Was ihr wollt
William Shakespeare / Komödie in fünf Akten
Premiere: Donnerstag, 02. September 2010, Theater am Goetheplatz
Die Welt gerät aus den Fugen, als ein schwerer Sturm und Schiffbruch zwei Geschwister trennt. Viola wird an die Küste Illyriens gespült, doch ihr Zwillingsbruder Sebastian ist in den Fluten verschollen. In dem ihr unbekannten, merkwürdigen Land begibt sich Viola als junger Mann verkleidet auf die Suche nach ihrem Bruder. Zu diesem Zweck tritt sie in die Dienste des Herzogs Orsino. Dieser schickt den »hübschen Jüngling« als Postillon d’amour zur stolzen Gräfin Olivia, um die der Herzog seit einiger Zeit vergeblich wirbt. Doch die Gräfin verliebt sich nicht in den Herzog, sondern in seinen Boten. Was Viola in arge Bedrängnis bringt – vor allem weil sie sich selbst in den Herzog verliebt hat. Aber wie ihm das erklären, wie das Verwirrspiel lösen und darin den vermissten Bruder finden? Kompliziert wird die Geschichte durch eine ganze Reihe aberwitziger Trunkenbolde und Parvenüs, einen verliebten Haushofmeister und eine naseweise Zofe, die alle versuchen ihr eigenes Spiel zu spielen. Das macht das Geschehen für den Betrachter zwar um einiges vergnüglicher, für die Verliebten jedoch kaum leichter. Letztendlich scheint nichts mehr eindeutig im illyrischen Liebeswirrwarr – weder die Gefühle noch die Identitäten. Aber wie es sich gehört, endet alles mit einem großen Showdown, in dem die meisten auch bekommen, was sie wollen, und alle, was sie verdienen.
Shakespeares Komödie »Was ihr wollt« ist ein Taumeln zwischen blindem Liebesrausch, selbstverliebter Melancholie und ausgelassener Trunkenheit – ein Spiel mit doppelbödigem, tragikomischem Humor um die Fehlbarkeit der eigenen Wahrnehmung.
Inszenierung: Robert Schuster
Bühne/Kostüme: Jens Kilian
Musikalische Leitung: Jörg Gollasch
Ort:
Theater am Goetheplatz
Termin:
Do, 2.9.2010, 19:30 | Premiere
Der Rosenkavalier
Richard Strauss / Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Premiere: Sonntag, 26. September 2010, Theater am Goetheplatz
Als 1911 die Uraufführung des »Rosenkavaliers« in Dresden stattfand, mussten bald Sonderzüge eingerichtet werden, um das Publikum zu den Aufführungen zu bringen. Bis heute zählt dieses Werk zu den beim Publikum beliebtesten Repertoirestücken der Oper. Grund für den Erfolg ist nicht nur das tiefsinnige und poetische Libretto des Schriftstel- lers Hugo von Hofmannsthal, sondern vor allem der feine, psychologisch ausgefeilte Orchesterklang des Komponisten Richard Strauss.
Die Handlung erzählt von der alternden Marschallin. Sie hat einen jungen Geliebten, Octavian, und spürt, dass sie ihn auf Dauer nicht halten können wird. Als ihr Vetter Baron Ochs von Lerchenau sie bittet, ihn bei der Werbung um die junge, reiche bürgerliche Sophie zu unterstützen, empfiehlt sie Octavian als »Rosenkavalier«. Er soll die silberne Rose als Zeichen der Werbung an Sophie überbringen. Octavian und Sophie verlieben sich ineinander und müssen erreichen, dass Ochs, ein Lebemann von Falstaffschem Format, von der Heiratsabsicht zurücktritt. Sophie und Octavian kommen zusammen und sowohl Ochs als auch die Marschallin erkennen, dass ihre Zeit dem Ende entgegen- geht. »Der Rosenkavalier« ist eine Geschichte, die vom Ende einer Epoche erzählt. Es ist die Epoche des Adels, der von der aufstrebenden Schicht des Bügertums abgelöst wird. Wenige Jahre nach der Uraufführung hat sich Europa tatsächlich politisch verändert, der Adel musste als Führungselite abdanken. Entsprechend spielen Hofmannsthal und Strauss mit dem nostalgischen Gefühl des Abschieds: »Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie«, singt die Marschallin im Ersten Akt. Das Bewusstsein einer kommenden Veränderung gab Anlass zu einem nostalgischen Rückblick. Die aktuelle Ahnung einer anbrechenden sozialen Zeitenwende und der Rückblick auf vergehende Glücksversprechungen bestimmen die Inszenierung des jungen Regisseurs Tobias Kratzer, der zusammen mit dem Bühnenbildner Rainer Sellmaier dieses Meisterwerk in Szene setzen wird.
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Regie: Tobias Kratzer
Bühne/Kostüme: Rainer Sellmaier
Ort:
Theater am Goetheplatz
Termin:
So, 26.9.2010, 18:00 | Premiere