MUSEEN IM ÜBERBLICK
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt. Insgesamt elf Museen bieten eine thematische Vielfalt, die in ihrer Art einzigartig ist.
Neben Meisterwerken weltberühmter Maler des 16. bis 18. Jahrhunderts der Gemäldegalerie Alte Meister können herausragende Bestände der Porzellansammlung sowie historische Uhren und wissenschaftliche Instrumente aus drei Jahrhunderten betrachtet werden. Die Juwelen und Preziosen des prächtigsten Schatzkammermuseums Europas sowie Gebrauchs- und Luxusgegenstände des sächsischen Hofes im Kunstgewerbemuseum lassen den Besucher anschaulich in einer reichen Geschichte wandeln. Die Waffen- und Kostümausstellung der Rüstkammer, das Münzkabinett mit Orden und Medaillen zu bedeutsamen Ereignissen der sächsischen Geschichte, aber auch eine Ausstellung regionaler Volkskunst runden den Überblick für den Besucher ab. Zu einer weiteren Zeitreise laden die Skulpturensammlung und das Kupferstich-Kabinett ein. Angefangen bei frühen Kulturen bis in die Gegenwart präsentieren sie herausragende Kunstwerke weltweit bekannter Künstler. Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts ist in der Galerie Neue Meister erlebbar.
Semperbau mit Zwinger
Der weltbekannte Zwinger gehört zu den großartigsten Bauwerken des Barock in Deutschland. Mit seinen Pavillons und Galerien, dem »Kronentor«, dem »Nymphenbad« und nicht zuletzt dem Garten im Zwingerhof ist er eine Oase für jeden Dresden-Besucher. Der befremdlich erscheinende Begriff »Zwinger« stammt aus der Befestigungskunst und verweist auf die ursprüngliche Lage des Baus vor der Ringmauer der Stadt. Doch schon zu Zeiten Augusts des Starken hatte der Zwinger keineswegs die Funktion einer Befestigungsanlage.
Der Zwingerhof war Garten und Orangerie – eine Stätte für höfische Festivitäten, und seine Gebäude beherbergten schon damals die kurfürstlichen Kunstsammlungen und die Bibliothek. Mit den von Balustraden, Figuren und Vasen gesäumten Galerien ist ein barockes Gesamtkunstwerk entstanden, in dem Architektur und Skulptur unauflöslich miteinander verbunden sind.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts schloss der Architekt Gottfried Semper die zur Elbe hin offene Seite mit einem Galeriegebäude ab. Das 1855 eröffnete und heute Semperbau genannte Gebäude war eines der wichtigsten Museumsprojekte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Es beherbergte bis zum Zweiten Weltkrieg außer der Gemäldegalerie auch das Kupferstich-Kabinett und die Mengssche Abguss-Sammlung antiker Skulpturen. Wer heute durch den Zwingerhof flaniert, empfindet das Architekturensemble als harmonisch, obwohl der Semperbau sich durch seine strengere und feierlichere Architektursprache deutlich von der barocken Verspieltheit des Zwingers absetzt. Semper passte die Fensterfront der hofseitigen Fassade den Rundbögen der Zwingerarchitektur an, gekonnt, aber unaufdringlich.
Zwinger und Semberbau brannten bei dem Bombenangriff am 13. Februar 1945 aus und wurden in den 50er und 60er Jahren wieder aufgebaut. Heute sind im Zwinger die Porzellansammlung und der Mathematisch-Physikalische Salon, der allerdings wegen Sanierung des Gebäudes geschlossen ist, beheimatet. Im Semperbau ist neben der Gemäldegalerie Alte Meister eine Präsentation der Rüstkammer zu besichtigen.
Gemäldegalerie Alte Meister
Der junge Johann Wolfgang Goethe war bei seinem Besuch von der Dresdner Gemäldegalerie überaus angetan: „Meine Verwunderung überstieg jeden Begriff!“ Er sah die Meisterwerke noch im Johanneum, dicht gedrängt in drei Reihen übereinander gehängt. Aber die Sammlung, die er bewunderte, entspricht mehr oder weniger der Auswahl, die auch heute im Semperbau präsentiert wird. Die Verwunderung und das Staunen ist den Besuchern seit Goethe nicht vergangen: Jahr für Jahr zieht die Galerie mehr als 500.000 Kunstinteressierte aus aller Welt an.
Der weltweite Ruhm der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister gründet sich auf die hervorragende Auswahl hochkarätiger Meisterwerke. Zu den Sammlungsschwerpunkten des Museums gehört die italienische Malerei der Renaissance mit Hauptwerken von Raffael, Giorgione, Tizian, Correggio, Mantegna, Botticelli, Parmigianino, Veronese oder Tintoretto. Ebenso bedeutend ist der Bestand holländischer und flämischer Maler des 17. Jahrhunderts. Mit einer großen Anzahl von qualitätvollen Werken sind Rembrandt und seine Schule vertreten, außerdem Ruysdael und die großen Flamen Rubens, Jordaens und Van Dyck. Von Johannes Vermeer aus Delft (1632 – 1675) sind heute weltweit kaum mehr als 30 Werke bekannt. Die Dresdner Galerie besitzt mit zwei Werken dieses einzigartigen holländischen Meisters einen besonderen Anziehungspunkt.
Präsentiert werden ferner herausragende Gemälde altdeutscher und altniederländischer Malerei, darunter Jan van Eyck, Dürer, Cranach und Holbein sowie großartige Werke spanischer und französischer Künstler des 17. Jahrhunderts. Zu den Bekanntesten zählen hier Ribera und Murillo, Poussin und Lorrain. Die Qualität des Bildbestandes, aber auch der großzügige Bau Sempers und seine glanzvolle Ausstattung setzen bis heute Wertmaßstäbe – das Staunen wird wohl anhalten.
Gemäldegalerie Alte Meister
Semperbau am Zwinger
Theaterplatz 1
01067 Dresden
Öffnungszeiten:
10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Gemäldegalerie Alte Meister, inkl. Rüstkammer, Porzellansammlung und Sonderausstellung:
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 9,00 Euro
Audioguide: 3,00 Euro
Zugang für Rollstuhlfahrer bitte voranmelden.
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Porzellansammlung
Affen und Löwen, ein Adler und ein Pfau, sogar ein »Bologneser Hündchen« haben sich eingefunden: Der Saal mit Meissener Porzellantieren ist eine Attraktion in der Porzellansammlung. Die Dresdner Sammlung ist die qualitätsvollste und zugleich umfangreichste keramische Spezialsammlung der Welt, nicht zuletzt wegen ihrer herausragenden Bestände frühen Meissener Porzellans sowie ostasiatischer Porzellane des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. August der Starke (1670-1733) war süchtig nach Porzellan. Seiner "maladie de porcelaine", wie er selbst seine Sucht nach dem "weißen Gold" bezeichnete, verdankt Dresden diese einzigartige Sammlung. In der herrlichen Innenarchitektur des Zwingers, immer mit Blick auf die barocke Kulisse des Zwingerhofes, werden heute die schönsten der 20.000 erhaltenen Stücke präsentiert. Der Bogen der ausgestellten Porzellane spannt sich von Zeugnissen der chinesischen Ming-Periode über die reichen Bestände aus der Regierungszeit des Kaisers Kangxi (1662–1722) bis hin zu japanischen Imari- und Kakiemon-Porzellanen des frühen 17. und 18. Jahrhunderts. Auch die Entwicklung des Meissener Porzellans von der Erfindung im Jahre 1708 bis zum späten 18. Jahrhundert lässt sich in Werken höchster Kunstfertigkeit ablesen.
In den letzten Jahren schuf der international renommierte New Yorker Architekt Peter Marino die Entwürfe für die Innenausstattung für die beiden Bogengalerien und des Tiersaals. So erwartet die Besucher beispielsweise ein opulentes Wandarrangement in der Langgalerie mit türkisfarbenem Porzellan vor purpurvioletter Wand. Dieses Ensemble war in größerer Form bereits für das Porzellanschloss – das Japanische Palais - vorgesehen. Im Tiersaal sind die Wände mit Ledertapeten nach Vorbildern des frühen 18. Jahrhunderts gestaltet. Und in der Mitte des Saales stehen zwei chinesisch anmutende Baldachine, zwischen ihnen ein gitterförmiger fünf Meter hoher Pavillon im chinesischen Stil, gedeckt von einem Pagodendach mit Porzellanglocken. Auf vergoldeten Wandkonsolen sitzen Vogelplastiken des Meissener Modelleurs Kaendler - ebenfalls des 18. Jahrhunderts. Eine Inszenierung, die diesen Prunkstücken der Porzellankunst, diesem ganzen Zoo herrlich verrückter Tiere, angemessen ist – und übrigens auch dem Gründer der Porzellansammlung: August der Starke war berühmt für seine exzentrischen Auftritte!
Porzellansammlung
Zwinger, Eingang Glockenspielpavillon
01067 Dresden
Öffnungszeiten:
10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintrittspreis normal: 6,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 3,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 5,00 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 3,50 Euro
Zugang für Rollstuhlfahrer bitte voranmelden.
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Rüstkammer
Die Blicke der Besucher richten sich auf den 1563 bis 1564 vom Antwerpener Goldschmied Eliseus Libaerts geschaffenen Prunkharnisch für Ross und Mann. Vielen bleibt er als die „goldene Rüstung“ oder als „Herkules-Harnisch“ in Erinnerung. Die zweifellos als ein künstlerisches Hauptwerk anzusehende Waffengarnitur steht zentral am Ende der imposanten Säulenhalle der Rüstkammer im Semperbau am Zwinger.
Blickwechsel in die neu eröffnete Türckische Cammer im Residenzschloss. Hier geht eine überwältigende Wirkung von den acht aus Holz in Originalgröße geschnitzten Pferden aus, die zu den Höhepunkten der neuen Dauerausstellung zählen. Jeder der rund 150 kg schweren, prunkvoll geschmückten Araber ist ein Unikat. Gleich zu Beginn des Rundgangs empfangen in einer Großvitrine fünf dieser Pferde prächtig geschmückt den Besucher. So unterschiedlich die beiden Präsentationen dieses bedeutenden Museums inhaltlich auch sind, gemein ist beiden, dass der Besucher kaum weiß, wohin er angesichts der zahllosen Prunkwaffen den Blick zuerst wenden soll.
Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Dresdner Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Sie vereint Meisterwerke von Waffenschmieden, Künstlern und Kunsthandwerkern aus ganz Europa und dem Orient und umfasst etwa 10.000 Prunkwaffen – Harnische, Helme, Schilde, Schwerter, Degen und Dolche, Säbel und Pusikane, Pistolen und Gewehre – sowie Reitzeuge und Prunkkleider, Kunstkammerstücke und Bildnisse vorwiegend des 16.-18. Jahrhunderts aus dem Besitz der wettinischen Kurfürsten. Die Türkenmode am kursächsischen Hof findet in der reichen Sammlung orientalischer und orientalisierender Waffen, Kleidung und Reitzeugen sowie in den großartigen Türkenzelten ihren Ausdruck.
Diese ungemein prachtvollen Gegenstände sind in der Türckischen Cammer im Residenzschloss zu bewundern. Sie überraschen viele Besucher, denn sie werden in einer Rüstkammer eigentlich nicht erwartet. Im Semperbau zeigt die Rüstkammer aus ihren reichen Beständen Fürstenbildnisse und Kunstkammergegenstände, vor allem aber reich verzierte Prunkwaffen und Waffengarnituren. Sie dienten den sächsischen Herrschern neben dem Schutz von Leib und Leben auch ihrer Repräsentation, sie waren Sammelobjekte und wurden zur Ausstattung von Ritterspielen und höfischen Festen sowie bei der Jagd verwendet. Einen Besuch lohnen unbedingt beide Präsentationen.
Rüstkammer im Semperbau
Semperbau am Zwinger
Theaterplatz 1
01067 Dresden
Zugang für Rollstuhlfahrer bitte voranmelden.
Türckische Cammer der Rüstkammer
Residenzschloss, Eingang über Kleinen Schlosshof und über Sophienstraße
Öffnungszeiten:
Rüstkammer, Semperbau, Zwinger 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen
Türckische Cammer im Residenzschloss 10 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen
Rüstkammer im Semperbau
Eintrittspreis normal: 3,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 2,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 2,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 2,00 Euro
Türckische Cammer im Residenzschloss
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für die Ausstellung des Münzkabinetts im Hausmannsturm, das Neue Grüne Gewölbe sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Mathematisch-Physikalischer Salon
In der Welt des Mathematisch-Physikalischen Salons ticken die Uhren anders. Zum Beispiel die Weltzeituhr von Andreas Gärtner: 365 Ziffernblätter sind auf einer großen Scheibe befestigt und zeigen die Uhrzeit an 365 verschiedenen Orten der Erde an. Um 1690 hat Andreas Gärtner eine verblüffende technische Lösung für die Konstruktion dieser Uhr entwickelt – sie nutzt die Gesetzte der Schwerkraft. Oder die spektakuläre Planetenuhr: Bereits in den 1560er Jahren wurde sie in Marburg und Kassel im Auftrag des sächsischen Kurfürsten August konstruiert. Sie zeigt den der Uhrzeit entsprechenden Stand von Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn an – eine technische Meisterleistung.
Die beiden Uhren zählen zu den vielen Prunkstücken der weltberühmten Sammlung historischer Uhren und wissenschaftlicher Instrumente, die der Mathematisch-Physikalische Salon beherbergt. Dazu gehören Erd- und Himmelsgloben, faszinierende optische, astronomische und geodätische Geräte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, historische Instrumente zum Rechnen, Zeichnen und zur Bestimmung von Längen, Massen, Temperatur und Luftdruck. Die Objekte geben einen Überblick über die Entwicklung der frühen feinmechanischen Instrumente, Globen und Uhren und vermitteln anhand ausgewählter Beispiele ihre Anwendung und Technik. Darüber hinaus sind sie Kunstwerke von höchstem Niveau, die ihre fürstliche Herkunft widerspiegeln.
Von herausragender Bedeutung sind der arabische Himmelsglobus aus dem 13. Jahrhundert und die Rechenmaschine von Blaise Pascal, die um 1650 entstanden ist. Oder ein trommelnder Bär, Wecker und Musikautomat in einem. Oder der Brennspiegel, mit dem Freiherr von Tschirnhaus jene hohe Temperatur erzielte, die zur Herstellung von Porzellan erforderlich war. Wenn der Mathematisch-Physikalische Salon nach der momentan stattfindenden umfassenden Sanierung wieder eröffnet wird, sind allein diese Objekte den Besuch wert.
Derzeit ist der Mathematisch-Physikalische Salon aufgrund von Baumaßnahmen geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Mathematisch-Physikalischer Salon
Mathematisch- Physikalischer Salon
Zwinger
01067 Dresden
Telefon: 03 51 / 4 91 4 66 61
Fax: 03 51 / 4 91 4 66 66
Die Sammlung ist derzeit wegen Umbau geschlossen.
Albertinum
Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart
Nach Sanierung und Umbau präsentiert sich das neue Albertinum mit Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart. Den Anlass für eine Neukonzeption des Museums gab das Jahrhunderthochwasser der Elbe und ihrer Nebenflüsse im Jahr 2002. Was damals als Katastrophe begann und die Depots im Untergeschoss des historischen Baus in Mitleidenschaft zog, sollte sich alsbald für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Chance herausstellen. Denn drei Monate später versteigerten mehr als 40 zeitgenössische Künstler im Rahmen einer Auktion jeweils aus ihrem Oeuvre bekannte Werke.
Der Erlös von über 3,4 Millionen Euro gab die Initialzündung für die Komplettsanierung des Albertinums, mit einem weltweit einzigartigen, hochwassersicheren Museumsgebäude. Ein Architekturwettbewerb brachte ein spektakuläres Konzept des Berliner Büros Staab Architekten hervor. Ihr architektonisches Meisterwerk bietet als raumhaltiges Dach fortan für Depots und Restaurierungswerkstätten „eine Arche für die Kunst“. So gewinnt das Gebäude nicht nur einen lichtdurchfluteten Innenhof mit Platz für Cafè, Buchladen, Galeriekonzerte und Theateraufführungen, sondern auch einen zweiten Museumseingang. Von nun an können die Besucher das Albertinum wie immer von der Brühlschen Terasse und seit neustem vom Georg-Treu Platz betreten. Damit bereichert das Museum Dresden um einen weiteren, wichtigen öffentlichen Ort.
Die neuen Ausstellungssäle teilen sich die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung allein. Die Bestände beider Museen mit Malerei von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter sowie Skulptur von Rodin bis ins 21. Jahrhundert besitzen weltweit einen bedeutenden Ruf. Riesige gläserne Schaudepots eröffnen dem Besucher bisher unbekannte Einsichten in das Innere des Museums und erschließen bislang verborgene Werke der Sammlung auf Dauer. Innerhalb der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das neue Albertinum berufen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen. Während in den Ausstellungsräumen der Kunst der Moderne und Gegenwart eine große Bühne geboten wird, werden hinter den Kulissen des Museumsbetriebes die Gemälde alter und neuer Meister restauriert. Das neue Albertinum ist in seiner Gesamtheit auf Begegnungen zwischen Malerei und Skulptur, Romantik und Moderne, zwischen Ost und West, zwischen gestern, heute und morgen ausgerichtet.
Galerie Neue Meister
Von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter. Der weite Horizont von der Romantik bis zur Gegenwart und die großartige Qualität des Bildbestandes zeichnen die Galerie Neue Meister aus und machen sie zu einem der wichtigsten Museen seiner Art in Deutschland. In der neuen Präsentation im Albertinum sind Meisterwerke der Romantiker in einem Rundgang zu erleben, mit der Kunst des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischen Arbeiten. Gegenwartskunst tritt in spannungsvollen Dialog mit gewachsenem Sammlungsbestand. Der Besucher des 21. Jahrhunderts durchschreitet ein weites geistiges Universum. In ungewohnter Nähe zueinander kann er die Epochen erleben und damit neu und anders entdecken.
Der Gang durch die Ausstellung beginnt gleich mit mehreren Meisterwerken von Caspar David Friedrich, dem bedeutendsten deutschen Künstler der Romantik. In chronologischer Reihenfolge folgen weitere Romantiker (Carl Gustav Carus, Johan Christian Dahl, Ludwig Richter), französische und deutsche Impressionisten (Claude Monet, Edgar Degas, Max Liebermann, Max Slevogt), Expressionisten mit Otto Dix und den Brücke-Künstlern (Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff) sowie Vertreter der Dresdner Sezession (Bernhard Kretzschmar, Carl Lohse). Erstmalig wird den Künstlern A. R. Penck und Georg Baselitz jeweils ein vollständiger Raum gewidmet. Neu ist auch der Bereich „Kunst im geteilten Deutschland / Kunst nach 1989“, in dem von Raum zu Raum Kunst der DDR und BRD (Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Sigmar Polke, Günter Fruhtrunk, Norbert Tadeusz) sowie ostdeutscher und westdeutscher Künstler (Eberhard Havekost, Neo Rauch, Thoralf Knobloch, Johannes Kahrs) gegenübergestellt werden.
Neue Medien sind in Form von (Klang-Video-)Installationen und Videofilmen vertreten. Zwei Säle mit Werken von Gerhard Richter, die der Künstler selbst einrichtete und für die er extra neue Werke schuf, beenden den Rundgang. An einigen Stellen überrascht die Begegnung mit Werken aus der Skulpturensammlung, auch sie ist im Albertinum zuhause. Die Präsentation der Skulpturensammlung beginnt mit Auguste Rodin und führt den Besucher, wie die Galerie Neue Meister, in die unmittelbare Gegenwart.
Galerie Neue Meister
Albertinum. Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart
Eingang über Brühlsche Terrasse oder Georg-Treu-Platz
Öffnungszeiten:
ab 20. Juni 2010
täglich 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis normal: 8,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 6,00 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 6,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 7,00 Euro
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 49 14 2000
Fax: 03 51 / 49 14 2001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Skulpturensammlung
Im neu konzipierten "Albertinum - Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart" ist mit der Präsentation der Skulpturensammlung und der Galerie Neue Meister die Kunst der Moderne in einem Umfang erlebbar, wie es zuvor in Dresden nicht möglich war. Die innovative Museumskonzeption steht für einen neuen Anfang in der Kunstpräsentation in Dresden und zeigt die Kunst vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart. Für die Skulpturensammlung beginnt die Moderne mit Werken des französischen Bildhauers Auguste Rodin. Er hat das Zeitalter der modernen Plastik und Skulptur eingeläutet und gilt als Vorreiter für eine Vielzahl von Stilrichtungen, die sich im 20. Jahrhundert herauskristallisiert haben. Die in der Ausstellung gezeigten Werke der klassischen Moderne und der Skulptur nach 1945 spinnen den Grundgedanken Rodins – die Subjektivität der Kunst – bis ins Heute weiter.
Auf die Kunst in der DDR wird mit Werken zum Beispiel von Wieland Förster, Werner Stötzer und Helmut Heinze in besonderer Weise eingegangen. Der Klingersaal – von der Skulpturensammlung und der Galerie Neue Meister als sinnlicher Epochenraum konzipiert – befasst sich mit der Kunst des Fin de Siècle, veranschaulicht mit Werken von Arnold Böcklin und Max Klinger bis zu Franz von Stuck und Sascha Schneider. Der Mosaiksaal widmet sich dem großen Thema Moral anhand von Skulpturen des Klassizismus mit einem Schwerpunkt auf Ernst Rietschel.
Die Skulpturensammlung umfasst Werke aus mehr als fünf Jahrtausenden – von den antiken Kulturen über alle Epochen der europäischen Plastik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Das Herzstück der Sammlung – die Antikensammlung mit Skulpturen wie dem »Dresdner Knaben« sowie Vasen, Bronzen und Terrakotten – wird in einigen Jahren eine neue Aufstellung in der Osthalle des Semperbaus finden, die einst von Gottfried Semper für antike Skulpturen entworfen wurde. Bis es soweit ist, kann man sich in einem experimentellen Schaudepot im Albertinum einstimmen, wo ausgewählte Skulpturen für den Besucher in Szene gesetzt werden.
Skulpturensammlung
Albertinum. Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart
Eingang über Brühlsche Terrasse oder Georg-Treu-Platz
Öffnungszeiten:
ab 20. Juni 2010 täglich 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis normal: 8,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 6,00 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 6,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 7,00 Euro
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 49 14 2000
Fax: 03 51 / 49 14 2001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Residenzschloss
Ursprungsort und Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das Residenzschloss im Herzen der Altstadt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wird das Residenzschloss zurzeit als »Residenz der Kunst und Wissenschaft« wieder aufgebaut. Zuerst kehrten das Münzkabinett und das Kupferstich-Kabinett in das Schloss zurück. Seit 2004 kann man das Neue Grüne Gewölbe in der ersten Etage und seit 2006 das Historische Grüne Gewölbe im Erdgeschoss wieder besichtigen. Als spätbarockes Gesamtkunstwerk ist es in den ursprünglichen Räumen wieder erlebbar, so wie es August der Starke von 1723 bis 1730 als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht errichten ließ. Mit seiner Eröffnung wurde das Residenzschloss mit einem Paukenschlag zur Pilgerstätte für Besucher aus aller Welt. Die Eröffnung der prunkvollen und einzigartigen Türckischen Cammer im Jahr 2010 war der vorerst letzte Höhepunkt auf dem bisherigen Weg. Mit dem Einzug der Rüstkammer in den Riesensaal und dem originalgetreu rekonstruierten Audienzgemach und weiteren prachtvollen Räumen August des Starken wird das Residenzschloss vollendet werden.
Die »Residenz der Kunst und Wissenschaft« beherbergt aber auch die öffentliche Kunstbibliothek, Vortragssäle und die öffentlich zugänglichen Studiensäle des Kupferstich-Kabinetts und des Münzkabinetts. Den Blicken des Publikums verborgen sind die Werkstätten, Depots und Büros: Die zahlreichen Wissenschaftler und Restauratoren, die hier arbeiten, stehen im Austausch mit ihren Kollegen in der ganzen Welt. Noch immer planen und realisieren Architekten, Bauleute, Museumsdirektoren und Wissenschaftler das »Projekt Residenz der Kunst und Wissenschaft«, das noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Wenn das Residenzschloss fertig gestellt ist, wird Deutschland um einen Museumskomplex reicher sein, der in den historischen Räumen an den einstigen Glanz erinnert, aber weit darüber hinaus strahlen wird: An dem Ort, an dem Kurfürst August im Jahr 1560 die Kunstkammer gründete, wächst heute ein lebendiger Museumskomplex, an dem sächsische, aber auch europäische Geschichte erlebbar wird – Kunstmuseum und historisches Museum zugleich.
Grünes Gewölbe
Neues Grünes Gewölbe
Historisches Grünes Gewölbe
Als eine der reichsten Schatzkammern Europas genießt das Grüne Gewölbe Weltruf. Seit 2004 und 2006 die beiden Präsentationen des Museums – das Neue Grüne Gewölbe und das Historische Grüne Gewölbe – eröffnet wurden, haben mehr als drei Millionen Besucher die Schätze bewundert. Sie waren fasziniert vom strahlenden Glanz und der überbordenden Pracht.
Wer das Grüne Gewölbe besichtigen möchten, steht vor der Entscheidung: Was schaue ich mir zuerst an? Denn wie zum Überfluss wurde mit dem Wiederaufbau des Residenzschlosses das Grüne Gewölbe gleich in zwei Dauerausstellungsbereiche unterschiedlichen Charakters eingerichtet. Man besucht entweder das Historische Grüne Gewölbe, die Rekonstruktion der Schatzkammer von August dem Starken (1670-1733). Vor verspiegelten Wänden auf vergoldeten Konsolen sind die bezaubernden Kunstwerke hier in barocker Inszenierung zu erleben. Oder man geht in das Neue Grüne Gewölbe, wo etwa 1.000 ausgesuchte Meisterwerke der Schatzkunst in spiegelfreien Vitrinen aus nächster Nähe, perfekt ausgeleuchtet und wunderbar im Detail zu bestaunen sind. Zu den einzigartigen Kabinettstücken des Dresdner Hofjuweliers Dinglinger, wie etwa dem Hofstaat des Großmoguls oder dem Goldenen Kaffeezeug, treten faszinierende Preziosen aus Gold, Silber, Email und Edelsteinen, aus Elfenbein, Perlmutter, Kokosnüssen und Straußeneiern.
Die Entscheidung dürfte schwer fallen. Also bringt man am besten ein wenig mehr Zeit mit und besucht gleich beide Präsentationen. Für das Historische Grüne Gewölbe, das im Erdgeschoss liegt, sollte man sich die Eintrittskarten im Vorverkauf sichern, denn hier ist die Anzahl der Besucher, die täglich eingelassen werden können, aus konservatorischen Gründen beschränkt. Für das direkt darüber in der ersten Etage gelegene Neue Grüne Gewölbe kann man die Karten dagegen direkt an der Kasse erwerben.
Grünes Gewölbe
Residenzschloss Dresden
Erdgeschoss: Historisches Grünes Gewölbe
1. Obergeschoss: Neues Grünes Gewölbe
Eingang: über Sophienstraße oder Kleiner Schlosshof
- Taschenberg 2 oder
- Schlossstraße (Löwentor)
Öffnungszeiten:
Neues Grünes Gewölbe 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Historisches Grünes Gewölbe 10 bis 19 Uhr, dienstags geschlossen
Eintrittspreis Neues Grünes Gewölbe:
normal: 10,00 Euro
ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 17 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für die Ausstellung des Münzkabinetts im Hausmannsturm sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Eintrittspreis Historisches Grünes Gewölbe:
10,00 Euro, inklusive Audioguide
zuzüglich Vorverkaufsgebühr von 2,00 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
Begleitpersonen schwerbehinderter Personen des Merkzeichen "B" haben freien Eintritt.
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Der Zugang ist für Rollstuhlfahrer möglich.
Bitte beachten Sie, dass das Fotografieren und Mobiltelefonieren im Museum nicht gestattet ist.
Besonderheiten Einlass Historisches Grünes Gewölbe
Der Einlass in das Historische Grüne Gewölbe erfolgt ausschließlich mit Zeittickets. Das bedeutet, das Ticket berechtigt zum Eintritt innerhalb eines Zeitfensters. Das Zeitfenster wird bei der Ticket-Buchung im Voraus oder mit dem Kauf einer Karte an der Tageskasse festgelegt.
Die Zeittickets sind im Vorverkauf erhältlich:
- telefonisch: 0351/ 49 14 2000
- E-Mail:
besucherservice@skd.museum
- im Besucherzentrum "Art & Info", Residenzschloss, Schlossstraße / Ecke Taschenberg
Kupferstich-Kabinett
Das Dresdner Kupferstich-Kabinett ist ein Museum, in dem die Welt zu Hause ist, ein Ort des Sehens, Lernens und Genießens. Und es ist eines der wichtigsten Kunstmuseen für Zeichnungen, druckgraphische Werke und Photographien in der Welt. In diesem „Museum der Meisterwerke“ sind weltberühmte Zeichnungen und graphische Blätter von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Michelangelo, Fragonard und Caspar David Friedrich bis hin zu Toulouse-Lautrec, Picasso und Baselitz zu sehen. Kupferstiche von Schongauer und Holzschnitte von Cranach finden sich neben seltenen Beispielen aus der Geschichte der künstlerischen Photographie.
Die Bedeutung des Kupferstich-Kabinetts gründet sich auf die hohe Qualität und zum Teil Einzigartigkeit seiner künstlerischen Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, seiner Radierungen, Lithographien, Kupferstiche, der Illustrierten Bücher und Mappenwerke sowie der Photokunst. Schier unerschöpflich ist der Reichtum der Sammlung, die Werke der berühmtesten Künstler aus zahlreichen Ländern versammelt, rund 515.000 Werke von mehr als zwanzigtausend Künstlern aus acht Jahrhunderten. Das Spektrum der Themen ist grenzenlos. Es gibt profane und biblische Motive, Porträts, Landschaften, Stillleben, aber auch historische Festdarstellungen oder naturwissenschaftliche Illustrationen. In wechselnden Sonderausstellungen werden Werke aus dem reichen Bestand des Kupferstich-Kabinetts sowie Leihgaben internationaler Museumspartner in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss präsentiert. Wem das nicht genügt, der kann sich im öffentlich zugänglichen Studiensaal Originale vorlegen lassen und aus nächster Nähe studieren – sehen, lernen und genießen.
Kupferstich-Kabinett
Residenzschloss Dresden
3. Obergeschoss
Eingang: über Sophienstraße oder Kleiner Schlosshof
- Taschenberg 2 oder
- Schlossstraße (Löwentor)
Die Öffnungszeit richtetet sich nach der jeweiligen Sonderausstellung.
Studiensaal:
montags und mittwochs 10 bis 13 und 14 bis 16 Uhr
donnerstags 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr
freitags 10 bis 13 Uhr
jeder erste Samstag im Monat 10 bis 13 Uhr
telefonische Voranmeldung erbeten unter 0351 / 49 14 32 21
6. April bis zum 28. Mai 2010 aufgrund von Baumaßnahmen geschlossen
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe, die Türckisches Cammer, die Ausstellung des Münzkabinetts im Hausmannsturm sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Der Besuch des Studiensaals ist kostenfrei.
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Türckische Cammer der Rüstkammer
Die Blicke der Besucher richten sich auf den 1563 bis 1564 vom Antwerpener Goldschmied Eliseus Libaerts geschaffenen Prunkharnisch für Ross und Mann. Vielen bleibt er als die „goldene Rüstung“ oder als „Herkules-Harnisch“ in Erinnerung. Die zweifellos als ein künstlerisches Hauptwerk anzusehende Waffengarnitur steht zentral am Ende der imposanten Säulenhalle der Rüstkammer im Semperbau am Zwinger.
Blickwechsel in die neu eröffnete Türckische Cammer im Residenzschloss. Hier geht eine überwältigende Wirkung von den acht aus Holz in Originalgröße geschnitzten Pferden aus, die zu den Höhepunkten der neuen Dauerausstellung zählen. Jeder der rund 150 kg schweren, prunkvoll geschmückten Araber ist ein Unikat. Gleich zu Beginn des Rundgangs empfangen in einer Großvitrine fünf dieser Pferde prächtig geschmückt den Besucher. So unterschiedlich die beiden Präsentationen dieses bedeutenden Museums inhaltlich auch sind, gemein ist beiden, dass der Besucher kaum weiß, wohin er angesichts der zahllosen Prunkwaffen den Blick zuerst wenden soll.
Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Dresdner Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Sie vereint Meisterwerke von Waffenschmieden, Künstlern und Kunsthandwerkern aus ganz Europa und dem Orient und umfasst etwa 10.000 Prunkwaffen – Harnische, Helme, Schilde, Schwerter, Degen und Dolche, Säbel und Pusikane, Pistolen und Gewehre – sowie Reitzeuge und Prunkkleider, Kunstkammerstücke und Bildnisse vorwiegend des 16.-18. Jahrhunderts aus dem Besitz der wettinischen Kurfürsten. Die Türkenmode am kursächsischen Hof findet in der reichen Sammlung orientalischer und orientalisierender Waffen, Kleidung und Reitzeugen sowie in den großartigen Türkenzelten ihren Ausdruck.
Diese ungemein prachtvollen Gegenstände sind in der Türckischen Cammer im Residenzschloss zu bewundern. Sie überraschen viele Besucher, denn sie werden in einer Rüstkammer eigentlich nicht erwartet. Im Semperbau zeigt die Rüstkammer aus ihren reichen Beständen Fürstenbildnisse und Kunstkammergegenstände, vor allem aber reich verzierte Prunkwaffen und Waffengarnituren. Sie dienten den sächsischen Herrschern neben dem Schutz von Leib und Leben auch ihrer Repräsentation, sie waren Sammelobjekte und wurden zur Ausstattung von Ritterspielen und höfischen Festen sowie bei der Jagd verwendet. Einen Besuch lohnen unbedingt beide Präsentationen.
Türckische Cammer der Rüstkammer
Residenzschloss, Eingang über Kleinen Schlosshof und über Sophienstraße
Öffnungszeiten:
Türckische Cammer im Residenzschloss 10 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen
Türckische Cammer im Residenzschloss
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für die Ausstellung des Münzkabinetts im Hausmannsturm, das Neue Grüne Gewölbe sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Münzkabinett
Sei es die Medaille, die anlässlich der Geburt des einzigen legitimen Nachfolgers Augusts des Starken geprägt wurde, seien es die Medaillen, die Könige nach dem siegreichen Ende von militärischen Auseinandersetzungen als Geschenke für verdiente Persönlichkeiten als Prachteditionen in Silber und Gold herausgeben ließen, oder seien es Münzen aus archaischer Zeit, die zum Handel benutzt wurden: Jede Münze, jede Medaille, jedes historische Wertpapier ist mit einem Stück Welt- und Kulturgeschichte verknüpft und damit wertvoller Zeuge eines historischen Datums.
Das weite Spektrum des Münzkabinetts reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Mit einem beeindruckenden Bestand von insgesamt rund 300.000 Objekten gehört es zu den größten Universalsammlungen von europäischer Bedeutung. 30.000 sächsische Münzen und Medaillen repräsentieren darüber hinaus wichtige Epochen der sächsischen Landesgeschichte. Neben Münzen und Medaillen umfasst die Sammlung auch Orden und Ehrenzeichen, Banknoten, historische Wertpapiere, Modelle, Petschafte, Münz- und Medaillenstempel sowie münztechnische Geräte.
Interessierte Besucher können sich in einer 30.000 Titel umfassenden Spezialbibliothek in die Materie vertiefen oder im Studiensaal arbeiten und interessante Einblicke in die Welt der Münz-, Währungs- und Kunstgeschichte gewinnen. Das Münzkabinett präsentiert bis zur Fertigstellung der Ausstellungsräume im Georgenbau Sonderausstellungen im Hausmannsturm des Residenzschlosses, die in den Sommermonaten geöffnet sind.
Münzkabinett
Hausmannsturm im Residenzschloss
Eingang: über Sophienstraße oder Kleiner Schlosshof
- Taschenberg 2 oder
- Schlossstraße (Löwentor)
Öffnungszeiten:
10 - 18 Uhr, dienstags geschlossen
während des Winterhalbjahres (Nov. - März) geschlossen
Bibliothek und Studiensaal:
Schloss, Georgenbau, Schlossstraße 25
mittwochs 10 bis 17.30 Uhr oder nach Voranmeldung
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 7,50 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro
Der Eintritt ist auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe, die Türckische Cammer sowie laufende Sonderausstellungen. Ausgenommen ist das Historische Grüne Gewölbe.
Die Benutzung des Studiensaals des Münzkabinetts ist kostenlos.
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Fax: 03 51 / 4 91 42 001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Der Zugang ist für Rollstuhlfahrer leider nicht möglich.
Bitte beachten Sie, dass das Fotografieren und Mobiltelefonieren im Museum nicht gestattet ist.
Grünes Gewölbe
Als eine der reichsten Schatzkammern Europas genießt das Grüne Gewölbe Weltruf. Mit der Wiedereröffnung des Historischen Grünen Gewölbes im September 2006 ist auch der zweite Teil der berühmten Sammlung der wettinischen Fürsten in das Dresdner Residenzschloss zurück gekehrt.
Prof. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, hatte in seiner Konzeption für die Wiederkehr des Grünen Gewölbes in das Residenzschloss die Schaffung eines Neuen Grünen Gewölbes vorgesehen. Die Realisierung zweier getrennter Ausstellungsbereiche war in verschiedener Hinsicht von Vorteil. Zum einen fanden die erst nach dem Tode August des Starken 1733 in das Grüne Gewölbe gelangten Werke (namentlich die aus der 1832 aufgelösten Kunstkammer) im Neuen Grünen Gewölbe Platz. Zum anderen werden dort auch jene Stücke gezeigt, die ganz besondere konservatorische Bedingungen erfordern. Während in den ursprünglichen Ausstellungsräumen die Überfülle barocker Pracht die Besucher in Staunen versetzt und Reichtum und Kunstsinn des wettinischen Fürstenhauses auf sinnliche Weise erfahrbar macht, zielt das Neue Grüne Gewölbe ganz auf die Wahrnehmung des einzelnen Kunstobjektes und führt den Besucher in chronologischer Abfolge durch die Geschichte der Schatzkunst. Den modernen Sehgewohnheiten entsprechend, ist es dort möglich, sich auf Details zu konzentrieren, denn die doppelt entspiegelten Vitrinen gestatten es, die Werke „mit den Augen zu berühren“. Auf diese Weise können mehr Kunstwerke denn je dem Publikum gezeigt werden, nahezu der gesamte Bestand des Grünen Gewölbes. Damit beherbergt das Museum Grünes Gewölbe zwei Dauerausstellungsbereiche unterschiedlichen Charakters. Im „Neuen Grünen Gewölbe“ und im „Historischen Grünen Gewölbe“ wird die Pracht der Kunstwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen und Email, aus Elfenbein, Bronze und Bernstein in ganz eigener Weise erlebbar sein.
Neues Grünes Gewölbe
Seit September 2004 präsentiert das „Neue Grüne Gewölbe“ im 1. Obergeschoss des Westflügels des Schlosses etwa 1080 Exponate von der Renaissance bis zum Klassizismus. Der Rundgang durch die 10 Räume umfasst zahlreiche Hauptwerke der Sammlung, darunter das Goldene Kaffeezeug, der Hofstaat des Großmoguls und die Elfenbeinfregatte mit ihren hauchdünn geschnittenen Segeln, aber auch die überaus kostbare Hutagraffe mit dem Grünen Diamanten und der mit 185 Gesichtern beschnitzte Kirschkern. Die zurückhaltend moderne Präsentation ermöglicht den Besuchern, die Schätze aus unmittelbarer Nähe zu betrachten und sich vom unendlichen Reichtum der Details bezaubern zu lassen. Der Besuch des Neuen Grünen Gewölbes ist ohne Zeit-Ticket möglich!
Historisches Grünes Gewölbe
Zum 800jährigen Stadtjubiläum Dresdens 2006 hat das „Historische Grüne Gewölbe“ im Erdgeschoss des Westflügels des Schlosses am 15. September für Besucher seine Pforten geöffnet. In diesen Räumlichkeiten realisierte von 1723 bis 1730 August der Starke seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht. Umfangreiche Restaurierungen und Teilrekonstruktionen lassen das Raumgefüge nun in neuem Glanz erstrahlen. Im Einklang mit der festlichen Architektur präsentieren sich etwa 3000 Kunstwerke, die vor reich verzierten und verspiegelten Schauwänden oder auf Prunktischen frei aufgestellt sind - eine einzigartig barocke Ausstattung, hinter deren überbordender Fülle das einzelne Kunstwerk zurücktritt. Den Höhepunkt des Rundgangs bildet das Juwelenzimmer mit den Juwelengarnituren Augusts des Starken und seines Sohnes, einer einmaligen historischen Kollektion repräsentativen Schmucks des 18. Jahrhunderts.
Grünes Gewölbe
Residenzschloss
Taschenberg 2
01067 Dresden
Telefon: 0351 / 49 14 8591 (keine Kartenbestellung und Besucherinformation)
Fax: 03 51 / 4 91 48 5 99
E-Mail:
gg@skd-dresden.de
Neues Grünes Gewölbe / Historisches Grünes Gewölbe
Eingang: Grünes Gewölbe im Residenzschloss
Sophienstraße, gegenüber Taschenbergpalais
Neues Grünes Gewölbe
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Rundgänge: regelmäßig montags 11 und 16 Uhr,
sowie mittwochs 16 Uhr
Führungsbuchung: 03 51 / 4 91 42 000
Historisches Grünes Gewölbe
Öffnungszeiten: 10 bis 19 Uhr, letzter Einlass 18 Uhr,
dienstags geschlossen
Rundgänge: Der Rundgang erfolgt mittels Audioguide. Führungen werden nicht angeboten.
Besonderheiten für das Historische Grüne Gewölbe:
Der Einlass erfolgt mit Zeittickets. Das bedeutet, das Ticket berechtigt zum Eintritt innerhalb eines Zeitfensters. Das Zeitfenster wird bei der Ticket-Buchung im Voraus oder mit dem Kauf einer Karte an der Tageskasse festgelegt.
Kartenbestellung Historisches Grünes Gewölbe
Die Zeittickets sind im Vorverkauf erhältlich:
- telefonisch unter 0351/ 49 19 22 85
- online auf www.skd-dresden.de
- im Besucherzentrum "Art & Info" im Residenzschloss, Schlossstraße / Ecke Taschenberg
- in den Vorverkaufsstellen Theaterplatz (Schinkelwache) und Prager Straße (Hauptbahnhof) in Dresden
25 Prozent des Kartenkontingentes eines Tages sind direkt am jeweiligen Tag an der Kasse im Residenzschloss, Eingang Grünes Gewölbe, ab 10 Uhr erhältlich.
Bild: David Brandt; © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Grünes Gewölbe
Kupferstich-Kabinett
Das Kupferstich-Kabinett ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen für Zeichnungen, druckgraphische Werke und Photographien in der Welt. Seine Sammlung umfasst mehr als 500.000 Werke auf Papier aus acht Jahrhunderten von mehr als 11.000 Künstlern.
Die Bedeutung des Kupferstich-Kabinetts gründet sich auf die hohe Qualität und zum Teil Einzigartigkeit seiner künstlerischen Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, seiner Radierungen, Lithographien, Kupferstiche, der Illustrierten Bücher und Mappenwerke sowie der Photokunst. In diesem „Museum der Meisterwerke“ sind weltberühmte Zeichnungen und graphische Blätter von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Michelangelo, Fragonard und Caspar David Friedrich bis hin zu Toulouse-Lautrec, Picasso und Baselitz zu sehen. Kupferstiche von Schongauer und Holzschnitte von Cranach finden sich neben seltenen Beispielen aus der Geschichte der künstlerischen Photographie.
In wechselnden Sonderausstellungen werden Werke aus dem reichen Bestand des Kupferstich-Kabinetts sowie Leihgaben internationaler Museumspartner in eigenen Ausstellungsräumen präsentiert. Der Studiensaal bietet allen Besuchern – Laien wie Fachleuten – die Gelegenheit, Originale des Museums zu studieren.
Seit April 2004 werden die Sammlungsbestände des »neuen« Kupferstich-Kabinetts wieder im Dresdner Residenzschloss präsentiert, an dem Ort, wo das Museum vor 450 Jahren als eine der weltweit ältesten Sammlungen gegründet wurde.
Kupferstich-Kabinett
Residenzschloss
Taschenberg 2
01067 Dresden
Telefon: 03 51 / 4 91 43 2 11
Fax: 03 51 / 4 91 43 2 22
E-Mail:
kk@skd-dresden.de
Öffnungszeiten
10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Eingang
Residenzschloss Dresden, Eingang Sophienstraße (gegenüber Taschenbergpalais), 2. Obergeschoss
Führungen / Rundgänge
Führungsbuchung unter Telefon: 03 51 / 4 91 42 000
Bild: Henri de Toulouse-Lautrec, La Clownesse Assise (1896), Farblithographie
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett
Foto: Hans Peter Klut / Elke Estel
Münzkabinett
Mit einem Bestand von rund 300.000 Objekten gehört das Münzkabinett zu den großen Universalsammlungen von europäischer Bedeutung. Neben Münzen und Medaillen umfasst die Sammlung auch Orden und Ehrenzeichen, Banknoten, historische Wertpapiere, Modelle, Petschafte, Münz- und Medaillenstempel sowie münztechnische Geräte.
Die umfangreiche Kollektion mit ihren verschiedenen Schwerpunkten, insbesondere den 30.000 sächsischen Münzen und Medaillen, die wichtige Epochen der sächsischen Landesgeschichte repräsentieren, sowie die wertvolle numismatische Literatur vergangener Jahrhunderte haben für die historischen Wissenschaften einen einmaligen Archivcharakter.
Eine 30.000 Titel umfassende Spezialbibliothek und ein Studiensaal des Münzkabinetts stehen interessierten Besuchern im Dresdner Residenzschloss zur Verfügung. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit numismatischen Vorträgen zu unterschiedlichen Themen bietet regelmäßig interessante Einblicke in die Welt der Münz-, Währungs- und Kunstgeschichte.
Residenzschloss Dresden
Georgenbau
Schlossstraße 25
01067 Dresden
Telefon: 03 51 / 4 91 4 32 31
Fax: 03 51 / 4 91 4 32 33
E-Mail:
mk@skd-dresden.de
Öffnungszeiten
24. März bis 4. November 2007:
10 bis 18 Uhr, dienstag geschlossen
Bibliothek und Studiensaal
Residenzschloss, Georgenbau, Schlossstraße 25
mittwochs 10 bis 17.30 Uhr geöffnet
Telefonische Voranmeldung unter 0351 / 491 4 32 31
Bild: Nero Aureus (64/65), unbekannter Künstler (Römisches Kaiserreich), Gold
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Münzkabinett
Foto: Hans Peter Klut / Elke Estel
Kunsthalle im Lipsiusbau
Zwischen Frauenkirche und Brühlscher Terrasse entstand im 19. Jahrhundert ein prächtiges Haus für die Kunst. Mit seiner gläsernen Kuppel – von der Bevölkerung wegen ihrer gefalteten Form „Zitronenpresse“ genannt – besetzt das Gebäude eine herausragende Stelle in der Dresdner Silhouette. Zu ihrer Entstehungszeit war die „Zitronenpresse“ heftig umstritten, galt sie doch als Konkurrenz zur Kuppel der Frauenkirche. Heute hingegen wird sie als Bereicherung der Altstadt verstanden.
Der reich geschmückte Gebäudekomplex wurde nach seinem Schöpfer, dem Architekturprofessor Constantin Lipsius, „Lipsiusbau“ benannt. Neben der Kunstakademie beherbergte er das Ausstellungsgebäude des Sächsischen Kunstvereins. Hier hatten jahrzehntelang aufsehenerregende Kunstausstellungen stattgefunden. So waren auf Präsentationen des Kunstvereins schon seit 1905 die Maler der neu gegründeten Künstlergruppe „Brücke“ vertreten. Nach seiner teilweisen Zerstörung 1945 blieb das Ausstellungsgebäude jahrzehntelang ungenutzt. Der Wiederaufbau in der Bauherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen konnte im Jahr 2005 abgeschlossen werden. Die Spuren der Zerstörung wurden bei der Renovierung sichtbar gelassen und in einen eindrucksvollen Kontrast zur Architektur gesetzt, Zeitschichten der Geschichte wurden nicht kaschiert, sondern treten hervor. So ergeben sich architektonische Brüche, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart berühren. Für die Gestaltung wurde der Arbeitsgemeinschaft Auer + Weber + Architekten mit Rolf Zimmermann und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement als Bauherr der Architekturpreis des Bundes der Architekten Sachsen verliehen.
Mit der Kunsthalle, die nun von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden betreut wird, hat Dresden einen imposanten Ort für Kunstausstellungen wiedergewonnen. Zahlreiche Sonderausstellungen bieten den Besuchern ein informatives und abwechslungsreiches Programm. Besondere Bestimmung der Kunsthalle aber ist es, ein Ort für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Kunstschaffen zu sein.
Kunsthalle im Lipsiusbau
Die Öffnungszeit richtet sich nach der jeweiligen Sonderausstellung.
Jägerhof
Der Jägerhof beherbergt seit 1913 das Museum für Sächsische Volkskunst und seit 2005 auch die Puppentheatersammlung. Er liegt auf der Neustädter Elbseite, nur wenige Gehminuten vom Dresdner Residenzschloss und der Semperoper entfernt. Heute kennen nur noch wenige Besucher seine wechselvolle Geschichte.
Die längste Zeit seiner 400jährigen Geschichte diente das Haus, das von einem umfangreichen Gebäudekomplex umgeben war, der kurfürstlichen Jagd. 1568 verlegte Kurfürst August seine Jägerei in die städtische Siedlung am rechten Elbufer, die damals noch „Altendresden“ hieß. Die linkselbisch gelegene Festung „Dresden“ bot keinen geeigneten Platz. Der Jägerhof erinnert als Baudenkmal an die Baukunst in Dresden vor der Zeit des Barock. Seine äußere Form erhielt der Bau gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert verlor das Gebäude seine Bedeutung an die Jagdschlösser Moritzburg und Hubertusburg.
Bei dem Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 brannten beide oberen Stockwerke vollständig aus. Im Erdgeschoss fand aber bereits Weihnachten 1945 wieder eine Ausstellung statt. In den Jahren 1950 bis 1952 wurde der Jägerhof – als erstes der zerstörten Dresdner Museumsgebäude – wieder vollständig aufgebaut. Heute freuen sich im Jägerhof Jung und Alt an den Ausstellungen des Museums für Sächsische Volkskunst und der Puppentheatersammlung. Kaum ein Besucher sieht den Konsolstein von 1617, der am Südgiebel mit dem kursächsischen Wappen noch heute auf die ehemalige Bedeutung des Hauses hinweist.
Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung
In der stimmungsvollen Kulisse des 400-jährigen Jägerhofs sind virtuose und naive Volkskunst aus Sachsen sowie eine der weltweit größten Puppentheatersammlungen beheimatet. Der Rundgang durch das Museum bietet einen abwechslungsreichen Einblick in die faszinierende Welt der Volkskunst und führt den ganzen Reichtum alter Traditionen, aber auch neuere und neueste Werke aus den Grenzbereichen zwischen Alltagsleben und Kunst vor: bezaubernde Schnitzereien aus dem Erzgebirge, bedruckte und bestickte Webereien aus der Lausitz, prachtvolle Trachten der Sorben und virtuose Spitzen aus dem Vogtland, bemalte Möbel, reich verzierte Keramik und eine ungewöhnlich vielfältige Sammlung historischen Spielzeugs. Ob Jung oder Alt, wer immer die reiche Volkskunst Sachsens entdecken möchte, findet hier eine einzigartige Präsentation.
Die im Obergeschoss gezeigte Puppentheatersammlung ist eine der größten und bedeutendsten Sammlungen weltweit. Hier taucht man ein in die poetische, dramatische, zauberhafte und komische Welt des historischen Puppentheaters. Der Bestand der Sammlung reicht von 200 Jahre alten Marionetten über Handpuppen der Jahrmärkte und Theaterfiguren des Bauhauses bis hin zum Figurentheater der Gegenwart. Zu den wertvollsten Exponaten gehören Figuren- und Kulissenbestände mehrerer mechanischer Welttheater des 19. Jahrhunderts. Sie sind in dieser Qualität und Vielfalt in keinem anderen europäischen Museum zu finden.
Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung
Jägerhof
Köpckestraße 1
01097 Dresden
1. Februar bis 26. November 2010: geschlossen aufgrund von Baumaßnahmen.
Eintrittspreis normal: 3,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 2,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 2,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 2,00 Euro
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 49 14 2000
Fax: 03 51 / 4 9 14 2001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Schloss Pillnitz
Kunstgewerbemuseum
Jeweils von Mai bis Oktober gewährt das Kunstgewerbemuseum in spektakulärer architektonischer Kulisse außergewöhnliche Einblicke in das kurfürstliche Leben. Schloss Pillnitz, Lustschloss und Sommerresidenz des sächsischen Hofes, liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum Dresdens entfernt idyllisch zwischen Elbe und Weinbergen. Viele prächtige, mit den Kurfürsten und Königen Sachsens verbundene Gegenstände und Räume sind hier erhalten. So zeugen vergoldete Throne, einzigartige Silbermöbel, farbenprächtige Lackmöbel und andere im Auftrag der Herrscher entstandene kostbare Möbel sowie weitere virtuose Spitzenleistungen der Hofwerkstätten der sächsischen Kurfürsten und Könige vom Streben nach Luxus und Eleganz. Zu entdecken sind aufwändig bemalte und geschliffene Gläser der Hofkellerei, edelste Textilien wie Damaste, Stickereien und Spitzen sowie ausgewählte Stücke aus der königlichen Sammlung italienischer Majoliken, Delfter Fayencen und deutschen Steinzeugs.
Weitere Höhepunkte – vom mittelalterlichen Antependium bis hin zu Möbeln des 20. Jahrhunderts – führen durch die Geschichte des regionalen und internationalen Kunsthandwerks aus fünf Jahrhunderten. Auf einer Zeitreise durch die Geschichte des Kunsthandwerks bis zum modernen Industriedesign sind zahlreiche Werke des Dresdner Jugendstils und die Maschinenmöbel der Deutschen Werkstätten Hellerau besondere Höhepunkte, die auf die Rolle Dresdens als Wiege der Moderne verweisen. Vom Schaffen zeitgenössischer Designer zeugen Beispiele Piero Fornasettis, Shiro Kuramatas, Ron Arads, Dale Chihulis und vielen anderen.
Wer vor allem die kurfürstlich-königliche Atmosphäre genießen will, dem seien der »Gelbe Salon« mit seinen prächtigen Chinoiserien, der im Stil von Watteau gestaltete Speisesaal oder die Reihe von Kabinettschränken im »Weinlig-Zimmer« empfohlen – sie alle wurden von der königlichen Familie während ihrer sommerlichen Aufenthalte auf Schloss Pillnitz genutzt.
Kunstgewerbemuseum
Schloss Pillnitz, Eingang jeweils vom Schlossinnenhof
August-Böckstiegel-Str. 2
01326 Dresden
geöffnet von 1. Mai bis 31. Oktober
Bergpalais 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Wasserpalais 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen
Montag und Dienstag
Eintrittspreis normal: 3,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 2,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen pro Person: 2,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahre: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 2,00 Euro
Mittwoch bis Sonntag
Eintrittspreis normal: 4,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 3,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen pro Person: 3,50 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
Schüler, Studenten sowie Auszubildende (ab 16 Jahre): 3,00 Euro
Schloss Pillnitz-Kombi-Ticket:
Kleines Kombiticket
Kunstgewerbemuseum & Schlossmuseum Pillnitz
Eintritt 6,00 Euro
Ermäßigt 3,50 Euro
Gruppen (ab 10 Personen) p.P. 5,00 Euro
Schülergruppe(p.P./ab 16 Jahre) 1,00 Euro
Großes Kombiticket
Kunstgewerbemuseum & Schlossmuseum Pillnitz & Palmenhaus
Eintritt 8,00 Euro
Ermäßigt 4,50 Euro
Gruppen (ab 10 Personen) p.P. 6,00 Euro
Schülergruppe(p.P./ab 16 Jahre) 1,00 Euro
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: frei
2 Erw. + max. 4 Kinder: 12 €, „Familienkarte“
1 Erw. + max. 2 Kinder: 6 €, „Singlekarte“
Schlössertourenkarte: gegenseitige Anerkennung
Schlösserjahreskarte: gegenseitige Anerkennung
In beiden Museen in Pillnitz werden die Jahreskarten der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie die Schlösser-Tourenkarte und die Schlösser-Jahreskarte der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten wechselseitig anerkannt.
Zugang für Rollstuhlfahrer bitte voranmelden.
Führungen und Rundgänge unter:
Besucherinformation
Telefon: 03 51 / 49 14 2000
Fax: 03 51 / 49 14 2001
E-Mail:
besucherservice@skd.museum
Japanisches Palais
Das Japanische Palais in Dresden ist ein Haus mit bewegter Geschichte, eine Kulturstätte ersten Ranges und Heimat berühmter Dresdner Kulturschätze. Anmutig am Neustädter Elbufer gelegen, wird es oft überstrahlt von der berühmteren Altstadtseite mit ihren nah beieinander liegenden Architekturperlen. Seine heutige Bescheidenheit passt jedoch nicht recht zu seiner prominenten Geschichte, spielte das Palais im barocken Dresden doch eine Hauptrolle. August der Starke (1670 – 1733) plante, hier seinen Traum von einem Porzellanschloss zu verwirklichen. Dächer, Innenausstattung, alles sollte aus Porzellan sein. Nachdem er 1717 das Palais erworben hatte, beschäftigte er die führenden Dresdner Architekten Pöppelmann, de Bodt, Longuelune und Knöffel mit dem Umbau. Die imposante Vierflügelanlage zählt mit ihrer Bauplastik im damals hochmodernen chinoisen Stil und ihren japanisch geschwungenen Dächern zu den Meisterwerken des Dresdner Barock. Allerdings blieb die Gesamtvision vom Porzellanschloss unvollendet.
Ab 1721 zogen hier die königliche Kunstkammer, später die Porzellansammlung und ab 1785 die antiken Skulpturen, die Münzsammlung und die kurfürstliche Bibliothek ein. Das kuriose Moritzburger Federzimmer gehörte zum Originalinterieur, genau wie die Gobelins nach Raffael, die heute in der Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister aufbewahrt werden. Auch andere berühmte Kunstschätze machten hier Station. Nach Gottfried Sempers Entwürfen wurde ab 1834 das Erdgeschoss mit pompejischen Wandmalereien dekoriert.
Seit 1954 ist das Landesmuseum für Vorgeschichte des Landesamtes für Archäologie im Japanischen Palais beheimatet. Das Museum hat das völlig kriegszerstörte Gebäude wieder nutzbar gemacht. Heute sind in dem Haus außerdem die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden und das Museum für Völkerkunde Dresden zuhause. Seit 2009 sind die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit großen Sonderausstellungen in dem außergewöhnlichen Haus zu Gast.
Museum für Völkerkunde Dresden
In weiter Ferne liegen die Wurzeln des Dresdner Völkerkundemuseums. Mit der Gründung einer Kunstkammer im Jahre 1560 legte August I., Kurfürst von Sachsen, den Grundstein für die heutige Sammlung des Museums. In den von ihm und seinen Nachfolgern gesammelten Objekten spiegelt sich das Repräsentationsbedürfnis fürstlicher Hofhaltung und die Vorliebe für Exotisches und Kurioses wider. Seit dem 18. Jahrhundert wurde nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten systematisch gesammelt. Das Jahr 1875 gilt als Gründungsjahr des Museums. Es besitzt eine im internationalen Rahmen bedeutende Sammlung außereuropäischer Kunstwerke. Seit 1977 präsentiert es sich mit wechselnden Ausstellungen im Japanischen Palais.
Schon ein kurzer Blick auf wenige Exponate zeigt die Qualität der faszinierenden Stücke. Zum Beispiel die 1881 erworbenen geschnitzten und bemalten Hausbalken von den Palau-Inseln im mikronesischen Teil der Südsee. Der Naturforscher Carl Gottfried Semper hatte sie nach einem Schiffbruch auf den entlegenen Pazifikinseln entdeckt und später nach Dresden gebracht. Die Balken waren Teil eines Männerklubhauses. Die kolorierten Flachreliefs zeigen mythische und erotische Themen und beeindruckten Mitglieder der expressionistischen Dresdner Künstlergruppe Brücke so sehr, dass Max Pechstein eigens nach Palau reiste. Oder das 3,40 Meter lange Malangan-Boot von der heute zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Tabar, eines der weltweit einzigartigen Paradestücke des Museums. Der Sammler und Südseeforscher Richard Parkinson hatte im 19. Jahrhundert das Boot zusammen mit einem reichen Konvolut von Masken und Schnitzwerk nach Dresden geschenkt. Oder der Kris mit Elfenbeingriff von der heute zu Indonesien gehörenden Insel Java. Dieser Dolch javanischer Herkunft befand sich schon Ende des 17. Jahrhunderts in kurfürstlich sächsischem Besitz.
Im Dresdner Völkerkundemuseum sind atemberaubend fremde und schöne Dinge zu bestaunen. Die Gegenstände reflektieren aber auch den Alltag der fernen Kulturen und tragen dazu bei, zwischen fern und nah, zwischen ihnen und uns, zwischen früher und heute zu vermitteln.
Museum für Völkerkunde Dresden
Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden
Öffnugszeiten:
10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintrittspreis: 4,00 Euro
ermäßigt: 2,00 Euro
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: Eintritt frei
Besucherinformation
Telefon 0351-8144-840
E-Mail:
voelkerkunde.dresden@ses.museum
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Besucherinformation
Postfach 12 05 51
D-01006 Dresden
Telefon: +49 (0)3 51 / 49 14 2000
Fax: +49 (0)3 51 / 49 14 2001
E-Mail:
besucherservice@skd-dresden.de