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Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie

Die Philharmonie ist seit mehr als 50 Jahren das musikalische Herz Berlins. Bei der Eröffnung 1963 noch an der Peripherie West-Berlins gelegen, wurde sie nach der Wiedervereinigung Teil der neuen urbanen Mitte. Ihre ungewöhnliche, zeltartige Form und ihre weithin leuchtende, gelbe Farbe macht sie zu einem der Wahrzeichen der Stadt. An ihrer ungewöhnlichen Architektur und der neuartigen Konzeption des Konzertsaals entzündeten sich anfangs Kontroversen, mittlerweile dient sie als Vorbild für Konzerthäuser in der ganzen Welt. »Ein Mensch im Angesicht eines andern, gereicht in Kreise, in mächtig schwingendem Bogen um strebende Kristall-Pyramide.« Bereits 1920 notierte der Architekt Hans Scharoun jene Worte als Vision für den idealen Theaterraum. Aus dieser Idee entwickelte er 35 Jahre später den Großen Saal der Philharmonie, in der das Podium mit den Musikern den Mittelpunkt bildet.

Musik und Mensch im Mittelpunkt

Seit dem Eröffnungskonzert unter Leitung von Herbert von Karajan haben die Berliner Philharmoniker zusammen mit großartigen Dirigenten und Solisten ihrem Publikum viele grandiose Konzerte beschert. Im Oktober 2013 feierten das Orchester und sein Chefdirigent Sir Simon Rattle den 50. Geburtstag ihres Hauses mit drei ganz unterschiedlichen Konzertereignissen, die die besonderen akustischen Möglichkeiten der Philharmonie eindrucksvoll zur Geltung brachten: die doppelchörige Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Inszenierung von Peter Sellars, das Festkonzert am 20. Oktober, das unter dem Motto »Raumklang« stand, und Arnold Schönbergs Gurre-Lieder.

Unsere Philharmonie-Sonderseite will Sie einladen, in die Geschichte, Architektur und Akustik dieses faszinierenden Hauses einzutauchen: mit Textbeiträgen aus verschiedenen Publikationen, mit einer kleinen Bildergalerie, die den Bau der Philharmonie von der Urskizze bis zur Fertigstellung dokumentiert, mit einem Video und unserer Geschichtssektion, in der Sie nicht nur viel Wissenswertes über das philharmonische Leben seid Erbauung des Konzertsaals finden, sondern einen gesamten Überblick über die Orchestergeschichte von der Gründung des »Philharmonischen Orchesters« bis heute.

Kontakt

Berliner Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30.254 88-0

 

Ticket-Hotline.: +49 (0)30.254 88-999

Anfahrtsmöglichkeiten

mit der U-Bahn:
Linie U2 - Bahnhöfe Potsdamer Platz oder Mendelssohn-Bartholdy-Park

mit der S-Bahn:
Linien S1, S2, S25 Potsdamer Platz

mit dem Bus direkt bis zur Philharmonie:
Linien 148 (Philharmonie), 200 (Philharmonie), 248 (Kemperplatz)
weitere Buslinien: 129 und 341 (Potsdamer Brücke), 348 (Kulturforum)

mit dem Auto: Auf dem Gelände der Philharmonie stehen begrenzt Parkplätze zur Verfügung.

Konzert

Europäisches Krzysztof-Penderecki-Musikzentrum

Lunchkonzert

Europäisches Krzysztof-Penderecki-Musikzentrum

Gioacchino Rossini: Sonata a quattro Nr. 1 G-Dur
Zoltán Kodály: Serenade op. 1: 1. Satz Allegramente − Sostenuto ma non troppo
Friedrich Hermann: Capriccio für drei Violinen Nr. 2 G-Dur op. 5
Grazyna Bacewicz: Quartett für vier Violinen
Antonín Dvořák: Streichquintett G-Dur op. 77: 1. Satz Allegro con fuoco – Più mosso

Bei den Lunchkonzerten sind grundsätzlich Besucher aller Altersgruppen herzlich willkommen. Bitte beachten Sie aber, dass – anders als bei den Familien- und Kinderkonzerten unserer Education-Abteilung – die Konzeption der Lunchkonzerte nicht explizit auf Kinder ausgerichtet ist.

Mit Rücksicht auf die ausführenden Künstler und die anderen Konzertgäste bitten wir interessierte Eltern, vor dem Besuch eines Lunchkonzertes abzuwägen, ob ihr Kind ca. 45 Minuten still sitzen kann und möchte.

Eintritt frei
Konzert

Daniel Harding dirigiert Mahlers Erste Symphonie

Berliner Philharmoniker
Daniel Harding, Dirigent
Dorothea Röschmann, Sopran


Charles Ives: Orchestral Set Nr. 1 »Three Places in New England«
Alban Berg: Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 1 D-Dur

Daniel Harding war Assistent von Sir Simon Rattle und Claudio Abbado. Für seinen offiziellen Einstand am Pult des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde er mit dem Royal Philharmonic Society »Best Debut« Award ausgezeichnet. 1996 dirigierte er im Rahmen der Berliner Festwochen zum ersten Mal die Berliner Philharmoniker und debütierte zudem bei den BBC Proms in London – als jüngster Dirigent in der Geschichte dieses renommierten Festivals. Als einer der erfolgreichsten Orchesterleiter seiner Generation ist er heute Musikdirektor des Schwedischen Radio-Symphonieorchesters mit dem er 2017 sein zehnjähriges Jubiläum feierte. 2016 übernahm Daniel Harding dazu die Position des Chefdirigenten beim Orchestre de Paris. Er ist Ehrendirigent des Mahler Chamber Orchestra, das eine mehr als 20-jährige künstlerische Zusammenarbeit mit ihm verbindet, und er war Chefdirigent des Trondheim Symphony Orchestra sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Dieses Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern lässt Daniel Harding mit der Orchestersuite Three Places in New England beginnen, deren drei Sätzen Charles Ives Überschriften vorangestellt hat, die sich auf naturhafte Szenerien oder Schauplätze aus der amerikanischen Historie beziehen. So ist zum Beispiel der erste Satz, The »Saint-Gaudens« in Boston Common, einem Denkmal aus dem amerikanischen Bürgerkrieg gewidmet. Die Musik der Three Places enthält eine Fülle von Anspielungen auf traditionelle Märsche und Lieder, die immer wieder wie aus räumlicher und zeitlicher Distanz in den ruhigen musikalischen Verlauf hineinklingen.

Anschließend stehen Alban Bergs Drei Bruchstücke aus der Oper »Wozzeck« auf dem Programm, deren Sopranpart Dorothea Röschmann übernehmen wird. Berg extrahierte 1924 auf Anregung von Herrmann Scherchen Teile aus seinem bereits seit zwei Jahren vorliegenden Bühnenwerk, an dessen Premiere sich bislang kein Dirigent herangetraut hatte. Die zwischen innerem Seelendrama und expressivem Bekenntnis changierende Musik verfehlte ihre Wirkung nicht: Erich Kleiber war von der emotionalen Intensität der Bruchstücke so hingerissen, dass er den Wozzeck am 14. Dezember 1925 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufführte. Hauptwerk des Abends ist Gustav Mahlers Erste Symphonie, zu deren Beginn den Hörer mit dem »Erwachen der Natur am frühesten Morgen« (Mahler) ein musikalisch-räumliches Abbild kreatürlicher Waldeinsamkeit umfängt. Dem rustikalen Scherzo, das Willem Mengelberg schlicht als »Bauerntanz« bezeichnete, folgt der langsame Satz von »einer bald ironisch lustigen, bald unheimlich brütenden Stimmung«, bevor das »mit einem entsetzlichen Aufschrei« beginnende Finale (Mahler) für einen dramatischen Abschluss sorgt.
Kammermusik

Mitglieder des Philharmonia Quartetts

Kammermusik

Mitglieder des Philharmonia Quartetts:
Daniel Stabrawa, Violine
Neithard Resa, Viola
Dietmar Schwalke, Violoncello


Ludwig van Beethoven: Streichtrio G-Dur op. 9 Nr. 1
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 471
Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563
Konzert

Lunchkonzert

Kinderprogramm

Kitakonzert 3-2-1-LOS!

(nur für Kita-Gruppen nach vorheriger Anmeldung)
Lesung

Der philharmonische Diskurs

Ulrich Matthes liest Krenek

Ulrich Matthes, Sprecher
Andreas Donat, Klavier


Im Atem der Zeit. Ulrich Matthes liest aus Ernst Kreneks »Erinnerungen an die Moderne«.

Der Komponist Ernst Krenek war ein überaus fleißiger Mann. Als er im Dezember 1991 hochbetagt im kalifornischen Palm Springs verstarb, hinterließ er ein Werkverzeichnis, das seinesgleichen sucht. Insgesamt brachte er es in 91 Lebensjahren auf sage und schreibe 370 Kompositionen. Krenek hat nicht nur viel und leicht komponiert, sondern auch gern und reichlich geschrieben. Das war offensichtlich Teil seines Selbstverständnisses, sich immer auch als einen Mann der Feder, als Intellektuellen zu betrachten.

Ernst Kreneks Autobiografie Im Atem der Zeit – Erinnerungen an die Moderne ist ein einzigartig maßloses Buch: dick und sinnlich, ungemein amüsant und wienerisch-grantelnd sowie temporeich und erfrischend indiskret. Krenek heiratete schneller als er sich verlieben konnte – seine erste Ehe schloss er mit Gustav und Alma Mahlers Tochter Anna –, die Scheidungen folgten meistens nach kurzer Zeit. Die Uraufführung der Jazzoper Johnny spielt auf brachte den ersehnten Durchbruch und viel Geld, wovon nicht viel übrig blieb. Krenek stürzte sich lieber mit seinem Freund Eduard Erdmann in den Kölner Karneval, trank mit dem Pianisten um die Wette, machte die Nacht zum Tage um sich kurz darauf in ein weiteres Abenteuer oder in eine neue Ehe einzulassen oder zwischendurch in kürzester Zeit eine abendfüllende Symphonie zu Papier zu bringen.

Über seine zeitweilige Schwiegermutter Alma Mahler-Werfel schrieb er: »Sie hatte tatsächlich das Zeug dazu, das Leben zu einem schwindelerregenden Karussell zu machen.« Diese Fähigkeit hat er sich zweifellos bei ihr abgeschaut. Es liest Starschauspieler Ulrich Matthes.
Kammermusik

Alles Ravel!

Kammermusik

Simon Roturier, Violine
Christophe Horák, Violine
Ignacy Miecznikowski, Viola
Bruno Delepelaire, Violoncello
Emmanuel Pahud, Flöte
Wenzel Fuchs, Klarinette
Marie-Pierre, Langlamet Harfe


Alles Ravel: Maurice Ravel
Sonatine für Klavier (Bearbeitung für Flöte, Viola und Harfe von Carlos Salzedo)
Maurice Ravel: Streichquartett F-Dur
Maurice Ravel: Sonate für Violine und Violoncello
Maurice Ravel: Introduction et Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette und Streichquartett

In »acht Tagen härtester Arbeit und drei durchwachten Nächten« komponierte Maurice Ravel 1905 Introduction et Allegro für Harfe, Flöte, Klarinette und Streichquartett. Das Werk entstand im Auftrag der Firma Érard, einem traditionsreichen Hersteller von Klavieren, Flügeln und Harfen. Ravels Komposition sollte im Rahmen einer raffinierten Marketingstrategie unter Beweis stellen, dass die von Érard bereits 1810 patentierte Pedalharfe einem moderneren chromatischen Instrument aus dem konkurrierenden Hause Pleyel überlegen war. Ravel begegnete dieser Herausforderung, indem er ein einsätziges kammermusikalisches Harfenkonzert en miniature schuf, das alle spieltechnischen Möglichkeiten des Instruments ausschöpft.

15 Jahre später nahm Ravel dann eine viersätzige Sonate für Violine und Violoncello in Angriff, dessen ersten Satz er der Erinnerung an seinen 1918 verstorbenen Komponistenkollegen Claude Debussy widmete. Dessen Streichquartett aus dem Jahr 1893 hatte Ravel in den Jahren 1902/1903 dazu inspiriert, selbst einen Beitrag zur kammermusikalischen Königdisziplin par excellence zu komponieren, dessen Genialität Debussy neidlos anerkannte. Die klassizistisch angelegte Sonatine für Klavier, die in diesem Konzert in einer von dem französischen Harfenisten und Komponisten Carlos Salzedo erstellten Triofassung für Flöte, Viola und Harfe erklingt, schrieb Ravel in den Jahren zwischen 1903 und 1905. Sie steht zu Unrecht im Schatten von Ravels etwa im gleichen Zeitraum geschaffenen Klavierzyklus Miroirs, bereichert sie das Bild von der Vielseitigkeit ihres Schöpfers doch um eine Reihe faszinierender Facetten.

Gestaltet wird dieser einzig der Kammermusik von Maurice Ravel gewidmete Abend ausschließlich von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker. Ohne ein ständiges Ensemble zu bilden, haben die sechs Musiker und die Harfenistin Marie-Pierre Langlamet exklusiv für diese Hommage an den französischen Komponisten zusammengefunden.
Jugendprogramm

5. Musikalische Expedition: Kontrapunkt

Education

Die Suche nach dem Kontrapunkt und der Mehrstimmigkeit steht im Mittelpunkt dieser Expedition, die Führung und Workshop miteinander verbindet. Die Teilnehmenden werden musikalische Strukturen in der Architektur entdecken: Wie spiegelt sich das Prinzip der Kontrapunktik im Gebäude wider? Und was hat diese musikalische Technik mit der Idee der Demokratie zu tun? Mehrstimmigkeit wird auch im gemeinsamen Singen geprobt und ganz nebenbei werden akustische Phänomene wie Echo und Nachhall untersucht.
Kammermusik

Kammermusik der Romantik mit dem Varian Fry Quartett

Varian Fry Quartett:
Philipp Bohnen, Violine
Marlene Ito, Violine
Martin von der Nahmer, Viola
Rachel Helleur-Simcock, Violoncello
Bruno Delepelaire, Violoncello


Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett Es-Dur op. 44 Nr. 3
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956

Das Varian Fry Quartett ist nach dem amerikanischen Journalisten und Freiheitskämpfer Varian Fry benannt, der im Zweiten Weltkrieg in Frankreich vielen Menschen die Flucht vor den Nationalsozialisten ermöglichte. Es wurde in der Spielzeit 2012/2013 von Philipp Bohnen und Marlene Ito (Violine), Martin von der Nahmer (Viola) sowie Rachel Helleur-Simcock (Violoncello) gegründet. Der Grundstein für diese junge Formation wurde allerdings bereits in der Spielzeit 2007/2008 gelegt: Damals fanden drei der vier Musiker noch als Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker zum Quartettspiel zusammen.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Es-Dur op. 44 Nr. 3 widmet sich das Varian Fry Quartett einem überaus melodischen Werk, das dem Komponisten selbst »einige 100mal besser […] als die beiden andern« Werke seines Opus 44 gefiel. In ihm folgt auf einen dicht gearbeiteten Sonatenkopfsatz ein luftig-vorbeihuschendes »Elfen-Scherzo«, ein überaus poetisches Adagio sowie ein »feuriges« Finale, das mit seinen zahlreichen Anspielungen auf die anderen Sätze des Quartetts für einen krönenden Abschluss sorgt.

Anschließend steht mit dem Streichquintett C-Dur D 956 Franz Schuberts letztes und wohl bedeutendstes Kammermusikwerk auf dem Programm. Auffällig ist die Besetzung mit einem zweiten Violoncello, das – von der Bassfunktion befreit – in schönster Tenorlage melodisch zur Geltung kommt. Unterstützt wird das Varian Fry Quartett hierbei von Bruno Delepelaire, der ebenfalls Stipendiat der Karajan-Akademie war, bevor er 2013 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker wurde.
Konzert

Orgelmatinee: Ken Cowan und Noah Bendix-Balgley

Orgel & Violine

Ken Cowan, Orgel
Noah Bendix-Balgley, Violine


Franz Liszt: Rákóczi-Marsch (Bearbeitung für Orgel von George Baker nach der Klavierfassung von Vladimir Horowitz)
Johann Sebastian Bach: Sonate c-Moll BWV 1017 (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)
Franz Liszt: Mephisto-Walzer (Bearbeitung für Orgel von Ken Cowan)
Sergej Rachmaninow: Vocalise op. 34 Nr. 14 (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)
Marcel Dupré: Präludium und Fuge C-Dur op. 36 Nr. 3
Sigfrid Karg-Elert: Pastorale für Violine und Orgel op. 48b Nr. 2
Camille Saint-Saëns: Danse macabre op. 40 (Bearbeitung für Orgel von Ken Cowan)
Maurice Ravel: Tzigane (Bearbeitung für Violine und Orgel von Ken Cowan)

Diesen Namen muss man sich merken: Ken Cowan. Wo immer der kanadische Organist auftritt, verleitet er sein Publikum zu Beifallsstürmen. Technische Schwierigkeiten scheinen für den 44-Jährigen einfach nicht zu existieren, wenn er mit atemberaubender Virtuosität etwa Franz Liszts Mephisto-Walzer über die Tasten wuchtet. Doch Ken Cowans Musikertum erschöpft sich nicht in Tastenakrobatik. Er ist ein sensibler und ernsthafter Künstler, der sein Publikum auch mit ruhigen Werken zu überzeugen vermag. Gelernt hat Ken Cowan sein Handwerk an zwei der renommiertesten Musikhochschulen der Vereinigten Staaten: dem Curtis Institute of Music in Philadelphia und dem Yale Institute of Sacred Music in New Haven. Ihm zur Seite steht in der heutigen Orgelmatinee Noah Bendix-Balgley, seit vier Jahren Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker.

Die Orgel und die Violine haben auf den ersten Blick zwar nicht viel gemeinsam, doch beide Instrumente sind in besonderer Weise in der Lage, Musik gewissermaßen singend zum Klingen zu bringen. Das zeigen Ken Cowan und Noah Bendix-Balgley etwa in Sergej Rachmaninows berühmter Vocalise oder in Sigfrid Karg-Elerts inniger Pastorale.

Selbstverständlich präsentiert sich der Gast aus Nordamerika mit Kompositionen von Franz Liszt, Marcel Dupré und Camille Saint-Saëns auch als Solokünstler. Am Ende erklingt Maurice Ravels berühmte und ob ihrer technischen Schwierigkeiten berüchtigte Rhapsodie Tzigane in einer Bearbeitung für Violine und Orgel. Man höre und staune.
Konzert

Zubin Mehta dirigiert "Otello"

Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta, Dirigent
Arsen Soghomonyan, Tenor (Otello)
Sonya Yoncheva, Sopran (Desdemona)
Luca Salsi, Bariton (Jago)
Anna Malavasi, Mezzosopran (Emilia)
Francesco Demuro, Tenor (Cassio)
Gregory Bonfatti, Tenor (Roderigo)
Giovanni Furlanetto, Bass (Montano)
Federico Sacchi, Bass (Lodovico)
Mathias Tönges, Bass (Ein Herold)
Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars, Chor-Einstudierung
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Christian Lindhorst, Chor-Einstudierung


Giuseppe Verdi: Otello

Mit einem musikalischen Paukenschlag sondergleichen hebt Giuseppe Verdis 1887 an der Mailänder Scala uraufgeführte Shakespeare-Oper Otello an: Wenn sich der Vorhang hebt, wütet ein mit raffiniertesten instrumentatorischen und vokalen Mitteln geschilderter Sturm vor der Küste Zyperns – und lässt bereits erahnen, welch tödliche Leidenschaften im Verlauf des Dramas entfacht werden. 16 Jahre waren seit der Uraufführung der zur Eröffnung des Suezkanals komponierten Aida vergangen, als sich Verdi mit Otello erstmals wieder als Opernkomponist zu Wort meldete. Vernichtende Kritiken hatten dazu geführt, dass Verdi – von Überarbeitungen des Simon Boccanegra und des Don Carlos abgesehen – keine weiteren Bühnenwerke mehr komponieren wollte. »Ich würde doch nur wieder zu hören bekommen, ich könne nicht schreiben und sei ein Nachläufer Wagners«, erläuterte der Komponist 1878 in einem Brief: »Schöner Ruhm! Nach fast 40 Jahren Musikerlaufbahn als Nachahmer zu enden.« Erst nachdem der Verleger Giulio Ricordi eine Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Komponisten Arrigo Boito vorschlug, zog Verdi ein neues Opernprojekt in Erwägung. Sieben Jahre intensiver Zusammenarbeit sollten zwischen Boitos erster Skizze zu Otello und Verdis Abschluss der kompositorischen Arbeit vergehen.

Ursprüngliche Überlegungen, das gemeinsame Werk nach dem finsteren Bösewicht der Vorlage von Shakespeare »Jago« zu nennen, verwarf Verdi schließlich: »Er ist (das ist wahr) der Dämon, der alles bewegt«, argumentierte der Komponist, »aber Otello ist der, der handelt. – Er liebt, ist eifersüchtig, tötet und tötet sich selbst.« Dass Verdi mit Otello ein neues Kapitel in der Geschichte der italienischen Oper aufschlagen konnte, ist zweifelsohne auch das Verdienst seines Librettisten: Denn mit einem Textbuch, dass sich von den Traditionen der italienischen Librettistik jener Tage lossagte, schuf Boito erst die Möglichkeiten für Verdis musikalisch innovative Umsetzung des shakespeareschen Eifersuchtsdramas.

Wenige Tage nach szenischen Aufführungen bei den Osterfestspielen in Baden-Baden präsentieren die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta Verdis Spätwerk an zwei Abenden konzertant in der Philharmonie. Dabei steht Dirigenten ein hochkarätiges Sängerensemble zur Verfügung. Die Chorpartie, die vom stürmischen Auftakt der Oper bis hin zu lyrischen Passagen reicht, übernimmt mit dem Rundfunkchor Berlin ein bewährter musikalischer Partner der Berliner Philharmoniker.
Konzert

Das Bundesjugendorchester und Ingo Metzmacher mit der »Alpensinfonie«

Auf Einladung der Berliner Philharmoniker

Bundesjugendorchester
Ingo Metzmacher, Dirigent


Edgard Varèse: Amériques
Richard Strauss: Eine Alpensinfonie op. 64

Das Bundesjungendorchester bietet hochbegabten Instrumentalisten zwischen 14 und 19 Jahren die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Orchesterspiel zu sammeln – unter professionellen Bedingungen. 1969 vom Deutschen Musikrat gegründet, kann der Klangkörper in dieser Saison auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Denn oftmals stellen sich hier die beruflichen Weichen für die Zukunft: Nicht allein, dass viele ehemalige »BJOler« wie beispielsweise Sabine Meyer, Christian Tetzlaff oder Tabea Zimmermann heute erfolgreich als Solisten auftreten, zahlreiche Teilnehmer beschließen dank der spannenden und intensiven Proben- und Aufführungsphasen, die Laufbahn eines Orchestermusikers einzuschlagen. Auch ein großer Teil der Berliner Philharmoniker, die 2013 die Patenschaft für die junge Spitzenformation übernommen haben, gehören zu den ehemaligen Mitgliedern des Jugendorchesters.

Nach seinem Auftritt unter der Leitung von Kirill Petrenko gastiert das Bundesjugendorchester anlässlich seines 50. Geburtstags nun zum zweiten Mal in dieser Saison in der Philharmonie – mit Ingo Metzmacher am Pult. In den beiden Werken, die er dirigiert, prallen zwei gegensätzliche Welten aufeinander: Das laute, pulsierende, dynamische Großstadtleben New Yorks, das Edgard Varèse in seinem Orchesterwerk Amériques musikalisch porträtiert, und die ländliche, beschauliche, bayerische Bergwelt, die Richard Strauss in seiner Alpensinfonie beschreibt. Was beide Werke eint: der ungeheuer große Instrumentalapparat (die erste Fassung von Amériques verlangt 140 Musiker) und das Einbinden naturhafter Geräusche wie Nebelhörner und Sirenen bei Varèse sowie Kuhglocken, Windmaschine und Donnerblech bei Strauss.
Konzert

Carte blanche

Karajan-Akademie

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Konzert

Lunchkonzert

Konzerte / Klassik Konzerthaus Berlin Berlin, Gendarmenmarkt 2
Konzerte / Kirche Dom zu Brandenburg Brandenburg an der Havel, Burghof 10
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin Berlin, Charlottenstr. 55
Konzerte / Klassik Berliner Schlosskonzerte Perlen der Klassik Berlin, Postfach 280303
Konzerte / Klassik Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Frankfurt (Oder), Lebuser Mauerstr. 4
Konzerte / Klassik Berliner Singakademie Berlin, Charlottenstr. 56
Konzerte / Klassik Philharmonischer Chor Berlin Berlin, Herbert-von-Karajan-Str. 1
Konzerte / Konzert Neuer Marstall Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Berlin, Schloßplatz 7
Konzerte / Konzert Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin Berlin, Charlottenstr. 55
Konzerte / Kirchenmusik Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, Lietzenburger Str. 39
Konzerte / Konzert Extra Chor Brandenburg Ketzin, Paretz, Parkring 11c
Konzerte / Klassik Philharmonisches Kammerorchester Berlin Berlin, Akazienstraße 3
Konzerte / Klassik C. Bechstein Centrum Berlin Berlin, Kantstr. 17 / stilwerk
Konzerte / Klassik RIAS Kammerchor Berlin, Charlottenstraße 56

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