Schauspielhaus         Kammerspiele    

SCHAUSPIEL FRANKFURT | Kammerspiele

Spielzeit 2017/18

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

Premiere: 12. Januar 2018, Kammerspiele

Der Weg des neuen Königs war mühselig, brutal und schmutzig, doch jetzt ist der Thron bald nicht mehr leer, der neue König ist gewählt - und er, der Außenseiter, bringt ein schreckliches Schicksal, wird alles verändern… Die Literaturnobelpreisträgerin analysiert in ihrem neuen Stück das Phänomen Trump, seinen Wahlkampf, seinen Charakter, seine Versprechen und seine Lügen, und sieht darin die historische Parallele zu König Ödipus. Ein hellsichtiger, düsterer Blick in die jüngste Vergangenheit und in die nächste Zukunft, gewohnt sprachbrilliant und hochrelevant. Seit Jahren ist Elfriede Jelinek eine besondere Stimme in der zeitgenössischen Dramatik, da sie sich zu aktuellen politischen Ereignissen positioniert.

Regie: Miloš Lolić
Bühne: Evi Bauer
Kostüme: Jelena Miletić
Dramaturgie: Konstantin Küspert
Choreografie: Luciano Hiwat

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Fr, 12.1.2018, 20:00 | Premiere |
Sa, 13.1.2018, 20:00 |
Mo, 22.1.2018, 20:00 |
So, 28.1.2018, 18:00 |
Do, 1.2.2018, 20:00 |
Fr, 2.2.2018, 20:00 |

Invisible Hand

von Ayad Akhtar

Pakistan, eine Zelle, in naher Zukunft: Seit drei Wochen wird Nick Bright, ein Trader der weltweit operierenden Citibank, hier als Geisel festgehalten. Der charismatische Imam Saleem und seine Gefolgsleute verlangen ein Lösegeld von 10 Millionen Dollar für ihre Projekte »zum Wohle des Volkes«. Eine exorbitante Summe, die weder Nicks Arbeitgeber noch die US-Regierung bereit sind zu zahlen. In seiner Verzweiflung macht Nick dem Imam einen wahnwitzigen Vorschlag: Er will sich das Lösegeld selbst erwirtschaften. Dabei hilft ihm Bashir, die rechte Hand des Imams. Schnell lernt dieser, wie sich die Kurse beeinflussen lassen: Unruhen und schlechte Nachrichten sind ein gutes Geschäft, wenn man sie zu nutzen weiß. Doch je mehr Geld sich auf den Konten der Terroristen anhäuft, desto größer wird die Versuchung. Der amerikanische Erfolgsautor Ayad Akhtar übersetzt die drängenden Fragen unserer Zeit in einen spannenden Thriller, in dem kulturelle und politische Identitäten hinterfragt werden. Anselm Webers Inszenierung am Bochumer Schauspielhaus war die Deutschsprachige Erstaufführung.

Regie: Anselm Weber
Bühne: Bauer, Raimund
Kostüme: Irina Bartels
Musik: Osterhoff, Thomas
Video: Abel, Bibi
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Sa, 16.12.2017, 20:00 |
So, 17.12.2017, 18:00 |
Di, 23.1.2018, 20:00 |
Mi, 24.1.2018, 20:00 |

Husbands and Wives

von Woody Allen

Trotz hoher Scheidungsraten steht die Ehe im Zeichen der Globalisierung hoch im Kurs. Sie scheint in instabilen Lebensverhältnissen immer noch ein sicherer Hafen auf Zeit zu sein. Woody Allens Drehbuch aus dem Jahr 1992 ist also nach wie vor aktuell: Zwei Paare treffen sich, aber aus dem gemütlichen Abend wird eine große Offenbarung. Zwei von ihnen wollen sich nach vielen Ehejahren für eine Weile trennen, um nicht im öden Ehedasein zu versauern. Doch aus dem Abenteuer wird das Ende aller Sicherheiten. Und was als Klischee zwischen den Geschlechtern in einer emanzipierten Welt längst überwunden schien, tritt erneut zutage: Die »Ehemänner« begegnen jüngeren Frauen und die »Ehefrauen« ihren Gefühlen zwischen Schuld und Eifersucht. Mit feinsinnigem Humor und komödiantischen Szenen befragt Woody Allen unsere Muster des Paarlebens, in die er sich selbst mit verschiedenen Adoptivtöchtern skrupellos verstrickte.

Regie: Brey, Christian
Bühne und Kostüme: Hachmann, Anette
Dramaturgie: Marion Tiedtke

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Mo, 25.12.2017, 17:00 |
Di, 26.12.2017, 15:30 |
Fr, 29.12.2017, 20:00 |
So, 7.1.2018, 18:00 |
Do, 11.1.2018, 20:00 |
Mi, 17.1.2018, 20:00 |
Do, 18.1.2018, 20:00 |

Verbrennungen

von Wajdi Mouwad

Bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter Nawal erhalten die Zwillinge Jeanne und Simon Marwan zwei verschlossene Briefumschläge: einen für ihren älteren Bruder, von dem sie nichts wussten, einen für ihren Vater, den sie für tot hielten. Auf der Suche nach den Adressaten reisen die Geschwister in das Land ihrer Vergangenheit. Sie erkennen ihre eigene Verstrickung in einen Zyklus sinnloser Gewalt. Aus Machtlosen werden Täter, aus Tätern Opfer. In seinem international erfolgreichsten Stück erzählt der kanadisch-libanesische Autor Wajdi Mouawad die Geschichte eines Kreislaufs von Leiden und Vergeltung. Das von ihm beschriebene Schicksal bleibt im Bezug auf die Kriege unserer Zeit immer konkret; zugleich enthält es eine überzeitliche, beinahe mythische Dimension. Anstelle einer ewigen Wiederkehr des Bösen behauptet Mouawad die Möglichkeit der Utopie. So entsteht aus seiner Beschreibung von Hass und Schuld unversehens ein Plädoyer für Vergebung.

Regie: Bukvić, Daria
Bühne: Sterke, Janne
Kostüme: Boss, Dymph
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Mo, 18.12.2017, 20:00 |
Do, 21.12.2017, 20:00 |
Fr, 5.1.2018, 20:00 |
Mo, 15.1.2018, 20:00 |
Mi, 31.1.2018, 20:00 |

Der talentierte Mr. Ripley

Patricia Highsmith

Kein roter Teppich rollte, als Tom Ripley zur Welt kam. Er ist ein Niemand und sein wunderbares Talent ist, niemand zu sein, um alle zu sein, die er will. Und er will Dickie Greenleaf sein, der Unternehmersohn, will sein Dolce Vita. Um sich diese Existenz einzuverleiben, wird er sein Freund, inszeniert sein Verschwinden, tröstet seine Freundin, täuscht die Polizei, beseitigt den Widersacher, erschleicht sich sein Erbe und bleibt der Welt immer einen Schritt voraus dank der Energie der Gewissenlosigkeit. Patricia Highsmiths Thriller über einen amerikanischen Schelm wurde mehrfach verfilmt (u.a. »Nur die Sonne war Zeuge«) und wird von Bastian Kraft (»Traumnovelle«) auf die Bühne gebracht.

Regisseur Bastian Kraft hat u. a. am Burgtheater Wien, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspielhaus Graz inszeniert. Als Regisseur von Franz Kafkas »Amerika« gewann er den Publikumspreis des Festivals »Radikal jung« am Münchner Volkstheater. In Frankfurt inszenierte Bastian Kraft zuletzt »Traumnovelle« von Arthur Schnitzler.

Regie: Bastian Kraft
Bühne / Kostüme: Ben Baur
Musik: Björn SC Deigner
Dramaturgie: Martina Grohmann

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Sa, 6.1.2018, 20:00 |
Mo, 29.1.2018, 20:00 |

Die Verwandlung

nach Franz Kafka

Der Handlungsreisende Gregor Samsa erwacht eines Morgens und stellt fest, dass er seine menschliche Gestalt und Sprache verloren hat. So beginnt Franz Kafkas weltberühmte Erzählung. Doch nicht nur der Protagonist selbst, auch sein herrischer Vater, seine kranke Mutter und seine besorgte Schwester – ja, sogar die Räume der Wohnung verwandeln sich. Nichts ist, wie es scheint, selbst das Vertrauteste wird zur Bedrohung. Bis für die Familie schließlich fest steht: Gregor Samsa muss weg. Jan-Christoph Gockels Inszenierung überträgt Kafkas unsicher gewordene Welt in ein vielfach fragmentiertes Spiel mit Perspektiven und Dimensionen. Aus Menschen werden Puppen, aus Miniaturen Riesen, aus Träumen wahnhafte Realität. Kafkas karge, präzise und doch verdunkelnde Sprache findet ihr Gegenstück in starken Theaterbildern, die das zentrale Thema der Entmenschlichung herausstellen, ohne dabei das Rätsel Kafka bis ins Letzte auflösen zu wollen. Die Inszenierung ist eine Übernahme vom Schauspielhaus Bochum.

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Matthias Grübel
Puppenbau/-spiel: Michael Pietsch
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Fr, 22.12.2017, 20:00 |
Sa, 23.12.2017, 20:00 |
Sa, 30.12.2017, 20:00 |
So, 31.12.2017, 17:00 |
So, 14.1.2018, 18:00 |
Do, 25.1.2018, 20:00 |
Sa, 27.1.2018, 20:00 |

Kampf des Negers und der Hunde

von Bernard-Marie Koltès

Der französische Autor Bernard-Marie Koltès entwirft 1979 ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Die in die Fremde geworfenen Figuren sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren Weltbildern auseinanderzusetzen. Werden sie zur Rede gestellt, scheinen nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen zu sein: Baustellenleiter Horn und Ingenieur Cal leben an einem isolierten und von Wachtürmen gesicherten Ort, der ihnen fremd ist. Eigentlich sind sie hier, um ein angefangenes Projekt zu Ende zu bringen, doch dazu wird es nicht mehr kommen. Ein Eindringling namens Alboury, der hier ursprünglich zu Hause ist, fordert viel mehr als Horn und Cal bieten können. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als tausend Augen auf die beiden zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Die Aufführung ist eine Übernahme vom Schauspielhaus Bochum.

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Wendling, Fabian
Kostüme: Kloempken, Tina
Musik: Herrmann, Matthias
Dramaturgie: Lünstedt, Claudius

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Fr, 19.1.2018, 20:00 |
Sa, 20.1.2018, 20:00 |
So, 4.2.2018, 20:00 |

Das hässliche Universum

von Laura Naumann

Fünf Menschen an einem Grab. Schwarze Sonnenbrillen in den Gesichtern. Traurig, aber sexy. Schnitt. Fünf Menschen auf der Suche nach Halt und Sinn im Taumel der Welt. Ihre Spuren führen zu einer Aktivistin, der es spielend gelingt, Massen zu mobilisieren. Eine Revolutionärin. Ein Gegenentwurf zu einer intoleranten Welt. Eine Hoffnung. Oder führt diese Spur in die Irre? Plötzlich taucht die Vorkämpferin in den Häuserschluchten auf, die AK5C im Daueranschlag. Wer ist diese Frau? Eine Projektion, eine Ikone, ein Avatar? Laura Naumann spielt mit fünf Möglichkeiten, auf unsere Welt zu reagieren. Am Ende erstrahlt die Erde - ein Bild der Schönheit oder der Zerstörung. Naumanns Dramaturgie ähnelt einem Labyrinth, in dem sich Figuren wie Zuschauer frei bewegen. Unverwechselbar ist der Sound, den ihre Sprache hat: poetisch, klar und offen.

Regie: Hölscher, Julia
Bühne: Zoller, Paul
Kostüme: Scheerer, Susanne
Musik: Vethake, Tobias
Dramaturgie: Thinnes, Ursula

Ort:

Kammerspiele

Termine:

Fr, 26.1.2018, 20:00 |
Sa, 3.2.2018, 20:00 |

Schauspiel Frankfurt

Kammerspiele

Neue Mainzerstr. 15 (Schauspielhaus Frankfurt)
D 60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 / 13 40 400
E-Mail: info@schauspielfrankfurt.de