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Musikfest Berlin

25.8. bis 23.9.2020

Das Musikfest Berlin 2020 findet mit aktualisiertem Programm und neuen Terminen statt!

33 Veranstaltungen, neun Uraufführungen

Das Musikfest Berlin 2020 sieht dem Start in die neue Konzertsaison mit Zuversicht entgegen. Sein neues Programm folgt den Regeln, die die Schutzmaßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie dem Konzertleben auferlegen. Viele der deutschlandweit vorbereiteten Projekte zum Beethoven-Jubiläumsjahr sind der Corona-Krise zum Opfer gefallen oder werden in die kommenden Jahre verlegt.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir im Rahmen des Musikfest Berlin 2020 am Kern des ursprünglichen Programms festhalten können, um die Philharmonie zu einem Ort der Begegnung der Musik Ludwig van Beethovens mit den Werken der Komponist*innen unserer Zeit werden zu lassen: mit einem 16 Werke und fünf Uraufführungen umfassenden Porträt der Komponistin Rebecca Saunders, mit Uraufführungen von Georges Aperghis, Wolfgang Rihm, Milica Djordjević, Christian Jost und Kompositionen von George Benjamin und Enno Poppe. Für die Musik unserer Zeit haben wir die führenden Ensembles und namhaften Interpret*innen des internationalen Musiklebens eingeladen: das Ensemble Modern, das Ensemble Musikfabrik, das Klangforum Wien und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, Marco Blaauw, Christian Gerhaher, Juliet Fraser, Tamara Stefanovich, Christian Tetzlaff, Jörg Widmann, Tabea Zimmermann und viele mehr.

Kontakt

Musikfest Berlin
Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
D-10719 Berlin

Telefon: +49 (0)30 254 89-244
Fax: +49 (0)30 254 89-111
E-Mail: musikfest@berlinerfestspiele.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Musikfest Berlin

Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (1 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 1 f-Moll op. 2,1 (1793 – 1795)
Sonate Nr. 12 As-Dur op. 26 (1800/01)
Sonate Nr. 25 G-Dur op. 79 (1809)
Sonate Nr. 21 C-Dur op. 53 „Waldstein” (1803/04)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Staatskapelle Berlin

Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim, Leitung


Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Symphonie Nr. 39 Es-Dur KV 543 (1788)
Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550 (1788)
Symphonie Nr. 41 in C-Dur KV 551 „Jupiter“ (1788)

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin spielen beim Musikfest Berlin die letzten drei Mozart-Symphonien. Mozart fasst hier noch einmal seine kompositorische Meisterschaft und seine Eingebungskraft eindrucksvoll zusammen. Hier kündigt sich bereits Beethovens Denken und Wirken an.

Die drei Symphonien, die Wolfgang Amadeus Mozart im Sommer 1788 komponierte (seine letzten), bilden das große Portal zu Beethovens Denken und Wirken auf dem Hauptgebiet der Instrumentalmusik. In ihnen ist Wesentliches vorgeformt, das sich der Jüngere zu eigen machte und weiterführte. Dramaturgische Regie und gemeinsame motivische Urzellen beziehen nicht nur die verschiedenen Sätze eines Werkes, sondern die Stücke der gesamten Trias aufeinander. Die erste der drei Symphonien beginnt als einzige mit einer langsamen Einleitung; das Finale der letzten, der „Jupiter“-Symphonie, übertrifft an Größe alle anderen und kann daher nicht nur als Abschluss eines Werkes, sondern auch als Ziel eines langen Weges überzeugen. Sein Urmotiv hinterließ bereits in den ersten beiden Symphonien seine Spuren. Überwältigend der Effekt, wenn aus der „Staubwolke“ (Harnoncourt), in der die Es-Dur-Symphonie unvermittelt verschwindet, die g-Moll-Symphonie zarte Kontur gewinnt. Die Trilogie ist mehr als die Summe ihrer Symphonien.

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin kennen alle Seiten von Mozarts Kunst, Kammermusik, Serenaden, Solokonzerte, Symphonien, großen Vokalwerke bis zur Oper. Erfahrungen und Topoi aus all diesen Bereichen sind in die letzten drei Symphonien eingeflossen. Sie unterstreichen den universalen Anspruch der Gattung, der für Beethoven bereits außer Frage stand.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (2 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 24 Fis-Dur op. 78 (1809)
Sonate Nr. 4 Es-Dur op.7 (1796/97)
Sonate Nr. 9 E-Dur op. 14,1 (1798)
Sonate Nr. 10 G-Dur op. 14,2 (1799)
Sonate Nr. 26 Es-Dur op. 81a „Les Adieux“ (1809/10)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Jazz at Berlin Philharmonic

Die 30. Ausgabe

Michael Wollny, Klavier
Iiro Rantala, Klavier
Leszek Możdżer, Klavier
Siggi Loch, Kurator


Piano Night
Wollny | Rantala | Możdżer

Zur 30. Ausgabe von „Jazz at Berlin Philharmonic“ kommen die drei Pianisten Leszek Możdżer (Polen), Iiro Rantala (Finnland) und Michael Wollny (Deutschland) zusammen – als Solisten, im Duo an zwei Klavieren und schließlich, zum Finale, als Trio an drei Instrumenten. Eine persönliche Hommage des Jazz an Ludwig van Beethoven: voller Virtuosität, Emotion, Witz, Groove und entwaffnender, genreübergreifender Musikalität.

Der erste gemeinsame Auftritt von Leszek Możdżer aus Polen, Iiro Rantala aus Finnland und Michael Wollny aus Deutschland 2012 in der Philharmonie Berlin markierte die Geburtsstunde der Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Der Kurator und Musikproduzent Siggi Loch ist damit seiner Vision einen Schritt nähergekommen, nämlich den Jazz und dem Jazz verwandte Musiken in ausgesuchten und immer wieder überraschenden Konstellationen auf die große Bühne der Philharmonie zu holen. Und das mit großem Erfolg, denn längst sind die Konzerte dieser Reihe in Berlin zu einer Institution geworden.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (3 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 5 c-Moll op. 10,1 (1795/96)
Sonate Nr. 19 g-Moll op. 49,1 (1797)
Sonate Nr. 20 G-Dur op. 49,2 (1776)
Sonate Nr. 22 F-Dur op. 54 (1804)
Sonate Nr. 23 f-Moll op. 57 „Appassionata“ (1804/05)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Ensemble Modern

Ensemble Modern
Sir George Benjamin, Leitung


George Benjamin (*1960)
At First Light
für Kammerorchester (1982)

Wolfgang Rihm (*1952)
Jagden und Formen
für Orchester (1995 – 2001, Zustand 2008)

Das Ensemble Modern begeht in diesem Jahr sein vierzigjähriges Bestehen. Beim Musikfest Berlin gestaltet es einen Konzertabend mit zwei Vertrauten: Mit dem Komponisten und Dirigenten George Benjamin, mit dem das Ensemble bereits seit vielen Jahren regelmäßig zusammen arbeitet, und mit Wolfgang Rihm, dessen raum- und zeitgreifende Komposition „Jagden und Formen“ es bereits vor 12 Jahren uraufführte. Damals war „Jagden und Formen“ noch eine überschaubare Partitur, die sich über die Jahre zu einer gigantischen Werklandschaft von einer Stunde Dauer entwickelt hat.

Das seit Jahrzehnten international bekannte und in Frankfurt beheimatete Ensemble Modern, das sich mit dem Ideal einer basisdemokratischen Zusammenarbeit ohne Leitung vor genau 40 Jahren aus einer Gruppe Studenten der Jungen Deutschen Philharmonie zusammengeschlossen hat, vereint heute 18 Solisten verschiedenster Herkunft und eine Akademie zur Förderung von Nachwuchskünstler*innen. Zahlreiche Werke aus den Bereichen Musiktheater, Kammermusik, Orchestermusik bis hin zu Tanz- und Videoprojekten haben die Musiker*innen inzwischen vor ein Publikum gebracht und ins Repertoire gespielt. So auch die Werke dieses Konzertabends. Mit ihnen setzten sie sich in unterschiedlichen Kooperationen und Konstellationen immer wieder aufs Neue auseinander. „At First Light“, komponiert von George Benjamin, mit dem das Ensemble auf der Ebene der Komposition, aber auch des Dirigats, bereits eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit verbindet, wurde komponiert, als sich das Ensemble noch auf dem Weg zu internationalem Renommee befand. Inspiriert durch ein spätes Gemälde von William Turner ging es George Benjamin darum, „fest umrissene Objekte – musikalische Phrasen etwa – zu schmelzen“ und in einen Klangfluss mit all seinen Wundern und Tücken zu transformieren.

Das Vorhaben kommt Wolfgang Rihms Ideal einer „musique fleuve“ sehr nahe. Seine „Jagden und Formen“, dieses work in progress, dessen erste Entstehungsphase in die Jahre 1995 bis 2001 fällt, wurde 2001 vom Ensemble Modern uraufgeführt und in der finalen Fassung von 2008 ebenfalls vom Ensemble Modern erstmals aufgeführt und seitdem wiederholt auf die Bühne gebracht. „Ich öffne immer wieder Schleusen und grabe immer wieder Täler, damit das alles zusammenfließen kann, ich bin sozusagen der Landschaftsgärtner dieser Werklandschaft. Das Komponieren ist ein organischer Prozess für mich. Dahinter steht die Idee, dass etwas immer weitergetrieben wird und dadurch Neues generiert.“ (Wolfgang Rihm) Wie der Komponist das rund einstündige Stück in mehreren Schüben und Schichten von bestimmten Kernen aus schrieb, umschrieb und überschrieb, so schreibt das Ensemble die Hörgestalt durch neue Erfahrungen und Einsichten fort. Bei dieser „Reise durch Werklandschaften“ (Barbara Zuber), die sich bisweilen ins Rasende steigert, aber auch Wege ruhiger Sensibilität kennt, verwandelt sich das Konzert für Orchester in einen großen Tanz, der anschaulich werden, aber auch imaginär bleiben kann.

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Konzert

Klangforum Wien I

Joonas Ahonen Klavier
Klangforum Wien
Emilio Pomàrico, Leitung


Rebecca Saunders (*1967)
Flesh - for Solo Accordion and Recitation (2018)
Sole - Trio in F-sharp for mobile accordion, percussion and piano (2019)
to an utterance – study (2020) - for solo piano, Uraufführung
Scar - for 15 soloists and conductor (2018/19)

Das Klangforum Wien zählt zu den führenden Ensembles für zeitgenössische Musik. Im ersten seiner beiden Musikfest Berlin-Konzerten widmet es sich der Musik der britischen Komponistin und Trägerin des Siemens Musikpreises 2019 Rebecca Saunders. Dieses Konzert ist der Auftakt des Rebecca Saunders-Portraits beim Musikfest Berlin 2020.

Das Programm des Klangforums in seinen beiden Musikfest Berlin-Konzerten folgt damit einer der Hauptlinien, die durch das Programm des Festivals führen: 16 Werke von Rebecca Saunders, der Siemens-Musikpreisträgerin von 2019. In „Scar“ arbeitet die Komponistin hauptsächlich mit Gegensätzen, und das heißt bei ihr: mit extremen Kontrasten. Im Zentrum stehen auf der Bühne wie in der kompositorischen Idee zwei Flügel. Was mit ihnen geschieht, findet Antwort und Verlängerung in Akkordeon und E-Gitarre, in Schlaginstrumenten unterschiedlicher Art und in je einer Gruppe von Bläsern und Streichern. Sie verschaffen den Protagonist*innen Resonanzen, Nach- und Widerklänge, die sich zunehmend verselbständigen. Eine Musik von tastender Sensibilität einerseits, von eruptiver Klanggewalt andererseits. Neben den Stücken „Flesh“ (2018) für Akkordeon und Stimme, sowie „Sole“ (2019) für Akkordeon, Schlaginstrumente und Piano, wird auch ein neues Klavierstück von Rebecca Saunders uraufgeführt. Im anschließenden zweiten Konzert verbindet sich das Klangforum Wien mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart für die Uraufführung eines neuen Werkes des griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis.

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Konzert

Klangforum Wien II, Neue Vocalsolisten Stuttgart

Klangforum Wien
Neue Vocalsolisten Stuttgart
Emilio Pomàrico, Leitung


Georges Aperghis (*1945)
Der Lauf des Lebens
für 6 Stimmen und Ensemble (2019)

Ein Kompositionsauftrag von Musik der Jahrhunderte Stuttgart und dem Klangforum Wien, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung. Ernst von Siemens Musikstiftung.
Uraufführung

Zwei der führenden Ensembles zeitgenössischer Musik – das Klangforum Wien und die Neuen Vocalsolisten aus Stuttgart – haben sich für das zweite Konzert im Rahmen des Musikfest Berlin zusammengetan, um ein neues Werk des griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis, das ihnen auf den Leib komponiert wurde, uraufzuführen.

Wenn es um Ensemblemusik unserer Zeit geht, werden die beiden ganz vorne genannt: das Klangforum Wien für die instrumentalen, die Neuen Vocalsolisten Stuttgart für die sängerischen Herausforderungen. Beide Gruppen wurden von und für Musiker*innen gegründet, die neuen und neuesten Werken bestmögliche Aufführungsbedingungen verschaffen wollen. Oft haben die beiden Ensembles zusammengewirkt – in konzertanten, performativen und musiktheatralischen Projekten. Nun beauftragten sie ein Werk, das die Kompetenzen beider Klangkörper ausschöpft und die Persönlichkeit jedes der Mitglieder berücksichtigen sollte. Georges Aperghis kennt beide aus manch gemeinsam realisiertem Vorhaben. Er komponierte die Spannungen zwischen Einzelnem und Gruppen, Paaren und Konkurrenten, ihrer Erosion und ihrem inneren Magnetismus aus. „Wir gehen alleine oder zusammen, wir erklimmen den Berg, unsere Musiken begleiten uns Tag und Nacht, wir erreichen den Gipfel, dann …“ Das Werk ist eine Vielzahl kammermusikalischer Sätze in unterschiedlichsten kleineren und größeren Besetzungen.

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Konzert

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin I

Anne Schwanewilms, Sopran
Erez Ofer, Violine
Nadine Contini, Violine
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Vladimir Jurowski, Leitung


Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Fuga
(2. Ricercar) a sei voci
aus Das Musikalische Opfer (BWV 1079/5)
(für Orchester gesetzt von Anton Webern) (1935)

Alban Berg (1885 – 1935)
Drei Bruchstücke aus Wozzeck
für Sopran, Kinderchor* und Orchester op. 7 (1917 – 1922)
(für den Konzertgebrauch eingerichtet von Alban Berg)

Anton Webern (1883 – 1945)
Variationen für Orchester op. 30 (1940)

Alfred Schnittke (1934 – 1998)
Concerto grosso Nr. 1
für 2 Violinen, Cembalo, präpariertes Klavier und Kammerorchester (1977)

Vladimir Jurowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin starten beim Musikfest Berlin mit gleich zwei Konzerten in die neue Saison: am 5. und am 11. September. Das Programm des ersten Konzerts erinnert an die Musik Anton Weberns, die den Klang des 20. Jahrhunderts prägte und sich von der Tradition der Wiener Klassik her verstand. Im ersten Konzert des RSB werden die die Variationen für Orchester Anton Weberns mit den expressiven Torsi aus Alban Bergs „Wozzek“-Oper verbunden. Gegenüber gestellt wird Alfred Schnittkes „Concerto grosso Nr. 1“ – Schnittkes Kommentar zur Idee des barocken Concerto grosso.

„Der 15. September 1945, Anton Weberns Todestag, sollte ein Trauertag für jeden aufnahmefähigen Musiker sein. Wir haben nicht nur diesen großen Komponisten zu verehren, sondern auch einen wirklichen Helden. Zum völligen Misserfolg in einer tauben Welt der Unwissenheit und Gleichgültigkeit verurteilt, bleibt er unerschütterlich dabei, seine Diamanten zu schleifen, seine blitzenden Diamanten, von deren Minen er eine so vollkommene Kenntnis besaß“, schrieb Igor Strawinsky 1955, als Weberns Werk zum Gründungsklang einer neuen Epoche der Musik werden sollte. 75 Jahre nach Kriegsende und der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager erinnern im Beethoven-Jubiläumsjahr Vladimir Jurowski und das Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin in ihrem ersten Musikfest Berlin-Konzert an diesen bedeutenden Komponisten, der durch einen versehentlichen Schuss während einer amerikanischen Militärrazzia ums Leben kam.

Kombiniert werden die Webernschen „Diamanten“ mit den „Wozzeck“-Bruchstücken von Alban Berg und dem „Concerto grosso Nr. 1“ von Alfred Schnittke. Schnittke formuliert mit dieser Komposition für zwei Violinen, einem präparierten Klavier und Streichern 1977 einen polystilistischen Kommentar auf die barocke Idee des intensiven Dialogs zwischen Orchester und Solisten, bei dem er die Grundrahmung des Concerto grosso nutzt, um darin viele weitere Musiken erscheinen zu lassen: sowjetische Schlager, nostalgische, atonale Serenaden, Anklänge an Corelli, ein Tango gespielt auf einem Cembalo, sowie Versatzstücke aus Schnittkes eigenen Filmmusiken. Im Auftakt des Konzertprogramms findet sich ebenfalls der Name Webern, hier mit einer Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs „Fuga“ aus „Das Musikalische Opfer“. Hierin – in der Hinwendung zur Klassik und zu Bach – schlägt das Konzertprogramm eine Brücke von Webern zu Schnittke und bietet eine Auseinandersetzung auf der Folie der Moderne der Wiener Schule bzw. Postmoderne.

(*Mitwirkung des Kinderchores unter Vorbehalt)

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Konzert

Nicolas Altstaedt spielt J.S. Bach I/II

Nicolas Altstaedt, Violoncello

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
6 Suiten für Violoncello solo BWV 1007-1012 (vor 1719)
im Konzert um 11:00 Uhr:
Suite Nr. I G-Dur BWV 1007
Suite Nr. II d-Moll BWV 1008
Suite Nr. III C-Dur BWV 1009
im Konzert um 15:00 Uhr:
Suiten IV – VI

Johann Sebastian Bachs 6 Suiten für Violoncello sind ein Werk, das weit bis in das 20. Jahrhundert kompositorisch und in seinen Anforderungen an die Interpret*innen das Maß aller Dinge war und die Entwicklung des Cellos musikalisch wie technisch in neue Sphären führte. Der deutsch-französische Violoncellist Nicolas Altstaedt begibt sich an diesem Abend in diese Überfülle der Bachschen Musik.

Beim Musikfest 2014 interpretierte Isabelle Faust alle sechs Sonaten und Partiten, die Johann Sebastian Bach für Violine allein komponierte. Nicolas Altstaedt setzt die Reihe in diesem Jahr mit dem Pendant fort: mit der Aufführung der sechs Suiten für Violoncello solo. Mit ihnen schuf Bach für das tiefe Streichinstrument ein exemplarisches Kompendium, das den Sonaten und Partiten für Geigen wie dem „Wohltemperierten Klavier” nicht nachsteht. Neben dem bis heute gebräuchlichen Instrument verlangt er für die fünfte Suite eine sogenannte Scordatur: Die obere Saite wird um einen Ton von a nach g heruntergestimmt, der Grundklang dadurch gedeckter. Bach entspricht dem mit der Wahl der Tonart c-Moll, der dunkelsten in der ganzen Gruppe. Die sechste Suite in der Festtonart D-Dur sah er für ein Violoncello piccolo vor, ein fünfsaitiges Instrument, das über der a-Saite noch eine e-Saite besitzt und damit hellere Regionen ansteuern kann, die Bach auch bevorzugt. Jede Suite beginnt mit einem „Preludio”; die musikalische Spanne reicht dabei vom fantasieartigen, improvisationsnahen Virtuosenstück bis zum Typus der französischen Ouvertüre mit integrierter Fuge. Bei den nachfolgenden Tanzsätzen wählte Bach die Standardfolge von (mäßig schneller) Allemande, (rascher) Courante, (langsamer) Sarabande und (meist sehr schneller) Gigue. Jede Suite stilisiert den jeweiligen Typus auf besondere Art. In alle fügte er vor der abschließenden Gigue einen weiteren Satz ein: ein Menuett, eine Bourrée oder eine Gavotte. Bis weit ins 20. Jahrhundert blieben diese Werke kompositorisch und in ihren Anforderungen an die Interpret*innen das Maß aller Dinge: das Zentrum im Kosmos Cello.

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Konzert

Konzerthausorchester Berlin

Christian Tetzlaff, Violine
Konzerthausorchester Berlin
Christoph Eschenbach, Leitung


Joseph Haydn (1732 – 1809)
Sinfonie Nr. 21 A-Dur (Hob I:21)

Christian Jost (*1963)
Concerto Noir Redux
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 (2020)
Kompositionsauftrag des Konzerthaus Berlin anlässlich seines 200. Jubiläums
Uraufführung

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93 (1812)

Debüt beim Musikfest Berlin: Zum ersten Mal ist Christoph Eschenbach mit dem Konzerthausorchester Berlin, das er seit Mitte 2019 als Chefdirigent leitet, in der Philharmonie zu Gast. Mit dabei: Christian Josts Violinkonzert „Concerto Noir Redux“ mit dem deutschen Violinisten Christian Tetzlaff als Solisten und Musik von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.

Für das Konzerthaus Berlin ist die Saison 2020/21 eine ganz besondere: Im Mai 1821 wurde das von Friedrich Schinkel erbaute Königliche Schauspielhaus, heute das Konzerthaus Berlin, am Gendarmenmarkt eröffnet. Im Monat darauf erlebte Carl Maria von Webers „Freischütz“ dort seine umjubelte Uraufführung. Zum Programm der Jubiläumssaison gehören zahlreiche Auftragswerke. Eines davon ist Christian Josts Violinkonzert „Concerto Noir Redux“ mit Christian Tetzlaff als Solisten. Beeinflusst durch die Heftigkeit, mit der die Covid-19-Krise alle überrascht und getroffen hat, hat Christian Jost die ursprüngliche Konzeption seines Violinkonzerts neu gedacht. Entstanden ist ein in Farbe und Ton eher dunkel gefärbtes Werk, „eine einsätzige organische Struktur, die von drängenden rhythmischen Zellen geprägt ist, bei der sich ständig das Eine in das Andere ergibt, und die mit nur einer Tempoangabe versehen ist: Viertel 76 espressivo.“

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Konzert

Christian Dierstein & Dirk Rothbrust

Musik für Schlagzeug von Rebecca Saunders

Christian Dierstein, Perkussion
Dirk Rothbrust, Perkussion


Rebecca Saunders (*1967)
Dust II (2017 – 2020) - for percussion duo
New version for two musicians
Uraufführung der neuen Fassung
Void II (2015 – 2020) - for percussion duo
New version for two musicians
Uraufführung der neuen Fassung

In langjähriger gemeinsamer Klangforschung mit den beiden Ausnahme-Perkussionisten Christian Dierstein und Dirk Rothbrust hat die Komponistin Rebecca Saunders für das Schlagzeug ein ganz eigenes Vokabular an Klängen entwickelt. Im zweiten Konzert des Rebecca Saunders-Portraits werden die Werke „dust“ und „void“ – beide sind den beiden Schlagzeugern gewidmet – in einer neuen expansiven Version präsentiert.

Komponist*innen des 20. und 21. Jahrhunderts haben das Schlagzeug nicht nur besonders gründlich, sondern auch besonders radikal befragt. Das betrifft nicht nur die Erweiterung des Instrumentenfundus, sondern auch die Möglichkeiten, die Instrumente auf vielfältigste Weise zum Klingen zu bringen und mit ihnen in einen kreativen Austausch zu treten. Die Schlagzeuger*innen selbst sind an diesem besonderen Stoffwechsel und an der Erfindung von neuen Klängen mehr und mehr beteiligt. Diese Neuerungen gelten in besonderer Weise für die Kompositionen „dust“ und „void“, die Rebecca Saunders für Perkussion geschaffen hat. In langjähriger gemeinsamer Klangforschung mit den beiden Ausnahme-Perkussionisten Christian Dierstein und Dirk Rothbrust hat sie für dieses Instrumentarium ein ganz eigenes Vokabular an Klängen entwickelt – von den bekannten Schlaginstrumenten bis hin zur Erweiterung des Instrumentenapparats durch eine Vielzahl von neuen noch nie gehörten Klangfarben wie zum Beispiel die von wuchtigen Autostoßdämpfern oder singenden Aluminiumstreifen oder Kristallschalen und vieles andere mehr.

Detailliert ist die Anordnung des Instrumentariums von der Komponistin durchdacht. Die Performer spielen nicht einfach nach der Partitur, sondern übersetzen die Angaben in der Partitur in eine Raum-Klang-Choreographie. Durch die Anordnungen der Instrumente und Objekte auf der Bühne entsteht eine musik-dramatische Situation, und das Publikum kann miterleben, wie durch die Bewegung, Kraft und Virtuosität der Schlagzeuger die Klänge aus der Stille heraustreten, Form, Gewicht und Haptik annehmen und sich quasi objekthaft im Raum ausbreiten.

„dust“ und „void“ – beide Werke sind den beiden Schlagzeugern gewidmet – werden in diesem Konzert in einer neuen Version präsentiert.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (4 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 17 d-Moll op. 31,2 „Der Sturm“ (1802)
Sonate Nr. 11 B-Dur op. 22 (1799/1800)
Sonate Nr. 3 C-Dur op. 2,3 (1794/95)
Sonate Nr. 8 c-Moll op. 13 „Pathétique“ (1798)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Ensemble Musikfabrik I

Musik von Rebecca Saunders

Marco Blaauw, Trompete
Nathan Plante, Trompete
Florentin Ginot, Kontrabass
Ensemble Musikfabrik
Peter Rundel, Leitung


Rebecca Saunders (*1967):
Either or - für 2 Trompeten (2020)
Uraufführung
Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin
Fury II - Konzert für Kontrabass solo und Ensemble (2009)
dichroic seventeen - für Akkordeon, Elektrische Gitarre, Klavier, 2 Perkussionisten, Violoncello und 2 Kontrabässe (1998)

Die Musikfabrik porträtiert die Komponistin Rebecca Saunders beim Musikfest Berlin in zwei Konzerten mit einer Werkauswahl für unterschiedliche Ensemblebesetzungen aus den Jahren 1998 bis 2020.

2019 wurde der Komponistin Rebecca Saunders in München der Ernst von Siemens Musikpreis verliehen, die wohl höchste Auszeichnung, die kreative Musiker*innen und Musikdenker*innen erhalten können. Bei der Festveranstaltung zur Preisverleihung kündigte der Stiftungsrat an, dass man künftig auch junge Ensembles fördern werde, „die wesentlich dazu beitragen, dass aus Kompositionen erlebbare Musik wird“. Besser hätten die beiden Entscheidungen – die Vergabe des Hauptpreises und der Hinweis auf die Zukunft – nicht zusammentreffen können. Für Rebecca Saunders gehört der Dialog mit Interpret*innen, gehört das gemeinsame Erkunden von Klangmöglichkeiten und ihrer inhärenten Zeit wesentlich zum Kompositionsprozess. Mit der Musikfabrik arbeitet die Komponistin seit 1998 regelmäßig und zur beiderseitigen künstlerischen Begeisterung zusammen. „Die enge Zusammenarbeit mit Musiker*innen ist eine Inspiration, eine treibende Kraft“, bekannte sie in ihrer Münchener Dankesrede gegenüber den Musiker*innen des Ensemble Musikfabrik. „Wir sind ein Team, und so banal es auch wirken mag: Ohne Euch klingt unsere neue Musik nicht. Meine Arbeit ist oft eine Hommage an Euch, an Euer meisterhaftes Können, an die verblüffende Virtuosität, an die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Eurem Instrument.“ Das Programm wirft einen Blick auf die Zeit der Anfänge und schlägt von dort den Bogen zu gemeinsamen Projekten der jüngeren Zeit.

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Konzert

Ensemble Musikfabrik II

Musik von Rebecca Saunders

Juliet Fraser, Sopran
Ensemble Musikfabrik
Peter Rundel, Leitung


Rebecca Saunders (*1967)
Quartet - für Akkordeon, Klarinette, Klavier und Kontrabass (1998)
stirrings still III - für 7 Instrumentalisten (2006/2019)
Deutsche Erstaufführung
Skin - für Sopran und 13 Instrumente (2015/16)

Die Musikfabrik porträtiert die Komponistin Rebecca Saunders beim Musikfest Berlin in zwei Konzerten mit einer Werkauswahl für unterschiedliche Ensemblebesetzungen aus den Jahren 1998 bis 2020.

2019 wurde der Komponistin Rebecca Saunders in München der Ernst von Siemens Musikpreis verliehen, die wohl höchste Auszeichnung, die kreative Musiker*innen und Musikdenker*innen erhalten können. Bei der Festveranstaltung zur Preisverleihung kündigte der Stiftungsrat an, dass man künftig auch junge Ensembles fördern werde, „die wesentlich dazu beitragen, dass aus Kompositionen erlebbare Musik wird“. Besser hätten die beiden Entscheidungen – die Vergabe des Hauptpreises und der Hinweis auf die Zukunft – nicht zusammentreffen können. Für Rebecca Saunders gehört der Dialog mit Interpret*innen, gehört das gemeinsame Erkunden von Klangmöglichkeiten und ihrer inhärenten Zeit wesentlich zum Kompositionsprozess. Mit der Musikfabrik arbeitet die Komponistin seit 1998 regelmäßig und zur beiderseitigen künstlerischen Begeisterung zusammen. „Die enge Zusammenarbeit mit Musiker*innen ist eine Inspiration, eine treibende Kraft“, bekannte sie in ihrer Münchener Dankesrede. „Wir sind ein Team, und so banal es auch wirken mag: Ohne Euch klingt unsere neue Musik nicht. Meine Arbeit ist oft eine Hommage an Euch, an Euer meisterhaftes Können, an die verblüffende Virtuosität, an die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Eurem Instrument.“ Das Programm wirft einen Blick auf die Zeit der Anfänge und schlägt von dort den Bogen zu gemeinsamen Projekten der jüngeren Zeit.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (5 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 2 A-Dur op. 2,2 (1795)
Sonate Nr. 7 D-Dur op. 10,3 (1797/98)
Sonate Nr. 6 F-Dur op. 10,2 (1797)
Sonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 (1802/03)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin II

Strauss | Saunders | Beethoven

Marco Blaauw, Trompete
Marco Blaauw Trompete
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Vladimir Jurowski, Leitung


Richard Strauss (1864 – 1949)
Metamorphosen - für 23 Solostreicher (1944/45)
Rebecca Saunders (*1967)
White - für Doppeltrichtertrompete solo (2015, rev. 2016)
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1803 – 1807/08)

Mit ihrem zweiten Musikfest Berlin-Beitrag verknüpfen Vladimir Jurowski und sein Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin die symphonische Musik Beethovens mit einer Solokomposition von Rebecca Saunders, die die Komponistin für den Ausnahmetrompeter Marco Blaauw geschrieben hat. Kombiniert sind die beiden Werke, zwischen denen rund 200 Jahre liegen, mit dem letzten Orchesterwerk, das Richard Strauss’ zwischen März und April 1945 schrieb und mit Beethovens „Fünfter". Das gibt dem Programm kaum auslotbare historische Tiefenschärfen.

Fixstern Beethoven: Entstanden 1945, Ende des Zweiten Weltkrieges im Machtbereich der Nationalsozialisten, sind die „Metamorphosen“ von 1945 Richard Strauss’ letztes Orchesterwerk. Strauss schaut fassungslos auf die Barbarisierung der Menschheit durch den Krieg und zitiert voller Wehmut, an die zerstörte Kultur der Zivilgesellschaft gemahnend, Beethovens Trauermarsch aus der „Eroica“.

Rebecca Saunders’ Komposition „White“ (2015 – 2016), geschrieben für den Trompeter Marco Blaauw, mit dem sie seit langem zusammenarbeitet, ergründet das Klangspektrum der Doppeltrichtertrompete. Weniger überraschend als die Zuordnung der Farbe Weiß zur hellen Klangfarbe der Solotrompete wird in dieser Arbeit Saunders die Charakterisierung als Farbe der Wut und des Zorns erscheinen, die sich musikalisch in schnellen, furiosen und abrupt abbrechenden Klangbewegungen niederschlägt. Jenseits der reinen Tonhöhe und Rhythmik ergründet die Komposition dadurch eine Rezeptionserfahrung, die an die monochromen Malereien etwa von Barnett Newman, Yves Klein oder Mark Rothko erinnert, in denen ebenfalls die Mittel hinter der Wirkung zurücktreten. Weniger die Farbe selbst, als ihre ureigene Energie und Körperlichkeit wird wahrnehmbar. Saunders spielt mit diesem Effekt der synästhetischen Versenkung, um so wirkungsvoll plötzliche Perspektivverschiebungen und Rhythmuswechsel entgegenzustellen.

Wie ein Sonnenkraftwerk liefert abschließend die schicksalhafte 5. Symphonie in c-Moll von Ludwig van Beethoven jene unbändige Energie, der es bedarf, um allen Verwerfungen zum Trotz, den Blick wieder zu den Sternen richten zu können.

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Konzert

Berliner Philharmoniker I

Berg | Beethoven

Berliner Philharmoniker
Daniel Harding, Leitung


Alban Berg (1885 – 1935)
Lyrische Suite (1926)
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 6 F-Dur Op. 68 „Pastorale“ (1807/08)

Als „kleines Denkmal einer großen Liebe“ bezeichnete Alban Berg seine „Lyrische Suite“, die seine Liebe zu einer bereits verheirateten Frau thematisiert. In Beethovens „Pastorale“ manifestiert sich dessen Liebe zur Natur und er offenbart sich auch als Klangforscher und Klangfarbenkomponist.

Die „Pastorale“ zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven von einer Seite, welche die populäre Ikonographie gern vergaß. Beethoven, den Klang- und Farbverliebten: Wo sonst Kontraste und Konflikte heftig und en detail ausgetragen werden, stellt er die Gedanken des Kopfsatzes in wechselndes Tonartenlicht, ohne sie substanziell zu verändern. Beethoven, der Klangforscher: So wie im zweiten Satz, der „Szene am Bach“ klingt sein Orchester sonst nie. Und Beethoven, der Freund des Naturlauts (Vogelstimmen) und des Menschenrufs in der Natur (Hornsignale zum Finale): Vernommenes ergänzt die eigene musikalische Prägung. Diese lyrische Symphonie enthält gleichwohl ihre dramatischen Momente: besonders anschaulich im vorletzten, dem Gewittersatz.

Als Symphonie hätte Alban Berg seine „Lyrische Suite“ bezeichnen können, denn sie bietet alles, was zu einer solchen gehört: Dichte, Expressivität, große Kontraste, vollendete Form, beziehungsvollen Detailreichtum. Er schrieb sie für Streichquartett, bearbeitete später aber die Sätze zwei bis vier für Streichorchester; andere arrangierten auch die restlichen Teile für große Besetzungen. Theodor W. Adorno, der um die autobiografischen Hintergründe des Werkes (Bergs Liebe zu Hanna Fuchs-Robbetin) wusste, nannte es eine „latente Oper“, eine Art instrumentalen „Tristan“, und meinte: „Wird das lyrische Wesen der Suite am sichersten beim Quartett behütet, so das dramatische beim Streichertutti; erst hier schwimmen die Konturen aufgeregt und hintergründig ineinander […]; erst hier […] hat der Ausbruch die volle katastrophische Gewalt.“ Dass stets ein Rest des real Unerfüllten bleibt, macht die Spannung dieser Bekenntniskomposition aus.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (6 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 15 D-Dur op. 28 „Pastorale“ (1801)
Sonate Nr. 16 G-Dur op. 31,1 (1802)
Sonate Nr. 13 Es-Dur op. 27,1 (1800/01)
Sonate Nr. 14 cis-Moll op. 27,2 „Mondschein“ (1801)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Film & Live-Musik

Beckett | Saunders & G. Richter

Marco Blaauw, Trompete
Sebastian Schottke, Klangregie


Samuel Beckett (1906 – 1989)
Ghost Trio (1975/76)
mit den Darstellern Klaus Herm, Irmgart Forst
und in der Regie von Samuel Beckett
SDR 1977 Produktion

Samuel Beckett
Not I (1973)
mit der Darstellerin Billie Whitelaw
und in der Regie von Anthony Page
Eine Gemeinschaftsproduktion der BBC London und der RM Productions London

Gerhard Richter (*1932) & Corinna Belz (*1955)
MOVING PICTURE (946-3)
neue Version (2019/2020)

Corinna Belz Filmproduktion
mit der gleichnamigen Live-Musik von
Rebecca Saunders (*1967)
für Trompete solo und Elektronik (2019/20)
Uraufführung der Endfassung

„Crazy inventions for television“ nannte Samuel Beckett seine Arbeiten für das Medium Fernsehen, die er zwischen 1977 und 1982 mit dem Südfunk Stuttgart realisierte. Sie sind an einem Filmabend mit Live-Musik im Zoo Palast Berlin zu sehen. Darunter der Film „Ghost Trio“, der mit seinem Titel auf Ludwig van Beethovens Klaviertrio op. 70,1 anspielt und dem im Film auch eine besondere Rolle zukommt. Im zweiten Teil des Abends folgt der Film „MOVING PICTURE (946-3)“ von Gerhard Richter und Corinna Belz mit Musik von Rebecca Saunders, gespielt von dem Trompetenvirtuosen Marco Blaauw.

„Das späte Prosawerk Samuel Becketts hat meine Arbeit enorm beeinflusst. Beckett wägt jedes Wort ab, seine Schatten, seine Echos“, bekannte Rebecca Saunders. Seit seinem 60. Lebensjahr wandte sich der Dichter dem damals technisch nicht mehr ganz neuen, aber in seiner weiten Verbreitung neuartigen Medium, dem Fernsehen, zu. Weil sich die Zusammenarbeit mit britischen Sendeanstalten allzu lange hinzog, bevorzugte er eine Zusammenarbeit mit dem damaligen Südfunk Stuttgart (heute Teil des Südwestrundfunks). Mit dem dortigen Produktionsteam realisierte er zwischen 1977 und 1982 unter eigener Regie vier Projekte („crazy inventions for television“), darunter den Film „Ghost Trio“, der auf dem gleichnamigen D-Dur-Klaviertrio Ludwig van Beethovens basiert.

Rebecca Saunders teilt Becketts Affinität zu bewegten Bildern und seiner Art, Zeit durch Kunst zu formen und ihren getakteten Verlauf zu suspendieren. „946-3“ ist ursprünglich ein Gemälde von Gerhard Richter, aus dem er zusammen mit Corinna Belz einen Film aus bewegten Farben schuf. „Sein Leuchten, seine hypnotisierende, absolute Konzentration und vor allem seine Art, das Zeitgefühl aufzuheben“, faszinierten die Komponistin Saunders. Die Musik zu diesem abstrakten Film schrieb sie für den Trompeter Marco Blaauw, der bereits drei Tage zuvor in dem Konzert mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin als Solist in Saunders Trompetenkonzert „White“ für Trompete solo von Rebecca Saunders spielt.

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Konzert

RIAS Kammerchor Berlin

RIAS Kammerchor Berlin
Justin Doyle, Leitung

Aufgrund der derzeitigen Bestimmungen steht das Konzert des RIAS Kammerchors noch unter Vorbehalt. Nähere Informationen folgen zeitnah.

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Konzert

Berliner Philharmoniker II

Berg | Dvořák

Frank Peter Zimmermann, Violine
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Leitung


Alban Berg (1885 – 1935)
Konzert für Violine und Orchester
„Dem Andenken eines Engels“ (1935)

Antonín Dvořák (1841 – 1904)
Symphonie Nr. 5 F-Dur op. 76 (1875)

Erschüttert über den Tod von Manon Gropius, Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, setzte Alban Berg mit einem der berührendsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts dem jungen Mädchen ein Denkmal. In seiner Fünften Symphonie reflektiert Antonín Dvořák zum ersten Mal Idiome böhmischer Volksmusik und findet zu einer eigenständigen Musiksprache.

Zwei Hauptstücke von Komponisten, die selten miteinander in Verbindung gebracht werden. Dabei lassen sich Anregungen und Einflüsse Dvořáks in den frühen Werken der Zweiten Wiener Schule – vor allem in Liedern und Kammermusiken – kaum überhören. Die Fünfte Symphonie des tschechischen Komponisten halten nicht wenige für seine bedeutendste, auch wenn die Neunte („Aus der neuen Welt“) berühmter wurde. Ihre dichte Expressivität, ihre Abwege von der akkreditierten Harmonik und ihre gestalterische Vollendung machen sie zu einem Meisterwerk, in dem sich die romantische Tradition noch einmal anreichert, um neuen ästhetischen Wegen zuzustreben. In dieser Hinsicht ist sie auch ein Stück Selbstbekenntnis und souveräne Selbstbehauptung.

Dass ihr langsamer Satz als persönlicher Nachruf auf geliebte Menschen geschrieben sein soll, stellt zu Alban Bergs Violinkonzert nur eine äußerliche, allenfalls brüchige Verbindung her. Weit näher sind sich beide Werke im leidenschaftlichen Ton, im vehementen Ausdrucksbedürfnis, das insbesondere Berg durch strenge Formgebung und sorgsam ausformulierte Binnenverstrebungen kanalisiert und mitteilbar macht. Beiden gelingt es, in die sehr persönlichen Kontexte auch musikalische Außenbeziehungen zu integrieren – Dvorák in Gestik und Stimmung seiner Themen, Berg unter anderem durch Zitate eines steirischen Volkslieds und eines Bach-Chorals.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (7 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 27 e-Moll op. 90 (1814)
Sonate Nr. 28 A-Dur op. 101 (1813 – 1816)
Sonate Nr. 29 B-Dur op. 106 „Hammerklavier“ (1817/18)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Igor Levit spielt Beethoven (8 von 8)

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Sonate Nr. 30 E-Dur op. 109 (1820)
Sonate Nr. 31 As-Dur op. 110 (1821/22)
Sonate Nr. 32 c-Moll op. 111 (1821/22)

Die 32 Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Konzerten spielen wird.

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle Klaviersonaten aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat*innen anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitungen wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

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Konzert

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Bartók | Beethoven

GrauSchumacher, Piano Duo
Jens Hilse, Schlagzeug
Henrik Magnus Schmidt, Schlagzeug
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Robin Ticciati, Leitung


Béla Bartók (1881 – 1945)
Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester (1940)
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60 (1806)

Der Start in die vierte gemeinsame Saison mit Robin Ticciati: Im Programm des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin trifft das Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester von Béla Bartók auf Ludwig van Beethovens Vierte Symphonie – beide waren bereits zu Lebzeiten der Komponisten bereits sehr erfolgreiche Werke.

Seit 2017 ist Robin Ticciati Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Zur Eröffnung der vierten gemeinsamen Saison erarbeitet er mit dem Orchester erstmals eine Beethoven-Symphonie. Er wählte die Vierte, die ihren spezifischen „Menschheitston“ aus der Oper „Fidelio“ und ihrem Freiheitsdrang insbesondere in den Kerkerszenen bezieht.

Bartóks Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester war zunächst als kammermusikalische Sonate angelegt, bevor die Version mit Orchester entstand. Bartók erläuterte in der Basler National Zeitung seine Ideen dazu: „Ich hatte schon seit Jahren die Absicht, ein Werk für Klavier und Schlagzeug zu schreiben. Allmählich verstärkte sich in mir die Überzeugung, dass ein Klavier gegen Schlaginstrumente keine befriedigende Balance ergibt. Infolgedessen änderte sich der Plan insofern, als zwei Klavier statt einem dem Schlagzeug jetzt gegenüberstehen … Die beiden Schlagzeugstimmen nehmen eine den beiden Klavierstimmen ebenbürtige Stellung ein. Die Rolle des Schlagzeugs ist verschiedenartig: In vielen Fällen ist es nur eine Farbnuance zum Klavierklang, in anderen verstärkt es wichtige Akzente, gelegentlich bringt das Schlagzeug kontrapunktische Motive gegen die Klavierstimme, und häufig spielen namentlich die Pauken und das Xylophon sogar Themen als Hauptstimme.“

Bei der Uraufführung in den USA im Jahr 1943 standen Béla Bartok und seine zweite Ehefrau in Amerika glanzvoll im Rampenlicht.

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Konzert

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Saunders | Djordjević | Poppe

Alexander Arai-Swale Kontrabass
N.N., Violine
N.N., Trompete
Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Enno Poppe, Leitung


Rebecca Saunders (*1967)
Cinnabar - Doppelkonzert für Violine und Trompete, Ensemble und 11 Spieluhren (1999)
Rebecca Saunders
Fury - für Kontrabass solo (2005)
Milica Djordjević (*1984)
Neues Werk (2020)
Kompositionsauftrag der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker in Verbindung mit der Verleihung des Claudio-Abbado-Kompositionspreises 2020
Uraufführung
Enno Poppe (*1969)
Koffer -für großes Ensemble (2013)

Ziel der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker ist die Ausbildung und Förderung des Orchesternachwuchses. Im Zentrum des Abends steht die Uraufführung eines neuen Werks der serbischen Komponistin und Wahlberlinerin Milica Djordjević, umgeben von Werken der ebenfalls in Berlin lebenden Komponist*innen Rebecca Saunders und Enno Poppe, der auch das Ensemble der Karajan-Akademie dirigiert.

Heute versteht es sich fast von selbst: Große, renommierte Orchester unterhalten Akademien für die heranwachsenden Künstler*innengeneration. Junge Musiker*innen, die eine ausgezeichnete, aber meist am solistischen Repertoire orientierte Ausbildung genießen, können sich an der Seite erfahrener und exzellenter Berufsmusiker*innen vervollkommnen – im Orchester- und Ensemblespiel, in der Kammermusik und in kooperativen Soloprojekten. Als Herbert von Karajan vor einem knappen halben Jahrhundert die Initiative zur Gründung einer Akademie der Berliner Philharmoniker ergriff, war dies jedoch eine Pioniertat.

Die Arbeitsphase der Karajan-Akademie steht zu Anfang der Saison im Zeichen der Gegenwartsmusik. Enno Poppe, Komponist, Dirigent und klarer, überzeugender Vermittler neuer Musik, leitet sie. Sein eigenes Werk demonstriert die Kunst, aus einem knappen Kerngedanken, gleichsam aus einem kompositorischen Molekül, vielgestaltige und weit gespannte Zusammenhänge entstehen zu lassen. Mit Rebecca Saunders’ Befragung des Konzertanten als exponierte wie interaktive Äußerung und ihrem wild-sensiblen Stück für Kontrabass wird ein Schwerpunkt dieses Musikfest Berlin abgeschlossen und abgerundet.

Als „rau, häufig gar roh im Gestus“, wird die Musik Milica Djordjevićs beschrieben, als eine „vitale Tonsprache, die weniger Harmonie und Schönklang verweigert, als dass sie, durchaus lustvoll, das Erlebnis des Elementaren gewährt: Tönen der Emanationen der Erde.“ Milica Djordjević wurde in diesem Jahr der Claudio-Abbado-Kompositionspreis zugesprochen, außerdem erhielt sie von der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker einen Kompositionsauftrag für ein neues Werk, das an diesem Abend uraufgeführt wird.

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Konzert

Zimmermann, Gerhaher, Widmann, Stefanovich

Stabat Mater
Musik von Wolfgang Rihm

Christian Gerhaher, Bariton
Tabea Zimmermann, Viola
Tamara Stefanovich, Klavier
Jörg Widmann, Klarinette
Musiker*innen der Berliner Philharmoniker
Anastasia Makropoulou, Marion Ravot, Harfe
Jan Schlichte, Franz Schindlbeck, Perkussion
Ulrich Knörzer, Micha Afkham, Viola
Claudio Bohorquez, Cello
Matthew McDonald, Peter Riegelbauer, Kontrabass
Stanley Dodds, Leitung


Wolfgang Rihm (*1952)
Sphäre nach Studie - für 6 Instrumentalisten (1993/2002)
Stabat Mater - für Viola und Bariton (2020)
Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker
Uraufführung
Male über Male 2 - für Klarinette und 9 Instrumentalisten (2000/2008)

Tabea Zimmermann, Christian Gerhaher, Jörg Widmann und Tamara Stefanovich – Künstlerfreund*innen, die die Werke Wolfgang Rihms immer wieder ins klingende Leben begleitet haben und begleiten: Sie gestalten zusammen mit Musiker*innen der Berliner Philharmoniker einen ganzen Abend mit Wolfgang Rihms Musik, im Zentrum die Uraufführung des „Stabat Mater“, ein großes Duo für Bariton und Bratsche.

Für Christian Gerhaher schrieb Wolfgang Rihm vor zwei Jahren den Liederzyklus „Tasso-Gedanken“, für Tabea Zimmermann vor 20 Jahren das Bratschenkonzert „Über die Linie IV“: „Da ist es nun. Wieder nichts Paganinieskes … Innerer Monolog von Anfang bis zum Schluss … Alles ist eben Linie, geschabt wird nirgends, gesungen immer“, schrieb er an die Widmungsträgerin. Das Gesangliche sei die Stärke der Bratsche, so Zimmermann, und das ist es, was sie stets versuche: „mein Instrument singen zu lassen“. So bringt Wolfgang Rihm in seinem neuen Werk zwei Stimmen zusammen, die schon immer einmal miteinander singen wollten, und zwar als Duo von Bariton und Bratsche. Entstanden ist ein „Stabat Mater“, ein groß dimensioniertes Duo zweier verschlungener Linien. Schon einmal hatte sich Rihm dem mittelalterlichen Gedicht zugewandt: In den Passionstücken nach Lukas „Deus Passus“ vertonte er für Mezzosopran, Alt, Harfe und Streicher knapp fünf der insgesamt 20 Strophen. Das neue „Stabat Mater“ umfasst alle Verse und weist den Text der männlichen Stimme zu. – „Vier Male“ heißen vier Stücke für Klarinette solo, die für den Klarinettisten und Komponistenfreund Jörg Widmann entstanden. Daraus wurden die „Male über Male“ für Klarinette und Streicher, schließlich die „Male über Male 2“ für Klarinette, Klavier, Harfe, Schlagzeug und Streicher. Die vom Atem getragene Linie der Klarinette erhält hier einen Gegenklang: den der geschlagenen, der perkussiven, gerissenen und resonierenden Klänge der Harfe, des Klaviers und Schlagzeugs. Von ihnen zeigt sich die das Konzert eröffnende Komposition „Sphäre nach Studie“ ganz durchprägt.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Zimmermann, Gerhaher, Widmann, Stefanovich

Musikfest Berlin

Berliner Festspiele

25.8. bis 23.9.2020

Das Musikfest Berlin 2020 findet mit aktualisiertem Programm und neuen Terminen statt!

33 Veranstaltungen, neun Uraufführungen

Das Musikfest Berlin 2020 sieht dem Start in die neue Konzertsaison mit Zuversicht entgegen. Sein neues Programm folgt den Regeln, die die Schutzmaßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie dem Konzertleben auferlegen. Viele der deutschlandweit vorbereiteten Projekte zum Beethoven-Jubiläumsjahr sind der Corona-Krise zum Opfer gefallen oder werden in die kommenden Jahre verlegt.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir im Rahmen des Musikfest Berlin 2020 am Kern des ursprünglichen Programms festhalten können, um die Philharmonie zu einem Ort der Begegnung der Musik Ludwig van Beethovens mit den Werken der Komponist*innen unserer Zeit werden zu lassen: mit einem 16 Werke und fünf Uraufführungen umfassenden Porträt der Komponistin Rebecca Saunders, mit Uraufführungen von Georges Aperghis, Wolfgang Rihm, Milica Djordjević, Christian Jost und Kompositionen von George Benjamin und Enno Poppe. Für die Musik unserer Zeit haben wir die führenden Ensembles und namhaften Interpret*innen des internationalen Musiklebens eingeladen: das Ensemble Modern, das Ensemble Musikfabrik, das Klangforum Wien und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart, Marco Blaauw, Christian Gerhaher, Juliet Fraser, Tamara Stefanovich, Christian Tetzlaff, Jörg Widmann, Tabea Zimmermann und viele mehr.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Musikfest Berlin

Ereignisse / Festival Young Euro Classic Berlin 1. bis 10.8.2020
Ereignisse / Festival intersonanzen Fest der Neuen Musik 20. bis 25.8.2020
Ereignisse / Jazz Jazzfest Berlin 5. bis 8.11.2020
Ereignisse / Kirchenmusik Dom zu Brandenburg Brandenburg an der Havel, Burghof 10
Ereignisse / Konzert cPAMPLONAcm Berlin/Hamburg/Bremen
Ereignisse / Cabaret TIPI am Kanzleramt Berlin Berlin, Große Querallee
Ereignisse / Theater Hebbel am Ufer Berlin Berlin, Stresemannstr. 29
Ereignisse / Kulturveranstaltung Russisches Haus Berlin Berlin, Friedrichstraße 176-179
Ereignisse / Konzert Musikakademie Rheinsberg Rheinsberg, Kavalierhaus der Schlossanlage
Ereignisse / Festspiele Musikfestspiele Potsdam Sanssoucci Potsdam, Wilhelm Staab Str. 10/11
Ereignisse / Kulturveranstaltung Brotfabrik-Berlin Berlin, Caligariplatz/Prenzlauer Promenade 3
Ereignisse / Kulturveranstaltung ARTEFAKT Kulturkonzepte Berlin, Schliemannstraße 2
Ereignisse / Film Berliner Filmkunsthaus Babylon Berlin, Rosa-Luxemburg-Str. 30
Ereignisse / Kulturveranstaltung Waschhaus e.V. Potsdam, Schiffbauergasse 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung Tertianum Residenz Berlin, Passauerstr. 5-7
Ereignisse / Festival Kulturnetzwerk Neukölln e.V. Kunst- und Kulturfestival Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Ereignisse / Kulturveranstaltung Tränenpalast Berlin, Reichstagufer
Ereignisse / Kulturveranstaltung Tschechisches Zentrum Berlin, Friedrichstrasse 206
Ereignisse / Kulturveranstaltung Finnland-Institut für Deutschland Berlin, Alt-Moabit 98
Ereignisse / Kulturveranstaltung Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH Berlin, Paul-Heyse-Str. 26
Ereignisse / Festival 48 Stunden Neukölln Kulturnetzwerk Neukölln e.V. Berlin, Karl-Marx-Str. 131
Ereignisse / Kulturveranstaltung arena Berlin Berlin, Eichenstraße 4
Ereignisse / Kulturveranstaltung Collegium Hungaricum Berlin Haus Ungarn Berlin, Karl-Liebknecht-Str. 9
Ereignisse / Festspiele Elblandfestspiele Wittenberge Wittenberge, Paul-Lincke Platz
Ereignisse / Festival event-theater Brandenburg, Ritterstr. 69
Ereignisse / Kulturveranstaltung Haus der Kulturen der Welt Berlin, John-Foster-Dulles- Allee 10
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kleist Forum Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder), Platz der Einheit 1
Ereignisse / Kulturveranstaltung NaturFreunde Berlin e.V Berlin, Ringstr 76
Ereignisse / Kulturveranstaltung Berlin lacht! e.V. Stefanie Roße Berlin, Reichenberger Str. 36
Ereignisse / Festival UNIDRAM - Festival für junges Theater in Europa Potsdam, Schiffbauergasse 4e
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturprojekte Berlin GmbH Berlin, Klosterstr. 68
Ereignisse / Kulturveranstaltung ZENTRUM danziger50 Berlin, Danziger Str.50
Ereignisse / Film achtung berlin - new berlin film festival Berlin, Veteranenstraße 21
Ereignisse / Kulturveranstaltung RADIALSYSTEM V New Space for the Arts in Berlin Berlin, Holzmarkstraße 33
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturland Brandenburg Potsdam, Charlottenstraße 121
Ereignisse / Konzert Brandenburgische Sommerkonzerte Berlin, Fritschestr. 22
Ereignisse / Kulturveranstaltung ufaFabrik Berlin, Viktoriastraße 10-18

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