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Konzerte / Konzert Göttinger Symphonie Orchester Göttingen, Godehardstraße 19-21
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3. Sinfoniekonzert: Werke von Schubert und Strawinsky

Orchester des Staatstheater Kassel

Staatstorchester Kassel Musikalische Leitung: Ainārs Rubiķis Igor Strawinsky: Petruschka – Burleske in vier Szenen Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 C-Dur Die Große Igor Strawinsky begründete mit den drei Ballettmusiken zu Feuervogel, Sacre du Printemps und Petruschka seinen Weltruhm. In der 1910 entstandenen Burleske erzählt er die tragische Geschichte des russischen Kasperles Petruschka. Erst zehn Jahre nach Franz Schuberts Tod entdeckte Robert Schumann dessen große C-Dur-Sinfonie und war begeistert: „Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall, schärfster Ausdruck des Einzelnen, und über das Ganze endlich eine Romantik ausgegossen, wie man sie schon anderswoher an Franz Schubert kennt.“ Die umjubelte Uraufführung 1839 unter Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus bescherte Schubert leider erst posthum Erfolg auf sinfonischem Gebiet. Das Dirigat übernimmt Ainārs Rubiķis, seit 2018-19 Chefdirigent der Komischen Oper in Berlin.
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3. Kammerkonzert: Jibiri Jazz Quartet

Orchester des Staatstheater Kassel

Diego Aceña Moreno, Flöte Heiko Pape, Kontrabass Gabriel Robles, Schlagzeug Donato Deliano, Klavier Werke von Bolling u. a. Claude Bolling und Jean-Pierre Rampal, zwei Freunden mit klanghaften Namen der französischen Musikwelt, haben wir es zu verdanken, dass die Kammermusik für Flöte um zwei ungewöhnliche Werke reicher wurde. Aus der kongenialen Zusammenarbeit des Komponisten und Jazz-Musikers Bolling und des Grandsigneurs der Querflöte Rampal entstanden zwei Suiten für Flöte und Jazz Piano Trio. Auf unverwechselbare Weise verschmilzt Bolling darin zwei Musikwelten zu (s)einem eigenen Kosmos: Als einer der ersten überhaupt widmete er sich dem ‚Crossover‘ von Klassik und Jazz und feierte damit große Erfolge. Anfang 2019 brachte das Jibiri Jazz Quartet in seinem ersten Kammerkonzert die Suite No. 1 (1975) im Opernfoyer zur Aufführung, nun folgt die zweite aus dem Jahr 1986.
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2. Sinfoniekonzert | Bußtagskonzert

Orchester des Staatstheater Kassel

Staatstorchester Kassel Musikalische Leitung: Francesco Angelico Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti Robert Schumann Manfred - Dramatisches Gedicht in drei Abteilungen op. 115 1829, als 18-Jähriger schrieb Robert Schumann in sein Tagebuch „Bettlectüre: Manfred v. Byron – schrekliche Nacht.“ Geistergeschichten mit übernatürlichen Elementen waren zur damaligen Zeit sehr populär und das dramatische Gedicht in drei Akten des englischen Dramatikers Lord Byron von 1817 ließ Schumann nicht los: Knapp 20 Jahre später, 1848, begann er mit der Komposition der Schauspielmusik zu Manfred. In einem Brief an Franz Liszt kündigte er sie als „etwas ganz Neues und Unerhörtes“ an. Leider fristet dieses grandiose Werk, abgesehen von der Ouvertüre, bis heute ein absolutes Schattendasein im Konzertrepertoire. Francesco Angelico und Markus Dietz setzen hiermit ihre künstlerische Zusammenarbeit in Kassel – diesmal jenseits der Opernbühne – fort.
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Manİfest(o)

Kasseler Musiktage

Marc Sinan (*1976): Manifest(o) – Die Abwesenheit Gottes / Tanrının Yokluğu Theater und Kulturinstitutionen aller Städte, in denen der sogenannte NSU seine Opfer fand, seine Taten plante oder seine Ideologie entwickelte, leisten Beiträge zum bundesweiten Projekt Kein Schlussstrich! Auch Kassel bietet eine Plattform, wo ein Teil der Aufführungen des musikalisch performativen, transmedialen und partizipativen Oratoriums Manifest(o) des Komponisten Marc Sinan realisiert wird. Die Aufführungen sollen in Form eines Rituals an sieben Tagen und zwölf Orten gleichzeitig stattfinden, miteinander verbunden über Video- und Audiotechnologie. Publikumsreaktionen sind hier Teil des Gesamteindrucks: Widerstand, Konflikt, Freude, Unfug, Trauer und Verzweiflung werden hör- und sichtbar. Die Rieger-Orgel der Kasseler Martinskirche wird dabei vollständig über Sensoren kontrolliert und reagiert auf die Anwesenden, die sich im Kirchenraum bewegen. Ist der Raum leer, pulsiert die Musik; je voller der Raum wird, desto fragiler wird die Performance, bis hin zu vollständiger Stille. Ziel des Projekts Kein Schlussstrich! ist es, die Hintergründe und Folgen der rassis- tischen NSU-Morde und rechtsextremen Strukturen inmitten der deutschen Gesellschaft künstlerisch-diskursiv zu thematisieren, Zusammenhänge aufzuzeigen und anders sichtbar zu machen. Besonders die Musik ist geeignet, Menschen emotional zu berühren und zur Reflexion anzuregen. Der Komponist, Gitarrist und Produzent Marc Sinan erprobt in seiner Arbeit neue Wege der Kollaboration zwischen Künstler*innen im transkulturellen, transmedialen und musiktheatralen Kontext. Seine sozialkritischen, konzeptionellen und meist abendfüllenden Werke werden international aufgeführt. Eintritt frei
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Ins Licht

Kasseler Musiktage

Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund Felix Heitmann, Leitung Herbert Howells (1892–1983): Requiem für Chor a capella und Werke von Ola Gjeilo, William Byrd, Max Bruch, Stephen Paulus, Heinrich Schütz und Knut Nystedt Home-Schooling, Ausgangssperre, Online-Chorproben, Konzertabsagen: Als das gewohnte Leben plötzlich auf den Kopf gestellt und es auf den Bühnen dunkel und still wurde, beschäftigten sich die engagierten Sänger*innen des Jugendkonzertchores der Chorakademie Dortmund auf vielfältige Weise mit dem Thema Licht und Dunkelheit. Die Freude am gemeinsamen Singen und die Begeisterung für die klassische Chormusik ermöglichte es der jungen Gemeinschaft, einen positiven Blick auf die Zukunft zu behalten. Unter dem Titel Ins Licht präsentiert das Spitzenensemble des Jugendbereichs von Europas größter Singschule ein A-cappella-Konzertprogramm, welches die gegensätzlichen Pole leidvoller Erfahrung und hoffnungsbringender Lichtblicke zu einem klangvollen Gesamtbild vereint. Im Zentrum steht dabei das Requiem für unbegleiteten Chor des britischen Komponisten Herbert Howells, das mit verschiedenen korrespondierenden und kontrastierenden Werken u. a. Max Bruchs, William Byrds, Heinrich Schütz’ und Knut Nystedts kombiniert wird. Im Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund singen 55 besonders begabte junge Sänger*innen im Alter von 13 bis 19 Jahren – allesamt seit dem sechsten Lebensjahr im Gesang unterrichtet und den Knaben-, Mädchen- und Kinderchören der Chorakademie entwachsen. Sie setzen in der Chorarbeit durch ihre außergewöhnliche Klangkultur und Homogenität der Stimmen höchste Maßstäbe und sind als Botschafter für klassische Musik in jährlich etwa 50 Konzerten in ganz Deutschland zu hören. Karten 25 EUR
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Festgottesdienst

Kasseler Musiktage

Pfarrer Dr. Willi Temme, Liturgie und Predigt Kantorei St. Martin Eckhard Manz, Leitung Eintritt frei
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hr-Sinfonieorchester

Kasseler Musiktage

Chad Hoopes, Violine hr-Sinfonieorchester Tarmo Peltokoski, Leitung Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 Jean Sibelius (1865–1957): Symphonie Nr. 1 e-Moll op. 39 Den weltweiten Erfolg seines Violinkonzerts hat Felix Mendelssohn Bartholdy auch dem ersten Spieler des Werks zu verdanken. Der Geiger und Komponist Ferdinand David war eng in den sechs Jahre dauernden Entstehungsprozess eingebunden. In seiner Virtuosität und formalen Innovation wirkte das e-Moll-Konzert nach der Uraufführung 1844 so nachhaltig, dass die bedeutendsten Geiger des 19. Jahrhunderts es in ihr Repertoire aufnahmen. Bereits als Vierzehnjähriger spielte es Joseph Joachim; den jungen belgischen Virtuosen Hubert Léonard lud der Komponist 1845 sogar zu sich nach Hause ein, um mit ihm einzelne Passagen zu überarbeiten. Womöglich hätte er auch den jungen amerikanischen Geiger Chad Hoopes zu sich gebeten, der das Konzert für seine Debüt-CD wählte. Seit der Musiker den ersten Preis beim Yehudi Menuhin-Wettbewerb (Junior Division) gewonnen hat, ist er in den Konzertsälen weltweit zu Gast und spielte bereits unter anderen mit dem Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris sowie Konzerthausorchester Berlin. Ein vielseitiger Spieler ist Chad Hoopes’ Partner bei diesem Konzert. Der 21-jährige finnische Dirigent Tarmo Peltokoski tritt selbst auch als Klaviersolist auf, liebt das Improvisieren und hat zudem Komposition studiert. Aus seiner Heimat bringt er Jean Sibelius’ erste Symphonie mit. Bereits für seine ersten großen Orchesterwerke mit programmatischem Inhalt gefeiert, konzentrierte sich Sibelius darin ganz auf das Spiel mit der symphonischen Form, obgleich er ursprünglich den vier Sätzen literarische Inhalte zugrunde gelegt hatte. Die Uraufführung 1899 dirigierte der Komponist selbst, schätzte aber auch andere Interpretationen des eigenen Werks: »[Robert] Kajanus dirigierte die I. Symphonie auf Tschaikowsky-Art, [Leo] Funtek dramatisch wie eine Oper, jemand anderes lyrisch, und jeder kann dabei richtig liegen, Hauptsache, die Aufführung ist konsequent und lebendig.« Lebendig verspricht die Aufführung unter Tarmo Peltokoski allein durch dessen jugendliches Alter zu werden. Seinem Debüt bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen im Juni folgte sogleich eine Wiedereinladung. Zudem dirigierte er bereits alle wichtigen finnischen Orchester. Ein besonderes Konzerterlebnis wird dieser Abend durch die einzigartige Raumkonzeption im Staatstheater Kassel, wo der Bühnenbildner Sebastian Hannak das Publikum als wahrnehmenden Mitspieler in den Bann ziehen wird. KARTEN 30 EUR
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Masters of Dark Matter

Kasseler Musiktage

Ines Schüttengruber, Orgel Simone Flur, Kristopher Madden, Stunt-Performance TYE Shows (Clemens und Nick Prokop), Mediale Inszenierung Musik von Petr Eben, Marcel Dupré, Johann Sebastian Bach, Gustav Holst, Ernst Ludwig Leitner, Olivier Messiaen, György Ligeti u. a. »Dunkle Materie ist eine postulierte Form von Materie, die nicht direkt sichtbar ist, aber über die Gravitation wechselwirkt«, ist bei Wikipedia zu lesen. Gibt es eine schönere Definition für Musik? Die Kräfte und Auswirkungen dieser geheimnisvollen Materie scheinen direkt von der Rieger-Orgel in der Martinskirche auszugehen und werden sichtbar in einer spektakulären Erweiterung der Orgelpfeifen durch Licht. Stunt-Performer verbinden die Welten und bringen Raum und Licht in Beziehung. Gravitationszentum für dieses Spiel ist die Organistin Ines Schüttengruber, die bei den Kasseler Musiktagen 2018 als Pianistin mit dem Kunstpfeifer Nikolaus Habjan begeisterte. Sie entfacht die ganze Bandbreite des weltweit berühmten Instruments und entlockt ihm äußerst vielfältige und vielschichtige Klänge. Mit dem tschechischen Komponisten Petr Eben stimmt sie zur Dankbarkeit an, mit Marcel Dupré begibt sie sich in Präludium und Fuge auf die Spuren Johann Sebastian Bachs, mit Gustav Holsts Mars schwebt sie durch den Kosmos, mit dem österreichischen Komponisten Ernst Ludwig Leitner ruft sie zum Totentanz, mit Olivier Messiaen lässt sie die ewige Kirche erscheinen. Ein besonderes Spiel von Klang, Licht und Raum, das Clemens und Nick Prokop entfalten: die beiden Brüder verändern unter dem Namen TYE Shows – »trust your ears« – mit ihren Konzerterzählungen die Wahrnehmung von Musik. In den vergangenen Jahren entstanden Arbeiten mit Kent Nagano und dem London Symphony Orchestra, Carl St. Clair und dem Pacific Symphony Orchestra, Omer Meir Wellber an der Bayerischen Staatsoper sowie zuletzt für Prometheus dis.order in der Tonhalle Düsseldorf. 2020 waren bei den Kasseler Musiktagen an zwei Abenden ihre pandemischen Konzertbegehungen in der documenta-Halle zu erleben. KARTEN 25 EUR
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Toy Laboratory

Kasseler Musiktage

Ensemble Recherche Léo Maurel, Fedde ten Berge, Instrumentenbau Uraufführungen von Ricardo Eizirik (*1985), Anda Kryeziu (*1993), Matthias Krüger (*1987) und Kristine Tjøgersen (*1982) »Ich arbeite Klavier.« Welche Musiker*innen sprechen so von sich? Ein Instrument wird gespielt, in Rezensionen ist von Spielfreude die Rede und ein Fehler gilt als »Verspieler«, auch wenn die Frage offen bleibt, was durch Imperfektion verspielt wird. Was bedeutet es im professionellen Kontext, wenn man Musik als Spiel begreift? Kann ein Instrument ein Spielzeug sein? In einer Werkstatt der playfulness erkundet das Ensemble Recherche das spielerische Wesen der zeitgenössischen Musik. Gemeinsam mit zwei Instrumentenbauern entstanden dabei neue Instrumente: Fedde ten Berge tüftelte an einer sensorgesteuerten Loopmaschine für elektronische Klänge, während Léo Maurels oktopusartige Orgelvariante ins Spiel mit der Luft tritt. In kollektiven Workshops mit den Komponist*innen Ricardo Eizirik, Anda Kryeziu, Matthias Krüger und Kristine Tjøgersen wurden dabei neue Stücke für das Ensemble Recherche erarbeitet. Und nicht zuletzt mutiert auch das Publikum beim Konzert zum Player. Mit Unterstützung durch den Musikfonds, den Impuls Neue Musik und in Kooperation mit dem Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg e. V. Die Kompositionsaufträge werden finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung. KARTEN 25 EUR
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#freemahler

Kasseler Musiktage

STEGREIF.orchester Juri de Marco, Künstlerische Leitung Werke nach Gustav Mahler von Sebastian Caspar, Malte Schiller, Franziska Aller und Alistair Duncan, Claas Krause Spiel mit einem aktuellen Thema: Klima- wandel. Gustav Mahler (1860–1911) beschrieb vor mehr als einhundert Jahren in seiner Musik eindringlich die Schön- heit der Natur – eine Schönheit, die bald weitgehend verloren sein könnte, wenn die Erde sich durch den menschengemachten Klimawandel weiterhin so drastisch verändern sollte. Das STEGREIF.orchester präsentiert Mahlers Melodien, u. a. aus den Symphonien Nr. 1 und 3, dem Lied von der Erde und Liedern aus Des Knaben Wunderhorn, mit improvisatorischer Leichtigkeit, doch stellt ihnen dualistisch zugleich Aspekte von Vergänglichkeit und Zerstörung gegenüber: eine Reflexion von Mahlers musikalischer Welt am heutigen Scheitelpunkt der Zeit. Wissenschaftler*innen auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit Ursachen und Folgen des Klimawandels. Lösungsansätze werden entwickelt, internationale Initiativen machen darauf aufmerksam. Als kunstschaffendes Ensemble fragt das STEGREIF.orchester in diesem Programm: Wie kann man mittels Musik einen Beitrag leisten, zum Denken anregen, wachrütteln und zu einem Bewusstseinswandel beisteuern? Im vergangenen Jahr begeisterte das STEGREIF.orchester mit seinem Klangspaziergang durch Kassel – ohne Noten, ohne Dirigenten, frei im Raum beweglich und improvisierend. Die radikalen Rekompositionen der Musiker*innen haben das Ziel, das geschätzte musikalische Erbe zukunftsfähig zu verwandeln und mit zeitgenössischen Strömungen zu erweitern. KARTEN 25 EUR
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Ensemble Mini

Kasseler Musiktage

Catriona Morison, Mezzosopran Freigeist Chor Cantamus-Chor des Staatstheater Kassel Ensemble Mini Joolz Gale, Leitung Gustav Mahler (1860–1911): Symphonie Nr. 3 d-Moll für Ensemble und Singstimmen, arrangiert von Ronald Kornfeil Wie kann ein kleines Kammerorchester in einer Besetzung mit nur 17 Musiker*innen ein Werk aufführen, das ursprünglich für ein hundertköpfiges Orchester mit Chor gedacht war? Mit seinem neuartigen Format schafft es das Ensemble Mini nicht nur, in kleiner Gruppe dem Gehalt und der Wirkung der fulminanten Symphonien Gustav Mahlers gerecht zu werden, sondern ist damit auch hochaktuell: in einer Zeit, in der die politisch auferlegte soziale Distanzierung die Aufführung großbesetzter abendfüllender Werke erschwert und in der Geborgenheit und Nähe zum Publikum in einem emotionalen Konzerterlebnis anders erzeugt werden müssen. In Ronald Kornfeils Kammerbearbeitung der dritten Symphonie Gustav Mahlers werden sicher andere Parameter, andere musikalische Themen und Klangfarben in den Vordergrund rücken als gewohnt. Was bleibt, ist Mahlers Gestus und das Leitmotiv des vierten Satzes »O Mensch, gib acht!«, dessen Text Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra entstammt: Die Menschheit erwacht aus einem Traum, um den tiefen Schmerz der Welt zu überwinden. Das Ensemble Mini unter der Leitung von Joolz Gale knüpft mit dieser Aufführung an sein Debütkonzert in der Berliner Philharmonie mit der Kammerversion von Mahlers neunter Symphonie an und blickt seitdem auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Die Musiker*innen, die zum größten Teil Deutschlands Spitzenorchestern entstammen, begleiten auch die schottisch-deutsche Mezzosopranistin Catriona Morison, die 2017 zur Gewinnerin des international renommierten Wettbewerbs BBC Cardiff Singer of the World gekürt wurde. Dem kammermusikalischen Fokus entsprechen auch die Chorpartien, die Solistinnen des von Joolz Gale gegründeten Freigeist Chor sowie Kinder des Cantamus-Chor des Staatstheater Kassel singen werden.
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Mittagsmusik

Kasseler Musiktage

Mana Usui, Orgel Eckhard Manz, Orgel Eine besondere Mittagspause gefällig? Dann ist die Martinskirche jeden Tag um 13.00 Uhr der perfekte Rückzugsort für Orgelliebhaber*innen und eine Auszeit vom Alltag. Hier werden Klanggewalt und Facettenreichtum der berühmten Rieger-Orgel bis ins kleinste Detail ausgelotet. Knapp zwei Jahre dauerte die künstlerische Gestaltungsentwicklung der Orgel, die über 5000 Pfeifen umfasst. An ihr erklingen täglich Teile aus Olivier Messiaens zweistündigem organistischen Opus Ultimum, dem Livre du Saint Sacrement. Messiaen, der seine musikalische Inspiration aus Zahlenmystik, Vogelgesang, indischen Rhythmen und anderen Bereichen gewann, wurde durch gottesdienstliches Improvisieren zu diesem Werk angeregt. Das Livre, 1986 uraufgeführt, stellt den Höhepunkt seines Orgelschaffens hinsichtlich Umfangs, klanglicher Expressivität, Virtuosität und Fülle an theologischen Zitaten dar. Die 18 Teile beziehen sich thematisch auf die Eucharistie, das heiligste kirchliche Sakrament. Die japanische Organistin Mana Usui, die mittlerweile in Europa und Japan eine namhafte Solistin und Kammermusikerin ist, und der seit 2017 als Kirchenmusikdirektor amtierende Eckhard Manz, der maßgeblich für den Orgelneubau in St. Martin verantwortlich war, wechseln sich mit den Teilen ab. Jeweils eine Viertelstunde vor Beginn der Musik sind einführende Wort zu Werk, Spiel und Klang an der hauseigenen Rieger-Orgel zu hören. Olivier Messiaen (1908–1992): Livre du Saint Sacrement Einführung jeweils 12.45 Uhr Eintritt frei
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Eröffnungskonzert

Kasseler Musiktage

Ines Schüttengruber, Orgel Staatsorchester Kassel Francesco Angelico, Leitung Paris der 1920er-Jahre: verspielt, farbenreich, lebensbejahend! Beim Eröffnungskonzert der Kasseler Musiktage dreht sich alles um die Groupe des Six, eine Gruppe von Komponist*innen, die das Pariser Musikleben zu ihrer Zeit maßgeblich prägten: weg von impressionistischen Zügen, hin zu größerer Einfachheit in der Musik, vor allem zum Zweck der Unterhaltung. Vorreiter Eric Satie prägte die Gruppe mit seinem Werk, das an Kürze und Einfalls reichtum unübertroffen war. Zwei seiner bekanten Gymnopédies für Klavier solo wurden von Claude Debussy für Orchester arrangiert. Arthur Honegger schrieb seine zweite Symphonie als unmittelbare Reaktion auf den kalten Kriegswinter 1941/42, in dem Paris von deutschen Truppen besetzt wurde. Die Wirkung: schwermütig, beklemmend, klagend – lediglich ein choralartiges Trompetensolo im Finalsatz lässt Hoffnung auf Frieden aufkeimen. Germaine Tailleferre, Schülerin Maurice Ravels und die einzige Frau der Gruppe, steuert dem Programm eine Petite Suite für Orchester bei. Herzstück des Abends wird wohl Francis Poulencs Konzert für Orgel und Orchester, einem der meistgespielten Werke für diese Besetzung außerhalb der Barockzeit, vor deren musikalischen Ideen es sich verneigt. Im »Jahr der Orgel« 2021 überrascht dieses 1938 entstandene Werk noch immer durch Poulencs spielerische Experimentierfreude. »Die Orgel ist doch in meinen Augen und Ohren der König aller Instrumente« – Wolfgang Amadé Mozarts Worte von 1777 gelten auch für die Rieger-Orgel in der Martinskirche. Sie wird zu einem zentralen Schauplatz des Festivals, das auf verspielte Weise die vielfältigen Facetten des Instruments in unterschiedlicher Weise erleben lässt. Die österreichische Organistin Ines Schüttengruber, zuletzt 2018 als Pianistin des Kunstpfeifers Nikolaus Habjan bei den Kasseler Musiktagen zu hören, spielt das fulminante Instrument und wird auch im Laufe des Festivals erneut zu hören sein. Francesco Angelico, der mit Gioachino Rossinis Stabat Mater ebenso 2018 begeisterte, leitet das Staatsorchester Kassel in diesem vielfältigen Programm. Eric Satie (1866–1925) Gymnopédies Nr. 1 und 3 (instrumentiert von Claude Debussy) Arthur Honegger (1892–1955) Symponie Nr. 2 D-Dur H 153 für Streichorchester und Trompete Germaine Tailleferre (1892–1983) Petite Suite für Orchester Francis Poulenc (1899–1963) Konzert g-Moll für Orgel, Streicher und Pauke FP 93 Koproduktion mit dem Staatstheater Kassel (Bilder: Ines Schüttengruber © Lukas Beck Francesco Angelico © Giancarlo Pradelli)
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Gleißendes Licht

Kasseler Musiktage

Emre Elivar, Klavier Mahir Cetiz (*1977): Nr. 1 aus Triptych für Klavier solo Olivier Messiaen (1908–1922): aus Préludes und Catalogue d'oiseaux für Klavier solo Franz Schubert (1797–1828): Drei Klavierstücke op. post. D 946 Marc Sinan (*1976): Manifest(o) - Gleißendes Licht / Parlayan Nur für Klavier solo Als Teil des Manifest(o)-Oratoriums, das sich während des Festivals in Form eines Rituals an sieben Tagen in zwölf Städten gleichzeitig abspielt, findet an jedem Ort eine in sich geschlossene Performance statt, die sich jeden Abend anders gestaltet und doch mit den anderen verbunden ist. In Kassel spielt der türkische Pianist Emre Elivar im Kulturzentrum Schlachthof den mit Gleißendes Licht / Parlayan Nur betitelten Teil des Oratoriums, dessen hohe Virtuosität der Komponist Marc Sinan bewusst als sehnsuchtsvolle Geste der Assimilation an berühmte mitteleuropäische Klavierliteratur gestaltet. Eingeleitet wird zunächst mit Musik aus der Feder von Mahir Cetiz, einem Landsmann Elivars, der seinen kompositorischen Stil in der Türkei und den USA als Fellow der John Guggenheim Memorial Foundation verfeinerte. Sein 2003 entstandenes Solowerk für Klavier Triptych ist vom Sufismus inspiriert. Olivier Messiaen schrieb seine Préludes, die in Zügen an Claude Debussy erinnern, 1928 im Alter von zwanzig Jahren und bezeichnete sie als sein erstes wertvolles Werk. Als Synästhet, der mit Musik Farben assoziierte, versah er jeden Satz mit einer Farbbeschreibung. Sein Catalogue d’oiseaux dagegen ahmt Klänge von Vögeln nach: Jedes der 13 Stücke ist einem Vogel in einer bestimmten französischen Provinz gewidmet, eine Inspiration, die grundlegend für Messiaens Kompositionsweise von Bedeutung war. Einhundert Jahre zuvor entstanden Franz Schuberts Drei Klavierstücke op. post.D 946. Im Todesjahr komponiert, zeugt Schuberts Autograph von einer Skizzenhaftigkeit – als wäre ihm bewusst gewesen, dass ihm kaum noch Zeit blieb. Wie seine Lieder spiegeln auch diese intimen Werke die Komplexität seiner Persönlichkeit und seelischen Verfassung. Allein schon wegen ihres Umfangs zählen diese Stücke heute zu den anspruchsvollsten Werken der Klavierliteratur. KARTEN 10 EUR
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Apollon Musagète Quartett

Kasseler Musiktage

Paweł Zalejski, Bartosz Zachłod, Violine Piotr Szumieł, Viola Piotr Skweres, Violoncello Ludwig van Beethoven (1770–1827): Streichquartett Nr. 15 a-Moll op. 132 Krzysztof Penderecki (1933–1920): Der unterbrochene Gedanke für Streichquartett Antonín Dvořák (1841–1904): Streichquartett Nr. 9 d-Moll op. 34 Nachdem die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr dem traditionellen Auftritt des renommierten Apollon Musagète Quartett in Kassel einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und der von ihnen 2016 begonnene Dvořák-Zyklus unterbrochen werden musste, widmen sich die vier polnischen Ausnahmemusiker in diesem Jahr erneut einem weiteren Streichquartett des tschechischen Komponisten. Aber: Unterbrechungen gehören dazu, das Leben ist voll davon – findet auch Krzysztof Penderecki. Sein kurzes, aber höchst anspruchsvolles Streichquartett Der unterbrochene Gedanke gehört zu den bekanntesten Werken des führenden Komponisten der polnischen Avantgarde, bei dem das akustische Erleben von Musik maßgeblich im Vordergrund seiner Klangkompositionen steht. Daneben erklingt Ludwig van Beethovens spätes Streichquartett a-Moll, dessen Höhepunkt, der langsame mottetenartige Satz unter dem Titel »Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart« heute äußerst zeitgemäß erscheint. Und natürlich wird in diesem Jahr der Dvořák-Zyklus weitergeführt: Diesmal steht das Streichquartett d-Moll auf dem Programm, das Johannes Brahms gewidmet ist. Kurze Zeit nach dem Tod zweier Kinder des Komponisten geschrieben, zieht sich wehmütige Melancholie durch das ganze Stück, das dennoch immer wieder Anklänge der für Dvořák typischen volkstümlichen Heiterkeit anlauten lässt. Das erste Mal ist das Apollon Musagète Quartett in dem neuen Spielort UK14 zu hören, wo Paweł Zalejski im vergangenen Jahr mehrere einzelne Zuhörer*innen bei Musik zu zweit begeisterte. Karten 25 EUR
Konzerte | Konzert

BEGEGNUNGEN 2021 mit Tianwa Yang

MUSEUM FÜR SEPULKRALKULTUR

Zwischen Licht und Schatten bewegt sich das diesjährige Kammermusikfestival BEGEGNUNGEN, das sich in der Kasseler Kulturwelt mittlerweile etabliert hat. Von der in Kassel lebenden Geigerin Tianwa Yang ins Leben gerufen, führt das Festival renommierte Künstler*innen auf der Bühne zusammen und lädt zum musikalischen Dialog ein. Die Klänge der kleinbesetzten Streicher- und Klavierkammermusik bewegen sich in diesem Jahr in einem zart-atmosphärischen bis symphonisch lautenden Spektrum – „Licht und Schatten“ mag man darin als Metapher für Hoffnung und Verzweiflung verstehen, aber auch für Glück und Unglück, Tag und Nacht, Leben und Tod … Die akustisch spannenden Räume der Kasseler Friedenskirche und des Museums für Sepulkralkultur lassen die Musik aus unterschiedlichsten Epochen erklingen. Als roter Faden zieht sich das Werk Franz Schuberts durch fast jedes Programm; neben seiner Musik wird aber auch jene aus der Feder Schostakowitschs, Debussys, Schumanns und anderer Komponist*innen dargeboten. Tianwa Yang begegnet in diesem Jahr erneut Erika Geldsetzer (Violine), Wen Xiao Zheng (Viola), Michael Samsonov (Violoncello), Markus Becker (Klavier) und erstmals Oren Shevlin (Violoncello) und William Youn (Klavier). ERNEST BLOCH (1880 – 1959) Trois Nocturnes für Violine, Violoncello und Klavier Andante | Andante quieto | Tempestoso MARKUS BECKER (*1963) Improvisation GEORGE ENESCU (1881-1955) Sérénade lointaine für Violine, Violoncello und Klavier FRANZ SCHUBERT (1797-1828) Fantasie C-Cur D 934 für Violine und Klavier FRANK BRIDGE (1879-1941) Phantasy Quartet für Violine, Viola, Violoncello und Klavier Andante con moto | Allegro vivace | Andante con moto Kartenvorverkauf unter: www.festival-begegnungen.de
Konzerte | Konzert

GRIMM in CONCERT 2

Brüder Grimm Festival

Ein Potpourri aus vielen Songs vergangener Märchenmusicals. Bis zum 22. August 2021 präsentiert das Brüder Grimm Festival Kassel e.V. das Konzertprogramm „GRIMM in CONCERT 2“ – ein bunter Mix aus vielen Songs der vergangenen 5 Märchenmusicals. Dieses Jahr spielen wir die besten Männersongs, mit Melodien wie: „Under the moon of love“, Boulevard of broken dreams“, „For the longest time“, „Bad“, „Killer Queen“ und viele mehr. Die Texte stammen aus den jeweiligen Märchenmusicals und wurden von Michael Fajgel geschrieben oder übersetzt. Wir treffen auch wieder auf beliebte Charaktere wie: Esel, Archibald und Willibald, unser quirliger Jäger, Schneider, Teufel, König… also kurz, alle die so aus einem Märchen entspringen können. Lasst euch Überaschen! Insgesamt sind 41 Vorstellungen im Botanischen Garten Kassel geplant. Mittwoch – Freitag um 20:00 Uhr sowie Samstag & Sonntag um 17:00 Uhr und 20:00 Uhr. Konzertdauer: 70 Minuten ohne Pause Bühne frei für unsere drei Sänger – und unserer Live-Band! Sänger: Michael Chadim Adrian Kroneberger Stefan Stara Live-Band Tim Koglin - Bass Chris Lang - Schlagzeug Max Remmert - Keyboards Harry Stingl - Gitarre Künstlerische Leitung / Team Michael Fajgel - Buch/Übersetzung Liedtexte Yevgeniya Schott - Musikalische Einstudierungen/Chorarrangement Harry Stingl - Bandleitung/Einstudierung Tanja Krauth - Choreografie Der Einlass beginnt 40 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Es gelten die aktuellen Hygieneregeln. Konzertbeginn: 17:00 / 20:00 Uhr Konzertdauer: 70 Minuten ohne Pause Eintrittspreis: Erwachsene 24,00 € / Kinder bis 12 Jahren 12,00 € Vorverkauf läuft seit dem 28.06.2021 Kartentelefon: 0561 7018722 Ticketshop: Mo., Mi. und Fr. von 12-14:00 Uhr, Do. 15-18:00 Uhr. Anschrift: Theater im Centrum, Akazienweg 24, 34117 Kassel Tickets online: www.brueder-grimm-festival.com
Konzerte | Kammerkonzert

Weihnachtskammerkonzert mit dem Consortium Casselanum

Orchester des Staatstheater Kassel

Stefan Adam, Bariton Ute Liebich, Christian Voß, Oboe Patrick Liebich, Fagott Katja Geismann, Elvan Schumann, Violine Skerza Singer, Antje Schmidt, Viola Manfred Schumann, Violoncello Heiko Pape, Kontrabass Giulia Glennon, Cembalo Werke von Boyce, Bruhns, Locatelli, Tunder und Telemann In seiner äußerst beliebten und stimmungsvollen Weihnachtskonzertreihe am Staatstheater Kassel präsentiert das Consortium Casselanum in dieser Saison Instrumentalwerke des heute fast vergessenen Londoner Barockkomponisten William Boyce. Neben drei seiner festlichen Sinfonien steht das Weihnachtskonzert f-Moll des italienischen Geigers Pietro Antonio Locatelli auf dem Programm. Des Weiteren wird es ein Wiedersehen mit dem lange am Staatstheater Kassel wirkenden und bekannten Bassbariton Stefan Adam geben, der neben der Kantate »Es sind schon die letzten Zeiten« von Georg Philipp Telemann die geistlichen Konzerte »O Jesu dulcissime« von Franz Tunder und »Mein Herz ist bereit« von Nicolaus Bruhns singen wird. Die Mitglieder des Consortium Casselanum, allesamt Musiker am Staatstheater Kassel, verbindet die gemeinsame Liebe zur »Alten Musik«. Seit über 500 Jahren prägt das Orchester, aus dem das jetzige Staatsorchester hervorgegangen ist, das Musikleben Kassels, zunächst als Hofkapelle, später dann als königliche und preußische Staatskapelle. Schon Landgraf Philipp der Großmütige setzte seine Musiker am Hofe und in der Kirche ein. Dieser Tradition folgend, kennt das Consortium Casselanum keine Trennung zwischen weltlicher und geistlicher Musik und versucht, beides in seinen Konzerten zu verbinden.

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