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Kunsthaus Graz

Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ öffnete das Kunsthaus Graz 2003 seine Pforten. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz. Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities:united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

Kontakt

Kunsthaus Graz
Lendkai 1
A-8020 Graz

Telefon: +43 (0)316-8017-9200
Fax: +43 (0)316-8017-9212
E-Mail: kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten:
Di–So 10-17 Uhr

Sonderöffnungszeiten:
An folgenden besonderen Tagen/ Feiertagen zu den normalen Öffnungszeiten geöffnet:
8. Dezember (Mariä Empfängnis), 26. Dezember (Stefanitag), 31. Dezember (Silvester), 1. Jänner 2015 (13-17 Uhr), 6. Jänner 2015 (10-17 Uhr)
An folgenden besonderen Tagen/Feiertagen geschlossen:
24. bis 25. Dezember (Heiliger Abend, Christtag), 17. Februar 2015
Ausstellung

Congo Stars

So, 23.9.2018 - Sa, 27.7.2019

Congo Stars zeigt populäre Malerei von den 1960er-Jahren bis heute sowie zeitgenössische Kunst, auch von Künstlerinnen und Künstlern, die inzwischen in Paris oder Brüssel leben, mit Leihgaben aus dem Afrika Museum in Tervuren, dem Iwalewahaus in Bayreuth, von privaten Sammlern und aus österreichischen Sammlungen wie der Sammlung Armin Prinz der Österreichischen Ethnomedizinischen Gesellschaft, der Sammlung Horvath Politischer Kunst, dem Weltmuseum Wien, der Sammlung Peter Weihs und mehr.

Mit den österreichischen Sammlungen entsteht ein ungewöhnlicher Blick auf die „Peinture Populaire“, handelt es sich dabei doch um selten bis überhaupt noch nie gezeigte Werke aus diesem Genre. Der Ethnologe und Mediziner Armin Prinz, der seit den frühen 1970er Jahren sowohl die Sammlung für die Österreichische Ethnomedizinische Gesellschaft als auch wesentliche Teile der Sammlung Horvath Politischer Kunst aufgebaut hat, sammelte nicht nach ästhetischen Kriterien, sondern selektierte nach inhaltlichen Überlegungen. Der mediale bzw. dokumentarische Aspekt dieser Kunst wird dabei besonders deutlich. Peter Weihs andererseits war in den 1970er und 80er Jahren Professor für Keramik an der „Academie des Beaux Arts“ in Kinshasa und hatte als solcher sehr frühen Kontakt zu den populären Malern. Einige davon, wie Chéri Chérin, waren auch seine Studenten.

Die Konfrontation der „Peinture Populaire“ mit Positionen kongolesischer Gegenwartskunst, die ein wichtiger Aspekt der Ausstellung Congo Stars ist, kann durchaus als Novum bezeichnet werden. Die Künstler/innen, die teilweise in der Diaspora (bspw. Paris oder Brüssel) oder im Kongo – vorwiegend in der Hauptstadt Kinshasa – leben und arbeiten, haben oft dieselben Themen im Augen wie die „Peinture Populaire“, haben sich aber gleichzeitig weit davon abgesetzt bzw. emanzipiert. Analytisch, detailreich, viele Metaebenen erreichend, arbeiten sie in unterschiedlichen Medien.

Durch die Hinzunahme von Dokumentarmaterial (Fotos, Filme, Plakate, etc.) wird die Ausstellung ein Konglomerat an unterschiedlichen Informationen und Bildmedien. Dabei wird eine visuell und inhaltlich das Publikum nahezu überfordernde Dichte erreicht, die modellhaft die Struktur einer Stadt in sich trägt. Urbane Moloche wie beispielsweise die Hauptstadt des Kongo sind dabei das Vorbild. Die Gleichzeitigkeit der Information bzw. die chaotische Akkumulation von unterschiedlichen Visualitäten erzeugt ein explosives und spannungsgeladenes Klima einer Großstadt. Das spiegelt diese Ausstellung auf einer symbolischen Ebene wider.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Buch Tram 83 des in Graz lebenden Schriftstellers Fiston Mwanza Mujila. Er beschreibt darin einen imaginären Ort, der zwar von der (harten) gesellschaftlichen Realität kongolesischer Städte (Lubumbashi und Kinshasa) ausgeht, jedoch letztlich nahezu überall sein könnte.

Darüber hinaus legt Congo Stars einen besonderen Schwerpunkt auf die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen der Steiermark, Österreich und dem Kongo, ausgehend von diplomatischen Beziehungen und Ausbildungsprogrammen in den 1960er-Jahren, der Gründung des Afro-Asiatischen Instituts 1964 bis hin zum Aufenthalt des ehemaligen kongolesischen Stadtschreiber Fiston Mwanza Mujila in Graz und österreichischen Sammlungen kongolesischer Kunst.

Die Ausstellung strukturiert sich entlang folgender Kapitel:

EXISTENZSICHERUNG/ ARBEIT (Ausbeutung von Ressourcen, Bergbau, Armut, „Artikel 15“ , politische und wirtschaftliche Situation);
MYTHOLOGIE/ SPIRITUALITÄT (Anrufung höherer Mächte, Mami Wata, Kirchen und Sekten);
BAR (Ausgehen/Vergnügen, die Bar als Ort zwischen Realität und Imagination, als Ort für Geschäfte, Vergnügen, Sexualität etc.);
„STARS“ (in Politik, Musik, Malerei, Mode, < Sapeurs >, Sport und „Afronauten“);
STADTRAUM/ MARKT (städtischer Raum/urbanes Theater - multiple Perspektiven auf Stadt, auch nostalgischer Blick auf Landschaft, Dorfleben und Natur);
PRIVATER RAUM/ WOHNZIMMER (Porträts, Ausstattung, Repräsentation).

Sowohl die Arbeiten der „Peinture Populaire“ als auch der zeitgenössischen Künstler/innen werden entlang dieser Struktur gezeigt. Im Blickpunkt stehen darüber hinaus Übergänge zwischen privaten, halb-öffentlichen und öffentlichen Räumen.

Zu diesen Kapiteln beschreibt eine TIMELINE wichtige Ereignisse in der Genese des Kongos. Diese sucht jedoch Linearität zu vermeiden und erlaubt sowohl horizontale als auch vertikale Leseweisen. Sie integriert neben Malereien, auch Poster, Reproduktionen, Filme und Objekte. Diese dient der Vermittlung und Kontextualisierung der ausgestellten Arbeiten.

Kuratiert von: Sammy Baloji, Bambi Ceuppens, Fiston Mwanza Mujila, Günther Holler-Schuster und Barbara Steiner

Die Ausstellung wird im Kunsthaus Graz und in der Kunsthalle Tübingen gezeigt

In Kooperation mit dem Königlichen Museum für Zentral-Afrika in Tervuren, der Kunsthalle Tübingen und dem Iwalewahaus in Bayreuth.

Der Projektteil in der Kunsthalle Tübingen wird gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes.
Ausstellungen / Ausstellung Robert Musi Literatur-Museum Klagenfurt Klagenfurt, Bahnhofstraße 50
Ausstellungen / Ausstellung Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz Graz, Burgring 2
Ausstellungen / Museum Eisenbahnmuseum Lieboch Lieboch, Bahnhofstraße 8
Ausstellungen / Museum Grazmuseum Graz, Sackstraße 18
Ausstellungen / Museum Österreichischer Skulpturenpark Universalmuseum Joanneum Unterpremstätten, Thalerhofstraße 85
Ausstellungen / Ausstellung Kunstverein Kärnten Österreich, Goethepark 1
Ausstellungen / Museum kunstGarten Open Air Museum und Kulturinitiative Graz, Payer-Weyprecht-Str. 27
Ausstellungen / Galerie Galerie Kunst Kunstgalerie Graz, Bürgergasse 5