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Oper Frankfurt am Main

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Oper Frankfurt am Main
Willy-Brandt-Platz
D-60311 Frankfurt am Main

E-Mail: info@oper-frankfurt.de

Oper

La forza del destino
Die Macht des Schicksals

Giuseppe Verdi 1813-1901

Premiere: 27. Dezember 2019

Oper in vier Akten
Text von Francesco Maria Piave nach dem Drama Don Álvaro o La fuerza del sino (1835) von Ángel de Saavedra

Die Schauplätze der weitverzweigten, ein halbes Jahrzehnt umspannenden Handlung springen hin und her zwischen dem Adelssitz der Calatrava in Sevilla, dem andalusischen Dorf Hornachuelos, einem Kloster nebst Einsiedelei in der Nähe und verschiedenen Orten an einem mittelitalienischen Kriegsschauplatz in den Albanerbergen. Angesiedelt ist die Geschichte in der Mitte des 18. Jahrhunderts: Donna Leonora liebt Don Alvaro, den Spross des letzten peruanischen Inka-Königs. Doch ihr Vater, der Marchese von Calatrava, ist gegen die Verbindung mit dem Mestizen. Als die beiden fliehen wollen, werden sie vom Marchese überrascht. Durch einen Schuss, der sich versehentlich aus der Pistole Don Alvaros löst, wird er getötet. Die verbleibenden drei Akte lang jagt Leonoras Bruder Don Carlo die Liebenden, die kurz nach dem tödlichen Vorfall getrennt wurden: Er hat ihnen Rache geschworen. In einem Kloster findet er sie schließlich. Alvaro ist Mönch geworden, und Leonora lebt — ohne, dass die beiden voneinander wissen — nicht weit davon, als Einsiedler getarnt. Das fatale Ende nimmt seinen Lauf.

In diesem 1862 für St. Petersburg entstandenen Werk seiner Reifeperiode verband Verdi, angeregt durch die französische Grand opéra, die hochdramatische Handlung um die Hauptfiguren mit ausladenden Genreszenen in einer Schenke, in einem Militärlager und einem Kloster. Darin nehmen Episodenfiguren wie die Wahrsagerin und Truppenunterhalterin Preziosilla, der Klostervorstand Padre Guardiano und der Mönch Fra Melitone, der als komischer Charakter angelegt ist, großen Raum ein. Ein zentrales Thema ist Rassismus, ein anderes die Verrohung einer Gesellschaft in Kriegszeiten. Gleich zu Beginn klingt das drängend-nervöse, sogenannte »Schicksalsmotiv« an. Inwieweit jedoch das blinde Fatum schuld ist an den tragischen Ereignissen, oder ob nicht eher die Protagonisten die Verantwortung dafür tragen, sei dahingestellt. Das überbordende Stück mit seiner ungewöhnlich modernen, montageartigen Dramaturgie enthält viele der mitreißendsten Eingebungen Verdis.

Musikalische Leitung: Jader Bignamini
Regie: Tobias Kratzer
Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sellmaier
Video: Manuel Braun
Licht: Joachim Klein
Chor und Extrachor: Tilman Michael
Dramaturgie: Konrad Kuhn

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Oper

I puritani

Vincenzo Bellini 1801-1835

Opera seria in drei Teilen
Text von Carlo Pepoli

Mitten im Bürgerkrieg: Liebe und Hass, persönliche Rivalitäten und religiöse Konflikte, Wahn und Wirklichkeit prallen in Bellinis letzter Oper aufeinander. Arturo, Parteigänger der fast geschlagenen Stuarts, liebt Elvira, Tochter des puritanischen Gouverneurs Lord Valton — und sie liebt ihn. Trotz aller Widerstände haben sie sich einander versprochen. Als Arturo während des Sieg- und Verlobungsfestes auf die Witwe des bereits hingerichteten Stuart-Königs Karl I., Enrichetta, trifft, stiehlt er sich fort, um die vom Mob verfolgte Königin zu retten. Die verlassene Braut Elvira glaubt, dass Arturo ihr untreu geworden ist, und wird wahnsinnig. Dass Arturo in Abwesenheit zum Tode verurteilt wird, macht die Sache nicht besser. Nach vielen Verwicklungen wird Arturo begnadigt und die beiden Liebenden finden in einem völlig unglaubwürdigen Happy End zueinander.

Die religiösen Konflikte rücken in dem vom Komponisten mitgestalteten Libretto Carlo Pepolis zugunsten der Geschichte von Elvira und eines vermeintlichen Ehebruchs in den Hintergrund. Nur der Überbau von Bellinis Oper für Paris blieb konfessioneller Natur: Die puritanischen Republikaner haben den Sieg über die Royalisten, die Anhänger der katholischen Stuarts, davongetragen und sind dabei, das Königreich in eine Republik zu verwandeln. Mit gutem Instinkt griff Bellini, der damalige Liebling der Pariser Gesellschaft, die republikanische Idee auf und traf damit den Zeitgeist der Juli-Monarchie des Bürgerkönigs Louis-Philippe. Außerdem scheint die Handlung die europaweit grassierende, historisierende Walter-Scott-Mode bedient zu haben: I puritani wurde — nur wenige Monate vor dem Tod des erst 34-jährigen Komponisten — ein Riesenerfolg.

Trotz unwahrscheinlicher Wendungen und plötzlicher Brüche gilt Belllinis neunte Oper als Meisterwerk. Die mangelnde Glaubwürdigkeit der Handlung verliert an Bedeutung angesichts der musikdramatischen Kraft, seiner eleganten Melodieführung und seiner Kunst der Darstellung einzelner Extremsituationen. Bellini bietet in seiner wohl reifsten Partitur für die Epoche des Belcanto fortschrittlich angelegte Szenenkomplexe sowie fein austarierte Instrumentalpassagen und baut eine dramatisch zugespitzte, packende musiktheatralische Wunderwelt.

Musikalische Leitung: Tito Ceccherini
Regie: Vincent Boussard
Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Christian Lacroix
Video: Isabel Robson
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Oper

Xerxes

Georg Friedrich Händel 1685-1759

Oper in drei Akten

Der exzentrische und liebestolle König Xerxes will immer das haben, was er nicht kriegen kann: Er pendelt zwischen strategischer Kriegsführung und Frauengeschichten ungeniert hin und her. So plant er, eine gigantische Brücke für sein Heer zu bauen und zugleich die Geliebte seines Bruders, Romilda, zu erobern. Und das, obwohl er bereits mit der Königstochter Amastre verlobt ist. Liebe, Neid, Eifersucht und irreführende Versprechungen sorgen für allerlei Wirbel, wenn Händel in seiner musikalischen Tragikomödie das Chaos einer verlogenen Gruppe der High Society durchleuchtet. Am Ende wird der König in seine Schranken verwiesen und muss einsehen, dass seine Macht keine Gefühle steuern kann.
Xerxes gehört zu den letzten Bühnenwerken Händels und zeugt von der Virtuosität und Lebenskraft eines alternden Komponisten. Sein Stil ist ausgefeilt, er arbeitet mit frischen Farben. Nicht nur die verblüffende, ganz für sich stehende erste Arie des Xerxes »Ombra mai fu« deutet auf eine Erneuerung der Musikdramaturgie hin, sondern auch der weitgehende Verzicht auf Da-capo-Formen bei den Arien und der schnelle Wechsel zwischen kurzen Rezitativen und Arien, womit er die Figuren dieses bissigen Gesellschaftspanoramas unwiderstehlich komisch darstellt. Im Gewand der Turbulenzen vermittelt Händel einen tiefen Einblick in die Welt der Gefühle eines überforderten Machthabers: eine bissige Persiflage auf die Sehnsüchte, Verzweiflung, Macken und den (selbst-)zerstörerischen Größenwahn wie auch auf eine in sich verstrickte Gesellschaft.

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis
Regie: Tilmann Köhler
Bühnenbild: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Operette

Die lustige Witwe

FRANZ LEHÁR

Operette in drei Akten
Text von Victor Léon und Leo Stein
nach der Komödie L’Attaché d’ambassade (1861) von Henri Meilhac
Uraufführung am 30. Dezember 1905, Theater an der Wien, Wien

Der Welterfolg der Lustigen Witwe kam für ihren Schöpfer Franz Lehár bei der Uraufführung 1905 in Wien durchaus überraschend. Schon damals hatte man die Operette, diese fünfzig Jahre zuvor in Paris entstandene Spielart des Musiktheaters, zum ersten Mal totgesagt. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, und so nahm das Genre mit diesem Startschuss in die sogenannte »silberne Epoche« erst so richtig Fahrt auf. Unwiderstehlich ist die Mischung aus hinreißender Musik, witzigen Dialogen, ernstzunehmenden Emotionen und allen möglichen Tanzformen. Die Gefühlslagen der Figuren drücken sich unverstellt im Tanz aus, gipfelnd im Walzer »Lippen schweigen«. Im Zentrum stehen zwei Menschen, die vor Jahren ein Paar waren, aber aus Standesrücksicht nicht heiraten durften: die Pächterstochter Hanna und Graf Danilo. Eitelkeiten, alte Verletzungen und Brüche in ihren Biografien verhindern zunächst, dass sie bei ihrer erneuten Begegnung zusammenkommen — bis sie sich am Ende doch finden. Claus Guth lässt die turbulente Handlung als Spiel im Spiel doppelbödig schillern. Der Tanz kommt dabei ebenso zu seinem Recht wie die Partitur Lehárs, in der eine Glanznummer auf die nächste folgt.

Musikalische Leitung: Hartmut Keil
Regie: Claus Guth
Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Olaf Winter
Choreografie: Ramses Sigl
Dramaturgie: Konrad Kuhn

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer: ca. 2 1/2 Std. ink. 1 Pause

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer
Audio-Einführung
Aufführungen / Theater Schauspielhaus Frankfurt Frankfurt am Main, Willy-Brandt-Platz
Aufführungen / Theater Kammerspiele Frankfurt Frankfurt am Main, Neue Mainzerstr. 15
Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Theater Galli Theater Wiesbaden Wiesbaden, Adelheidstr. 21
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7 (Zoo-Passage)
Aufführungen / Aufführung Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Mo, 21.1.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt Frankfurt, Basaltstr. 23
Di, 22.1.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater Internationales Theater Frankfurt Frankfurt am Main, Hanauer Landstr. 5 - 7
Aufführungen / Theater Die Katakombe Frankfurt, Pfingstweidstrasse 2
Aufführungen / Theater Theaterhaus Frankfurt Frankfurt am Main, Schützenstrasse 12
Aufführungen / Aufführung TANZPLAN interart projekte Hofheim am Taunus, Kelkheimer Straße 11
Aufführungen / Konzert Darmstädter Hofkapelle Darmstadt, Mauerstr. 17
Aufführungen / Oper Kammeroper Frankfurt Frankfurt am Main, Sternstr. 31
Aufführungen / Festival Rheingau Musik Festival Ein Sommer voller Musik Oestrich Winkel, Rheinallee 1
Aufführungen / Theater Varieté-Theater PEGASUS Bensheim, Platanenallee 5
Aufführungen / Theater Theater alte Brücke Frankfurt, Kleine Brückenstraße 5
Aufführungen / Theater Freies Schauspiel Ensemble Frankfurt, Basaltstraße 23
Aufführungen / Konzert PRO ARTE Frankfurt am Main, Postfach 160162
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstraße 2