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Wege durch das Land ‹Avantgarde›

Sophie Charlotte von Hannover, die dem Berliner Schloss Charlottenburg seinen Namen gab, wurde 1701 durch die Ehe mit Friedrich I. zur ersten Königin Preußens. Sie war nicht nur eine der einflussreichsten Frauen ihrer Zeit, sondern auch eine große Freundin und Förderin der Künste. Die bis heute auf Schloss Ippenburg residierende Familie von dem Bussche war eng mit den Häusern Hannover und Preußen verbunden. Anlässlich ihres 350. Geburtstages wird der Königin in den historischen Sälen des Schlosses mit der Ausstellung ‹Auf den Spuren von Sophie Charlotte – die Verbindung der Familie von dem Bussche-Ippenburg mit den Häusern Hannover und Preußen im 17. und 18. Jahrhundert› gedacht, in der u. a. Porträts von Sophie Charlotte, den Königen Georg I. und II. sowie von Friedrich I. und allen folgenden preußischen Königen zu sehen sind. (Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch der Ausstellung.)
Die Beziehung zweier Künstler beschreibt Marieluise Fleißers 1963 erschienene Erzählung ‹Avantgarde›, aus der Birgit Minichmayr, diesjährige Schauspielerin in Residence, lesen wird. Sie schildert darin, wie eine junge Autorin in den 1920er Jahren von einem avantgardistischen Dramatiker ‹gebrochen› wird, und wie sie sich schließlich von ihm lossagen kann und selbst anfängt zu schreiben. Fleißer reflektiert in dem Werk ihre Beziehung zu Bertolt Brecht und beschreibt eindrücklich die Emanzipationsgeschichte einer unsicheren, jungen Frau auf dem Weg zur Künstlerin. Ihr Kampf um Selbstständigkeit beinhaltet das Motiv ‹Mut und Widerstand› ebenso wie die künstlerische Suche des armenischen Komponisten Komitas Verdapet nach Freiheit und Identität. Seine Landsmännin, die Pianistin Lusine Grigoryan, ist mit einer Auswahl seiner Kompositionen zu hören. Der 1935 gestorbene Komitas gilt als Wegbereiter der modernen armenischen Musik und hat eine ureigene Klangsprache geschaffen, die sich durch melodiöse Einfachheit genauso wie durch vertiefende Wiederholungen einzelner Motive oder Einfälle auszeichnet. Lusine Grigoryans Interpretation überlasst sich ganz dem meditativen Fluss dieser Musik und erzeugt einen eigentümlichen Rausch der Reduktion und der Wiederholung. Ihr Spiel, sagt der britische Autor Paul Griffith, besitze ‹eine geheimnisvolle Präsenz› und gleicht damit der Musik von Komitas. Es entsteht ein beeindruckendes Klangerlebnis, das in seiner strengen Kargheit mit Fleißers Werk korrespondiert.

Kontakt

Wege durch das Land
Hornsche Str. 38
D- 32756 Detmold


Veranstaltungsort

Schloss Ippenburg (Schlosstr. 1, 49152 Bad Essen)

Termin

Sa, 4.8.2018, 19:00 Uhr
Ereignisse Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Ereignisse / Konzert Bielefelder Philharmoniker Bielefeld, Brunnenstraße 3-9
Ereignisse / Konzert Sinfonieorchester Münster Münster, Neubrückenstraße 63
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