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Das Museum der Wartburg

Die Geschichte der Wartburgsammlung umfasst rund zwei Jahrhunderte. Ihre Anfänge wurzeln in der romantischen Wiederentdeckung deutscher Kultur- und Geistesgeschichte, im Besinnen auf das deutsche Mittelalter.

Einen Anstoß zur Nutzung der Burg als Museum gab schon Goethe, indem er 1815 vorschlug, mittelalterliche Zeugnisse aus dem Schloß Blankenhain auszustellen.

In Erinnerung des musealen Gedankens des großen Dichters legten letztlich die Großfürstin Maria Pawlowna und ihr Sohn Carl Alexander, der spätere Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, den Grundstock für eine europäisch geprägte Kunstkammer. Die Sammlungsschwerpunkte orientieren sich bis heute an den wichtigen Epochen der Wartburggeschichte, dem Hoch- und Spätmittelalter, der frühen Neuzeit und dem 19. Jahrhundert.

Schätze aus mittelalterlicher Zeit, wie ein gotisches Aquamanile oder ein reich geschmücktes Reliquienkästchen erwarten den Besucher ebenso wie der einzigartige Dürerschrank, weltberühmte Werke Lucas Cranachs d. Ä. oder die Bestecksammlung des Freiherrn Gottfried von und zu Egloffstein. Mögen die exemplarisch genannten Stücke die Neugier auf eine erlesene Sammlung wecken, die mit weiteren Überraschungen aufwartet.

Das Museum der Wartburg befindet sich vor allem in den Räumen der Neuen Kemenate und der Dirnitz. Von dort gelangt der Besucher über einen mittelalterlichen Wehrgang in die Vogtei, in der die Lutherstube zu besichtigen ist.


Luther und die Deutschen

Nationale Sonderausstellung 2017 auf der Wartburg

Do, 4.5.2017 - So, 5.11.2017

Die Wartburg in Eisenach ist vom 4. Mai bis zum 5. November 2017 Schauplatz der Nationalen Sonderausstellung „Luther und Deutschen“, mit der an 500 Jahre Reformation in Deutschland erinnert werden soll. Gefördert von der Bundes­regierung und vom Freistaat Thüringen, beleuchtet das ambitionierte Ausstellungsprojekt die wechselvolle Beziehung zwischen dem Reformator Martin Luther und „seinen“ Deutschen – vom Thesenanschlag 1517 bis ins 21. Jahrhundert.

Mit jährlich 350.000 Besuchern ist die Wartburg in Eisenach heute die meistbesuchte Lutherstätte weltweit. Ein knappes Jahr lang schützten ihre dicken Mauern den Reformator Martin Luther, als er nach dem Wormser Reichstag (1521), geächtet und unter Kirchenbann stehend, das Neue Testament ins Deutsche übertrug. Damit legte er das Fundament für eine einheitliche deutsche Schriftsprache. Die Lutherstube – authentischer Wohn- und Arbeitsraum des Reformators auf der Burg – ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Welt.

Spannende Aspekte einer komplexen nationalen Rezeptionsgeschichte
Die Wartburg ist also der perfekte Schauplatz für die Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“, die den Reformator Martin Luther als nationale deutsche Symbol- und Projektionsfigur beleuchtet und dabei zeigt, wie jede historische Epoche ihr ganz eigenes Lutherbild prägte.

Prägnante reformatorische Leitmotive werden im Kontext von 500 Jahren deutscher Geschichte vorgestellt und dabei von Luthers Sicht her ein Bogen bis zur Gegenwart geschlagen. Die Ausstellung widmet sich dabei drei großen Themenbereichen: Während im ersten Teil die Lutherstätte Wartburg als deutscher Erinnerungsort im Mittelpunkt steht, zeigt der zweite die kultur- und geistesgeschichtlichen Folgen von Luthers protestantischer Lehre auf. Die politische Instrumentalisierung der Reformation ist Gegenstand des dritten Ausstellungsteils.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern werden circa 300 eindrucksvolle Exponate – Gemälde, Druckwerke, Skulpturen, Grafik und Alltagsgegenstände –aus den Beständen der Wartburg-Stiftung sowie von nationalen und internationalen Leihgebern präsentiert. Die Wartburg selbst nimmt mit ihren geschichtsträchtigen Räumlichkeiten ebenfalls Exponatstatus ein. Ein im Eintrittspreis inbegriffener Audioguide für Kinder und Erwachsene sowie diverse Überblicks- und Themenführungen und museumspädagogische Angebote sprechen die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Besucher an. Die zur Ausstellungseröffnung erscheinende Begleitpublikation eröffnet die Möglichkeit, das breite Themenspektrum der Ausstellung zu erweitern und zu vertiefen. Auf den Burghöfen laden historische Nachbauten zum Entdecken ein.

Wartburg

Stiftung

Auf der Wartburg 1
D 99817 Eisenach

Telefon: +49 (0)36 91/25 00
Fax: +49 (0)36 91/20 33 42
E-Mail: info@wartburg.de

Öffnungszeiten:

APRIL BIS OKTOBER:
Führungen: täglich 8:30-17:00 Uhr
Führung in englischer Sprache: täglich 13:30 Uhr
letzter Einlass Museum und Lutherstube: täglich 17:30 Uhr
Besichtigung der Außenanlagen: bis 20:00 Uhr

NOVEMBER BIS MÄRZ:
Führungen: täglich 9:00-15:30 Uhr
Führung in englischer Sprache: täglich 13:30 Uhr
letzter Einlass Museum und Lutherstube: täglich 16:00 Uhr
Besichtigung der Außenanlagen: bis 17:00 Uhr


Eine Besichtigung des Hauptgebäudes (Palas) ist nur mit einer Führung möglich. Die Führung dauert etwa eine Stunde, daran schließt sich Ihr individueller Rundgang durch das Museum an. Die Führungen finden in deutscher Sprache statt. Wir halten aber Informationsmaterial in 18 Sprachen für Sie bereit!

Am 24.12. letzte Führung 11:00 Uhr
Am 31.12. letzte Führung 14.00 Uhr