Schauspielhaus Kleines Haus

STAATSSCHAUSPIEL DRESDEN | Kleines Haus

Spielzeit 2010/11

tier. man wird doch bitte unterschicht

von Ewald Palmetshofer

Uraufführung am 11. September 2010 | Kleines Haus 2

Wir sind inmitten einer dörflichen Kleinbürgerödnis. Ein Ort am Rand. Da ist Erika, die ab und zu dem alten Schuldirektor pflegerisch zur Hand geht und am Wochenende kellnert. Da ist der Sohn vom Direktor, der in der Stadt lebt und sich nur selten um den Vater kümmert. Und da ist dieses gemeinsame Erlebnis von vor vielen Jahren, wo die drei sich ziemlich nahegekommen sind. Während der Alte seine Todessehnsucht zelebriert und der Junge sich mit seinem Leben in der Stadt arrangiert, ist es nur Erika, die noch das Warme sucht. Sie glaubt, dass sie den Menschen in ihr drin zum Schmelzen bringen kann, so dass die Wörter kommen. Auf keinen Fall darf das Tier, dass die Worte zerfleischt, den Menschen in ihr auffressen. Deshalb kämpft sie gegen die Sprachlosigkeit. Denn das ist es doch, was die Menschen vom Tier unterscheidet: Tiere sprechen nicht.

„tier. man wird doch bitte unterschicht“ ist Ewald Palmetshofers neuestes Stück, das im Rahmen des Dramatiker-Preises des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (BDI) entstanden ist und von der Regisseurin Simone Blattner uraufgeführt wird. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte sie zuletzt Martin Heckmanns’ „Zukunft für immer“, der 2010 zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen wurde.

Regie: Simone Blattner
Bühne: Simeon Meier
Kostüm: Nadine Grellinger
Dramaturgie: Julia Weinreich

Ort:

Kleines Haus 2

Termine:

Sa, 11.9.2010, 19:30 | Uraufführung
Di, 14.9.2010, 19:30
Fr, 24.9.2010, 19:30
Do, 30.9.2010, 19:30

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss

nach dem Roman von Horace McCoy | Ein Tanzmarathon mit Dresdner Bürgern

Premiere am 18. September 2010 | Kleines Haus 1
Die Bürgerbühne

Robert träumt von einer Karriere als Regisseur, Gloria ist eine erfolglose Schauspielerin. Die beiden lernen sich kennen und Gloria bittet Robert, ihr Tanzpartner zu werden bei einem Tanzmarathon, an dem sie teilnehmen will, um zu Geld zu kommen. Sieben Tage müssen die Paare tanzen und dürfen sich dabei möglichst wenige Pausen und Aussetzer gestatten, um als Gewinner 10.000 Euro zu erhalten. Der schmierige Manager und Entertainer Tommy moderiert die Veranstaltung und treibt die Paare unerbittlich an. Und während die Teilnehmer des Turniers tagelang tanzen müssen und kaum schlafen dürfen, kommen die Zuschauer ihnen näher und erfahren Fragmente ihrer Lebensgeschichten, ihrer Hoffnungen und Existenznöte. Unter den Wettbewerbskandidaten begegnen uns Träumer, Ehrgeizige, Optimisten und Verzweifelte in der Hoffnung, im Rampenlicht zu stehen und ihr Glück zu machen. Der makabre Wettbewerb erscheint als Spiegel einer brutalen Leistungsgesellschaft, in der Sieg und Niederlage zugleich als Showspektakel vermarktet werden. Physisch und psychisch am Ende verlässt Gloria schließlich den Saal und kommt mit einer Pistole zurück …

Ursprünglich ein Roman von Horace McCoy aus dem Jahre 1935, wurde „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ („They Shoot Horses, Don’t They?“) berühmt in der amerikanischen Filmfassung aus dem Jahr 1969. Regie führte Sydney Pollack, die Hauptrollen spielten Jane Fonda und Michael Sarrazin. Der Film erhielt acht Oscar-Nominierungen und gilt heute als Klassiker, der vorausweisend von den Mechanismen und Gefahren aktueller Reality-TV-Formate und Castingshows und vom Streben des Menschen nach Anerkennung und Glück erzählt.

Regie: Miriam Tscholl
Bühne: Jeremias Böttcher
Kostüm: Sabine Hilscher
Musik: Michael Emanuel Bauer
Dramaturgie: Martin Heckmanns

Ort:

Kleines Haus 1

Termine:

Sa, 18.9.2010, 19:30 | Premiere
Mi, 22.9.2010, 19:30
Di, 28.9.2010, 19:30
Fr, 1.10.2010, 19:30

Die Insel

Eines Inszenierung mit Studenten des Schauspielstudios Dresden

Premiere am 19. September 2010 | Kleines Haus 3

Winston und John teilen nicht nur eine gemeinsame Zelle auf einer Gefängnisinsel, sondern auch das gleiche Schicksal. Mit harter und sinnloser körperlicher Arbeit will man sie zermürben, sie an ihre physischen und psychischen Grenzen treiben. Und trotzdem halten beide vehement fest an der Möglichkeit, ihre Identität und Selbstachtung zu wahren. Sie lassen sich nicht unterkriegen. Gemeinsam proben sie heimlich eine Szene aus einer griechischen Tragödie, um sie ihren Mitgefangenen vorzuführen: In König Kreons Anklage gegen Antigone erkennen sie ihren eigenen Konflikt wieder. Im Spiel können sie ihre unerträgliche Realität erträglich machen, Theater wird zum Überlebensmittel.

Athol Fugard, Sohn südafrikanischer und englischer Eltern, ist Schriftsteller, Schauspieler und Journalist. In den 60er- und 70er-Jahren trat er mit einer Gruppe von farbigen Schauspielern, den „Serpent Players“, in Port Elisabeth in Südafrika auf. Hier entstand 1973 das Stück „Die Insel“.

Regie: Fabian Gerhardt

Ort:

Kleines Haus 3

Termine:

So, 19.9.2010, 19:00 | Premiere
Fr, 8.10.2010, 20:00

Und in den Nächten liegen wir stumm

von Thomas Freyer

Die Geschwister Robert und Marlen leben seit langem ohne ihre Mutter. Sie ist eines Tages verschwunden und nicht zurückgekehrt. Der Vater ist verstummt, Marlen hat sich seitdem in ihrem Zimmer verbarrikadiert. Robert versucht, einfach weiterzumachen. Er stellt seiner Schwester regelmäßig Essen hin und verkauft nach und nach alle Möbel der Wohnung, um zu überleben. Auch Mara und Jakob haben kaum noch Berührungspunkte mit ihren Eltern. Die Mutter hat sich einer Art Sekte angeschlossen, der Vater schläft immer öfter bei anderen Frauen. Während Jakob nachts durch die Straßen streift, schläft Mara in den Kellern des Viertels mit fremden Jungen. Die Welt der vier, die gerade keine Kinder mehr sind, ist feindlich, kalt und roh, ein Ausweg besteht scheinbar nur in der Flucht nach innen. Doch als Mara Roberts Nähe sucht, entwickelt sich eine zarte Liebe.

Thomas Freyer erhielt 2006 den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft des BDI. Im Rahmen dessen ist sein drittes Stück „Und in den Nächten liegen wir stumm“ für das Schauspiel Hannover entstanden. Freyer erzählt von jungen Menschen, die in einer Gesellschaft ohne Solidarität und Rücksicht zunehmend die Orientierung verlieren.
Regie führte der Hausregisseur des Staatsschauspiels Dresden, Tilmann Köhler, den eine lange Zusammenarbeit mit dem Autor verbindet. Er inszenierte bereits die Uraufführung von Freyers mehrfach ausgezeichnetem Erstling „Amoklauf mein Kinderspiel“ am Theater in Weimar, sowie u. a. Bruckners „Krankheit der Jugend“, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2007 und zuletzt Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ am Staatsschauspiel Dresden.

Regie: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüm: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Licht: Andreas Barkleit
Dramaturgie: Beret Evensen

Ort:

Kleines Haus 2

Termin:

Di, 21.9.2010, 19:30

Der Kirschgarten

Komödie von Anton Tschechow

Nach fünf sorglosen Jahren an der Riviera kehrt die Gutsbesitzerin Ranjewskaja mit ihrer kleinen Entourage nach Hause zurück – auf ihr Landgut mit Kirschgarten. Da alle im Ausland über ihre Verhältnisse gelebt haben, ist die Familie weitgehend mittellos und das Gut zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. Der geschäftstüchtige Kaufmann Lopachin unterbreitet der Ranjewskaja einen Vorschlag, die finanzielle Krise zu meistern: Er will den Kirschgarten abholzen und das Gelände parzellieren, um darauf Sommerhäuschen für erholungsbedürftige Städter zu errichten. Die Ranjewskaja kann sich zu diesem Schritt nicht entschließen; zu schwer fällt es ihr, Abschied zu nehmen vom wunderschönen, aber vollkommen nutzlosen Kirschgarten, mit dem sie vielfältige Erinnerungen verbindet. Letztlich stellt der neureiche Lopachin die lebensuntüchtige Gutsbesitzerfamilie vor vollendete Tatsachen: Während sie zu einem letzten Ball einlädt, kauft Lopachin den Kirschgarten und setzt die ehemaligen Besitzer auf die Straße.

„Der Kirschgarten“ erzählt von einer Lebensform des endlosen Müßiggangs, die gezwungen ist, einem leistungsorientierten Pragmatismus zu weichen, der im Kern jedoch nicht weniger leer ist. Tschechows Komödie wird von Hausregisseur Tilmann Köhler inszeniert, der nach Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ (ausgezeichnet mit dem Kurt-Hübner-Preis für junge Regie) zuletzt Ödön von Horváths „Italienische Nacht“ auf die Bühne brachte.

Bühne: Karoly Risz
Kostüm: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Dramaturgie: Julia Weinreich
Regie: Tilmann Köhler

Ort:

Kleines Haus 1

Termine:

Sa, 25.9.2010, 19:30
Fr, 8.10.2010, 19:30

Frau Müller muss weg

Komödie von Lutz Hübner

Die besorgte Elternschaft der Klasse 4 b hat die Klassenlehrerin Frau Müller um einen Termin gebeten, offenbar scheint es Probleme in der Klasse zu geben. Die Kleinen stehen gerade an einem entscheidenden Punkt ihrer schulischen Karriere, wird sich doch am Schuljahresende zeigen, wer den Sprung ins Gymnasium schafft – und wer eben nicht. Und so sitzen fünf entschlossene Erwachsene auf Kinderstühlchen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, dem Feind ins Auge zu sehen. Denn für die Eltern ist längst klar, wer die Schuld an der Misere trägt – die erfahrene Lehrerin Sabine Müller scheint den pädagogischen Anforderungen seit einiger Zeit nicht mehr gewachsen zu sein. Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der Anwesenden überzeugt. Ihre Kinder sind alle ganz besondere kleine Persönlichkeiten, die ab und an spezieller Förderung bedürfen und die nicht etwa einfach Spätzünder, faul, unkonzentriert oder einfach mathematisch unbegabt sind. Die Fronten in diesem Kampf sind klar.
Lutz Hübner: „Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen. Wessis haben was gegen die Lehrerin aus dem Osten, Ossis finden die Westkinder völlig verzogen, soziale Vermischung schön und gut, aber doch nicht in der Klasse meines Kindes! Und weil an Elternabenden nicht nur Eltern um ihre Kinder kämpfen, sondern auch immer die Eltern für sich selbst, ist man sich im Vorfeld des Treffens einig geworden: Es geht darum, die blöden Bälger irgendwie durchzukriegen! Frau Müller muss weg!“

Lutz Hübner ist einer der meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker, seine mehrfach preisgekrönten Stücke werden international gespielt. In seinen Jugend- und Familienstücken zeichnet er mit großem Gespür für Komik lebensnahe Figuren, die den Abgründen des Alltäglichen ausgeliefert sind. Die meisten seiner Stücke wurden in der Regie von Barbara Bürk uraufgeführt, die auch „Frau Müller muss weg“ im Kleinen Haus auf die Bühne bringen wird.

Regie: Barbara Bürk
Mitarbeit: Sarah Nemitz
Bühne: Anke Grot
Kostüme: Irène Favre de Lucascaz
Dramaturgie: Beret Evensen

Uraufführung

Ort:

Kleines Haus 1

Termine:

So, 26.9.2010, 16:00
So, 26.9.2010, 20:00
Mi, 6.10.2010, 19:30
Sa, 9.10.2010, 19:30

Italienische Nacht

Ein Volksstück in sieben Bildern von Ödön von Horváth

Eine Inszenierung mit den Studentinnen und Studenten des Schauspielstudios Dresden.

Ich möchte jetzt etwas vorschlagen! Ich möchte jetzt dafür plädieren, dass wir jetzt wieder weiter tarocken und uns nicht wieder stören lassen von diesen germanischen Hoftrotteln samt ihrem sogenannten deutschen Tag!

Horváths „Italienische Nacht“ wurde 1931 in Berlin uraufgeführt, zwei Jahre vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Der Dramatiker schildert eine Situation, die uns in der Gegenwart beängstigend vertraut erscheint: In Europa formiert sich eine aggressive neue Rechte. Die demokratische Öffentlichkeit ist nicht imstande, dem Spuk etwas anderes entgegenzusetzen als humanistische Lippenbekenntnisse, ist sie doch vorwiegend mit internen Streitigkeiten um den Machtanspruch beschäftigt. Horváth zeichnet dies im Milieu einer provinziellen Kleinstadt nach: Die Republikaner bereiten sich auf ein Tanzvergnügen im Wirtshaus vor, ihre „Italienische Nacht“. Empörung macht sich breit, als klar wird, dass zuvor die Nationalsozialisten einen „Deutschen Tag“ mit SA-Kapelle am gleichen Ort abhalten werden ... Fast 80 Jahre nach der Uraufführung muss das Stück heute wieder als Warnung vor der eigenen Trägheit und politischen Vergesslichkeit angesehen werden.

Hausregisseur Tilmann Köhler brachte zuletzt Bertolt Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ im Schauspielhaus auf die Bühne.

Regie: Tilmann Köhler
Bühne: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Musik: Jörg-Martin Wagner
Musikalische Einstudierung: Thomas Mahn
Dramaturgie: Beret Evensen

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

Mo, 27.9.2010, 19:30

Adam und Evelyn

von Ingo Schulze, eingerichtet für die Bühne von Jens Groß

DDR. Adam ist im Paradies. Denn der Schneider hat den besonderen Blick dafür, was Frauen begehrenswerter macht. Er schenkt ihnen das, was sie selbst oft nicht einmal mehr ahnen: ihre Schönheit. Und wenn sie mit seiner Hilfe perfekte sinnliche Wesen geworden sind, fotografiert er seine Geschöpfe. Und die bedanken sich bei ihm mit ihrer ganzen neu gewonnenen Schönheit. Für Adam ist es eher bedeutungslos. Er liebt nur Evelyn. Adam im Paradies. Evelyn allerdings durchlebt die Hölle. Sie fühlt sich ohnehin in ihrem „Kaff“ eingesperrt, „beerdigt und begraben“. Und dann überrascht sie auch noch Adam im Adamskostüm mit einer seiner Kundinnen. Schluss mit dem Paradies. Statt mit Adam zum gemeinsamen Urlaub nach Ungarn zu fahren, ergreift sie die Flucht und fährt mit einer Freundin und deren Westcousin an den Balaton. Adam setzt sich in seinen alten Wartburg. Nichts wie hinter den dreien her. Für Evelyn würde er bis ans Ende der Welt fahren – und vielleicht muss er das auch, wenn er will, dass alles so bleibt, wie es ist. Es ist Spätsommer 1989. In der Ausnahmesituation jener Monate, der unverhofften und plötzlich sich ergebenden Wahlfreiheit, entdeckt Ingo Schulze die menschliche Urgeschichte von Verbot und Verlockung, Liebe und Erkenntnis und nicht zuletzt der Sehnsucht nach dem Paradies. Doch wo ist das zu finden? In der Verheißung des Westens, der Ungebundenheit eines endlosen Feriensommers am Balaton oder doch im vertrauten eigenen Garten?
Der gebürtige Dresdner Ingo Schulze wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Berliner Literaturpreis, der Peter Weiss - Preis und der Preis der Leipziger Buchmesse. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Julia Hölscher studierte zunächst Gesang und dann Regie an der Theaterakademie in Hamburg. Sie inszeniert in Hannover (dort u. a. die Uraufführung von Tankred Dorsts ‚Ich bin nur vorübergehend hier‘), Frankfurt, Magdeburg und Düsseldorf. Ab 2009.2010 ist sie feste Hausregisseurin in Dresden.

Regie: Julia Hölscher
Bühne: Alex Harb
Kostüme: Ulli Smid
Musik: Gregor Schwellenbach, Tobias Vethake
Dramaturgie: Karla Kochta

Dauer der Aufführung: 2 Stunden, keine Pause

Ort:

Kleines Haus 2

Termin:

Mi, 29.9.2010, 19:30

FKK. Eine Frauenkörperkomödie

von Melanie Hinz
Die Bürgerbühne

FKK an einem ostdeutschen Badestrand: Für Mechthild ist es das erste Mal. Sie ist 18. Zum ersten Mal zeigt sie verschämt ihren bloßen Körper in der Öffentlichkeit und beobachtet belustigt und peinlich berührt nackte Männer beim Baden. Jetzt ist sie 52, glücklich verheiratet, Mutter zweier Söhne, Lehrerin und macht wieder „FKK“ – in einer Badekulisse ohne Nackte. Mit von der Partie sind weitere sechzehn Dresdner Frauen im Alter von 16 bis 66 Jahren mit all ihren Utopien, Pfunden und Selbstbefragungen. Sie erzählen sich lustvoll und mutig vom „ersten Mal“, von Hygieneweisheiten ihrer Mütter, von Schmerzen der Geburt, vom Coming-out, von der großen Liebe und Zeiten der Lustlosigkeit. Die Prada-shoppende Alt-Feministin Marianne, die Do-it-yourself-Frau Ing-Britt, Lisa mit der Modelfigur, Silke mit stolzem Mutterbauch und ihre ­Badeschwestern streiten über Kind oder Karriere, über Liebe und Sexualität, Feminismus und Feuchtgebiete. Zwischen gemeinsamem Bade- und Körperritual, provokantem Frauenstammtisch und biografischem Bekenntnis entsteht ein Bilderbogen über das Frausein im Wandel von Zeiten und Generationen – Starschnitte, Songs und Sehnsüchte inklusive.

Melanie Hinz studierte Praktische Theaterwissenschaft an der Universität Hildesheim. Ihre Performance „Body Check“ wurde 2008 mit dem Innovationspreis des „Körber Studios Junge Regie“ ausgezeichnet. Sie unterrichtet am Hildesheimer Institut für Medien und Theater.

Regie: Melanie Hinz
Co-Regie Sinje Kuhn
Bühne und Kostüme: Tatjana Kautsch
Video: Philip Steimel
Dramaturgie: Miriam Tscholl

Ort:

Kleines Haus 3 | Die Bürgerbühne

Termin:

Do, 30.9.2010, 20:00

Der Besuch der alten Dame

von Friedrich Dürrenmatt in einer Neubearbeitung von Armin Petras

Liebe | Geld | Rache | Gesellschaft

Die Milliardärin Claire Zachanassian besucht Güllen, die Stadt, in der sie einmal mittellos als Klara Wäscher aufgewachsen war. Inzwischen ist sie reich und die Stadt verarmt. Während die Einwohner auf mögliche finanzielle Zuwendungen hoffen, sinnt Claire auf Rache für ein altes, ungesühntes Unrecht. Sie liebte einst Alfred Ill und erwartete von ihm ein Kind. Dieser aber bestritt die Vaterschaft und gewann mithilfe bestochener Zeugen den von Klara gegen ihn angestrengten Prozess. Klara Wäscher musste den Ort in Schimpf und Schande fliehen. Durch diverse Heiraten kam Klara, alias Claire, im Ausland zu einem riesigen Vermögen. Die nun hoch angesehene alte Dame unterbreitet den Güllenern ein unmoralisches Angebot: Sie würde dem Ort eine Milliarde schenken, wenn jemand den im Ort beliebten Ill umbrächte. Entrüstet wird diese Forderung abgelehnt, doch seltsamerweise beginnen die Güllener, viel Geld auszugeben, und die Kaufleute gewähren Kredite, so als ob in naher Zukunft mit sehr viel Geld zu rechnen sei. Kurze Zeit später liegt Alfred Ill dann tot auf dem Boden. Und merkwürdigerweise hat niemand etwas gesehen.

Regie: Armin Petras
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katja Strohschneider
Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel
Video: Niklas Ritter

Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater Berlin

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

Sa, 2.10.2010, 19:30

Idomeneus

von Roland Schimmelpfennig
Die Bürgerbühne

Idomeneus, König von Kreta, gerät auf der Heimfahrt vom trojanischen Krieg mit seinen achtzig Schiffen in einen Sturm und verspricht: „Wenn ich das hier überlebe, töte ich das erste Lebewesen, welches mir an der heimatlichen Küste begegnet, wer es auch sei, was es auch sei!“ Doch zuhause angekommen, wartet sein eigener Sohn auf ihn am Strand ...

In seiner Neubearbeitung des griechischen Mythos spielt Roland Schimmelpfennig in einer leichtfüßigen und heutigen Sprache Möglichkeiten menschlichen Handelns durch. Die Notwendigkeit von Gewalt und das Bemühen um das eigene Wohl auf Kosten von anderen werden dabei befragt: „Das Opfer eines Menschenlebens oder vieler Menschenleben, ist nichts als eine Missgeburt aus Anmaßung und Angst, Habgier und Schuld, der Glaube daran, die Sache, die es fordert, das Recht darauf, seine angebliche Notwendigkeit ein Nichts, ein Wahn, der dennoch einen Menschen leicht vernichtet, nur zu leicht.“
Idomeneus kann dabei auch als eine Geschichte gelesen werden, in der eine Generation auf Kosten der nächsten Generation versucht mit Gewalt das Leben festzuhalten oder wie Idomeneus Frau Meda es ausdrückt: „Der Preis des Überlebens ist der Tod der Kinder, fick mich, ich kann dir neue Kinder schenken, bring den Jungen um.“ Und während die Dresdner Bürger sich in Idomeneus, seine Männer auf dem Schiff, seine Frau Meda und den Sohn Idamantes hinein versetzen, ist auch das Heute nicht weit. Schließlich haben wir den alltäglichen Satz: „Alles hat seinen Preis“ alle schon gesagt oder gedacht: im Supermarkt, an unserer Arbeitsstelle, in Bezug auf unseren Energieverbrauch, unsere Marktwirtschaft oder den Afghanistaneinsatz.

Der Dresdner Bürgerchor e. V. wurde 2003 anlässlich der „Orestie“-Inszenierung von Volker Lösch gegründet. Die Choristen sind Dresdner Bürger und haben seither in zahlreichen Aufführungen am Staatsschauspiel Dresden mitgewirkt, zuletzt 2009 in „Die Wunde Dresden“.
In dieser Spielzeit haben sich die Mitglieder des Dresdner Bürgerchors wöchentlich getroffen und erzählen nun in einem polyphonen Chor aus vielen Einzelstimmen gemeinsam die Geschichte von Idomeneus und seinem Sohn, die bei Schimmelpfennig keinen Anfang und kein klares Ende hat, sondern die immer wieder neu erzählt werden kann und die nicht zwangsläufig so ausgeht, wie die Griechen das aufgeschrieben haben, sondern wie der mündige Bürger dies entscheidet.

Regie: Miriam Tscholl
Bühne: Belén Montoliú Garcia

Ort:

Kleines Haus 3

Termin:

Di, 5.10.2010, 20:00

Leonce und Lena

von Georg Büchner

Müßiggang ist aller Laster Anfang. – Was die Leute nicht Alles ausLangeweile treiben! Sie studieren aus Langeweile, sie beten ausLangeweile, sie verlieben, verheiraten und vermehren sich ausLangeweile und sterben endlich an der Langeweile und– und das ist derHumor davon – Alles mit den wichtigsten Gesichtern, ohne zu merkenwarum, und meinen Gott weiß was dabei. Alle diese Helden, diese Genies,diese Dummköpfe, diese Heiligen, diese Sünder, diese Familienvätersind im Grunde nichts als raffinierte Müßiggänger.

Müßiggang grassiert im Königreich Popo. Leonce, Kronprinz von Popo, zählt Sandkörner und übt, auf Steine zu spucken, während sein Vater, König Peter von Popo, über dem Philosophieren die Staatsgeschäfte vergisst. Erst die angeordnete Hochzeit zwischen Leonce und der ihm unbekannten Prinzessin Lena vom Nachbarstaat Pipi bringt Leben in den Ministaat und lässt den Prinzen mit seinem Freund und Seelenverwandten Valerio nach Italien fliehen. Auf der Flucht trifft er eine schöne Unbekannte: Prinzessin Lena, die ebenfalls vor der Hochzeit geflüchtet ist. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und beschließen zu heiraten. Verkleidet kehren sie nach Hause zurück und merken erst nach der Trauung, dass sie genau in dem Leben gelandet sind, vor dem sie zu fliehen versuchten.
Der Revolutionär Georg Büchner, der wegen seiner Flugschrift „Der Hessische Landbote“ steckbrieflich gesucht wurde und mit nur 23 Jahren im Exil starb, hat mit „Leonce und Lena“ nicht nur eine heitere Satire auf romantische Vorstellungen geschrieben, sondern auch einen zynischen Kommentar zu den
Verhältnissen seiner Zeit: Der Absolutismus hat sich selber überlebt, das deutsche Kaiserreich zerfällt in zahlreiche Kleinstaaten, die adlige Schicht vertreibt sich die Langeweile, während das Volk Hunger leidet. „Ich glaube man muss die abgelebte moderne Gesellschaft zum Teufel gehen lassen“, schreibt er an seinen Freund und Verleger Karl Gutzkow. Doch die Revolution ist gescheitert und eine Veränderung der Verhältnisse nicht in Sicht. Dieser Situation zwischen Stagnation, Utopieverlust und Perspektivlosigkeit verpasst Büchner die heitere Maske des „Lustspiels“, wie er das Stück nennt. Die Gesellschaft befindet sich im Kreisverkehr, einen Ausweg gibt es nicht, und die kommende Generation macht auch nichts besser ... Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!

Sabine Auf der Heyde war Regieassistentin am Deutschen Theater, vor allem bei Jürgen Gosch, und inszenierte dort auch ihre ersten eigenen Arbeiten.

Regie: Sabine Auf der HeydeBühne Ann Heine
Kostüme: Johanna Pfau
Musik: Jacob Suske
Dramaturgie: Felicitas Zürcher

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

Do, 7.10.2010, 19:30

Konzert: Christian Zehnder Quartett „Schmelz“

Musik zwischen den Welten

Eine imaginäre alpine Musik der Schweiz.

Barbara Schirmer: Hackbrett
Thomas Weiss: Perkussion, Drums
Michael Pfeuti: Kontrabass
Christian Zehnder: Stimme, Bandurria, Bandoneon, Gitarre


Mit virtuosem Jodeln und Obertongesang zerzaust der Stimmen-Künstler Christian Zehnder („Stimmhorn“, „Kraah“, „Heimatklänge“) Schweizer Gemeinplätze und schafft Musik nah am Herz und fern der Heimat.

Solch bizarr-erregenden Töne, wie Christian Zehnder sie gemeinsam mit dem nicht minder genialen Balthasar Streiff bereits im Duo STIMMHORN erzeugte, konnte man ansonsten wohl nur als heimlicher Zeuge geheimnisvoller religiöser Rituale hören. Einer musikalischen Wanderung ähnlich bewegten sich die Protagonisten wahrhaft grenzenlos zwischen Überlieferung und Innovation, zwischen Komposition und Improvisation, Bewahrtem und Erfundenem, Genie und Wahnsinn; stilsicher und grenzüberschreitend, archaisch und perfekt zugleich.
Vor zwei Jahren waren die Musiker als Gast der Dresdner Obertontage und Musik zwischen den Welten in einem wahrhaft umbrausten Konzert in Dresden zu erleben.

STIMMHORN ist Geschichte, nach 14 gemeinsamen Jahren hat sich das Duo aufgelöst.
Mit der Hackbrett-Erneuerin Barbara Schirmer, mit welcher Christian Zehnder bereits das Kammerspiel „Gländ“ entwickelt hat, erweitert Zehnder nun sein im vergangenen Jahr erfolgreich gegründetes Trio KRAAH mit Michael Pfeuti und Thomas Weiss zum Quartett.
Darin vergrößert Zehnder seinen Klang- und Stimmkosmos erneut, nimmt Countertenor und profunden Opernbariton mit in die archaischen Weiten transalpiner Befindlichkeit, singt, stöhnt, brummt, gurrt, raunzt, kräht, summt, flötet, flüstert und schreit und entlockt seiner Kehle einen ganzen Zoo an Stimm-Wundern und Wunder-Stimmen.

Seinen nonverbalen Erzähl-Kosmos verbindet er nun zum ersten Mal auch mit Texten in deutsch und französisch und definiert damit eine ganz neue Welt des Chansons „inclassable“:
Gesungene Erzählkunst in Wort und Laut: Los, Laut, spreche, singe im Schmelz der Zeit!

www.zehndermusic.ch

präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse | in Kooperation mit LAUSCHRAUSCH – 8. Internationale Obertontage Dresden

Preis: 20,00 € / ermäßigt 16,00 €

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

So, 12.9.2010, 20:00

Lesung: Unter dem Milchwald

von Dylan Thomas | Eine szenischen Lesung mit Musik

Die von Dylan Thomas ursprünglich als Hörspiel geschriebene schräge und sprachgewaltige Geschichte über eine walisische Kleinstadt erzählt Tom Quaas, am Klavier begleitet von Anna Böhm.

Ort:

Kleines Haus 3

Termin:

Fr, 17.9.2010, 20:00

Konzert: Dervish „From Stage to Stage“

Musik zwischen den Welten

präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse

Brian McDonagh: Mandola, Mandolin, Guitar
Liam Kelly: Flute, Whistles
Tom Morrow: Fiddle, Fiola
Shane Mitchell: Accordion
Cathy Jordan: Vocals, Bodhdrán, Bones, Harp
Michael Holmes: Bouzouki, Mandolin, Bass


DERVISH gehört zu den wichtigsten Vertretern der irischen Szene und wird dieses Jahr 20 Jahre jung. Es waren ereignis- und erfolgreiche Jahre, welche die Band als kulturelle Botschafter Irlands mehrmals rund um den Erdball geführt haben. Der irische Premier nahm sie auf seine Reise nach China ebenso mit wie später die irische Präsidentin sie bei ihrer Reise ins Baltikum.
In vielen Ländern wie Spanien und Brasilien lösten sie mit ihrer begeisternden Musik den Siegeszug des Irish Folk aus; in Ländern wie den USA, England oder Japan, wo irische Musik bereits zum kulturellen Allgemeingut gehörten, haben sie das Profil geschärft und zur Steigerung der Popularität beigetragen. Dabei spielten sie auch bei einigen der weltweit größten Festivals, beispielsweise beim brasilianischen „Rock in Rio“ vor über 150.000 begeisterten Zuschauern. Bei ähnlichen Anlässen teilten sie sich die Bühne mit R.E.M., Oasis, Jackson Brown, dem Buena Vista Social Club u. v. a.

DERVISH sind eine der wenigen Irish Folk Gruppen, die für sich in Anspruch nehmen können, einen einmaligen Sound mit hohem Wiedererkennungswert geschaffen zu haben. Als Ende der achtziger Jahre viele Gruppen ohne Rücksicht auf Verluste auf Innovation setzten, also Anreicherung der irischen Wurzeln mit Rock und Pop, kamen DERVISH zur Überzeugung, dass jemand für die Bodenhaftung zuständig bleiben muss. Schon kurz nach Veröffentlichung des Debüt-Albums war klar: mit diesem Klang kann man sich identifizieren, er rührt an Herz und Seele.

Im Mittelpunkt der Gruppe steht die Sängerin und Bodhdrán-Spielerin Cathy Jordan, die den Inhalt ihrer Lieder vor dem Mikrofon auslebt. Das macht sie so anschaulich und emotional, dass sogar ein tauber Zuhörer ermessen könnte, was ein Lied zu sagen hat. Mit wachem Geist reflektiert sie über die Inhalte von damals und stellt sie in Bezug zu heute, was zu skurrilen Pointen führt.
Ein weiteres Charakteristikum für die Band ist das Zusammenspiel von Bouzouki und Mandoline. Michael Holmes und Brian McDonagh verweben ihre Instrumente so kunstvoll miteinander, dass eine große Dichte und Dynamik entsteht. Davon profitieren die drei All-Ireland-Champions an Flöte, Akkordeon und Fiddle: Liam Kelly, Shane Mitchell und Tom Morrow sind alle Söhne der Grafschaft Sligo und stehen für die raue und ungestüme Instrumentalmusik des Nordwestens. Ihr Zusammenspiel ist wie aus einem Guss, wie es nur bei Musikern sein kann, die seit ihrer Kindheit miteinander spielen.

DERVISH betonen immer wieder, dass alle Mitglieder schon vor der Bandgründung in Pubs zusammen musiziert haben. Das einer solchen Session innewohnende Feuer, die Spontaneität und das Draufgängertum hat sich in ihrer Musik bis heute erhalten, ja, dieses ist das Elixier, aus dem sich das Besondere ihrer Musik speist. So haben die Bandmitglieder ihre traditionellen Spieltechniken verinnerlicht und immer weiter verfeinert. Sie haben irische Kultur in sich aufgesogen und mit der Energie einer jungen Generation zum Strahlen gebracht.
Ein Konzert mit DERVISH ist eine faszinierende und mitreißende Begegnung zwischen Gestern und Heute. Selten klang Tradition so frisch und inspiriert wie bei dieser Band.

www.dervish.ie

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

So, 19.9.2010, 20:00

Konzert: Hit me baby one more time

Die größten Hits der letzten 400 Jahre mit Stefko Hanushevsky und Christopher Brandt

Was haben Britney Spears, Leonard Cohen, die Beach Boys und Eminem gemeinsam? Von wem stammt eigentlich der Song „Ich bin nur eine pubertierende Mülltüte, Baby“? Und was passiert, wenn ein musikalischer Schauspieler und ein schauspiel-affiner Musiker sich durch 400 Jahre Musik-Business wühlen?

Die Antwort darauf ist ein außergewöhnlicher kleiner Konzertabend mit dem Duo Stefko Hanushevsky und Christopher Brandt, das bereits seit einigen Jahren erfolgreich gemeinsam auftritt. In ihrer überaus parteiischen und extrem subjektiven Hitparade durch die Untiefen der Musikgeschichte reihen sich nonchalant und absolut stilsicher John Dowland und die Punkrock-Band Wheatus neben Rapper Eminem und Jimi Hendrix ein.

Auf hohem musikalischem Niveau und immer mit einem Augenzwinkern heben sie verborgene Schätze bei Britney Spears und bringen Independent-Klassiker von Beck und den Kings of Convenience zum Strahlen. Vielleicht hören sie an diesem Abend nicht alles, was in den letzten vierhundert Jahren die Musik-Welt bewegt hat, aber sie werden erstaunt sein, wie sehr Sie bewegt, was sie hören.

Ort:

Kleines Haus 3

Termin:

Fr, 1.10.2010, 20:00

Lesung: Novecento - Die Legende vom Ozeanpianisten

von Alessandro Baricco

Seine Kollegen sind alle auf Landgang, als der Matrose Danny Boodmann eines Morgens im luxuriösen Ballsaal des Ozeandampfers „Virginian“ einen Pappkarton entdeckt, in dem ein ausgesetztes Baby liegt. Lange ahnt niemand, welch seltsames Schicksal dieses Findelkind haben wird, dem die Seeleute den Namen seines Geburtsjahres geben: Novecento, 1900.
Novecento wächst auf dem Schiff heran und wird den Ozeandampfer sein ganzes Leben lang nicht verlassen. Der menschenscheue Mann ist ein Ausnahmetalent am Piano, er bestreitet seinen Lebensunterhalt als Mitglied der schiffseigenen Jazz-Band. In der ersten Klasse spielt er nach Noten, aber nachts, in der dritten Klasse, spielt er seine ganz eigene Musik, die zu Tränen rührt und die nicht nur die Passagiere vollends verzaubert.

Alessandro Bariccos Roman ist eine wunderbare Geschichte um die Magie der Musik, Leidenschaft und die Macht der Freundschaft. Christian Erdmann und Burkhard Niggemeier erzählen sie in klangvoll intensiver Atmosphäre.

Ort:

Kleines Haus 2

Termin:

Do, 23.9.2010, 19:30

Konzert: Sebastian Lohse & Die feine Gesellschaft „Erfolg!“

Musik zwischen den Welten

CD-Release-Konzert präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse

Zur Sache: Vergnüglich. Bissig. Nicht ohne Hoffnung.

Sebastian Lohse: Gesang
Matthias Krüger: Klavier
Georg Schumann: Akkordeon
Matthias Hübner: Violoncello
Albrecht Schumann: Gitarre, Bass


IN MEDIAS RES hieß das Debütalbum Sebastian Lohses, erschienen 2008, welches ihm, dem ehemaligen Leadsänger der Kult-Band „Die letzte Instanz“, deutschlandweit Resonanz, Anerkennung und Erfolg brachte. Zwei Jahre lang tourt der Sänger seitdem durch Deutschland; in seiner Heimatstadt Dresden hat er sich in dieser Zeit recht rar gemacht. Doch das Warten auf neue Lieder hat ein Ende: Sebastian Lohse präsentiert seine neue CD: ERFOLG!

Dabei interpretiert er (durchaus passend zum besonderen Tag) deutsche Texte im musikalisch modernen Gewand zwischen kammermusikalischem Schmelz und rockiger Attitüde mit einigen Anklängen an die französische Leichtigkeit des Seins. Neben drei Texten von Silly-Autor Werner Karma, die dieser Sebastian Lohse auf den Leib schrieb, sind es Lohses persönliche Erlebnisse und Gedanken, Erkenntnisse und Fragen, mit denen er in seinen Texten Stellung bezieht. Natürlich geht es in seinen Liedern um nicht weniger als um die Welt – um die der großen und um die der kleinen Männer, es geht um Erfolge, um Niederlagen und um Krisen – und was sie mit uns machen. Und natürlich geht es bei all dem auch um Frauen …

Lohse singt berührende Lieder mit freundlichen Widerhaken, Lieder für Auge und Ohr, für Kopf und Seele, poetisch, launisch und rau. Verstärkung erhält er durch ein Quartett charmanter Verwandlungskünstler an Violincello, Gitarre, Piano, Akkordeon, singender Säge und anderen Instrumenten.

www.sebastianlohse.de

Ort:

Kleines Haus

Termin:

So, 3.10.2010, 20:00

Konzert: Marammé „Salutatimi la Paci“

Musik zwischen den Welten

präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse

Trockene Landschaften. Lustvolle Musik: MUSICA DELIRII.

Anna Rita Pili: Gesang
Letizia Turini: Gesang, Flöte
Mario Sollazzo: Gesang, Tammorra, Klavier
Fabio Antoci: Gesang, Gitarre
Johannes Gries: Posaune., Tamburello, Manzanarro
Hans-Ludwig Raatz: Violoncello
Hannes Lingens: Akkordeon, Percussion


Vor mehr als zweieinhalb Jahren haben MARAMMÉ ihr damals frisch geborenes Programm, „Terre senz'acqua“ erstmals im Konzert vorgestellt, natürlich innerhalb dieser Konzertreihe.
MARAMMÉ waren immer schon eine besonders bunte Truppe, die sich am wohlsten zwischen den Stühlen fühlte; ein vielfarbiges und schön schräges Ensemble italienischer und deutscher Musiker, unberechenbar für jede musikalische Schublade. Leidenschaftlich sogen sie alles auf, was Ihnen die Geschichte überreichte: italienische Tarantellen, Tammurriate und Canconi, die Musik der Renaissance und des Barock, dazu wilde, überaus fantasievolle Geschichten, die der unnachahmliche Mario Sollazzo zwischen die Lieder streute wie wohlriechende Schinkenstreifen auf eine pralle Pizza.

Viel Wasser ist seitdem ins Meer geflossen, die Zeit drehte ihre Stunden, manch Grappa wurde entkorkt und neue, wundersame Lieder und Geschichten erfüllten nicht nur die neapolitanischen Ebenen. Auch für MARAMMÉ waren es bewegende Zeiten: Die Musiker verstreuten sich über mehrere Länder, ohne jedoch den Kontakt zueinander zu verlieren. Im Gegenteil, die räumliche Trennung intensivierte ihre Kommunikation, neue musikalische Ideen wurden geboren und diskutiert, getrennt voneinander und gemeinsam probiert. Lieder haben sich verändert, sind gereift und gewachsen, manche sind gestorben, andere sind neu entstanden. Die Zeit führte einen sanften Hobel und manche glutrote Sonne tauchte ihre Strahlen ins abendliche Meer.

Auch die Band hat sich und ihre Gestalt verändert, ist durch die neue Sängerin Anna Rita Pili aus Sardinien noch bezaubernder und durch das volltönende Akkordeonspiel des Berliner Hannes Lingens noch tiefer und erdverbundener als je zuvor. Die nun erscheinende neue CD ist das Resultat dieser Entwicklungen.

„Salutatimi la paci“ ist ein Friedensgesang, ein einziges, langes, alleinstehendes Lied; all denen gewidmet, die noch daran glauben, dass die Utopie eines von Menschen bewohnten Paradieses auf der Erde viel lebendiger, schöner und intelligenter ist als die Hoffnung auf ein von Gott geschaffenes und von Toten bewohntes Paradieses im Himmel je sein kann.

Grüßt mir den Frieden, sagt ihm ruhig Adé.
Wäre ich Feuer, würde ich die Welt verbrennen.
Wäre ich Stein, würde ich sie zerquetschen.
Wäre ich Schlamm, würde ich als Lawine rollen.
Wäre ich Wasser, würde ich überschwemmen.
Aber du bist nur ein Mann, Fleisch für den Krieg,
Asche, die fliegt und sich in der Luft verliert.
Aber wenn ich Wind wäre, würde ich stürmen,
die Samen der neuen Ära ausstreuen.

www.maramme.de

Ort:

Kleines Haus 1

Termin:

So, 10.10.2010, 20:00

Staatsschauspiel Dresden

Kleinen Haus

Glacisstraße 28
D-01099 Dresden

E-Mail: tickets@staatsschauspiel-dresden.de

Kartenvorverkauf: 0351.4913–555
Zentrale: 0351.4913–50

Vorverkaufskasse im Kleinen Haus:
montags bis freitags von 14:00 bis 18:30 Uhr