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Zentrum Paul Klee

Am 20. Juni 2005 öffnete das Zentrum Paul Klee erstmals seine Tore für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt. Im Mittelpunkt der neuen Kulturinstitution stehen Person, Leben und Werk von Paul Klee (1879–1940). Der auch als Musiker, Pädagoge und Dichter wirkende Klee zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Mit dem Zentrum Paul Klee erhält er in der Stadt Bern, in der er die Hälfte seines Lebens verbrachte, ein Denkmal mit internationaler Ausstrahlung.

Kontakt

Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH-3000 Bern

Telefon: +41 (0)31 359 01 01
Fax: +41 (0)31 359 01 02
E-Mail: kontakt@zpk.org

 

Öffnungszeiten
Ausstellungen: Di – So 10–17 Uhr, Mo geschlossen
Museumsstrasse / Shop / Café: Di – So 9.30–17.30 Uhr, Mo geschlossen
Kindermuseum Creaviva: Di - So
Offenes Atelier: 12, 14, 16 Uhr. Dauer: 1 Stunde
Interaktive Ausstellung: 10–17 Uhr
Schulen / Gruppen: Nach Voranmeldung
Ausstellung

Emil Nolde

Emil Nolde zählt zu den bekanntesten Künstlern des 20. Jahrhunderts und zu einem der wichtigsten Vertreter des Expressionismus. Seine Kunst zeichnet sich durch eine einzigartige Intensität der Farben aus. Um der europäischen Kunsttradition zu entkommen und eine eigene Bildsprache zu entwickeln, setzte er sich mit dem Grotesken, Fantastischen und für ihn Exotischen auseinander. Diese Aspekte ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen und werden in der Ausstellung mit rund 170 Werken vorgestellt.

Das Zentrum Paul Klee widmet seine Winterausstellung 2018/19 Emil Nolde, dem «nordischen Künstler», wie ihn Paul Klee 1939 porträtierte. Nolde und Klee waren nicht nur Zeitgenossen, sondern auch Freunde, die sich gegenseitig besuchten und in den 1920er- und 1930er-Jahren regelmässig korrespondierten. Zum 60. Geburtstag von Emil Nolde verfasste Klee eine Laudatio für eine Festschrift, die 1927 publiziert wurde. Obwohl Klee sich selbst im Gegensatz zu Nolde als erdfern charakterisierte, fühlte er eine gewisse Wahlverwandtschaft: «Nolde ist mehr als nur erdhaft, er ist auch Dämon dieser Region. Selber anderswo domiziliert, fühlt man stets den Vetter dort der Tiefe, den Wahlverwandten.» Nolde stellte ebenfalls fest: «Wir waren sehr verschieden, aber auch seine absolute Anerkennung meiner Kunst, wo er selbst ganz anders malte, war sehr schön.»

Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee wird keine Gegenüberstellung beider Künstler, da sich ihre bildnerische Sprache allzu stark unterscheidet. Dennoch konzentrieren wir uns in Noldes Schaffen auf Aspekte, die sich wie ein roter Faden durch sein Werk ziehen und denen wir auch bei Klee immer wieder begegnen. Beide Künstler teilten die Faszination für das Groteske, Fantastische und ‹Exotische›. Grotesken erlaubten ihnen, das zeitgenössische Geschehen kritisch zu kommentieren. In fantastischen Darstellungen konnte sich Nolde von Vorgaben und Ideen gänzlich befreien, während für Klee das Reich der Geister, Dämonen und andere Mischwesen eine spannende Parallelwelt bot. Das ‹Exotische›, nicht in der europäischen Tradition stehende, eröffnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Klee und Nolde wie auch für viele ihrer Zeitgenossen ein neues Formenvokabular.

Beginnend mit den ‹Berg-Grotesken›, die Nolde während seines Aufenthaltes in der Schweiz kurz vor 1900 geschaffen hat, widmet die Ausstellung verschiedene Sektionen den Fantasien, die im abgeschiedenen Jütland entstanden sind. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Karikaturen des Berliner Nachtlebens. Während sich Nolde nachts in den Tanzcafés herumtrieb, studierte er tagsüber die für ihn ‹exotische› Kunst im Königlichen Museum für Völkerkunde. Aufgrund der dort gemachten Studien entstand eine Serie von Gemälden, die Nolde in der Folge in Stillleben mit äusserst unorthodoxen Kombinationen von Figuren aus verschiedensten Kulturkreisen weiter entwickelte. Auch die Südsee-Reise, die Nolde 1913-14 unternommen hat, ist ein Thema. Die vor Ort entstandenen Aquarelle und Gemälde, wie auch die später verarbeiteten Eindrücke der Reise, zeigen Noldes zwiespältiges Verhältnis zum Fremden auf. Zum einen ist der Künstler von der ‹Ursprünglichkeit› der indigenen Völker, die nichts mit der europäischen Tradition zu tun haben, fasziniert, zum anderen fürchtet er sich vor deren ‹Wildheit› und bestätigt damit das damals gültige Vorurteil.

In welcher Form Nolde dem Anderen, dem Unbekannten auch immer begegnete, es scheint, seine künstlerische Arbeit beflügelt sowie von Normen und Gewohnheiten befreit zu haben. So entwickelte Nolde inspiriert vom Unheimlichen – à la lettre – ein einzigartiges Œuvre, das mit keinem seiner Zeitgenossen verglichen werden kann. Insbesondere während des Berufsverbotes durch die Nationalsozialisten, das Nolde, der sich als urdeutscher Maler verstand, nicht nachvollziehen konnte, entstanden die sogenannten «Ungemalten Bilder». Es mag kaum verwundern, dass er sich auch während dieser Zeit immer wieder in eine Fantasiewelt flüchtete, die unzählige Geister und Fabelwesen hervorbrachte.

Eine Chronologie mit Dokumenten aus den Archiven gibt Einblick in die Begegnungen beider Künstler, in deren überschneidende Ausstellungstätigkeiten und Bekanntschaften.

Die Ausstellung ist in enger Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll entstanden.
Zur Ausstellung wird ein Katalog in deutscher und englischer Sprache beim Snoeck Verlag erscheinen, in dem erstmals die Korrespondenz zwischen Klees und Noldes publiziert wird.
Ausstellung

Paul Klee. Tierisches

Erstmals widmet sich eine Ausstellung Paul Klees Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier. Damals wie heute ist unser Umgang mit Tieren vielfältig und widersprüchlich. Tiere werden gefürchtet, dressiert, verhätschelt oder geschlachtet. Paul Klee hat intensiv über die Rollen und das Wesen von Tieren und Menschen nachgedacht und ihre Eigenheiten in seiner Kunst kritisch kommentiert. Erkunden Sie mit Paul Klee das Tier im Menschen und die menschliche Seite der Tiere!

In allen Phasen seines Schaffens interessierte sich Paul Klee für Tiere. Das Naturstudium war ihm zufolge eine der zentralen Grundlagen künstlerischen Schaffens. Er sammelte deshalb Algen, Schneckenhäuser und Muscheln, und stellte diese in seinem Atelier aus. Als genauer Beobachter entdeckte er im Menschen oft das Tier, im Tier dagegen den Menschen, und kehrte die traditionellen Rollen um. In seinen Werken «vertieren» Menschen, während Tiere menschliche Züge aufweisen. Das politische Geschehen kommentierte er mit Tierfabeln und zoologische Szenen führen uns humorvoll allzu menschliches Verhalten vor Augen.
Vögel und Fische nehmen einen speziellen Platz in Klees Bestiarium ein. Sie übten eine besondere Faszination auf ihn aus, weil sie sich im Gegensatz zum Menschen, der durch die Schwerkraft an die Erde gebunden ist, in der Luft oder im Wasser völlig frei bewegen können. Sie haben somit ihre eigenen Reviere, die dem Menschen nur schwer zugänglich sind.
Klees Katzen nahmen nicht nur in seinem Leben, sondern auch in seinem Werk einen zentralen Platz ein. In über 50 Werken und über 250 meist verschwommenen Fotografien versuchte er seine Lieblingstiere zu verewigen. In Briefen an seine Frau Lily liess er seinen Katzen Fritzi und Bimbo regelmässig «Pfotendruck und kaltnasse Nasenküsse» ausrichten. Darüber hinaus bevölkern Klees Tiergarten fantasievolle Erfindungen von Mischwesen wie der Doppelschwanz-Dreiohr, mythologische Sphinxen und tapsige Urchse.

Die Ausstellung versammelt rund 130 Werke aus den Sammlungsbeständen des Zentrum Paul Klee, von denen viele erstmals gezeigt werden. Zudem ermöglichen Leihgaben aus dem Naturhistorischen Museum Bern das unmittelbare Studium der Tiere auf den Spuren Klees.
Ausstellung

Lang/Baumann Module #4

Seit 23. Juni 2016

Im südlichen Teil des Museums liegt ein dreiseitig verglaster Raum. Hier wurde eine permanente skulpturale Installation realisiert: ein fragmentiertes Gebilde aus einer Vielzahl unterschiedlich grosser Blöcke in verschiedenen Farbtönen, die versetzt zueinander mittig im Raum aufgeschichtet wurden; eine zweite, ähnlich geschichtete Gruppe hängt kopfüber an der Decke. Dieses Ensemble bildet einen kräftigen Farbraum.

Die Installation ist begehbar und kann als Sitzmöglichkeit dienen oder für Veranstaltungen genutzt werden. Ergänzt wurde Module #4 mit einer Bibliothek in der gleichen Formensprache an der gegenüberliegenden grossen Rückwand des Raumes.

Künstler: Lang/Baumann
Titel: Module #4
Technik: Laminiertes Holz
Masse: 9 x 2.8 x 3.5 m, 5 x 0.9 x 3.2 m
Jahr: 2016

Lang/Baumann
Sabina Lang (*1972) und Daniel Baumann (*1967) leben in Burgdorf (Schweiz) und arbeiten seit 1990 zusammen.

Ihr Werk umfasst Installation, Skulptur, großflächige Wand- oder Bodenmalerei und architektonische Intervention. Die beiden Künstler arbeiten mit den verschiedensten Materialien – Holz, Metall, Farbe, Teppich, aufblasbare Strukturen –, ihr eigentliches Medium jedoch ist der Raum: Die meisten Arbeiten sind ortsspezifisch, einige sind modular angelegt und können so unterschiedlichen Situationen angepasst werden.

Zahlreiche der Werke können nicht nur betrachtet, sondern auch benutzt werden; andere täuschen eine Benutzbarkeit nur vor oder sabotieren sie auf listige Weise.

Indem sie Ort und Kontext ihrer Interventionen jeweils vorgängig genau analysieren, treten die Künstler in einen Dialog mit dem Vorgefunden. Lang/Baumann hinterfragen, häufig auf spielerische Art, gängige Normen und Wahrnehmungsmuster und begeben sich mit ihrer opulenten Bildsprache bewusst auf eine Gratwanderung zwischen klar definierten Bereichen: öffentlichem und privatem Raum, Vertrautem und Ungewohntem, Kunst und Funktionalität.
Ausstellungen / Kulturveranstaltung Kunstmuseum Bern Bern, Hodlerstr. 12
Ausstellungen / Familienprogramm Museum für Kommunikation Bern Bern, Helvetiastrasse 16
Ausstellungen / Kulturveranstaltung Naturhistorisches Museum Bern Bern, Bernastrasse 15
Ausstellungen / Ausstellung Château de Prangins Prangins,
Ausstellungen / Museum Robert Walser-Zentrum Bern Bern, Marktgasse 45
Ausstellungen / Museum Bernisches Historisches Museum Bern, Helvetiaplatz 5
Ausstellungen / Museum Museum Franz Gertsch Burgdorf Burgdorf, Platanenstrasse 3
Ausstellungen / Museum Kunstmuseum Thun Thun, Thunerhof, Hofstettenstr. 14
Ausstellungen / Museum Schweizer Schützenmuseum Bern Bern, Bernastrasse 5
Ausstellungen / Museum Cerny Inuit Collection Bern Bern, Stadtbachstrasse 8a
Ausstellungen / Museum Stiftung Schloss Oberhofen Oberhofen, Oberhofen
Ausstellungen / Museum Ballenberg Freilichtmuseum der Schweiz Hofstetten bei Brienz, Museumsstrasse 131