Kunsthaus Graz

Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ öffnete das Kunsthaus Graz 2003 seine Pforten. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz. Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities:united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

Ausstellungen

Auf ins Ungewisse

Peter Cook, Colin Fournier und das Kunsthaus

Sa, 23.9.2017 - So, 25.3.2018

Die Ausstellung Auf ins Ungewisse zeichnet die Entstehung des Kunsthauses Graz nach und geht dabei dem Verhältnis zwischen visionären Ideen und deren Umsetzung nach. Vorgegebene Zeitrahmen, technische Begrenzungen, knappe Budgets, Funktionsansprüche und auch Zufälle haben die Konzeption verändert. Trotzdem spricht das Gebäude nach wie vor von utopisch-visionären Momenten, die auch heute noch Imaginationen beflügeln können.

Im Rahmen von Auftragswerken setzen sich zeitgenössische Künstler/innen mit Fragen der Veränderung auseinander: Was ist aus bestimmten Ideen und damit verbundenen Haltungen geworden? Wie haben sich gesellschaftliche Ansprüche verschoben? Was bleibt?

Mit Arbeiten von Archigram, Bollinger + Grohmann, Peter Cook, Colin Fournier, Jessica Hausner, Niels Jonkhans, Mischa Kuball, Vera Lutter, Anna Meyer, realities:united, Isa Rosenberger, Gernot Stangl und Arthur Zalewski

Display: Niels Jonkhans, Anna Lena von Helldorff (buero total)

Kuratiert von: Barbara Steiner mit Katia Huemer
Kosten: Ein Ticket berechtigt zum Eintritt der kooperierenden Ausstellung im Künstlerhaus – Halle für Kunst & Medien.

Ort:

Space01

Graz Architektur

Rationalisten, Ästheten, Magengrubenarchitekten, Demokraten, Mediakraten

Sa, 23.9.2017 - So, 28.1.2018

Parallel zu Beiträgen von Peter Cook und Colin Fournier werden im Rahmen der Ausstellung Graz Architektur: Rationalisten, Ästheten, Magengrubenarchitekten, Demokraten, Mediakraten Arbeiten von Protagonisten der Grazer Architekturszene gezeigt. Sie haben alle eine direkte oder indirekte Beziehung zu den britischen Architekten. Der Titel spiegelt die Vielfalt der Positionen, die pragmatisch, funktional, ästhetisch, expressionistisch und unaufgeregt sind. Die Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht auf die 1960er- und 1970er-Jahre, sondern widmet sich der Weiterentwicklung dieser Ideen. Auch wenn nicht alle Überlegungen realisiert werden konnten, zeigten die Grazer Architekten von Anfang an ein großes Interesse an Umsetzungen. Das 1972 erstmals präsentierte „Modell Steiermark“ beförderte dies, da es jungen Architektinnen und Architekten bereits kurz nach dem Studium Möglichkeiten zum Bauen bot.

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts Graz Architektur: Rationalisten, Ästheten, Magengrubenarchitekten, Demokraten, Mediakraten erhalten darüber hinaus zeitgenössische Künstler/innen den Auftrag, sich mit Veränderungen von einst zu heute auseinanderzusetzen.

Was ist aus bestimmten Ideen und damit verbundenen Haltungen geworden?
Wie haben sich gesellschaftliche Ansprüche verschoben?
Was bleibt?

Mit Arbeiten von Günther Domenig, Hermann Eisenköck, Konrad Frey, Julia Gaisbacher, Volker Giencke, Bernhard Hafner, Oliver Hangl, Eilfried Huth, Anna Meyer, Szyszkowitz-Kowalski, Manfred Wolff-Plottegg, Arthur Zalewski

Display: Rainer Stadlbauer | Anna Lena von Helldorff (buero total)

In Zusammenarbeit mit dem Festival steirischer herbst sowie Künstlerhaus – Halle für Kunst & Medien, Graz, Neue Galerie Graz, HDA und TU Graz.
Kuratiert von: Barbara Steiner mit Katia Huemer
Kosten: Ein Ticket berechtigt zum Eintritt der kooperierenden Ausstellung im Künstlerhaus – Halle für Kunst & Medien.

Ort:

Space02

Haegue Yang

The VIP’s Union

Fr, 23.6.2017 - Mo, 2.4.2018

Die koreanische Künstlerin Haegue Yang bittet bekannte bzw. berühmte Persönlichkeiten - VIPs - aus Graz und der Steiermark um die Leihgabe eines Stuhls bzw. Tisches ihrer Wahl. Zusammen erzeugen diese Möbelstücke nicht nur ein Porträt des Landes und der Stadt, sondern sie geben auch Auskunft über Repräsentationsvorstellungen, Geschmack und Lebensgewohnheiten der Leihgeber/innen. Darüber hinaus spiegelt die Zusammenstellung vorhandene beziehungsweise angestrebte gesellschaftliche Verbindungen des Kunsthauses, das gemeinsam mit der Künstlerin die steirischen VIPs einlädt.

Kuratiert von: Barbara Steiner

Ort:

Space02

Kunsthaus Graz 2017

Leitprinzip des Jahres: "Provisorische Studien (im Entstehen)"

So, 1.1.2017 - So, 31.12.2017

Seit dem 1. Juli 2016 hat das Kunsthaus eine neue Leitung. Das inhaltliche Konzept für 2017 geht vom Vorhandenen aus und macht den Titel der Ausstellung Koki Tanakas, Provisorische Studien (im Entstehen), zum Leitprinzip des Jahres. Ausgangspunkt für das Gesamtprogramm sind vorangegangene Setzungen, bereits geplante Programmteile, die Architektur von Peter Cook und Colin Fournier, Alltagsroutinen der Institution und nicht zuletzt die visuelle Identität des Universalmuseums Joanneum, zu dem das Kunsthaus Graz gehört.

Prototypen und Prozesse
Ein besonderer Schwerpunkt der Entwicklung liegt im nächsten Jahr auf dem Foyer des Kunsthauses. Künstler/innen, Designer/innen sowie Architektinnen und Architekten – wie Superflex, Oliver Hangl, Tristan Schulze, Topotek 1, Niels Jonkhans, Gerhard Eder, Anna Lena von Helldorff und Oliver Klimpel, die auch bei anderen Programmpunkten mitwirken – testen verschiedene Kommunikations- und Nutzungenformen, wobei die inhaltlich-künstlerische Ausrichtung des Kunsthauses mit funktionalen wie ökonomischen Anforderungen an eine zeitgenössische Ausstellungsinstitution verbunden wird.

Üblicherweise werden Projekte erst veröffentlicht, wenn diese konzeptuell zu Ende gedacht und realisiert worden sind. Das Kunsthaus Graz macht jedoch den Umgestaltungsprozess selbst zum Thema: Varianten, Prototypen und Nutzungsoptionen werden entwickelt, Korrekturen „ausgestellt“ und öffentlich diskutiert.

Die am Beispiel der Umgestaltung des Foyers beschriebene Vorgehensweise – Begleiten des Vorhandenen, Kommentieren und Übersetzen, entsprechend den funktionalen, inhaltlichen und ästhetischen Anforderungen – spiegelt sich auch in der Konzeption des Jahresprogramms. Zu den bereits gesetzten Ausstellungen Taumel. Navigieren im Unbekannten und Erwin Wurm gesellen sich – quasi in Ergänzung und Erweiterung – Haegue Yangs The VIP´s Union, und Koki Tanakas Provisorische Studien (im Entstehen). Das Interesse am Prozessualen verbindet diese Programmpunkte. Damit entsteht ein Schwerpunkt, der um Alltagserfahrungen (Über- bzw. Unterforderung, Verlustgefühle), Alltäglichkeit und Routinen, aber auch das Durchbrechen von Routinen kreist. Im Taumel wird das Phänomen und das Ergebnis von physischer, neuronaler oder emotionaler Be- und Überlastung als Quelle von Kreativität untersucht. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Künstlerinnen und Künstlern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Re-Visionen
Im Herbst 2017 steht das Kunsthaus als Bauwerk im Mittelpunkt. Ausgangspunkt der Ausstellung Up into the Unknown (Auf ins Ungewisse) ist die Architektur des Kunsthauses, das zwischen 2001 und 2003 realisiert wurde. Die Ausstellung zeichnet die Entstehung des Kunsthauses nach und geht dabei dem Verhältnis zwischen visionären Ideen und deren Umsetzung nach. Parallel zu Beiträgen von Cook und Fournier bzw. unter Einbeziehung von Arbeiten, die ihre Überlegungen für das Kunsthaus beeinflusst hatten, werden unter dem Titel Rationalisten, Ästheten, Magengrubenarchitekten und Demokraten Objekte und Zeichnungen von Protagonistinnen und Protagonisten der steirischen bzw. Grazer Architekturszene gezeigt, wie etwa von Eilfried Huth/Günther Domenig, Konrad Frey, Bernhard Hafner, Szyszkowitz-Kowalski, Manfred Wolff-Plottegg, Volker Giencke.

Im Rahmen beider Ausstellungen sind die zeitgenössische Künstler/innen Isa Rosenberger, Arthur Zalewski, Anna Meyer, Škart, Julia Gaisbacher eingeladen, sich mit Veränderungen von einst zu heute auseinanderzusetzen. Was ist aus bestimmten Ideen und damit verbundenen Haltungen geworden? Wie haben sich gesellschaftliche Ansprüche verschoben? Was bleibt? Die Künstler/innen kommentieren, im Sinne eines „Überdenkens“, aus einer zeitlichen Distanz und mit verschiedenen bildnerischen Mitteln Veränderungen in Architektur und Gesellschaft.

Das Programm 2017 des Kunsthauses tastet sich an geplante Veränderungen heran: Hinzufügungen, Verdoppelungen, Parallelprozesse, Revisionen eröffnen einen Prozess des institutionellen „Nach- und Überdenkens“. Dieses braucht wesentlich Impulse von außen.

Neben dem Prinzip des Ergänzens und Verwebens von Inhalten untersucht über das ganze Jahr lang eine Gruppe von Jugendlichen von 15 bis 25 Jahren zusammen mit Kuratorinnen, Marketingteams sowie Vermittlerinnen die Kommunikation im und mit dem Museum. Museum as Toolbox ist Teil eines zweijährigen EU-Netzwerkprojekts, das im September 2017 seinen Abschluss findet.

Das Interesse an Impulsen von außen setzt sich mit der Einrichtung eines „Ratgeber/innen-Gremiums“ fort, das sich aus lokalen Initiativen der Stadt Graz speist.

Die Reihe „Offenes Haus“, begonnen 2016 im Zeichen der Öffnung des Kunsthauses Graz in verschiedene künstlerische und gesellschaftliche Richtungen, transformiert sich in das Projekt „Lokal“, das mit einer Intervention von Manfred Stocker im Lokal des Kunsthauscafés seinen Anfang nimmt.

Der Umbau des Foyers beginnt am 2.1.2017 und endet am 31.8.2018.

Barbara Steiner, Katrin Bucher-Trantow

Ort:

Kunsthaus Graz

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
A 8020 Graz

Telefon: +43 (0)316-8017-9200
Fax: +43 (0)316-8017-9212
E-Mail: kunsthausgraz@museum-joanneum.at

Öffnungszeiten:
Di–So 10-17 Uhr

Sonderöffnungszeiten:
An folgenden besonderen Tagen/ Feiertagen zu den normalen Öffnungszeiten geöffnet:
8. Dezember (Mariä Empfängnis), 26. Dezember (Stefanitag), 31. Dezember (Silvester), 1. Jänner 2015 (13-17 Uhr), 6. Jänner 2015 (10-17 Uhr)
An folgenden besonderen Tagen/Feiertagen geschlossen:
24. bis 25. Dezember (Heiliger Abend, Christtag), 17. Februar 2015