« (Walter Benjamin). Fotografie, Film, Fernsehen, Video, Computer und Internet haben das Verhältnis von Künstler, Werk und Betrachter sowie unsere Vorstellung des Schöpferischen neu bestimmt. Die Ausstellung »Writing the History of the Future« macht beispielhaft den Wandel der Kunst angesichts der sich verändernden apparativen Produktions-, Rezeptions- und Distributionstechnologien deutlich. Sie zeigt auch, wie KünstlerInnen mediale und soziale Praktiken vorwegnehmen, die erst Jahre später für die gesamte Gesellschaft selbstverständlich werden. Sie schreiben, wie der Titel der Ausstellung sagt, die Geschichte der Zukunft.

Eine neue Geschichte der Kunst

Das 30-jährige Bestehen des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ist der Anlass, mit seiner Sammlung, die als eine der wichtigsten Medienkunstsammlungen der Welt gilt, die Geschichte der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert neu zu erzählen. Die Ausstellung zeigt mit über 500 Objekten erstmals die Vielfalt der Künste im medialen Wandel. Sie umfasst Fotografie, Grafik, Malerei und Skulptur ebenso wie computerbasierte Werke, Film, Holografie, Kinetische Kunst, Op-Art, Sound Art, visuelle Poesie und Videokunst.

Durch die alle Gattungen und Medien übergreifende Perspektive eröffnet die Ausstellung auf über 6.000 qm einen neuen Blick auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Diese Epoche rasanten technologischen Wandels durch elektronische und digitale Informations- und Kommunikationstechnologien leitete eine nie gekannte Demokratisierung von Kunst und Kultur ein. »Writing the History of the Future« macht nachvollziehbar, wie das Versprechen der Fotografie, die Abbildung der Welt zu individualisieren, in den 1960er-Jahren von den AktivistInnen der Videokunst nochmals eingelöst wurde. Mit der plötzlich verfügbaren Videotechnik bildeten sie Welten ab, die weder im Fernsehen noch von der Filmindustrie gezeigt wurden und entwickelten eine Ästhetik, die noch heute unsere visuelle Kultur beeinflusst. Mit der Verbreitung der Computertechnik in den 1950er-Jahren wandelte sich unsere Vorstellung des Schöpferischen, begann die Automatisierung und Algorithmisierung der Künste. Der zeichenverarbeitende Apparat provozierte Diskussionen wie sie heute im Hinblick auf die Künstliche Intelligenz aufs Neue geführt werden. Elektronische Medien veränderten auch die Wahrnehmung und die Erzeugung des Klangs im 20. Jahrhunderts. Bisher illegitime Klänge und Geräusche wurden zu einem Medium der bildenden Kunst, zur Sound Art.

Die Ermächtigung des Betrachters: Der Weg zu den partizipativen Künsten

Die Ausstellung macht deutlich, wie grundlegend Apparate das Verhältnis zum Kunstwerk verändert haben – sowohl im Hinblick auf die Produktion als auch auf die Rezeption. Die Erzeugung von Kunst konzentriert sich nicht mehr allein auf das Subjekt des Künstlers bzw. der Künstlerin, sondern inkludiert diverse Aktanten, seien es Apparate oder Menschen. Durch die Entwicklung der partizipativen, interaktiven und performativen Künste, von bewegten Bildern zu den bewegten BetrachterInnen, entstehen seit den 1960er-Jahren »offene Werke«, welche die BesucherInnen einer Ausstellung nicht allein zum Betrachten, sondern zum Handeln auffordern.

Die Sammlungspräsentation, für die aus 9.500 Werken ausgewählt wurde, zeichnet sich durch ihre gattungsüberschreitende Inszenierung aus. Sie zeigt den Wandel der Gattung Porträt, der Darstellung des Körpers, des Landschaftsbildes und der Architektur vom Gemälde zur interaktiven Computerinstallation. Sie zeigt die Aktualisierung des Urmedium Schrifts sowie der Kunst als Format des kollektiven und individuellen Gedächtnisses unter den Bedingungen der Informationstechnologie. Die Ausstellung präsentiert somit eine Kunst radikaler Zeitgenossenschaft, d.h. eine Kunst, in der KünstlerInnen die Gegenwart mit den technischen Medien ihrer Zeit reflektieren. Sie bietet eine einmalige Gelegenheit, mit zum Teil raumgreifenden Installationen und zahlreichen Inkunablen der Medienkunst, einen umfassenden Überblick über die eigentliche Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert jenseits von Malerei und Skulptur zu gewinnen.

Die Ausstellung als Erlebnis- und Denkraum

»Writing the History of the Future« ist nicht allein eine Sammlung von Objekten, sondern auch eine Versammlung von Subjekten. Lounges laden ein, sich zusammenzusetzen und über das Gesehene mit Freunden und Familie auszutauschen, im Ackerspace treffen sich Interessierte zu Workshops und Seminaren. Im BÄM-Lab, dem Maker-Space des ZKM wird gemeinsam experimentiert.

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Ausstellung

zkm_gameplay. the next level

»zkm_gameplay. the next level« ist die Computerspielplattform des ZKM. Sie lädt zum informativen und kreativen Austausch ein – und natürlich zum Spielen. Die Ausstellung richtet sich an GamerInnen jeden Alters, aber auch an BesucherInnen, die bislang kaum Erfahrung mit Computerspielen haben.



Medium der digitalen Gesellschaft

Dass das Computerspiel sich zu einem Leitmedium entwickelt hat, ist heute keine gewagte These mehr. Der gesellschaftliche und ästhetische Stellenwert des interaktiven und multimedialen Mediums ist nicht mehr zu übersehen. Das Computerspiel hat sich von seinen Ursprüngen als Laborexperiment und Spielzeug gelöst und ist »das« Medium der digitalen Gesellschaft geworden, zwischen Pop-Kultur, Unterhaltung und Kunst.

Mit der Eröffnung der Ausstellung »Die Welt der Spiele« im Herbst 1997 war das ZKM eine der ersten Kunstinstitutionen weltweit, die der Videospielkultur eine dauerhafte öffentliche Plattform im Kunstkontext gaben. Seitdem hat das ZKM die Spielepräsentation in einer Reihe von unterschiedlichen Ausstellungen immer wieder neu gestaltet.

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© BarabásiLab
Ausstellung

BarabásiLab. Hidden Patterns

Die Ausstellung »BarabásiLab. Hidden Patterns« stellt die Tätigkeit des Physikers und Netzwerkwissenschaftlers Albert-László Barabási und seines Forschungslabors vor. Der Fokus der Ausstellung liegt hierbei auf der Entwicklung der Netzwerk-Visualisierung innerhalb der letzten 20 Jahre, die sich anhand der Projekte des BarabásiLabs ablesen lässt.

Die aktuelle Welt produziert so viele Daten pro Tag wie zuvor nicht in Jahrzehnten. Das Wissen der Welt verdoppelt sich alle zwei Jahre. Um diese Datenmenge bewältigen zu können, bedarf es einer neuen Wissenschaft: die Visualisierung von kennzeichnenden Knoten und Netzen, von Parametern und Mustern.

Das innovative und interdisziplinäre Feld der Netzwerkforschung ermöglicht die Analyse verschiedenster kultureller und sozialer Phänomene. Unsichtbare, verborgene Verbindungen und sich stets wiederholende Muster innerhalb Natur, Gesellschaft, Sprache und Kultur können somit nicht nur erforscht, sondern auch sichtbar gemacht werden. Barabásis Netzwerkansatz verspricht eine umfassende, universelle Methode, die es erlaubt, viele Phänomene mit wissenschaftlicher Präzision zu beleuchten.

Im Rahmen der Ausstellung können BesucherInnen einen umfassenden Einblick in die unter anderem sehr aktuellen Anwendungsbereiche der Netzwerkwissenschaft gewinnen. Die Netzwerkdiagramme und -strukturen werden in vielfältiger Weise und mittelst modernster Technik visualisiert, sodass die wissenschaftlichen und zugleich höchst ästhetischen Beiträge von Prints und Skizzen, über Videos bis hin zu realen und virtuellen Datenskulpturen reichen.

»BarabásiLab. Hidden Patterns« ist eine Zusammenarbeit mit dem Ludwig Museum, Budapest, wo die Ausstellung vom 10. Oktober 2020 bis zum 17. Januar 2021 gezeigt wird.

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© The Rodina
Ausstellung virtuell

Spatial Affairs. Worlding

A tér világlása

Online
Eintritt frei

Konzipiert als Teil der Ausstellung »Spatial Affairs«, präsentiert im Ludwig Museum - Museum of Contemporary Art – in Budapest, ist »Spatial Affairs. Worlding – A tér világlása« eine forschende Online-Umgebung, eine virtuelle Multi-User-Ausstellung, die von kriechenden Kunstwerken bevölkert wird, in der die Avatare der Besucher:innen mit sich bewegenden Körpern der Internetkunst und browserbasierten Projekten koexistieren.

Die Kunstwerke und Besucher:innen, die die virtuelle Welt der Ausstellung bewohnen, sind rechnerische, biologische und geologische Körper ohne Organe. Die Wände und Böden sind technische Wesen: Jede:r und alles ist aus demselben digitalen Gewebe geformt. »Spatial Affairs. Worlding – A tér világlása« wurde vom post-kritischen niederländischen Designstudio »The Rodina« entworfen und ist von Konrad Zuses Theorie des »Rechnenden Raums« (1969) inspiriert. Diese beschreibt ein Universum, das aus einer Fülle von lebenden und sich entwickelnden Automaten besteht – diskrete Computersysteme, die aus Zellen bestehen und sich zu einem großen, sich selbst reproduzierenden zellulären Automaten addieren.

Ein solches sich ständig weiterentwickelndes Ökosystem fordert die eigene Ontologie als willkürlich, performativ und prozessual, als binärcodebasierte und doch im Wesentlichen pluralistische virtuelle Umgebung. Die Grenzen zwischen Subjekt und Umgebung lösen sich auf; alle Entitäten werden zu Agenten, auch wenn sie ohne die Kraft der Materie handeln. »Worlding« bezieht sich auf einen ständigen Prozess des Aufdeckens noch unentdeckter Falten im digitalen Raum, die zu weiteren Spekulationen, Thesen, Geschichten und Spielen führen, die sich wiederum als born-digital internet-based works of art manifestieren. Die multiple, generative Räumlichkeit dieser Umgebung wird durch die organische Klanglandschaft des Künstlers Enrico Boccioletti aus sich ständig verändernden Texturen verstärkt. Diese sind aus Streuungen komponiert, die wiederum aus Aufnahmen der elektromagnetischen Strahlung von Festplatten und dem Brummen von Stimmen entstehen.

Diese Umgebung ist die Antwort von »The Rodina« auf die Fragen der Kurator:innen, wie der Inhalt einer Online-Ausstellung in ein räumliches und responsives Erlebnis verwandelt werden kann: Was, wenn Kunstwerke durch Avatare repräsentiert werden und man ihnen im virtuellen Raum begegnen kann? Was passiert, wenn die Ausstellung zum Ökosystem wird und das erzeugt, was Zuse einen »Computer-Kosmos« nennt? Konzipiert als Ausstellung und aktive Plattform, wird die virtuelle Umgebung eine Reihe von Gesprächen, Führungen und Veranstaltungen beherbergen und als Katalysator für Diskussionen rund um die von »Spatial Affairs« aufgeworfenen Fragen dienen.

»Spatial Affairs. Worlding – A tér világlása« ist eine Koproduktion von ZKM | Karlsruhe und EPFL Pavilions, Eidgenössische Technische Hochschule, Lausanne, im Rahmen des internationalen praxisorientierten Forschungsprojekts BEYOND MATTER.

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Ausstellung

Nobody's Listening

Eine immersive Ausstellung zur Aufarbeitung des vergessenen Völkermordes im Irak

»Nobody's Listening« ist eine Virtual-Reality-Erfahrung und immersive Ausstellung, die an den Genozid an der jesidischen Gemeinschaft erinnert, der von der Terrormiliz Islamischer Staat im Sommer 2014 im Nordirak begangen wurde.

Trotz der Verleihung des Friedensnobelpreises an Nadia Murad, Amal Clooneys einflussreichem Engagement und schnell umgesetzter Flüchtlingsprogramme, wie das des Landes Baden-Württemberg, ist sieben Jahre später noch wenig getan worden, um den Jesid:innen und anderen betroffenen Gemeinschaften zu helfen. Der Völkermord dauert weiterhin an: Etwa 3.000 jesidische Frauen und Kinder werden noch immer vermisst oder sind in Gefangenschaft und kein:e einzige:r ISIS-Kämpfer:in wurde für das Genozid-Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Die Ausstellung erforscht die Folgen des Völkermordes durch den ISIS und seine verheerenden Auswirkungen auf verfolgte Gemeinschaften sowie deren kulturelles Erbe durch Virtual-Reality-Technologie, Fotografie und Kunstwerke von jesidischen Künstler:innen. »Nobody's Listening« würdigt insbesondere den Mut, die Entschlossenheit und die Handlungsfähigkeit der Überlebenden und bietet ihnen einen Raum, in dem sie von Menschen weltweit gehört werden können. Gemeinsam bilden sie eine Stimme, die internationale Anerkennung und Gerechtigkeit fordert.

Die Ausstellung schafft eine immersive Umgebung, die ein stärkeres internationales Bewusstsein für die Ereignisse des Genozids von 2014 und seine zutiefst verheerenden Folgen für das jesidische Volk sowie für andere religiöse Minderheiten und deren kulturelles Erbe im Nordirak schafft. Die zukunftsorientierte Ausstellung konzentriert sich sieben Jahre nach dem Völkermord auf das, was als Nächstes geschehen muss. Sie bietet Überlebenden und Vertriebenen eine Plattform, um ihre Geschichten zu erzählen, ihre Ausdrucksformen in Malerei, Bildhauerei und Poesie zu zeigen – und sich Gehör über die noch notwendigen Maßnahmen zu verschaffen.

»Nobody's Listening« ist eine Wanderausstellung, die von Yazda und Upstream in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. und dem Institut für transkulturelle Gesundheitsforschung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg organisiert, von Easy Tiger Creative Ltd. konzipiert und produziert, vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe erstmals gezeigt und vom Staatsministerium Baden-Württemberg großzügig gefördert wird. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Sie wird am ZKM von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm und einem vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützten internationalen Symposium am 9. Dezember 2021 anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes begleitet.

Foto: © Hala, Foto: Hailey Sadler

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Ausstellung

Soun-Gui Kim: Lazy Clouds

Die Ausstellung »Soun-Gui Kim: Lazy Clouds« im ZKM | Karlsruhe ist die erste umfassende Einzelausstellung der koreanisch-französischen Künstlerin Soun-Gui Kim in Deutschland.

Ausgehend von den 1970er Jahren wird in der Präsentation ein umfassender Überblick über das Werk der Künstlerin bis zur Gegenwart gegeben, das von der Dekonstruktion der Malerei, über Fotografie bis hin zu Video und multimedialer Kunst reicht. Ihre Arbeiten zeichnen sich dabei immer wieder durch einen hohen partizipativen Charakter aus und sind von vergleichenden Studien der östlichen und westlichen Kultur und Philosophie sowie der Auseinandersetzung mit Sprache beeinflusst.

Soun-Gui Kim wurde 1946 in Buyeo, Korea, geboren. 1971 schloss sie ihr Studium im Fachbereich Kunst an der Seoul National University ab. Schon damals interessierte sie sich für die Dekonstruktion der Malerei, für großangelegte Performances und Videoarbeiten im öffentlichen Raum. Nach ihrem Studium erhielt Soun-Gui Kim ein Stipendium der französischen Regierung, das ihr ermöglichte, nach Frankreich zu kommen und dort zu arbeiten. Wenige Jahre später, 1974, übernahm sie eine Professur an der École Supérieure des Beaux-Arts in Marseille.

Im Jahr 1982 führen Soun-Gui Kims Reisen in verschiedenste Länder der Welt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Kultur und der Kunst des Ostens und Westens. Während ihres Aufenthalts in New York verkehrte sie mit renommierten Videokünstler:innen wie Nam June Paik, Ko Nakajima, Ira Schneider und Frank Gillette. Mit zunehmendem Interesse an Video und Multimedia organisierte sie die Veranstaltungsreihe »Soun-Gui Kim and Her Invitees: Video and Multimedia« (1986), an der Nam June Paik, John Cage und andere teilnahmen. Seit den späten 1980er Jahren gewinnen vor allem Fragen, die mit der Ausbreitung des globalen Kapitalismus und den strukturellen Veränderungen der Gesellschaft durch das Internet zusammenhängen, für sie an Wichtigkeit. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin auf dem Land in Frankreich nahe Paris und widmet sich dort in Einklang mit der Natur und ihrer Umgebung, ihren Kunstprojekten, die Philosophie, Kunst und Technologie miteinander vereinen.

Der Titel der Ausstellung »Soun-Gui Kim: Lazy Clouds« referiert auf ein Gedicht und einen in Frankreich veröffentlichten Gedichtband der Künstlerin. Gleichzeitig steht er allerdings auch exemplarisch für ihren persönlichen Lebensentwurf. Völlig konträr zum kapitalistisch orientierten Produktivitäts- und Leistungsregime, basiert dieser auf dem Konzept der Muße als künstlerisches, kreatives und philosophisches Prinzip. Wie die Wolken, die am Himmel vollkommen frei stets neue Formen finden, widmet sich Soun-Gui Kim ihrer Kunst, spielerisch, fernab von vorgegebenen Mustern und Formalitäten.

Foto: © Soun-Gui Kim

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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

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In seiner Arbeit vereinigt das ZKM Forschung und Produktion, Ausstellungen und Aufführungen, Sammlung und Archive, Vermittlung und Veranstaltungen. Durch interdisziplinäre Verbindungen dieser Arbeitsfelder kann das ZKM als agile Organisation die Entwicklung der Kunst und Medien des 20. und 21. Jahrhunderts präsentieren wie produzieren.

Symposien und andere Formate theoretischer Diskurse zwischen Kunst, Philosophie, Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Politik ergänzen das Programm des ZKM, um die Auswirkungen von Medialisierung, Digitalisierung und Globalisierung auf die Gesellschaft zu untersuchen.

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Ausstellungen / Museum Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Mannheim, C5
Ausstellungen / Messe Art Karlsruhe Rheinstetten, Messeallee 1
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Theater und Orchester Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Ausstellungen / Museum Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Mannheim, Zeughaus C5
Ausstellungen / Galerie GALERIE Supper Karlsruhe, Ebertstraße 14
Ausstellungen / Museum Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13
Ausstellungen / Museum Staatliche Kunsthalle Baden-Baden Baden-Baden, Lichtentaler Allee 8a
Ausstellungen / Museum Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden Baden-Baden, Lichtentaler Allee 8
Ausstellungen / Museum Kunsthalle Mannheim Mannheim, Friedrichsplatz 4
Ausstellungen / Museum Museum für Aktuelle Kunst Sammlung Hurrle Durbach Durbach, Vier Jahreszeiten - Almstr. 49

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