„WACHGEKÜSST“ - Die Wiederentdeckung eines hanseatischen Landhauses (1830 -1909)
Eine öffentliche Restaurierungsausstellung
Fr, 23.4.2010 - Fr, 31.12.2010
Das Museum startet am 23. April mit einer großen öffentlichen Restaurierungsausstellung. Auf mehreren Hundert Quadratmetern wird das Interieur einer klassizistischen Villa aus Hamburg-Hamm aus der Zeit um 1830 präsentiert. Das mehrmonatige Projekt mit dem Titel „Wachgeküsst“ ermöglicht einen umfang reichen Blick hinter die Kulissen der Museumswelt und in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Restauratoren.
Begleitend wird neben der kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Raumausstattung auch die Geschichte Hamburgs und seines Stadtteils Hamm im 19. Jahrhundert mit Lebensweise und Biografien der mit dem Haus verbundenen Personen erzählt.
Im Jahr 1909 erwarb das Museum große Teile der Innenausstattung der zwischen 1828 und 1831 erbauten „Villa Rücker“ in Hamburg-Hamm, die im selben Jahr abgerissen wurde. Otto Lauffer, der Gründungsdirektor des Museums, und der Architekt Fritz Schumacher planten vor 100 Jahren, die Innenausstattung des Landhauses als Beispiel hanseatischer Wohnkultur im neu errichteten Museumsgebäude am Holstenwall einzubauen. In beispielhafter Weise wurden vor dem Abriss Haus und Innenausstattung in Aquarellen, Fotografien, Wandabwicklungen und Bauplänen dokumentiert. Später änderten sich die Pläne und die Objekte wurden eingelagert. Die hohe kulturhistorische Bedeutung dieser Fragmente veranlasst das Museum heute, diese Objekte neu zu dokumentieren, zu konservieren und eine Rekonstruktion ins Auge zu fassen.
Begleitprogramm zur Schaurestaurierung
Führungen:
jeden Samstag und Sonntag um 15.00 Uhr (ab 25. April) Kosten: Museumseintritt/ohne Anmeldung
Familienführungen:
„Wie weckt man eine alte Villa aus dem Dornröschenschlaf“ Termine: 2.5., 12.6., 13.6. und 11.7.2010
jeweils von 13.00-14.00 Uhr
Kosten: Museumseintritt/ohne Anmeldung
Restauratoren-Führungen am Wochenende „Wachgeküsst – mit Mikroskop und Wattetupfer“
16.5., 30.5., 12.6., 26.6. und am 4.7.2010
jeweils um 12.00 Uhr
Kosten: Museumseintritt/ohne Anmeldung
Führungen für Gruppen und Schulklassen:
Anmeldung beim Museumsdienst; Tel.: 040 42 81 31-0
Führungen und Stadtrundgang zur Reihe „Hamburg Interieur“
mit Dr. Susanne Geese, Dr. Kerstin Petermann; viakultura
Anmeldung unter viakultura, Dr. Susanne Geese, Dr. Kerstin Petermann, Tel: 040-27 80 96 88 oder 040-88 177 178, www.viakultura.de
Führung Interieurs im Museum für Hamburgische Geschichte
Ein Gang durch die barocken Wohnräume und das Klopstockzimmer
Freitag, 28. Mai 2010, 15:30-17.00 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Museums für Hamburgische Geschichte
Kosten: Museumseintritt/ohne Anmeldung
Führung Landhaus Baur – Das Landhaus des Altonaer Kaufmanns J.H.Baur in Nienstedten
von Christian Frederik Hansen mit Besichtigung der Innenräume
Donnerstag, 24. Juni, 15.30-16.30 Uhr
Treffpunkt: Eingang Hermann Reemtsma Stiftung, Christian-F.-Hansen-Str. 19
Kosten: 13 Euro /Anmeldung unter Tel: 040-27 80 96 88 oder 040-88 177 178
Stadtrundgang Verlorene Schätze – Landhauskultur in Hamm
Ein Spaziergang vom Hammer Park zum Rauhen Haus Sonntag, 13. Juni, 15-17 Uhr
Treffpunkt: U-Bahn Hammer Kirche, Ausgang Hammer Park Kosten: 10 Euro
Brand von 1842 - Auswanderung über Hamburg - Überseehandel
Aufbruch in die Moderene - Dauerausstellung
Für die Entwicklung Hamburgs zu einer modernen Großstadt seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts waren zwei Katastrophen im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung.
Am Anfang der Ausstellung steht das einschneidende Ereignis des Großen Brandes von 1842, der ein Drittel der Hamburger Altstadt zerstörte. Die Inszenierung erinnert an die Katastrophe und zeigt zugleich die Chancen, die der Wiederaufbau damals eröffnete.
Die Cholera-Epidemie von 1892, bei der annähernd 10000 Menschen ums Leben kamen, gab schließlich den Anstoß zum Aufbau eines modernen Kanalisations- und Trinkwassersystems.
Aber auch der Ausbau und die weitere Entwicklung des Hafens prägten das moderne Hamburg.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Hamburg zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Auswanderer nach Übersee.
Die Passagierschiffe verschiedener Hamburger Reedereien brachten zwischen 1820 und 1914 Millionen von Menschen nach Nordamerika. Erläutert werden nicht nur die religiösen, politischen und wirtschaftlichen Gründe der Massenemigration, sondern es werden auch anhand von Filmbeiträgen, multimedialen Präsentationen und Raum-Inszenierungen die Bedingungen veranschaulicht, die Auswanderer auf ihrer langen Reise in Kauf nehmen mußten.
Dabei beschränkt sich die Ausstellung nicht nur auf die Darstellung der Emigration im 19. Jahrhundert in die USA. Auch die Auswandererbewegung in andere Kontinente, die Zwangsemigration unter dem wachsenden Antisemitismus sowie die Emigration nach 1945 werden thematisiert.Mit der Migration waren auch Veränderungen in Handel, Politik und Konsumverhalten verbunden. Darstellungen der überseeischen Fahrtgebiete Hamburger Reedereien, der Ostasien-, Afrika- und Südamerikafahrt sowie der Kolonialpolitik bilden weitere Aspekte der Ausstellung. So wurde Hamburg im Warenumschlag die führende Handelsstadt auf dem europäischen Kontinent und die zweitgrößte Hafenstadt Europas.