Bregenzer Festspiele 2012

Mi, 18.7.2012 - Sa, 18.8.2012

Ein magischer Ort unter freiem Himmel
Bei den Bregenzer Festspielen beginnt ein Opernabend lange bevor der Dirigent den Taktstock hebt: Schiffe bringen Besucher über das Wasser direkt an die Seebühne und werden so selbst Teil des Zaubers und der Inszenierung, die in einer lauen Sommernacht das Ufer des Bodensees in ihren Bann ziehen. Aber auch im Festspielbezirk wird die einzigartige Atmosphäre von Theater unter freiem Himmel mit Einbruch der Dämmerung spürbar. Und spätestens wenn die Sonne glutrot im Bodensee versinkt und so tut, als geschehe das einzig für die Tausenden Zuschauer, die bereits auf der Tribüne Platz genommen haben, wird klar, dass beim Spiel auf dem See das Erlebnis nicht an der Bühnenrampe endet. Bei den Bregenzer Festspielen findet jeder Besucher sein ganz Persönliches kulturelles Highlight: Das Spiel auf dem See steht für spektakuläre Inszenierungen in einem einmaligen Ambiente, im Festspielhaus werden brandneue und nur für Bregenz erschaffene Werke zeitgenössischer Komponisten sowie Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker und des Symphonieorchesters Vorarlberg präsentiert.

Bregenzer Festspiele 2012
Ein weiteres Mal wird 2012 der eindrucksvolle Torso des ermordeten Jean-Paul Marat das Bregenzer Seeufer dominieren. Erinnern wir uns an Charlotte Corday, die diese Tat beging, weil Marat die Ideale der Revolution verraten hatte, und gedenken wir des wundervollen Poeten André Chénier, der ebenfalls gegen den Fanatismus auftrat, und dafür mit seinem Leben bezahlte. All diese Dinge sind Thema der packenden Oper André Chénier, die die Besucher im vergangenen Sommer begeistert hat. Im kommenden Sommer wird das Wetter besser sein und die Oper genauso umwerfend: Wir freuen uns daher schon sehr darauf, Sie beim Spiel auf dem See zu begrüßen! Gerne nenne ich die Produktion auf der Seebühne ein „intelligentes Spektakel“ und hoffe dabei, dass das Wort „intelligent“ niemanden abschreckt! Aber natürlich gibt es in Bregenz auch Intelligenz ganz ohne Spektakel – eine Sache, die genauso wertvoll ist: Darunter fällt 2012 unter anderem die Uraufführung der Oper Solaris im Festspielhaus, einem wundervollen neuen Werk des deutschen Komponisten Detlev Glanert, basierend auf dem berühmten gleichnamigen Science-Fiction-Roman des polnischen Autors Stanisław Lem.

David Pountney
Intendant

Spiel auf dem See 2012

André Chénier

von Umberto Giordano

Oper in vier Akten in italienischer Sprache.
Musik von Umberto Giordano.
Libretto von Luigi Illica.


Premiere am 19. Juli 2012 - 21.15 Uhr, Seebühne

Frankreich im Jahr 1789. Der Adel feiert, die Bürger murren. Und zwischen allen Stühlen: der Dichter André Chénier. Geliebt von den Reichen für seine einfühlsamen Verse, im Herzen aber ein Revolutionär.

Gezeichnet vor dem Hintergrund der Französischen Revolution ist André Chénier, uraufgeführt 1896 an der Mailänder Scala, ein historisches Drama von brillanter Schärfe und eine menschliche Tragödie von erschütternder Intensität; packend gleichermaßen als leidenschaftliches Liebesdrama und als historischer Krimi. Zentrale Gestalt ist der gleichnamige französische Dichter, der in den Wirren der französischen Revolution vom glühenden Anhänger zum erbarmungslos Verfolgten wird und am Ende selbst auf der Guillotine endet.

Der Bodensee als Badewanne. Regisseur Keith Warner und Bühnenbildner David Fielding wählten Der Tod des Marat, das bekannteste Gemälde des Revolutionsmalers Jacques-Louis David, als Basis, Inspiration und Symbol für ihre Inszenierung von André Chénier. Erstmals dient damit ein historisches Gemälde als Vorlage für die Bühnenkulisse im Bodensee: Sie zeigt den radikalen Revolutionsführer Jean-Paul Marat, der 1793 von einer Anhängerin der Gegenpartei in seiner Badewanne erstochen wurde. In Bregenz spielt der Bodensee die Rolle der Badewanne für die 24 Meter hoch aus dem Wasser ragende Figur. 154 Treppenstufen führen über die Brust Marats bis zu seinem Gesicht. Allein der Kopf des Riesen wiegt 60 Tonnen.

Flammender Überschwang der Gefühle. Giordanos Musik, getragen von jähzorniger Begeisterung und flammendem Überschwang der Gefühle, gipfelt in einer Hymne an die Brüderlichkeit, an die Liebe und an die Befreiung durch den Tod. Giordano ließ in seine Musik historische Tänze und Märsche aus der Zeit vor der Französischen Revolution genauso einfließen wie bekannte Revolutions-Klänge, darunter das „Ça ira“ und die „Marseillaise“. Ergreifende Arien und atemberaubende Duette verleihen der Oper ihren einzigartigen Charakter.

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer, Enrico Calesso
Inszenierung: Keith Warner
Bühne: David Fielding
Kostüme: Constance Hoffman
Choreographie: Lynne Page
Licht: Davy Cunningham
Akustik: Wolfgang Fritz
Chorleitung Prager Philharmonischer Chor: Lukas Vasilek
Chorleitung Bregenzer Festspielchor: Benjamin Lack

Wiener Symphoniker
Prager Philharmonischer Chor
Bregenzer Festspielchor
Akrobaten, Luftakrobaten
Stunt Rigger, Statisterie

Dauer ca. 2 Stunden, keine Pause

Ort:

Seebühne / Festspielhaus

Termine:

Do, 19.7.2012, 21:15 | Premiere | Tickets |
Fr, 20.7.2012, 21:15 | Tickets |
Sa, 21.7.2012, 21:15 | Tickets |
So, 22.7.2012, 21:15 | Tickets |
Di, 24.7.2012, 21:15 | Tickets |
Do, 26.7.2012, 21:15 | Tickets |
Fr, 27.7.2012, 21:15 | Tickets |
Sa, 28.7.2012, 21:15 | Tickets |
So, 29.7.2012, 21:15 | Tickets |
Di, 31.7.2012, 21:15 | Tickets |
Do, 2.8.2012, 21:00 | Tickets |
Fr, 3.8.2012, 21:00 | Tickets |
Sa, 4.8.2012, 21:00 | Tickets |
So, 5.8.2012, 21:00 | Tickets |
Di, 7.8.2012, 21:00 | Tickets |
Do, 9.8.2012, 21:00 | Tickets |
Fr, 10.8.2012, 21:00 | Tickets |
Sa, 11.8.2012, 21:00 | Tickets |
So, 12.8.2012, 21:00 | Tickets |
Di, 14.8.2012, 21:00 | Tickets |
Fr, 17.8.2012, 21:00 | Tickets |
Sa, 18.8.2012, 21:00 | Tickets |

Oper im Festspielhaus 2012

Solaris

Oper in zwei Teilen in deutscher Sprache
Musik von Detlev Glanert
Libretto von Reinhard Palm
nach dem gleichnamigen Roman von Stanisław Lem


Uraufführung/Auftragswerk
Premiere am 18. Juli 2012 - 19.30 Uhr

Am 18. Juli 2012 feiert Detlev Glanerts Oper Solaris, basierend auf dem berühmten, 1961 in Warschau veröffentlichten Zukunftsroman des polnischen Science-Fiction Autors Stanisław Lem, ihre Uraufführung im Bregenzer Festspielhaus.

Solaris ist die Geschichte des Psychologen Kelvin, der auf die Raumstation entsandt wird, die den Planeten Solaris umkreist, und auf der sich seit geraumer Zeit seltsame Dinge abspielen. Geplagt von Schuld und Erinnerung an seine verstorbene Geliebte erliegt der Wissenschaftler Kelvin mehr und mehr irrationalen Gefühlen. Gleich zu Beginn wird Kelvin vor merkwürdigen Erscheinungen gewarnt. Seine ganz persönliche lässt nicht lange auf sich warten: seine ehemalige Geliebte Harey, die Selbstmord beging, leistet ihm Gesellschaft und lässt seine schuldvolle Liebesbeziehung wieder aufleben.

Verantwortung, Schuld, Erinnerung. In Lems Solaris ist Science-Fiction kein Selbstzweck, sondern ein Kunstgriff zur Konstruktion einer Metapher für das moralische Problem von Schuld und Erinnerung und unseres Umgangs damit. Angesichts einer unmittelbaren, körperlichen Konfrontation mit der eigenen, Form gewordenen Erinnerung zeigt Lem mögliche Reaktionen: die Unterdrückung mit technischen Hilfsmitteln, die Resignation und die Annahme der Verantwortung.

Der 1960 in Hamburg geborene Detlev Glanert gilt als Klangmagier und meisterhafter Orchestrator. Zu seinen Vorbildern zählen Mahler mit seiner emotional grundierten Weltschau und Ravel mit seinen artifiziell-sinnlichen Klanglandschaften.

Musikalische Leitung: Markus Stenz
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Bühne: Christian Fenouillat
Kostüme: Agostino Cavalca
Licht: Christophe Forey
Video: Tommi Brem
Chorleitung: Lukáš Vasilek

Prager Philharmonischer Chor

Dauer ca. 2 1/4 Stunden (Pause nach dem 1. Teil)

Einführungsvortrag (6 Euro) jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Festspielhaus.

Termine:

Mi, 18.7.2012, 19:30 | Uraufführung | Tickets |
So, 22.7.2012, 11:00 | Tickets |
Mi, 25.7.2012, 19:30 | Tickets |


Orchesterkonzerte im Festspielhaus 2012

Einsamkeit, Frankenstein und "Gottes Musikant"

Werke von Anton Bruckner und Detlev Glanert stehen 2012 im Zentrum der Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker und des Symphonieorchesters Vorarlberg.

Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem exzentrischen Griechen Teodor Currentzis, der 2010 am Pult von Weinbergs "Die Passagierin" für Furore gesorgt hat, sowie einen Ausblick auf die Musikwelt des Österreichers HK Grubers, des Komponisten der Oper im Festspielhaus 2013 "Geschichten aus dem Wiener Wald".

Wiener Symphoniker | Stenz

Wiener Symphoniker
Dirigent: Markus Stenz


F. Schubert – D. Glanert: Einsamkeit (D 620) für Sopran und Orchester
A. Bruckner: Symphonie Nr. 5 B-Dur

Am 23. Juli dirigiert Markus Stenz Detlev Glanerts 2010 uraufgeführtes Werk Einsamkeit, eine Bearbeitung des gleichnamigen Schubert-Lieds, sowie Anton Bruckners 5. Symphonie.

Termin:

Mo, 23.7.2012, 19:30 | Tickets |

Wiener Symphoniker | Currentzis

Wiener Symphoniker
Dirigent: Teodor Currentzis


M. Weinberg: Konzert für Violoncello und Orchester c-moll, op. 43
S. Prokofjew: Symphonie Nr. 5 in B-Dur, Opus 100

Ein Wiedersehen mit dem exzentrischen Griechen Teodor Currentzis, der 2010 am Pult von Weinbergs "Die Passagierin" für Furore gesorgt hat, gibt es am 30. Juli. Auf dem Programm steht unter anderem Weinbergs Konzert für Violoncello und Orchester in c-Moll.

Termin:

Mo, 30.7.2012, 19:30 | Tickets |

Wiener Symphoniker | Gruber

Wiener Symphoniker
Dirigent: HK Gruber


H. Eisler: Suite Nr. 3 Kuhle Wampe;
H. Eisler: Angst aus Höllenangst
K. Weill/B. Brecht: Die sieben Todsünden
HK Gruber: Frankenstein!!

Der österreichische Komponist und Dirigent HK Gruber, aus dessen Feder "Geschichten aus dem Wiener Wald", die Oper im Festspielhaus 2013, stammt, nimmt am 6. August gleich selbst den Taktstock in die Hand. Zu hören sein werden in dem von Gruber zusammengestellten Konzert neben Kompositionen von Hanns Eisler und Kurt Weill auch dessen eigenes Werk "Frankenstein!!"

Kuratiert von HK Gruber

Termin:

Mo, 6.8.2012, 19:30 | Tickets |

Symphonieorchester Vorarlberg

Symphonieorchester Vorarlberg
Dirigent: Gérard Korsten


A. Bruckner: Symphonie Nr. 4 Es-Dur
D. Glanert: Theatrum bestiarum

Das Symphonieorchester Vorarlberg spielt in seiner Matinee am 12. August unter der Leitung seines Chefdirigenten Gérard Korsten Anton Bruckners 4. Symphonie und Detlev Glanerts Theatrum bestiarum.

Termin:

So, 12.8.2012, 11:00 | Tickets |

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Platz der Wiener Symphoniker 1
A-6900 Bregenz

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