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Schauspiel Hannover

Kontakt

Schauspiel Hannover
Niedersächsische Staatstheater Hannover
Prinzenstr. 9
D-30159 Hannover

Telefon: +49 (0)511-9999 00

 

Kassen im Opernhaus und im Schauspielhaus
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10–19.30 Uhr (Vorverkauf bis 18.30 Uhr), Samstag 10–14 Uhr (im Opernhaus bis 18 Uhr)
An den Kassen können auch alle Programmhefte aktuell laufender Produktionen erworben werden.
Abendkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (kein Vorverkauf)

Telefonischer Kartenverkauf
Montag bis Freitag 10–18 Uhr, Samstag 10–14 Uhr
Schauspiel

Trutz

nach dem Roman von Christoph Hein

Premiere: 08. September 2018, Schauspielhaus

Der deutsche Schriftsteller Rainer Trutz und der russische Wissenschaftler Waldemar Gejm geraten in den Malstrom der Gewalten des 20. Jahrhunderts. Nach gelungener Flucht vor den Nazis kommen Trutz und seine Frau voller Hoffnung auf ein besseres Leben in der Sowjetunion an. Hier lernen sie die Gejms kennen. Ein Kind wird geboren, Maykl. Auch die Gejms haben einen Sohn, Rem. Waldemar Gejm macht die beiden Kinder zu Probanden in seiner Forschung zur Mnemotechnik, der Lehre von Ursprung und Funktion des Gedächtnisses. Die beiden Kinder sind gelehrige Schüler. Doch der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 ändert schlagartig alles für die deutschen Emigranten. Plötzlich werden sie auch hier verfolgt. Trutz wird im Gulag erschlagen, seine Frau stirbt in der Verbannung und auch Gejm fällt der Willkür des stalinistischen Systems zum Opfer. Er wird deportiert. Seine Forschung erregte Anstoß. Nur Maykl und Rem überleben. Beide werden wegen ihrer Fähigkeit, nichts zu vergessen, im Verlaufe ihres Lebens immer wieder Probleme mit der Macht bekommen. Erst im vereinigten Deutschland begegnen sie sich wieder. Vielleicht gilt ja doch der letzte Satz des Romans: »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.«

Der 1944 geborene und in Ostdeutschland aufgewachsene Autor Christoph Hein hat einen Roman über das Wirken von Ideologien, über das Hoffen auf ein besseres Leben jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung, über Lügen und Verbrechen und das Problem, all das zu erinnern und zu erzählen, geschrieben.

Regie und Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Konzert

Macbeth

nach William Shakespeare von Heiner Müller

Premiere: 18. Oktober 2018, Schauspielhaus

Nur zwei Mal scheint die Sonne den Nebel zu durchdringen und vorübergehend Tag werden zu lassen. Schicksalsschwestern haben dem verdienstvollen Krieger Lord Macbeth den Thron verheißen. Doch die Erfüllung lässt auf sich warten und so hilft Macbeth nach, angestachelt von seiner Frau, der Lady Macbeth. Sie morden den amtierenden König im Schlaf und setzen sich an die Spitze des Staates. Doch das vergossene Blut färbt auf das Leben des Königspaars ab. Hatte es sich zunächst durch die gemeinsame Tat in besonderer Weise vereint gesehen, wird ihre Liebe durch die Geister der Toten zerstört. Auch muss das Paar erkennen, dass der Mord sinnlos war, denn es gab einen zweiten Teil der Prophezeiung. Er galt den Söhnen von Macbeths einstigem Kampfgefährten Banquo. Sie seien es, die Macbeth nachfolgen würden. Tatsächlich bleibt das Königspaar kinderlos. Macbeth begreift, dass er keine Dynastie begründen wird und kämpft fortan blindwütig um den Machterhalt. Er vergisst alles, was ihm einst wichtig war, nur einer Gewissheit folgt er: Er will sich nicht für andere beschmutzt haben. Wenn sein Geschlecht keine Zukunft hat, soll keines eine haben. Er ist die Welt und seine Lebensspanne soll die ihre sein: »Ich habe die Sonne langsam satt, ich will, dass diese Welt ihr Ende hat.«

Macbeth ist das schwärzeste aller Dramen Shakespeares. Kein anderes erzählt so konsequent von der zerstörerischen Verführung durch Macht und von der Unmöglichkeit für den Menschen, sich ihr zu entziehen.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Börkur Jónsson
Kostüme: Karen Briem
Sounddesign und Komposition: Gabriel Cazes
Komposition und Live-Musik: Bendik Giske
Dramaturgie: Judith Gerstenberg
Theater

Medea

nach Franz Grillparzer u.a.

Es ist eines der brisantesten kulturellen Bilder unserer Verbundenheit mit der Welt: das Band zwischen Mutter und Kind. Die Zerstörung des Kindes heißt, jegliche Bindung zur Welt zu kappen. Darin liegt die Monstrosität des Aktes, für den Medea sinnbildlich steht. Keine andere Frauengestalt der antiken Literatur hat in ihrer Wirkungsgeschichte einen so prägenden Eindruck hinterlassen wie Medea – bis heute. Zahllose Nacherzählungen und Überschreibungen suchen nach einer Deutung. Der Kindsmord steht am Ende. Es gibt eine Vorgeschichte. Medeas Vater Aites, König der Kolcher, die den Griechen als Barbaren gelten, ist unrechtmäßig in den Besitz des Goldenen Vlieses gekommen. Die Argonauten unter der Führung Jasons landen an Kolchis´ Ufern, um den Raub zu rächen. Medea, ausgestattet mit Zauberkräften, hilft den Fremden, verliebt sich in Jason, opfert Vater und Bruder und flieht mit ihm aus ihrer Heimat. Nach langer Irrfahrt gelangen sie nach Korinth. Unterdessen haben sie Kinder und die Liebe ist erloschen, Medea bleibt eine Fremde. Der strahlende Held Jason wird zum Pragmatiker und sucht die Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa. Die strahlende Heldin Medea wird zur betrogenen Ehefrau. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie aus zur Rache und katapultiert ihr Leben im Moment, da es zum kleinbürgerlichen Ehedrama zu verzwergen droht, zurück in mythische Dimensionen.

FRANZ GRILLPARZER (1791 – 1872) hat den mythischen Stoff in seiner Trilogie Das goldene Vlies in eine geschichtsphilosophische Tragödie verwandelt, in eine Geschichte der Gewalt, die aus Ignoranz, Missverständnissen und Fehldeutungen entsteht. Seine Bearbeitung ist Ausgangspunkt von Tom Kühnels Beschäftigung mit dem Stoff, der durch die Jahrhunderte unterschiedlichste Wandlungen erfahren hat.

Regie: Tom Kühnel
Bühne und Video: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig
Theater

Hedda Gabler

von Henrik Ibsen

Sechs Monate Hochzeitsreise liegen hinter der Generalstochter Hedda und ihrem Ehemann Jörgen Tesman. Jetzt kann das gemeinsame Glück beginnen. Aber Hedda liebt Jörgen nicht. Um seiner anspruchsvollen Frau das erhoffte Leben bieten zu können, hat dieser sich in Erwartung einer Professur tief verschuldet. Sie hatte ihn hauptsächlich der gesellschaftlichen Stellung wegen geheiratet, die er ihr zu sichern schien. Von der Sinnlosigkeit der noch frischen Ehe überzeugt, trifft Hedda auf ihre Jugendliebe Eilert Lövborg. Eilert arbeitet im gleichen wissenschaftlichen Feld wie Jörgen. Der deutlich Begabtere ist für Jörgen somit doppelte Konkurrenz. Die gelangweilte Hedda versteigt sich indes in Allmachtsfantasien: »Ich möchte ein einziges Mal in meinem Leben die Herrschaft haben über ein Menschenschicksal.« Damit meint sie nicht etwa Jörgen, sondern Eilert. Es beginnt ein subtiles Psychodrama zwischen Begehren und Enttäuschung, an dessen Ende eine der berühmtesten Requisiten der Theatergeschichte, die Pistole von Heddas Vater, grausame Klarheit schafft.

HENRIK IBSEN (1828 –1906) hat die menschliche Psyche seziert wie wohl kaum ein anderer Dramatiker. 1890 schrieb er mit Hedda Gabler eines seiner bekanntesten Stücke, das ein Jahr später in München uraufgeführt wurde.

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Julia Wassner
Musik: Sven Michelson, Niklas Kraft
Video: Oliver Rossol
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Schauspiel

Der schwarze Obelisk

Geschichte einer verspäteten Jugend von Erich Maria Remarque

1923 ist Ludwig Bodmer Grabsteinverkäufer in Werdenbrück. Das Geschäft geht gut, trotzdem befindet er sich in schwieriger Finanzlage, denn das Geld verliert von Stunde zu Stunde an Wert. Ludwig legt sich ein Arsenal an Schwindeleien zurecht, um den Alltag zu überstehen: Mahlzeiten zahlt er mit längst abgeschafften Essensmarken; statt im Varieté Eintritt zu zahlen, beobachtet er seine freizügige Nachbarin am Fenster; auf Alkohol lässt er sich einladen. – Die durch den Weltkrieg verpasste Jugend will nachgeholt werden! Am Wochenende arbeitet Ludwig als Organist in einem Irrenhaus und lernt dort Geneviève Terhoven kennen. Sie ist schön und persönlichkeitsgespalten, die meiste Zeit über nennt sie sich Isabelle. Das Mädchen, so scheint ihm, hat mehr verstanden von der Welt als die sich moralisch auflösende Gesellschaft vor dem Eingangstor zur Anstalt. Hier zieht es bereits auf: das erste nationalistische Donnergrollen. Und während Ludwigs Kameraden gespannt Hitlers Reden im Radio verfolgen, auf den Straßen erst Vereinzelte, dann ganze Gruppen das Deutschlandlied singen, es scheinbar beliebige Festnahmen gibt, entschließt er sich zu gehen.

Nach seinen erfolgreichen Bühnenadaptionen von Im Westen nichts Neues und Die Nacht von Lissabon vervollständigt Lars-Ole Walburg mit Der schwarze Obelisk seine Remarque-Trilogie. Erschienen auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, gilt auch dieses Werk als wichtige Antikriegsliteratur. Alle drei Inszenierungen werden in dieser Spielzeit im Repertoire zu sehen sein.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musikalische Leitung: Lars Wittershagen
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Mephisto

nach dem Roman von Klaus Mann

»IM PARKETT RISS MAN MUND UND AUGEN AUF. MAN VERSCHLANG DIE GESTEN DER DREI MENSCHEN DORT OBEN IN DER LOGE ALS DAS AUSSERORDENTLICHES SCHAUSPIEL, ALS ZAUBERHAFTE PANTOMIME, DEREN TITEL LAUTET: DER SCHAUSPIELER VERFÜHRT DIE MACHT.«

Deutschland 30er Jahre. Der Schauspieler, von dem hier die Rede ist, heißt Höfgen, Hendrik Höfgen, ein Ausnahmetalent – von vielen bewundert, von vielen beneidet, von einigen verachtet. Die Macht – in persona des dicken Fliegergenerals und seiner Frau –, mit einer besonderen Affinität zur prunksüchtigen Inszenierung einer ganzen Nation, hält ihn sich als ihr Paradepferd, obwohl oder gerade, weil Höfgen nicht einer der ihren ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten. Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen, den Mächtigen, erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher, so scheint es, dazu. Im Moment seines größten Erfolges, in jenem Moment in der Loge, weiß Höfgen: »Jetzt habe ich einen Flecken auf der Hand, den bekomme ich nie mehr weg – Jetzt habe ich mich verkauft – Jetzt bin ich gezeichnet.«

KLAUS MANN (1906 –1949) Der Publizist und Autor, Sohn von Katja und Thomas Mann, widmete sich von 1933 an primär dem antifaschistischen Widerstand, den er – rastlos zwischen verschiedenen Orten und Ländern pendelnd – aus dem Exil organisierte. Gequält von Schreibblockaden, Heroinsucht und politischer Desillusionierung, nahm er sich 1949 das Leben. Stets betonte er, dass er bei seinem Mephisto nicht am Einzelfall, sondern am Exemplarischen des Karrieristen interessiert war. Das Buch ist eine Abrechnung mit einem Künstler, der das Land nicht verließ und glaubte, seine Karriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt meistern zu können.

Regie: Milan Peschel
Bühne: Nicole Timm
Kostüme: Magdalena Musial
Musikalische Leitung: Daniel Regenberg
Video: Jan Speckenbach
Theater

Extrem laut und unglaublich nah

nach dem Roman von Jonathan Safran Foer

Oskar ist neun Jahre alt und lebt in einem Penthouse in der Nähe des Central Park in New York. Gutbürgerlich, wohlbehütet. Der 11. September 2001 ändert sein Leben dramatisch. Beim Anschlag auf das World Trade Center kommt sein Vater ums Leben. Am Abend vorher saß er noch an Oskars Bett und las ihm eine Gutenachtgeschichte vor. Oskar kann das nicht verstehen. In der Kleiderkammer des Vaters findet er in einer Vase einen geheimnisvollen Schlüssel. Er steckt in einem Briefumschlag, der mit »Black« beschriftet ist. Im New Yorker Telefonbuch gibt es 472 Menschen mit diesem Namen. Aber vielleicht ist »Black« auch gar kein Name. Auf seiner Suche nach dem passenden Schloss durchstreift der frühreife und schrecklich schlaue Junge seine Stadt. Oskar begegnet vielen Menschen mit traurigen Geschichten und langsam breitet sich auch seine eigene Familiengeschichte vor ihm aus. Oskar ahnt, dass er sich selbst nur begreifen kann, wenn er weiß, woher er kommt.

Nach Alles ist erleuchtet ist Extrem laut und unglaublich nah der zweite große Roman des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran Foer. Mit großer Komik und einem Faible für absurde Situationen schafft er es, sich einem ganz und gar nicht komischen Kapitel der jüngsten Geschichte zu widmen. Kunstvoll verwebt er die Zeiten der Großelterngeneration vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Oskars heutigen Erlebnissen und wurde von der Presse dafür zu Recht gefeiert.

Mina Salehpour inszeniert diese Geschichte im Bühnenturm des Schauspielhauses und lässt dafür das Publikum auf der Bühne Platz nehmen.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musikalische Leitung: Sandro Tajouri, Tom Schneider
Dramaturgie: Lars-Ole Walburg
Theater

Die Edda

neu erzählt von Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason

»EHRFURCHT ERBIETE ICH ALLEN HEILIGEN GESCHLECHTERN, / DEN MÄCHTIGEREN UND DEN MINDEREN KINDERN HEIMDAHLS. / DU WILLST, WALVATER, DASS ICH WOHL ERZÄHLE DIE URGESCHICHTE DER WELT, / DIE ICH AM BESTEN KENNE.«

Es sind die Fragen der Fragen, die sich die Menschheit seit Jahrtausenden stellt: Wo kommt eigentlich alles um uns herum her? Wie hängt alles miteinander zusammen? Warum ist die Welt, wie sie ist? Heute gibt die Wissenschaft auf vieles eine Antwort. Manche dieser Antworten muten dabei nicht weniger erstaunlich und unwahrscheinlich an, als die alten Mythen, mit denen sich Menschen an unterschiedlichsten Enden der Welt, Antworten zu geben versuchten. Eine der ältesten Erzählungen dieser Art ist die nordische Edda. In ihr lösen sich Götter- und Heldengeschichten ab, werden grundlegende Wahrheiten in symbolischer Verhüllung formuliert.

In einer Zeit, in der wir allerorten nach Orientierung suchen und gleichzeitig den großen allgemeingültigen Erzählungen und Ideologien misstrauen, bekommen die alten Mythen in ihrer Heterogenität, ihrer tiefen Widersprüchlichkeit, ihrem zuweilen derben Humor eine ganz existentielle Bedeutung. Die isländischen Theaterschaffenden Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason machen sich jetzt mit dem Hannoveraner Ensemble daran, die Edda bildgewaltig und überbordend ins Heute zu überführen und zu erzählen.

THORLEIFUR ÖRN ARNARSSON (geb. 1978) wird sich gemeinsam mit dem Autor MIKAEL TORFASON (geb. 1974) in den Stoff der Edda begeben, ihn neu lesen, überschreiben und versuchen, in die Tiefe eines gegenwärtigen Gefühls, in das Unbewusste unserer Gesellschaft vorzudringen, das sich aus den alten Geschichten speist, die sich in den verschiedensten Kulturkreisen aufs Verblüffendste ähneln. Bereits 2015 widmeten sie sich der isländischen Saga Njala. Der am Borgarleikhus Reykjavík entstandene Abend erhielt den höchsten isländischen Theaterpreis in zwölf Kategorien.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Karen Briem
Musikalische Leitung: Gabriel Cazes
Dramaturgie: Judith Gerstenberg / Johannes Kirsten
Theater

Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

Heiko ist Hool. Die Frage nach dem »Warum« hat er nie gestellt. Absolut sicher ist er sich nur, dass er auf keinen Fall so leben will wie seine Familie. Unter der Führung seines Onkels Axel und stets begleitet von seinen Jugendfreunden, ist für Heiko die Radikalität, mit der er für seinen Verein Hannover96 kämpft, das einzige Lebenselixier. Zu dieser Familie gehört er; unter den bunten Fahnen seines Vereins ist er Teil einer kraft-vollen Gemeinschaft, für die er kämpfen und an die er glauben kann. Angst vor Verletzungen hat er schon lange nicht mehr. In Gefahr gerät Heiko, als die Gruppe um ihn sich aufzulösen beginnt. Denn im Gegensatz zu ihm, der an einen Ausstieg keinen Gedanken verschwendet, verlassen seine Freunde nach und nach die Szene. Für sie gibt es mittlerweile Wichtigeres als den Adrenalinrausch bei den Matches im Wald. Und dennoch, Heiko zieht wieder in den Kampf.

PHILIPP WINKLER (geb. 1986 in Neustadt am Rübenberge) ist Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim.
2016 gelang ihm mit seinem Hooligan-Roman ein so vehementes Debüt, wie es das lange nicht mehr gegeben hat. Das Buch, so die FAZ, treffe wie ein Schlag; endlich gäbe es wieder einen Roman, der von deutscher Wirklichkeit erzähle.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Matthias Meyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarque

Remarque erzählt die Geschichte von vier Freiwilligen, die von der Schulbank direkt in den Krieg ziehen. Aus eigenem Erleben schildert er die Gräuel der Front, berichtet von den Traumata der Soldaten, von den Hindernissen ihrer Wiedereingliederung, der realitätsfernen Sicht der Zivilgesellschaft auf den Krieg, der Verführungskraft falscher Heldenmythen und der Militärpropaganda. Vor allem die Materialschlachten an der Westfront wurden zum grausamen Sinnbild des Ersten Weltkrieges, in dem der Kampf Mann gegen Mann von dem zwischen Mensch und Maschine abgelöst wurde. Mitten in diesem Kampf verreckten Paul Bäumer, Remarques Protagonist, und Hunderttausende seiner Generation, »die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie den Granaten entkam.« Nach dem vierjährigen Grauen, dem Morden, dem Sterben scheinen sie unfähig, sich das Zusammenleben in einer zivilen Gesellschaft noch vorstellen zu können. Was machen Soldaten nach dem Krieg? Wie gehen sie mit der Erfahrung um, dass all das, womit sie überlebt haben, überflüssig, unerwünscht, verboten ist?

Remarques Buch gilt als der bekannteste Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich im Jahr 2014 zum 100. Mal jährte. In mehr als 50 Sprachen übersetzt, ist es eines der meistgelesenen Bücher der Welt überhaupt.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach / Anna Rudolph
Musik: Markus Hübner
Choreographie: Dennis Deter
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Aufführungen / Oper Staatsoper Hannover Hannover, Opernplatz 1
Aufführungen / Theater Theater in der List Hannover Hannover, Spichernstr. 13
Aufführungen / Festival Intern. Fredener Musiktage Freden, Schillerplatz 6
Aufführungen / Theater UHU-Theater Hannover Hannover, Böhmerstr. 8
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 19.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Fr, 21.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Sa, 22.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 26.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Fr, 28.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Sa, 29.9.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 3.10.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung COMMEDIA FUTURA Hannover, Seilerstr. 15 F
Theater in der Eisfabrik
Aufführungen / Aufführung die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen / Konzert Richard Wagner-Verband Hannover e.V. Burgdorf, Uetzer Str. 60G
Aufführungen / Theater Wilde Reiter e.V. Hannover, Seilerstr.15F
Freies Theatergruppe aus Hannover
Aufführungen / Konzert C.Bechstein Centrum Hannover Hannover, Königstr. 50a
Königshof
Aufführungen / Theater TANZtheater INTERNATIONAL Tanz und Theater e.V. Hannover, Roscherstr. 12
Aufführungen / Theater THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35