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Dietrich Heller - Ungebremst

Gerhard-Marcks-Haus

Wie behauptet sich eine Figur im Raum und mit welchen künstlerischen Mitteln lässt sich diese Wirkung verändern? Eine Frage, die den Bremer Bildhauer Dietrich Heller (geboren 1965) in seinen Arbeiten immer wieder aufs Neue reizt. Seine jüngste Reihe von 12 Stein-skulpturen aus Marmor, Kalkstein und Travertin ist eine Interpretation zur Malerei der Sibyllen und Propheten Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle Roms. Die dynamisch-räumliche Wirkung von Michelangelos Werken faszinierte Heller besonders und bestimmte die Arbeit an seinen eigenen Skulpturen. Hellers Grundthema ist die räumliche Tiefe der Skulptur. Durch eine leichte Neigung des Steins nach vorn und einen auf die vordere Ebene gesetzten Fluchtpunkt erhält der massive Stein eine Art „Zoom-Effekt“. Bei der gewohnten Zentralperspektive laufen die gedachten Fluchtlinien auf einen Punkt im Hintergrund zu. Bei Hellers Skulpturen ist es umgekehrt. Das erzeugt Spannung und täuscht Bewegung vor. Zur Verstärkung meißelt der Künstler die Fluchtlinien seitlich in den Stein. Bei seiner bildnerischen Absicht kalkuliert der Bildhauer stark mit der Wahrnehmung und den Sehgewohnheiten des Betrachters: Wann beginnt sich eine Form in der Betrachtung aufzulösen? Bildunterschrift: Dietrich Heller, Dichtung BildRaumBewegung XV (Libica), 2016, Kalkstein aus Österreich, Sammlung: Gerhard-Marcks-Haus, Bremen © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
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Weaving Echoes

Gerhard-Marcks-Haus

Die Ausstellung der Meisterschüler*innen der Hochschule für Künste Bremen (HfK) gibt einen facettenreichen Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion Bremens. Präsentiert werden ausnahmslos neue Werke. Die Meisterschüler*innen vertreten die gesamte Breite der Gegenwartskunst von Malerei, Keramik und Plastik bis hin zu ortsbezogenen Interventionen, Klangarbeiten sowie Raum- und Videoinstallationen. Ein besonderer Höhepunkt ist die an die Ausstellung gekoppelte Verleihung des Karin Hollweg Preises am Donnerstag, den 14. Juli um 18.30 Uhr. Mit 15.000 Euro dotiert gehört er zu den wichtigsten Kunstförderpreisen an deutschen Kunsthochschulen. Die Ausstellung im Gerhard-Marcks-Haus ist ein gemeinsames Projekt von zehn Meisterschüler*innen der HfK-Bremen und dem Museum. Die ausstellenden Künstler*innen: Aria Farajnezhad, Christian Andrés Rosales Fonseca, Yohan Koo, Elizaveta Kovalenko, Stéphane Tony Krust, Jiwoo Park, Martin Reichmann, Konstanze Spät, Nala Tessloff, Francisco Valenca Vaz. „Weaving Echoes“ steht für zwei Formen von Beziehung: Die erste ist sehr direkt und bringt (inhaltliche) Fäden zusammen. Die zweite verweist lückenhaft auf etwas, das stattgefunden hat. In der Ausstellung sind beide Beziehungen präsent, zu sehen und zu hören. Im Museumsraum verweben die Künstler*innen eigene individuelle Positionen, die sie in den letzten Jahren erarbeitet haben, mit denen der anderen und legen assoziative Verbindungen in ihre Umwelt und in die Stadt Bremen hinein. „Weaving Echoes“ spiegelt die Vielseitigkeit und auch die grundsätzlich kooperative Haltung dieser jungen Künstler*innen in Bremen wider. Bisher fanden die Meisterschüler*innen-Ausstellungen in der Weserburg – Museum für moderne Kunst statt. Künftig werden sie jedes Jahr in einem anderen Bremer Museum oder Ausstellungshaus gezeigt.
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Frieder Nake

Gerhard-Marcks-Haus

Vier brandneue Installationen sowie eine kleine Auswahl grafischer Blätter von 1965/67 zeigt der Bremer Frieder Nake (geb. 1938) im Pavillon. Diese Grafiken gehörten Mitte der 1960er-Jahre zu den weltweit ersten, die unter dem Begriff »Computerkunst« ausgestellt wurden. Mit ihnen begannen Mathematiker*innen und Ingenieur*innen »Bilder zu denken«, ihre Herstellung aber Computern zu überlassen. Heute ist man an solche Objekte gewöhnt. Damals aber begann damit eine algorithmische Revolution. Seine neuen Installationen nennt Nake »Dynamische algorith-mische Bilder«. Sie entstehen vor Ort in permanentem Wandel, während Computer rechnen, ohne sich zu wiederholen. Mit ihnen gewinnt algorithmische Kunst ihre Eigenständigkeit, ihre ganz eigene Qualität.
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Heinz-Günter Prager

Gerhard-Marcks-Haus

Prager (geb. 1944) ist ein Meister der geometrischen Verknappung und ein Systematiker der Bildhauerei. Radikale Form, strickte Geometrie, die weder Assoziationen noch Illusionen erlaubt: Mehr will und braucht Prager nicht. Deshalb beschränkt er sich stringent auf Kreis, Dreieck, Rechteck, Quadrat, Rund- und Vierkantstäbe. Prager ist einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Konkreten Kunst seit den 1960er-Jahren; im Zentrum seines Schaffens stehen gegenstandslose Stahlskulpturen aus industriell gefertigten Teilen. Er gilt als Wegbereiter und Verfechter der Bodenskulptur, die sich im Gegensatz zur stehenden, vertikalen Skulptur nicht als optisches Sinnbild vom Menschen entfernt, sondern sich unmittelbar auf den Menschen, seine Körpermaße und -erfahrungen (Größe, Gewicht, Ausdehnung, Bewegung) bezieht. Das zur Ausstellung erscheinende Werkverzeichnis dokumentiert die Entwicklung des künstlerischen Schaffens des Künstlers von den Ursprüngen bis zu seinen jüngeren Werken mit einer Einführung von Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses. Die Publikation wird herausgegeben von der Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen im Wienand Verlag, Köln.
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Rainer Mordmüller

Gerhard-Marcks-Haus

Das Gerhard-Marcks-Haus würdigt den Maler und Grafiker Rainer Mordmüller (geb. 1941) anlässlich seines 80. Geburtstags mit einer Ausstellung im Obergeschoss des Museums. Den Schwerpunkt bildet seine langjährige Auseinandersetzung mit der Skulptur. Zweimal, in den Jahren 1984/85 und seit 2019 hat der Künstler selbst eine Gruppe von Plastiken modelliert, in denen er den leichten und bewegten Gestus seiner Gemälde in das dreidimensionale Medium überträgt. Gezeigt werden neben den Skulpturen auch Gemälde und Druckgrafiken, die verdeutlichen, wie die Bildhauerei von Kolleg*innen, allen voran Fritz Wotruba (1907–1975), seit den 1960er-Jahren seine Auf-fassung von Figur beeinflusst hat. Mordmüller studierte in den 1960er-Jahren in Berlin und Paris. Er lebt und arbeitet heute in Bremen und Paris.
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Heinrich Meyer

Gerhard-Marcks-Haus

»Kein Stein bricht wie ein zweiter: Man muss die Kräfte bündeln und das Wesen in den Raum stellen«, sagt Heinrich Meyer (geb. 1963). Er ist ein Bildhauer, der die im Naturstein vorhandene Zeichnung mit plastischen Motiven verbindet und dann scheinbar realistische Bilder von Landschaft herausarbeitet. Aus dieser Verbindung lässt sich die besondere Wirkung seiner Steine erklären: Sie potenzieren das »Sowohl-Als-Auch« der Bildhauerei, immer Material und Bild gleichzeitig zu sein. Die Werke erwecken den Eindruck, als würde sich das Gesehene aus der Logik des Steins ergeben. Jedoch in der vertieften Wahrnehmung löst sich die Trennung von Material und Bild auf.
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Koper/Ogiermann

Gerhard-Marcks-Haus

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden Künstlerin Dina Koper (geb. 1967) und des Komponisten Christoph Ogiermann (geb. 1967) ist ein visuell-elektroakustisches Projekt. Grundausstattung des Raums sind »Fraktale Gehänge«, die Koper aus unzähligen Abbildungen und Zeichnungen zusammensetzte. Licht und Videoprojektionen erzeugen stets neue skulpturale Raumeindrücke. Dazu gibt es aus instabilen Schwingkreisen gewonnene elektroakustische Musik, die an »natürliche« Massenphänomene erinnert.
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Dorothea Prühl

Gerhard-Marcks-Haus

»Schmuck ist mir wichtig in seiner ursprünglichen Bestimmung. Dazu gehören Tragbarkeit, Haltbarkeit und Kostbarkeit im weitesten Sinne. Am Material interessieren mich neben den ästhe-tischen vor allem die formbestimmenden Eigenschaften«, beschreibt Dorothea Prühl (geb. 1937) ihre Kunst. Sie schafft Schmuck wie Skulptur: Ihr Werk entstammt der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde. Die Idee, dass bildende Kunst und Design sich gegenseitig befruchten, führte dort zur Einrichtung einer Metallwerkstatt, die sowohl in Richtung Bildhauerei als auch in Richtung Schmuck ausbildete.
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Elisabeth Wagner

Gerhard-Marcks-Haus

Elisabeth Wagner (geb. 1954) wechselt mit großer Selbstverständlichkeit und Souveränität zwischen abstrakten und figürlichen Modi. Elisabeth Wagner (geb. 1954) wechselt mit großer Selbstverständlichkeit und Souveränität zwischen abstrakten und figürlichen Modi. Ihr Œuvre umspannt den weiten Bogen von gegenstandslosen Formen und Objekten bis hin zu den Bildnisbüsten nach berühmten Porträts der Malereigeschichte sowie Mensch- und Tierfiguren. Gips, Pappe, Papier und Draht sind ihre bevorzugten Materialien, aus denen sie ihre Skulpturen formt und zusammenfügt. Der Herstellungsprozess bleibt sichtbar und nachvollziehbar. In ihrer Kunst erkundet die Künstlerin die Funktion des Raums; von Fall zu Fall lotet sie die Beziehung zwischen Motiv, Material und Umraum neu aus. Figurativ oder abstrakt: Der Grundton ist derselbe, stets thematisiert Elisabeth Wagner, wie sie selbst sagt, die Zerbrechlichkeit des Lebens.
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Emil Utitz und Gerhard Marcks:
Tsurikrufn

Gerhard-Marcks-Haus

»Tsurikrufn!« ist jiddisch und bedeutet »erinnern«. Das Gerhard-Marcks-Haus erinnert im Festjahr 2021 im Rahmen eines Projekts des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute, AsKI e. V., an den Philosophen Emil Utitz (1883–1956). Marcks und Utitz waren befreundet, aber was wissen wir sonst über ihn?
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Patricia Lambertus:
zweijahrtausendfern

Gerhard-Marcks-Haus

Die bildgewaltige Rauminstallation von Patricia Lambertus (geboren 1970) basiert auf den historischen Wandmalereien der antiken Stadt Pompeji und bringt diese in einen zeitgenössischen Kontext. Innerhalb des Bildraums gibt es diverse Schichten von Bildern, die wie archäologische Stratigrafien gelesen werden können. Die Installation von Patricia Lambertus bewegt sich im Spannungsverhältnis von Fiktion und Realität sowie von Schönheit und Zerstörung. Historisch-gesellschaftliche Ereignisse und ihre Zusammenhänge sowie ihre Relevanz und Resonanz in der Gegenwart werden aufgespürt und bildnerisch umgesetzt. Der Fokus liegt hier bei den Brüchen, Rissen und Schnittstellen.
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Ruud Kuijer:
Bildhauerei! Was sonst?

Gerhard-Marcks-Haus

Ruud Kuijer (geboren 1959) schafft abstrakte Arbeiten, die die Regeln und Traditionen der Bildhauerei (stehen, liegen, lehnen) spielerisch neu denken. In den Skulpturen des Bildhauers Ruud Kuijer (geboren 1959) geht es um Körperlichkeit und Abstraktion, um Masse und Volumen, um physische Präsenz und Materialität, um Schwerkraft und das Verhältnis zum Boden. Der Künstler interessiert sich für die Traditionen der Bildhauerei (Gewicht, Material und Bewegung im Raum), aber er hat den ständigen Wunsch, Grenzen zu überschreiten und neue Kombinationen zu finden. Sein Ziel: zum Kern dessen, was Skulptur ist, zu gelangen. Kuijer arbeitet mit Fundstücken und Industrie- und Baumaterialien, entwickelt seine plastischen Konstellationen im direkten Umgang mit dem Material, das mal Holz, mal Stahl, mal Beton sein kann – und natürlich in abstrakter Form. Er ist als Bildhauer für seine großen und kleinen Betonskulpturen bekannt geworden. Er integriert Alltagsgegenstände wie Eimer oder Kinderbecken in seine monumentalen Arbeiten und verwendet für kleine Bilder viel Einwegmaterial wie Hamburger oder Shampooflaschen aus Kunststoff. Der Bildhauer arbeitet intuitiv und fühlt und bewegt sich mit den Teilen, bis das Ganze überraschend und ausgeglichen ist. Trotz des hohen Gewichts der Skulpturen wirken sie leicht und verspielt. Die Arbeiten sind offen und assoziativ und vermeiden eine tiefere gesellschaftskritische Anklage. Er überlässt die Interpretation dem Betrachter. Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt die erste Retrospektive in Deutschland.
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Ngozi Schommers: The Way We Mask

Gerhard-Marcks-Haus

Wenn Ngozi Schommers (geboren 1974) auf Reisen geht, dann ist ihre Kunst immer dabei: Es kann sein, dass ein Werk in Ghana begonnen und in Deutschland vollendet wird – oder auch anders herum. Manchmal reisen die Werke sogar mehrmals mit ihr zwischen den Orten hin und her. Denn die Künstlerin lebt in beiden Ländern und hat in beiden Heimaten Ateliers. Im Gerhard-Marcks-Haus zeigt sie mit »The Way We Mask« eine Mischung aus kleinen Skulpturen, raumgreifenden Installationen und Zeichnungen. Ihre Kunstwerke behandeln die Themen Identität, Erinnerung und Kultur, aber auch den Kolonialismus. Eine wichtige Komponente in Schommers Nachdenken über diese Themen sind Haare, Frisuren und dazu gehörige Traditionen sowie der Umgang mit ihnen.
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Ruud Kuijer

Gerhard-Marcks-Haus

Der Bildhauer Ruud Kuijer (geboren 1959) ist bekannt für seine abstrakten Skulpturen aus gewöhnlichen Materialien wie Holz, Beton, Stein und Stahl. In den Skulpturen des Bildhauers Ruud Kuijer (geboren 1959) geht es um Körperlichkeit und Abstraktion, um Masse und Volumen, um physische Präsenz und Materialität, um Schwerkraft und das Verhältnis zum Boden. Der Künstler interessiert sich für die Traditionen der Bildhauerei (Gewicht, Material und Bewegung im Raum), aber er hat den ständigen Wunsch, Grenzen zu überschreiten und neue Kombinationen zu finden. Sein Ziel: zum Kern dessen, was Skulptur ist, zu gelangen. Kuijer arbeitet mit Fundstücken und Industrie- und Baumaterialien, entwickelt seine plastischen Konstellationen im direkten Umgang mit dem Material, das mal Holz, mal Stahl, mal Beton sein kann – und natürlich in abstrakter Form. Er ist als Bildhauer für seine großen und kleinen Betonskulpturen bekannt geworden. Er integriert Alltagsgegenstände wie Eimer oder Kinderbecken in seine monumentalen Arbeiten und verwendet für kleine Bilder viel Einwegmaterial wie Hamburger oder Shampooflaschen aus Kunststoff. Der Bildhauer arbeitet intuitiv und fühlt und bewegt sich mit den Teilen, bis das Ganze überraschend und ausgeglichen ist. Trotz des hohen Gewichts der Skulpturen wirken sie leicht und verspielt. Die Arbeiten sind offen und assoziativ und vermeiden eine tiefere gesellschaftskritische Anklage. Er überlässt die Interpretation dem Betrachter. Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt die erste Retrospektive in Deutschland.
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Kosmos Marcks: Auf der Suche nach der Hütte Heideggers und den Wolken von Celan

Gerhard-Marcks-Haus

2021 wird 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland begangen. Verschiedene Projekte thematisieren die Geschichte des Zusammenlebens bis in die Gegenwart hinein. Diese Werkgruppe von Joseph Sassoon Semah (geb. 1948) beschäftigt sich mit dem Dichter Paul Celan (1920–1970), für den die deutsche Sprache Mutter- und Mördersprache zugleich war. Im Zentrum steht sein berühmtes Gespräch mit dem Philosophen Martin Heidegger (1889–1976) im Juli 1967. Das Treffen fand in der Hütte Heideggers in Todtnauberg (Schwarzwald) statt. Es begegneten sich dort zwei Menschen, die die Arbeit des anderen jeweils bewunderten. Und es traf ein Überlebender des Holocaust auf einen frühen Befürworter des Nationalsozialismus. Semah fragt, worüber (nicht) gesprochen wurde. Die Frage ist umso interessanter, wenn man weiß, dass sich Dichter und Philosoph mit den Grenzen der Sprache beschäftigten und – davon gehen alle Rekonstruktionen des Treffens aus – auch keine Form fanden, wirklich miteinander zu kommunizieren. In Semahs Arbeit hat das Motiv »Gespräch« eine zentrale Bedeutung. Er verbindet verschiedene Bildquellen und konfrontiert die Betrachter mit ihrem jeweils selektiven Wissen. Nicht um sie zu frustrieren, sondern um Neugier für andere Perspektiven zu wecken. Wer die Geschichte des Holocaust kennt, wird Motive erkennen. Das Gleiche gilt für die jüdische Tradition, die Biografie Heideggers oder die Gedichte Celans. Die Gemälde verbinden zwei Perspektiven miteinander, etwa die Idylle des Skigebiets im Schwarzwald mit einem Vernichtungslager. Die Zeichnungen beziehen sich dagegen direkt auf das Werk von Celan (sein berühmtes Gedicht »Todesfuge«) und in ihnen überlagern sich die Bilder. Die Eisenform auf dem Tisch entspricht einer Baracke in Auschwitz, die unter dem Tisch wiederum Heideggers Hütte. Im Gips um den Gehstock befindet sich das Gesamtwerk von Celan. Für den Inhalt der 36 Gläser wurde es verbrannt.
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Suse Itzel und Gesa Lange

Gerhard-Marcks-Haus

Der Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses wird sich in einen Denkraum zur Architektur verwandeln. Dazu haben die Künstlerinnen Suse Itzel (geb. 1984) und Gesa Lange (geb. 1972) eine Rauminstallation geschaffen, deren Wandflächen und Bauteile ein neues Raumgefüge schaffen. Ausgehend von Raumvolumen und Innenform des Gebäudes werden die beiden eine Stahlkonstruktion als Raum im Raum bauen. Die Struktur der Decke, die aus den zwei ineinander geschobenen Dächern des Pavillons entsteht, und die unregelmäßige Anordnung seiner Fenster werden – in verkleinertem Maßstab – in das Stahlgerüst übertragen. Die Konstruktion ist architektonischer Einbau, Objekt und Raumzeichnung zugleich. Die Kanten des realen Pavilloninnenraums werden durch dunkle Linien betont und verstärken den Eindruck einer räumlichen, mehrdimensionalen Zeichnung.
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Stefan Tümpel

Gerhard-Marcks-Haus

Manchmal scheint es, als wäre die Bildhauerei eine Kunstform »zwischen den Stühlen«. Sie ist geformtes Objekt und Bild zugleich und von Werk zu Werk verschieben sich die Verhältnisse. Wann wird zum Beispiel Design zu Bildhauerei? Wenn es unbrauchbar wird, oder kommen andere Aspekte ins Spiel? Stefan Tümpel (geb. 1945) schuf Entwürfe für Stühle, auf denen man nicht sitzen kann, aber es zeigte sich, dass diese Stühle ganz andere Botschaften mit sich tragen. Sie agieren im Raum und daraus entwickelte Tümpel sogenannte »Ikonen« mit eigenwilligem Charakter. Es entsteht eine Art Körpersprache der Stühle, die Assoziation zu menschlichen Erfahrungen in der Kommunikation und im Miteinander erzeugen. Seine Stühle stehen oftmals für eine unbequeme, unangenehme und unsichere Situation, wie zum Beispiel während der Finanzkrise oder heute in der Coronakrise.
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Elisabeth Frink

Gerhard-Marcks-Haus

Ab dem 1. November 2020 zeigen wir eine monografische Ausstellung zum Werk der englischen Bildhauerin Dame Elisabeth Frink (1930-1993). In England gehört sie zum Kanon der modernen Bildhauerei, auf dem europäischen Festland ist sie jedoch nahezu unbekannt. Unsere Ausstellung ist die erste umfängliche Einzelausstellung zu ihrem Werk in einem europäischen Museum außerhalb Großbritanniens. Als Kooperationspartner und Folgestation konnten wir das Museum Beelden aan Zee in Den Haag gewinnen. Die geplante Ausstellung hat nicht den Anspruch einer Retrospektive, sondern sie möchte mit einer gezielten Werkauswahl die Neugierde an einem bildhauerischen Werk wecken. Der Fokus liegt dabei auf den Männerdarstellungen von Frink, die ihr OEuvre neben Tierplastiken ab 1954 dominieren und in dieser Dominanz einzigartig sind. Frink hat mehrmals ihre ambivalente Beziehung zum Faszinosum „Mann“ beschrieben. Körperlicher Anziehung stehen abstoßende Eitelkeit und Gewalt bis zur Selbstzerstörung gegenüber.

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