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Oper

Tri sestry | Drei Schwestern

Peter Eötvös *1944

Premiere: 09. September 2018, Opernhaus

Oper in drei Sequenzen
Text von Claus H. Henneberg und dem Komponisten nach dem gleichnamigen Drama (1901) von Anton P. Tschechow

Ein Rückblick als Beginn: Die Schlussreplik aus Tschechows Drama erheben Peter Eötvös und Claus H. Henneberg zum Prolog ihrer Oper. Die Linearität der Handlung wird durchbrochen und im Musikdrama durch die Folge von drei Sequenzen ersetzt. Diese beleuchten das Geschehen um die vier Geschwister Irina, Mascha, Olga und Andrei, die in der russischen Provinz auf ein erfülltes Leben hoffen, aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Im Fokus stehen die Jüngste, Irina, die von zwei Verehrern umworben wird, Andrei, der zwischen seinen Schwestern und seiner Frau Natascha schwankt, und schließlich die mittlere Schwester Mascha, die zwischen ihrem Ehemann Kulygin und dem Offizier Werschinin hin- und hergerissen ist. Am Ende ist alles Abschied — von Menschen und von Sehnsüchten — und es bleibt beim jeweils anders gefärbten »Traum von Moskau«. Denn keiner wagt den Schritt in die aktive Lebensgestaltung, welche die Überwindung der eigenen Unzufriedenheit bedeuten könnte. Durch die Form der episodenhaft abgewandelten Wiederholung pointiert die Oper im Zirkulären das Wesensmerkmal des Tschechow’schen Schauspiels. Und während die Sequenzen von Mal zu Mal kürzer werden, wird die Rotation schneller, spitzt sich der Stillstand weiter zu. Dabei blitzt in dem von Eötvös als »Komödie für Musik« bezeichneten Musiktheater reichlich Ironie auf – etwa im Gekreische Nataschas oder im Geklapper des Löffels in der Teetasse …

Nicht nur die musikalisch-dramaturgische Form, in die das Werk gegossen ist, auch die Besetzung — Irina, Mascha, Olga und Natascha werden von Countertenören gesungen — verleiht dem Drama Abstraktion und damit Allgemeingültigkeit. Von zwei unterschiedlich instrumentierten und positionierten Klangkörpern umschlossen, welche die Dimension des Räumlichen hörbar werden lassen, agieren die durch je ein eigenes Instrument charakterisierten Figuren oder »sprechen« aneinander vorbei – dann, »wenn man nicht mehr singen kann«: Es ergänzen sich ein kleineres Ensemble im Orchestergraben und ein großes, romantisches Orchester auf der Bühne. Nicht zuletzt dadurch entfaltet sich die emotionale Wirkung dieser großen zeitgenössischen Oper.

Musikalische Leitung: Dennis Russell Davies, Nikolai Petersen
Regie: Dorothea Kirschbaum
Bühnenbild: Ashley Martin-Davis
Kostüme: Michaela Barth
Video: Christina Becker
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Oper

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Große Oper in zwei Aufzügen
Text von Emanuel Schikaneder

Seit 1998 erfüllt Die Zauberflöte in der Inszenierung von Alfred Kirchner und ausgestattet von Michael Sowa das Ideal der Märchenoper: Als »Traum des Prinzen Tamino« machen die Rätsel dieses populären Singspiels auf wundersame, humorvolle und anrührende Weise Sinn! Die Königin der Nacht schwebt nicht von oben herab, sondern geht zu Fuß, Sarastro und seine Priester studieren bei funzeligem Licht in einer riesigen, schon etwas verstaubten Bibliothek. Papageno parodiert die hochtrabenden, schwierigen Prüfungen, denen Tamino unterzogen wird. Er findet als erster den Weg zu Pamina, denn der kindliche Vogelfänger und die traurige Prinzessin haben ein gesundes Herz: Sie fühlen, was wichtig und richtig ist. Prinz Tamino besteht die Prüfungen nicht ohne Hilfe: Die Zauberflöte verwandelt die Leidenschaften aller Lebewesen, sogar die der bedrohlich gewachsenen Insekten. Bei der dritten Prüfung begleitet ihn Pamina. Gemeinsam überwindet das Liebespaar den symbolischen Tod in der Feuer- und Wasserprobe. Mozart und Schikaneder waren ihrer Zeit weit voraus: »Mann und Weib und Weib und Mann reichen an die Gottheit an« – nur gleichberechtigt übernehmen sie die Macht.

Musikalische Leitung: Simone Di Felice, Sebastian Weigle, Florian Erdl
Regie: Alfred Kirchner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild und Kostüme: Michael Sowa, Vincent Callara
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Vera Sturm

In deutscher Sprache
Oper

Tosca

Giacomo Puccini

Melodramma in drei Akten
Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama La Tosca (1887) von Victorien Sardou

Am 14. Januar 1900 herrscht Hochspannung im überfüllten Teatro Costanzi in Rom — »teils auf Grund der Premierenaufregung, teils wegen Drohbriefen an die Darsteller und Gerüchten von einem wahrscheinlichen Attentat«: Giacomo Puccinis Tosca wird uraufgeführt. Ganz so wie die Uraufführung steht das Verismo-Meisterwerk selbst unter Strom. Vor dem historischen Hintergrund der Schlacht bei Marengo, in der sich im Juni 1800 Frankreich und auf der anderen Seite die vereinigten Königreiche Österreich, Preußen und Russland gegenüberstehen, ereignet sich jene fiktive, kaum 48 Stunden dauernde Geschichte um Künstlertum und Gesellschaft, Macht und Politik, Liebe und Tod — Melodram und Politthriller zugleich. Im Zentrum: die kapriziöse und tief religiöse Sängerin Floria Tosca, ihr Geliebter, der Maler und Republikaner-Sympathisant Mario Cavaradossi und der sadistische Polizeichef Scarpia. Szenen, die auch musikalisch in schockierendem Naturalismus gezeichnet werden, stellt Puccini den heftigen Handlungsvorgängen bisweilen feierliche oder heitere Klänge gegenüber und erreicht in diesem Widerspruch eine zusätzliche Zuspitzung des Geschehens. Regisseur Andreas Kriegenburg entwickelt Charaktere, die mit zeitlosen Kostümen in einem abstrakt-strengen Bühnenbild konzentriert unter die Lupe genommen werden. Der klar definierte Raum, »gebaut aus ehrlichen Materialien wie Holz und Glas« (Harald Thor) steht dabei im Kontrast zur emotionalen Kraft der Musik.

Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti
Regie: Andreas Kriegenburg
Bühnenbild: Harald Thor
Kostüme: Tanja Hofmann
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Frank Keller
Video: Bibi Abel
Chor und Extrachor: Markus Ehmann
Kinderchor: Malte Krasting

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Rusalka

Antonin Dvorak

Lyrisches Märchen in drei Akten

Allen Warnungen trotzt die Nixe Rusalka, als sie, Tochter des Wassermanns, sich unter die Menschen begibt. Ihre Menschwerdung bedeutet den endgültigen Verlust ihrer Heimat und ihres Elements, des Wassers – Reservoir aller Selbstauflösung und Ichlosigkeit. Ihr geliebter Prinz will sie zur Braut, doch noch vor der Hochzeit ist es eine fremde Fürstin, die sein wechselhaftes Begehren weckt. Nur durch Blutrache an ihm könnte Rusalka in ihr vorheriges Dasein zurückkehren, aber auch ihr Verzicht kann den Geliebten nicht retten. Als Irrlicht findet der reumütige Prinz sie wieder und erfleht von ihr den Kuss, der seinen Tod bedeutet.

Regisseur und Bühnenbildner Jim Lucassen zeigt Dvoraks Märchenoper in einem Naturkundemuseum, einem paradigmatischen Raum der Begegnung zwischen den Zeiten und Welten. Rusalkas Heimat, für die menschlichen Besucher zum Standbild erstarrt, erwacht nachts zum Leben. Doch ihre Grenzüberschreitung in die feindselige Zivilisation am Hof des Prinzen offenbart der Wasserfrau eine skelettierte und verdorrte Natur. Durch seine klare und einfühlsame Bildsprache gelang Lucassen eine Bühneninterpretation, die anlässlich der Premiere in Nancy 2010 und der Wiederaufnahme in Montpellier 2011 gleichermaßen hohes Lob erhielt. In seiner Inszenierung ist dieses Werk, das ein Herzstück des tschechischen Opernrepertoires bildet, zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder in Frankfurt zu erleben.

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie und Bühnenbild: Jim Lucassen
Kostüme: Amélie Sator
Licht: Andreas Grüter
Dramaturgie: Ton Boorsma
Chor: Tilman Michael

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aufführungen / Theater Schauspielhaus Frankfurt Frankfurt am Main, Willy-Brandt-Platz
Aufführungen / Theater Kammerspiele Frankfurt Frankfurt am Main, Neue Mainzerstr. 15
Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7 (Zoo-Passage)
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Sa, 22.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
So, 23.9.2018, 18:00 Uhr
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Fr, 28.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Sa, 29.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7
Aufführungen / Aufführung Die Katakombe Frankfurt, Pfingstweidstrasse 2
Aufführungen / Aufführung schauspielfrankfurt Frankfurt a. M., Willy-Brandt-Platz
Aufführungen / Theater Theaterhaus Frankfurt am Main, Schützenstrasse 12
Kindertheater Jugendtheater
Aufführungen / Aufführung Andrea Simon/ Choreographie Hofheim am Taunus, Kelkheimer Straße 11
TANZPLAN interart projekte Kinder und Jugendensemble
Aufführungen / Konzert Darmstädter Hofkapelle Darmstadt, Mauerstr. 17
Wolfgang Seeliger
Aufführungen / Film Agency Andreas Donat Aschaffenburg, Pestalozzistr. 37
Casting-Agentur.de
Aufführungen / Oper Kammeroper Frankfurt Frankfurt am Main, Sternstr. 31
Aufführungen / Konzert Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Frankfurt/Main, Jügelstraße 1
Pfarrer Eugen Eckert Sabine Rupp (Sekretariat)
Aufführungen / Konzert Rheingau Musik Festival Oestrich Winkel, Rheinallee 1
Ein Sommer voller Musik
Aufführungen / Theater DAS THEATERgerlichraabe Frankfurt am Main, Melemstraße 16
Aufführungen / Theater Varieté-Theater PEGASUS Bensheim, Platanenallee 5
Aufführungen / Theater Theater alte Brücke Frankfurt, Kleine Brückenstraße 5
Aufführungen / Aufführung Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt, Basaltstraße 23
Aufführungen / Konzert PRO ARTE Frankfurter Konzertdirektion Frankfurt am Main, Postfach 160162
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstraße 2