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Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie

Die Philharmonie ist seit mehr als 50 Jahren das musikalische Herz Berlins. Bei der Eröffnung 1963 noch an der Peripherie West-Berlins gelegen, wurde sie nach der Wiedervereinigung Teil der neuen urbanen Mitte. Ihre ungewöhnliche, zeltartige Form und ihre weithin leuchtende, gelbe Farbe macht sie zu einem der Wahrzeichen der Stadt. An ihrer ungewöhnlichen Architektur und der neuartigen Konzeption des Konzertsaals entzündeten sich anfangs Kontroversen, mittlerweile dient sie als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. »Ein Mensch im Angesicht eines andern, gereicht in Kreise, in mächtig schwingendem Bogen um strebende Kristall-Pyramide.« Bereits 1920 notierte der Architekt Hans Scharoun jene Worte als Vision für den idealen Theaterraum. Aus dieser Idee entwickelte er 35 Jahre später den Großen Saal der Philharmonie, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet.

Musik und Mensch im Mittelpunkt

Seit dem Eröffnungskonzert unter Leitung von Herbert von Karajan haben die Berliner Philharmoniker zusammen mit großartigen Dirigenten und Solisten ihrem Publikum viele grandiose Konzerte beschert. Im Oktober 2013 feierten das Orchester und sein Chefdirigent Sir Simon Rattle den 50. Geburtstag ihres Hauses mit drei ganz unterschiedlichen Konzertereignissen, die die besonderen akustischen Möglichkeiten der Philharmonie eindrucksvoll zur Geltung brachten: die doppelchörige Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Inszenierung von Peter Sellars, das Festkonzert am 20. Oktober, das unter dem Motto »Raumklang« stand, und Arnold Schönbergs Gurre-Lieder.

Unsere Philharmonie-Sonderseite will Sie einladen, in die Geschichte, Architektur und Akustik dieses faszinierenden Hauses einzutauchen: mit Textbeiträgen aus verschiedenen Publikationen, mit einer kleinen Bildergalerie, die den Bau der Philharmonie von der Urskizze bis zur Fertigstellung dokumentiert, mit einem Video und unserer Geschichtssektion, in der Sie nicht nur viel Wissenswertes über das philharmonische Leben seid Erbauung des Konzertsaals finden, sondern einen gesamten Überblick über die Orchestergeschichte von der Gründung des »Philharmonischen Orchesters« bis heute.

Kontakt

Berliner Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30.254 88-0

 

Ticket-Hotline.: +49 (0)30.254 88-999

Anfahrtsmöglichkeiten

mit der U-Bahn:
Linie U2 - Bahnhöfe Potsdamer Platz oder Mendelssohn-Bartholdy-Park

mit der S-Bahn:
Linien S1, S2, S25 Potsdamer Platz

mit dem Bus direkt bis zur Philharmonie:
Linien 148 (Philharmonie), 200 (Philharmonie), 248 (Kemperplatz)
weitere Buslinien: 129 und 341 (Potsdamer Brücke), 348 (Kulturforum)

mit dem Auto: Auf dem Gelände der Philharmonie stehen begrenzt Parkplätze zur Verfügung.

Bewertungschronik

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Berliner Philharmonie

Kinderprogramm

Kitakonzert 3-2-1-LOS!

Berliner Philharmoniker

(nur für Kita-Gruppen nach vorheriger Anmeldung)
Anmeldung ab 1. August 2019

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Konzert

Lunchkonzert

Álvaro Parra, Violine
Samuel Hirsch, Violine
Sào Soulez Larivière, Viola
Martin Löhr, Violoncello
Miriam Prandi, Violoncello


Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.

Eintritt frei

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Lunchkonzert

Konzert

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker | Mälkki

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Susanna Mälkki, Dirigentin
Emmanuel Pahud, Flöte
Juliet Fraser, Sopran


Olga Neuwirth: Aello − ballet mécanomorphe für Soloflöte, zwei Trompeten, Streicher, Synthesizer und Schreibmaschine
Gérard Grisey: Quatre Chants pour franchir le seuil

Ihre musikalische Karriere begann Susanna Mälkki als Solocellistin bei den Göteborger Symphonikern, bevor sie sich bei Jorma Panula und Leif Segerstam in Helsinki zur Dirigentin ausbilden ließ. »Prima donna« im buchstäblichen Sinn des Wortes war sie u. a. als erste Chefin beim Ensemble intercontemporain, als erste Frau, die an der Mailänder Scala vor ein Orchester trat, und auch als erste Musikdirektorin des Philharmonischen Orchesters Helsinki, dem sie seit 2016 vorsteht.

Gemeinsam mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker präsentiert die finnische Dirigentin Olga Neuwirths»Ballet mécanomorphe« Aello, das in direktem Bezug auf Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 4 entstanden ist: Auftraggeber waren die Londoner »Proms«, die für ihr Brandenburg Project 2018 sechs Komponisten mit einer musikalischen »Antwort« auf Bachs berühmte Konzertsammlung beauftragte. Ein Satz der Pariser Skandal-Schriftstellerin Colette – »Manchmal klingt Bach wie eine göttliche Nähmaschine« – regte Neuwirth dazu an, neben einem Synthesizer-Cembalo in barocker Stimmung u. a. auch eine Schreibmaschine zu verwenden, wobei die Querflöte (gespielt von Emmanuel Pahud) in den Worten der Komponistin für die »göttlich-himmlischen« Klangfarben sorgt.

Nach diesem klingenden Tanz von Schreibmaschine und Flöte voller barockisierender Wendungen und Bach-Zitaten stehen mit der Sopranistin Juliet Fraser die Quatre chants pour franchir le seuil des französischen Spektralisten Gérard Grisey auf dem Programm – ein lyrischer, um den Tod kreisender Tombeau, dem Textfragmente der christlichen, ägyptischen, griechischen und der mesopotamischen Kultur zugrunde liegen. Den Abschluss des Stücks bildet ein lyrischer Abgesang, der »nicht für das Einschlafen, sondern für das Erwachen« steht (Grisey).

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Kammermusik

Petersen | Radicke

Kammermusik

Marlis Petersen, Sopran
Camillo Radicke, Klavier


Artist in Residence
Anderswelt

Hans Pfitzner: Lockung op. 7 Nr. 4
Nixen und Nöck
Hans Sommer: Lore im Nachen op. 13 Nr. 1
Edvard Grieg: Mit einer Wasserlilie op. 25 Nr. 4
Hermann Reutter: Einsame Nixe aus Neun Lieder nach Gedichten von Ricarda Huch
Carl Loewe: Der Nöck op. 129 Nr. 2
Christian Sinding: Ich fürcht' nit Gespenster op. 1 Nr. 3
Harald Genzmer: Stimmen im Strom, Nr. 3 aus dem Liederbuch
Elfen I
Max Reger: Maiennacht op. 76 Nr. 15
Bruno Walter: Elfe
Nikolaj Medtner: Elfenliedchen op. 6 Nr. 3
Julius Weismann: Elfe op. 43 Nr. 4
Carl Loewe: Irrlichter op. 62 Nr. 6
Johannes Brahms: Sommerabend op. 85 Nr. 1
Elfen II
Hugo Wolf: Gedichte von Eduard Mörike: Nr. 16 Elfenlied
Friedrich Gulda: Elfe aus Vier Eichendorff-Lieder
Carl Loewe: Die Sylphide, Nr. 2 aus op. 9, Heft X
Franz Schreker: Spuk op. 7 Nr. 4
Hermann Zumpe: Liederseelen, Nr. 2 aus Fünf Lieder
Alexander Zemlinsky: Und hat der Tag all seine Qual op. 8 Nr. 2
Nordlichter
Carl Nielsen: Ariels Sang
Christian Sinding: Majnat op. 22 Nr. 3
Wilhelm Stenhammar: Fylgia op. 16 Nr. 4
Aarre Merikanto: Kesäyö
Yrjö Kilpinen: Berggeist op. 99 Nr. 3
Sigvaldi Kaldalóns: Hamraborgin

Ein fulminanter Einstand: Zum Saisonstart sang Marlis Petersen, Artist in Residence 2019/2020, unter der Leitung von Kirill Petrenko, dem neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, in der Philharmonie, beim Opern-Air-Konzert am Brandenburger Tor sowie bei Gastspielauftritten in Salzburg, Luzern und Bukarest das Sopransolo in Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie, zudem den Solopart von Alban Bergs Lulu-Suite. Nun zeigt sie in diesem Liederabend eine ganz andere Facette ihrer Gesangskunst.

Die Sopranistin entführt das Publikum in die geheimnisvolle, mystische Welt der Naturwesen: Es geht um Nixen und Nöcken, Elfen und Trolle, Luftgeister und Nordlichter, kurz, um eine Anderswelt. »Ich glaube, dass wir es durchaus wagen dürfen, andere Dimensionen unseres Seins wieder einzulassen in unsere wilde Welt«, meint die Sängerin. Und damit steht sie nicht allein – wie die umfangreiche Liste der Komponisten zeigt, mit der sie das Programm bestreitet. Rauschende Bäume und Bäche, flüsterndes Laub, nächtlicher Sternenhimmel und Waldeinsamkeit, lockende, verführerische Nixen und singende Waldwesen inspirierten Komponisten von der Romantik bis zur klassischen Moderne immer wieder zu neuen Liedern.

Für Marlis Petersen und ihren Begleiter, den aus Dresden stammenden Pianisten Camillo Radicke, war es eine spannende musikalische Entdeckungsreise, das Programm zusammenzustellen. Neben Werken von bekannten Liedkomponisten wie Carl Loewe, Hugo Wolf, Johannes Brahms und Max Reger spürten sie eine Reihe von Namen auf, die heute mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind: beispielsweise Hans Sommer, Christian Sinding, Wilhelm Stenhammar, Julius Weismann oder Hermann Zumpe. Auch der Dirigent Bruno Walter und der Pianist Friedrich Gulda sind in diesem Programm mit einem Lied über Elfen vertreten. Ein sinnliches, atmosphärisch dichtes Erlebnis – so Marlis Petersen und Camillo Radicke – wollen sie ihrem Publikum mit ihrem Ausflug in die geheimnisvolle Anderswelt bescheren.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Rouvali | Ott

Berliner Philharmoniker
Santtu-Matias Rouvali, Dirigent
Alice Sara Ott, Klavier


Uuno Klami: Kalevala-Suite op. 23: 4. Satz Wiegenlied für Lemminkäinen
Uuno Klami: Kalevala-Suite op. 23: 5. Satz Der Sampo wird geschmiedet
Maurice Ravel: Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-Moll op. 39

Live in der Digital Concert Hall zur Übertragung
So, 22. Sep 2019, 20:00 Uhr


Zwei herausragende, junge Talente geben ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern: die aus München stammende deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott und der finnische Dirigent Santtu-Matias Rouvali, derzeit Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Tamere und der Göteborger Symphoniker. Was sie verbindet? Beide wurden von ihren Eltern als kleine Kinder in ein klassisches Konzert mitgenommen und waren sofort von der Musik elektrisiert. Alice Sara Ott wusste seither, dass sie Pianistin werden wollte, Santtu-Matias Rouvali begann sich für Schlagzeug und Dirigieren zu interessieren. Er startete seine musikalische Laufbahn als Schlagzeuger und wandte sich im Laufe der Zeit immer mehr dem Dirigieren zu. Diesen Beruf beschreibt er in einem Interview für den Bayerischen Rundfunk mit folgenden Worten: »70 Prozent unserer Arbeit ist die eines Psychologen, um andere Menschen für die eigene Sache zu gewinnen.«

Santtu-Matias Rouvali versteht sich darüber hinaus als Botschafter der Musik Finnlands. »Ich möchte immer ein Stück aus meinem Heimatland mitbringen.« So eröffnet er das Programm mit zwei Sätzen aus der atmosphärisch dichten, exzellent orchestrierten Kalevala-Suite von Uuno Klami, einem der wichtigen finnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der sich zwar inhaltlich zu diesem Stück von dem berühmten finnischen Nationalepos inspirieren ließ, musikalisch jedoch den Vorbildern von Igor Strawinsky und Maurice Ravel folgt. Kein Wunder, war Klami doch in Paris Schüler von Ravel. Dessen Klavierkonzert G-Dur gehört zu den Paradestücken von Alice Sara Ott, die das Werk brilliant und gleichzeitig klanglich transparent vorzutragen weiß. Nach Aussage Ravels entstand das Konzert im Geiste von »Mozart und Saint-Saëns« und verschmilzt auf kongeniale Weise Elemente des klassischen Konzerts mit denen des Jazz sowie der baskischen und spanischen Volksmusik.

Den Abschluss des Programms bildet die Erste Symphonie von Jean Sibelius. Nach einer Reihe von Tondichtungen hatte der finnische Komponist sich 1898 während seines Aufenthalts in Berlin dem Genre der Symphonie zugewandt und mit diesem Werk den Gattungstraditionen jener Zeit seine Reverenz erwiesen: Der Anfang mit dem weitschweifigen, verträumten Klarinettensolo erinnert an Peter Tschaikowskys Fünfte Symphonie, das absteigende Seufzermotiv des Hauptthemas scheint von Edvard Grieg entlehnt. Gleichwohl weist sich Sibelius in seinem Erstling als Komponist mit einer eigenen, national-romantisch geprägten Tonsprache aus. Dass Santtu-Matias Rouvali ein begnadeter Sibelius-Interpret ist, haben er und die Göteborger Symphoniker bereits mit einer Einspielung dieses Werks bewiesen. »Sibelius unter Hochspannung, feinnervig, elektrisierend. Bitte mehr davon!«, heißt es in einer Kritik des Bayerischen Rundfunks.

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Familienprogramm

Familienkonzert - Die kleinen Drachen KlariSax

Manfred Preis, Klarinette
Dominik Wollenweber, Oboe
Kathi Wagner, Saxofon und Querflöte
Jan Schulte-Bunert, Saxofon
Jürgen Grözinger, Percussion
Janet Kirsten, Dramaturgie und Bühnenbild


Das Saxofon ist Instrument des Jahres 2019

Der in Belgien geborene Instrumentenbauer Adolphe Sax hatte eine Vision, als er nach einem neuen Instrumentenklang suchte: Nuancenreich wie eine Klarinette sollte er sein und die Strahlkraft der Blechblasinstrumente sowie den weichen Charakter der Streicher mit dem Timbre der Gesangsstimme verbinden. Ein ehrgeiziges Projekt. Anfang der 1840er-Jahre war es dem unermüdlichen Tüftler jedoch schließlich nach unzähligen Experimenten gelungen, die von ihm gewünschte Klangfarbenmischung dadurch zu erreichen, dass er einen veränderten Bassklarinettenschnabel mit einem nahezu konisch geformten Korpus aus Metall mit Seitenlöchern und Klappen kombinierte.

Im Juni 1842 führte der rührige Erfinder das von ihm so bezeichnete »Saxophon« Hector Berlioz am Pariser Conservatoire vor. Berlioz war begeistert und beschrieb den Klang als »voll, weich, schwingend, von enormer Stärke und geeignet, abgeschwächt zu werden«. Sax gelang es, auch Rossini, Massenet, Halévy und Meyerbeer zu enthusiastischen Expertisen zu bewegen, was dazu führte, dass Saxofone in diversen Opern- und Ballettpartituren verwendet wurden. Ihren endgültigen Durchbruch erlebten die Instrumente allerdings erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Jazz.

2019 ist das Saxofon Instrument des Jahres. Es steht im Zentrum dieses Familienkonzerts, bei dem der kleine Drache KlariSax aufregende Abenteuer erlebt. Neben den Berliner Philharmonikern Manfred Preis und Dominik Wollenweber spielen Maike Krullmann vom clair-obscur Saxofonquartett sowie Jürgen Grözinger (Percussion). Dramaturgie und Bühnenbild übernimmt Janet Kirsten, die u. a. als Kostümbildnerin und Regisseurin am Potsdamer Theater »Poetenpack« arbeitet und sich schon mehrfach in den Education-Projekten der Berliner Philharmoniker engagiert hat.

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Konzert

Lunchkonzert

Schülerinnnen und Schüler des Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach

Franz Schubert: Streichquartett g-Moll/B-Dur D 18
Antonín Dvořák: Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96 »Amerikanisches Quartett«

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.

Eintritt frei

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Jazz

Jazz at Berlin Philharmonic | Jakob Bro Trio | Flying like Eagles

Kammermusik

Jazz at Berlin Philharmonic
Jakob Bro Trio:
Jakob Bro, Gitarre
Thomas Morgan, Kontrabass
Joey Baron, Schlagzeug
Flying like Eagles:
Kalle Kalima, Gitarre
Knut Reiersrud, Gitarre
Phil Donkin, Kontrabass
Jim Black, Schlagzeug


Nordic Guitar Night

Die Emanzipation des europäischen vom amerikanischen Jazz in den vergangenen Jahrzehnten ging entscheidend von Skandinavien aus. Man muss sich nur Namen wie Terje Rypdal oder Eiving Aarset vor Augen führen, um zu sehen, dass dies auch für die Jazzgitarre gilt. Anlass genug für Kurator Siggi Loch in der Konzertreihe Jazz at Berlin Philharmonic aktuelle Entwicklungen bei einer Nordic Guitar Nightzu präsentieren.

Mit dabei ist der Däne Jakob Bro, der sich in den vergangenen Jahren einen Platz unter den führenden Gitarristen seiner Generation erspielt hat. Ein filigranes, Klangräume erschließendes und öffnendes Geflecht aus Melodien und sphärischen Flächen entspinnt sich bei ihm bevorzugt im Zusammenspiel mit dem Bassisten Thomas Morgan und dem Schlagzeuger Joey Baron. Beide sind prominente Repräsentanten der kreativen New Yorker Szene, sodass hier ein Zusammenwirken beider Jazzwelten zu erleben ist.

Ähnliches gilt für den vom Bros »nordic sound« allerdings deutlich entfernten Gitarristen Kalle Kalima, der zwar aus Finnland stammt, aber seit über 20 Jahren in Berlin lebt und deshalb ein integraler Teil der avantgardistischen Jazzszene der Hauptstadt ist. Einen Teil der typisch finnischen Musik-Extravaganz – so ist das Land zum Beispiel auch Tango-verrückt – hat er sich freilich bewahrt: Kalima liebt Country- und Western-Music und hat diese amerikanische Volksmusik schon bei vielen fremden und eigenen Projekten in futuristischen Jazz überführt. Schon der Name mancher seiner Bands (etwa Johnny La Marama oder Long Winding Road)verweist auf diesen Einfluss. Dass auch sein hier vorgestelltes neues Projekt einen populären amerikanischen Westküstensound verarbeitet, deutet nicht nur der Name Flying like Eagles an, sondern auch die Besetzung: Neben dem britischen, heute zwischen Berlin und New York pendelnden Bassisten Phil Donkin und dem amerikanischen Avantgarde-Schlagzeuger Jim Black ist mit dem vor allem dem Blues verbundenen Norweger Knut Reiersrud ein zweiter Gitarrist dabei.

Kuratiert von Siggi Loch

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Konzert

Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker
Mikko Franck, Dirigent
Anna Vinnitskaya, Klavier


Einojuhani Rautavaara: Apotheosis
Sergej Prokofjew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 16
Claude Debussy: Printemps (Fassung für Orchester)
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé, Suite Nr. 2

Ganz gleich, ob Bach oder Schostakowitsch: Anna Vinnitskaya spielt nach eigener Aussage nur Musik, zu der sie interpretatorisch etwas zu sagen hat, was sie auch an ihr Publikum weitergeben kann. Denn ihrer stupenden pianistischen Technik zum Trotz, ist bloße Virtuosität nicht die Sache der sympathischen, für ihre feinsinnigen Interpretationen von Konzertbesuchern und Kritikern rund um den Globus gefeierten Künstlerin. Nachdem sie 2007 als zweite Frau in der Geschichte des Brüsseler Concours Musical Reine Elisabeth mit dem Ersten Preis im Fach Klavier ausgezeichnet wurde, hat Anna Vinnitskaya auf allen bedeutenden Konzertpodien der Welt mittlerweile unter Beweis gestellt, dass es eine ganze Reihe von Komponisten gibt, zu denen sie »etwas zu sagen« hat. Im Zentrum ihres breit gefächerten Repertoires stehen Meister der russischen und sowjetischen Musik wie Sergej Rachmaninow, Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch. Aber auch Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin, Johannes Brahms, Claude Debussy oder Maurice Ravel finden in Anna Vinnitskaya eine kongeniale Interpretin.

Dass sie einer solchen stilistischen Bandbreite musikalisch gerecht werden kann, hat die 1983 in Noworossijsk am Schwarzen Meer geborene, seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier spielende Künstlerin vor allem zwei Mentoren zu verdanken: Von Sergej Ossipenko, bei dem sie zwischen 1995 und 2001 am Rachmaninow-Konservatorium in Rostow am Don studierte, habe sie gelernt »am Klavier zu singen«, bekannte Anna Vinnitskaya unlängst in einem Interview; Jewgenij Koroljow, dessen Meisterklasse an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater sie in späteren Jahren besuchte, war es dann, der ihr beibrachte, eine musikalische Selbstständigkeit zu entwickeln. Beide Qualitäten – eine kantable Anschlagskultur und eine ebenso eigenständige wie frische Ausdruckskraft – prägten bereits den Klavierabend, mit dem Anna Vinnitskaya im Oktober 2017 ihr philharmonisches Debüt gab.

In diesen Konzerten ist sie nun als Solistin in einem Werk zu erleben, das in ihrer Karriere eine entscheidende Rolle spielte: War es doch ihre Interpretation von Sergej Prokofjews 1913 uraufgeführtem, zwischen musikalischer Romantik und Avantgarde oszillierendem Zweitem Klavierkonzert, mit der Anna Vinnitskaya 2007 die Endrunde des Concours Musical Reine Elisabeth für sich entschied. Ihr musikalischer Partner am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker ist der 1979 in Helsinki geborene Mikko Franck, der neben einem Werk seines 2016 verstorbenen Landsmanns Einojuhani Rautavaara mit Kompositionen von Claude Debussy und Maurice Ravel auch Paradebeispiele des musikalischen Impressionismus auf das Programm gesetzt hat.

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Kammermusik

Quatuor Diotima

Kammermusik

Quatuor Diotima:
Yun-Peng Zhao, Violine
Constance Ronzatti, Violine
Franck Chevalier, Viola
Pierre Morlet, Violoncello


György Ligeti: Streichquartett Nr. 2
Claude Debussy: Streichquartett Nr. 1 g-Moll
Béla Bartók: Streichquartett Nr. 1 Sz 40

Sie haben von Anfang an auf den großen internationalen Bühnen wie dem Auditorium du Louvre und der Cité de la Musique gespielt und gastierten in Japan, den USA, in Zentral- und Südamerika, China und Korea: die Musiker des Quatuor Diotima, das mit seinem Namen dem Streichquartett von Luigi Nono, Fragmente – Stille. An Diotima, seine Reverenz erweist. Der Name ist Programm und verweist auf das starke Engagement der Formation für die zeitgenössische Musik in Verbindung mit dem klassischen und romantischen Streichquartett-Repertoire. »Ein kompetenteres Ensemble als das Quatuor Diotima lässt sich für Konzerte mit zeitgenössischer Musik für Streichquartett kaum denken. Perfekt ist ein unzulängliches Wort, um die Qualität ihres Zusammenspiels zu beschreiben« (Hamburger Abendblatt).

An den Anfang ihres Konzerts stellen die vier Musiker des Quatuor Diotima György Ligetis Zweites Streichquartett, das sich u. a. auf das Quartettschaffen Béla Bartóks bezieht. Musikalisch gestaltet sich das Werk als kontinuierliche Metamorphose der Klangfarben und Bewegungsmuster, etwa im dritten Satz, einem Pizzicato-Stück, dessen Reiz in der für Ligeti typischen mechanischen Polyrhythmik liegt. In orchestraler Vielfarbigkeit präsentiert sich demgegenüber Claude Debussys einziges Streichquartett – mit »orientalischen« Melismen und einer Fülle von aphoristischen Klangfeldern, die sich in atemberaubendem Tempo abwechseln. Den Abend rundet Béla Bartóks Streichquartett Nr. 1 ab: eine Klangreise aus der Finsternis ins Licht, mit »ungarischem« Vivace-Finale, das nach dramatischem Beginn für einen versöhnlichen Ausklang sorgt.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Lezhneva | Fischer

Berliner Philharmoniker
Julia Lezhneva, Sopran
Adam Fischer, Dirigent und Klavier


Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 36 C-Dur KV 425 »Linzer«
Joseph Haydn: »Berenice, che fai«, Kantate für Sopran und Orchester Hob. XXIVa Nr. 10
Wolfgang Amadeus Mozart: »Chʼio mi scordi di te«, Rezitativ und Arie für Sopran, obligates Klavier und Orchester KV 505
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 104 D-Dur

Im Februar 2018 gab Adam Fischer sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern – und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus gefeiert, von der Presse in den höchsten Tönen gelobt: Fischers Interpretation von Antonín Dvořáks Symphonie Aus der Neuen Welt konnte sich »kaum jemand entziehen«, befand seinerzeit etwa Der Tagesspiegel, dirigierte er dieses legendäre Werk doch »mit vollem Körpereinsatz [und] exakter musikalischer Vorstellungskraft«.Nun kehrt Fischer, dessen jüngerer Bruder Iván zwischen 2012 und 2018 als Chefdirigent des Konzerthausorchesters eine führende Rolle im Berliner Musikleben spielte, an das Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker zurück – mit einem Programm, das ganz der Musik zweier Komponisten gewidmet ist, die ihm schon immer besonders am Herzen lagen: Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.

1987 gründete Fischer die Haydn-Philharmonie, deren Besetzung mit österreichischen und ungarischen Musikern zwei Jahre vor der Zeitenwende des Jahres 1989 ein politisches Signal setzte und die mit der vielfach prämierten Einspielung sämtlicher Symphonien ihres Namensgebers einen ersten künstlerischen Höhepunkt fand. Mit der Musik Mozarts kam Fischer erstmals in Berührung, als er in jungen Jahren an der Ungarischen Staatsoper in Budapest die Rolle eines der drei Knaben in der Zauberflöte sang. Viele Jahre später war die 2013 erschienene Einspielung sämtlicher Symphonien von Mozart mit dem Dänischen Kammerorchester ein Langzeitprojekt des weltweit agierenden Dirigenten.

Die Eckpunkte des Programms, das Fischer für diese Konzerte der Berliner Philharmoniker zusammengestellt hat, bilden Mozarts 1783 entstandene, nach dem Ort ihrer Uraufführung Linzer genannte Symphonie C-Dur KV 425 und Haydns zwölf Jahre später in London erstmals aufgeführte Symphonie Nr. 104 in D-Dur, mit der der Komponist einen gewitzten Schlussstrich unter sein symphonisches Schaffen zog.

Im Zentrum des Abends stehen zwei Vokalkompositionen: die Konzertarie für Sopran, obligates Klavier (gespielt von Adam Fischer) und Orchester KV 505, die Mozart 1786 in Wien für die englische Sopranistin Nancy Storace komponierte, sowie die dramatische Szene nebst Arie »Berenice, che fai«, mit der Haydn 1795 der Kunst einer in London gefeierten italienischen Primadonna ein musikalisches Denkmal setzte. Als Solistin in diesen beiden ebenso ausdrucksstarken wie halsbrecherischen Vokalkompositionen ist die junge russische Sopranistin Julia Lezhneva zu erleben, die in diesen Konzerten ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern gibt.

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Kammermusik

Philharmonischer Salon

Kammermusik

Philharmonischer Salon
Gerd Wameling, Sprecher
Dorian Xhoxhi, Violine
Vittorio Ghielmi, Viola da Gamba
Bruno Delepelaire, Violoncello
Luca Pianca Laute
Florian Birsak, Cembalo
Götz Teutsch, Programmgestaltung


Hubert le Blanc: »Das Duell – Die Verteidigung der Viola da Gamba gegen die Angriffe der Violine und die Anmaßung des Violoncells« (um 1740)
Musik von Marin Marais, Antoine Forqueray, Francesco Geminiani, Jean-Marie Leclair, François Couperin, Francesco Maria Veracini, Robert de Visée, Giovanni Benedetto Platti u. a.
Texte von Hubert Le Blanc, Jean-Jacques Rousseau, Jeanne Antoinette Poisson de Pompadour und Albert Erhard

Mehr als zwei Jahrhunderte galt der feine, süße Ton der Viola da Gamba als das Nonplusultra aristokratischer Musizierkunst. Der homogene ausgewogene Klang, den ein aus Gamben bestehendes Ensemble hervorbrachte, entsprach so ganz der Musikästhetik der Renaissance und des Frühbarock. Doch die Zeiten änderten sich. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen die Violininstrumente den Gamben den Rang abzulaufen. Sie waren im Klang stärker und eigneten sich besser für die neuen Anforderungen, die an die Musik gestellt wurden.

In Frankreich konkurrierte die Bassgambe als bewährtes virtuoses Solisteninstrument mit dem immer beliebter werdenden Violoncello. Dieses brachte aus Italien eine neue Art des Musizierens mit, die so ganz anders war als bisher gewohnt und sich bald auch beim französischen Publikum großer Beliebtheit erfreute. Welche Kontroversen diese Entwicklung auslöste, zeigt sich an Hubert le Blancs Publikation Verteidigung der Viola da Gamba gegen die Angriffe und Anmaßungen des Violoncells. Der Jurist und Gambist stellt in dieser Streitschrift die Vor- und Nachteile beider Instrumente einander gegenüber und kommt zu folgendem Fazit: »Dies alles ist nur zu dem Zweck zusammengestellt, um die Gambe wieder in ihre Rechte einzusetzen, nicht aber um diejenigen, die sie spielen, über die Cellospieler zu stellen.«

Der Philharmonische Salon lässt diese Kontroverse wieder lebendig werden. Gerd Wameling liest aus Hubert le Blancs Streitschrift sowie weiteren zeitgenössischen Texten. Unterstützt von weiteren Musikern führen der Gambist Vittorio Ghiemli und Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker, die Vorteile ihres jeweiligen Instruments mit Musik von Marin Marais, Antoine Forqueray, François Couperin, Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Francesco Geminiani u. a. vor.

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Kammermusik

Chamber Orchestra of Europe

Kammermusik

Chamber Orchestra of Europe
András Schiff, Klavier und Leitung


Joseph Haydn: Ouvertüre zur Oper L'isola disabitata Hob. Ia:13
Joseph Haydn: Konzert für Klavier und Orchester D-Dur Hob. XVIII:11
Joseph Haydn: Symphonie Nr. 88 G-Dur
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 25
Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90 »Italienische«

Mit Musik aus der zweiten Reihe hält sich Sir András Schiff nicht auf. Denn als Pianist und als Dirigent pflegt er ein handverlesenes Repertoire, in dessen Zentrum neben Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Robert Schumann natürlich auch Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy stehen.

Zu Beginn dieses Abends, den Schiff gemeinsam mit dem von BBC 2 Television als »bestes Kammerorchester der Welt« gefeierten Chamber Orchestra of Europe bestreitet, erklingt die Ouvertüre zur Haydn-Oper L’isola disabitata. Das Libretto von Metastasio erzählt die Geschichte von vier Schiffbrüchigen, die nach jahrelangem Überlebenskampf auf einer »wüsten Insel« gerettet werden – Daniel Defoes 1719 erschienener Roman Robinson Crusoe dürfte nicht nur Metastasio bekannt gewesen sein. Anschließend steht mit dem D-Dur-Klavierkonzert Hob. XVIII:11 Haydns wohl populärstes Solokonzert für Tasteninstrument auf dem Programm. Ein finales Rondo all’ungharese voller extravaganter Exotismen sorgt hier für einen schwung- und humorvollen Ausklang, der seinesgleichen sucht.

Nach der Symphonie Nr. 88 G-Dur, in deren drittem Satz Haydn kunstvoll die Klänge eines Dudelsacks nachempfunden hat, steht Felix Mendelssohn Bartholdys brillantes g-Moll-Klavierkonzert op. 25, das mit seiner konsequenten Ausnutzung »moderner« pianistischer Standards im 19. Jahrhundert zum festen Repertoire gehörte. Carl Reinecke berichtete, dass am Pariser Konservatorium kaum ein Tag vergangen sei, an dem das Stück nicht gespielt worden wäre. Mendelssohns Italienische Symphonie bildet den Ausklang des Abends – ein Werk, dessen Finale im Stil neapolitanischer Volkstänze gehalten ist, die der Komponist in Amalfi kennengelernt hatte.

Mit freundlicher Unterstützung der Aventis Foundation.

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Konzert

Carte blanche

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Eintritt frei.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Järvi | Jansen

Berliner Philharmoniker
Paavo Järvi, Dirigent
Janine Jansen, Violine


Jean Sibelius: Tapiola, Tondichtung op. 112
Peter Tschaikowsky: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Robert Schumann: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 »Rheinische«

Der für seine mitreißenden Interpretationen gefeierte Dirigent Paavo Järvi und die charismatische, durch makelloses technisches Rüstzeug, eine überlegene Klangkultur und höchste musikalische Sensibilität überzeugende Geigerin Janine Jansen nehmen sich in diesen Konzerten zweier Kompositionen an, die sich in der Akzeptanz durch die Öffentlichkeit zunächst stark unterschieden.

Peter Tschaikowskys Violinkonzert, das nach einer Zeit einschneidender persönlicher Krisen des Komponisten entstanden ist, sei »unviolinistisch«, befand einst Leopold Auer, der Widmungsträger des Werks – und überließ es daher einem Kollegen, Tschaikowskys einzigen Beitrag zur Gattung des Violinkonzerts am 4. Dezember 1881 in Wien aus der Taufe zu heben. In den Feuilletons war über dieses denkwürdige Ereignis seinerzeit kaum etwas Gutes zu lesen. Der Wiener Eduard Hanslick konfrontierte seine Leser sogar mit der despektierlichen Frage, ob es wohl »Musikstücke geben könnte, die man stinken hört«. Es sollten noch Jahre ins Land gehen bis Tschaikowskys klassischen Formprinzipien folgendes Violinkonzert, das enorme spieltechnische Anforderungen in den Dienst nie zuvor gehörter Ausdrucksbereiche stellt, von Publikum und Presse als epochaler Markstein der Gattungsgeschichte anerkannt wurde.

Anders erging es der Dritten Symphonie von Robert Schumann: Als sie am 6. Februar 1851 in Düsseldorf unter der Leitung des Komponisten zum ersten Mal aufgeführt wurde, zeigten sich Presse und Publikum auf Anhieb begeistert. Kritik an dem innerhalb nur eines Monats entstandenen Werk wurde damals von eher unerwarteter Seite laut: So schrieb Schumanns Gattin Clara über den Finalsatz, er sei »derjenige, welcher mir noch am wenigsten klar ist; er ist äußerst kunstvoll, das höre ich, doch kann ich nicht so recht folgen«. In eine ähnliche Kerbe schlug später ausgerechnet Tschaikowsky, als er Schumanns Komposition bescheinigte, dass in ihr trotz »ungeschwächter Kraft des Inhalts äußere Formmängel immer bemerkbarer« zu Tage träten. Letzten Endes ließen sich aber weder Schumann, der mit der Dritten Symphonie bei den Zuhörern nach eigener Aussage »freundlichere Stimmungen« erwecken wollte, noch sein Publikum von diesen Kritteleien entmutigen. Heute gilt das Werk, das in fünf Sätzen gänzlich divergente Ausdruckswerte auslotet, dank subtiler motivischer Querverbindungen aber dennoch eine bezwingende Einheit darstellt, zu Recht als eine von Schumanns symphonischen Glanzleistungen.

An den Beginn des Programms hat Paavo Järvi Tapiola von Jean Sibelius gestellt. Die von finnischen Natursagen inspirierte Tondichtung war ein Auftragswerk des amerikanischen Dirigenten Walter Damrosch, der das Werk 1926 in New York zur Uraufführung brachte. Es sollte Sibeliusʼ letzte Komposition für Orchester bleiben. Leevi Madetoja, einer der Schüler von Sibelius, beschrieb seine Eindrücke zu Tapiola: »Zuweilen hört man das wehmütige, sich immer wieder wiederholende Munkeln des Waldgeistes, zuweilen tanzen die Wichtelmännchen hitzig, zuweilen wiederum schreit ein einsamer Wanderer in der Einöde seinen Lebensschmerz gegen Himmel. Ein schönes Werk, technisch der Symphonie Nr. 7 nahe.«

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Film

Jean-Baptiste Monnot

Einmal im Jahr verwandelt sich die Berliner Philharmonie in ein großes Stummfilmkino. Auf dem Programm steht in dieser Saison eine Ikone der Filmgeschichte: Sergej Eisensteins Meisterwerk Panzerkreuzer Potemkin aus dem Jahr 1925. Die Musik zu dem Film wird live auf der großen Orgel der Philharmonie gespielt.

Frühjahr 1905: Russland ist in Aufruhr. Der verlorene russisch-japanische Krieg und die Wirtschaftskrise schüren Wut und Zorn bei der Bevölkerung. Auf dem Panzerkreuzer »Fürst Potemkin« kommt es zu einer Meuterei, weil die Mannschaft sich weigert, verdorbenes Fleisch zu essen. Angesichts einer drohenden Erschießung ruft der Matrose Grigori Wakulintschuk zum Aufstand gegen die Offiziere auf, was er jedoch mit seinem Leben bezahlt. In Odessa wird sein Leichnam unter Anteilnahme der Bevölkerung aufgebahrt. Wenig später richten zaristische Kosaken auf der Hafentreppe ein Massaker an. Erst die Kanonen der »Fürst Potemkin« können dem Morden Einhalt gebieten. Am Ende verbrüdert sich die gesamte herannahende Flotte mit dem Schiff: Die Revolution hat gesiegt.

An der Orgel hätte eigentlich Jean Guillou Platz nehmen sollen, doch Frankreichs berühmtester Organist verstarb im Januar 2019. Was lag also näher, als mit Jean-Baptiste Monnot Guillous erklärten Lieblingsschüler einzuladen und das Konzert dem Meister zu widmen? Der 35-jährige Musiker zählt zu den »rising stars« unter den Organisten, ist leidenschaftlicher Cineast und überhaupt ein musikalischer Alleskönner. Film ab!

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Konzert

Philharmonischer Salon

Gerd Wameling, Sprecher
Dorian Xhoxhi, Violine
Vittorio Ghielmi, Viola da Gamba
Bruno Delepelaire, Violoncello
Luca Pianca, Laute
Florian Birsak, Cembalo
Götz Teutsch, Programmgestaltung


Hubert le Blanc: »Das Duell – Die Verteidigung der Viola da Gamba gegen die Angriffe der Violine und die Anmaßung des Violoncells« (um 1740)

Musik von Marin Marais, Antoine Forqueray, Francesco Geminiani, Jean-Marie Leclair, François Couperin, Francesco Maria Veracini, Robert de Visée, Giovanni Benedetto Platti u. a.

Texte von Hubert Le Blanc, Jean-Jacques Rousseau, Jeanne Antoinette Poisson de Pompadour und Albert Erhard

Mehr als zwei Jahrhunderte galt der feine, süße Ton der Viola da Gamba als das Nonplusultra aristokratischer Musizierkunst. Der homogene ausgewogene Klang, den ein aus Gamben bestehendes Ensemble hervorbrachte, entsprach so ganz der Musikästhetik der Renaissance und des Frühbarock. Doch die Zeiten änderten sich. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen die Violininstrumente den Gamben den Rang abzulaufen. Sie waren im Klang stärker und eigneten sich besser für die neuen Anforderungen, die an die Musik gestellt wurden.

In Frankreich konkurrierte die Bassgambe als bewährtes virtuoses Solisteninstrument mit dem immer beliebter werdenden Violoncello. Dieses brachte aus Italien eine neue Art des Musizierens mit, die so ganz anders war als bisher gewohnt und sich bald auch beim französischen Publikum großer Beliebtheit erfreute. Welche Kontroversen diese Entwicklung auslöste, zeigt sich an Hubert le Blancs Publikation Verteidigung der Viola da Gamba gegen die Angriffe und Anmaßungen des Violoncells. Der Jurist und Gambist stellt in dieser Streitschrift die Vor- und Nachteile beider Instrumente einander gegenüber und kommt zu folgendem Fazit: »Dies alles ist nur zu dem Zweck zusammengestellt, um die Gambe wieder in ihre Rechte einzusetzen, nicht aber um diejenigen, die sie spielen, über die Cellospieler zu stellen.«

Der Philharmonische Salon lässt diese Kontroverse wieder lebendig werden. Gerd Wameling liest aus Hubert le Blancs Streitschrift sowie weiteren zeitgenössischen Texten. Unterstützt von weiteren Musikern führen der Gambist Vittorio Ghiemli und Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker, die Vorteile ihres jeweiligen Instruments mit Musik von Marin Marais, Antoine Forqueray, François Couperin, Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Francesco Geminiani u. a. vor.

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Konzert

Lunchkonzert:
Schoch | Höricke

Andre Schoch, Trompete
Friedrich Höricke, Klavier


Ludwig van Beethoven: Sonate F-Dur op. 17
Camille Saint-Saëns: Sonate D-Dur op. 166
Richard Strauss: Andante C-Dur TrV 155
Alexander Glasunow: Élégie für Violoncello und Klavier Des-Dur op. 17

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.

Eintritt frei

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Konzert

Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker
Emmanuelle Haïm, Dirigentin
Lucy Crowe, Sopran
Florian Sempey, Bariton


Henry Purcell: Suite aus der Semi-opera The Fairy Queen
Georg Friedrich Händel: Feuerwerksmusik HWV 351
Georg Friedrich Händel: Apollo e Dafne, Kantate für Sopran, Bass, Flöte, Oboe, Streicher und Basso continuo HWV 122

Emmanuelle Haïm studierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt Paris Klavier und Orgel, bis sie das Cembalo und damit die Welt der Alten Musik für sich entdeckte. Als musikalische Assistentin von William Christie und Cembalistin in dessen Ensemble Les Arts Florissants verdiente sie sich erste musikalische Sporen. Im Jahr 2000 gründete sie dann ihre eigene Formation, Le Concert dʼAstrée, mit der sie bis heute weltweit gastiert und immer wieder preisgekrönte Einspielungen von Werken des musikalischen Barockzeitalters vorlegt. Als ausgewiesene Spezialistin für historische Aufführungspraxis stand Emmanuelle Haïm aber schon bald auch am Dirigentenpult von Klangkörpern wie dem Orchestra of the Age of Enlightenment, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin oder dem hr-Sinfonieorchester in Frankfurt am Main.

Ihre Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern geht auf das Jahr 2002 zurück: Damals war sie als Assistentin von Sir Simon Rattle als Continuospielerin an Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion beteiligt. 2008 gab Emmanuelle Haïm mit Aufführungen von Georg Friedrich Händels Cäcilien-Ode dann ihr Debüt am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker, drei Jahre später leitete sie ein philharmonisches Konzertprogramm mit Werken von Händel und Jean-Philippe Rameau, das ein der Musik des französischen Komponisten gewidmetes Education-Projekt nach sich zog. Seitdem hat Emmanuelle Haïm das Repertoire der Berliner Philharmoniker immer wieder um selten gespielte Werke bereichert, darunter etwa Händels Oratorium La resurrezione, das sie 2014 in der Philharmonie zur Aufführung brachte.

Überhaupt ist Händel ein Komponist, welcher der charismatischen Musikerin besonders am Herzen liegt – nicht zuletzt, weil sie nach eigener Aussage dessen einzigartiges Gespür für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme besonders schätzt. Kein Wunder also, dass Emmanuelle Haïm für diese Konzerte der Berliner Philharmoniker neben der Feuerwerksmusik, einem 1749 uraufgeführten orchestralen Evergreen Händels, mit der Kantate Apollo e Dafne auch eine selten zu hörende, ganz im Banne der italienischen Oper des frühen 18. Jahrhunderts stehende Vokalkomposition des Komponisten auf das Programm gesetzt hat. Den Auftakt dieses Konzertabends bilden Auszüge aus Henry Purcells 1692 in London aus der Taufe gehobenem, auf William Shakespeares Sommernachtstraum basierendem Bühnenwerk TheFairy-Queen.

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Kammermusik

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Kammermusik

Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Emmanuelle Haïm, Cembalo und Leitung


Henry Purcell: Sonata of three Parts g-Moll Z 790
Biagio Marini: Sonata sopra »La Monica«
Alessandro Stradella: Sinfonia Nr. 22 für Violine und Basso continuo d-Moll
Antonio Caldara: Triosonate B-Dur op. 2 Nr. 2
Marin Marais: Suite Nr. 2 g-Moll
Georg Friedrich Händel: Triosonate b-Moll HWV 386b
Jean-Marie Leclair: Deuxième Récréation de musique d'une exécution facile g-Moll op. 8

»Ich bin von Musik besessen – und relativ stur. Wenn ich etwas unbedingt will, muss ich es irgendwann auch haben.« Zielstrebig hat Emmanuelle Haïm ihren Kindheitswunsch, Dirigentin zu werden, verfolgt, obwohl sie zunächst Klavier, Orgel und Cembalo studiert hat, mit »Fächern wie Komposition, Harmonielehre, Kontrapunkt, Musikgeschichte und Improvisation« (Haïm). Als musikalische Assistentin von William Christie rückte schließlich die Ensembleleitung in den Fokus: »Ich habe einfach begriffen, dass es nun Zeit war, erwachsen zu werden und das zu tun, was ich schon als Kind tun wollte.«

Was folgte, war ein Traumstart, da Emmanuelle Haïm bei Sir Simon Rattle assistierte, den sie bei den Salzburger Festspielen 1999 kennenlernte: »Ich habe Cembalo gespielt und die Klavierproben begleitet. […] Er war ein so unglaublicher Dirigent, der so viel aus den Leuten dort herausgeholt hat – mit seiner enorm charismatischen Art. Seine Autorität hatte überhaupt nichts Brutales. Das gefiel mir sehr. Außerdem ist er auf eine erfrischend neue Weise an die Alte Musik herangegangen. […] Danach war mir klar: Genauso muss ich es auch machen.« Heute gilt Emmanuelle Haïm als eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten der Alte-Musikszene – nicht umsonst wird sie in Großbritannien »The Ms Dynamite of French Baroque« genannt.

Gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker widmet sie sich Werken von Henry Purcell, Marin Marais und Georg Friedrich Händel. Ebenfalls an diesem Abend vertreten: Werke von Jean-Marie Leclair, den die Zeitgenossen als »Corelli Frankreichs« verehrten und durch den in seiner Heimat die virtuose Geigenkunst Eingang in die kompositorische Praxis fand.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Roth | Aimard

Berliner Philharmoniker
François-Xavier Roth, Dirigent
Pierre-Laurent Aimard, Klavier


Joseph Haydn: Symphonie Nr. 59 A-Dur »Feuersymphonie«
Béla Bartók: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119
Béla Bartók: Tanz-Suite Sz 77
Edgard Varèse: Arcana für großes Orchester (revidierte Fassung von 1960)

»Transformationen« – so könnte das Motto für dieses Konzertprogramm lauten. Jeder Programmpunkt beleuchtet diesen Begriff auf eigene Weise: Edgard Varèse ließ sich zu seinem Orchesterwerk Arcana von der Lehre des Paracelsus inspirieren, dem großen Arzt, Alchemisten und Mystiker des 16. Jahrhunderts, der nach einem Universalmittel suchte, das die Fähigkeit besitzt, den Menschen zu heilen, zu verwandeln und zu erneuern. Varèse galt Zeit seines Lebens als Provokateur, als einer, der die tradierte Musik in eine neue Klanglichkeit überführen wollte. Seine Stücke sind geräuschhaft, grell, aggressiv, sprunghaft und spiegeln auf einzigartige Weise das moderne Lebensgefühl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Der aus Frankreich stammende Komponist emigrierte 1915 in die USA, wo er mit Amériques und Arcana jene zwei monumentalen Orchesterwerke schrieb, mit denen er sich als einer der innovativsten Köpfe seiner Zeit ausgewiesen hat.

Auch Béla Bartóks Drittes Klavierkonzert entstand in den USA. Aber unter vollkommen anderen Umständen: Nach seiner Emigration gelang es dem Ungarn nicht, sich in Amerika eine Lebensgrundlage zu schaffen. Das öffentliche Interesse an seinen Werken blieb gering, einzig die Kompositionsaufträge führender Künstler, allen voran Sergej Koussevitzky, sicherten ein gewisses Einkommen. Als der Komponist sein Drittes Klavierkonzert für seine Frau, die Pianistin Ditta Pásztory konzipierte, war er schwerkrank und bereits vom Tod gezeichnet. In dem Konzert schlug er einen Ton an, den man von seinen anderen beiden Klavierkonzerten nicht kannte: nachdenklich, romantisch, voller Andacht. Bartòk greift auf Kompositionstechniken des Barock wie Fuge und Kontrapunktik zurück und verbindet diese mit dem charakteristischen ungarischen Idiom, das seine Musik auszeichnet. Für Pierre-Laurent Aimard, dem Solisten des Programms, liegt nach eigener Aussage die Herausforderung des Konzerts darin, die Phrasierung so zu gestalten, »dass es barockartig, aber auch bartók-artig klingt.«

Eröffnet wird das Programm von der sogenannten Feuersymphonie Joseph Haydns. Der Beiname, den das Werk erst später erhielt, geht auf die Vermutung zurück, Haydn habe das Werk als Zwischenaktmusik für das Schauspiel die Feuersbrunst geschrieben. Die Symphonie besticht durch ihren impulsiven, dramatischen Gestus. Haydn arbeitet mit kurzen, knappen, gegensätzlichen Motiven, die er teilweise voneinander ableitet, untereinander variiert und die dem Stück eine mitreißende rhythmische Sogwirkung geben. Mit François-Xavier Roth steht ein Dirigent am Pult der Berliner Philharmoniker, der in seiner Programmkonzeption gerne die Balance zwischen alter und neuer Musik sucht und außerdem ein ausgewiesener Spezialist für das Œuvre Edgard Varèses ist.

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Konzert

Philharmonie »Late Night«

Mitglieder der Berliner Philharmoniker
François-Xavier Roth, Dirigent
Sarah Aristidou, Sopran


Edgard Varèse: Density 21.5 für Flöte solo
Edgard Varèse: Hyperprism für Bläser und Schlaginstrumente
Edgard Varèse: Intégrales für kleines Blasorchester und Schlagzeuger
Edgard Varèse: Ionisation für 13 Schlagzeuger
Edgard Varèse: Octandre für sieben Bläser und Kontrabass
Edgard Varèse: Offrandes, zwei Stücke für Sopran und Kammerorchester
Edgard Varèse: Poème électronique für Tonband

Klangvisionen am späten Abend: »Stellen Sie sich die Projektion einer geometrischen Figur auf einer Ebene vor, wobei die Figur und die Ebene sich im Raum bewegen – beide mit willkürlich wechselnden Geschwindigkeiten in Bezug auf Vorwärtsbewegung und Drehung.« Edgard Varèse war fasziniert von einer einkomponierten räumlichen Bewegung von Klängen – ebenso wie von der Verwendung unterschiedlicher Geräuschwerte, die primär durch Percussionsinstrumente erreicht wurden und unter dem Schlagwort »Befreiung des Klangs« in die Musikgeschichte eingingen. All dies ist in Werken wie Hyperprism, Intégrales und Ionisation deutlich ausgeprägt.

Neben diesen Werken widmen sich Mitglieder der Berliner Philharmoniker und François-Xavier Roth in dieser Late Night auch Edgard Varèses Octandre, in dem sich der Komponist voller Vitalität mit vier einzeln besetzten Holzbläsern, drei Blechbläsern und einem Kontrabass vom traditionellen Streicherklang abwandte, der für ihn das 18. und 19. Jahrhundert repräsentierte. In Offrandes wiederum wird die Sopranstimme von orchestralen Atmosphären umgeben, deren Klangpalette vom zartesten Pianissimo bis zur plötzlichen Eruption reicht.

21,5 bezeichnet die Dichte von Platin und gab Density 21.5 für Flöte seinen Titel: Das Werk schrieb Varèse für den Flötisten Georges Barrère, der um ein kurzes Solo gebeten hatte, mit dem er 1936 im Rahmen eines New Yorker Galakonzerts sein neues Platininstrument präsentieren wollte. Die endgültige »Befreiung des Klangs« erreichte Varése in seinen letzten Werken für Elektronik, u. a. in seinem Poème électronique für Tonband, das während der Brüsseler Weltausstellung 1958 in Le Corbusiers Philips-Pavillon von mehreren Millionen Menschen gehört wurde.

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Kammermusik

Concerto Melante auf originalen Stainer-Instrumenten

Jakob Stainer zum 400. Geburtstag

Raimar Orlovsky, Violine und Leitung
Reinhard Goebel, Moderation


Georg Muffat: Sonate für Streicher und Basso continuo Nr. 2 g-Moll aus Armonico tribtuo
Heinrich Ignaz Franz Biber: Sonate für Streicher und Basso continuo Nr. 6 a-Moll aus Fidicinum sacro-profanum
Francesco Saverio Geminiani: Concerto grosso für Streicher und Basso continuo d-Moll »La Follia« nach Arcangelo Corellis Violinsonate op. 5 Nr. 12
Francesco Maria Veracini: Ouvertüre Nr. 1 B-Dur für Streicher, zwei Oboen, Fagott und Basso continuo
Georg Philipp Telemann: Konzert für vier Violinen, Streicher und Generalbass A-Dur TWV 54:A1
Johann Sebastian Bach: Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo d-Moll BWV 1043

1998 wurde die Konzertreihe Mitglieder und Gäste der Berliner Philharmoniker auf historischen Instrumenten ins Leben gerufen, zehn Jahre später ging aus diesen musikalischen Begegnungen das Instrumentalensemble Concerto Melante hervor, dessen wohlklingender, italienisch anmutender Name sich auf ein Pseudonym des Komponisten Georg Philipp Telemann beruft, der aus den Silben seines Nachnamens ein Anagramm bildete. Dessen Musik war dann auch das 2010 erschienene CD-Debüt der Formation gewidmet. Mittlerweile hat das in wechselnden Besetzungen von vier bis zu einem Dutzend Instrumentalisten musizierende Concerto Melante auf Tonträgern und in Konzerten nicht nur Werke ihres Namensgebers interpretiert, sondern auch Musik von heute zum Teil in Vergessenheit geratenen Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts zur Diskussion gestellt.

In diesem Konzert der Serie Originalklang erinnert Concerto Melante an den 400. Geburtstag des Tiroler Geigenbauers Jacob Stainer. Vermutlich in Italien ausgebildet, fertigte der 1619 in Absam bei Innsbruck geborene Stainer Streichinstrumente, deren Bauweise an die der berühmten Cremoneser Werkstatt der Familie Amati erinnern. Stainer belieferte u. a. die Hofkapelle in Salzburg, den Innsbrucker Hof sowie die Hofkapelle von Köthen mit Instrumenten. Aber auch Musiker in München, Nürnberg, Bozen, Meran, Venedig und der Schweiz wussten die Schöpfungen des Tiroler Meisters zu schätzen.

In Zusammenarbeit mit Reinhard Goebel, dem es seit vielen Jahren künstlerisch verbunden ist und der als Moderator durch den Abend führt, hat das unter der Leitung des philharmonischen Geigers Raimar Orlovsky in diesem Konzert auf originalen Stainer-Instrumenten musizierende Concerto Melante ein Programm mit Werken von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts zusammengestellt – darunter der böhmische Geiger und Komponist Heinrich Ignatz Franz Biber, der aus Savoyen stammende Georg Muffat sowie die beiden italienischen Violinisten und Komponisten Francesco Geminiani und Francesco Maria Veracini. Neben Johann Sebastian Bach ist außerdem – wie könnte es anders sein? – auch Georg Philipp Telemann mit einem Konzert für vier Violinen, Streicher und Generalbass vertreten.

Diese musikalische Hommage an das Leben und Schaffen von Stainer wird am 26. Oktober ab 11 Uhr sein wissenschaftliches Äquivalent in einer Ausstellung sowie einem Symposium des Staatlichen Instituts für Musikforschung finden. Und wer sich an der lebendigen Musizierweise des Concerto Melantenicht satthören kann, der hat am 24. und 31. Mai 2020 die Gelegenheit, dieses Ensemble auch noch in einem Giacomo Casanova gewidmeten Philharmonischen Salon mit Interpretationen von Musik italienischer Komponisten des Barockzeitalters zu erleben.

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Konzert

Karajan-Akademie

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Stefan Dohr, Horn und Leitung


Nachholtermin für das ursprünglich am 12. Mai geplante Konzert

Werke von Paul Dukas, Olivier Messiaen, Claude Debussy, Thierry de Mey, Henri Tomasi, Aaron Copland, Chou Wen-Chung, Vito Žuraj und Leonard Bernstein

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Konzert

Lunchkonzert

Upama Muckensturm, Flöte
Leslie Riva-Ruppert, Violoncello
SooJin Anjou, Klavier


Nikolai Kapustin: Trio für Flöte, Violoncello und Klavier op. 86
Philippe Gaubert: Trois Aquarelles für Flöte, Violoncello und Klavier

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.

Eintritt frei

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Mehta | Grosz | Quandt

Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta, Dirigent
Amihai Grosz, Viola
Ludwig Quandt, Violoncello


Richard Strauss: Don Quixote, Symphonische Dichtung op. 35
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«

»Etwas von Don Quixote steckt in uns allen«, meint Ludwig Quandt, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker in einem Interview für die Digital Concert Hall. Was den Quixote für ihn so faszinierend macht? »Die Art, wie er die Welt wahrnimmt. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen seiner Vorstellung und der Realität.« Eine Hammelherde oder Windmühlen sind in Quixotes Augen ein feindliches Heer, das es zu bekämpfen gilt, eine hässliche Bauernmagd entzündet sein Herz, weil er sie für Dulcinea, die schönste Frau der Welt hält. Ihm zur Seite steht der treue, pragmatische Diener Sancho Pansa, der fatalistisch sämtliche Torheiten seines Herrn aushält. Miguel de Cervantes’ 1605 veröffentlichte Erzählung vom Ritter aus la Mancha gehört zu den wichtigsten Romanen der europäischen Kulturgeschichte. Der spanische Dichter schuf mit ihm eine Parodie auf die damals so beliebten Ritterromane. Der parodistische Ansatz Cervantes’ sowie die Situationen, die Quixote in seinem Wahn erlebt, inspirierten Richard Strauss zu seiner Tondichtung Don Quixote, in der er auf humorvolle, ironische Weise die musikalische Form der Variation persifliert. Gleichzeitig gelang ihm eine musikpsychologisch geniale Charakterisierung von Don Quixote, instrumental dargestellt von einem Solocello, und seinem Diener Sancho Pansa, dem die Solobratsche ihre Stimme leiht. In diesem Konzertprogramm ist Amihai Grosz, seit 2010 Erster Solobratschist des Orchesters, der Gefährte von Ludwig Quandt, der mit seinem Cello den verschrobenen Ritter musikalisch zum Leben erweckt.

Am Pult steht ein langjähriger künstlerischer Freund der Berliner Philharmoniker: Zubin Mehta, den das Orchester in der vergangenen Saison zu seinem Ehrenmitglied ernannte und der gerne in seinen Programmen Werke von Richard Strauss und Ludwig van Beethoven kombiniert. Umso überraschender, dass er eine der bekanntesten Symphonien des Wiener Meisters, seine Eroica, bislang noch nie bei den Philharmonikern dirigiert hat. Mit diesem Werk sprengte der Komponist die damaligen Gattungsnormen – nicht nur thematisch, formal und harmonisch, sondern auch in Hinblick darauf, dass sie Beethovens Monumentalstil etabliert. Gleichzeitig transportiert die Symphonie, die unter dem Eindruck der Revolutionsmusiken Frankreichs entstanden ist und thematisch auf Beethovens Ballett Die Geschöpfe des Prometheus Bezug nimmt, eine politische Botschaft: Sie setzt sich mit dem Ideal eines neuen Menschen auseinander, das die durch die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege ausgelösten gesellschaftlichen Umwälzungen hervorgebracht haben.

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Konzerte / Klassik Konzerthaus Berlin Berlin, Gendarmenmarkt 2
Konzerte / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin Berlin, Charlottenstr. 55
Konzerte / Klassik Berliner Schlosskonzerte Perlen der Klassik Berlin, Postfach 280303
Konzerte / Konzert Berliner Residenz Konzerte Berlin, Spandauer Damm 22-24
Konzerte / Klassik Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Frankfurt (Oder), Lebuser Mauerstr. 4
Konzerte / Klassik Berliner Singakademie Berlin, Charlottenstr. 56
Konzerte / Konzert Berliner Symphoniker Berlin, Wangenheimstr. 37-39
Konzerte / Klassik Philharmonischer Chor Berlin Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Konzerte / Konzert Neuer Marstall Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Berlin, Schloßplatz 7
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Berlin, Charlottenstr. 55
Konzerte / Kirchenmusik Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, Lietzenburger Str. 39
Konzerte / Konzert Extra Chor Brandenburg Ketzin, Paretz, Parkring 11c
Konzerte / Klassik Philharmonisches Kammerorchester Berlin Berlin, Akazienstraße 3
Konzerte / Klassik C. Bechstein Centrum Berlin Berlin, Kantstr. 17 / stilwerk
Konzerte / Klassik RIAS Kammerchor Berlin, Charlottenstraße 56

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