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Deutsches SchauSpielHaus

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

Kontakt

Deutsches SchauSpielHaus
Neue SchauSpielHaus GmbH
Kirchenallee 39
D-20099 Hamburg

Telefon: +49 (0)40.2 48 71-3
E-Mail: kartenservice@schauspielhaus.de

Bewertungschronik

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Theater

Anatomie eines Suizids

von Alice Birch

Premiere: 17. Oktober 2019

Carol liebt das Leben nicht. Es kostet sie die größte Mühe, einfach nur zu existieren, doch niemand hat Verständnis für ihre dunkle Verzweiflung. Ist sie nicht schön? Geht es ihr nicht gut? Hat sie nicht alles, worum die meisten sie beneiden? Woher also kommt die Depression? Als sie eine Tochter zur Welt bringt, verspricht sie dieser, so lange am Leben zu bleiben, wie es ihr irgend möglich ist. Doch die Krankheit lässt sie nicht los.
Jahre später. Anna gelingt es kaum besser, sich in der Welt zurechtzufinden. Sie sucht Zuflucht in Drogen und exzessiven Lebensformen, bis auch sie einer Tochter das Leben schenkt. Doch ihre Schwermut bleibt und führt sie bald in die gleiche Katastrophe wie die Mutter. Wieder einige Jahre später. Bonnie, inzwischen erwachsen, wehrt sich entschieden und mit aller Kraft gegen dieses scheinbar unausweichliche Erbe. Sie trifft eine radikale Entscheidung, die dem wiederkehrenden Schicksal ein Ende bereiten soll.
Die britische Autorin Alice Birch erzählt die Geschichte dreier Frauengenerationen in einer dramaturgisch raffinierten Anordnung: Die Handlungsstränge finden simultan auf der Bühne statt, während sich die drei Protagonistinnen jeweils in ihrer eigenen Zeitzone befinden. Das den weiblichen Blick fokussierende Stück ist wie eine Fuge komponiert, in dem Themen und Motive in den einzelnen Erzählungen hinterlassen und variiert werden und sich den Frauenfiguren einschreiben wie die Depression ihrer DNA, der scheinbar nicht zu entkommen ist.

Regie: Katie Mitchell
Regiemitarbeit: Lily McLeish
Bühne: Alex Eales
Licht: James Farncombe
Kostüme: Clarissa Freiberg
Komposition Musik: Melanie Wilson, Paul Clark
Sounddesign: Melanie Wilson, Donato Wharton
Dramaturgie: Sybille Meier

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Jugendprogramm

Die sexuellen Neurosen unserer Eltern 15+

von Lukas Bärfuss

Premiere: 19. Oktober 2019

„Ach, Kind, ich bin so glücklich. Diese Ärzte mit ihren Medikamenten. Jetzt machen wir Schluss damit. Keine Pillen mehr, nie wieder. Versprochen. Willkommen, Dora, willkommen in der Welt.“

Doras Mutter beschließt im Einverständnis mit dem behandelnden Arzt, dass die Medikamente ihrer geistig behinderten Tochter abgesetzt werden. Die Psychopharmaka hatten Dora die letzten Jahre als Person komplett lahmgelegt. Deshalb wünscht sich Doras Mutter ihre alte Tochter – so wie sie als Kind war – zurück: lebensfroh, aber auch unberechenbar. Was weder die Eltern noch der Arzt bedacht haben: Dora ist zur jungen Frau herangereift und erlebt jetzt ein starkes sexuelles Erwachen.

Lukas Bärfuss’ Drama bricht mit vielen Tabus und legt diese schonungslos offen. Trotz aller Ambivalenzen und Fragen, die es beim Publikum hinterlässt, ist es ein starkes Plädoyer für das Selbstbestimmungsrecht behinderter Menschen. Bärfuss gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen, deutschsprachigen Dramatiker. Seine mit vielen Preisen ausgezeichneten Stücke sind in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt worden und werden weltweit gespielt. „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ wird erstmalig an einem Theater für junges Publikum gespielt. Wir freuen uns, dass Friederike Jaglitz und Michael Schumacher vom Hamburger Theaterensemble MEINE DAMEN UND HERREN als Gäste bei dieser Produktion mitwirken (www.meinedamenundherren.net).

Regie: Alexander Riemenschneider
Bühne: David Hohmann
Kostüme: Lili Wanner
Choreografische Begleitung: Regina Rossi
Licht: Andreas Juchheim
Ton: Benjamin Owuso-Sekere, Caroline Woelke
Dramaturgie: Stanislava Jević

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Theater

Das Totenfest

UnterGrund

Premiere: 22. November 2019

Theatrale Installation unter Verwendung von Auszügen aus dem Roman «Das Totenfest» von Jean Genet

Genet widmet seinem verstorbenen Liebhaber Jean Decarnin ein literarisches Totenfest. Decarnin war Teil des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer und wurde während der Befreiung von Paris tödlich verwundet. Der Roman, von Kritiker*innen auch als "Gesang an den Faschismus" bezeichnet, schafft ein faszinierendes, poetisches Phantasiegebilde, in dem sich zahlreiche Handlungsstränge ineinander verweben. Im Angesicht des "auf dem Felde der Ehre" gefallenen Freundes durchbricht Genet die politischen und gesellschaftlichen Denkmuster. Der umstrittene Autor lotet die Dimensionen seiner Liebe und seines Schmerzes aus, die im Kontext des allgegenwärtigen Kriegsgrauens stehen. Das Buch sei "eine begierige Suche nach den Halunken, die Decarnin verachtete". Auf herausfordernde wie verstörende Weise führt uns Genet zu den Mördern dieser Zeit und ihrer Menschlichkeit.

Regie: Max Pross
Bühne: Mara-Madeleine Pieler
Kostüme: Clarissa Freiberg
Musik: Raphaela Andrade
Dramaturgie: Finnja Denkewitz

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Theater

Trutz

von Christoph Hein

Premiere: 29. November 2019

Maykl Trutz kann nicht vergessen. Er kann das Schicksal seiner Eltern, die vor den Nazis voller Hoffnung in die Sowjetunion flüchten und dort – wie der befreundete russische Linguist Gejm und seine Familie – dem stalinistischen System zum Opfer fallen, nicht vergessen. Als 18-Jähriger kehrt Maykl nach Deutschland zurück, in die DDR. Doch die Erinnerung an das Gewesene lässt ihn nicht in die Jugendorganisation FDJ eintreten und nach der Wende einen Prozess gegen einen Stasimann anstreben, bei dem er nicht Recht bekommt.

So wie Maykl nicht vergessen kann, will Christoph Hein nicht vergessen und schreibt mit »Trutz« ein großes Erinnerungsbuch über die grausamen Verflechtungen und die wechselvolle Leidgeschichte, die im vergangenen Jahrhundert gerade Deutschland und Russland bzw. die Sowjetunion prägten. Ein Jahrhunderttext in mehrfacher Bedeutung: ein Jahrhundert umgreifend, ein Jahrhundert verstehbar machend und ein schmerzhafter, aber hellsichtiger Rückblick: Weil Geschichte nicht einfach vorbei ist, weil das, was war, uns und unser Handeln heute beeinflusst, mit der Geschichte heutige Politik legitimiert wird.

Regie und Bühne: Dušan David Parízek
Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Johannes Kirsten

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1 Theater

Die Nibelungen - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht

Nach »Effi Briest« und »Anna Karenina« präsentiert Rock-Antenne Walhalla jetzt den brandneuen Hit der Walküren: Das Nibelungenlied!

„In Worms bi dem Rhine wohnten dri Könige mit ihr Kraft. In Dienste von ihr Landen vil stolze Riterschaft. Mit stoltzlichen Ehren all ihres Lebens Zeit, bis jämmerlich sie starben von zweier edeln Frovwen Streit.“

Erleben Sie die berühmte Familiensaga um Kriemhild, Brunhild, Gunter, Gernot, Giselher, Ute, Hagen, Etzel, den starken Siegfried und den rattenscharfen Spielmann Volker von Alzey. Tauchen Sie ein in ein Jahrtausendwerk, an dem sich die größten Geister scheiden: „Ein elendes Zeug, nicht einen Schuss Pulver werth.“ (Friedrich der Große) / „Ein köstliches Werk!“ (Goethe) / „Abstrus-peinliche Betrugskomödie dank der törichten Schwatzhaftigkeit ihrer Protagonisten.“ (Marcel Reich-Ranicki)

Extreme Emotionen, große Heldentaten und Ströme von Blut sind garantiert, wenn Barbara Bürk und Clemens Sienknecht mit der nächsten Folge ihrer erfolgreichen Radioshow auf Sendung gehen.

Regie: Clemens Sienknecht, Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Sybille Meier

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Theater

Rotkäppchen und der Wolf

von Martin Mosebach

„Spricht die Mutter mir vom Wald,
schlottert sie entsetzenskalt.
Mütterlicher Phantasie
frisst der Wolf dort Mensch und Vieh.
Forsche nicht im Waldgehege!
Weiche keinen Schritt vom Wege!“
(Martin Mosebach, Rotkäppchen und der Wolf)


Mit guten Ratschlägen gewappnet, macht sich das Kind auf den Weg – doch der Gang der Geschichte ist unausweichlich. Das Märchen vom Mädchen mit der roten Kappe, das sich durch den gefährlichen, aber auch verheißungsvollen Wald wagt, um die Großmutter zu besuchen und dabei auf den bösen Wolf trifft, zählt zu den bekanntesten europäischen Märchenstoffen. 1988 hat Martin Mosebach daraus ein monumentales Drama in Versform geschrieben, in dem die Figuren und das Leben im Wald eine humorvolle und zugleich abgründige Überhöhung erfahren.
Martin Höfermanns Kondensat dieser Dramatisierung für Erwachsene nimmt die vergifteten Mütter-Töchter-Verhältnisse unter die Lupe: Die schrägen Figuren arbeiten sich – getrieben von Reue und Bitterkeit in Bezug auf getroffene Lebensentscheidungen – an der Ausweglosigkeit, die ihnen durch ihre Rollen zugekommen ist, ab.
Vielleicht kommt der Wolf, dem sie früher oder später unweigerlich alle begegnen, als Katalysator – oder gar als Erlöser? –, nicht ganz ungelegen? Und vielleicht ist auch er, der Außenseiter, von diesen Gedanken nicht ausgenommen?
„Die Apokalypse steht ins Haus. Wir Untiere wissen es längst, und wir wissen es alle.“ (Ulrich Horstmann, Das Untier)

Regie: Martin Höfermann
Bühne: Annina Brell
Kostüme: Katharina Leu
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

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Jugendprogramm

Ellbogen

von Fatma Aydemir

Hazal ist 17. Sie lebt in Berlin und steckt in einer berufsbildenden Maßnahme fest. Bewerbungen schreiben, bei ihrem Onkel in der Bäckerei jobben, einen Joint durchziehen, abends ihrer Familie Çay servieren und heimlich mit Mehmet, den sie noch nie getroffen hat, in Istanbul skypen – so verlaufen Hazals Tage. Ein bisschen Freiheit erlügt sie sich, büxt aus, wo es eben geht. Eng und klein ist ihr Leben, jeder Schritt scheint vorherbestimmt. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Hazal wird 18. Sie darf wundersamerweise hinaus in die Welt und sich feiern. Gemeinsam mit ihren Freundinnen stellt sie sich in die endlos scheinende Schlange eines berühmt-berüchtigten Clubs, doch als sie endlich vor dem Türsteher angekommen sind, werden sie abgewiesen. Unbändige Wut erschüttert die Mädchen. In der U-Bahn-Station verdreschen sie einen Studenten, der ihnen gerne seinen Schwanz gezeigt hätte und stoßen ihn auf die Schienen. Hazal flieht nach Istanbul und bereut nichts. „Wir hatten Streitlust, wir hassen deutsche Studenten“, wird sie ihrer Tante Semra sagen, die versucht, das Mädchen einzufangen und zurück in die Gesellschaft zu führen – zur Buße, zum Studium, nach Deutschland. Doch Hazal weigert sich. Ihr Mitleid gilt nicht dem Toten, sondern sich selbst, denn dass diese Tat ihr Leben verpfuscht hat, das weiß sie.

Fatma Aydemir hat einen kolossalen Roman vorgelegt, der das heutige Erwachsenwerden eines postmigrantischen Mädchens untersucht. Sie spielt mit Klischees und Archetypen und bricht mit ihnen im nächsten Schritt. Sie stellt uns ein Mädchen vor, dem menschlich kaum begegnet wurde, das auf eine Rolle hin erzogen wurde, die nicht die seine ist, das Wut und Hass in sich sammelt, um dann zu explodieren, das kein Opfer sein will und deswegen zur Täterin wird. Wie geht man um mit einem Menschen, der den anderen die Menschlichkeit abspricht? Der in reuelosem Zorn wütet? Eine Antwort gibt Aydemir nicht.

Sie schenkt uns diese Frage und rüttelt an uns, die wir diese Gesellschaft bilden und gestalten und Antworten finden müssen. Alexander Riemenschneider wird "Ellbogen" inszenieren. Er arbeitet am Theater Bremen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Bochum. Am Jungen SchauSpielHaus brachte er in der vergangenen Spielzeit den Roman "Das hier ist kein Tagebuch" auf die Bühne.

"Es ist so da und es ist so heftig, dass man es fast anfassen kann. Wut. Meine ist so groß, dass sie nicht in mich hineinpasst."

Regie: Alexander Riemenschneider
Ausstattung: Anke Napierala
Musik: Tobias Vethake
Licht: Jonathan Nacke
Ton: Benjamin Owuso
Dramaturgie: Nora Khuon

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Theater

Rainer Gratzke oder Das rote Auto

von Jens Rachut

Rainer Gratzke hat sich als Proband für Kosmetika, Pillen, Pasten, Salben und andere Mittelchen über Wasser gehalten. Mit Folgen. Er ist todkrank, unheilbar vollgestopft mit Metastasen und mit Medizin, die es nicht geschafft hat, sie zu vernichten; vollgestopft mit dem Gegenteil einer Aussicht, außer der auf einen Verladebahnhof. Tausende Neuwagen auf Güterwaggons, mehr bekommt er durch die Fenster seines Zimmers von der Welt nicht mehr zu sehen. Er hat sich in ein Sterbehospiz begeben, eine dubiose Einrichtung in einem Bunker, betreut von seltsamem Personal. Gerade hat er seinen letzten, tödlichen Cocktail geschluckt. Eine knappe Stunde bleibt ihm noch, sagt die Schwester, so wie dem ganzen Hospiz nur mehr eine Stunde bleibt. „Dann kommen die Schrapper und reißen das hier weg.Der letzte Erlöste. Gratuliere, Herr Gratzke! Also, der Letzte macht das Licht aus und auch die ganzen Dimmer.“
Jens Rachut, Sänger verschiedener Punkbands wie »Dackelblut«, »Oma Hans«, »Alte Sau« und aktuell »Maulgruppe«, Texter, Autor, Darsteller und Regisseur hat einen obskuren Trip durch die letzte Stunde eines Sterbehilfe-Patienten komponiert und wird ihn im MalerSaal selbst inszenieren.

Regie: Jens Rachut
Bühne: Raoul Doré
Kostüme: Lena Schön, Helen Stein
Video: Maika Dresenkamp
Musik: Jonas Landerschier
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Bastian Lomsché

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Kinderprogramm

Tiere im Hotel [5+]

von Gertrud Pigor

Der Bär, unumstrittener Chef im Wald, möchte seinen Winterschlaf in diesem Jahr endlich einmal ungestört an einem komfortablen Ort verbringen und bucht eine Suite im Hotel der Tiere, einem Grand Hotel mit dem Charme vergangener Zeiten, in dem der Gast noch König ist. An der Rezeption trägt heute das Kaninchen, Page und Liftboy im Grand Hotel, die alleinige Verantwortung für den reibungslosen Ablauf. Der Hoteldirektor ist verreist und verlässt sich voll und ganz auf seinen Pagen. Als Jahrgangsbester der Hotelfachoberschule sieht sich das Kaninchen auf anspruchsvolle Gäste sehr gut vorbereitet und möchte bei seinem ersten Einsatz in Vertretung des Hoteldirektors alles richtig machen.
Das Kaninchen wartet gespannt auf den angekündigten Gast; eine größere Anlieferung schwerer Koffer lässt auf einen langen Aufenthalt schließen

Kaninchen: „Herzlich willkommen. Wir hoffen, Sie hatten eine gute Anreise und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt.“

Bär: „Ruhe. Schlüssel.“

Bereits beim Check-in zeigt sich, dass der Bär mit seinen ausgefallenen Sonderwünschen ein mehr als anstrengender Hotelgast sein wird. Übellaunig befiehlt er absolute Ruhe. Keinen Mucks möchte er hören, und das gelte für die gesamte Dauer seines Winterschlafs, der im Übrigen viele lange Monate dauern werde. Sein Frühstück hat der anspruchsvolle Gast gleich mitgebracht: Ein kleines Küken, das über die Wintermonate ordentlich gefüttert und zu einem großen, dicken Huhn herangewachsen soll; wie immer rechne der Bär nach seinem Winterschlaf mit entsprechendem Bärenhunger. ‚Der Gast ist König‘, so hat es das Kaninchen gelernt. Mit einem mulmigen Gefühl nimmt es das Küken in seine Obhut; wenn ihn das kleine Huhn nur nicht so treuherzig anschauen würde!

Überraschend taucht eine Horde Waschbären im Hotel auf. Sie geben sich als Putzkolonne aus und durchstöbern das ganze Hotel. Warum wusste das Kaninchen nichts davon? Was haben die Waschbären vor? Die Hotelruhe ist dahin, der Bär wacht auf, gefährliches Knurren ist aus der Bären-Suite zu hören - und plötzlich ist auch noch das Küken verschwunden.

Ein Stück über das große Abenteuer, eigene Entscheidungen zu treffen und Bären zu zähmen.

Regie: Gertrud Pigor
Bühne: Katrin Plötzky
Kostüme: Hannah Petersen
Komposition: Jan Fritsch
Choreographische Mitarbeit: Tom Bünger
Licht: Jonathan Nacke
Ton: Nicanor Müller van der Haegen , Benjamin Owuso
Dramaturgie: Mathias Wendelin

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Kinderprogramm

Die Tochter des Ganovenkönigs

von Ad de Bont
10+

„Jahrelang habe ich alle Freveltaten meiner Eltern mit dem Mantel der Liebe zugedeckt. Aber jetzt kann ich ihr schändliches Treiben nicht länger ignorieren. Deshalb habe ich die dezidierte Absicht, mich von ihnen zu trennen.“
Auf einem Schloss aufzuwachsen klingt nach dem Traum vieler Kinder. Doch Julchens Leben als Tochter eines Königspaars ist alles andere als glamourös: Ihre Eltern fluchen und schimpfen ununterbrochen und interessieren sich kein bisschen für ihr Kind. Julchen stellt sich daher die radikale Frage: „Was ist schlimmer: schlechte Eltern? Oder überhaupt keine Eltern?“

Der niederländische Autor und Theatermacher Ad de Bont erhielt gemeinsam mit seiner Übersetzerin Barbara Buri 1998 den Deutschen Kindertheaterpreis für sein Stück – das formal sowohl Elemente eines Märchens als auch einer Farce vereint –, in dem ein eloquentes Mädchen die bestehenden Verhältnisse in Frage stellt, Gerechtigkeit und moralisches Handeln einfordert, obwohl die Welt, in der es aufwächst, von Gier, Korruption und Herzlosigkeit geprägt ist.

Regie: Isabel Osthues
Bühne: Jeremias Böttcher
Kostüme: Mascha Schubert
Komposition: Timo Willecke
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

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Theater

Anna Karenina - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk nach Lew Tolstoi

Mindestens 100 Minuten, aber nicht länger als 119 Minuten. Bestimmt keine Pause.

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ Ob das so stimmt, oder ob nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall ist, lässt uns der russische Schriftsteller Lew Tolstoi in seinem Jahrtausend-Werk »Anna Karenina« ergründen. Die Protagonistin des Romans ist eine der drei namhaften Ehebrecherinnen des 19. Jahrhunderts, die im Verstoß gegen gesellschaftliche Gepflogenheiten an ihrer leidenschaftlichen Liebe zu einem anderen als ihrem Ehemann zugrunde gehen muss.

Clemens Sienknecht und Barbara Bürk setzen ihre Serie des menschlichen Scheiterns im MalerSaal des SchauSpielHauses fort. Die neue Folge ihrer hochgeschätzten Radioshow »Berühmte Seitensprünge der Weltliteratur« widmen sie dieses Mal der Titelheldin aus Russland, die es ziemlich genau 20 Jahre vor Effi Briest und ungefähr 20 Jahre nach Emma Bovary mit eben dergleichen Geschichte zu eben demselben Weltruhm gebracht hatte.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Dramaturgie: Sybille Meier

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Jugendprogramm

Demian [14+]

von Hermann Hesse

„Meine Geschichte ist die eines Menschen – nicht eines erfundenen, eines möglichen, eines idealen oder sonstwie nicht vorhandenen, sondern eines wirklichen, einmaligen, lebenden Menschen.“ Dieser einmalige Mensch heißt Emil Sinclair und beginnt seine Erinnerung mit dem Moment, in dem ihm aufgeht, dass die Welt aus zwei Welten besteht: einer heilen, milden und hellen und einer dunklen, die das Verbotene und Gewaltsame beheimatet. Emil, dessen Zuhause die dunkle Seite nicht zu kennen scheint, ist fasziniert von dieser Entdeckung. In Person des Straßenjungen Kromer verfällt er ihr und wird, naiv und unerfahren, auch gleich zu deren Opfer, wäre da nicht Max Demian, der ihn aus Kromers Griff befreit. Demian ist anders als alle, denen Sinclair bisher begegnete. Die beiden verbindet ein geheimes Band, ein Mal, das nur für diejenigen zu erkennen ist, die es tragen. Demian kennt die dunkle und helle Welt und öffnet Sinclairs Blick dafür, dass keine davon zu bevorzugen sei. Er spricht vom freien Willen, davon, dass jeder entscheiden könne, was erlaubt und was verboten sei, davon, dass sich die Zeiten ändern und damit die Regeln. Folgerichtig sei das Absolute nur in sich selbst zu finden. Demian ist Emil einen Schritt voraus. Er scheint dessen Dilemma zu kennen, seine erwachende Sexualität, seinen Hang zur Mystik, seine Unzufriedenheit mit der Konformität des bürgerlichen Daseins, doch scheint er es auch schon gleichsam überwunden zu haben. Vor dem Hintergrund des untergehenden Europas trennen und vereinen sich ihre Wege.

Hermann Hesse veröffentlicht „Demian“ kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Europa ist untergegangen und mit ihm sein Moral- und Wertekonzept. Eine neue Welt könnte entstehen. Doch wer steht bereit? Hesse zeichnet Sinclairs Weg der Individuation nach. Was macht uns zur Person? Wie biegsam und verführbar sind wir? Gibt es eine mystische Dimension, die uns bestimmt? Wie bereit sind wir, uns in eine Gesellschaft einzupassen und den Weg zu uns gar nicht erst zu versuchen? Und wenn wir versuchen ihn zu gehen, wohin führt er uns eigentlich? Er stellt sich den Fragen des Erwachsenwerdens und des Kampfes ein Mensch zu sein. Moritz Beichl, Absolvent der Regieklasse der Theaterakademie 2017, wird »Demian« inszenieren.

"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören."

Regie: Moritz Beichl
Bühne: Ulrich Frommhold
Kostüme: Astrid Klein
Licht: Jonathan Nacke
Dramaturgie: Nora Khuon, Mathias Wendelin

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Theater

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

„Achtung, hier kommt der neue König…!“ Der Sieger, der Vorkämpfer, der Anführer, der Gewinner, der Vater, der Erlöser, der Gott: Viele Namen trägt der gerade erwählte König, doch wie er wirklich heißt, wird nie direkt ausgesprochen: Donald J. Trump ist Anlass, aber nicht Essenz des neuen Stückes von Elfriede Jelinek. Sie stellt sich grundsätzlichere Fragen wie: Wieso treten Rechtspopulismus und Superkapitalismus stets gemeinsam auf? Bedeutet der Sieg dieses Königs nicht die gespenstische Rückkehr des „Alten“, „historisch Überlieferten, auch wenn damals Millionen daran krepiert sind“? Und wieso steht der Verblendung der neuen Rechten keine Hellsicht der Gegner gegenüber? Wieso sind in diesem Schauspiel alle blind?

Gleich zu Beginn des Stückes: Auftritt der Autorin als blinde Seherin; sie blutet aus den Augen, später auch aus dem Mund. Der König tritt als blinder Ödipus auf. Er bringt die Pest und wird bald ausgestoßen werden, aber noch sitzt er in seinem goldenen Turm auf goldenen Stühlchen, trinkt mit seiner goldigen Familie aus goldenen Bechern. Seine Anhänger und Gegner schlagen derweil aufeinander ein wie Kasperle auf das Krokodil. Wo sind wir hier? In einer Monster Horror Picture Show? Im Unterschichtsfernsehen? Einem schlechten Imperator-Film? In einem Helden-Cartoon? Trumps Selbstinszenierung liefert die perfekte Steilvorlage für Jelineks geniale Parodie. Und doch bleibt Verzweiflung, Ohnmacht und Erschrecken spürbar: über den Hass und die Wut der neuen weißen Rotten, über Nationalismus und Rassismus, die wie monströse Zombies aus alten Gräbern wiederauferstehen.

Regie: Falk Richter
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Andy Besuch
Video: Meika Dresenkamp, Michel Auder
Komposition und Musik: Matthias Grübel
Dramaturgie: Rita Thiele

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Theater

Stalker - Picknick am Wegesrand

nach Andrei Tarkowski & Arkadi und Boris Strugatzki

Nach einem – zunächst unbemerkten – Besuch Außerirdischer treten in verschiedenen Gebieten rund um den Erdball seltsame Phänomene auf. Physikalische und logische Gesetzmäßigkeiten verlieren ihre Gültigkeit, Menschen kommen auf absonderliche Weise zu Tode. Die Regierungen evakuieren die Überlebenden und richten militärisch abgeriegelte Zonen ein. Wer einzudringen versucht, wird erschossen. Doch im Inneren der Zonen, so heißt es, gibt es dem Menschen unbekannte Schätze: Relikte mit mächtigen Eigenschaften, Orte, an denen verborgenste Wünsche erfüllt werden. Der „Stalker“ Red schleust gegen Bezahlung Glückssucher durch den Sperrgürtel. Ihre wahren Gründe für diese lebensgefährliche Reise bleiben im Dunkeln und sind nicht immer die, die sie vorgeben. Doch die Zone verlässt niemand, wie er sie betreten hat, und unsere innigsten Wünsche sind oft so geheim, dass wir sie selbst nicht kennen. Mit »Stalker« erschuf Andrei Tarkowski ein filmisches Meisterwerk. Vorlage ist der Roman »Picknick am Wegesrand« der Brüder Strugatzki, die auch das Drehbuch verfassten. David Czesienski (Theaterkollektiv Prinzip Gonzo) wird auf Grundlage dieser Science-Fiction-Klassiker Suchende in die Zone des Maler-Saals entsenden, um endlich Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit zu Tage zu fördern.

Regie: David Czesienski
Bühne: Lisette Schürer
Kostüme und Musik: Vera Buhß
Licht: Andreas Juchheim
Dramaturgie: Bastian Lomsché

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Theater

Abgrenzung

von Michael A. Müller

Die Eltern sind schwach, die Lehrer zum Vergessen, die Politiker Waschlappen, die Zukunft düster. Bei den „Jungen Aufrechten“ treffen die Freunde Finn und Johann auf Verständnis und Entschlossenheit. Mit medienwirksamen und provokanten Aktionen will sich die Gruppe gegen die „Überfremdung“ wehren und das „schwache und fehlgeleitete Heimatland“ retten. Während Finn im nationalistischen Gedankensumpf aufblüht und sich immer weiter radikalisiert, lernt Johann Amal kennen. Erste Zweifel überkommen ihn, doch Freund- und Kameradschaft dulden keine Widerrede. Wer nicht mitmacht, wird zum Feind.

Als Klassenzimmerstück (ab Klasse 10) buchbar

Buchungen für Schulen: michael.mueller@schauspielhaus.de

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Theater

Die Präsidentinnen

von Werner Schwab

In ihrer kleinstbürgerlichen Wohnküche kübeln Erna, Grete und Mariedl hemmungs- und schamlos ihren Welt-Frust über einander aus. Zwischen Abort-Phantasien, Papst-Sendungen und Dackelliebe erspinnen sie sich ihre Wirklichkeit, und die lustvollen, mit Ressentiments und Bigotterie gespickten Sprachattacken sind ihnen Horizont und billig buntes Jahrmarktfest zugleich. Den eigenen Dreck allerdings kehren sie lieber unter ihren Budenteppich – bis endlich Mariedl, die jüngste der drei Damen, ihre Kolleginnen mit der Wahrheit des Daseins konfrontiert. Doch so viel Realität hält keine aus ...
Abgründig, bitterböse und gnadenlos komisch seziert Werner Schwab in seinem längst zum modernen Klassiker avancierten Fäkaliendrama die Welt der kleinen Leute: „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.“ Der ungarische Regisseur Victor Bodo, der im Malersaal bereits »Ich, das Ungeziefer« und »Pension zur Wandernden Nase« als rasante Grotesken inszenierte, nimmt sich diesmal das irrwitzige Sprachkunstwerk Werner Schwabs vor.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Ildi Tihanyi
Kostüme: Fruzsina Nagy
Musik: Klaus von Heydenaber
Video: Marek Luckow
Sounddesign: Gábor Keresztes
Licht: Andreas Juchheim
Dramaturgie: Sybille Meier, Anna Veress

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Theater

König Lear

von William Shakespeare

Ein König dankt ab. Sein Reich will er unter den drei Töchtern aufteilen. Doch nicht die jeweilige Eignung der potenziellen Thronfolgerinnen für das Regierungsgeschäft soll dafür ausschlaggebend sein, sondern die Liebe der Töchter zu ihrem Vater. Der Staatsakt gerät zur Inszenierung persönlicher Gefühle, zum Wettstreit in der Kunst der Liebesdarstellung. Nur Cordelia, die jüngste, von Lear am meisten geliebte Tochter verweigert sich dem öffentlichen Gefühlstheater und schweigt. Indem sie der Sehnsucht ihres Vaters nach persönlicher Zuneigung am authentischsten entspricht, zieht sie seine ganze Wut auf sich. Lear verstößt sie. Er teilt das Reich zwischen ihren beiden Schwestern und setzt so eine Katastrophe in Gang, an deren Ende Gewalt, Chaos und Wahnsinn stehen.
Shakespeares wohl düsterstes Drama erzählt von der Selbstzerstörung einer Welt, die ihren Bewohnern – allen voran dem gealterten König selbst – unlesbar geworden ist. Zeichen der Macht und Zeichen der Liebe überlagern sich, verschwimmen und entziehen sich jeder Deutung. Grenzen verflüssigen sich, Regeln wirken hohl und Rituale lächerlich. Form und Inhalt der eigenen Existenz – soziale Rolle und persönliches Empfinden, Selbstentwurf und Selbstverwirklichung – klaffen so unüberbrückbar auseinander, dass der Sturz in einen apokalyptischen Naturzustand als fataler Ausweg erscheint.

Regie: Karin Beier
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Annette ter Meulen
Dramaturgie: Christian Tschirner

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Jugendprogramm

lauwarm
14+

von Sergej Gößner

„Und plötzlich bebt alles, und bebt und bebt, und drückt und pocht, und dann beruhigt es sich wieder und hört auf. Aber irgendetwas passiert. Irgendetwas hat sich verändert. Irgendetwas - Dann bebt es wieder und drückt und knirscht und tut weh und drückt noch mehr, - meine Knochen - meine Knochen - alles drückt - ich werde erdrückt - mein Kopf, meine Schultern - ich werde erdrückt! - mein Brustkorb - ICH WERDE ERDRÜCKT! - Und dann hat alles ein Ende, und alles beginnt.“

Sergej Gößner, Ensemblespieler des Jungen SchauSpielHauses und preisgekrönter Nachwuchsautor, schreibt mit „lauwarm“ ein Stück über die intimsten Momente des Menschseins. Sein Text erzählt poetisch und humorvoll von Geburt, Kindheit und Identität - er handelt nicht zuletzt davon, wie es sich anfühlt „dazwischen“ zu sein. Wie begegnet man der eigenen Sexualität, wenn sie anders und fremd erscheint? Und wie erklärt man Familie und Freunden, dass man mehr als nur ein Geschlecht begehrt? Der junge Regisseur Mathias Spaan, Student der Theaterakademie Hamburg, wird diesen Monolog für das RangFoyer in Szene setzen. Fabian Dämmich spielt den hin- und hergerissenen Protagonisten in dieser lyrischen, semi-biographischen Uraufführung.

Regie: Mathias Spaan
Ausstattung und Ton: René Haustein
Dramaturgie: Sonja Szillinsky

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Theater

Die Wehleider

nach Motiven aus Maxim Gorkis "Sommergäste"

Merkwürdige Menschen sind es, die in einer Turnhalle kampieren. Peinliche Europäer, die Integrationskurse für die vage wahrgenommenen Menschen, die über die Grenzen kommen, üben? Oder geht es um die eigene Zukunft und die eigenen Grenzen? Ist die Turnhalle ein Luxusresort, in dem das Lager, das Warten und Verhöre zur Feststellung der Identität als Übungen zelebriert werden? Geht es um Simulation oder Freizeitgestaltung?
Christoph Marthaler und Anna Viebrock werden für das Lager der Europäer und die neuen Klassenkämpfe Motive aus Maxim Gorkis »Sommergäste« verwenden. Es ist eine Gesellschaft im Stillstand und in beängstigender Hektik, gesteuert von untergründiger Angst vor dem Absturz und der Veränderung aller Verhältnisse. Die einen verteidigen einen Status quo, die anderen wollen ihn – allerdings nur fiktiv – auflösen. Viel Gerede und Überformung der Ängste verdrängt, was in Wirklichkeit stattfindet. Außerhalb finden Katastrophen statt, die von den Turnhallenbewohnern genauso wenig wahrgenommen werden, wie alles, was die Fiktion des guten Europas stört. Doch die Vertreter dieser Fiktion werden sich in der Zukunft für Verbrechen an den Grenzen, in den Lagern, für die unsinnige Verteidigung eines Wohlstands für Wenige, legitimieren müssen.

Regie: Christoph Marthaler
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Dramaturgie: Stefanie Carp
Licht: Annette ter Meulen
Inspizienz: Felicitas Melzer
Ton: Heiko Jooß, Christoph Naumann

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Theater

Effi Briest - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk

nach Theodor Fontane

„Effi Briest schaukelt mit Elektra, Medea, Penthesilea und deren drei Schwestern Nora, Lulu und Franziska im Kirschgarten und spielt Verstecken. Ihre couragierte Mutter, Lady Macbeth, kündigt Geert von Innstetten an, der im Biberpelz und seidenen Schuhen erscheint und um Effis schmutzige Hände anhält. Geert, der unlängst eine Liebelei mit Sara Sampson hatte, zieht nach der Hochzeit mit Effi in Bernarda Albas Haus nach Damaskus oder Andorra. Effi wird schwanger, die heilige Johanna wird geboren und Fräulein Julie und Hedda Gabler werden die Zofen. Die schöne Aussicht, die Hoffnung auf Glaube und Liebe, auf glückliche Tage, endet mit zerbrochenen Krügen: Effi beginnt mit dem Revisor Crampas eine Affaire Rue de Lourcine. Was folgt, ist ein Totentanz, ein böses Frühlings Erwachen aus dem Sommernachtstraum.“ (Clemens Sienknecht)

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Sybille Meier

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Theater

Nichts. Was im Leben wichtig ist

von Janne Teller

In der fiktiven dänischen Kleinstadt Tæring steht der 13-jährige Pierre Anthon plötzlich von seinem Stuhl auf und weigert sich, weiterhin in die Schule zu gehen. Er nistet sich von nun an in einem Pflaumenbaum ein und behauptet, dass nichts auf der Welt eine Bedeutung habe. Seine Mitschüler fühlen sich davon derart provoziert, dass sie ihm um jeden Preis das Gegenteil beweisen wollen: Sie fangen an, alles, was ihnen etwas bedeutet, zu „opfern“. So wächst ein „Berg von Bedeutung“ an: Was leicht und spielerisch mit den grünen Lieblingssandalen eines Mädchens beginnt, wird zunehmend schwer und eskaliert, als die Jugendlichen voneinander immer höhere Einsätze fordern – bis hin zur Jungfräulichkeit eines Mädchens und dem kleinen Finger eines Gitarre spielenden Jungen. Je größer und schmerzlicher die Opfer, umso mehr wachsen die Rachefantasien an. Es entspinnt sich eine Gewaltspirale zwischen den Jugendlichen, die in der Katastrophe mündet.

Janne Tellers preisgekrönter Jugendroman löste in Dänemark einen Skandal aus und war zeitweise sogar verboten. Offenbar hatte man Sorge, dass hier nihilistische Thesen verbreitet werden und vielleicht sogar Nachahmungseffekte entstehen. Inzwischen ist er in vielen Sprachen übersetzt, wird an mehreren namhaften Bühnen gespielt und ist sogar Schulstoff geworden. Die Leistung des Romans besteht darin, dass die nihilistische Position bis an ihre Grenze geführt wird, dorthin, wo die Bedeutung des Menschen anfängt: im Schmerz. Die Geschichte ist eine präzise Parabel, die radikal den Sinn des Lebens hinterfragt, menschliche Abgründe aufzeigt – und dazu auffordert, selbst zu überprüfen, ob und welche Bedeutung das eigene Leben hat.

Regie: Klaus Schumacher
Ausstattung: Katrin Plötzky
Musik:Tobias Vethake
Video: Jürgen Salzmann
Dramaturgie: Stanislava Jevic

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Probleme Probleme Probleme

von René Pollesch

„Jedes Mal, wenn ein Problem sich stellt, tauchen auch neue Begriffe auf, so dass wir, wenn wir die Geschichte der Philosophie derart verstehen – als Erschaffen von Begriffen, die Funktionen von Problemen sind und Probleme, die eigentlich versteckt und unscheinbar sind und entdeckt werden müssen – sehen können, dass die Philosophie nichts mit den Kategorien von Wahr oder Unwahr zu tun hat. Die Suche nach Wahrheit hat überhaupt nichts zu bedeuten. Das Erschaffen von Begriffen und Problemstellungen sind bedeutend, Wahrheit und Unwahrheit hingegen keineswegs. Ein Problem mit Bedeutung, ein bedeutendes Problem.
Philosophie-Machen heißt, sich Problemen stellen, die Sinn machen und Begriffe erschaffen, die uns dazu bringen, uns auf das Verstehen von Problemen und die Auseinandersetzung mit ihnen zuzubewegen.“ (Gilles Deleuze)

Regie: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Tabea Braun
Video: Ute Schall
Kamera: Hannes Francke
Licht: Susanne Ressin
Ton: André Bouchekir, Christoph Naumann
Videotechnik: Marcel Didolff, Antje Haubenreisser
Tonangler: Dorian Sorg
Dramaturgie: Sybille Meier

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Serotonin

von Michel Houellebecq

Verehrung und Hass schlagen Michel Houellebecqs neuem Roman gleich heftig entgegen. „Rattengift“, wütet ein Kritiker, „prophetisch“, preisen andere. Offenbar scheint der Weltbestseller »Serotonin« den Nerv der Zeit empfindlich zu treffen: Ein alternder, weißer, heterosexueller Mann, der Agraringenieur Florent, zieht letzte Konsequenzen. Er lässt sein kaputtes Leben als Paar hinter sich, inszeniert sein Verschwinden – ohne anderes Lebenskonzept. Durch ein neues Medikament, das die Ausschüttung von Serotonin stimuliert und so vor dem Abgleiten in bodenlose Depression bewahrt, begibt er sich auf eine letzte Reise in seinem SUV-Diesel – allerdings zur Impotenz verurteilt, einer Nebenwirkung. Er durchfährt das ländliche Frankreich und die Bahnen seiner Erinnerung an drei Frauen, mit denen er sein Leben hätte teilen können – und er trifft Aymeric wieder, seinen alt-adeligen Studienfreund, der zum Anführer eines modernen Bauernaufstandes wird, zugleich ein Aufstand verlassener Männer, den Verlierern der EU-Agrarpolitik und des gesellschaftlichen Wandels. Mut zur Lächerlichkeit zeichnet Houellebecqs Helden aus, seine Lebensbeschreibung jedoch ist ein Buch über Liebe und die quälende Frage nach einer letzten Möglichkeit von Glück – ohne Sarkasmus – und ein wütendes politisches Pamphlet.

Falk Richter, Regisseur und Autor, wird diesen 2019 erschienenen Roman uraufführen. Am SchauSpielHaus von ihm zu sehen sind in dieser Spielzeit »Am Königsweg« und »Lazarus«.

Regie: Falk Richter
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Teresa Vergho
Licht: Annette ter Meulen
Video: Sébastien Dupouey
Musik: Matthias Grübel
Choreografie: Johanna Lemke
Dramaturgie: Daniel Richter, Ralf Fiedler

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Die Übriggebliebenen

nach Thomas Bernhard

Es ist später Nachmittag an einem siebten Oktober: Im Elternhaus von Vera, Clara und Rudolf Höller wird ein Geburtstagsfest vorbereitet. Die drei Geschwister sind hier gemeinsam alt geworden, können sich nicht aus den Fängen ihrer Vergangenheit befreien und präsentieren ihr dauerndes Spiel von Macht und Unterwerfung, Umklammerung und Demütigung. Ebenfalls noch im Haus der verstorbenen Eltern wohnend bereiten zwei Schwestern ein Festessen für ihren aus einer psychiatrischen Klinik heimkehrenden Bruder vor. Auch hier deutlich spürbar: das verkrampfte Miteinander und gehässige Gegeneinander, das Anreden gegen die Bürden der Kindheit und der angstvolle Blick in die Zukunft.
Das letzte Fest des Lebens, eine Beerdigung, wird vorbereitet im Schloss Wolfsegg. Hier warten Amalia und Cäcilia auf ihren Bruder Franz, um die bei einem Autounfall verunglückten Eltern zu Grabe zu tragen. Franz Murau, der seiner Familiengeschichte durch ein Leben in Rom zu entkommen suchte, kehrt als Alleinerbe zurück und wünscht sich nichts sehnlicher als „alles auszulöschen, das ich unter Wolfsegg verstehe, und alles, das Wolfsegg ist.“
Drei Familien, drei gleichgeartete Geschwisterkonstellationen, die geprägt sind von „exzessivem Infantilismus“ (»Ritter, Dene, Voss«) und Todesnähe zugleich. In allen drei Familien ähneln sich die neurotischen Strukturen, wobei sie in »Vor dem Ruhestand « und in »Auslöschung« eine politische Zuspitzung erfahren, die der Alltäglichkeit eine skandalöse Dimension verleihen. Denn im Hause Höller feiert man, lange nach dem Zweiten Weltkrieg, heimlich Himmlers Geburtstag. Und hinter der Maske des rechtschaffenen Gerichtspräsidenten Höller verbirgt sich ein Nazi, ehemaliger KZ-Kommandant und Gewaltverbrecher, der seinem Leben nur durch die fortwährende Verherrlichung des Faschismus Sinn und Halt zu geben vermag. Seine Schwester Vera ist ihm fanatisch verbündet, während Clara als Opponentin agiert. Aber letztendlich ist auch sie unfähig, sich dem perversen Kerker ihres Zuhauses zu entziehen. In ähnlicher Verstrickung quält sich Franz Murau, seine Eltern haben nach Kriegsende über Jahre hinweg führende Nazigrößen in der sogenannten Wolfseggschen „Kindervilla“ versteckt. Murau ekelt diese Familiengeschichte. Umso härter trifft ihn die Erkenntnis, dass die katholisch-nationalsozialistische Erziehung durch die Eltern nach wie vor die Psyche der Schwestern, vor allem aber auch seine eigene, okkupiert.
In allen drei Texten beschäftigt sich Thomas Bernhard mit familiären Konstellationen, die Menschen anfällig machen für autoritär-patriarchalische Weltbilder, in zwei Fällen sogar für faschistische Vorstellungen. Als »Vor dem Ruhestand« 1979 uraufgeführt wurde, schrieb der Kritiker Benjamin Henrichs, die außerordentliche Qualität dieses Textes läge darin, dass Bernhard diese Anfälligkeit nicht aus aufgeklärter sicherer Ferne, sondern aus alarmierender Nähe beschreibe, er suche sie in jedem von uns. Ein beunruhigender Weg, den die Inszenierung von Karin Henkel in der Verknüpfung der verwandten Familienporträts verfolgen und untersuchen möchte. Zumal Veras Prophezeiung, „Es kommt der Tag, sagt Rudolf, wo er nicht mehr gezwungen ist, Himmlers Geburtstag in seinem Hause versteckt feiern zu müssen“ traurige Aktualität gewonnen hat.

Regie: Karin Henkel
Bühne: Muriel Gerstner, Selina Puorger
Kostüme: Klaus Bruns
Licht: Annette ter Meulen
Sound: Arvild J. Baud
Dramaturgie: Rita Thiele

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Häuptling Abendwind

von Johann Nepomuk Nestroy

Echte Staatsgeschäfte werden beim Essen gemacht. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich Häuptling Abendwind („der Sanfte“) für die Bewirtung seines Staatsgastes Häuptling Biberhahn („den Heftigen“) auf dringender Frischfleischsuche befindet. Ins Visier gerät hierbei ein schiffbrüchiger Friseur aus Europa.
Doch die Sache ist kompliziert: denn Abendwinds Tochter Atala schwärmt für den angeschwemmten Haarspezialisten und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das kulinarische Vorhaben ihres Vaters. Doch der Häuptling kennt kein Erbarmen. Mulmig wird Abendwind erst in dem Moment zumute, in welchem sein Staatsgast nach dem ersten Bissen des frischen Friseurbratens von seinem in Europa lebendem Sohn berichtet. Man ahnt, hier bahnt sich eine mittelschwere Häuptlingskrise an. Und die damit verbundene Frage, wer am längeren Knochen nagt. Auf Musik der gleichnamigen Operette Jacques Offenbachs basierend, erzählt Nestroy in seinem 1896 uraufgeführten Stück von den kannibalistischen Auswüchsen autokratischer Regierungsführung. Leichte Abweichungen hinsichtlich der von Nestroy vorgeschlagenen Speiseabfolge könnten sich ergeben. Einige Zutaten jedoch scheinen unumgänglich und werden von Abendwinds Chefkoch HO-GU entsprechend umstandslos beim Namen genannt: „A bisserl ein' Bananenschmarrn und südpolische Umurken“.

Regie: Christoph Marthaler
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Susanne Ressin
Musik: Bendix Dethleffsen, Clemens Sienknecht
Ton: Finn Corvin Gallowsky, Katja Haase
Dramaturgie: Malte Ubenauf

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Die Stadt der Blinden

Fassung von Kay Voges, Matthias Seier und Bastian Lomsché

nach dem Roman von José Saramago

An einer belebten Straßenkreuzung wartet ein Mann darauf, dass die Ampel auf Grün schaltet und – erblindet. Ein hilfsbereiter Passant bringt den Erblindeten nach Hause, wenig später erblindet auch er. Eine rätselhafte Epidemie scheint ausgebrochen, immer mehr Menschen der Stadt erblinden von einem Augenblick auf den anderen. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, weiß sich die Regierung keinen anderen Rat, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt zu internieren. Orientierungslos, sich selbst überlassen, unfähig ihr Schicksal zu begreifen, versuchen die Blinden ihr Leben in dieser neuen Umgebung zu organisieren. Doch je mehr Menschen eintreffen, desto unerträglicher, chaotischer, gewalttätiger wird die Situation.
In seinem Roman »Die Stadt der Blinden«, für den er 1998 mit dem Nobelpreis geehrt wurde, zeichnet der große portugiesische Erzähler José Saramago nicht nur das realistische Bild einer plötzlichen Katastrophe, er enthüllt gleichzeitig das philosophische Universum einer allgemeinen Blindheit, in dem menschliches Handeln als gewalttätige und lächerliche Groteske erscheint. Wir freuen uns, dass Kay Voges, der zuletzt mit seiner spektakulären Inszenierung »Borderline Prozession« zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, zum ersten Mal am Deutschen SchauSpielHaus inszenieren wird.

Regie: Kay Voges
Bühne: Pia Maria Mackert
Kostüme: Mona Ulrich

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Theater

Der goldene Handschuh

von Studio Braun nach dem Roman von Heinz Strunk

In der Vierundzwanzigstundenkaschemme »Zum Goldenen Handschuh« auf St. Pauli tummelt sich die unterste Unterschicht, die infernale Nachtwelt Hamburgs. Unter ihnen Fritz Honka, der hier auf die geschundenen Seelen trifft, die später seine Opfer werden.

„Er stellt sich eine andere Welt vor, in der er selbst jung und gesund und sein Atem angenehm ist und er einer nach Rosen duftenden Frau mit reiner Haut, schönem Gebiss, einem makellosen Körper den Himmel auf Erden bereitet. Ein katastrophales Glücksverlangen überfällt ihn. Er hofft auf ein Wunder, aber das tut er ja die ganze Zeit schon.“

Ein paar Kilometer weiter westlich, in der reichen Elbchaussee, sinnt der bald achtzigjährige Reeder Wilhelm Heinrich von Dohren, genannt WH1, auf Rache an der Hamburger Gesellschaft. Sein Sohn, WH2, blickt derweil dem Konkurs ins Auge und ertränkt den Kummer in Schnaps und billigem Sex. Der Jüngste, WH3, gepeinigt von einer fiesen Kombination aus ausufernder Libido und körperlicher Deformation, kann hingegen sein Glück kaum fassen: Er hat ein Mädchen kennengelernt, das ihn nicht ignoriert ...

Heinz Strunk hat einen preisgekrönten Roman über den Altonaer Frauenmörder Fritz Honka und die abseitigen Facetten des Hamburgs der Nachkriegsjahre geschrieben.

Studio Braun – alias Jacques Palminger, Rocko Schamoni und Heinz Strunk – hieven die monströse Geschichte in einer Revue aus Alkohol, Sex, Elend und Verbrechen auf die Bühne.

Regie: Studio Braun
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Dorle Bahlburg
Musik: Studio Braun, Lieven Brunckhorst, Sebastian Hoffmann
Choreografie: Rica Blunck
Dramaturgie: Bastian Lomsché

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Theater

Lazarus

Von David Bowie und Enda Walsh

Nach dem Roman »The Man Who Fell To Earth« von Walter Tevis
Deutsch von Peter Torberg / Repertoire

„Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …“

Thomas Jerome Newton, der Alien, der zur Erde „fällt“, um Wasser für seinen Wüstenplaneten zu finden, hat seine Mission verloren und endet desillusioniert, einsam und zerbrochen. Er möchte sterben, zurückkehren zu den Sternen, doch er ist in sich gefangen, verfolgt von Figuren, die ihn umkreisen, wobei sich – wie im Fiebertraum – die Grenzen zwischen Halluzination und Realität verwischen. Quälende Dämonen suchen ihn auf, aber auch ein Mädchen, das Erlösung verspricht …

1976 spielte David Bowie selbst den Außerirdischen, in der Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers von Nicolas Roeg. Vierzig Jahre später schreibt Bowie die Geschichte Newtons weiter – gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh. Bowie fügt viele seiner großen Songs ein, darunter »Absolute Beginners«, »Heroes« und »This is not America«, aber auch neue Songs, eigens komponiert für das fulminante Musical. »Lazarus« ist, neben dem Album »Blackstar *« Bowies letztes Werk vor seinem Tod 2016.

Regie: Falk Richter
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Andy Besuch
Musikalische Leitung: Alain Croubalian
Licht: Hartmut Litzinger
Video: Chris Kondek
Videomitarbeit: Ruth Stofer
Dramaturgie: Rita Thiele
Korrepetition: Martin Hornung
Vocal Coach: Jane Comerford

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Theater

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

von Edward Albee

Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Ehekrieg erscheint, erweist sich bei genauerer Prüfung als etwas komplizierter: Ein eigentlicher Konflikt zwischen Martha und George, die seit der Uraufführung des Stückes 1962 am Broadway immer wieder in die Arena ihres Wohnzimmers treten, ist nicht einfach zu benennen. Zwar gibt es allerlei Wortgefechte, Beleidigungen, Tiefschläge, die ganze Bandbreite bürgerlichen Ehelebens – die faszinierende Kunst der beiden zunehmend alkoholisierten Protagonist*innen scheint aber gerade darin zu bestehen, Entwurf und Geschichte ihrer komplexen Beziehung ständig zu überarbeiten. Was dabei Fiktion ist und was Wirklichkeit, können nicht nur die beiden ahnungslosen Gäste Nick und Honey nicht entscheiden, auch wir Zuschauer*innen werden darüber im Unklaren gelassen. Konnte man in früheren Zeiten von einer öffentlichen Fassade und den dahinter lauernden Lebenslügen der Eheleute sprechen, verschwimmt hier diese Art Zuordnung völlig: Martha und George sind ein gut eingespieltes Team in einer so kreativen wie vitalen Ehe-Performance. Und ihre eigentlichen Feinde sind möglicherweise die Langeweile einer spießigen Provinz und die Angst vor dem Sterben.

»Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« ist weit mehr als das well-made play, als das es lange galt. Es ist ein Jahrhundertwerk, fulminant in der Wut, rührend in der Traurigkeit, uneinholbar in seiner Unverschämtheit und in seinem Witz.

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Licht: Annette ter Meulen

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Theater

Bluets

Fassung von Katie Mitchell und Sybille Meier

Basierend auf dem Buch von Maggie Nelson

Welche Farbe hat das Universum? Ist es ein „Blasstürkis“, wie uns eine computerberechnete Untersuchung in einer Naturkundezeitschrift wissen lässt? Oder doch eher „Zartbeige“, weil sich der Computer nämlich verrechnet hat? „Das Herz der Welt ist blau“, wollen wir lieber mit Maggie Nelson denken. Der blaue Planet, die blaue Stunde, Blue Movies, blau sein, den Blues haben – keine andere Farbe weist ein solches Spektrum an Bedeutung auf. Und so kreist Maggie Nelson in 240 leuchtenden Prosaminiaturen um ihre Obsession der Farbe Blau, die sie mit ihrer Objektsammlung und ihrem Verlassenwordensein, dem „weiblichen Starren“ und ihrem Sex, einer Depression und klugen Reflexionen verbindet. Die äußerst präzisen und hoch empfindsamen Kurztexte bewegen sich zwischen Poesie und philosophischem Essay, Memoir und Meditation. Lose und assoziativ beziehen sie sich aufeinander, wie auch jede Skizze für sich alleine stehen könnte.
„Warum blau? Man stellt mir oft diese Frage. Ich weiß nie, wie ich darauf antworten soll. Ich will sagen: Wir haben keine Wahl, wen oder was wir lieben. Wir haben einfach keine Wahl.“ „Das Buch ist eine Schönheit“, rezensierte kürzlich Die Zeit. Die britische Regisseurin Katie Mitchell wird diese eigenwilligen blauen „Propositionen“ zum Ausgangspunkt ihrer neuesten Inszenierung machen.

Regie: Katie Mitchell
Bühne: Alex Eales
Kostüme: Clarissa Freiberg

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Theater

Schlafende Männer

von Martin Crimp

Eine großstädtische Wohnung mit gefährlichem Balkon und tollem Ausblick. Julia und Paul, zwei sehr erfolgreiche Mittvierziger, haben sich darin eingerichtet. Auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren und dem Tiefpunkt der Beziehung verbringen sie eine schlaflose Nacht. Auch ein Kind wäre nicht die Rettung gewesen, so der scharfsinnig analytische Kommentar der Akademikerin Julia. Es ist zwei Uhr morgens. Niemand ist zu erwarten, nichts deutet auf eine Veränderung hin. Da klingelt es an der Tür, und die jüngst eingestellte Mitarbeiterin in Julias Institut, Josephine, steht mit ihrem Mann Tilman in der Wohnung – auf Einladung der Hausherrin, ihrer Vorgesetzten, wie sie behauptet. Doch lässt sich der Zettel mit der Nachricht ebenso wenig finden, wie es etwas zu trinken im Haus gibt.
Eine Nacht der unheimlichen Begegnungen hebt an, in der sie einander vieles gestehen und doch keine Wahrheiten zulassen, sich gegenseitig bloßstellen und dennoch begierig anmachen. Es fließen Blut und Alkohol und doch scheint alles nur ein Spiel unter Geschlechtern und Generationen, um Macht und Manipulation – oder doch um Leben und Tod?

Martin Crimp hat sein neues Stück für eine weitere Uraufführung in der Regie von Katie Mitchell geschrieben. Damit setzen sie ihre äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit am SchauSpielHaus Hamburg fort. Die Uraufführung von Martin Crimps »Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino« in der Inszenierung von Katie Mitchell 2013-14 wurde in der Kritikerumfrage von »Theater heute« zum besten fremdsprachigen Stück der Saison gewählt.

Regie: Katie Mitchell
Bühne: Alex Eales
Kostüme: Clarissa Freiberg
Sounddesign: Donato Wharton
Licht: Fabiana Piccioli
Dramaturgie: Sybille Meier

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Theater

The Who and the What

FAQ-Room
von Ayad Akhtar

Zarina, eine junge Frau aus einer pakistanischen Einwandererfamilie in Atlanta, schreibt ein Buch über den Propheten. Sie stellt die Frage, wer war er als Mensch, welche Leidenschaften trieben ihn um, und was für ein Bild hat sich der Islam von ihm gemacht. Das Thema ist konfliktgeladen, auch für die fiktive Autorin in Ayad Akhtars neuem Stück. Ihr Vater, ein strenggläubiger Muslim, hat es in Amerika zu etwas gebracht, ihm gehören ein Drittel der Taxis der Stadt. Seine Frau ist gestorben, so gilt seine ganze Fürsorge seinen Töchtern. Er versucht sie zu verheiraten, für Zarina gibt er sogar eine Kontaktanzeige mit ihrem Profil auf, und er prüft persönlich die möglichen Heiratskandidaten. Alles geht gut, bis ihm Zarinas Manuskript in die Hände kommt. Er verstößt sie wegen der vorgeblichen Blasphemie ihres Buches, die Familie zerbricht.

Nach dem Erfolg von Ayad Akhtars »Geächtet«, zeigen wir sein neues Stück als deutschsprachige Erstaufführung.
Die Uraufführung von »The Who and the What« wurde 2014 im La Jolla Playhouse, La Jolla, California produziert. Christopher Ashley, Artistic Director & Michael S. Rosenberg, Managing Director. Eine Produktion des LCT3/Lincoln Center Theater, New York City, 2014

Regie: Karin Beier
Bühne: Franz Dittrich
Kostüme: Maria Roers
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Rebekka Danke
Dramaturgie: Jörg Bochow
Ton: Hans-Peter ›Shorty‹ Gerriets / André Bouchekir

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Theater

Rose Bernd

von Gerhart Hauptmann

Rose Bernd glaubt, den einzigen Fehltritt, den sie sich je in ihrem jungen Leben geleistet hat, ganz alleine wieder gutmachen zu können. So willigt sie ein in die Heirat mit dem unattraktiven, aber begüterten August Keil, dem Wunschkandidaten ihres religiös rigorosen Vaters. Und sie beendet ihr heimliches Liebesverhältnis mit dem verheirateten Flamm. Niemand ahnt von ihrer Schwangerschaft. Doch zufällig ertappt der Schwerenöter Streckmann die beiden bei ihrem letzten Stelldichein. Noch ist sie überzeugt, sich selbst aus ihrer Not befreien zu können: Sie lässt sich auf die körperliche Erpressung des gewalttätigen Streckmann ein, bloß, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Doch zuletzt zerbricht sie an der gnadenlosen Härte dieser männerdominierten und moralisch fadenscheinigen Welt, unter deren Oberfläche jeder wie ein Tier nur nach dem eigenen Vorteil giert. Rose Bernd weiß sich – dem Wahnsinn nahe – keinen anderen Ausweg, als ihr neugeborenes Kind zu töten.

Gerhart Hauptmanns Meisterwerk von 1903 gleicht einem Krimi Noir. Die dialektgefärbte Kunstsprache erzeugt eine dichte düstere Atmosphäre, die mit tragischer Wucht erst nach und nach die verhängnisvollen Ereignisse enthüllt, die Rose Bernd durchleiden muss. Inmitten einer Gesellschaft, die in ihrer gefühlskalten Habgier und selbstgerechten Engstirnigkeit ein erdrückendes Klima aus Gewaltbereitschaft und Unmenschlichkeit erzeugt, rührt ihr einsamer Kampf zutiefst.

Regie: Karin Henkel
Chorleitung: Christine Groß
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Hartmut Litzinger
Ton: Christoph Naumann, Roman Schneider
Video: Marcel Didolff, Alexander Grasseck
Dramaturgue: Sybille Meier

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Der Gott des Gemetzels

von Yasmina Reza

„Wissen Sie was, so langsam werden Sie mir sympathisch!“
„Sie mir nicht!“


Ferdinand verprügelt Bruno. Auf dem Schulhof. Einer hat gepetzt, einer verliert zwei Schneidezähne, und es lässt sich nicht recht nachvollziehen, welche präpubertären Verwicklungen noch in diese Aggression hineinspielten. Wieso auch? Aber die Eltern der beiden wollen es genau wissen. Sie treffen sich, um die Sache zu besprechen; um die Sache auszuräumen – wie sie meinen. Dabei beweisen sie einmal mehr, dass die angeblich sympathisch-intakten Paare zuvor ihre eigenen Probleme klären sollten. Statt der harmonisierenden, pädagogisch korrekten Aussprache ufert das Treffen aus in Schuldzuweisungen, Eheproblemen und allerlei dem Thema Gewalt innewohnenden Irrationalitäten, besonders zwischen Männern und Frauen: Gibt es gute Gewalt und schlechten Frieden? Sind Ivanhoe und Spiderman noch vorbildtauglich? Und könnten „irgendwie“ beide Seiten im Unrecht sein? Zunehmend wechseln die Bündnispartner, schließlich auch zwischen den Paaren, denn was ist schlimmer: dass die hypernervöse Annette quer über Veroniques Kunstbande kotzt, oder dass Veronique das Wohlergehen ihrer Bucher deutlich mehr am Herzen liegt als das ihrer Gäste? Dass Michel den Hamster seiner Tochter ausgesetzt hat, oder dass Alain einen Pharmakonzern mit einem gesundheitsgefährdenden Medikament juristisch vertritt, und zwar in Echtzeit, am Handy: Sticheleien, Wortgefechte, Verbalhandel, Handgreiflichkeiten, Saalschlacht.

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Dramaturgie: Götz Leineweber

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Theater

Ab jetzt

Komödie von Alan Ayckbourn

Der Komponist Jerome arbeitet besessen an einem großen zeitgenössischen Werk zum Thema „Liebe“. Sein Arbeitsprinzip ist das Sampeln und Modulieren von Alltagsgeräuschen und Sprachfetzen. Alle Räume seiner Wohnung sind mit Mikrofonen bestückt, um ununterbrochen alle Geräusche aufzeichnen zu können. Doch Jerome hat ein Problem: Seit seine Frau und Tochter ihn – nicht zuletzt wegen seines künstlerischen Abhörwahns – verlassen haben, ist sein Schaffen in eine ernste Krise geraten. Ihm fehlt jede Inspiration. Zumindest die geliebte Tochter, so Jerome, müsse er ab und an sehen, um wieder kreativ arbeiten zu können. Bisher allerdings hegen sowohl das Jugendamt als auch seine Ex berechtigte Zweifel an der sozialen Kompetenz des Künstlers. Sie weigern sich, Besuche seiner Tochter zu bewilligen. Also mietet Jerome eine Schauspielerin, die seine neue Verlobte und eine perfekte Hausfrau spielen soll…

Zurück in die Zukunft. Alan Ayckbourns 1988, vor der digitalen Revolution, geschriebene Komödie ist Science Fiction von gestern. Gemessen an dem, was uns seither an häuslicher Technik umgibt, ist es teilweise anrührend naiv. Als theatrale Versuchsanordnung zum Thema Mensch und Maschine, erlebtem Gefühl und reproduzierbarer Geste, entfaltet sie allerdings immer noch eine kaum überbietbare Situationskomik. Höhepunkt dabei ist der immer wieder um- und fehlprogrammierte Roboter GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gedacht, später aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung, da es eben kein Kind mehr zu betreuen gibt. Die mütterliche Maschine füllt diesen Leerlauf im Beschäftigungsprogramm selbständig und irrwitzig auf, indem er/sie/es in ihren/seinen mechanisierten Sprach- und Handlungsformeln Verhaltensmuster der menschlichen Umgebung kopiert. Während Jerome also all seine Lebens-und Liebesgeräusche aufzeichnet, um daraus das perfekte Kunstwerk zu komponieren, eine Schauspielerin sich bei dem Versuch, seine perfekte Geliebte zu spielen, in ihn verliebt, wird all dies wiederum von einem dysfunktionalen Roboter kopiert und karikiert…

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Hannah Petersen
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Holger Stellwag
Dramaturgie: Christian Tschirner

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Deutsches SchauSpielHaus

Neue SchauSpielHaus GmbH

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

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Aufführungen Thalia Theater Hamburg Hamburg, Alstertor 1
Aufführungen / Theater Thalia in der Gaußstraße Hamburg Hamburg, Gaußstraße 190
Aufführungen / Theater The English Theatre of Hamburg Hamburg , Lerchenfeld 14
Aufführungen / Aufführung Kultur in Neustadt in Holstein Neustadt in Holstein, Am Markt 1
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett John Neumeier Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona Hamburg, Van-der-Smissen 4
Fr, 18.10.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona Hamburg, Van-der-Smissen 4
Sa, 19.10.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Cap San Diego
Sa, 19.10.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona Hamburg, Van-der-Smissen-Straße 4
Mi, 23.10.2019, 19:00 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona Hamburg, Van-der-Smissen 4
Fr, 25.10.2019, 19:30 Uhr
Aufführungen / Theater theater itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Oper Opernloft Junges Musiktheater Hamburg e.V. Hamburg, Van-Der-Smissen-Straße 4
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Theater das Zimmer Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Theater Die Komödianten Kiel, Wilhelminenstrasse 43
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater Volkstheater Geisler Lübeck, Dr. Julius - Leber - Straße 25

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