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Fast Forward 2021

Europäisches Festival für junge Regie
11. bis 14. November 2021

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Kleines Haus und online auf www.fastforw.art

Jedes Jahr im November zeigt Fast Forward vier Tage lang junges Theater aus ganz Europa. Das Festival des Staatsschauspiels Dresden ist längst zu einer europäischen Adresse für Entdeckungen geworden und zu einem Ort für Begegnung und Austausch über Themen, Theaterformen und Arbeitsweisen. Eine internationale Jury verleiht am letzten Tag den Festival-Preis, der für das gekürte Regieteam die Einladung zu einer neuen Arbeit am Staatsschauspiel bedeutet. 2020 war Fast Forward pandemiebedingt „hybrid“ geplant mit einem Programmteil vor Ort und einem online. Und auch 2021 fährt das Festival noch einmal zweigleisig, um dem europäischen Theaternachwuchs eine Bühne zu bieten: in Dresden und online. Denn viele Arbeiten sind im vergangenen Jahr digital entstanden. Würden wir ihnen keinen Rahmen geben, blieben sie unsichtbar. Acht europäische Inszenierungen, ein Dresdner Landschaftsstück von Studio Beisel, die Website www.fastforw.art als digitale Bühne, Kurzfilme, Diskussionen, Künstler*innengespräche, eine Festivalakademie, Partys und noch mehr bringen Farbe in den November!

Kontakt

Fast Forward 2021
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2
D-01067 Dresden

E-Mail: tickets@staatsschauspiel-dresden.de

 

Vorverkaufskassen
Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus
Theaterstraße 2
01067 Dresden
Mo bis Fr 10.00–18.30 Uhr
Sa 12.00–18.30 Uhr

Vorverkaufskasse im Kleinen Haus
Glacisstraße 28
01099 Dresden
Mo bis Fr 14.00–18.30 Uhr
03 51.49 13–555
tickets@staatsschauspiel-dresden.de
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Fast Forward 2021

1 Rundgang

How to disappear completely

Audiowalk von MeetLab (Ambrus Ivanyos, Bálint Tóth)
Deutsch & Englisch

Orte verändern sich, Menschen auch. Es gibt Orte, an denen sich Vergangenheiten überlagern und Menschen ihre Spuren hinterlassen haben. Und es gibt Spuren, die sich plötzlich verlieren. Steckt ein Plan dahinter? Woher weiß man, wie es vorher war? Oder wie es in Zukunft sein wird? HOW TO DISAPPEAR COMPLETELY ist ein Spaziergang und eine Geschichte. Mit Ihrem eigenen Smartphone, Kopfhörern und einer App bewegen Sie sich auf einem Parcours durch Dresden, nach einem Plan und doch individuell, durch die Stadt und zugleich in einer Erzählung.
Das ungarische Kollektiv MeetLab ist eine interdisziplinäre Plattform für und von Künstler*innen, die mit digitalen Technologien und deren Nutzung experimentieren. Ihre Arbeiten finden oft im öffentlichen Raum statt und verwenden Alltagstechnologien zur Erweiterung oder zum Spiel mit der realen Situation. Autor und Dramaturg Ambrus Ivanyos (*1991) gehört zu den Gründern von MeetLab. Er entwickelt Szenarien für verschiedene Formate für Theater, Film über Installationen bis hin zu Live Games. HOW TO DISAPPEAR COMPLETELY ist seine erste Arbeit als Autor und Regisseur. Bálint Tóth (*1989) ist Architekt und ebenfalls MeetLab-Mitbegründer. Kunst im öffentlichen Raum ist für ihn ein „sanftes Werkzeug“ für Architektur und Stadtentwicklung. Die Dresdner Version entwickeln Ivanyos und Tóth im Rahmen zweier Workshops in enger Zusammenarbeit mit ihren Co-Autor*innen aus Dresden.

Folgendes benötigen Sie für die Teilnahme:
– ein vollständig aufgeladenes Smartphone mit GPS-Funktion
– eine Internetverbindung für den Download der App und der Audiodateien
– 160 MB Speicherplatz auf Ihrem Gerät
– Kopfhörer

Weitere Informationen sowie Karten erhalten Sie ab 19. November 2020 auf www.fastforw.art oder www.staatsschauspiel-dresden.de.

Die Teilnahme am Audiowalk HOW TO DISAPPEAR COMPLETELY setzt die eigenverantwortliche Beachtung der Sächsischen CoronaSchutzVO voraus. Die aktuell geltenden amtlichen Bekanntmachungen finden Sie unter: www.coronavirus.sachsen.de. Die Sächsischen Staatstheater haften nicht für Handeln der Teilnehmer entgegen der Sächs. CoronaSchutzVO oder kommunaler Regelungen!

Karten: 10,00 €

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Bewertungen & Berichte How to disappear completely

Schauspiel

Serce (Herz)

von Wiktor Bagiński & TR Warszawa (Polen)

inspiriert von Joseph Conrads HERZ DER FINSTERNIS

SERCE ist Wiktor Bagińskis Debüt am TR Warszawa, mit dem er den Preis des polnischen Forums für junge Regie einlöste und sein Studium an der Theaterakademie Krakau abschloss. Bagińskis eigene Biografie wird hier zum Ausgangspunkt einer beeindruckenden künstlerischen Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte Europas und ihren Folgen bis heute. Mit der Autorin Martyna Wawrzyniak überschreibt er Conrads HERZ DER FINSTERNIS mit der Geschichte eines jungen Polen, der als Person of Color ohne Vater aufwächst, den er auch nie kennenlernt. Seine Reise ins Herz der eigenen Geschichte wird am TR Warszawa von einem weißen Ensemble gespielt. Bagiński öffnet damit auf der Bühne einen außerordentlichen Raum: der Begegnung, des Konflikts, des Erzählens über eines der zentralen Themen unserer Gegenwart:
„Meine Tragödie ist nicht, dass ich schwarz bin. Meine Tragödie ist nicht einmal, dass ich ein schwarzer Pole bin. Die Tragödie, die ich – in Anlehnung an James Baldwin – am meisten fürchte, besteht darin, eine Theologie zu akzeptieren, die sich weigert, zu leben. Es geht um die Möglichkeit zu erwägen, ein Untermensch zu sein. Wenn eine solche Möglichkeit, oder vielmehr nur ein Gedanke, zugelassen wird, dann beginnt der Kampf um die eigene Menschlichkeit. SERCE gibt den Diskurs zugunsten der Erfahrung auf. Der Erfahrungen von Verlust und Ablehnung, die Leid brachten. Aber die Suche nach diesem einen Moment, in dem der Hass zur Welt kommt, erlaubt die unbekümmerte Bejahung der ABWESENHEIT. Abwesenheit eines Vaters.“ Wiktor Bagiński

Adaption & Regie: Wiktor Bagiński
Text: Wiktor Bagiński, Martyna Wawrzyniak
Bühne: Anja Oramus
Kostüm: Marcin Kosakowski
Licht Design & Video: Natan Berkowicz
Musik: Bartek Prosuł
Choreografie: Krystyna Lama Szydłowska
Regieassistenz: Wojciech Sobolewski
Inspizienz: Piotr Piotrowicz
Produktionsmanagement: Magda Igielska
Produktionskooperation: Maria Herbich
Produktion: TR Warszawa
Übertitel: Jacek Telenga (Englisch / English), N. N. (Deutsch / German)

Polnisch, mit deutschen & englischen Untertiteln

Stückdauer: ca. 105 Min. keine Pause

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Online

FUCK YOU, Eu.ro.Pa!

von Nicoleta Esinencu (Frankreich + Deutschland)

Nicoleta Esinencu wurde 1978 in einem Land geboren, das es heute nicht mehr gibt. So wie die Protagonistin in FUCK YOU, EU.RO.PA!, dem Stück, das die moldawische Autorin als Stipendiatin auf Schloss Solitude in Stuttgart schrieb und das ihr 2005 den rumänischen dramAcum-Preis und ein Aufführungsverbot in Moldawien einbrachte. Esinencus Monolog ist ein selbstbewusstes Spiel mit dem Gegenüber, ist Geständnis, Anklage, Symptomsammlung und Gedächtnis einer Transformation: vom Kommunismus zum Postkommunismus, in die neue Zeit, in der sich alles und vieles nicht ändert, vom Heilsversprechen zur Desillusionierung.
Es ist diese Perspektive, für sie sich die deutsch-französische Regisseurin délit B.-Malthet mit ihrem Kollektiv europa transistor interessiert, überzeugt davon, dass „individuelle Identität und Kollektiv, Anpassung und Ausgrenzung, Ungleichheiten, Heimat und Heimatlosigkeit“ ureigenste europäische Themen sind. Pandemiebedingt blieb ihr Bühnenprojekt FUCK YOU, EU.RO.PA! bislang unrealisiert. Mit dem Auftrag zu einer filmischen Umsetzung setzen das Straßburger Theater Maillon und Fast Forward ihre Kooperation zur Förderung junger Theatermacher*innen, die Grenz- und Sprachgrenzen überschreitend arbeiten, fort.
Délit B.-Malthet, *1992 in Deutschland, studierte Schauspiel und Theaterwissenschaft in Paris, realisierte spartenübergreifend Werkstatt-Projekte in Frankreich und Deutschland und arbeitete u. a. für die Oper. FUCK YOU, EU.RO.PA! ist ihre vierte eigenständige Regiearbeit.

Adaption & Regie: délit B.-Malthet
Bühne & Kostüm: Elena Ortega
Video, Ton & Postproduktion: Daniel Rentzsch
Schnitt: délit B.-Malthet
Produktion: Staatsschauspiel Dresden, Fast Forward & Maillon, Théâtre de Strasbourg – Scène Européenne
Mit: Pauline Acquart

Französisch mit englischen und deutschen Übertiteln

Stückdauer: ca. 30 Min. keine Pause

im Anschluss Nachgespräch

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Schauspiel

AMA (Aber)

von Nadir Sönmez (Türkei)

Ama heißt auf Deutsch aber. AMA ist ein Konversationsstück über Kunst, Macht, Sex und Rollenspiele in der türkischen Intellektuellen-Szene. In vier Szenen porträtiert Nadir Sönmez eine kleine Gruppe von Künstler*innen, die sich ebenso kritisch wie sarkastisch mit der eigenen Profession auseinandersetzen und dabei die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben mehr als einmal überschreiten. Es sind die Dialoge, die hier zum Kern der szenischen Situation werden und Sönmez und seinen fünf Mitspieler*innen auf der Bühne eine scharfsinnige und psychologisch herausfordernde Vorlage für ein Porträt der eigenen „Kaste“ geben. Dabei funktioniert der Purismus seiner Inszenierung wie ein Brennglas für das Spiel mit Gefühlen, Kunst-Konzepten, Selbst- und Fremdwahrnehmung. Sönmez’ Schreiben an AMA nahm seinen Ausgang im Umfeld der MeToo-Debatte in der Türkei. Die „Nabelschau“ ist also künstlerische Setzung und Teil eines gesellschaftlichen Blicks.
Nadir Sönmez, *1989, absolvierte in Istanbul ein französischsprachiges Abitur, studierte in Paris Theaterwissenschaft und Schauspiel und spielte in Film- und Theaterproduktionen in Frankreich und der Türkei. Mit der Rückkehr nach Istanbul setzte er die Arbeit an eigenen Texten fort, für die er performative Formate u. a. in Galerien entwickelte. AMA wurde 2019 in Istanbul uraufgeführt und ist Sönmez’ erste abendfüllende Regiearbeit. Bei Fast Forward zeigt das Ensemble eine neue Version des Stückes mit sechs statt vier Charakteren.

Text & Regie: Nadir Sönmez
Mit: Büşra Nur Albayrak, Öner Erkan, Esme Madra, Nadir Sönmez, İlda Özgürel, Savaş Emrah Özdemir

Stückdauer: ca. 70 Min. keine Pause

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© Pavlos Disaskalou
Online

La tentation de Saint Antoine, mais je m’appelle Dimitris

von Dimitris Lolis (Griechenland)

Six questions you need to answer if you want to become a saint
[Die Versuchung des Heiligen Antonius – aber mein Name ist Dimitris
Sechs Fragen, die Sie beantworten müssen, wenn Sie ein Heiliger werden möchten]

DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS durch den Teufel hat Künstler seit dem Mittelalter beschäftigt: Matthias Grünewald, Hieronymus Bosch, Max Ernst, Salvador Dalí und Gustave Flaubert, der 25 Jahre lang an seinem gleichnamigen Roman schreibt. Inspiriert von Flauberts philosophisch-literarischer Interpretation des Stoffes, verfolgt Dimitris Lolis in seiner Abschlussarbeit am Regie-Institut der Universität von Thessaloniki eine eigene Version der 'Versuchung'. Ausgehend vom modernen Leben in der Großstadt und dem Gegensatzpaar „Einsamkeit“ und „Begegnung“ wird das Konzept der Versuchung für Lolis zum Synonym für die Paradoxien zwischenmenschlicher Kommunikation. In sieben Kapiteln und sechs Fragen entwirft er einen wort- und bildpoetischen Parcours um ein Rätsel herum: Sucht jeder Heilige die Wüste? Besteht die Versuchung des Heiligen im Rückzug oder in der Ablenkung von der Einsamkeit? Ist die Kommunikation, die Berührung des Anderen die größte Sehnsucht oder der größte Albtraum? Oder liegt die Versuchung vielleicht darin, dass die Welt gar nicht so sein kann, wie der Mensch sie gestaltet?
Lolis’ Inszenierung wurde im Lockdown zu einer szenischen Anordnung für Kamera und Schnitt-Technik. Im anspielungsreichen Universum des Szenografen Captain Stavros performen Lolis und Schauspieler Dimitris Kapetanios einen philosophischen Diskurs, inszenieren, dekonstruieren, bauen auf und ab und sprechen zu einem Gegenüber, das nicht mehr im Raum ist: in sehnsüchtiger Erwartung einer Begegnung.

Text & Regie: Dimitris Lolis
Bühnen- & Szenenbild : Paulos Didaskalou
Tonbearbeitung / Musik: Dimitris Kapetanios, Dimitris Lolis
Produktion: Aristoteles Universität Thessaloniki
Produktionsvideo: Dimitris Lolis
Produktionsfotos: Pavlos Disaskalou
Regieassistenz: Ani Valougeorgi, Ioanna Kanellopoulou
Mit: Dimitris Kapetanios, Dimitris Lolis

Stückdauer: ca. 75 Min. keine Pause

anschließend Nachgespräch

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Schauspiel

Civilisation

von Jaz Woodcock-Stewart (Großbritannien)

in Zusammenarbeit mit Morgann Runacre-Temple

Man kann sagen, CIVILISATION beginnt mit einem Fön, als ganz normaler Tag im Leben einer jungen Frau. Scheinbar, denn ihr Leben ist gerade aus dem Ruder gelaufen. Man kann sagen, CIVILISATION „ist viele Dinge gleichzeitig: Theater, Tanz, Performancekunst, erhellend und rätselhaft, ausgelassen und herzzerreißend“ wie es der Theaterkritiker Liam Rees 2019 nach der Uraufführung in Edinburgh tat. Das beschreibt eine Inszenierung, die unmerklich etwas erfahrbar macht, für das es erst einmal keine Worte gibt.
CIVILISATION spannt den Bogen schrittweise und ist geduldig genug, damit sich das, was es hier zu verstehen gibt, langsam im Betrachter ereignen kann – so verwirrend oder so fundamental, wie man es lässt, so warm und so rückhaltlos, wie es geht. Verblüffend ist dabei die theatrale Form, mit der Regisseurin Jaz Woodcock-Stewart und ihre künstlerischen Mitstreiter*innen das Publikum mit auf die Reise nehmen. Während Sophie Steer einen Monolog nahezu ohne Worte spielt, öffnen die drei Tänzer*innen ein Paralleluniversum, durch das sich Gefühle einen Weg bahnen. Und diese Dramaturgie ist so zwingend, poetisch, direkt und erlebbar, dass sie ein gewaltiges Echo erzeugt.
Jaz Woodcock-Stewart hat in London Schauspiel und Regie studiert, ihre eigene Gruppe gegründet, als Regieassistentin gearbeitet, Stücke geschrieben und Projekte mit Schauspiel- und Tanzstudierenden inszeniert. CIVILISATION ist ihre dritte eigenständige Stückentwicklung und Regiearbeit, bei der sie erstmals Schauspiel und Tanz zusammenbringt.

Stück & Regie: Jaz Woodcock-Stewart
Choreografie: Morgann Runacre-Temple & Ensemble
Produktion: Antler
Bühne & Kostüm: Charlotte Espiner
Licht Design: Alex Fernandes
Produktionsassistenz: Eve Allin
Technische Leitung: Fergus Waldron
Abendspielleitung: Bryony Byrne
Produktionsvideo: Richard Perryman
Mit: Imogen Alvares, Sophie Steer, Stefania Pinato, Brannon Yau, Seda Yildiz

Stückdauer: ca. 80 Min. keine Pause

Englisch mit deutschen Übertiteln

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Rise Like A Virus

von Joachim Gottfried Goller (Österreich)

die nicht abgeschlossene Biografie einer Krankheit
eine dokumentarische Collage von Joachim Gottfried Goller

„Manchmal hat er das Gefühl, alle haben die 80er vergessen“, schreibt Joachim Gottfried Goller in seiner Vita über sich selbst. Warum die 80er für ihn, der 1992 geboren ist, wichtig sind, erklärt er nicht. Seine Inszenierung RISE LIKE A VIRUS entstand im 3. Studienjahr im Lockdown-Winter 20/21 am Mozarteum in Salzburg und könnte ein Hinweis sein. Die vorletzte Dekade des 20. Jahrhunderts bringt das Ende der Systemopposition zwischen Ost und West und ist von Entwicklungen geprägt, die bis heute wirken: Digitalisierung, Umweltschutz, Krieg, Hungerkatastrophen, Tschernobyl, der neoliberale Turn, die Immunschwächekrankheit AIDS. AIDS ist das Thema von RISE LIKE A VIRUS. Die Inszenierung traut sich, einer Party zu ähneln und in Situation, Szene und Soundtrack engagiert, klug und spielerisch die Atmosphäre einer Pandemie einzufangen. Der Abend handelt von Schicksalen, explizitem Sex und der Rebellion gegen Grenzen aller Art. 1981 wurden die Folgen einer Infektion mit dem HI-Virus zur pandemischen Krankheit erklärt. Für die Betroffenen waren sie, anders als heute, Todesurteile. Vor allem die sexuelle Übertragbarkeit von HIV führte zu einer ungeheuerlichen Stigmatisierung von sozialen Gruppen und Lebensweisen. Über Nacht schien zunichte gemacht, wofür die Bürgerbewegungen der 60er Jahre gekämpft hatten: Toleranz und Gleichberechtigung.
RISE LIKE A VIRUS entstand auf Distanz, d. h. in zwei verschiedenen Wohnungen, als digitale Inszenierung für Publikum auf der Konferenzplattform Zoom. Im September schloss Joachim Gottfried Goller seine Regieausbildung am Mozarteum Salzburg ab.

Regie & Textcollage: Joachim Gottfried Goller
Technik & Ausstattung: Michael Hofer-Lenz
Dramaturgische Mitarbeit: Elisabeth Kerschbaumer
Produktion: Universität Mozarteum Salzburg
Mit: Raban Bieling, Christine Grant, Maren Solty, Lukas Vogelsang

Deutsch/Englisch mit englischen/deutschen Untertiteln

Stückdauer: ca. 65 Min. keine Pause

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Online

R-Faktor. Das Unfassbare

von Ayşe Güvendiren (Deutschland)

Willkommen zu R-FAKTOR. DAS UNFASSBARE, der Show, die Ihr Leben verändern wird! Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auf welchen Phantastisches wahr wird, wird heute Wahres phantastisch plastisch: unfassbar fassbar. Der R-Faktor! Fakt oder Fiktion? Entscheiden Sie selbst. Denn das ist die Leitfrage, mit der Sie die charismatische Moderatorin dieser politischen Late Night Show durch die Erfahrungsberichte von Kunstschaffenden führt, die allesamt als 'nicht weiß' gelesen werden – und alle eines teilen: Begegnungen mit dem R-Faktor, d. h. Rassismus und seiner Reproduktion. Die Ungläubigkeit derer, die als Mehrheitsgesellschaft die Deutungshoheit über den Wahrheitsgehalt von Erfahrungen anderer beanspruchen und nicht fassen können, was ihren Kolleg*innen im Alltag so alles widerfährt, wird in Ayşe Güvendirens Inszenierung zum Ausgangspunkt einer ungemütlichen Groteske, die mit Humor und Scharfsinn dem von Toleranz und Pluralismus gezeichneten Selbstbild des Kunstbetriebes auf den Pelz rückt. Güvendiren hat für R-FAKTOR Interviews mit 30 BIPoC* Kunst- und Kulturschaffenden geführt, die in Form der Inszenierung selbstermächtigend dazu einladen, über ihre Erfahrungswerte zu urteilen.
Ayşe Güvendiren, *1988 in Wien, studierte Jura, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte bevor sie ihre Regieausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München begann. In der Spielzeit 2020/2021 assistierte sie an den Münchner Kammerspielen. Mit ihrer Diplominszenierung R-FAKTOR. DAS UNFASSBARE gewann sie das Körber Studio Junge Regie 2021.

*BIPoC ist die Abkürzung für Black, Indigenous, People of Color und bedeutet auf Deutsch Schwarz, Indigen und der Begriff People of Color wird nicht übersetzt.

Regie, Recherche, Textcollage: Ayşe Güvendiren
Bühnen- und Szenenbild: Theresa Scheitzenhammer
Kostüm & Maske: Melina Poppe
Dramaturgie: Carlotta Huys
Licht Design: Maxi Blässing & Dominik Büchl
Video: Markus Bührend & Jens Baßfeld
Ton: Paul Friedrich Günther
Kamera & Schnitt: Louis Dickhaut, Theresa Scheitzenhammer
Schnitt: Oliver Buchalik, Romy Gardumi
Produktion: Otto Falckenberg Schule
Dramaturgieassistenz: Tassilo Pyko
Regieassistenz: Lisa Fricke
Komparserie: Lisa Fricke & Suvi Schrank
Mentorin: Nora Abdel-Maksoud
Mit: Şafak Şengül
Interviewpartner*innen:
Atilla Akıncı, Ali Reza Bayram, Zeynep Bozbay, Danai Chatzipetrou, Pınar Karabulut, Tina Keserović, Adena Lješnlanin, Alina Mack, Tunay Önder, Izzy Öner, Süheyla Ünlü, Eduard Zhukov und 17 weitere Interviewpartner*innen, die anonym bleiben möchten / and 17 other interview partners, who wish to remain anonymous

Stückdauer: ca. 75 Min. keine Pause

Deutsch mit englischen Übertiteln

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Schauspiel

Ravachol

von Axel Cornil (Belgien)

„Gute Freunde. Ein paar Biere. Angeregte Gespräche. Es gibt keine Jobs, Arbeitslosigkeit überall, die Krise diktiert die Schlagzeilen. Auf der Straße sorgt die Polizei für Ordnung. Die Jungen schwanken zwischen Zynismus, Verzweiflung und Radikalisierung. Von der Erwerbslosigkeit zum Gangstertum, vorbei an Anarchismus und Terrorismus entdecken wir den chaotischen Weg eines Mannes, den Ungerechtigkeit und Gewalt fest im Griff haben: François Koeningstein alias Ravachol“, schreibt Axel Cornil zu seiner Beschäftigung mit dem französischen Anarchisten und Bombenleger, der 1892 in Montprison hingerichtet wurde. Mit vier Schauspieler*innen, die 15 Charaktere in 22 Szenen spielen, porträtiert Autor und Regisseur Cornil den Verlauf einer Revolte – unsentimental, menschlich, widersprüchlich. Bis auf Pierre Verplancken, der Ravachol spielt, wechseln alle anderen mit ihren Figuren auch immer die Perspektive. Mit treffsicheren Porträts und Spiellust spannt sich ein Bogen aus Sympathie und Gegnerschaft.
RAVACHOL wurde 2019 in Mons uraufgeführt und gastierte u. a. beim Festival Impatience in Paris. Da das Bühnenbild die pandemiebedingte Spielpause nicht überstanden hat, hat sich das Festival gemeinsam mit dem Ensemble entschieden, die Inszenierung in Dresden an den Tisch zu holen: als szenische Lesung und mit vollem Spiel-Einsatz.
Axel Cornil, *1990, hat Schauspiel in Mons und szenisches Schreiben am INSAS in Brüssel studiert. Mit RAVACHOL inszenierte er zum zweiten Mal einen eigenen Text.

Text & Regie: Axel Cornil
Dramaturgie: Meryl Moens
Bühne: Marc Defrise
Kostüm: Rose Alenne & Charlotte Lippinois
Licht Design & Video: Emily Brassier
Musikalisches Coaching: Muriel Legrand & Ségolène Neyroud
Inhaltliche Unterstützung: Valentin Demarcin & Corentin Lahouste
Regieassistenz: Olmo Missaglia
Bühnenbildassistenz: Baptiste Leclere
Produktionsmanagement: Meryl Moens
Mit: Adrien Drumel, Gwendoline Gauthier, Héloïse Jadoul, Pierre Verplancken

Stückdauer: ca. 90 Min. keine Pause

Französisch mit englischen und deutschen Übertiteln

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Fast Forward 2021

Staatsschauspiel Dresden

Europäisches Festival für junge Regie
11. bis 14. November 2021

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Kleines Haus und online auf www.fastforw.art

Jedes Jahr im November zeigt Fast Forward vier Tage lang junges Theater aus ganz Europa. Das Festival des Staatsschauspiels Dresden ist längst zu einer europäischen Adresse für Entdeckungen geworden und zu einem Ort für Begegnung und Austausch über Themen, Theaterformen und Arbeitsweisen. Eine internationale Jury verleiht am letzten Tag den Festival-Preis, der für das gekürte Regieteam die Einladung zu einer neuen Arbeit am Staatsschauspiel bedeutet. 2020 war Fast Forward pandemiebedingt „hybrid“ geplant mit einem Programmteil vor Ort und einem online. Und auch 2021 fährt das Festival noch einmal zweigleisig, um dem europäischen Theaternachwuchs eine Bühne zu bieten: in Dresden und online. Denn viele Arbeiten sind im vergangenen Jahr digital entstanden. Würden wir ihnen keinen Rahmen geben, blieben sie unsichtbar. Acht europäische Inszenierungen, ein Dresdner Landschaftsstück von Studio Beisel, die Website www.fastforw.art als digitale Bühne, Kurzfilme, Diskussionen, Künstler*innengespräche, eine Festivalakademie, Partys und noch mehr bringen Farbe in den November!
Vorverkaufskassen
Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus
Theaterstraße 2
01067 Dresden
Mo bis Fr 10.00–18.30 Uhr
Sa 12.00–18.30 Uhr

Vorverkaufskasse im Kleinen Haus
Glacisstraße 28
01099 Dresden
Mo bis Fr 14.00–18.30 Uhr
03 51.49 13–555
tickets@staatsschauspiel-dresden.de

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Bewertungen & Berichte Fast Forward 2021

Ereignisse / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Ereignisse / Festival Jazztage Dresden 20.10. bis 21.11.2021
Ereignisse / Tanz Dresden Frankfurt Dance Company Dresden / Frankfurt
Ereignisse / Festival Moritzburg Festival Dresden, Lockwitzer Str. 4
Ereignisse / Kabarett Uwe Steimle Dresden
Aufführungen / Theater Kleines Haus Dresden Dresden, Glacisstraße 28
Aufführungen / Theater Dresdner FriedrichstaTT Palast Dresden, Wettiner Platz 10
Ereignisse / Festival Heinrich Schütz Musikfest Halle , Große Klausstr. 12
Ereignisse / Kulturveranstaltung Club Passage Dresden, Leutewitzer Ring 5
Ereignisse / Festival Dresdner Musikfestspiele Dresden, Schloßstraße 2
Ereignisse / Festival Moritzburg Festival Dresden, Maxstraße 8
Ereignisse / Kulturveranstaltung Sachsen-Arena Riesa Riesa, Am Sportzentrum 5
Ereignisse / Kulturveranstaltung Sächsischer Künstlerbund e.V. Dresden, Pulsnitzer Str. 6
Ereignisse / Ausstellung Riesa Efau Kultur Forum Dresden e.V. Galerie Adlergasse Dresden, Adlergasse 14
Ereignisse / Kulturveranstaltung Bürgerstiftung Dresden Dresden, Barteldesplatz 2
Ereignisse / Kulturveranstaltung Kulturzentrum Großenhain Großenhain, Schlossplatz 1
Ereignisse / Messe Messe Dresden Messehalle 1 Dresden, Messering 6
Ereignisse / Kulturveranstaltung Stadthalle "stern" Riesa, Großenhainer Straße 43
Ereignisse / Kulturveranstaltung Sächsischer Musikrat Dresden, Berggartenstr. 11
Ereignisse / Kulturveranstaltung Blaue Fabrik Dresden, Prießnitzstr. 44/48
Ereignisse / Familienprogramm Restauration Festung Königstein Königstein, Festung Königstein
Ereignisse / Kulturveranstaltung Deutscher Werkbund Sachsen e.V. Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Ereignisse / Theater Internationales Wandertheaterfestival Radebeul, Altkötzschenbroda
Ereignisse / Gastronomie Sophienkeller im Taschenbergpalais Dresden, Taschenberg 3
Ereignisse / Party Arteum Dresden, Am Brauhaus 3
Ereignisse / Party Alter Schlachthof Dresden, Gothaer Straße 11
Ereignisse / Party Eventwerk Dresden, Hermann-Mende-Straße 1
Ereignisse / Gastronomie Prinzenkeller Dresden, Weistropper Straße 2
Ereignisse / Gastronomie Merlins Wunderland Dresden, Zschonergrundstraße 4
Ereignisse / Festival Filminitiative Dresden e.V. Filmfest Dresden Dresden, Alaunstraße 62
Ereignisse / Festival Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden, Louisenstraße 47

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