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Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Das traditionsreiche Schauspiel Frankfurt ist das größte Sprechtheater in der Rhein-Main Region und als überregional profilierte Bühne auch deutschlandweit viel beachtet. 2017/18 übernahm Intendant Anselm Weber zusammen mit seiner Stellvertreterin und Chefdramaturgin Marion Tiedtke die Führung des Hauses.

Neben den Produktionen schafft das Schauspiel Frankfurt in der BOX und im Chagallsaal mit der Reihe der X-Räume Orte für Begegnungen, Diskussionen und Werkschauen, bei denen sich Künstler_innen präsentieren, Zuschauer nachfragen und Bürger_innen der Stadt ins Gespräch kommen.

Kontakt

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Willy-Brandt-Platz
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 / 13 40 400
E-Mail: info@schauspielfrankfurt.de

Theater

Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer

Premiere: 01. Februar 2019

nach Gerhart Hauptmann

Ewald Palmetshofer, einem der wichtigsten Gegenwartsdramatiker, gelingt es, mit seiner Hauptmann-Überschreibung die heutige Mittelschicht haarscharf ins Visier zu nehmen: Eingeheiratet in einen Maschinenbaubetrieb hat der Jungunternehmer Hoffmann sich den sozialen Aufstieg gesichert, den er jetzt mit rechtspopulistischen Thesen flankiert. Sein Jugendfreund Loth, der als linksengagierter Journalist plötzlich auftaucht und ihn durch seine Recherchen zu entlarven versucht, setzt letztlich auch nur auf das kleine private Glück seiner Gelegenheitsliebschaften. Hoffmanns Frau schwankt zwischen Mutterglück und Depression, wohingegen ihre erfolglose Single-Schwester kurzzeitig Unterschlupf im elterlichen Heim sucht, in dem der Alkoholismus des Vaters immer deutlichere Spuren hinterlässt. Alle ringen um eine Perspektive in dieser Nacht, wo am Ende die Sonne aufgeht und zeigt, wie die Verhältnisse wirklich sind.

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Matthias Herrmann
Dramaturgie: Marion Tiedtke
Theater

Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Samuel Becketts Jahrhundertstück ist eine böse Farce über die menschliche Existenz. Vladimir und Estragon warten vergebens auf Godot, der heute nicht kommen wird. Auch morgen nicht. Wartende in einer Transitsituation. »Man sollte nicht vergessen, dass Beckett das Stück geschrieben hat, als die ersten Stimmen aus den Vernichtungslagern sich Gehör verschafften«, kommentiert der Historiker Valentin Temkine 2008. Das unerlöste Warten der beiden Protagonisten Vladimir und Estragon ragt weit über die Theaterbühne hinaus. Die existentielle Einsamkeit des Menschen offenbart sich, die Abhängigkeit voneinander, die sinnlosen Spiele von Herrschaft und Knechtschaft. Wenige Texte sind von einer solchen Wirkungskraft. Im grotesken Clownsspiel verbirgt sich eine tieftraurige Parabel über eine Gesellschaft ohne Ziel. Mit den Mitteln des Absurden begegnet Beckett dem Grauen, um das Recht auf Menschlichkeit zu postulieren.

Bühne und Regie: Robert Borgmann
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Philipp Weber
Video und Lichtdesign: Carsten Rüger
Dramaturgie: Lukas Schmelmer
Schauspiel

Furor

Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Eine Versuchsanordnung wie unter dem Brennglas: Der Ministerialdirigent Heiko Braubach hat einen Jungen, der unter Drogeneinfluss stand, angefahren. Schuld trifft den Fahrer nicht. Dennoch will der Politiker der Mutter des Jungen unter die Arme greifen – immerhin befindet er sich mitten im Wahlkampf und die Mutter muss als Altenpflegerin jeden Cent zweimal herumdrehen. Als Braubach dies klären will, trifft er auf den jungen Wutbürger Jerome, der die Stunde seines heiligen Zorns gekommen sieht. Mit Braubach und Jerome treffen unvereinbare Positionen aufeinander: Auf der einen Seite der etablierte, pragmatische Politiker, auf der anderen ein junger Mann voller extremer Positionen, die sich aus Enttäuschung, Wut und Hass speisen. Lutz Hübner und Sarah Nemitz gehören zu den erfolgreichsten Autor_innen unserer Zeit. In ihrem neuen Stück gehen sie der Frage nach, wie demokratische Werte in unserer Gesellschaft erodieren und was politisches Handeln kompromittiert. Ein Stück, das mit Wucht in den Nerv unserer Gesellschaft bohrt.

Regie: Anselm Weber
Bühne: Lydia Merkel
Kostüme: Irina Bartels
Musik: Thomas Osterhoff
Kampfchoreografie: René Lay
Dramaturgie: Ursula Thinnes
Schauspiel

Der haarige Affe

Eugene O’Neill

Für die Bühne bearbeitet und übersetzt von Clemens Meyer

Yank weiß: Wir, die wir ganz unten arbeiten – im Maschinenraum des gewaltigen Schiffes – wir stehen in Wahrheit ganz oben. Nichts rührt sich ohne unsere Kraft. Yank ist von allen Starken der Stärkste. Ein Herrscher, ein Boss. Die Anderen, die sich auf dem Oberdeck sonnen, interessieren ihn nicht. Doch in den Augen dieser wirklichen Bosse ist er nichts als ein furchterregendes, niedriges Tier. Wie kann das sein? Ist seine Arbeit verächtlich, seine Kraft tierisch? Worauf lässt sich der Stolz gründen, der ihm doch zusteht – zustehen muss? Yank verlässt seine Männer und seine Maschine, seine Heimat und sein Ich. Er sucht nach Ersatz, nach Sinn, wenigstens nach einem Feind. Aber er findet nichts. Eugen O’Neills Drama erzählt in der Gestalt Yanks von der Gewalt der Ausgeschlossenen, von der Verachtung, die sie erfahren, und von ihrer Wut, die sich in alle Richtungen zugleich ausbreitet.

Regie: Thomas Dannemann
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Jelena Miletić
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Theater

Das siebte Kreuz

von Anna Seghers

Georg Heisler ist auf der Flucht. Ob sein Weg in die Freiheit oder in den Tod führt, hängt nicht von ihm ab, das entscheiden andere. Es sind diese Anderen, die ihm begegnen auf den Wegen am Rhein, den Höhen des Taunus und schließlich in den Straßen von Frankfurt: Menschen, die das Risiko eingehen, ihn nicht zu verraten, die nicht fragen, sondern helfen. Es sind Menschen, die eine Entscheidung treffen müssen, für sich, für Georg und für das, woran wir glauben. Anna Seghers weltberühmter Roman von 1942 zeigt eindrücklich, was es heißt, auf der Flucht zu sein: Flucht ist die existenzielle Erfahrung der Bedürftigkeit. Wir bedürfen derer, die uns schützen und leiten; ohne sie, ohne ihren Mut und ihre Entschlossenheit sind wir verloren. Sie betrifft uns alle als Opfer, Täter oder Mitwisser. In der Bearbeitung von Sabine Reich und der Regie von Anselm Weber kommt dieser Roman zum ersten Mal in der Stadt auf die Bühne, in der diese Fluchtgeschichte spielt.

Regie: Anselm Weber
Bühne: Bauer, Raimund
Kostüme: Irina Bartels
Musik: Osterhoff, Thomas
Dramaturgie: Konstantin Küspert
Theater

Klotz am Bein

Georges Feydeau

Deutsche Fassung von Claudius Lünstedt

Lucette liebt Bois d’Enghien, und er liebt sie. Es könnte so einfach sein… Doch Bois d’Enghien drängt es zum Geld, daher will er reich heiraten. Lucettes Ex-Ehemann Cheneviette will Lucettes Geld und deshalb kann er die Beziehung zu ihr nicht abbrechen. General Irrigua wiederum hat Geld und damit will er sich Lucettes Zuneigung erkaufen… Georges Feydeau, Meister federleichter Gesellschaftsfarcen, hat ein feingliedriges Gebilde aus Lügen, Intrigen und Missverständnissen entworfen. Pointiert und bis in jede falsch aufspringende Tür hinein genau konstruiert, feiert er den Wahnwitz des bürgerlichen Lebens. Feydeaus Stücke sind mehr als reine Unterhaltung. Entstanden Ende des 19. Jahrhunderts am Übergang zur Moderne, offenbart sich in ihrem Irrsinn eine Welt, in der Gefühle einen klaren Preis haben und den Gesetzen des Marktes unterliegen. Die Ökonomisierung der Liebe entwertet jede Vorstellung von Integrität und Verbindlichkeit, so dass hier der geldgierige Lügner die größte erotische Ausstrahlung besitzt.

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Keith O`Brien
Dramaturgie: Ursula Thinnes
Theater

Alle meine Söhne

von Arthur Miller

Joe Keller ist im Krieg reich geworden. Dass seine Firma die Air Force mit fehlerhaften Bauteilen für Flugzeuge belieferte und infolgedessen 21 Piloten bei Abstürzen ums Leben kamen, darüber spricht heute niemand mehr. Damals ging Joes Firmenpartner Steve ins Gefängnis, während er selbst das Gericht von seiner Unschuld überzeugen konnte. Sein jüngster Sohn Chris ist nun die Nachwuchshoffnung des Unternehmens, denn sein älterer Bruder Larry, ein Kampfpilot, gilt seit Jahren als verschollen. Allein die Mutter hält zwanghaft an dem Glauben fest, dass ihr Sohn noch lebt. Chris, überzeugt vom Tod seines Bruders, will Ann heiraten – einst die Verlobte Larrys und außerdem Tochter des inhaftierten Geschäftspartners des Vaters. Die Mutter ist strikt gegen die neue Verbindung. Das würde bedeuten, den Tod des vermissten Sohnes zu akzeptieren. Millers Stück blickt schonungslos hinter die Fassaden wohlanständiger Bürgerlichkeit. Anselm Weber hat diese Inszenierung im Frühjahr 2017 am Schauspielhaus Bochum erarbeitet.

Regie: Anselm Weber
Bühne: Merkel, Lydia
Kostüme: Irina Bartels
Musik: Thomas Osterhoff
Theater

Emilia Galotti

von Gotthold Ephraim Lessing

Über der Macht steht das Gesetz – das ist ein Grundgedanke freier demokratischer Ordnungen. So entsteht unter anderem der geschützte Raum des Privaten. Doch das Gesetz ist abstrakt, bürokratisch, so dass die Sehnsucht nach starken Machthabern, die per Dekret und Donnerschlag regieren, heute plötzlich wieder an politischer Kraft gewinnt. Was bedeutet das? »Wer kein Gesetz achtet, ist ebenso mächtig, als wer kein Gesetz hat«, stellt Odoardo fest, dessen Tochter vom Prinzen des Landes begehrt wird. Emilia ist aber längst dem Grafen Appiani versprochen. Damit die Schöne stattdessen seinem Herrn zukommt, lässt der Politiker Marinelli am Tag der Hochzeit Appiani töten und Emilia entführen. Die Macht nimmt sich, was sie will. Was bleibt Odoardo, was Emilia? Lessings Trauerspiel untersucht den Einbruch der Willkür in das Private.

Regie: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüm: Meentje Nielsen
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
Theater

Woyzeck

von Georg Büchner

»Woyzeck« ist das berühmteste Dramenfragment der Theatergeschichte und Büchner der berühmteste Dramatiker aus Hessen. Noch kurz vor seinem Tod 1837 hat der damals 33-jährige Doktor der Medizin mit seinen Szenen eine Dramaturgie der Moderne kreiert, die bis heute unsere Lese- und Seherfahrungen prägt: Kurze Sätze, abrupte Szenenenden, parallele Erzählstränge und schnelle Orts- und Zeitwechsel generieren eine Welt, die für den Menschen selbst zum Fragment wird. Woyzeck ist nicht nur das Opfer sozialer Verhältnisse oder ein pathologischer Musterfall. In seinem Drama seziert Büchner zugleich die Erfahrung einer neuen Obdachlosigkeit: ein Leben, das kein Sinn und keine Moral mehr zusammenhält, auch nicht das kleine Glück der Familie oder das große Glück der Liebe. Die Welt zerfällt in den Augen Woyzecks in eine Unverbindlichkeit, in deren Mitte er zum Spielball der Anderen wird. Der Gott, auf den Woyzeck sich beruft, hat die Welt längst verlassen.

Regie: Vontobel, Roger
Bühne: Rohner, Claudia
Kostüme: Hofmann, Ellen
Musik: Finnendahl, Orm
Video: Walter, Clemens
Dramaturgie: Tiedtke, Marion
Theater

Richard III

von William Shakespeare

In einer Fassung von Jan Bosse und Gabriella Bussacker

Fast dreißig Jahre tobte der Kampf der Machteliten um die Vorherrschaft in England und forderte auf allen Seiten viele Opfer. Jetzt herrscht endlich wieder Frieden. Es wird getanzt und gefeiert. Doch das ist nichts für Richard, den Herzog von York. Er braucht den Krieg, der fast sein ganzes bisheriges Leben erfüllt hat. Als unansehnliche Missgeburt, als Außenseiter sucht er seinen Platz: Er will König werden. Richard kennt nicht nur das Schlachtfeld, sondern auch alle Strategien der Intrige und des Verrats. Er weiht uns in seine Pläne ein und führt uns seine Skrupellosigkeit als mörderischer Polit-Player vor, der nur ein Ziel zu kennen scheint: ICH, das Weltreich mit drei Buchstaben.´»Richard III« ist eines der frühesten Dramen Shakespeares, uraufgeführt 1593. Es liefert uns die Folie, unsere Zeitgenossenschaft angesichts einer ungewissen Zukunft zu befragen, in der Zivilisation und Humanismus Humanismus unterzugehen drohen.

Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Tabea Braun
Musik: Arno Kraehahn
Dramaturgie: Gabriella Bussacker
Aufführungen / Konzert Oper Frankfurt Frankfurt am Main, Willy-Brandt-Platz
Aufführungen / Theater Kammerspiele Frankfurt Frankfurt am Main, Neue Mainzerstr. 15
Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Theater Galli Theater Wiesbaden Wiesbaden, Adelheidstr. 21
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7 (Zoo-Passage)
Aufführungen / Aufführung Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Mo, 21.1.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Di, 22.1.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7
Aufführungen / Theater Die Katakombe Frankfurt, Pfingstweidstrasse 2
Aufführungen / Theater Theaterhaus Frankfurt Frankfurt am Main, Schützenstrasse 12
Aufführungen / Aufführung TANZPLAN interart projekte Hofheim am Taunus, Kelkheimer Straße 11
Aufführungen / Konzert Darmstädter Hofkapelle Darmstadt, Mauerstr. 17
Aufführungen / Oper Kammeroper Frankfurt Frankfurt am Main, Sternstr. 31
Aufführungen / Festival Rheingau Musik Festival Ein Sommer voller Musik Oestrich Winkel, Rheinallee 1
Aufführungen / Theater Varieté-Theater PEGASUS Bensheim, Platanenallee 5
Aufführungen / Theater Theater alte Brücke Frankfurt, Kleine Brückenstraße 5
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt, Basaltstraße 23
Aufführungen / Konzert PRO ARTE Frankfurt am Main, Postfach 160162
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstraße 2