DEICHTORHALLEN HAMBURG
SAMMLUNG FALCKENBERG
Die künstlerischen Aktivitäten des Sammlers Harald Falckenberg haben das Klima der Gegenwartskunst in Hamburg in den letzten 15 Jahren entscheidend mitgeprägt. Die Sammlung Falckenberg befindet sich seit 2001 in den Phoenix-Hallen in Hamburg-Harburg, 2007 erwarb Harald Falckenberg eines der Gebäude und ließ dieses von dem Berliner Architekten Roger Bundschuh zu einem großzügigen Ausstellungshaus für seine Sammlung umbauen. Das Programm in den Phoenix-Hallen wird von den Deichtorhallen kuratiert.
Seit der Eröffnung im Mai 2008 wurden bis 2010 dort 28 Ausstellungen mit Künstlern wie Paul Thek, Jon Kessler oder Robert Wilson gezeigt, aber auch Themenausstellungen und Sammlungspräsentationen. Die großzügigen Räume ermöglichen es, größere Installationen und multimediale Projekte von Künstlern wie John Bock, General Idea, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Jonathan Meese oder Gregor Schneider zu präsentieren.
Seit Januar 2011 gehören die Phoenix-Hallen organisatorisch zur Deichtorhallen Hamburg GmbH und werden von dieser unter dem Namen »Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg« betrieben. Unter der Leitung des Intendanten Dr. Dirk Luckow soll das bewährte Ausstellungskonzept rund um die Sammlung Falckenberg fortgesetzt und um neue Aspekte ergänzt werden.
Die Sammlung Falckenberg umfasst etwa 2000 Arbeiten der zeitgenössischen Kunst. Ihr Schwerpunkt liegt auf deutscher und amerikanischer Gegenwartskunst der letzten 30 Jahre. Ab Mitte der 1970er-Jahre ist in Hamburg und Berlin eine Kunstszene entstanden, die – gegenüber Köln und Düsseldorf, den Hochburgen deutscher Nachkriegskunst – zunehmend an Bedeutung gewann. Berlin ist heute weltweit führend im Bereich aktueller Gegenwartskunst. Angefangen hatte es in Hamburg, wo prominente Künstler wie Hanne Darboven, Anna Oppermann, Sigmar Polke und Dieter Roth arbeiteten und »Punk« als Lebensgefühl einer Jugend, die an nichts mehr glaubte, das Feld beherrschte. Es entwickelte sich eine neo-dadaistisch geprägte, subversive Kunst, die das herrschende Gesellschaftssystem mit Ironie, Satire und ätzendem Spott bis hin zum Zynismus überzog.
Für diese Richtung stehen Künstler wie Werner Büttner, Georg Herold, Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Andreas Slominski, später John Bock, Christian Jankowski, Jonathan Meese und Daniel Richter. Sie befinden sich in enger Beziehung zu der gesellschaftskritischen amerikanischen Kunst mit Künstlern wie Vito Acconci, Richard Artschwager, John Baldessari, Victor Burgin, General Idea, Mike Kelley, Paul McCarthy, Raymond Pettibon, Richard Prince, Jason Rhoades, Larry Sultan und Paul Thek sowie gleichgesinnten europäischen Künstlern wie Günter Brus, Öyvind Fahlström, Thomas Hirschhorn, Sarah Lucas und Franz West. Die Sammlung Falckenberg bietet einen Überblick über diese, dem Modell der Counter Culture verpflichtete Entwicklung der Gegenwartskunst. Wichtige Positionen sind in Werkgruppen vertreten.
Der Besuch der Sammlung und der Ausstellungen ist zu den Ausstellungseröffnungen und im Rahmen von Führungen möglich. Diese finden regelmäßig mittwochs bis freitags um 18 Uhr, samstags um 15 Uhr und 17 Uhr sowie sonntags um 12 sowie 14 Uhr statt. Ab der Ausstellung "Dieter Meier" finden die Führungen mittwochs bis freitags um 18 Uhr, samstags um 15 Uhr und 17 Uhr sowie sonntags um 12 und 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich und kann unkompliziert über die Internetseite der Sammlung Falckenberg vorgenommen werden.
Aktuelle Ausstellungen
Das Messer im Geldschrank
Peter Piller
Sa, 16.6.2012 | Eröffnung


Sa, 16.6.2012 - So, 19.8.2012


Anlässlich der Verleihung des Edwin-Scharff-Preises 2011 zeigt die Sammlung Falckenberg in Harmburg-Harburg Werke des in Hamburg lebenden Künstlers Peter Piller.
Peter Pillers origineller Umgang mit den Medien Fotografie und Zeichnung beruht auf eigens ersonnenen Weisen des Dokumentierens, Archivierens und Kartografierens. Oft verwendet er vorgefundenes Bildmaterial wie Fotos aus Regionalzeitungen, Luftaufnahmen von Einfamilienhäusern oder Bilder von Schadensfällen, die einer Versicherung zur Regulierung geschickt wurden. Dabei geht Piller nicht zuletzt der Frage nach, wie sich »Wirklichkeit« in unterschiedlichen Medien und auf Darstellungsebenen zeigt beziehungsweise überhaupt erst hergestellt wird.
Zum Vorschein kommen erstaunlich präzise und kohärente Bildikonografien, denen gewöhnlich kaum Beachtung geschenkt wird, die sich aber, und offenbar jenseits der Intentionen der Urheber, weitgehend unbewusst allgemein durchgesetzt haben.
Peter Piller legt Foto-Archive an. Sein Archiv gründet sich auf einer Sammlung von ca. 6000 Zeitungsfotos. 2002 erhielt er 12.000 Aufnahmen aus einem Luftbildarchiv. Sie wurden in den 1970er Jahren von einem Unternehmen produziert, um sie an der Haustür den Eigentümern der abgebildeten Wohnobjekte zu verkaufen. Erweitert werden die Sammlungen durch historische Postkarten, Zeitungsbilder und Internetfunde. Zudem unternimmt er Wanderungen und macht sich dazu Notizen. So hat er ausgiebige Wanderungen 2005 im Ruhrgebiet und Hamburg unternommen und fotografisch verarbeitet. An der HfbK Hamburg hatte er 2005 eine Gastprofessur. Seit November 2006 ist er Professor für Fotografie im Feld zeitgenössischer Kunst an der HfG Leipzig.
Ort:
Sammlung Falckenberg
Desire Desiese Devise - Zeichnungen 1986 - 2011
Monica Bonvicini
Sa, 25.8.2012 | Eröffnung


Sa, 25.8.2012 - So, 18.11.2012


Die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg zeigt in Kooperation mit dem Städtischen Museum Abteiberg in Mönchengladbach mit »Desire Desiese Devise« die erste anthologische Ausstellung der umfangreichen Produktion von Zeichnungen, Collage- und Textarbeiten im Werk von Monica Bonvicini. Monica Bonvicini (geboren 1965 in Venedig, lebt in Berlin) hat im Laufe von rund 25 Jahren ein gewaltiges Konvolut an Zeichnungen produziert. Es sind Skizzen, Entwürfe, Konzepte, aus denen ihre weltweit bekannten skulpturalen, installativen oder medialen Werke hervor gingen, sowie viele freie Arbeiten, die einen völlig eigenen Part in ihrem Werk ausmachen.
Bekannt durch raumgreifende Installationen, Werke für den öffentlichen Raum, Skulpturen und Videoarbeiten, ist Monica Bonvicini eine der international bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Entsprechend spannend ist ihre Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung. Sie reicht über illustrative comicartige Motive, verschiedenste Textarbeiten und -collagen hin zu vielen filigranen Skizzen und Konstruktionen auf Papier, von denen manche als Skulptur oder Installation umgesetzt und manche - weil nur eine Idee - verworfen wurden.
Die Ausstellung demonstriert das Prozesshafte in der Arbeit der Künstlerin, die ihre frühen Jahre an der HdK/UdK Berlin verbrachte und ursprünglich Malerei studierte. Die Spanne der Zeichnungen in der Ausstellung geht von »fast nichts« bis »muskulös« - und das gleichzeitig und gleichwertig. Das »Packende« und »Gewaltige« von großformatigen, schwarz-weißen Tempera-Arbeiten, die harte Expressivität des Mediums Zeichnung treten hier ebenso hervor wie das Sensible und Humorvolle in vielen bisher nie gezeigten Skizzen.
Bonvicini produzierte Entwurfszeichnungen zu vielen ihrer Installationen, detaillierte Skizzen und Textnotizen, in denen die Entwicklung dieser Arbeiten und ihre Vorstellung von Raum, Ort und der Interaktion mit dem Publikum sichtbar werden. Serien von Collagen, die als Vorbereitung zu Installationen entstanden, ermöglichen einen intimen Einblick in die Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen, u.a. Architektur, Sexualität und Fetischismus. Ihre eklektischen Interessen spiegeln sich wider in den verschiedenen Stilen und Materialitäten: Zitate aus der Werbung, aus Kunst- und Architekturgeschichte und -theorie, Musik und Gedichte verflechten sich in einer Virtuosität, die zwischen Elegance und Punk zu orten ist.
Die Ausstellung zeigt neben einer Auswahl großformatiger Arbeiten wie den Serien der »Hurricanes and other Catastrophes«, der »Places of IDs« und den »Spray Drawings« auch »Kill your Father«, einen 63-teiligen Block von Zeichnungen in roter Tempera und Filzstift mit Zitaten, Schlagwörtern und stilisierten Darstellungen verknoteter Ketten, der sich dem Betrachter wie ein »Cluster« gegenüberstellt. Zudem wird erstmalig eine Gruppe von Zeichnungen auf Transparentpapier präsentiert, die als Vorbereitung zu ihrem Beitrag »15 Steps to the Virgin« für die 54. Internationale Biennale in Venedig (2011) entstanden sind, des Weiteren verschiedenste Serien von Papierarbeiten aus fast 25 Jahren künstlerischer Arbeit.
Ort:
Sammlung Falckenberg
Places, Strange and Quiet
Wim Wenders
So, 1.4.2012 - So, 5.8.2012


Als Regisseur ist Wim Wenders, 1945 in Düsseldorf geboren, mit Filmen wie »American Friend« (1978), »Paris, Texas« (1984), »Der Himmel über Berlin« ( 1987), »Buena Vista Social Club« (1999) und zuletzt »Pina« (2010) als einer der einflussreichsten Vertreter des New German Cinema international bekannt. Parallel hat Wim Wenders zahlreiche Bücher mit Essays und Fotografien publiziert.
Seine eigenen Fotografien wurden unter dem Titel »Pictures from the Surface of the Earth« seit 2001 weltweit in einer Vielzahl von Museen und Kunstinstitutionen gezeigt.Seine Bilder von Orten auf der ganzen Welt wie Salvador in Brasilien, Palermo in Italien, Onomichi in Japan oder Berlin und amerikanischen Landschaftsaufnahmen im Breitwandformat wurden im Frühjahr 2011 unter dem Titel »Places, strange and quiet« in seiner Londoner Galerie Haunch of Venison präsentiert. Zuvor waren die Werke im Sao Paulo Museum of Art in Brasilien ausgestellt.
Ort:
Sammlung Falckenberg
Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg
Phoenix Fabrikhallen
Wilstorfer Straße 71, Tor 2
D-21073 Hamburg
Telefon: +49 (0)40-32506762
E-Mail:
besuch@sammlung-falckenberg.de
Haus der Photographie
Halle für Aktuelle Kunst
(Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg)
Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag: 11 − 18 Uhr
jeden 1. Donnerstag im Monat: 11 − 21 Uhr (außer an Feiertagen)
an Feiertagen: 11 − 18 Uhr (Karfreitag, Ostersonntag und -montag, Pfingstsonntag und -montag, Gründonnerstag, Christi Himmelfahrt, 1. Mai, 3. Oktober, 1. und 2. Weihnachtsfeiertag)
Neujahr: 13 − 18 Uhr
geschlossen: Heiligabend, Silvester
Sammlung Falckenberg
(Wilstorfer Straße 71, Tor 2, 21073 Hamburg - Harburg)
Der Besuch der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg und der Ausstellungen ist zu den Ausstellungseröffnungen und im Rahmen von Führungen möglich.
Führungen finden regelmäßig mittwochs 18 Uhr, samstags um 15 Uhr und 17 Uhr sowie sonntags um 12 und 14 Uhr statt.
Eine Anmeldung ist erforderlich und kann unkompliziert über die Internetseite oder telefonisch unter Tel. +49 (0)40 32 50 67 62 vorgenommen werden.
Eintritt und Führung: 15 Euro/Pers.
Ermäßigung für Familien: 20 Euro (2 Erwachsene und Kinder)
Gruppen-Sonderführungen sind täglich nach Absprache möglich.