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Kleines Haus

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Staatsschauspiel Dresden
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Theater

2084

ein digitales Diktaturmanöver
von Mirko Borscht

Uraufführung: 14. Dezember 2019

1948 schrieb George Orwell einen Roman über einen fiktiven Überwachungsstaat, aber auch über Widerstand, der zwecklos ist: Der Protagonist Winston Smith bäumt sich gegen ein totalitäres System auf, das eigenes Denken und wahrhaftige Geschichtsschreibung verbannt und stattdessen permanente Observation in Form des sogenannten Big Brothers, sprachlicher Manipulation und ungebrochenen Hasses gesellschaftsübergreifend installiert hat. Sein Wille zur Freiheit und die Liebe zu einer anderen Rebellin müssen jedoch scheitern im Angesicht von Folter und manipulativer Gehirnwäsche. Der Mensch verschwindet hinter einer Funktionsweise, einem System.
Die politische Sprengkraft des Romans „1984“ wurde nicht zuletzt durch die historischen Zeitpunkte offensichtlich, in denen er verstärkt rezipiert und diskutiert wurde: im Kalten Krieg (in der DDR war der Roman verboten), im Jahr 1984 selbst und im Jahr 2013 nach der Enthüllung des NSA-Abhörskandals, um dann mit Trumps Wahl erneut auf die Bestsellerlisten zu gelangen.
Ohne Frage: die Gegenwart hat durchaus Orwell’schen Charakter. Autoritäre und nationalistisch orientierte Regimes sind wieder auf dem Vormarsch, Überwachung gehört durch Smarthomes, Handys und Apps längst zum unsichtbaren Alltag. Die digitale Erfassung aller Lebensbereiche, sowie die Weiterentwicklung von Künstlichen Intelligenzen stellen schon jetzt Herausforderungen an die Arbeitswelt und das soziale Miteinander.
Wenn wir also Orwell eingeholt haben – wer oder was würde Winston Smith im Jahr 2084 sein? Welche Form der Rebellion, der radikalen Schritte bleiben uns? Oder verschwindet der Mensch wieder, nur anders?
Mirko Borscht entwickelt gemeinsam mit 18 jungen Spieler*innen und einem Think Tank von zukunftsinteressierten jungen Erwachsenen ein performatives Requiem, das den Menschen zu Grabe trägt, um zu sehen, was davon vielleicht eben doch wert wäre, übrig zu bleiben. Oder auch nicht.

Regie, Text und Video: Mirko Borscht
Bühne: Christian Beck
Kostüme: Elke von Sivers
Dramaturgie: Sabrina Bohl
Licht: Tim Schulten

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Theater

Im Westen nichts Neues

nach dem Roman von Erich Maria Remarque

Premiere: 11. Januar 2020

1928 machte der Roman IM WESTEN NICHTS NEUES seinen Autor Erich Maria Remarque über Nacht schlagartig berühmt. Aus der Perspektive des jungen Paul Bäumer schildert er den Alltag an der Westfront des Ersten Weltkrieges zwischen lebensgefährlichem Gefecht und untätiger Langeweile, aber auch die Sprachlosigkeit beim Urlaub in der friedlichen Heimat, in der die Beschreibung des Erlebten unmöglich wird. Neben den Schrecken des Krieges stehen immer auch die Kräfte, die mithilfe vermeintlicher Heldenmythen freigesetzt werden sollen. Allen Hoffnungen auf Frieden zum Trotz lockt die Propagandamaschinerie des deutschen Kaiserreichs mit schnellen Antworten. Doch Remarque lässt den drängenden und bis heute gültigen Fragen seiner Protagonisten viel Raum. Warum wird mir jemand zum Feind erklärt, der mich nicht kennt und den ich nicht kenne? Wird jeder als Soldat zu einem anderen Menschen als er es vorher war? Wie soll man im Frieden wieder einen Platz in der Gesellschaft finden? Was passiert, wenn das gesellschaftliche Bewusstsein dafür, was Krieg eigentlich bedeutet, langsam verschwindet? Und wie fragil ist Frieden, wenn der Krieg einfach nur an einen anderen Schauplatz verlagert wurde?
Als Paul Bäumer und seine Gefährten schließlich gefallen sind, bleibt die Stille des Heeresberichts, der im Westen nichts Neues zu vermelden weiß. Doch in Remarques Roman sind die Erlebnisse und Fragen festgehalten, für die der Autor auf eigene Erlebnisse an der Westfront sowie auf Interviews zurückgriff, die er im Lazarett mit Soldaten geführt hatte. Innerhalb kürzester Zeit avancierte sein Roman zum Antikriegsroman, der den zahllosen unbekannten Gefallenen des Krieges eine Stimme verlieh. Von Hollywood verfilmt, von den Nationalsozialisten verbrannt, gehört IM WESTEN NICHTS NEUES bis heute zu den meistgelesenen Büchern der Welt.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musik: Sandro Tajouri

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Theater

Mein Kampf

Farce von George Tabori

Deutsch von Ursula Grützmacher-Tabori

„Wenn ich heute an Hitler denke, dann scheint er mir ein gutes Beispiel zu sein für den gespaltenen Menschen, wie Otto Rank ihn beschrieben hat: besessen vom Anspruch auf Göttlichkeit und doch mit einem stinkenden Arschloch versehen“, schreibt George Tabori 1989. Zwei Jahre zuvor hatte Tabori diesen Hitler, der sich „in sein Leben gedrängt, seine Träume vergiftet, seinen Alltag durcheinandergewirbelt, seine Pläne zunichte gemacht“ und seinen Vater – wie am Ende über sechs Millionen Juden in Europa – ermordet hatte, zu einer Theaterfigur gemacht. Es ist ein Stück über eine persönliche Beziehung: Ein junger Mann, der noch kein Politiker, nicht mal ein Kunstmaler ist und ohne Geld in einer Männerunterkunft landet, trifft dort auf den Juden Schlomo Herzl, der ein Buch schreibt und beginnt, sich ausgerechnet um den jungen Hitler zu kümmern. Schlomos Buch heißt MEIN KAMPF und Hitler wird ihm diesen Titel am Ende stehlen, bevor er mit Frau Tod durch die Tür geht und Schlomo sagen wird, dass er zu dumm war, zu wissen, „dass manche Menschen Liebe nicht ertragen können“.
Mit MEIN KAMPF blickt der ungarische Theatermacher George Tabori (1914 – 2007) mit dem Geist und dem Witz der Farce und einem Humanismus, der keine Unschuld kennt, in den Abgrund einer Epoche, die einigen neuen Rechtsdenkern bereits wieder als nationaler Vogelschiss gilt.

Regie: Daniela Löffner
Bühne: Matthias Werner
Kostüme: Claudia Kalinski
Puppenbau: Lutz Großmann
Licht: Rolf Pazek
Dramaturgie: Charlotte Orti von Havranek

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Theater

In seiner frühen Kindheit ein Garten

nach dem Roman von Christoph Hein

Für den Lehrer und Gymnasialdirektor Dr. Richard Zurek verstand sich das von selbst: Als Beamter auf Lebenszeit hatte er sich zur Loyalität gegenüber Grundgesetz und Amt zu verpflichten. Den Eid, den er dafür leistete, hatte er nie gebrochen. Er unterrichtete Generationen von Schülern. Immer versuchte er, sie auf das Leben in einer Gesellschaft vorzubereiten, die sich an demokratischen Grundrechten und Werten orientiert. Meist gelang ihm das, in einem Fall aber glaubt er, versagt zu haben. Dieser Fall ist sein Sohn Oliver.
Oliver war gegen alles, schon immer. Vielleicht waren seine große Wahrheitsliebe, ein unbeirrbares Rechtsgefühl und seine unbeherrschbare Ungeduld daran schuld. Er kämpfte gegen das „Schweinesystem“, gegen Ausbeutung und Imperialismus. Im Mai 1985 wurde er nach einer Denunziation verhaftet. Unschuldig, wie sich herausstellte. Seither galt er als gefährlicher Terrorist. Jetzt ist er als solcher gestorben.
Die Zureks trauern. Und entdecken, dass sie alle kaum etwas von Olivers Leben wissen. Nichts über sein Leben und nichts über seinen Tod an einem Bahnhof im mecklenburgischen Bad Kleinen. Richard Zurek gibt sich damit nicht zufrieden, er will Aufklärung: War der Todesschuss Zufall oder eine Hinrichtung durch den Staat? Wie hält es dieser Staat, dem er ein Leben lang gedient hat, mit seinen Gegnern? Mit der Gerechtigkeit? Mit der Wahrheit? Je mehr er über den Weg seines Sohnes erfährt, desto stärker ahnt er: Wahrheit und Gerechtigkeit haben keinen Wert; was zählt, ist der Staat. Er siegt, möge die Gerechtigkeit darüber auch zugrunde gehen. Richard Zurek beschließt, seinen Eid zurückzunehmen. Dort, wo er ihn lebenslang erfüllt hat: in der Schule.

Regie: Friederike Heller
Bühne und Kostüme: Sabine Kohlstedt
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Licht: Peter Lorenz

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Theater

Transit

nach dem Roman von Anna Seghers

in einer Spielfassung von Julia Weinreich

„Alles war auf der Flucht, alles war nur vorübergehend, aber wir wussten noch nicht, ob dieser Zustand bis morgen dauern würde oder noch ein paar Wochen oder Jahre oder unser ganzes Leben.“

Es ist das reine Chaos und Marseille sein Schauplatz. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten hat Anna Seghers 1940 ihren berühmten Roman Transit größtenteils dort geschrieben. Wie Seghers selbst versuchen tausende Flüchtlinge, sich vor dem drohenden Zugriff der Nazis, die gerade Frankreich besetzt haben, zu retten und eine Schiffspassage in die Freiheit zu ergattern.
Unter ihnen auch Seidler, ein junger Deutscher, der aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen ist. Zufällig gelangte er an die Papiere eines toten Schriftstellers, dessen Identität er fortan annimmt. In der Hafenstadt verliebt er sich in Marie, die wiederum auf der Suche nach ihrem Mann, einem Schriftsteller namens Weidel, ist und von dem sie durch die Nazis in Paris getrennt wurde.
Es ist der Alptraum des Wartens: Seghers verwandelt hier ein realistisches Szenario in eine klaustrophobische Kafka-Welt und beschreibt mit kristallklarer Sprache den menschenunwürdigen Transitzustand, der aktuell für Millionen von Menschen bittere Realität ist.

Regie: Data Tavadze
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Julia Plickat
Musik: Nika Pasuri
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Früchte des Zorns

Schauspiel in drei Akten nach dem Roman von John Steinbeck von Frank Galati

Deutsch von Gottfried Greiffenhagen und Bettina von Leoprechting

Eine große Dürre hat ihre Lebensgrundlage zerstört. Der Pachtzins kann nicht mehr bezahlt werden, die Grundbesitzer vertreiben sie mit Baggern, und die Familie Joad entschließt sich zu einer Reise ins Ungewisse: Tau­sende Kilometer reisen sie mit wenig mehr als sie am Leib tragen, einmal quer durch die Wüste und über den Kontinent, einer verheißungsvollen Zukunft entgegen. In Kalifornien, so hat man gehört, gebe es Arbeit, Wohlstand und die Hoffnung auf ein besseres Leben, ein kleines Glück. Doch mit jedem Schritt in Richtung des gelobten Landes wachsen Ent­behrung, Ausbeutung und Anfeindung. Die Familie bricht auseinander und verliert sich in einer enttäuschten Schicksalsgemeinschaft von Einwander*innen, in der die Früchte des Zorns reifen.
John Steinbeck schilderte bereits 1939 eindrücklich die Folgen von Großer Depression, Monokultur und Missernten in den Vereinigten Staaten. Die Resonanz war immens: Gegendarstellungen wurden geschrieben, Verbote angestrebt, der Autor als Volksverhetzer diffamiert. Gleichzeitig hatte Steinbeck selbst intensiv recherchiert, war mit einer Gruppe wie der Familie Joad gemeinsam bis nach Kalifornien gereist und wurde als Stimme der Unterdrückten gefeiert. 1940 wurde FRÜCHTE DES ZORNS mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 1962 erhielt Steinbeck den Literaturnobelpreis.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musik: Sandro Tajouri
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Svenja Käshammer, Katrin Schmitz

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Theater

Mit der Faust in die Welt schlagen

nach dem Roman von Lukas Rietzschel

in einer Spielfassung von Lukas Rietzschel und Julia Weinreich

Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Die Eltern sind Arbeiter. Mit ihrem Hausbau soll der Aufbruch in ein neues Leben beginnen. Doch im Dorf passiert längst nichts mehr: Das Schamottewerk hat schon vor Jahren dicht gemacht. Immerhin: einmal im Jahr ist Rummel! Doch dort trifft man sich hauptsächlich „zum Prügeln im Schatten des ausgeschalteten Kettenkarussells.“ Um die Brüder herum verfällt alles, die Heimat verschwindet, und dann trennen sich auch noch die Eltern. Wer dageblieben ist, besäuft sich oder ertränkt sich im künstlichen See, wo früher Tagebaugebiet war. So wie Uwe, der für die Stasi spitzelte und dem die Frau in den Westen weglief. Dieses Bild von Uwe, dem Verlierer, ist es auch, das Philipp und Tobias im Gedächtnis bleibt. Und als es dann noch zu Aufmärschen in Dresden kommt und ihr Heimatort Geflüchtete aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es.
Der Autor und Essayist Lukas Rietzschel, der 1994 in Ostsachsen geboren wurde, hat mit seinem Debütroman MIT DER FAUST IN DIE WELT SCHLAGEN eine Chronik des Verfalls geschrieben. Lebensläufe verlaufen hier einfach im Nichts oder aber man begegnet der Perspektivlosigkeit mit Brutalität, wie es Tobias tut. Es ist eine literarische Auseinandersetzung mit der Gegenwart eines zerrissenen Deutschlands.

Regie: Liesbeth Coltof
Bühne: Guus Van Geffen
Kostüme: Carly Everaert
Musik: Vredeber Albrecht
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Schuldenmädchen-Report

von Vanessa Stern

mit Frauen, die angeblich etwas „schuldig“ geblieben sind

Kaum sind wir geboren, geht es schon los: Wir schulden unseren Eltern Dank, vielleicht auch Gehorsam, später womöglich den Studienkredit – und damit auch die Pflege im Alter, wenn wir uns revanchieren könnten?
Das Leben: genau genommen ein einziger Schuldenberg, der nie wirklich abzubezahlen ist. Vom Geschirrspülen in der WG und der Einladung zum Bier bis hin zur Umzugshilfe. Wir sind in der Logik gefangen, dass jede Leistung auch eine Bezahlung erfordert. Wer sie verweigert, bleibt etwas schuldig. Schlechtes Gewissen und soziale Ächtung inklusive.
Doch wie fühlt es sich eigentlich an, wenn uns der Ehemann mit so hohen Schulden sitzenlässt, dass wir unseren Namen lieber nicht mehr an die Türklingel schreiben? Oder wenn der freundliche Bankangestellte 12 % Zinsen für den Kredit haben will, mit dem wir die Mietkaution bezahlen müssen? Dann werden die Pfandflaschen in der Küche womöglich zum Kapital, und es ist gut, den Trick zu kennen, wie man kostenlos an einen Döner kommt.
In der Inszenierung von Vanessa Stern decken sechs unbestechliche Reporterinnen die Schuldigkeitsfallen auf, in die besonders Frauen immer wieder geraten. Mit ihrer schonungslosen Reportage enthüllen sie auf der Bühne die großen und kleinen, die finanziellen, moralischen und emotionalen Schulden. In komischer Anspielung auf die Softporno-Serie SCHULMÄDCHEN-REPORT aus den 1970er-Jahren, lassen sie die ökonomischen Hüllen fallen und pfeifen auf die Schulden, die ihnen von anderen eingeredet werden.

Regie: Vanessa Stern
Bühne und Kostüme: Beatrix von Pilgrim
Licht: Olivia Walter
Dramaturgie: Tobias Rausch, Dietmar Schmidt

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Theater

Ich werde nicht hassen

von Izzeldin Abuelaish

für die Bühne bearbeitet von Silvia Armbruster und Ernst Konarek

Er ist der erste palästinensische Arzt aus Gaza, der in einem Krankenhaus in Israel arbeitet. Izzeldin Abuelaish entschloss sich schon als Kind, mit Büchern für seine Rechte zu kämpfen – nicht mit Steinen. Er berichtet vom Alltag zwischen Israel und Gaza, vom Leben mit Checkpoints, von der Hoffnung auf Medizin, die genau wie Krankheit keine Grenzen kennt. Bei einem Anschlag werden drei seiner Kinder getötet. Aber Abuelaish lässt sich in die Spirale aus Hass und Gewalt nicht hineinziehen.

Wir bieten diese Inszenierung in einer gekürzten Form auch für Klassenzimmer an. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte: theaterpaedagogik@staatsschauspiel-dresden.de

Regie: Fanny Staffa
Bühne und Kostüme: Barbara Schiffner
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Mit freundlichen Grüßen eure Pandora

von Laura Naumann

„also gut / irgendwann / an irgendeinem Dienstag / treffen sich drei Personen die unterschiedlicher nicht sein könnten / und beginnen gemeinsam an einem herrschaftskritischen Manifest zu schreiben von dem sie / hoffen dass es die Welt verändern wird / und in einem Labor entdeckt eine Forscherin / ein Verfahren das die Fortpflanzung zwischen zwei Eizellen möglich machen wird“

Seit 100 Jahren besitzen Frauen das aktive und passive Wahlrecht in Deutschland, seit 20 Jahren gelten Vergewaltigungen in der Ehe als solche, seit über einem halben Jahr führen wir die sogenannte #metoo-Debatte zur Aufdeckung sexueller Belästigung, Machtmissbrauch und Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Alle diskutieren mit. Sogar die Sängerin Beyoncé veröffentlichte kürzlich ein feministisches Essay. Aber die Diskussion ist noch nicht zu Ende, keiner kann sich zur Ruhe setzen und nur auf das Erreichte zurückblicken. Laura Naumann hat im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden ein neues Stück geschrieben, in dem sich fünf Frauen auf der Bühne versammeln und zur Autorin der eigenen Geschichte, der eigenen Weltsicht, der eigenen Zukunft werden. Sie führen Vertragsverhandlungen nur noch mit Megafon, phantasieren über die Abschaffung des Y-Chromosoms und schreiben ein Manifest mit dem Titel „Notizen zum Ende des Patriarchats“ – der besser noch: „Der weiße Kai“!

Regie: Babett Grube
Bühne: Jan Alexander Schroeder
Kostüme: Hanne Lenze-Lauch, Lea Walloschke
Choreografie: Salome Schneebeli
Licht: Rolf Pazek
Dramaturgie: Katrin Breschke

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Theater

Die Verwandlung

eine Entwicklungstragödie nach der Erzählung von Franz Kafka

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“

Franz Kafkas weltberühmte Erzählung von 1912 beginnt mit einem mysteriösen Vorfall: der grausig-fantastischen Metamorphose eines Menschen in ein „Ungeziefer“ – ein wahrer Horrortrip. Während Gregor Samsa an seiner neuen Situation als Insekt durchaus Gefallen findet – befreit sie ihn doch von verhassten Verpflichtungen –, ist er für die Familie nur noch ein ekelerregender, kriechender Käfer und eine äußerste Zumutung. Seine soziale Isolation und gesellschaftliche Ausgrenzung sind vorprogrammiert. Er wird ausgeschlossen, übergangen und schließlich entfernt.
In der Inszenierung der Bürgerbühne knüpft die Verwandlung des jungen Protagonisten aus Kafkas Erzählung an die Erfahrungen der jugend­lichen Darsteller*innen während des Erwachsenwerdens an, eine Phase, in der nicht nur der eigene Körper, sondern auch die Identität und das Verhältnis zur Familie und zur Welt ständigen Veränderungen und widersprüchlichen Gefühlen unterworfen sind. Das Rollenrepertoire reicht von der braven Tochter bis zur Revoluzzerin, vom Hippie bis zum Punk. Was als normal gilt und was als Abweichung von der Norm, wird immer wieder neu bestimmt, genau wie die Wechselbeziehungen zwischen dem Einzelnen und der Gruppe. Ein wahrer Horrortrip und die glücklichste Zeit überhaupt!

Regie: Philipp Lux
Bühne: Sabrina Rox
Kostüme: Steffi Rehberg
Musik: Vredeber Albrecht
Licht: Olaf Rumberg
Dramaturgie: Julia Weinreich

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Theater

Operation Kamen

von Florian Fischer

Es ist doch so einfach: In einem Menschen das Gefühl der Angst hervorzurufen, ihn mit übereinstimmenden Informationen zu umgeben, welche nur einen vernünftigen Sinn ergeben: „Du musst entkommen oder ...“ – und dann genügt es schon, den Menschen an der Hand zu nehmen, und er geht mit Ihnen, wohin Sie ihn führen. Und wie gern! Er wird sogar noch dafür bezahlen.—Vladimír Minařík

Frühling 1948: Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei hat die Führung des Landes übernommen und beginnt, mit den politischen Gegnern abzurechnen. Dafür entwickelt der tschechoslowakische Geheimdienst die Operation Kamen: Unter Verdacht stehende Oppositionelle bekommen mehrfach die Information, dass sie in Gefahr sind und schließlich das Hilfsangebot zur Republikflucht. Haben sie sich für die Flucht entschieden, führen Schleuser sie nachts im Grenzgebiet durch den Wald. Dort erreichen sie ein mit US-Flagge sowie dem Porträt des US-Präsidenten perfekt eingerichtetes Grenzhäuschen. Ihnen werden Zigaretten, Whiskey und Schweizer Schokolade angeboten. Ausführlich beantworten sie den amerikanischen Grenzbeamten alle Fragen, geben Details über Freunde, Unterstützer und Familie preis – in der Hoffnung, auch ihnen die Flucht zu ermöglichen. Sie unterschreiben ein Protokoll der Befragung und werden weiter Richtung Westen geschickt – zur verheißungsvollen Grenze. Doch alles ist Fake und vom Geheimdienst inszeniert. Ein paar Meter weiter werden sie von der tschechoslowakischen Polizei festgenommen.
Regisseur Florian Fischer widmet sich den Ereignissen der tschecho­slowakischen Nachkriegsgeschichte zwischen 1948 und 1951 in einem dokumentarischen Theaterabend. Er befragt Strategien des Geheimdienstes als Ausdruck des Misstrauens eines Staates gegenüber seinen Bürger*innen. Wie wahr ist die Fiktion und wie erfunden die Realität? Wem kann man trauen, wem nicht mehr? Und wie sicher sind wir vor solchen Strategien und Fallen – oder befinden wir uns mittendrin?

Regie: Florian Fischer
Bühne und Set-Design: Stefan Britze
Kostüm: Birte Wallbaum
Sound-Design: Ludwig Berger
Kamera: Markus Kloth

eine Koproduktion mit dem Archa Theater Prag

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Theater

9 Tage wach

Bühnenadaption von John von Düffel

nach dem gleichnamigen Buch von Eric Stehfest und Michael J. Stephan

Er nannte sie Christin oder Christ’l und führte nach der ersten ge­scheiterten Jugendliebe eine jahrelange Beziehung mit ihr. Aufgewachsen vor den Toren Dresdens kommt Eric Stehfest im Alter von 14 Jahren in der Neustadt mit der Partydroge Chrystal Meth in Kontakt. Wäre Eric ein Mädchen geworden, hätte ihm seine Mutter den Namen Christin gegeben, nach dem ersten Rausch wird Crystal für ihn eine Art Ersatzschwester, ab sofort sind Eric und Christin unzertrennlich. Seine Mutter hält trotz Abhängigkeit zu ihm, doch zu Hause lässt es sich mit dem Stiefvater und den kleinen Geschwistern schwer aushalten. Zu den Großeltern besteht loser Kontakt, über Gespräche und Fotoalben erfährt Eric, dass seine Urgroßväter Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg gewesen sind. In dieser Zeit nahmen sie Amphetamine ein, die sogenannte Wunderpille Pervitin, um die Angst vor dem Töten und Getötetwerden zu verlieren. In der Grundsubstanz ist es „das gleiche Zeug“, das Eric konsumiert, um sich unbesiegbar zu fühlen, tagelang durchzufeiern, kurz: „um zu fliegen“. Vergessen sind der familiäre Stress, der letzte Laufpass oder der verwehrte Zutritt in einen angesagten Club. Bereits der erste Konsum kann in die Abhängigkeit führen, denn wer einmal fliegt, will wieder high sein, und die klaren Momente dazwischen werden seltener. Die Droge stellt Erics Leben auf die Probe: Dealen, Verkehrsdelikte, Raub, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Trennung von seiner großen Liebe Anja, die das gemeinsame Kind abtreibt. Die Aufnahme zum Schauspielstudium in Leipzig führt zu einer kurzen drogenfreien Zeit, der Rückfall wird umso heftiger. Nach neun wachen Tagen stellt ihm die Schauspielschule ein Ultimatum: Einen Abschluss in Darstellender Kunst gibt es nur gegen Entzug und Therapie. Doch ist ein Leben ohne Christin überhaupt noch möglich?

Heute gehört Eric Stehfest zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, mit 9 TAGE WACH will er über die Gefahren der Modedroge aufklären. John von Düffel hat diesen schonungslosen Bericht über die Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und das jahrelange Doppelleben für die Bühne adaptiert.

Regie: Sebastian Klink
Bühne und Kostüme: Gregor Sturm
Musik: Kriton Klingler-Ioannides
Dramaturgie: Svenja Käshammer
Licht: Richard Messerschmidt

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Theater

Ich bin Muslima - Haben Sie Fragen?

von Martina van Boxen

Es wird viel geredet über den Islam und die Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften. Sehr viel seltener kommen muslimische Frauen selbst zu Wort.
Die Geschlechterfrage ist ein Hauptangriffspunkt für westliche Vorbehalte gegen den Islam: Wie gehen Emanzipation und Koran zusammen? Gibt es die Gleichberechtigung von Mann und Frau im islamischen Kulturraum überhaupt?
In ICH BIN MUSLIMA – HABEN SIE FRAGEN? geben Frauen Auskunft darüber, wie sie diese Vorbehalte erleben, sich dagegen verwehren oder der Kritik zustimmen.
13 Frauen aus verschiedenen Ländern, die jüngste 11, die älteste 67 Jahre alt, berichten über Alltagserfahrungen und Missverständnisse, über das Ankommen in einer unbekannten Welt und das Leben, das sie zurückgelassen haben. Sie sind Bauingenieurin, Anwältin, Hausfrau, Alleinerziehende, Schülerin und Studentin. Sie machen zusammen Musik, streiten und vertragen sich wieder, teilen ihren Schmerz um das verlorene Zuhause und die Erleichterung über ein Leben in Sicherheit. Sie geben uns Einblicke in ihr Leben als Gläubige in einer säkularen Umwelt und in das der Nichtgläubigen, die immer Muslima bleibt, auch wenn sie sich von der Religion abgewandt hat, weil es so in ihrem Pass steht. Es geht um Widersprüche, um vertraute Rhythmen und neue Lieblings-lieder, um feindselige Blicke und unerwartete Freundschaften und darum, wie es sich lebt in einer Stadt, in der jeden Montag gegen die Islamisierung des Abendlandes protestiert wird.

Regie: Martina van Boxen
Bühne und Kostüme: Esther van de Pas
Musik: Maria Trautmann
Licht: Andreas Kunert
Dramaturgie: Christine Besier

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Theater

Biedermann und die Brandstifter

von Max Frisch

Er will Ruhe und Gemütlichkeit. Man lebt schließlich nur einmal, und auch wenn seine Frau meint, dass er bisweilen zu gutmütig sei, so kann man doch nicht ständig überall nur Schlechtes und Böses sehen. Bieder­mann ist sich sicher: Die zwei armen Männer auf seinem Dachboden wollen bloß Obdach. Ihre kleinen Witzeleien über Brandstiftung sind zugegebenermaßen etwas unpassend, aber man ist doch nicht humorlos. Schließlich geht es auch um den eigenen Ruf, und als spießig und kleingeistig möchte Biedermann nicht gelten. Doch Selbstsicherheit, Bequemlichkeit und der absolute Wille zum Guten lassen Biedermann übersehen, wofür Benzinfässer und Zündschnur doch eindeutiger Beweis sind: Er hat Brandstifter im Haus. Und er wird ihnen als aufgeschlossener, vorurteilsfreier Mensch in einem Akt des Vertrauens selbst die Streichhölzer reichen.
Max Frisch hat mit BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER ein „Lehrstück ohne Lehre“ geschrieben, in dem die Wahrheit als beste Tarnung genutzt wird und ein Mensch offenen Auges in sein Unglück läuft, weil er seine Meinung über sich selbst nicht ändern kann. Die Offenheit, mit der die Brandstifter Biedermann auf seinen Verdacht ansprechen, führt zu Scham. Die Scham lässt ihn lügen, um unange­nehme Situationen zu vermeiden und nicht als Unmensch dazustehen. Immer größer wird die Kluft zwischen dem, was Biedermann darstellen will, und dem, was er tatsächlich fühlt und denkt. Seine Annahme, dass die deutlich ausgesprochene Drohung der Brandstifter sicher so radikal nicht gemeint sein könne, wird zum letzten Anker vor der eigenen Ängstlichkeit und führt direkt in die Katastrophe.

Regie: Nicola Bremer
Bühne: Jakob Ripp
Kostüme: Steffi Rehberg
Musik: Saga Björklund Jönsson
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Katrin Schmitz

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Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

„Jeder Mensch hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren wird und eine, die er sich aussucht.“

Hooligans: Für die Soziologen sind sie eine Spezies, toxische Männlichkeit, reine Biologie, Konzept, Performance, ein Rollenspiel. Philipp Winkler beschreibt in seinem Roman einen von diesen Hools.

Heiko ist Hool, mit Leib und Seele. Nichts geht ihm über seinen Verein. Warum, die Frage hat er sich nie gestellt. Ins Stadion geht er nur noch selten, das Eigentliche passiert eh nach dem Spiel. Weitab von singender Fankurve und Stadionkontrollen trifft man sich für den Kampf Mann gegen Mann – hart, aber fair. Bis einer liegen bleibt, so verlangt es der Ehrenkodex. Unter der Führung von Onkel Axel ist für Heiko die Radikalität, mit der er und seine Freunde kämpfen, das einzige Lebenselixier. Zu dieser Familie gehört er, kann Teil einer kraftvollen Gemeinschaft sein, an die sich glauben lässt. Angst kennt er nicht, nur Adrenalin. Verlet­zungen heilen.
Doch dann wird ein Freund schwer verletzt, andere steigen aus. Für sie gibt es inzwischen Wichtigeres als den Adrenalinrausch bei den Matches. Als sich die Spielregeln plötzlich ändern, muss Heiko zusehen, wie seine harte Männerwelt, das Gefüge, mit dem er sein Leben zusammenhält, langsam, aber sicher, auseinanderfällt.

Regie: Florian Hertweck
Bühne: Mascha Deneke
Kostüme: Kathrin Krumbein
Musik: Moritz Bossmann, Oli Friedrich, Jan Preißler
Licht: Richard Messerschmidt
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Früher war alles

von Dirk Laucke

Geschichten von Träumen und Abwicklungen aus Freital

Bürgerwehr und „Gruppe Freital“ – seit 2015 hat die Stadt ihren Ruf weg: als rechtes Nest. Den hatte sie nicht immer. Im Gegenteil: in den 1920er Jahren galt die Region um Döhlen gar als „Rotes Wien in Sachsen“, wo ein Leben frei von Unterdrückung und Ausbeutung möglich sein sollte. Ab 1947 waren die Freitaler*innen stolz auf den Wiederaufbau des Edelstahlwerkes, in dem fast 5000 Arbeiter*innen 300.000 Tonnen Walz- und Schmiedeprodukte pro Jahr herstellten. Die Wende 89/90 war da nicht nur ein Befreiungsschlag, sondern auch ein Einbruch. 1992 setzten sich die Stahlwerker*innen noch erfolgreich mit Protesten gegen eine Abwicklung durch die Treuhand zur Wehr. Doch von den bis dahin verbliebenen 2600 Angestellten waren 1997 nur noch 640 übrig. Blühende Landschaften waren verheißen worden, es folgten Kurzarbeit und die Sozialamtskutsche. Oder war doch nicht alles so schlimm?
Im Jubiläumsjahr von 30 Jahren Wiedervereinigung widmen wir uns der neueren Geschichte der Stadt Freital sowie den Geschichten ihrer Bewohner*innen und fragen nach deren individuellen Erfahrungen in den letzten drei Jahrzehnten. Durch Gespräche, Begegnungen und Recherche vor Ort bringt der in Sachsen geborene Dramatiker Dirk Laucke in einem Stücktext für die Bürgerbühne verschiedene Perspektiven und Erzählungen zusammen. Als Darsteller*innen wirken in diesem Mehrgenerationenprojekt interessierte Freitaler Bürger*innen mit, die auf der Bühne sich selbst und ihre Nachbar*innen verkörpern.

Regie: Jan Gehler
Bühne: Sabrina Rox
Kostüme: Claudia Irro
Musik: Vredeber Albrecht
Licht: Olaf Rumberg
Dramaturgie: Sylvia Sobottka

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Theater

Wir sind auch nur ein Volk

nach den gleichnamigen Drehbüchern von Jurek Becker

Bühnenfassung von Kerstin Behrens und Tom Kühnel

Wenn Ossis und Wessis einander nicht verstehen, hilft nur eins: das Fernsehen. Also beschließen dessen Chefs, die Serie zur Einheit zu produzieren. Für das Drehbuch des ‚Straßenfegers‘ wird der angesagte Autor Steinheim verpflichtet. Blöd nur, dass der nie im Osten war. Ein Crashkurs soll ihn auf Vordermann bringen. Als Studienobjekt dient das ostdeutsche Schlitzohr Benno Grimm nebst Familie. Die Grimms sind ‚Osten pur‘: Benno, Mitte Fünfzig, ehemals Dispatcher, jetzt abgewickelt, ist immer noch imstande, „ganze Sätze zu formulieren“. Trude, seine Frau, hält sich als Lehrerin für unbelastet: „was immer das bedeutet“. Ihr Vater, ein Rentner, hat sich von der Wiedervereinigung sowieso nichts versprochen, weshalb er „nicht so enttäuscht ist wie diese Trottel.“ Sohn Theo, ein abgebrochener Philosophiestudent, motzt gegen die ganze Fernsehsache, bei der die Familie „die Rolle von Insekten spielen soll, die sich einer unter der Lupe ansehen kommt.“ Genau das will Steinheim, doch die Grimms wissen, dass das gut honorierte Dasein als Insekten nur solange funktioniert, wie sich das Fernsehen für sie interessiert. Also inszenieren sie ihr Ost-Dasein, dass dem Wessi Hören und Sehen vergeht.
Der Autor Jurek Becker wurde durch den Roman JAKOB DER LÜGNER international bekannt. Mit LIEBLING KREUZBERG gelang ihm acht Jahre nach der Ausreise 1985 auch in der BRD der Durchbruch.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Matthias Trippner
Video: Bert Zander
Licht: Richard Messerschmidt
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Das neue Wunschkonzert

mit Thomas Eisen und Benjamin Rietz

Auch in der Spielzeit 2018/2019 erklingen im Neuen Wunschkonzert die Musikwünsche unserer Zuschauer*innen. In der ersten Ausgabe HAPPINESS IS A WARM GUN – LIEDER MEINES KÄMPFERISCHEN HERZENS am 12. September starten wir mit voller Kraft und Herzenswärme! Wofür haben Sie sich mit voller Energie eingesetzt? Und welches Lied haben Sie dabei gehört oder noch im Ohr?

Schicken Sie uns Ihren Liedwunsch und Ihre persönliche Geschichte bis zum 31. August an dramaturgie@staatsschauspiel-dresden.de

Familie hat man, Freunde kann man sich aussuchen! Frei nach dem Motto: WE ARE FAMILY – LIEDER MEINER KURIOSEN FAMILIENANGELEGENHEITEN widmen wir uns am 4. Oktober Ihren ganz persönlichen Familiengeschichten. Wer hat beim runden Geburtstag mit der Polonaise angefangen? Und wie oft haben Sie beim Besuch der Schwiegereltern gedacht: Ich bring sie um!?

Schicken Sie uns Ihren Liederwunsch mit der passenden Geschichte bis zum 21. September an dramaturgie@staatsschauspiel.de

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Theater

Das Feuerschiff

nach der Erzählung von Siegfried Lenz

Freytag, Kapitän des Feuerschiffs, hat auf seiner letzten Wache seinen Sohn Fred mitgenommen. Es ist die letzte Gelegenheit, ihm den Alltag auf dem von einer kleinen Mannschaft bewohnten, fest verankerten Feuerschiff zu zeigen. Fred sichtet drei Schiffbrüchige, die sich, an Bord geholt, als Schwerverbrecher auf der Flucht entpuppen. Die Verbrecher, die wegen eines Motorschadens das Feuerschiff nicht mehr verlassen können, übernehmen das Kommando und wollen um jeden Preis – notfalls mit dem Feuerschiff selbst – weiterfahren. Freytag weigert sich hartnäckig: das Feuerschiff darf seine Position nicht verlassen und somit die Sicherheit und Ordnung auf See gefährden. Des Weiteren verwehrt Freytag den Seinen, den Banditen mit Gewalt zu begegnen oder per Funk Hilfe zu rufen. So steht er schließlich allein gegen seine Mannschaft und seinen Sohn, der ihn für einen Feigling hält, seit er gerüchtweise gehört hat, dass sein Vater bei einem Abenteuer in der Levante einem gefangenen Kameraden nicht geholfen hat. Dem Argument Freytags, Handeln sei sinnlos gewesen, glaubt er nicht. Fred will dem Kampf um Kontrolle und Sicherheit auf dem Feuerschiff mit Gewalt begegnen, Freytag hingegen setzt auf Besonnenheit. Erst als die Banditen versuchen, mit dem Feuerschiff zu segeln, leistet Freytag Widerstand.
Siegfried Lenz (1926-2014) beschäftigte sich seit seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, zu dem er 1943 eingezogen wurde, mit dem Untergang von Menschen. Das Schreiben ist eine Art der Selbstbefragung, um verstehen zu lernen, wie sich Menschen mit ihrem eigenen Handeln in den Abgrund treiben. In der 1960 veröffentlichten Erzählung das feuerschiff versucht Siegfried Lenz, eine Antwort zu finden.

Regie: Nicola Bremer
Bühne und Kostüm: Steffi Rehberg
Dramaturgie: Svenja Käshammer

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Theater

Parole Kästner!

von Jan-Christoph Gockel unter Verwendung von Originaltexten u. a.

Mit EMIL UND DIE DETEKTIVE revolutioniert Erich Kästner 1928 die Kinderbuchliteratur. Während der Weimarer Republik macht Kästner sich schnell als Redakteur und Drehbuchautor einen Namen und prägt mit seiner unverschnörkelten, klaren Sprache eine ganze Epoche: die Neue Sachlichkeit. Die Nationalsozialisten verbrennen 1933 seine Bücher und erteilen ihm Schreibverbot. Trotzdem entscheidet er sich gegen eine Emigration, veröffentlicht unter Pseudonym und wird einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts. Mehr noch: Er wird zur moralischen Instanz der Nachkriegszeit und hadert dennoch bis zu seinem Tod damit, sich für Deutschland und nicht für das Exil entschieden zu haben. Erich Kästner rührt und beglückt Generationen von Leser*innen bis heute. Aber wer war dieser unantastbare Autor eigentlich? Wer war dieser Kleinbürger, der doch ein Lebemann war, und der sich noch als Erwachsener so gut in Kinderseelen hineindenken konnte? Und: Wie war seine eigene Kindheit, die von zwei Weltkriegen geprägt war? Erich Kästner, 1899 in Dresden geboren, verehrte seine Heimatstadt: Er verließ sie, schrieb über sie und kehrte zu ihr zurück. Der Regisseur Jan-Christoph Gockel geht auf Spurensuche nach dem Dichter Erich Kästner und zeichnet ein lebendiges Bild dieses Autors, der sich hinter seinen Selbstdarstellungen mehr verbarg als offenbarte: PAROLE KÄSTNER!

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Sophie Du Vinage
Musik: Matthias Grübel
Dramaturgie: Julia Weinreich
Licht: Richard Messerschmidt

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Parole Kästner!

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Kleines Haus

Staatsschauspiel Dresden

Vorverkaufskassen

Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus
Theaterstraße 2
01067 Dresden
Mo bis Fr 10.00–18.30 Uhr, Sa 10.00–14.00 Uhr

Vorverkaufskasse im Kleinen Haus
Glacisstraße 28
01099 Dresden
Mo bis Fr 14.00–18.30 Uhr
Tel: 03 51.49 13–555
tickets@staatsschauspiel-dresden.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Kleines Haus

Aufführungen / Oper Semperoper Dresden Dresden, Theaterplatz 2
Aufführungen / Theater Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Theater Landesbühnen Sachsen Radebeul, Meißner Straße 152
Aufführungen / Kabarett Die Herkuleskeule Dresden Dresden, Schloßstraße 2
Aufführungen / Theater Dresdner FriedrichstaTT Palast Dresden, Wettiner Platz 10
Aufführungen / Theater Kleines Welt Theater im Sonnenhof Radebeul Radebeul, Altkötzschenbroda Nr. 26
Aufführungen / Theater Societaetstheater Dresden Dresden, An der Dreikönigskirche 1a
Aufführungen / Theater Theaterkahn Dresdner Brettl Dresden, Terrassenufer an der Augustusbrücke
Aufführungen / Theater Volksbühne Chemnitz Chemnitz, Käthe-Kollwitz-Str. 7
Aufführungen / Theater Projekttheater Dresden Dresden, Louisenstr. 47
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Di, 10.12.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Mi, 11.12.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Do, 12.12.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Fr, 13.12.2019, 17:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Fr, 13.12.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
Sa, 14.12.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy und Theater Club
So, 15.12.2019, 17:00 Uhr
Aufführungen / Tanz TENZA-Schmiede Dresden Dresden, Pfotenhauer Str. 59
Aufführungen / Theater die bühne Dresden, Teplitzer Straße 26
Aufführungen / Theater Dresdner Comedy & Theater Club Dresden, Hauptstr. 13
Aufführungen / Operette Staatsoperette Dresden Dresden, Kraftwerk Mitte 1
Aufführungen / Theater Boulevardtheater Dresden Dresden, Maternistr. 17
Aufführungen / Aufführung JugendKunstschule Dresden, Bautzner Str. 130
Aufführungen / Kabarett Chemnitzer Kabarett e.V. Chemnitz, An der Markthalle 1-3
Aufführungen / Tanz Dance Art Dresden Dresden, Enderstraße 59, Haus B, 2. OG
Aufführungen / Theater Theater Plauen-Zwickau Zwickau, Gewandhausstr. 7
Aufführungen / Theater Internationales Wandertheaterfestival Radebeul, Altkötzschenbroda
Aufführungen / Tanz Palucca Schule Dresden Dresden, Basteiplatz 4
Aufführungen / Theater Eclectic Theatre e.V. Dresden, Tieckstr. 11
Aufführungen / Kabarett Breschke & Schuch Dresden, Wettiner Platz 10
Aufführungen / Theater MusenKinder e.V. Dresden Dresden, Rudolf-Leonhard-Str. 24
Aufführungen / Kabarett Kabarett Sachsenmeyer Chemnitz Chemnitz, An der Markthalle 8
Aufführungen / Theater TheaterRuine St. Pauli e.V. Dresden, Königsbrücker Platz
Aufführungen / Theater Hoppes Hoftheater Dresden Dresden, Hauptstraße 35
Aufführungen / Theater Comödie Dresden Dresden, Freiberger Str. 39
Aufführungen / Konzert Kulturbahnhof Radeburg Radeburg, Bahnhofstr.5

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