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Deutsches SchauSpielHaus

Das Schauspielhaus ist die Hauptspielstätte. Der Zuschauerraum des von dem berühmten Architektenpaar Hermann Helmer und Ferdinand Fellner d. J. 1899/1900 erbauten Theaters ist in Rot und Gold gehalten und gilt mit seinen neobarocken Elementen, dem Figurenschmuck und dem roten Gestühl als einer der schönsten Theaterräume Deutschlands.

Neben der großen Bühne finden auch Veranstaltungen im MarmorSaal (1. Rang) und im RangFoyer (2. Rang) sowie im Restaurant Theaterkeller statt.

Dem Deutschen SchauSpielHaus steht eine Phase umfangreicher Sanierungsarbeiten bevor: Die beiden Ränge des denkmalgeschützten Zuschauersaals müssen vollständig entkernt und statisch ertüchtigt werden.

Aufgrund der Baumaßnahmen wird der Spielbetrieb in der Kirchenallee ab 1/5/2018 unterbrochen und die Spielzeitpause verlängert. Die kommende Spielzeit 2018-19 eröffnet Ende Oktober 2018. Bereits am 13/10/2018 startet das Junge SchauSpielHaus sein Programm. Während der Sanierungsarbeiten stehen auch der MalerSaal, das RangFoyer sowie die Große ProbeBühne nicht für Vorstellungen zur Verfügung.

Während der Rangsanierung sind wir mit vielen Gastspielen unterwegs und spielen in Hamburg u.a. auf Kampnagel, im Monsun-Theater oder der Immanuelkirche auf der Veddel.

Kontakt

Deutsches SchauSpielHaus
Neue SchauSpielHaus GmbH
Kirchenallee 39
D-20099 Hamburg

Telefon: +49 (0)40.2 48 71-3
E-Mail: kartenservice@schauspielhaus.de

Theater

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

von Edward Albee

Premiere: 18. Januar 2019

Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Ehekrieg erscheint, erweist sich bei genauerer Prüfung als etwas komplizierter: Ein eigentlicher Konflikt zwischen Martha und George, die seit der Uraufführung des Stückes 1962 am Broadway immer wieder in die Arena ihres Wohnzimmers treten, ist nicht einfach zu benennen. Zwar gibt es allerlei Wortgefechte, Beleidigungen, Tiefschläge, die ganze Bandbreite bürgerlichen Ehelebens – die faszinierende Kunst der beiden zunehmend alkoholisierten Protagonist*innen scheint aber gerade darin zu bestehen, Entwurf und Geschichte ihrer komplexen Beziehung ständig zu überarbeiten. Was dabei Fiktion ist und was Wirklichkeit, können nicht nur die beiden ahnungslosen Gäste Nick und Honey nicht entscheiden, auch wir Zuschauer*innen werden darüber im Unklaren gelassen. Konnte man in früheren Zeiten von einer öffentlichen Fassade und den dahinter lauernden Lebenslügen der Eheleute sprechen, verschwimmt hier diese Art Zuordnung völlig: Martha und George sind ein gut eingespieltes Team in einer so kreativen wie vitalen Ehe-Performance. Und ihre eigentlichen Feinde sind möglicherweise die Langeweile einer spießigen Provinz und die Angst vor dem Sterben.

»Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« ist weit mehr als das well-made play, als das es lange galt. Es ist ein Jahrhundertwerk, fulminant in der Wut, rührend in der Traurigkeit, uneinholbar in seiner Unverschämtheit und in seinem Witz.

Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Licht: Annette ter Meulen
Kinderprogramm

Gips oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte 10+

von Anna Woltz

Premiere: 26. Januar 2019

„Vor küssenden Eltern braucht man keine Angst zu haben. Eltern werden erst gefährlich, wenn sie sich nicht mehr küssen.“ Das wissen die 12-jährige Fitz und ihre kleine Schwester Bente jetzt. Ihre Eltern haben ihnen – „netterweise“ am zweiten Weihnachtstag – mitgeteilt, dass sie sich scheiden lassen. Es wäre zwar ganz schön gewesen, eine Familie zu sein, jetzt wollten Vater und Mutter aber doch lieber getrennte Wege gehen. Fitz und Bente sind untröstlich. Sie wollen nicht mit einer „Hin-und-Her-Tasche“ leben müssen.

Doch plötzlich passiert etwas, das ihnen wieder Hoffnung gibt. Durch einen Unfall, bei dem Bente eine Fingerkuppe verliert, muss sie ins Krankenhaus. Die ganze Familie findet sich dort wieder und Fitz kommt auf die Idee, dass ihre Eltern vielleicht einfach eingegipst werden müssen, damit sie wieder zusammen kommen ... Wir erleben nur einen einzigen Tag im Leben von Fitz und ihrer Familie und lernen im Krankenhaus dennoch sehr viele unterschiedliche Figuren und ihre Geschichten kennen. Und Fitz muss feststellen: Obwohl ein Drittel aller Ehen geschieden wird, verlieben sich die Menschen trotzdem immer wieder! Da ist der Krankenpfleger Douwe, der Bentes Fingerkuppe verarztet, Witze über Zombiefilme macht, in denen sie jetzt mitspielen könnte, dessen Haare nach Melone riechen und in den sich Bente verguckt. Da ist die hübsche Krankenschwester Yasmine mit den Segelohren, in deren wunderbare Stimme sich der Arzt Dr. de Gooier verliebt. Da ist Primula, ein kleines Mädchen, das herzkrank ist, und die für Dr. Wong schwärmt, der – nach ihren eigenen Worten – „bei der OP ihr Herz berührt hat“. Und da ist natürlich Adam, der etwas ältere Junge, der da plötzlich am Fenster steht und in den sich Fitz ein kleines bisschen verliebt, was sie aber lange nicht zugeben will ... Vielleicht hat die Liebe doch noch eine Chance verdient? Und vielleicht bleibt man eine Familie, die in Notfällen zusammenhält, auch wenn Mama und Papa kein Liebespaar mehr sind?

Anna Woltz erzählt einfühlsam und glaubwürdig aus der Perspektive einer Pubertierenden von der großen Wut und Enttäuschung, die Trennungskinder erleben. Umso schöner, dass „Gips“ gleichzeitig ein sehr unterhaltsames Buch über Liebe und Freundschaft ist. Zu Recht wurde es für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert.

Regie: Klaus Schumacher
Ausstattung: Katrin Plötzky
Komposition: Tobias Vethake
Dramaturgie: Stanislava Jević
Video: Stefanie Rübensaal
Theater

Häuptling Abendwind

von Johann Nepomuk Nestroy

Premiere: 15. Februar 2019

Echte Staatsgeschäfte werden beim Essen gemacht. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich Häuptling Abendwind („der Sanfte“) für die Bewirtung seines Staatsgastes Häuptling Biberhahn („den Heftigen“) auf dringender Frischfleischsuche befindet. Ins Visier gerät hierbei ein schiffbrüchiger Friseur aus Europa.
Doch die Sache ist kompliziert: denn Abendwinds Tochter Atala schwärmt für den angeschwemmten Haarspezialisten und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen das kulinarische Vorhaben ihres Vaters. Doch der Häuptling kennt kein Erbarmen. Mulmig wird Abendwind erst in dem Moment zumute, in welchem sein Staatsgast nach dem ersten Bissen des frischen Friseurbratens von seinem in Europa lebendem Sohn berichtet. Man ahnt, hier bahnt sich eine mittelschwere Häuptlingskrise an. Und die damit verbundene Frage, wer am längeren Knochen nagt. Auf Musik der gleichnamigen Operette Jacques Offenbachs basierend, erzählt Nestroy in seinem 1896 uraufgeführten Stück von den kannibalistischen Auswüchsen autokratischer Regierungsführung. Leichte Abweichungen hinsichtlich der von Nestroy vorgeschlagenen Speiseabfolge könnten sich ergeben. Einige Zutaten jedoch scheinen unumgänglich und werden von Abendwinds Chefkoch HO-GU entsprechend umstandslos beim Namen genannt: „A bisserl ein' Bananenschmarrn und südpolische Umurken“.

Regie: Christoph Marthaler
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Susanne Ressin
Musik: Bendix Dethleffsen, Clemens Sienknecht
Ton: Finn Corvin Gallowsky, Katja Haase
Dramaturgie: Malte Ubenauf
Theater

Die Übriggebliebenen

nach Thomas Bernhard

Premiere: 16. Februar 219

Es ist später Nachmittag an einem siebten Oktober: Im Elternhaus von Vera, Clara und Rudolf Höller wird ein Geburtstagsfest vorbereitet. Die drei Geschwister sind hier gemeinsam alt geworden, können sich nicht aus den Fängen ihrer Vergangenheit befreien und präsentieren ihr dauerndes Spiel von Macht und Unterwerfung, Umklammerung und Demütigung. Ebenfalls noch im Haus der verstorbenen Eltern wohnend bereiten zwei Schwestern ein Festessen für ihren aus einer psychiatrischen Klinik heimkehrenden Bruder vor. Auch hier deutlich spürbar: das verkrampfte Miteinander und gehässige Gegeneinander, das Anreden gegen die Bürden der Kindheit und der angstvolle Blick in die Zukunft.
Das letzte Fest des Lebens, eine Beerdigung, wird vorbereitet im Schloss Wolfsegg. Hier warten Amalia und Cäcilia auf ihren Bruder Franz, um die bei einem Autounfall verunglückten Eltern zu Grabe zu tragen. Franz Murau, der seiner Familiengeschichte durch ein Leben in Rom zu entkommen suchte, kehrt als Alleinerbe zurück und wünscht sich nichts sehnlicher als „alles auszulöschen, das ich unter Wolfsegg verstehe, und alles, das Wolfsegg ist.“
Drei Familien, drei gleichgeartete Geschwisterkonstellationen, die geprägt sind von „exzessivem Infantilismus“ (»Ritter, Dene, Voss«) und Todesnähe zugleich. In allen drei Familien ähneln sich die neurotischen Strukturen, wobei sie in »Vor dem Ruhestand « und in »Auslöschung« eine politische Zuspitzung erfahren, die der Alltäglichkeit eine skandalöse Dimension verleihen. Denn im Hause Höller feiert man, lange nach dem Zweiten Weltkrieg, heimlich Himmlers Geburtstag. Und hinter der Maske des rechtschaffenen Gerichtspräsidenten Höller verbirgt sich ein Nazi, ehemaliger KZ-Kommandant und Gewaltverbrecher, der seinem Leben nur durch die fortwährende Verherrlichung des Faschismus Sinn und Halt zu geben vermag. Seine Schwester Vera ist ihm fanatisch verbündet, während Clara als Opponentin agiert. Aber letztendlich ist auch sie unfähig, sich dem perversen Kerker ihres Zuhauses zu entziehen. In ähnlicher Verstrickung quält sich Franz Murau, seine Eltern haben nach Kriegsende über Jahre hinweg führende Nazigrößen in der sogenannten Wolfseggschen „Kindervilla“ versteckt. Murau ekelt diese Familiengeschichte. Umso härter trifft ihn die Erkenntnis, dass die katholisch-nationalsozialistische Erziehung durch die Eltern nach wie vor die Psyche der Schwestern, vor allem aber auch seine eigene, okkupiert.
In allen drei Texten beschäftigt sich Thomas Bernhard mit familiären Konstellationen, die Menschen anfällig machen für autoritär-patriarchalische Weltbilder, in zwei Fällen sogar für faschistische Vorstellungen. Als »Vor dem Ruhestand« 1979 uraufgeführt wurde, schrieb der Kritiker Benjamin Henrichs, die außerordentliche Qualität dieses Textes läge darin, dass Bernhard diese Anfälligkeit nicht aus aufgeklärter sicherer Ferne, sondern aus alarmierender Nähe beschreibe, er suche sie in jedem von uns. Ein beunruhigender Weg, den die Inszenierung von Karin Henkel in der Verknüpfung der verwandten Familienporträts verfolgen und untersuchen möchte. Zumal Veras Prophezeiung, „Es kommt der Tag, sagt Rudolf, wo er nicht mehr gezwungen ist, Himmlers Geburtstag in seinem Hause versteckt feiern zu müssen“ traurige Aktualität gewonnen hat.

Regie: Karin Henkel
Bühne: Muriel Gerstner, Selina Puorger
Kostüme: Klaus Bruns
Licht: Annette ter Meulen
Sound: Arvild J. Baud
Dramaturgie: Rita Thiele
Theater

Rainer Gratzke oder Das rote Auto

von Jens Rachut

Rainer Gratzke hat sich als Proband für Kosmetika, Pillen, Pasten, Salben und andere Mittelchen über Wasser gehalten. Mit Folgen. Er ist todkrank, unheilbar vollgestopft mit Metastasen und mit Medizin, die es nicht geschafft hat, sie zu vernichten; vollgestopft mit dem Gegenteil einer Aussicht, außer der auf einen Verladebahnhof. Tausende Neuwagen auf Güterwaggons, mehr bekommt er durch die Fenster seines Zimmers von der Welt nicht mehr zu sehen. Er hat sich in ein Sterbehospiz begeben, eine dubiose Einrichtung in einem Bunker, betreut von seltsamem Personal. Gerade hat er seinen letzten, tödlichen Cocktail geschluckt. Eine knappe Stunde bleibt ihm noch, sagt die Schwester, so wie dem ganzen Hospiz nur mehr eine Stunde bleibt. „Dann kommen die Schrapper und reißen das hier weg.Der letzte Erlöste. Gratuliere, Herr Gratzke! Also, der Letzte macht das Licht aus und auch die ganzen Dimmer.“
Jens Rachut, Sänger verschiedener Punkbands wie »Dackelblut«, »Oma Hans«, »Alte Sau« und aktuell »Maulgruppe«, Texter, Autor, Darsteller und Regisseur hat einen obskuren Trip durch die letzte Stunde eines Sterbehilfe-Patienten komponiert und wird ihn im MalerSaal selbst inszenieren.

Regie: Jens Rachut
Bühne: Raoul Doré
Kostüme: Lena Schön, Helen Stein
Video: Maika Dresenkamp
Musik: Jonas Landerschier
Licht: Björn Salzer
Dramaturgie: Bastian Lomsché
Theater

Lazarus

Von David Bowie und Enda Walsh

Nach dem Roman »The Man Who Fell To Earth« von Walter Tevis
Deutsch von Peter Torberg / Repertoire

„Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …“

Thomas Jerome Newton, der Alien, der zur Erde „fällt“, um Wasser für seinen Wüstenplaneten zu finden, hat seine Mission verloren und endet desillusioniert, einsam und zerbrochen. Er möchte sterben, zurückkehren zu den Sternen, doch er ist in sich gefangen, verfolgt von Figuren, die ihn umkreisen, wobei sich – wie im Fiebertraum – die Grenzen zwischen Halluzination und Realität verwischen. Quälende Dämonen suchen ihn auf, aber auch ein Mädchen, das Erlösung verspricht …

1976 spielte David Bowie selbst den Außerirdischen, in der Verfilmung des Science-Fiction-Klassikers von Nicolas Roeg. Vierzig Jahre später schreibt Bowie die Geschichte Newtons weiter – gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh. Bowie fügt viele seiner großen Songs ein, darunter »Absolute Beginners«, »Heroes« und »This is not America«, aber auch neue Songs, eigens komponiert für das fulminante Musical. »Lazarus« ist, neben dem Album »Blackstar *« Bowies letztes Werk vor seinem Tod 2016.

Regie: Falk Richter
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Andy Besuch
Musikalische Leitung: Alain Croubalian
Licht: Hartmut Litzinger
Video: Chris Kondek
Videomitarbeit: Ruth Stofer
Dramaturgie: Rita Thiele
Korrepetition: Martin Hornung
Vocal Coach: Jane Comerford
Theater

Die Präsidentinnen

von Werner Schwab

In ihrer kleinstbürgerlichen Wohnküche kübeln Erna, Grete und Mariedl hemmungs- und schamlos ihren Welt-Frust über einander aus. Zwischen Abort-Phantasien, Papst-Sendungen und Dackelliebe erspinnen sie sich ihre Wirklichkeit, und die lustvollen, mit Ressentiments und Bigotterie gespickten Sprachattacken sind ihnen Horizont und billig buntes Jahrmarktfest zugleich. Den eigenen Dreck allerdings kehren sie lieber unter ihren Budenteppich – bis endlich Mariedl, die jüngste der drei Damen, ihre Kolleginnen mit der Wahrheit des Daseins konfrontiert. Doch so viel Realität hält keine aus ...
Abgründig, bitterböse und gnadenlos komisch seziert Werner Schwab in seinem längst zum modernen Klassiker avancierten Fäkaliendrama die Welt der kleinen Leute: „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.“ Der ungarische Regisseur Victor Bodo, der im Malersaal bereits »Ich, das Ungeziefer« und »Pension zur Wandernden Nase« als rasante Grotesken inszenierte, nimmt sich diesmal das irrwitzige Sprachkunstwerk Werner Schwabs vor.

Regie: Viktor Bodo
Bühne: Ildi Tihanyi
Kostüme: Fruzsina Nagy
Musik: Klaus von Heydenaber
Video: Marek Luckow
Sounddesign: Gábor Keresztes
Licht: Andreas Juchheim
Dramaturgie: Sybille Meier, Anna Veress
Kinderprogramm

Das doppelte Lottchen [7+]

von Erich Kästner

„So eine Frechheit! Die hätten uns zuerst fragen müssen, ob sie uns halbieren dürfen. Und dann hätte ich nein gesagt.“

Im Ferienlager stehen sich Luise und Lotte plötzlich das erste Mal in ihrem Leben gegenüber und müssen feststellen: Sie gleichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen. Lotte findet es anfangs unverschämt, dass eine daherkommt, die genauso aussieht wie sie. Es entbrennt zunächst eine Feindschaft zwischen den beiden Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Luise ist still und fleißig; Lotte ist frech und aufmüpfig. Doch bald finden sie heraus, dass sie am selben Tag in derselben Stadt geboren sind und dass Lotte nur ihre Mutter und Luise nur ihren Vater hat. Klar, dass da etwas faul sein muss! Mutig und selbstbewusst nehmen sie ab sofort ihr Leben selbst in die Hand und schmieden einen Plan: Sie wollen die Rollen tauschen. Damit die Sache nicht auffliegt, müssen sie ein regelrechtes Training absolvieren: Luise muss zu Lotte werden und Lotte zu Luise. Nach den Ferien ist es soweit: Luise fährt anstelle von Lotte zur Mutter und Lotte fährt anstelle von Luise zum Vater...

Erich Kästner verfasste den Roman, der diesem Theaterstück zugrunde liegt, in den frühen 1950er Jahren, als das Thema Ehescheidung noch tabu war. Mit seinen Geschichten, in denen Kinder in ihrem Denken und Handeln stets selbstständig sind, fördert Kästner deren Selbstvertrauen. Die Geschichte der getrennten Zwillinge, die sich zufällig kennen und lieben lernen, ihre Rollen tauschen und eine Wiedervereinigung der Familie einfädeln wollen, wird mit Ernsthaftigkeit, Humor und einer gehörigen Portion Musik erzählt.

Regie: Taki Papaconstaninou
Ausstattung: Katrin Plötzky
Musik: Thomas Esser
Dramaturgie: Nicole Dietz
Jugendprogramm

Antigone [14+]

nach Sophokles

in der Übersetzung von Peter Krumme

„Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich geboren.“

Antigones Welt ist aus den Fugen. Ihre Brüder Eteokles und Polyneikes sind im Kampf gegeneinander gefallen. Da erteilt Kreon, ihr Onkel und König von Theben, den Befehl, Eteokles zwar ordnungsgemäß bestatten zu lassen, Polyneikes die letzte Ruhe jedoch zu verwehren und seinen Leichnam unbegraben vor den Toren der Stadt auszusetzen.

Natürlich war Polyneikes ein Staatsfeind, denn er kämpfte gegen die Stadt. Aber wie soll Antigone es ertragen, den geliebten Bruder unbestattet, im Unfrieden mit den Göttern, den Tieren zum Fraß vorgeworfen verrotten zu sehen? Entschlossen setzt sie sich über den Befehl des Onkels hinweg und begräbt den „Feind“ – obwohl darauf die Todesstrafe steht. Sie überwindet ihre Angst, folgt ihrem Herzen und tut, was in ihren Augen getan werden muss. Doch die Staatsmacht greift ein und schnell verhärten sich die Fronten: Antigone appelliert an Kreons Mitgefühl und die Einhaltung der göttlichen Gebote. Kreon fordert Staatsraison und die Einhaltung der weltlichen Gesetze. Ein unlösbarer Konflikt. Keiner kann nachgeben. Und das Unvermeidliche tritt ein …
Mit dem 442 v. Chr. uraufgeführten Text schuf Sophokles einen zeitlos aktuellen Bühnenstoff, der ins Herz des Menschseins trifft. Familie und Staat, Individuum und Gemeinschaft, Gesetz und Moral sind lebendige Verhältnisse, die immer wieder neu bestimmt, ausgehandelt und erstritten werden müssen, auch wenn es uns Menschen viel abverlangt. Antigone fügt sich dem System nicht blind, sie leistet Widerstand und steht bis zur äußersten Konsequenz für ihr Handeln ein. Sie zeigt uns, dass es unser gutes Recht ist, für unsere Überzeugungen zu kämpfen – aber auch unsere Pflicht!

Regisseurin Anne Bader, die mit „Wir ohne uns“, „Krieg – Stell dir vor er wäre hier“ und „Apathisch für Anfänger“ bereits einige Arbeiten für das Junge Schauspielhaus realisierte, wird „Antigone“ inszenieren.

Regie: Anne Bader
Bühne: Katrin Plötzky
Musik: Matthias Schubert
Dramaturgie: Friederike Engel
Theater

The Who and the What

FAQ-Room
von Ayad Akhtar

Zarina, eine junge Frau aus einer pakistanischen Einwandererfamilie in Atlanta, schreibt ein Buch über den Propheten. Sie stellt die Frage, wer war er als Mensch, welche Leidenschaften trieben ihn um, und was für ein Bild hat sich der Islam von ihm gemacht. Das Thema ist konfliktgeladen, auch für die fiktive Autorin in Ayad Akhtars neuem Stück. Ihr Vater, ein strenggläubiger Muslim, hat es in Amerika zu etwas gebracht, ihm gehören ein Drittel der Taxis der Stadt. Seine Frau ist gestorben, so gilt seine ganze Fürsorge seinen Töchtern. Er versucht sie zu verheiraten, für Zarina gibt er sogar eine Kontaktanzeige mit ihrem Profil auf, und er prüft persönlich die möglichen Heiratskandidaten. Alles geht gut, bis ihm Zarinas Manuskript in die Hände kommt. Er verstößt sie wegen der vorgeblichen Blasphemie ihres Buches, die Familie zerbricht.

Nach dem Erfolg von Ayad Akhtars »Geächtet«, zeigen wir sein neues Stück als deutschsprachige Erstaufführung.
Die Uraufführung von »The Who and the What« wurde 2014 im La Jolla Playhouse, La Jolla, California produziert. Christopher Ashley, Artistic Director & Michael S. Rosenberg, Managing Director. Eine Produktion des LCT3/Lincoln Center Theater, New York City, 2014

Regie: Karin Beier
Bühne: Franz Dittrich
Kostüme: Maria Roers
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Rebekka Danke
Dramaturgie: Jörg Bochow
Ton: Hans-Peter ›Shorty‹ Gerriets / André Bouchekir
Theater

Der goldene Handschuh

von Studio Braun nach dem Roman von Heinz Strunk

In der Vierundzwanzigstundenkaschemme »Zum Goldenen Handschuh« auf St. Pauli tummelt sich die unterste Unterschicht, die infernale Nachtwelt Hamburgs. Unter ihnen Fritz Honka, der hier auf die geschundenen Seelen trifft, die später seine Opfer werden.

„Er stellt sich eine andere Welt vor, in der er selbst jung und gesund und sein Atem angenehm ist und er einer nach Rosen duftenden Frau mit reiner Haut, schönem Gebiss, einem makellosen Körper den Himmel auf Erden bereitet. Ein katastrophales Glücksverlangen überfällt ihn. Er hofft auf ein Wunder, aber das tut er ja die ganze Zeit schon.“

Ein paar Kilometer weiter westlich, in der reichen Elbchaussee, sinnt der bald achtzigjährige Reeder Wilhelm Heinrich von Dohren, genannt WH1, auf Rache an der Hamburger Gesellschaft. Sein Sohn, WH2, blickt derweil dem Konkurs ins Auge und ertränkt den Kummer in Schnaps und billigem Sex. Der Jüngste, WH3, gepeinigt von einer fiesen Kombination aus ausufernder Libido und körperlicher Deformation, kann hingegen sein Glück kaum fassen: Er hat ein Mädchen kennengelernt, das ihn nicht ignoriert ...

Heinz Strunk hat einen preisgekrönten Roman über den Altonaer Frauenmörder Fritz Honka und die abseitigen Facetten des Hamburgs der Nachkriegsjahre geschrieben.

Studio Braun – alias Jacques Palminger, Rocko Schamoni und Heinz Strunk – hieven die monströse Geschichte in einer Revue aus Alkohol, Sex, Elend und Verbrechen auf die Bühne.

Regie: Studio Braun
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Dorle Bahlburg
Musik: Studio Braun, Lieven Brunckhorst, Sebastian Hoffmann
Choreografie: Rica Blunck
Dramaturgie: Bastian Lomsché
Theater

König Lear

von William Shakespeare

Ein König dankt ab. Sein Reich will er unter den drei Töchtern aufteilen. Doch nicht die jeweilige Eignung der potenziellen Thronfolgerinnen für das Regierungsgeschäft soll dafür ausschlaggebend sein, sondern die Liebe der Töchter zu ihrem Vater. Der Staatsakt gerät zur Inszenierung persönlicher Gefühle, zum Wettstreit in der Kunst der Liebesdarstellung. Nur Cordelia, die jüngste, von Lear am meisten geliebte Tochter verweigert sich dem öffentlichen Gefühlstheater und schweigt. Indem sie der Sehnsucht ihres Vaters nach persönlicher Zuneigung am authentischsten entspricht, zieht sie seine ganze Wut auf sich. Lear verstößt sie. Er teilt das Reich zwischen ihren beiden Schwestern und setzt so eine Katastrophe in Gang, an deren Ende Gewalt, Chaos und Wahnsinn stehen.
Shakespeares wohl düsterstes Drama erzählt von der Selbstzerstörung einer Welt, die ihren Bewohnern – allen voran dem gealterten König selbst – unlesbar geworden ist. Zeichen der Macht und Zeichen der Liebe überlagern sich, verschwimmen und entziehen sich jeder Deutung. Grenzen verflüssigen sich, Regeln wirken hohl und Rituale lächerlich. Form und Inhalt der eigenen Existenz – soziale Rolle und persönliches Empfinden, Selbstentwurf und Selbstverwirklichung – klaffen so unüberbrückbar auseinander, dass der Sturz in einen apokalyptischen Naturzustand als fataler Ausweg erscheint.

Regie: Karin Beier
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Musik: Jörg Gollasch
Licht: Annette ter Meulen
Dramaturgie: Christian Tschirner
Theater

Am Königsweg

von Elfriede Jelinek

„Achtung, hier kommt der neue König…!“ Der Sieger, der Vorkämpfer, der Anführer, der Gewinner, der Vater, der Erlöser, der Gott: Viele Namen trägt der gerade erwählte König, doch wie er wirklich heißt, wird nie direkt ausgesprochen: Donald J. Trump ist Anlass, aber nicht Essenz des neuen Stückes von Elfriede Jelinek. Sie stellt sich grundsätzlichere Fragen wie: Wieso treten Rechtspopulismus und Superkapitalismus stets gemeinsam auf? Bedeutet der Sieg dieses Königs nicht die gespenstische Rückkehr des „Alten“, „historisch Überlieferten, auch wenn damals Millionen daran krepiert sind“? Und wieso steht der Verblendung der neuen Rechten keine Hellsicht der Gegner gegenüber? Wieso sind in diesem Schauspiel alle blind?

Gleich zu Beginn des Stückes: Auftritt der Autorin als blinde Seherin; sie blutet aus den Augen, später auch aus dem Mund. Der König tritt als blinder Ödipus auf. Er bringt die Pest und wird bald ausgestoßen werden, aber noch sitzt er in seinem goldenen Turm auf goldenen Stühlchen, trinkt mit seiner goldigen Familie aus goldenen Bechern. Seine Anhänger und Gegner schlagen derweil aufeinander ein wie Kasperle auf das Krokodil. Wo sind wir hier? In einer Monster Horror Picture Show? Im Unterschichtsfernsehen? Einem schlechten Imperator-Film? In einem Helden-Cartoon? Trumps Selbstinszenierung liefert die perfekte Steilvorlage für Jelineks geniale Parodie. Und doch bleibt Verzweiflung, Ohnmacht und Erschrecken spürbar: über den Hass und die Wut der neuen weißen Rotten, über Nationalismus und Rassismus, die wie monströse Zombies aus alten Gräbern wiederauferstehen.

Regie: Falk Richter
Bühne: Katrin Hoffmann
Kostüme: Andy Besuch
Video: Meika Dresenkamp, Michel Auder
Komposition und Musik: Matthias Grübel
Dramaturgie: Rita Thiele
Theater

Rose Bernd

von Gerhart Hauptmann

Rose Bernd glaubt, den einzigen Fehltritt, den sie sich je in ihrem jungen Leben geleistet hat, ganz alleine wieder gutmachen zu können. So willigt sie ein in die Heirat mit dem unattraktiven, aber begüterten August Keil, dem Wunschkandidaten ihres religiös rigorosen Vaters. Und sie beendet ihr heimliches Liebesverhältnis mit dem verheirateten Flamm. Niemand ahnt von ihrer Schwangerschaft. Doch zufällig ertappt der Schwerenöter Streckmann die beiden bei ihrem letzten Stelldichein. Noch ist sie überzeugt, sich selbst aus ihrer Not befreien zu können: Sie lässt sich auf die körperliche Erpressung des gewalttätigen Streckmann ein, bloß, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Doch zuletzt zerbricht sie an der gnadenlosen Härte dieser männerdominierten und moralisch fadenscheinigen Welt, unter deren Oberfläche jeder wie ein Tier nur nach dem eigenen Vorteil giert. Rose Bernd weiß sich – dem Wahnsinn nahe – keinen anderen Ausweg, als ihr neugeborenes Kind zu töten.

Gerhart Hauptmanns Meisterwerk von 1903 gleicht einem Krimi Noir. Die dialektgefärbte Kunstsprache erzeugt eine dichte düstere Atmosphäre, die mit tragischer Wucht erst nach und nach die verhängnisvollen Ereignisse enthüllt, die Rose Bernd durchleiden muss. Inmitten einer Gesellschaft, die in ihrer gefühlskalten Habgier und selbstgerechten Engstirnigkeit ein erdrückendes Klima aus Gewaltbereitschaft und Unmenschlichkeit erzeugt, rührt ihr einsamer Kampf zutiefst.

Regie: Karin Henkel
Chorleitung: Christine Groß
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Arvild J. Baud
Licht: Hartmut Litzinger
Ton: Christoph Naumann, Roman Schneider
Video: Marcel Didolff, Alexander Grasseck
Dramaturgue: Sybille Meier
Theater

4.48 Psychose

von Sarah Kane

Regelmäßig um 4:48 Uhr lässt die Wirkung der Psychopharmaka nach. Das Gehirn ist für kurze Zeit in der Lage, klare Gedanken zu artikulieren. Danach, für den Rest des Tages bis zum nächsten Morgen, übernehmen psychotische Störungen und neue Medikamente wieder die Kontrolle über das Bewusstsein. Gesprächsfetzen tauchen auf, Zahlenreihen, Wortkaskaden, Diagnosen, therapeutische Gespräche und immer wieder Bilder von Suizidversuchen. Sarah Kane, eine der bedeutendsten Dramatikerinnen des 20. Jahrhunderts, gibt in »4.48 Psychose« Einblick in ein sich immer wieder dissoziierendes Bewusstsein zwischen Depression, verzweifelter Suche nach Liebe und exzessiver Begierde. Der literarisch hochverdichtete Text mit seiner Flut von Bildern und Assoziationen erzählt von Kampf und Auflösung eines Menschen mit psychischer Erkrankung. Gleichzeitig kann er als kompromisslose Beschreibung der Fragmentierung von Subjekt und Perspektive in der Moderne gelesen werden.

Regie: Katie Mitchell
Bühne: Alex Eales
Kostüme: Clarissa Freiberg
Sound: Donato Wharton
Licht: Jack Knowles
Dramaturgie: Christian Tschirner
Jugendprogramm

Malala - Mädchen mit Buch [12+]

von Nick Wood

Malala Yousafzai ist die wohl jüngste Menschenrechtsaktivistin der Geschichte. Sie kämpft seit 2008 gegen das Bildungsverbot für Mädchen in ihrer Heimat Pakistan. Schon im Alter von 11 Jahren begann sie für die BBC ein Blog-Tagebuch über ihren Alltag unter der pakistanischen Taliban zu schreiben. Ihre Geschichte sorgte international für Erschütterung, als sie im Oktober 2012 im Alter von 15 Jahren auf ihrem Weg zur Schule von Taliban-Kämpfern brutal niedergeschossen wurde. Die Kugel traf Malala aus nächster Nähe in den Kopf; doch wie durch ein Wunder kam sie mit dem Leben davon.

Die Taliban wollten sie zum Schweigen bringen, doch sie erreichten genau das Gegenteil. Das weltberühmte Mädchen setzt sich weiter unbeirrt für das Recht auf Bildung ein und wurde dafür für den Friedensnobelpreis nominiert. An ihrem 16. Geburtstag hielt sie ihre erste öffentliche Rede vor den Vereinten Nationen, die von ihrem Mut zeugt:

„Die Terroristen dachten, sie könnten unsere Ziele ändern und unsere Ambitionen stoppen, aber in meinem Leben hat sich nichts verändert, außer: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind gestorben. Stärke, Kraft und Mut sind geboren. Ich bin die gleiche Malala. Meine Ambitionen sind die gleichen. Meine Hoffnungen sind die gleichen. Meine Träume sind die gleichen.“

Der preisgekrönte britische Autor Nick Wood hat mit »Malala - Mädchen mit Buch« einen Monolog für ein junges Publikum geschrieben, der sich fragend der Geschichte dieses außergewöhnlichen Mädchens annähert. In seinem Stück tastet sich eine Autorin aus unserer westlichen Perspektive an Malalas Geschichte heran: Sie trägt Blog-Einträge und Zeitungsartikel zusammen, konfrontiert sich selbst mit ihren Vorurteilen gegenüber dem Islam und vergegenwärtigt für kurze Momente alltägliche und dramatische Situationen aus Malalas Leben. Dieses Stück zeigt, dass das mutige Handeln eines einzelnen Menschen entscheidend sein kann für die Art und Weise, wie wir die Welt sehen.

Regie: Clara Weyde
Ausstattung: Julia Joline Bach
Theater

Anna Karenina - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk nach Lew Tolstoi

Mindestens 100 Minuten, aber nicht länger als 119 Minuten. Bestimmt keine Pause.

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“ Ob das so stimmt, oder ob nicht vielleicht sogar das Gegenteil der Fall ist, lässt uns der russische Schriftsteller Lew Tolstoi in seinem Jahrtausend-Werk »Anna Karenina« ergründen. Die Protagonistin des Romans ist eine der drei namhaften Ehebrecherinnen des 19. Jahrhunderts, die im Verstoß gegen gesellschaftliche Gepflogenheiten an ihrer leidenschaftlichen Liebe zu einem anderen als ihrem Ehemann zugrunde gehen muss.

Clemens Sienknecht und Barbara Bürk setzen ihre Serie des menschlichen Scheiterns im MalerSaal des SchauSpielHauses fort. Die neue Folge ihrer hochgeschätzten Radioshow »Berühmte Seitensprünge der Weltliteratur« widmen sie dieses Mal der Titelheldin aus Russland, die es ziemlich genau 20 Jahre vor Effi Briest und ungefähr 20 Jahre nach Emma Bovary mit eben dergleichen Geschichte zu eben demselben Weltruhm gebracht hatte.

Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Dramaturgie: Sybille Meier
Jugendprogramm

Demian [14+]

von Hermann Hesse

„Meine Geschichte ist die eines Menschen – nicht eines erfundenen, eines möglichen, eines idealen oder sonstwie nicht vorhandenen, sondern eines wirklichen, einmaligen, lebenden Menschen.“ Dieser einmalige Mensch heißt Emil Sinclair und beginnt seine Erinnerung mit dem Moment, in dem ihm aufgeht, dass die Welt aus zwei Welten besteht: einer heilen, milden und hellen und einer dunklen, die das Verbotene und Gewaltsame beheimatet. Emil, dessen Zuhause die dunkle Seite nicht zu kennen scheint, ist fasziniert von dieser Entdeckung. In Person des Straßenjungen Kromer verfällt er ihr und wird, naiv und unerfahren, auch gleich zu deren Opfer, wäre da nicht Max Demian, der ihn aus Kromers Griff befreit. Demian ist anders als alle, denen Sinclair bisher begegnete. Die beiden verbindet ein geheimes Band, ein Mal, das nur für diejenigen zu erkennen ist, die es tragen. Demian kennt die dunkle und helle Welt und öffnet Sinclairs Blick dafür, dass keine davon zu bevorzugen sei. Er spricht vom freien Willen, davon, dass jeder entscheiden könne, was erlaubt und was verboten sei, davon, dass sich die Zeiten ändern und damit die Regeln. Folgerichtig sei das Absolute nur in sich selbst zu finden. Demian ist Emil einen Schritt voraus. Er scheint dessen Dilemma zu kennen, seine erwachende Sexualität, seinen Hang zur Mystik, seine Unzufriedenheit mit der Konformität des bürgerlichen Daseins, doch scheint er es auch schon gleichsam überwunden zu haben. Vor dem Hintergrund des untergehenden Europas trennen und vereinen sich ihre Wege.

Hermann Hesse veröffentlicht „Demian“ kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Europa ist untergegangen und mit ihm sein Moral- und Wertekonzept. Eine neue Welt könnte entstehen. Doch wer steht bereit? Hesse zeichnet Sinclairs Weg der Individuation nach. Was macht uns zur Person? Wie biegsam und verführbar sind wir? Gibt es eine mystische Dimension, die uns bestimmt? Wie bereit sind wir, uns in eine Gesellschaft einzupassen und den Weg zu uns gar nicht erst zu versuchen? Und wenn wir versuchen ihn zu gehen, wohin führt er uns eigentlich? Er stellt sich den Fragen des Erwachsenwerdens und des Kampfes ein Mensch zu sein. Moritz Beichl, Absolvent der Regieklasse der Theaterakademie 2017, wird »Demian« inszenieren.

"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören."

Regie: Moritz Beichl
Bühne: Ulrich Frommhold
Kostüme: Astrid Klein
Licht: Jonathan Nacke
Dramaturgie: Nora Khuon, Mathias Wendelin
Jugendprogramm

Ellbogen

von Fatma Aydemir

Hazal ist 17. Sie lebt in Berlin und steckt in einer berufsbildenden Maßnahme fest. Bewerbungen schreiben, bei ihrem Onkel in der Bäckerei jobben, einen Joint durchziehen, abends ihrer Familie Çay servieren und heimlich mit Mehmet, den sie noch nie getroffen hat, in Istanbul skypen – so verlaufen Hazals Tage. Ein bisschen Freiheit erlügt sie sich, büxt aus, wo es eben geht. Eng und klein ist ihr Leben, jeder Schritt scheint vorherbestimmt. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Hazal wird 18. Sie darf wundersamerweise hinaus in die Welt und sich feiern. Gemeinsam mit ihren Freundinnen stellt sie sich in die endlos scheinende Schlange eines berühmt-berüchtigten Clubs, doch als sie endlich vor dem Türsteher angekommen sind, werden sie abgewiesen. Unbändige Wut erschüttert die Mädchen. In der U-Bahn-Station verdreschen sie einen Studenten, der ihnen gerne seinen Schwanz gezeigt hätte und stoßen ihn auf die Schienen. Hazal flieht nach Istanbul und bereut nichts. „Wir hatten Streitlust, wir hassen deutsche Studenten“, wird sie ihrer Tante Semra sagen, die versucht, das Mädchen einzufangen und zurück in die Gesellschaft zu führen – zur Buße, zum Studium, nach Deutschland. Doch Hazal weigert sich. Ihr Mitleid gilt nicht dem Toten, sondern sich selbst, denn dass diese Tat ihr Leben verpfuscht hat, das weiß sie.

Fatma Aydemir hat einen kolossalen Roman vorgelegt, der das heutige Erwachsenwerden eines postmigrantischen Mädchens untersucht. Sie spielt mit Klischees und Archetypen und bricht mit ihnen im nächsten Schritt. Sie stellt uns ein Mädchen vor, dem menschlich kaum begegnet wurde, das auf eine Rolle hin erzogen wurde, die nicht die seine ist, das Wut und Hass in sich sammelt, um dann zu explodieren, das kein Opfer sein will und deswegen zur Täterin wird. Wie geht man um mit einem Menschen, der den anderen die Menschlichkeit abspricht? Der in reuelosem Zorn wütet? Eine Antwort gibt Aydemir nicht.

Sie schenkt uns diese Frage und rüttelt an uns, die wir diese Gesellschaft bilden und gestalten und Antworten finden müssen. Alexander Riemenschneider wird "Ellbogen" inszenieren. Er arbeitet am Theater Bremen, am Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Bochum. Am Jungen SchauSpielHaus brachte er in der vergangenen Spielzeit den Roman "Das hier ist kein Tagebuch" auf die Bühne.

"Es ist so da und es ist so heftig, dass man es fast anfassen kann. Wut. Meine ist so groß, dass sie nicht in mich hineinpasst."

Regie: Alexander Riemenschneider
Ausstattung: Anke Napierala
Musik: Tobias Vethake
Licht: Jonathan Nacke
Ton: Benjamin Owuso
Dramaturgie: Nora Khuon
Theater

Effi Briest - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk

nach Theodor Fontane

„Effi Briest schaukelt mit Elektra, Medea, Penthesilea und deren drei Schwestern Nora, Lulu und Franziska im Kirschgarten und spielt Verstecken. Ihre couragierte Mutter, Lady Macbeth, kündigt Geert von Innstetten an, der im Biberpelz und seidenen Schuhen erscheint und um Effis schmutzige Hände anhält. Geert, der unlängst eine Liebelei mit Sara Sampson hatte, zieht nach der Hochzeit mit Effi in Bernarda Albas Haus nach Damaskus oder Andorra. Effi wird schwanger, die heilige Johanna wird geboren und Fräulein Julie und Hedda Gabler werden die Zofen. Die schöne Aussicht, die Hoffnung auf Glaube und Liebe, auf glückliche Tage, endet mit zerbrochenen Krügen: Effi beginnt mit dem Revisor Crampas eine Affaire Rue de Lourcine. Was folgt, ist ein Totentanz, ein böses Frühlings Erwachen aus dem Sommernachtstraum.“ (Clemens Sienknecht)

Regie: Clemens Sienknecht
Künstlerische Mitarbeit: Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Dramaturgie: Sybille Meier
Theater

Übermann oder Die Liebe kommt zu Besuch

von Christoph Marthaler nach Alfred Jarry

Doppeltitel, die mit einem ODER verbunden werden, sind ja leider keine Seltenheit. Was genau sie ausdrücken sollen, bleibt meist ein wenig nebulös. Zu unterstellen wäre, dass die Urheber Freude an mehreren Titelmöglichkeiten hatten und sich schlicht nicht entscheiden konnten. In Christoph Marthalers neuer Inszenierung jedoch verhält es sich ganz anders. ODER bedeutet hier tatsächlich ODER. Was wiederum die sieben auf der Bühne versammelten Damen dazu auffordert, eine unwiderrufliche Wahl zu treffen: ENTWEDER »Übermann« ODER »Die Liebe kommt zu Besuch«. Eine Prognose zum Wahlausgang erscheint in diesem Fall vergeblich. Denn während die erste Option den Auftritt eines Herrn in Aussicht stellt, der im wirklichen Leben den Namen Dschingis Khan trägt und als mongolischer Heerführer Verwüstungen historischen Ausmaßes zu verantworten hat, so erscheint im zweiten Fall der tatsächliche Besuch der Liebe schlicht unrealistisch. Vielleicht hilft bei der Entscheidungsfindung eine ebenfalls anwesende pataphysische Gottheit, die in der Nachfolge des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873-1907) die „Wissenschaft von den imaginären Lösungen“ vorantreibt. Und da in der Pataphysik stets nur der ungewöhnliche Einzelfall untersucht wird, also genau das, was nicht allgemein gültig, sondern immer nur im Besonderen die Regel ist, könnte es durchaus sein, dass die Damen sich letztlich weder für den Übermann noch für die Liebe auf Besuch entscheiden, sondern für das Verbindungswort ODER, welches aus pataphysischer Sicht am allerinteressantesten erscheint. Oder?

Regie: Christoph Marthaler
Bühne: Anna Viebrock
Kostüme: Sara Kittelmann
Licht: Annette ter Meulen
Ton: Matthias Lutz, Christoph Naumann
Video: Marcel Didolff, Peter Stein
Dramaturgie: Malte Ubenauf
Theater

Unterwerfung

von Michel Houellebecq

Ein Monolog mit Edgar Selge

Am 8. Januar 2015 erklärt der französische Premierminister Manuel Vall: „Frankreich, das ist nicht ‚Die Unterwerfung‘, das ist nicht Michel Houellebecq! “Die Gründe, warum Houellebecqs jüngster Roman so irritiert, liegen auf der Hand: Houellebecq erzählt vom plötzlichen Verenden der französischen Kultur und Tradition wie wir sie kennen – und das in naher Zukunft.

Paris im Jahre 2022: Straßenschlachten zwischen Extremisten heizen das politische Klima auf. Der Front National hat gewaltigen Zulauf. Um zu verhindern, dass er als stärkste Partei den Präsidenten stellt, koalieren die liberalen bürgerlichen Parteien mit einer gemäßigt islamischen Partei. Der Plan geht auf: In den Élysée-Palast zieht Frankreichs erster muslimischer Präsident ein. Was diese durchaus realistische Zukunftsprognose Houellebecqs erst zum Skandalon macht, ist, wie sich binnen weniger Monate das öffentliche Leben ohne jeden Widerstand wandelt. Die islamische Bruderschaft, die Frankreich wie eine bankrottgegangene Firma übernimmt, errichtet kein totalitäres Regime wie bei Huxley oder Orwell. Machtübernahme und Wandel vollziehen sich vollkommen unspektakulär, demokratisch und legal. Schulen und Hochschulen werden muslimisiert, die Frauen verschwinden aus der öffentlichen Arbeit, Bekleidungsvorschriften und Polygamie werden eingeführt. Und die Bevölkerung nimmt die islamischen Gebote und Verbote genauso hin, wie sie bisher Quotenregelungen, Steuererhöhungen, Mülltrennungsgebote oder die Privatisierung öffentlicher Dienste akzeptiert hat.

„Mein Roman ist zutiefst zwiespältig, man kann ihn wie eine verzweifelte oder wie eine hoffnungsvolle Geschichte lesen“. Houellebecqs boshafter Polit-Thriller richtet sich nicht gegen den Islam, sondern beschreibt den Kollaps der Kultur des Westens. Dieser Zusammenbruch ist das Ergebnis des schleichenden Verfalls sämtlicher kollektiver Bindungen, angeleitet von einem Bild der Welt, das von der Idee des Ichs beherrscht wird und so direkt ins ökonomische, soziale und moralische Desaster, führt.

Regie: Karin Beier
Bühne: Olaf Altmann
Licht: Rebekka Dahnke
Dramaturgie: Rita Thiele
Theater

Der geheime Garten [8+]

von Frances Hodgson Burnett

in einer Fassung von Barbara Bürk

Mary wächst als reiches aber von ihren Eltern wenig geliebtes Kind in Indien auf, ihre Erziehung wird den Dienstboten überlassen, die ein tyrannisches und selbstsüchtiges Geschöpf heranziehen. Als Mary zehn Jahre alt ist, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Ihre Eltern sterben an der Cholera und sie wird nach England, die ihr unbekannte Heimat, verschifft. Hier erhebt sich am Rande des Moores das finstere Anwesen Misselthwaite Manor. Mr. Craven, ihr Onkel und der Hausherr des Schlosses, hat sich in Trauer um den Tod seiner Frau von der Welt zurückgezogen. Das Mädchen interessiert ihn nicht. Überhaupt ist Mary, die bisher von unzähligen Dienern umgeben war, mit einem Mal sehr allein, wäre da nicht Martha. Das ungewöhnliche Hausmädchen begegnet Mary ehrlich und unverstellt. Das Verwöhnen hat ein Ende, aber dafür beginnt eine echte Freundschaft und Mary fängt an, sich zu verwandeln. Sie entdeckt die Welt außerhalb ihrer selbst, die Menschen, Tiere, das Moor und die Gärten, die sich um das Anwesen reihen. Einer der Gärten ist verschlossen, unmöglich hineinzukommen. Doch glücklicherweise hat Mary inzwischen gute Freunde gefunden, den Gärtner Ben Weatherstaff, ein Rotkehlchen und den Jungen Dickon. Sie erlösen den geheimen Garten aus dem Dornröschenschlaf und machen ihn zu ihrem neuen Zuhause. Doch nicht nur der Garten war Mary bisher verborgen, auf einem ihrer Streifzüge durch die unzähligen Räume des Hauses entdeckt sie ihren gleichaltrigen Cousin Colin, der scheinbar an einer mysteriösen Krankheit leidet und nicht weniger unausstehlich ist, als sie es bei ihrer Ankunft war. Zeit, das zu ändern, findet Mary, die mit ihrem neuen Selbstverständnis nicht nur das Anwesen zu einem Ort der Freiheit und Liebe verwandelt, sondern auch Colin die Augen öffnet.

Regie: Barbara Bürk
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Musik: Clemens Sienknecht
Dramaturgie: Nora Khuon
Licht: Jonathan Nacke
Theater

Pension zur Wandernden Nase

nach Motiven von Nikolaj Gogol

Wenn aus einer Kutsche plötzlich eine uniformierte Nase steigt – und noch dazu die eigene – oder wenn ein Toter auf der Suche nach seinem gestohlenen Mantel den Menschen die Pelze von den Schultern reißt, wenn sich eine Frau vervielfacht und gänsegesichtig überall herumhockt oder wenn das Porträt eines Greises nachts aus dem Bilderrahmen klettert, dann befinden wir uns in der Welt Gogols, in der es von finsteren Gestalten, irrationalen Begebenheiten und grotesken Szenerien nur so wimmelt. Das Böse ist so banal wie teuflisch, so unlogisch wie lächerlich, und wer ihm erst begegnet, wird es mit der Angst zu tun kriegen oder gleich mit dem Leben bezahlen. Denn die korrupten, kleinmütigen und persönlichkeitsfixierten Bürger verschwinden gerne im Nebel ihrer Stadt, sobald es brenzlig wird.

Nach der Kafka-Adaption »Ich, das Ungeziefer« werden der mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnete ungarische Regisseur Victor Bodo und der Dramatiker Péter Kárpáti diesmal einen Theaterabend aus Gogols Meistererzählungen schaffen.

Regie: Victor Bodo
Bühne: Juli Balázs
Kostüme: Krisztina Berzsenyi
Musik: Klaus von Heydenaber
Tondesign: Gábor Keresztes
Licht: Andreas Juchheim
Dramaturgie: Sybille Meier, Anna Veress
Aufführungen Thalia Theater Hamburg Hamburg, Alstertor 1
Aufführungen / Theater Thalia in der Gaußstraße Hamburg Hamburg, Gaußstraße 190
Aufführungen / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett John Neumeier Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Schauspiel Cap San Diego Hamburg, Überseebrücke
Sa, 19.1.2019, 19:00 Uhr
Aufführungen / Theater theater itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Aufführung Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Schwerin, Graf-Schack-Allee 11
Aufführungen / Theater Ohnsorg-Theater GmbH Hamburg, Große Bleichen 23-25
Aufführungen / Konzert Laeiszhalle - Musikhalle Hamburg Hamburg, Johannes-Brahms-Platz
Aufführungen / Konzert Junge Philharmonie Elbe-Weser Stade, Im Johanniskloster
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Oper OPERNLOFT Hamburg, Fuhlenwiete 7
Aufführungen / Konzert Jazzclub im Stellwerk Hamburg, Hannoversche Str. 85 (direkt im Bahnhof Harburg)
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Theater in der Washingtonallee Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Theater Die Komödianten Kiel, Wilhelminenstrasse 43
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater Volkstheater Geisler Lübeck, Dr. Julius - Leber - Straße 25
Aufführungen / Konzert Halle4.24 Hamburg, Stockmeyer Str. 41