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Kleines Haus

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Kleines Haus
Staatsschauspiel Dresden
Glacisstraße 28
D-01099 Dresden

E-Mail: tickets@staatsschauspiel-dresden.de

 

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Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus
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Mo bis Fr 10.00–18.30 Uhr, Sa 10.00–14.00 Uhr

Vorverkaufskasse im Kleinen Haus
Glacisstraße 28
01099 Dresden
Mo bis Fr 14.00–18.30 Uhr
Tel: 03 51.49 13–555
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Theater

Operation Kamen

von Florian Fischer

Uraufführung: 20. Oktober 2018, Kleines Haus 2

Es ist doch so einfach: In einem Menschen das Gefühl der Angst hervorzurufen, ihn mit übereinstimmenden Informationen zu umgeben, welche nur einen vernünftigen Sinn ergeben: „Du musst entkommen oder ...“ – und dann genügt es schon, den Menschen an der Hand zu nehmen, und er geht mit Ihnen, wohin Sie ihn führen. Und wie gern! Er wird sogar noch dafür bezahlen.—Vladimír Minařík

Frühling 1948: Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei hat die Führung des Landes übernommen und beginnt, mit den politischen Gegnern abzurechnen. Dafür entwickelt der tschechoslowakische Geheimdienst die Operation Kamen: Unter Verdacht stehende Oppositionelle bekommen mehrfach die Information, dass sie in Gefahr sind und schließlich das Hilfsangebot zur Republikflucht. Haben sie sich für die Flucht entschieden, führen Schleuser sie nachts im Grenzgebiet durch den Wald. Dort erreichen sie ein mit US-Flagge sowie dem Porträt des US-Präsidenten perfekt eingerichtetes Grenzhäuschen. Ihnen werden Zigaretten, Whiskey und Schweizer Schokolade angeboten. Ausführlich beantworten sie den amerikanischen Grenzbeamten alle Fragen, geben Details über Freunde, Unterstützer und Familie preis – in der Hoffnung, auch ihnen die Flucht zu ermöglichen. Sie unterschreiben ein Protokoll der Befragung und werden weiter Richtung Westen geschickt – zur verheißungsvollen Grenze. Doch alles ist Fake und vom Geheimdienst inszeniert. Ein paar Meter weiter werden sie von der tschechoslowakischen Polizei festgenommen.
Regisseur Florian Fischer widmet sich den Ereignissen der tschecho­slowakischen Nachkriegsgeschichte zwischen 1948 und 1951 in einem dokumentarischen Theaterabend. Er befragt Strategien des Geheimdienstes als Ausdruck des Misstrauens eines Staates gegenüber seinen Bürger*innen. Wie wahr ist die Fiktion und wie erfunden die Realität? Wem kann man trauen, wem nicht mehr? Und wie sicher sind wir vor solchen Strategien und Fallen – oder befinden wir uns mittendrin?

Regie: Florian Fischer
Bühne und Set-Design: Stefan Britze
Kostüm: Birte Wallbaum
Sound-Design: Ludwig Berger
Kamera: Markus Kloth

eine Koproduktion mit dem Archa Theater Prag
Theater

9 Tage wach

Bühnenadaption von John von Düffel

Uraufführung: 10. November 2018, Kleines Haus 1

nach dem gleichnamigen Buch von Eric Stehfest und Michael J. Stephan

Er nannte sie Christin oder Christ’l und führte nach der ersten ge­scheiterten Jugendliebe eine jahrelange Beziehung mit ihr. Aufgewachsen vor den Toren Dresdens kommt Eric Stehfest im Alter von 14 Jahren in der Neustadt mit der Partydroge Chrystal Meth in Kontakt. Wäre Eric ein Mädchen geworden, hätte ihm seine Mutter den Namen Christin gegeben, nach dem ersten Rausch wird Crystal für ihn eine Art Ersatzschwester, ab sofort sind Eric und Christin unzertrennlich. Seine Mutter hält trotz Abhängigkeit zu ihm, doch zu Hause lässt es sich mit dem Stiefvater und den kleinen Geschwistern schwer aushalten. Zu den Großeltern besteht loser Kontakt, über Gespräche und Fotoalben erfährt Eric, dass seine Urgroßväter Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg gewesen sind. In dieser Zeit nahmen sie Amphetamine ein, die sogenannte Wunderpille Pervitin, um die Angst vor dem Töten und Getötetwerden zu verlieren. In der Grundsubstanz ist es „das gleiche Zeug“, das Eric konsumiert, um sich unbesiegbar zu fühlen, tagelang durchzufeiern, kurz: „um zu fliegen“. Vergessen sind der familiäre Stress, der letzte Laufpass oder der verwehrte Zutritt in einen angesagten Club. Bereits der erste Konsum kann in die Abhängigkeit führen, denn wer einmal fliegt, will wieder high sein, und die klaren Momente dazwischen werden seltener. Die Droge stellt Erics Leben auf die Probe: Dealen, Verkehrsdelikte, Raub, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Trennung von seiner großen Liebe Anja, die das gemeinsame Kind abtreibt. Die Aufnahme zum Schauspielstudium in Leipzig führt zu einer kurzen drogenfreien Zeit, der Rückfall wird umso heftiger. Nach neun wachen Tagen stellt ihm die Schauspielschule ein Ultimatum: Einen Abschluss in Darstellender Kunst gibt es nur gegen Entzug und Therapie. Doch ist ein Leben ohne Christin überhaupt noch möglich?

Heute gehört Eric Stehfest zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, mit 9 TAGE WACH will er über die Gefahren der Modedroge aufklären. John von Düffel hat diesen schonungslosen Bericht über die Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und das jahrelange Doppelleben für die Bühne adaptiert.

Regie: Sebastian Klink
Bühne und Kostüme: Gregor Sturm
Musik: Kriton Klingler-Ioannides
Dramaturgie: Svenja Käshammer
Licht: Richard Messerschmidt
Theater

Bilder ohne Lila

von Adrian Figueroa

Ansichten von blinden und sehbehinderten Dresdner*innen

Wie sah dein Kinderzimmer aus? Der letzte Urlaub am Meer, die Landung auf dem Mond, der 11. September, der Mauerfall … Wir erinnern uns und beschreiben unsere Welt über Bilder. Und wir schaffen ständig neue: machen Selfies, drehen Videos und teilen sie mit der ganzen Welt.
Wie sehe ich mich, und wie siehst du mich? Und vor allem: Wie möchte ich gesehen werden?
In BILDER OHNE LILA kreieren sehbehinderte und blinde Menschen unterschiedlichen Alters sowie Angehörige und ein Augenarzt gemeinsam mit dem Regisseur Adrian Figueroa eine Kartografie der Wahrnehmung. Sie erzählen von der Sehnsucht, zu den coolen Kids in der letzten Bank zu gehören – und trotzdem alles an der Tafel lesen zu können, von den Vorbereitungen, die sie mit Google Maps und anderen digitalen Hilfsmitteln treffen, um den Weg zum Vorstellungsgespräch zu finden. Sie berichten von ihrer Liebe zum Kino, von der Neugierde Sehender, die sich ins Dunkelrestaurant verlaufen, von der Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Kind erblindet, und davon, die „Augen“ von jemand anderem zu sein. In einer Mischung aus Live-Hörspiel, Hör-Film und Theater zeigen sie den sehenden und nicht-sehenden Zuschauer*innen Augenblicke aus der Galerie ihrer Erinnerungen und Bilder.

Vor jeder Vorstellung bieten wir sehbehinderten und blinden Zuschauer*innen eine Einführung inkl. Bühnenbegehung an. Bei Interesse finden Sie sich bitte 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Kleinen Hauses ein. Sie werden dort in Empfang genommen.

Regie: Adrian Figueroa
Bühne und Kostüme: Sabine Hilscher
Musik: Miguel Toro
Video: Gabriela Diez
Licht: Olivia Walter
Dramaturgie: Sylvia Sobottka
Theater

Wir sind auch nur ein Volk

nach den gleichnamigen Drehbüchern von Jurek Becker

Bühnenfassung von Kerstin Behrens und Tom Kühnel

Wenn Ossis und Wessis einander nicht verstehen, hilft nur eins: das Fernsehen. Also beschließen dessen Chefs, die Serie zur Einheit zu produzieren. Für das Drehbuch des ‚Straßenfegers‘ wird der angesagte Autor Steinheim verpflichtet. Blöd nur, dass der nie im Osten war. Ein Crashkurs soll ihn auf Vordermann bringen. Als Studienobjekt dient das ostdeutsche Schlitzohr Benno Grimm nebst Familie. Die Grimms sind ‚Osten pur‘: Benno, Mitte Fünfzig, ehemals Dispatcher, jetzt abgewickelt, ist immer noch imstande, „ganze Sätze zu formulieren“. Trude, seine Frau, hält sich als Lehrerin für unbelastet: „was immer das bedeutet“. Ihr Vater, ein Rentner, hat sich von der Wiedervereinigung sowieso nichts versprochen, weshalb er „nicht so enttäuscht ist wie diese Trottel.“ Sohn Theo, ein abgebrochener Philosophiestudent, motzt gegen die ganze Fernsehsache, bei der die Familie „die Rolle von Insekten spielen soll, die sich einer unter der Lupe ansehen kommt.“ Genau das will Steinheim, doch die Grimms wissen, dass das gut honorierte Dasein als Insekten nur solange funktioniert, wie sich das Fernsehen für sie interessiert. Also inszenieren sie ihr Ost-Dasein, dass dem Wessi Hören und Sehen vergeht.
Der Autor Jurek Becker wurde durch den Roman JAKOB DER LÜGNER international bekannt. Mit LIEBLING KREUZBERG gelang ihm acht Jahre nach der Ausreise 1985 auch in der BRD der Durchbruch.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Matthias Trippner
Video: Bert Zander
Licht: Richard Messerschmidt
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Typisch Jenny!

ein Experiment mit der Klasse 8c der Waldblick-Oberschule Freital-Niederhäslich

Hör doch mal auf zu heulen, das ist so typisch. / Und du musst immer deine Meinung loswerden. / Und du bist so ein Besserwisser. / Das ist so typisch, dass wir alle streiten. / Du bist selber typisch.
In den 60er Jahren gab es in einer US-amerikanischen Grundschule einen Versuch mit einer Schulklasse: 20 % der Schüler*innen wurden per Los ausgewählt und ihren neuen Lehrer*innen als hochbegabt vorgestellt. Am Ende des Schuljahres hatten diese Schüler*innen einen enormen Leistungsvorsprung gegenüber dem Rest der Klasse. Eine positive Einschätzung kann also zu positiven Ergebnissen führen und eine negative Einschätzung zu negativen Ergebnissen. Die Wissenschaft nennt das Pygmalion-Effekt – zurückgehend auf den antiken Mythos um den Bildhauer Pygmalion. Dieser meißelte sich eine weibliche Statue, um sich dann unsterblich in sie zu verlieben. Prompt wurde die Figur lebendig, und beide lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
In der Schule sind wir über Jahre mit den Bewertungen und Urteilen unserer Lehrer*innen und Mitschüler*innen konfrontiert und bekommen unsere Rollen zugeschrieben. In typisch jenny! untersuchen die Schüler*innen einer achten Klasse den Pygmalion-Effekt in ihrem eigenen Umfeld: Wie werde ich Klassenclown*in, Streber*in, Schönling, Heulsuse, Mauerblümchen …? Kann ich deshalb nicht singen, weil mir meine Eltern das ständig einreden? Verpasse ich die Entwicklung meiner Talente und Interessen, weil diese nicht mit den Bildern von mir übereinstimmen? Wie kann ich aus diesem Spiel aussteigen?
Was erwartet ihr denn von uns? Dass wir verkacken? Dass wir euch zu Tränen rühren? Dass ihr in uns irgendwas reinprojizieren könnt? Rein-pro-ji-zieren! Nichts, was ihr euch über uns ausmalt, ist richtig. Und deshalb machen wir da nicht mehr mit. Wir spielen euch nichts mehr vor. Wir haben eure Bewertungen nicht nötig. Tschüss!

Regie und Text: Joanna Praml
Bühne und Kostüme: Jana Denhoven
Musik: Bastian Ruppert, Hajo Wiesemann
Theaterpädagogik: Philipp Teich
Dramaturgie: Paula Oevermann
Künstlerische Mitarbeit: Karsten Dahlem
Theater

Crashtest

Spekulationen über die Zukunft unter Anleitung der Jugend

„Die Zukunft ist da und schaut auf uns zurück. Sie versucht, die Fiktion zu verstehen, die wir geworden sein werden. Von ihrem Standpunkt aus gleicht das Vergangene nicht der Vergangenheit, die in unserer Vorstellung hinter uns liegt.“ WILLIAM GIBSON

Vor 29 Jahren erlebten die Menschen in Europa eine grundlegende Veränderung des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems. Die Mauer ist gefallen, der Eiserne Vorhang wurde geöffnet, Kriege wurden gestartet. Von 2018 aus betrachtet war 1989 ein Bruch in jeder Hinsicht, der sich bis heute auf unser Leben auswirkt.
Machen wir einen gedanklichen Sprung und blicken 29 Jahre in die Zukunft: Wie stellen wir uns unser Leben im Jahr 2047 vor? Wie wird sich die Umwelt verändert haben, welche Technologien werden sich durchgesetzt haben, und in welcher Gesellschaftsform werden wir leben? Unsere heutigen Entscheidungen beeinflussen die Welt von morgen, doch wissen wir noch nicht genau, auf welche Weise. Was wir befürchten, ist, dass unsere sozialen Bindungen nicht stark genug sind, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern. Was wir wissen, ist, dass die gesellschaftspolitischen Veränderungen in den kommenden Jahren exponentiell zunehmen werden. Was wir uns fragen, ist, wie unsere Zeit und unser Handeln vom Jahr 2047 aus betrachtet werden. In CRASHTEST treffen Jugendliche, die in dieser ungewissen Zukunft erwachsen sein werden, auf Expert*innen im Ruhestand, um gemeinsam an einer guten Zukunft zu experimentieren.

Regie: Tanja Krone
Ausstattung: Eva Lochner
Musik: Thomas Seher
Licht: Olivia Walter
Dramaturgie: Johanna-Yasirra Kluhs
Theater

Wo ein Vogel am schönsten singt

nach dem Roman von Alejandro Jodorowsky

aus dem Spanischen von Peter Schwaar
in einer Fassung von Mina Salehpour und Katrin Breschke

„Ob schön oder hässlich, bestimmen Sie, nicht das Nest. Die Wahrheit ist, dass dieses Häuschen zuäußerst auf einem schwachen Ast sitzt. Mit seinem Instinkt hat der Vogel das Gewicht der ineinander verflochtenen Stengel und der darin hausenden Vögelchen berechnet, um sein Heim an der Grenze des Zulässigen zu errichten. Ein Gramm mehr, und der Ast bricht oder beugt sich so, dass die kleinen Vögel hinausfallen. Wenn er das Nest auf einem dicken, sicheren Ast errichtet, kommen die Katzen und fressen alles auf. So aber traut sich keine dorthin. Das lehrt mich, dass es manchmal nicht gut ist, Sicherheit zu suchen, denn sie führt zum Tod. Dass es also besser ist, im Ungewissen zu leben.“

Mit überbordender Fantasie erzählt der chilenische Autor, Schauspieler und vor allem als Regisseur bekannte Alejandro Jodorowsky in seinem Roman eine russisch-jüdische Einwanderungsgeschichte vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die in der Geburt seiner selbst mündet. In dieser Geschichte geht es sinnlich und deftig, grausam und brutal, liebevoll und zärtlich zu. Die Grenzen von Dichtung und Wahrheit, Traum, Magie und Wirklichkeit sind dabei oft nicht zu unterscheiden. Die Geschichte ist voll von Zirkusartisten, Bienenmenschen und Geistern, erfüllt vom Traum eines Neuanfangs und eines besseren Lebens sowie der Enttäuschung, den Mühen des Ankommens und des Scheiterns. Die eigene Familie wird verflucht, verlassen, wiedergefunden, vereint und gefeiert. Jede neue Generation dieser Familiensaga versucht sich von der vorherigen zu lösen, um am Ende doch erkennen zu müssen, dass ein Vogel „am schönsten auf seinem Stammbaum“ singt.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Maria Anderski, Henriette Hübschmann
Musik: Sandro Tajouri
Licht: Olaf Rumberg
Dramaturgie: Katrin Breschke
Theater

Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Ende des 12. Jahrhunderts, zur Zeit des Dritten Kreuzzuges in Jerusalem. Dem jüdischen Kaufmann Nathan ist vor vielen Jahren ein christliches Mädchen anvertraut worden, das er als seine Tochter Recha aufzieht. Niemand weiß davon, bis auf die Christin Daja, die in Nathans Haus lebt. Als Nathan von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass sein Haus bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Recha wäre um ein Haar in den Flammen umgekommen, hätte sie nicht im letzten Moment ein junger Tempelherr gerettet. Dieser wiederum ist kurz davor vom muslimischen Herrscher Jerusalems, dem Sultan Saladin, begnadigt worden – als einziger von zwanzig gefangenen Rittern. Saladin, der einen Kreditgeber für seine leeren Kassen sucht, lässt Nathan zu sich holen und will ihn mit der Frage prüfen, welche der drei Religionen die beste sei.
Dem Thema Toleranz entgeht man heute nicht, das Stück „Nathan der Weise“ drängt wieder in viele Spielpläne. Gotthold Ephraim Lessing nannte seinen „Nathan“ 1779 „ein dramatisches Gedicht“ und antwortete damit auf eine in seiner Zeit heftig diskutierte Frage: Es ging um den Absolutheitsanspruch der christlichen Religion und die Frage nach der wahren Religion. Lessing selbst hatte nicht mit einer Bühnenkarriere des explizit als Argumentationsdrama konzipierten Stückes gerechnet. Es wurde erst 1783, zwei Jahre nach Lessings Tod, uraufgeführt und ist mittlerweile humanistische Pflicht- und Schullektüre.
Der weise Nathan antwortet im Stück auf Saladins Frage mit der berühmten Ringparabel und der Aufforderung, dem eigenen Anspruch ohne Vorurteile und durch Taten nachzueifern. Leider, muss man wahrscheinlich sagen, ist die Frage um die richtige Religion wieder zu einer aktuellen und aggressiv geführten Diskussion geworden, und auch heute kann man sich in dieser Auseinandersetzung nicht genug auf Humanität und Menschlichkeit ohne Vorurteile besinnen.

Wolfgang Engel wird das Argumentationsdrama auf die Bühne bringen, mit Philipp Lux als Nathan und Matthias Reichwald als Saladin.

Regie: Wolfgang Engel
Bühne: Ansgar Prüwer-LeMieux
Kostüm: Nina Reichmann
Dramaturgie: Felicitas Zürcher
Licht: Björn Gerum
Theater

Superquadra

von / by F. Wiesel

Mit Modellbauten, Puppenspiel, Livevideo, Computersimulation, komplexen akustischen und visuellen Räumen und einem Text des Autors Dietmar Dath bringt das Theaterkollektiv F. Wiesel in superquadra gesellschaftliche Entwürfe berühmter (wie berüchtigter) Architekten des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Angelegt als Planspiel für ein zivilisatorisches Utopia, kreuzen die Konzepte dieser „Maßgebenden“ Konstrukteure einer neuen Gesellschaft die Alltagsprobleme des Postboten Oskar, der mit den sich ständig verändernden Transportwegen in der Wohnmaschine Superquadra kämpft. Denn längst hat das gesellschaftliche Konzept viele Autoren und Autorinnen, die den gigantischen Komplex seit Jahren nach sich widersprechenden Prinzipien umbauen.
Spielerisch lustvoll und mit einer Fülle an visuellen Details wird die Architektur hier als Disziplin für Weltenbauer und Allmachtsphantasien, für Revolutionäre und Rückschrittspropheten, für menschliche Anmaßung und den Traum vom individuellen wie kollektiven Paradies in einer verblüffenden theatralen Installation zugleich ernsthaft und subversiv befragt.
Jost von Harleßem und Hanke Wilsmann (beide *1987) studierten Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. 2011 entstand als erste gemeinsame Arbeit das Figurentheaterstück CLARENVILLE, 2015 folgte die performative Installation ZAKOPANE. 2017 wurden sie für ihre gemeinsame Arbeit mit dem Ponto Performance Preis zur Förderung junger Künstler der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet.

F. Wiesel’s superquadra brings societal designs by famous (and notorious) architects of the 20th century to the stage via model buildings, puppetry, live video, computer simulation, complex acoustic and visual spaces, and a text by author Dietmar Dath. Created as a simulation game for a civilizing utopia, the concepts of these decisive designers of a new society intersect with the everyday problems of the postman Oskar. He struggles with the constantly changing transport routes in the Superquadra living machine because the concept of community has long had many authors who for years have been rebuilding the gigantic complex according to contradictory principles.
Playfully funny and overflowing with visual detail, architecture is questioned both seriously and subversively in an astonishing theatrical installation as a discipline for world builders and omnipotent imaginations, for revolutionaries and prophets of regression alike, for human insolence, and the dream of an individual and collective paradise.

Jost von Harleßem and Hanke Wilsmann (both *1987) studied Applied Theatre Studies in Giessen. Their first collaboration was the puppet theater piece CLARENVILLE in 2011, followed in 2015 by the performative installation ZAKOPANE. In 2017 they were awarded the Ponto Performance Prize for the promotion of young artists of the Jürgen Ponto-Foundation.

Konzept & Umsetzung / Concept & Realisation: F. Wiesel (Jost von Harleßem, Hanke Wilsmann)
Figurenspiel / Puppetry: Caroline Kühner
Set Design: Ben Goossens
Musik / Music: Philip Albus
Sound Design: Rupert Jaud
Ausstattung / Figurenspiel / Scenery, Puppetry: Friederike Schmidt-Colinet
Weitere Texte / Further Texts: Dietmar Dath
Sprecher / Narrator: Fredrik Jan Hofmann, Dietmar Dath
Figurenkostüme / Puppet Costumes: Melchior B. Tacet
Figurenmechanik / Puppet Mechanics: Ingo Mewes
Produktion / Production: Heidrun Schlegel

Deutsch mit englischen Übertiteln / German with English surtitles

Eine Koproduktion von / A coproduction of Treibstoff Theatertage Basel, F. Wiesel GbR & Fleetstreet Theater Hamburg
Theater

Parole Kästner!

von Jan-Christoph Gockel unter Verwendung von Originaltexten u. a.

Mit EMIL UND DIE DETEKTIVE revolutioniert Erich Kästner 1928 die Kinderbuchliteratur. Während der Weimarer Republik macht Kästner sich schnell als Redakteur und Drehbuchautor einen Namen und prägt mit seiner unverschnörkelten, klaren Sprache eine ganze Epoche: die Neue Sachlichkeit. Die Nationalsozialisten verbrennen 1933 seine Bücher und erteilen ihm Schreibverbot. Trotzdem entscheidet er sich gegen eine Emigration, veröffentlicht unter Pseudonym und wird einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts. Mehr noch: Er wird zur moralischen Instanz der Nachkriegszeit und hadert dennoch bis zu seinem Tod damit, sich für Deutschland und nicht für das Exil entschieden zu haben. Erich Kästner rührt und beglückt Generationen von Leser*innen bis heute. Aber wer war dieser unantastbare Autor eigentlich? Wer war dieser Kleinbürger, der doch ein Lebemann war, und der sich noch als Erwachsener so gut in Kinderseelen hineindenken konnte? Und: Wie war seine eigene Kindheit, die von zwei Weltkriegen geprägt war? Erich Kästner, 1899 in Dresden geboren, verehrte seine Heimatstadt: Er verließ sie, schrieb über sie und kehrte zu ihr zurück. Der Regisseur Jan-Christoph Gockel geht auf Spurensuche nach dem Dichter Erich Kästner und zeichnet ein lebendiges Bild dieses Autors, der sich hinter seinen Selbstdarstellungen mehr verbarg als offenbarte: PAROLE KÄSTNER!

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Sophie Du Vinage
Musik: Matthias Grübel
Dramaturgie: Julia Weinreich
Licht: Richard Messerschmidt
Theater

Die Leiden des jungen Werther

mit jungen und nicht mehr jungen Männern, die liebten und litten
nach Johann Wolfgang Goethe in einer Fassung von Miriam Tscholl und Esther Undisz

In Goethes 1774 erschienenem Briefroman flieht der junge Rechtspraktikant Werther aus der Stadt und sucht ein selbstbestimmtes Leben jenseits der Konventionen. In Briefen an seinen Freund berichtet er über seine unglückliche Liebe zu Lotte, die bereits mit einem anderen Mann verlobt ist. Kompromisslos wählt Werther schließlich den Freitod. „Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf“, schrieb Johann Wolfgang Goethe. Richard David Precht bezeichnet den Briefroman heute als „verlogene Sozialromantik“ und rechnet ihn zum „unbrauchbaren Schulwissen“. Die Bildungsministerien sind da anderer Meinung: Auch in Zeiten von Emojis und profundem Wissen über biochemische Prozesse wird die Dichtung vom leidenschaftlich-romantischen Werther als Lektüre empfohlen. In der Psychologie umfasst das „Krankheitsmodell Werther“ eine Reihe von Merkmalen, zum Beispiel Realitätsverlust, unerfüllbaren Kreativitätsdrang und Suizidneigung. Aber will einer von uns sterben, ohne unsterblich verliebt gewesen zu sein? Wie steht es 240 Jahre nach Goethe um unsere Sehnsucht nach großen Gefühlen? War Lotte ein typisches Stalking-Opfer und wie frei sind wir bei der Partnerwahl und in der Frage, wie wir leben und sterben wollen?
Geben wir Werthers stürmischen Briefen eine kritische, aber ehrliche Chance. In dieser Inszenierung stellen wir Goethes DIE LEIDEN DES ­JUNGEN WERTHER auf den Prüfstand. Anhand eigener Lebenserfahrungen verraten Dresdner Männer verschiedener Generationen ihr Verhältnis zu Romantik und Pragmatik, befragen ihren Mut zur Freiheit und geben Einblick in alte Liebesbriefe und Tinderaccounts.

Regie: Miriam Tscholl
Bühne / Kostüme: Sabine Hilscher
Musik: Michael Emanuel Bauer
Dramaturgie: Esther Undisz
Licht / Video: Andreas Kunert

Dauer der Aufführung: ca. 1 Stunde und 20 Minuten.
Keine Pause.
Aufführungen / Oper Semperoper Dresden Dresden, Theaterplatz 2
Aufführungen / Festival Staatsschauspiel Dresden Dresden, Theaterstraße 2
Aufführungen / Theater Societaetstheater Dresden Dresden, An der Dreikönigskirche 1a
Aufführungen / Konzert Dresdner Philharmonie Dresden, Schloßstr. 2
Aufführungen / Theater Theaterkahn Dresdner Brettl Dresden, Terrassenufer an der Augustusbrücke
Aufführungen / Konzert Frauenkirche Dresden Dresden, Neumarkt
Aufführungen / Theater Volksbühne Chemnitz Chemnitz, Käthe-Kollwitz-Str. 7
Aufführungen / Konzert Kreuzkirche Dresden Dresden, An der Kreuzkirche 6
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy & Theater Club Dresden - Neustadt, Hauptstraße 13
Fr, 16.11.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Museum Schloss Neu-Augustusburg Weißenfels, Zeitzer Str.04
Sa, 17.11.2018, 15:30 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy & Theater Club Dresden - Neustadt, Hauptstraße 13
Sa, 17.11.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy & Theater Club Dresden - Neustadt, Hauptstraße 13
Do, 22.11.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Comedy Dresdner Comedy & Theater Club Dresden - Neustadt, Hauptstraße 13
Fr, 23.11.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Tanz TENZA-Schmiede Dresden Dresden, Pfotenhauer Str. 59
Aufführungen / Kabarett Die Herkuleskeule Dresden Dresden, Sternplatz 1
Aufführungen / Theater Theater Junge Generation Dresden Dresden, Meißner Landstraße 4
Aufführungen / Tanz tristan production art Dresden, Stresemannplatz 3
Aufführungen / Aufführung die bühne Das kleine Theater der TU Dresden, Teplitzer Straße 26
Aufführungen / Aufführung Kleine Szene Kammerbühne der Sächsischen Staatsoper Dresden, Bautzner Straße 107
Aufführungen / Theater Dresdner Comedy & Theater Club Dresden, Hauptstr. 13
Aufführungen / Operette Staatsoperette Dresden Dresden, Pirnaer Landstraße 131
Aufführungen / Theater Theater wechselbad Dresden Dresden, Maternistr. 17
Aufführungen / Aufführung JugendUndKunstSchule Schloss Albrechtsberg Dresden Dresden, Bautzner Str. 130
Aufführungen / Kabarett Chemnitzer Kabarett e.V. Chemnitz, An der Markthalle 1-3
Aufführungen / Tanz Dance Art Dresden Dresden, Enderstraße 59, Haus B, 2. OG
Aufführungen / Theater Theater Plauen-Zwickau Zwickau, Gewandhausstr. 7
Aufführungen / Theater Landesbühnen Sachsen Radebeul, Meißner Straße 152
Aufführungen / Theater St.Pauli Ruine Dresen Dresden, Königsbrücker Platz
Aufführungen / Theater projekttheater dresden e.V. kulturschutzgebiet Dresden, Louisenstr. 47
Aufführungen / Theater Internationales Wandertheaterfestival Radebeul, Altkötzschenbroda
Aufführungen / Tanz Palucca Schule Dresden Hochschule für Tanz Dresden, Basteiplatz 4
Aufführungen / Tanz Schule f. Orient.Tanz u. Ägyptische Folklore Regionalbüro Bundesverband Orientalischer Tanz e.V. Dresden, Bischofsweg 8
Aufführungen / Theater Eclectic Theatre e.V. Englisches Theater Dresden Dresden, Tieckstr. 11
Aufführungen / Kabarett Breschke & Schuch Dresdner Kabarett Dresden, Wettiner Platz 10
Aufführungen / Tanz Tanzt! ria - mobile Tanzschule Dresden, Borsbergstr. 3
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Aufführung Robert-Schumann-Haus Zwickau Zwickau, Hauptmarkt 5
Aufführungen / Konzert kunsthofgohlis Uwe Piller Dresden, Dorfstr. 4
Aufführungen / Konzert Singakademie Dresden e.V. Dresden, Loschwitzer Str. 32
Aufführungen / Aufführung Dresdner Comedy Dresden, Brühlsche Terrasse 3
Aufführungen / Theater MusenKinder e.V. Dresden Dresden, Rudolf-Leonhard-Str. 24
Aufführungen / Kabarett Kabarett Sachsenmeyer Chemnitz Sachs, An der Markthalle 8
Aufführungen / Theater Theaterruine St. Pauli Dresen Dresden, Hechtstraße 32
Aufführungen / Theater Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden, Bautzner Str. 20
Aufführungen / Theater TheaterRuine St. Pauli e.V. St. Pauli Ruine Dresden, Königsbrücker Platz
Aufführungen / Theater TheaterRuine St. Pauli e.V. St. Pauli Ruine Dresden, Königsbrücker Platz
Aufführungen / Aufführung DRESDNER COMEDY Dresden, Italienisches Dörfchen, Theaterplatz 3
Aufführungen / Theater Hoftheater Dresden Dresden, Hauptstraße 35
Aufführungen / Konzert Studentenclub Bärenzwinger Dresden Dresden, Brühlscher Garten 1
Aufführungen / Theater Comödie Dresden Dresden, Freiberger Str. 39
Aufführungen / Konzert Kulturbahnhof Radeburg Radeburg, Bahnhofstr.5