Aufführungen         Konzerte    

Oper Frankfurt am Main

Spielzeit 2017/18

Capriccio

Richard Strauss 1864-1949

Premiere: 14. Januar 2018, Opernhaus

Konversationsstück für Musik in einem Aufzug
Text von Clemens Krauss und Richard Strauss

Mitten im Toben des Zweiten Weltkriegs schreibt der 78-jährige Richard Strauss einen charmanten Diskurs à »l’art pour l’art« und nennt ihn Capriccio. Als sein letztes Bühnenwerk komponiert er ein so betiteltes »Konversationsstück für Musik«, in dem Künstler und Adlige im vorherrschenden, leichtfüßigen Parlandostil mit Witz und Schärfe über das Verhältnis von Musik und Wort in der Oper, aber natürlich — wie sollte es anders sein — auch über die Liebe streiten; verkörpert durch die sich um die Gunst der Gräfin Madeleine bemühenden Figuren des Komponisten Flamand und des Dichters Olivier. Strauss scheint einen Faden wieder aufzunehmen, den er dreißig Jahre zuvor mit Ariadne auf Naxos zu spinnen begonnen hatte. Dem Skeptiker, der ihm mit der Frage »Ausgerechnet jetzt, im Jahr 1942?« begegnen will, scheint Strauss zu erwidern: »Jetzt erst recht!« Seine Oper, die ursprünglich im romantisierten Pariser Rokokogewand aus der Zeit um 1775 daherkommt, ist keineswegs die ignorante Schöpfung eines Eskapisten. Sie formuliert vielmehr das überaus zeitlose Postulat einer Kunst, welche dazu beiträgt, die Welt zu dulden.

Anstoß für Strauss’ Vermächtniswerk, dessen Libretto sein Freund Clemens Krauss — von 1924 bis 1929 Intendant der Frankfurter Oper — ausführte, war das Textbuch zu Antonio Salieris Prima la musica — poi le parole. Mit diesem Werk hatte er sich einst im Wettstreit gegen Wolfgang Amadeus Mozarts Schauspieldirektor durchsetzen können. Und doch ist letztgenannter neben Richard Wagner jener, auf den Strauss immer wieder bewundernd zurückblickt. In Capriccio führt er nicht nur die Stilelemente seiner beiden kompositorischen Fixsterne zusammen, sondern verschmilzt in heiter-melancholischem Ton auch jene Elemente, die im Zentrum der werkimmanenten Diskussion stehen: Wort und Ton. Der Komponist bleibt sich selbst einmal mehr treu in der Behauptung einer Synthese beider Pole zu einer unzertrennlichen Ganzheit, welche in einem nächsten Schritt die Einheit von Verstand und Gefühl bedeutet.

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Brigitte Fassbaender
Bühnenbild und Kostüme: Johannes Leiacker
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Mareike Wink

Mit Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 14.1.2018, 18:00 | Premiere |
Do, 18.1.2018, 19:30 |
Sa, 20.1.2018, 19:30 |
Mi, 24.1.2018, 19:30 |
Fr, 26.1.2018, 19:30 |
So, 28.1.2018, 15:00 |

Il Trovatore

Giuseppe Verdi

Oper in vier Teilen
Text von Salvadore Cammarano nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez

Eine traumatisierte Frau, die der Verbrennung ihrer Mutter zusehen muss, im Wahn zwei Kinder verwechselt und versehentlich ihr eigenes dem Feuer übergibt. Die nicht minder tragische Geschichte zweier Brüder, die nichts voneinander wissen und dennoch dieselbe Frau lieben. Das Widersprüchliche im Geschehen ernst nehmen und das Bizarre der Handlung darstellen. David Bösch und sein Team zeigen das ganze Drama: die von Rachsucht geleitete Azucena, Leonora, die um der Liebe willen den Freitod wählt, Manrico, der aus Eifersucht die sterbende Leonora der Untreue bezichtigt und der von Hass getriebene Graf Luna, der in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge den eigenen Bruder tötet.

Seit der Uraufführung 1853 polarisiert Il trovatore seine Zuschauer: Fragen zur Handlung und Entsetzen über den bizarr verworrenen Stoff auf der einen Seite — Hexen werden verbrannt, Kinder geraubt, Novizinnen aus dem Kloster entführt, Gift genommen und Hinrichtungen vollstreckt —, Beifall und Jubel für hinreißende Belcanto-Nummern und wirkungsvolle Chöre auf der anderen. Obwohl die Protagonisten als Opfer von Wahn, Hass, Eifersucht, Liebe und Rachegelüsten agieren, hält sich Il trovatore als eine der populärsten Verdi-Opern auf den Spielplänen.

Musikalische Leitung: Jader Bignamini
Regie: David Bösch
Bühnenbild: Patrick Bannwart
Kostüme: Meentje Nielsen
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termine:

Fr, 15.12.2017, 19:30 |
Sa, 23.12.2017, 19:30 |
Mo, 25.12.2017, 18:00 |
So, 31.12.2017, 19:30 |
Sa, 6.1.2018, 19:30 |
Mi, 10.1.2018, 19:30 |
Sa, 13.1.2018, 19:30 |

Die Entführung aus dem Serail

Wolfgang Amadeus Mozart

Singspiel in drei Aufzügen
Text von Johann Gottlieb Stephanie d. J.

Christof Loy liest Mozarts Singspiel in seiner 1999 in Brüssel entstandenen Inszenierung, die seit 2003 im Repertoire der Oper Frankfurt ist, konsequent als Beziehungsgeschichte zweier Paare, die in Wahrheit in Dreiecksverhältnisse verstrickt sind. Konstanze ist fasziniert von Bassa Selim, der sie auf so ganz andere Weise liebt als ihr Verlobter Belmonte; ihre Treue wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Auch Blonde ist nicht unempfänglich für das Werben Osmins, trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Exotik; es fällt ihr nicht leicht, sich dann doch für ihren Pedrillo zu entscheiden. So steht weniger die Entführung aus dem Serail oder gar ein realitätsnahes Bild des Orients im Vordergrund als eine psychologisch genaue Studie der Liebenden. Deren Dilemma wird auf die Spitze getrieben im Augenblick des freudigen Wiedersehens, im Quartett am Ende des 2. Aktes: Da tut sich plötzlich der Abgrund des Zweifels der Männer an ihren Frauen auf. Doch Mozarts alles versöhnende Musik hilft, den Riss zu kitten, und am Ende ermöglicht der großherzige Verzicht des Bassa einen guten Ausgang.

Musikalische Leitung: Nikolai Petersen
Regie: Christof Loy
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Licht: Olaf Winter
Chor: Markus Ehmann

In deutscher Sprache
Dauer: ca. 3 1/2 Stunden mit zwei Pausen

Ort:

Opernhaus

Termin:

Di, 26.12.2017, 15:30 |

Oper für Kinder zu Hänsel und Gretel

Kinder ab 6 Jahren erleben im Holzfoyer kindgerechte Bearbeitungen bekannter Opern. Mit einer Handvoll Sängern, einem Pianisten und einem Puppenspieler verzaubern wir kleine und große Zuschauer, öffnen Ohren, Augen und Herzen und regen zum Mitmachen an.

Ort:

Holzfoyer

Termine:

Sa, 16.12.2017, 13:30 |
Sa, 16.12.2017, 15:30 |
Di, 19.12.2017, 10:30 |
Di, 19.12.2017, 16:00 |
Do, 21.12.2017, 10:30 |
Do, 21.12.2017, 12:30 |

Les vêpres siciliennes / Die sizilianische Vesper

Giuseppe Verdi

Oper in fünf Akten

Zeitgleich mit dem blutig endenden Aufstand der Sizilianer gegen die nicht minder brutale Fremdherrschaft des Hauses Anjou, als dessen unmittelbarer Anlass der entwürdigende Umgang der Besatzer mit den einheimischen Frauen am Ostermontag des Jahres 1282 gilt, vollzieht sich wie immer bei Verdi eine höchst private Geschichte. Sie zeitigt den Stoff vom klassisch ödipalen Vater-Sohn-Konflikt zwischen dem französischen Gouverneur Montfort und seinem illegitimen Sohn Henri, einem jungen Sizilianer. Hinzu kommt dessen Verhältnis zu Hélène, der von den Franzosen gedemütigten Schwester des Herzogs Friedrich von Österreich, deren Bruder am Stückbeginn bereits von den Eindringlingen umgebracht worden ist. Regisseur Jens-Daniel Herzog hat diesen zeitlosen Stoff in die späten sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts transferiert, in die Zeit des Protestes, aber auch des einsetzenden Terrors.

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz
Regie: Jens-Daniel Herzog
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Hans Walter Richter
Bühnenbild und Kostüme: Mathis Neidhardt
Licht: Olaf Winter
Chor, Extrachor (Herren): Tilman Michael
Dramaturgie: Norbert Abels

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Ort:

Opernhaus

Termin:

Sa, 16.12.2017, 19:00 |

Così fan tutte

Wolfgang Amadeus Mozart

Dramma giocoso in 2 Akten
Text von Lorenzo Da Ponte

Ferrando und Guglielmo sind überzeugt, dass ihre Verlobten, Dorabella und Fiordiligi, ihnen ewig treu sind. Don Alfonso, der das bezweifelt, wettet mit ihnen, innerhalb eines Tages das Gegenteil zu beweisen: Angeblich zum Kriegsdienst abkommandiert, sollen sie versuchen, als Fremde maskiert ihre Freundinnen zu verführen. Dabei werden sie unterstützt vom Dienstmädchen Despina. Das für unmöglich Gehaltene geschieht: Nachdem sie erst empört alle Annäherungsversuche zurückgewiesen haben, lassen sich Dorabella und Fiordiligi schließlich doch auf den Flirt ein, vergessen ihre alten Treueschwüre – und verlieben sich in den Verlobten der anderen. Doch auch Ferrando und Guglielmo bleiben von dem Spiel nicht unberührt. Als Alfonso am Ende die neuen Paare erst heiraten und dann plötzlich die Maskerade auflösen lässt, ist die Verwirrung der Gefühle vollkommen. Um eine Illusion armer und eine schmerzvolle Erfahrung reicher entlässt das Stück seine Personen in eine ungewisse Zukunft.

Der Frankfurter Inszenierung von Così fan tutte ist das Unwahrscheinliche gelungen: in dieser bekannten Oper heute noch neue Aspekte zu finden. Das weiße, flache Bühnenbild – ohne jegliches Mobiliar und mit nur den nötigsten Requisiten – wirkt wie ein Vergrößerungsglas; es verdeutlicht jede Regung der Darsteller. So entfaltet sich ein liebevoller Blick auf die zwei jungen Paare, die in ihrem Mangel an Erfahrung voller Verständnis gezeichnet werden. Die Gewissenhaftigkeit, mit der in dieser Produktion das Stück gelesen wird, geht soweit, dass einige in der bisherigen Aufführungsgeschichte ungenau verstandene Schlüsselmomente der Handlung richtiggestellt werden konnten. Alles in dieser Aufführung ist spürbar aus der Musik heraus entwickelt. Sie bringt dramatische Abstürze voller Verzweiflung, sie kostet mit genauso großer Lust die Komik des Werkes aus – und bringt einen tieferen Blick in das Wesen und die Natur der Liebe. Die mehrfach preisgekrönte Inszenierung von Christof Loy war anderthalb Jahre nicht zu sehen; in einer teilweise neuen Sängerbesetzung kommt sie nun wieder auf die Bühne der Oper Frankfurt.

Musikalische Leitung: Nikolai Petersen
Regie: Christof Loy
Bühnenbild und Kostüme: Herbert Murauer
Dramaturgie: Malte Krasting
Licht: Olaf Winter
Chor: Matthias Köhler

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: ca. 3 3/4 Stunden mit einer Pause

Ort:

Opernhaus

Termine:

So, 17.12.2017, 15:30 |
Mi, 20.12.2017, 19:00 |
Fr, 22.12.2017, 19:00 |

Werther

Jules Massenet

Lyrisches Drama in vier Akten (fünf Bildern)

Als der empfindsame Werther Charlotte, die älteste Tochter des Amtmanns, zum Ball abholen möchte, beobachtet er hingerissen, wie fürsorglich sie ihren Geschwistern das Abendbrot austeilt. Bei der Heimkehr vom Ball gesteht er ihr seine Liebe. Charlotte jedoch weist ihn zurück: Ihrer sterbenden Mutter hat sie versprochen, den geschäftstüchtigen Albert zu ehelichen. Drei Monate später sieht Werther die inzwischen verheiratete Charlotte wieder. Ihre erneute Zurückweisung weckt Selbstmordgedanken in ihm. Doch auch Charlotte leidet. Als er sie Weihnachten beim Lesen seiner Briefe überrascht, brechen sich ihre Gefühle Bahn. Weil sie dennoch Albert die Treue halten will, verzweifelt Werther endgültig. Unter dem Vorwand einer Reise bittet er Albert um Pistolen, die Charlotte ihm schließlich aushändigt. Sie begreift zu spät. Erst an seinem Sterbebett versichert sie dem tödlich verwundeten Werther ihre Liebe.

Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti
Regie: Willy Decker
Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann
Licht: Joachim Klein
Kinderchor: Nikolaus Henseler

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer ca. 2 1/2 Stunden inkl. einer Pause

Ort:

Opernhaus

Termine:

Mo, 18.12.2017, 19:30 |
Sa, 30.12.2017, 19:30 |
Fr, 5.1.2018, 19:30 |
So, 7.1.2018, 18:00 |

Oper Frankfurt am Main

Willy-Brandt-Platz
D 60311 Frankfurt am Main

E-Mail: info@oper-frankfurt.de