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Schauspiel Hannover

Kontakt

Schauspiel Hannover
Niedersächsische Staatstheater Hannover
Prinzenstr. 9
D-30159 Hannover

Telefon: +49 (0)511-9999 00

 

Kassen im Opernhaus und im Schauspielhaus
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10–19.30 Uhr (Vorverkauf bis 18.30 Uhr), Samstag 10–14 Uhr (im Opernhaus bis 18 Uhr)
An den Kassen können auch alle Programmhefte aktuell laufender Produktionen erworben werden.
Abendkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (kein Vorverkauf)

Telefonischer Kartenverkauf
Montag bis Freitag 10–18 Uhr, Samstag 10–14 Uhr

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Theater

Rotkäppchen und der Wolf: Ein Drama

von Martin Mosebach

Premiere: 23. Mai 2019

Das letzte Stück dieser Spielzeit und das letzte unter der Intendanz von Lars-Ole Walburg wird eine Feier des Erzählens selbst, in all seinen Spielformen. Hierfür hat Hausregisseur Tom Kühnel ein lang vergriffenes, gerüchteumwobenes Kleinod der deutschsprachigen Dramenliteratur ausgegraben, geschrieben von Martin Mosebach. Der 2007 mit dem Georg-Büchner-Preis geehrte Autor gilt als einer der letzten großen Sprachkünstler unserer Zeit und als literarischer Exzentriker, der unbeirrt und weitab vom Mainstream die Fülle der Differenzierungsmöglichkeiten der Sprache erforscht und auf allen Feldern der Literatur, wie Roman (Das Beben, Mogador), Reportage, Drama, Hörspiel, Opernlibretto (Neubearbeitung des Fidelio) und Film-Drehbuch (gemeinsam mit der Künstlerin Rebecca Horn: Buster’s Bedroom) zuhause ist.

Der Überzeugung folgend, dass es weniger um das »Was« als um das »Wie« gehe, hat Martin Mosebach mit Rotkäppchen und der Wolf einen allseits bekannten Stoff gewählt, um ihn mit allen Mitteln seiner Kunst in eine literarische Meditation zu überführen. Der alte Märchenstoff verwandelt sich unter seiner Hand in ein modernes Versdrama, halb Mysterienspiel, halb Zauberposse, zart, empfindsam, vital, in eine Geschichte von Lust und Schrecken, von Liebe, Tod und Erlösung. Hier erzeugen nicht nur die handelnden Figuren, sondern auch alle Pflanzen und Steine eine vielstimmige und kunstvolle Klangkomposition. Mosebach formt das Volksmärchen zum Spiel für Erwachsene um, an dessen Grund mal zynische, mal lustvolle reine Lebensgier liegt. Im Zentrum: Rotkäppchen, halb Licht und halb Schatten, halb Alice im Wunderland, halb Iphigenie, halb Kind und halb Frau. In freien und gereimten Rhythmen, Songs und volksliedhaften Gedichten wird die Geschichte erzählt, die griechische Tragödie ebenso zitiert wie ein Bezug zur christlichen Eucharistie hergestellt.

»Den Unterschied macht nicht die Geschichte, die beliebig, ja austauschbar anmutet, sondern der Mut, sich in eine einzelne Situation, eine abseitige Episode von vielleicht zehn, vielleicht fünf, vielleicht zwei Minuten Realzeit hineinzustürzen wie in einen reißenden Fluss, sich darin zehn, fünfzehn, dreißig Seiten treiben zu lassen, ohne einen Gedanken zu verschwenden ans Ufer, an das, was draußen in der Handlung passiert«, schrieb Navid Kermani in seiner Laudatio auf Mosebach anlässlich der Büchner-Preisverleihung. Und weiter: »Mosebachs Texte wirken auf mich (…) wie Improvisationen des Jazz oder der Rockmusik, die sich häufig aus den banaleren Stücken entwickeln, um die Komposition in den besten Momenten hinter sich zu lassen, ja sie für den Augenblick vollständig zu vergessen.«

Zur Realisierung dieses besonderen Werkes wird das gesamte Ensemble auf der Bühne stehen: als Rotkäppchen, Mutter Wolf, Gattin des Wolfes, junge Wölfe, Großmutter, Jäger, Mutter des Jägers, Chor der Tannen, Chor der Tannen am Abend, Chor der Vögel, Zaunkönige, junger Kuckuck, Chor der Spechte, Chor der Eichhörnchen, Chor der Ringelnattern, Chor der Butterblumen, Chor der Fliegen, Fliege im Netz, Spinne, Gans, Fuchs, die Quelle, Fliegenpilze, einzelne Pilze, andere Pilze, weitere Pilze, neue Pilze,aberneue Pilze, Pilzchorführer, Nähmaschine, Kuckucksuhr, Fotografie von Albert Schweitzer, Hasenchor, alter Hase, Krähen, Taube, Glühwürmchen, Schlüssel, Tür, Sessel, ein davongeschleuderter Schuh, Vorhänge, Steppdecke, Pantoffeln, Schwelle, Besen, Napfkuchen, Lebkuchen, Weinflasche, Schlaf, die junge Luna, Schädel und Knochen, Chor der versteckten Tiere, Chor der ausgestopften Chimären: Hechtente, Biberhase, Luchsreh, Dachshirsch, Fasanotter, Auerochshahn, Schnepfengemse, Bärenschwein, Wachtelfuchs, Katzenwolf, Mardermufflon, Maulwurfskiebitz und den Parforceritt durch Literatur- und Kulturgeschichte wagen. Passieren wird es dabei Faust II., Iphigenie, Wallenstein, Klytaimnestra und Alice im Wunderland.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Marysol del Castillo
Musikalische Leitung: Tomek Kolczynski
Video: Hannah Dörr
Dramaturgie: Judith Gerstenberg
Co-Dramaturgie: Frederieke Tambaur

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Theater

Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarque

Remarque erzählt die Geschichte von vier Freiwilligen, die von der Schulbank direkt in den Krieg ziehen. Aus eigenem Erleben schildert er die Gräuel der Front, berichtet von den Traumata der Soldaten, von den Hindernissen ihrer Wiedereingliederung, der realitätsfernen Sicht der Zivilgesellschaft auf den Krieg, der Verführungskraft falscher Heldenmythen und der Militärpropaganda. Vor allem die Materialschlachten an der Westfront wurden zum grausamen Sinnbild des Ersten Weltkrieges, in dem der Kampf Mann gegen Mann von dem zwischen Mensch und Maschine abgelöst wurde. Mitten in diesem Kampf verreckten Paul Bäumer, Remarques Protagonist, und Hunderttausende seiner Generation, »die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie den Granaten entkam.« Nach dem vierjährigen Grauen, dem Morden, dem Sterben scheinen sie unfähig, sich das Zusammenleben in einer zivilen Gesellschaft noch vorstellen zu können. Was machen Soldaten nach dem Krieg? Wie gehen sie mit der Erfahrung um, dass all das, womit sie überlebt haben, überflüssig, unerwünscht, verboten ist?

Remarques Buch gilt als der bekannteste Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich im Jahr 2014 zum 100. Mal jährte. In mehr als 50 Sprachen übersetzt, ist es eines der meistgelesenen Bücher der Welt überhaupt.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach / Anna Rudolph
Musik: Markus Hübner
Choreographie: Dennis Deter
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Es war einmal … das Leben

inspiriert durch die Zeichentrickserie von Albert Barillé

Die Geschichte war und ist ein Welterfolg. In 26 Folgen erzählt die 1987 erstmals gesendete Zeichentrickserie Es war einmal … das Leben von den Vorgängen im menschlichen Körper und prägte eine ganze Generation. Die Zelle stand am Anfang, dann folgten Die Geburt, Immunsystem, Knochenmark, Blut, bis zur letzten Folge Lebenszyklus. Anfang und Ende, Werden und Vergehen – und dazwischen das Leben. Das Bestechende der Serie ist die Anschaulichkeit, mit der die biologischen Abläufe erzählt wurden. Der Körper, organisiert wie eine Gesellschaft. Konflikte und Krisen im Moment

der Krankheit. Der Einbruch von Viren und Bakterien, der nur mit dem Zusammenwirken aller Abwehrkräfte gestoppt werden kann. Dramatik pur. Aber wie entsteht daraus Theater?

Die Serie Es war einmal … das Leben wird Ausgangspunkt einer theatralen Untersuchung des polnischen Theatermachers Łukasz Twarkowski über die Prozesse in unserem Körper und über den Unterschied des Körperverständnisses der 80er Jahre und heute. Denn wie der jüngste Fall der beiden chinesischen Babys zeigt, deren Erbgut durch die CRISPR-Methode verändert wurde, sind die Möglichkeiten, ins Leben einzugreifen und es zu modifizieren heute ungleich höher. Niemand ist berufener so einen Theaterabend anzugehen, als der 1983 geborene und in Wrocław lebende Videokünstler und Regisseur, der in seinen Arbeiten bildende Kunst und Theater kombiniert. Seine Arbeiten bestechen durch eine beeindruckende Visualität an der Grenze zwischen Theater und Videoclip.

Regie: Łukasz Twarkowski
Bühne: Fabien Lédé
Kostüm: Svenja Gassen
Musikalische Leitung: Bogumił Misala
Video: Jakub Lech
Choreografie/Kampftrainer: Paweł Sakowicz
Dramaturgie: Marcin Cecko / Johannes Kirsten

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Theater

Tschick

von Wolfgang Herrndorf

Der erste Tag von Maiks Sommerferien ist einer der schlimmsten in seinem Leben: Er kriegt keine Einladung zu Tatjanas Party, dann fährt sein Vater auf »Geschäftsreise« mit seiner »Assistentin«, während seine Mutter mal wieder ihre Sachen für die Entzugsklinik packt. So bleibt Maik allein zu Hause, als plötzlich Tschick mit einem geknacktem Auto auftaucht, der Assi, den keiner in der Klasse leiden kann und der bestimmt zur Russenmafia gehört. Trotzdem steigt Maik zu ihm in den Wagen, und die beiden ungleichen Jungen fahren darauflos und erleben zwischen sternenklaren Nächten, Tankstellen und Müllkippen den Sommer ihrer Lebens. Aber natürlich können die Beiden ihr wahres Alter nicht ewig mit Schnurrbärten aus Gaffa-Tape verbergen, und so wird die Fahrt ins Blaue zu einer Flucht mit Blaulicht.

Für seinen Roman erhielt Wolfgang Herrndorf 2011 den deutschen Jugendbuchpreis.

Regie: Anne-Stine Peters
Bühne: Kristin Wolter
Kostüme: Hanna Rode
Musik: Jonas Meyer
Dramaturgie: Vivica Bocks / Lars-Ole Walburg

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Familienprogramm

Das Sams

Familienstück von Paul Maar

»Am Sonntag schien den ganzen Tag die Sonne. Am Montag kam Herr Mon zu Besuch. Am Dienstag hatte Herr Taschenbier Dienst. Am Mittwoch war Mitte der Woche. Am Donnerstag hatte es den ganzen Tag gedonnert und am Freitag bekam er frei. Und am Samstag …«, – da trifft Herr Taschenbier auf das Sams. Und weil es für Herrn Taschenbier so leicht zu erraten ist, wie das heißt, was da singend auf dem Markt sitzt, folgt das Sams ihm von nun an auf Schritt und Tritt. Anfänglich ist Herr Taschenbier genervt von seiner neuen Begleitung: Das Sams ist frech und laut, liebt Reime, frisst Stuhlbeine und alles, was ihm unter den Rüssel kommt und trägt einen Taucheranzug. Bis er etwas am Sams entdeckt: Es besitzt Wunschpunkte. Doch Vorsicht: Man muss genau und exakt wünschen! Und so erlebt Taschenbier die kuriosesten Dinge: ein Eisbär ist plötzlich in seinem Zimmer, er hat auf einmal sehr viel Geld, bekommt ein schickes Auto, landet auf einer einsamen Insel... und verliebt sich in seine neue Kollegin Frau März. Das passt dem Sams allerdings gar nicht und auch die Wunschpunkte werden immer weniger…

Regisseur Tom Kühnel verknüpft in seiner Sams-Fassung die ersten drei Teile der beliebten Bücher von Paul Maar – und schickt das Sams und seinen Papa Taschenbier auf eine turbulente Wunsch-Reise.

Regie: Tom Kühnel
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Daniela Selig
Musikalische Leitung: Christian Decker
Dramaturgie: Anna-Katharina Müller

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Theater

Die Edda

neu erzählt von Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason

»EHRFURCHT ERBIETE ICH ALLEN HEILIGEN GESCHLECHTERN, / DEN MÄCHTIGEREN UND DEN MINDEREN KINDERN HEIMDAHLS. / DU WILLST, WALVATER, DASS ICH WOHL ERZÄHLE DIE URGESCHICHTE DER WELT, / DIE ICH AM BESTEN KENNE.«

Es sind die Fragen der Fragen, die sich die Menschheit seit Jahrtausenden stellt: Wo kommt eigentlich alles um uns herum her? Wie hängt alles miteinander zusammen? Warum ist die Welt, wie sie ist? Heute gibt die Wissenschaft auf vieles eine Antwort. Manche dieser Antworten muten dabei nicht weniger erstaunlich und unwahrscheinlich an, als die alten Mythen, mit denen sich Menschen an unterschiedlichsten Enden der Welt, Antworten zu geben versuchten. Eine der ältesten Erzählungen dieser Art ist die nordische Edda. In ihr lösen sich Götter- und Heldengeschichten ab, werden grundlegende Wahrheiten in symbolischer Verhüllung formuliert.

In einer Zeit, in der wir allerorten nach Orientierung suchen und gleichzeitig den großen allgemeingültigen Erzählungen und Ideologien misstrauen, bekommen die alten Mythen in ihrer Heterogenität, ihrer tiefen Widersprüchlichkeit, ihrem zuweilen derben Humor eine ganz existentielle Bedeutung. Die isländischen Theaterschaffenden Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason machen sich jetzt mit dem Hannoveraner Ensemble daran, die Edda bildgewaltig und überbordend ins Heute zu überführen und zu erzählen.

THORLEIFUR ÖRN ARNARSSON (geb. 1978) wird sich gemeinsam mit dem Autor MIKAEL TORFASON (geb. 1974) in den Stoff der Edda begeben, ihn neu lesen, überschreiben und versuchen, in die Tiefe eines gegenwärtigen Gefühls, in das Unbewusste unserer Gesellschaft vorzudringen, das sich aus den alten Geschichten speist, die sich in den verschiedensten Kulturkreisen aufs Verblüffendste ähneln. Bereits 2015 widmeten sie sich der isländischen Saga Njala. Der am Borgarleikhus Reykjavík entstandene Abend erhielt den höchsten isländischen Theaterpreis in zwölf Kategorien.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Karen Briem
Musikalische Leitung: Gabriel Cazes
Dramaturgie: Judith Gerstenberg / Johannes Kirsten

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Theater

Medea

nach Franz Grillparzer u.a.

Es ist eines der brisantesten kulturellen Bilder unserer Verbundenheit mit der Welt: das Band zwischen Mutter und Kind. Die Zerstörung des Kindes heißt, jegliche Bindung zur Welt zu kappen. Darin liegt die Monstrosität des Aktes, für den Medea sinnbildlich steht. Keine andere Frauengestalt der antiken Literatur hat in ihrer Wirkungsgeschichte einen so prägenden Eindruck hinterlassen wie Medea – bis heute. Zahllose Nacherzählungen und Überschreibungen suchen nach einer Deutung. Der Kindsmord steht am Ende. Es gibt eine Vorgeschichte. Medeas Vater Aites, König der Kolcher, die den Griechen als Barbaren gelten, ist unrechtmäßig in den Besitz des Goldenen Vlieses gekommen. Die Argonauten unter der Führung Jasons landen an Kolchis´ Ufern, um den Raub zu rächen. Medea, ausgestattet mit Zauberkräften, hilft den Fremden, verliebt sich in Jason, opfert Vater und Bruder und flieht mit ihm aus ihrer Heimat. Nach langer Irrfahrt gelangen sie nach Korinth. Unterdessen haben sie Kinder und die Liebe ist erloschen, Medea bleibt eine Fremde. Der strahlende Held Jason wird zum Pragmatiker und sucht die Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa. Die strahlende Heldin Medea wird zur betrogenen Ehefrau. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie aus zur Rache und katapultiert ihr Leben im Moment, da es zum kleinbürgerlichen Ehedrama zu verzwergen droht, zurück in mythische Dimensionen.

FRANZ GRILLPARZER (1791 – 1872) hat den mythischen Stoff in seiner Trilogie Das goldene Vlies in eine geschichtsphilosophische Tragödie verwandelt, in eine Geschichte der Gewalt, die aus Ignoranz, Missverständnissen und Fehldeutungen entsteht. Seine Bearbeitung ist Ausgangspunkt von Tom Kühnels Beschäftigung mit dem Stoff, der durch die Jahrhunderte unterschiedlichste Wandlungen erfahren hat.

Regie: Tom Kühnel
Bühne und Video: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig

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Theater

Extrem laut und unglaublich nah

nach dem Roman von Jonathan Safran Foer

Oskar ist neun Jahre alt und lebt in einem Penthouse in der Nähe des Central Park in New York. Gutbürgerlich, wohlbehütet. Der 11. September 2001 ändert sein Leben dramatisch. Beim Anschlag auf das World Trade Center kommt sein Vater ums Leben. Am Abend vorher saß er noch an Oskars Bett und las ihm eine Gutenachtgeschichte vor. Oskar kann das nicht verstehen. In der Kleiderkammer des Vaters findet er in einer Vase einen geheimnisvollen Schlüssel. Er steckt in einem Briefumschlag, der mit »Black« beschriftet ist. Im New Yorker Telefonbuch gibt es 472 Menschen mit diesem Namen. Aber vielleicht ist »Black« auch gar kein Name. Auf seiner Suche nach dem passenden Schloss durchstreift der frühreife und schrecklich schlaue Junge seine Stadt. Oskar begegnet vielen Menschen mit traurigen Geschichten und langsam breitet sich auch seine eigene Familiengeschichte vor ihm aus. Oskar ahnt, dass er sich selbst nur begreifen kann, wenn er weiß, woher er kommt.

Nach Alles ist erleuchtet ist Extrem laut und unglaublich nah der zweite große Roman des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran Foer. Mit großer Komik und einem Faible für absurde Situationen schafft er es, sich einem ganz und gar nicht komischen Kapitel der jüngsten Geschichte zu widmen. Kunstvoll verwebt er die Zeiten der Großelterngeneration vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Oskars heutigen Erlebnissen und wurde von der Presse dafür zu Recht gefeiert.

Mina Salehpour inszeniert diese Geschichte im Bühnenturm des Schauspielhauses und lässt dafür das Publikum auf der Bühne Platz nehmen.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musikalische Leitung: Sandro Tajouri, Tom Schneider
Dramaturgie: Lars-Ole Walburg

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Theater

Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

Heiko ist Hool. Die Frage nach dem »Warum« hat er nie gestellt. Absolut sicher ist er sich nur, dass er auf keinen Fall so leben will wie seine Familie. Unter der Führung seines Onkels Axel und stets begleitet von seinen Jugendfreunden, ist für Heiko die Radikalität, mit der er für seinen Verein Hannover96 kämpft, das einzige Lebenselixier. Zu dieser Familie gehört er; unter den bunten Fahnen seines Vereins ist er Teil einer kraft-vollen Gemeinschaft, für die er kämpfen und an die er glauben kann. Angst vor Verletzungen hat er schon lange nicht mehr. In Gefahr gerät Heiko, als die Gruppe um ihn sich aufzulösen beginnt. Denn im Gegensatz zu ihm, der an einen Ausstieg keinen Gedanken verschwendet, verlassen seine Freunde nach und nach die Szene. Für sie gibt es mittlerweile Wichtigeres als den Adrenalinrausch bei den Matches im Wald. Und dennoch, Heiko zieht wieder in den Kampf.

PHILIPP WINKLER (geb. 1986 in Neustadt am Rübenberge) ist Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim.
2016 gelang ihm mit seinem Hooligan-Roman ein so vehementes Debüt, wie es das lange nicht mehr gegeben hat. Das Buch, so die FAZ, treffe wie ein Schlag; endlich gäbe es wieder einen Roman, der von deutscher Wirklichkeit erzähle.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Matthias Meyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Mephisto

nach dem Roman von Klaus Mann

»IM PARKETT RISS MAN MUND UND AUGEN AUF. MAN VERSCHLANG DIE GESTEN DER DREI MENSCHEN DORT OBEN IN DER LOGE ALS DAS AUSSERORDENTLICHES SCHAUSPIEL, ALS ZAUBERHAFTE PANTOMIME, DEREN TITEL LAUTET: DER SCHAUSPIELER VERFÜHRT DIE MACHT.«

Deutschland 30er Jahre. Der Schauspieler, von dem hier die Rede ist, heißt Höfgen, Hendrik Höfgen, ein Ausnahmetalent – von vielen bewundert, von vielen beneidet, von einigen verachtet. Die Macht – in persona des dicken Fliegergenerals und seiner Frau –, mit einer besonderen Affinität zur prunksüchtigen Inszenierung einer ganzen Nation, hält ihn sich als ihr Paradepferd, obwohl oder gerade, weil Höfgen nicht einer der ihren ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten. Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen, den Mächtigen, erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher, so scheint es, dazu. Im Moment seines größten Erfolges, in jenem Moment in der Loge, weiß Höfgen: »Jetzt habe ich einen Flecken auf der Hand, den bekomme ich nie mehr weg – Jetzt habe ich mich verkauft – Jetzt bin ich gezeichnet.«

KLAUS MANN (1906 –1949) Der Publizist und Autor, Sohn von Katja und Thomas Mann, widmete sich von 1933 an primär dem antifaschistischen Widerstand, den er – rastlos zwischen verschiedenen Orten und Ländern pendelnd – aus dem Exil organisierte. Gequält von Schreibblockaden, Heroinsucht und politischer Desillusionierung, nahm er sich 1949 das Leben. Stets betonte er, dass er bei seinem Mephisto nicht am Einzelfall, sondern am Exemplarischen des Karrieristen interessiert war. Das Buch ist eine Abrechnung mit einem Künstler, der das Land nicht verließ und glaubte, seine Karriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt meistern zu können.

Regie: Milan Peschel
Bühne: Nicole Timm
Kostüme: Magdalena Musial
Musikalische Leitung: Daniel Regenberg
Video: Jan Speckenbach

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Theater

Macbeth

nach William Shakespeare von Heiner Müller

Nur zwei Mal scheint die Sonne den Nebel zu durchdringen und vorübergehend Tag werden zu lassen. Schicksalsschwestern haben dem verdienstvollen Krieger Lord Macbeth den Thron verheißen. Doch die Erfüllung lässt auf sich warten und so hilft Macbeth nach, angestachelt von seiner Frau, der Lady Macbeth. Sie morden den amtierenden König im Schlaf und setzen sich an die Spitze des Staates. Doch das vergossene Blut färbt auf das Leben des Königspaars ab. Hatte es sich zunächst durch die gemeinsame Tat in besonderer Weise vereint gesehen, wird ihre Liebe durch die Geister der Toten zerstört. Auch muss das Paar erkennen, dass der Mord sinnlos war, denn es gab einen zweiten Teil der Prophezeiung. Er galt den Söhnen von Macbeths einstigem Kampfgefährten Banquo. Sie seien es, die Macbeth nachfolgen würden. Tatsächlich bleibt das Königspaar kinderlos. Macbeth begreift, dass er keine Dynastie begründen wird und kämpft fortan blindwütig um den Machterhalt. Er vergisst alles, was ihm einst wichtig war, nur einer Gewissheit folgt er: Er will sich nicht für andere beschmutzt haben. Wenn sein Geschlecht keine Zukunft hat, soll keines eine haben. Er ist die Welt und seine Lebensspanne soll die ihre sein: »Ich habe die Sonne langsam satt, ich will, dass diese Welt ihr Ende hat.«

Macbeth ist das schwärzeste aller Dramen Shakespeares. Kein anderes erzählt so konsequent von der zerstörerischen Verführung durch Macht und von der Unmöglichkeit für den Menschen, sich ihr zu entziehen.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Börkur Jónsson
Kostüme: Karen Briem
Sounddesign und Komposition: Gabriel Cazes
Komposition und Live-Musik: Bendik Giske
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

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Theater

Trutz

nach dem Roman von Christoph Hein

Der deutsche Schriftsteller Rainer Trutz und der russische Wissenschaftler Waldemar Gejm geraten in den Malstrom der Gewalten des 20. Jahrhunderts. Nach gelungener Flucht vor den Nazis kommen Trutz und seine Frau voller Hoffnung auf ein besseres Leben in der Sowjetunion an. Hier lernen sie die Gejms kennen. Ein Kind wird geboren, Maykl. Auch die Gejms haben einen Sohn, Rem. Waldemar Gejm macht die beiden Kinder zu Probanden in seiner Forschung zur Mnemotechnik, der Lehre von Ursprung und Funktion des Gedächtnisses. Die beiden Kinder sind gelehrige Schüler. Doch der Hitler-Stalin-Pakt von 1939 ändert schlagartig alles für die deutschen Emigranten. Plötzlich werden sie auch hier verfolgt. Trutz wird im Gulag erschlagen, seine Frau stirbt in der Verbannung und auch Gejm fällt der Willkür des stalinistischen Systems zum Opfer. Er wird deportiert. Seine Forschung erregte Anstoß. Nur Maykl und Rem überleben. Beide werden wegen ihrer Fähigkeit, nichts zu vergessen, im Verlaufe ihres Lebens immer wieder Probleme mit der Macht bekommen. Erst im vereinigten Deutschland begegnen sie sich wieder. Vielleicht gilt ja doch der letzte Satz des Romans: »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.«

Der 1944 geborene und in Ostdeutschland aufgewachsene Autor Christoph Hein hat einen Roman über das Wirken von Ideologien, über das Hoffen auf ein besseres Leben jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung, über Lügen und Verbrechen und das Problem, all das zu erinnern und zu erzählen, geschrieben.

Regie und Bühne: Dušan David Pařízek
Kostüme: Kamila Polívková
Dramaturgie: Johannes Kirsten

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Theater

Die verlorene Oper. Ruhrepos

Ein Projekt von Thorleifur Örn Arnarsson und Albert Ostermaier

Was für ein Werk hätte das werden können: jenes Ruhr-Epos, geschrieben vom Autor des Arturo Ui, Bertolt Brecht, mit Musik von Kurt Weill. Ein avantgardistisches Theaterprojekt »episch-dokumentarischen Charakters«, gedacht für ein Publikum aus allen Schichten der Bevölkerung, mit Film, Musik und Szenen. In Auftrag gegeben wurde es 1927 in Essen, zwei Jahre vor Entstehung der Dreigroschenoper. Brecht und Weill hatten bereits vor Ort recherchiert, im »Pott«, an der Wiege der deutschen Industrialisierung. Dann begann die antisemitische Hetze und das Projekt wurde von der Kulturpolitik schnöde fallengelassen. Die Partitur ist verschwunden. Übrig blieben ein paar hingeworfene Stichworte: Brecht, Weill, Koch, Ruhr, 1927, Messer.

Jahrzehnte später fand der Autor Albert Ostermaier Hinweise auf diese unverwirklichte Unternehmung in einem Archiv und schlug den Ruhrfestspielen Recklinghausen vor, diese zum Gegenstand eines neuen Stückes zu machen. Doch verloren waren nicht nur das Manuskript und das Notenmaterial, verloren war unterdessen auch die Kultur dieser einst so strahlenden Industrieregion. Verloren fühlte sich auch der Autor, als er sich an den Schreibtisch setzte. Der Theaterabend protokolliert die Suche.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Ilmur Steffansdottír
Kostüme: Sunneva Ása Weisshappel
Videodesign: Voxi Bärenklau
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

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Theater

Der schwarze Obelisk

Geschichte einer verspäteten Jugend von Erich Maria Remarque

1923 ist Ludwig Bodmer Grabsteinverkäufer in Werdenbrück. Das Geschäft geht gut, trotzdem befindet er sich in schwieriger Finanzlage, denn das Geld verliert von Stunde zu Stunde an Wert. Ludwig legt sich ein Arsenal an Schwindeleien zurecht, um den Alltag zu überstehen: Mahlzeiten zahlt er mit längst abgeschafften Essensmarken; statt im Varieté Eintritt zu zahlen, beobachtet er seine freizügige Nachbarin am Fenster; auf Alkohol lässt er sich einladen. – Die durch den Weltkrieg verpasste Jugend will nachgeholt werden! Am Wochenende arbeitet Ludwig als Organist in einem Irrenhaus und lernt dort Geneviève Terhoven kennen. Sie ist schön und persönlichkeitsgespalten, die meiste Zeit über nennt sie sich Isabelle. Das Mädchen, so scheint ihm, hat mehr verstanden von der Welt als die sich moralisch auflösende Gesellschaft vor dem Eingangstor zur Anstalt. Hier zieht es bereits auf: das erste nationalistische Donnergrollen. Und während Ludwigs Kameraden gespannt Hitlers Reden im Radio verfolgen, auf den Straßen erst Vereinzelte, dann ganze Gruppen das Deutschlandlied singen, es scheinbar beliebige Festnahmen gibt, entschließt er sich zu gehen.

Nach seinen erfolgreichen Bühnenadaptionen von Im Westen nichts Neues und Die Nacht von Lissabon vervollständigt Lars-Ole Walburg mit Der schwarze Obelisk seine Remarque-Trilogie. Erschienen auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, gilt auch dieses Werk als wichtige Antikriegsliteratur. Alle drei Inszenierungen werden in dieser Spielzeit im Repertoire zu sehen sein.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musikalische Leitung: Lars Wittershagen
Dramaturgie: Kerstin Behrens

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Theater

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Gangsterspektakel in 17 Bildern von Bertolt Brecht

Chicago zu Zeiten der Prohibition: Der Gangsterboss Arturo Ui kommt mitsamt Gefolgschaft in die Stadt. Sein Ziel: die Übernahme des kompletten Blumenkohlmarktes von Chicago. Sein Timing: perfekt, befindet sich der Gemüsemarkt doch gerade in einer schwerwiegenden Absatzkrise. Doch entgegen Uis Annahme lehnen die Unternehmer sein Hilfsangebot ab. Der anerkannte Politiker Dogsborough traut ihm nicht und möchte die Stadt auf anderem Wege durch die Krise bringen. Ui gibt nicht auf. Mit Charme, Manipulationen und den richtigen Kontakten gelingt es ihm, immer mehr Einfluss zu gewinnen. Die Bewohner werden langsam misstrauisch, setzen sich jedoch nicht zur Wehr: Denn plötzlich brennt der Speicher des Ui-kritischen Gemüsehändlers Hook, plötzlich werden innerhalb kürzester Zeit viele Leichen gefunden. Arturo Ui verspricht Schutz in diesen unruhigen Zeiten, und zwar nicht nur in Chicago. Die Vorstadt Cicero steht als nächste auf seiner Eroberungsliste. Arturo Uis Aufstieg hat gerade erst begonnen.

Bereits 1941 im finnischen Exil, schrieb Bertolt Brecht sein episches Theaterstück Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui. In der satirischen Parabel erzählt er anhand der Hauptfigur die Machtergreifung und -ausdehnung Adolf Hitlers. Auch politische Weggefährten und historische Ereignisse fließen in die Handlung ein. Die »große historische Gangsterschau« ist allerdings weit mehr als die literarische Verarbeitung eines schrecklichen Einzelfalls. Sie zeigt, dass Faschismus immer und überall auftreten kann – und dass er aufzuhalten ist.

Regie: Claudia Bauer
Bühne: Andreas Auerbach
Kostüme: Patricia Talacko
Musikalische Leitung: Peer Baierlein
Chorleitung: Florian Lohmann
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

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Theater

Iggy - Lust for Life

von Sascha Hawemann und Johannes Kirsten

Weiß noch jemand, dass das berühmteste Album des Ausnahmekünstlers Iggy Pop Lust for Life in West-Berlin aufgenommen wurde? Dass David Bowie das Album produzierte und darauf Klavier spielte? Dass beide durch die Nächte der geteilten Stadt zogen? Das alles ist lange her, aber die Songs des Albums, vor allem die beiden Hits The Passenger und Lust for Life sind absolut zeitlos. »I am a passenger / And I ride and I ride / I ride through the city’s backside / I see the stars come out of the sky / Yeah, they’re bright in a hollow sky / You know it looks so good tonight«

Iggy Pop, 1947 in Michigan geboren, kämpft nach der Auflösung seiner Band The Stooges 1974 mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit. David Bowie nimmt den Freund 1976 kurzerhand mit nach West-Berlin. Diese Berliner Zeit der beiden Musiker ist von Legenden umrankt. Sascha Hawemanns Projekt Iggy – Lust for Life will dieser Zeit nachspüren. Eine Reise ins Berlin der 70er. Eine Reise zum Godfather of Punk in West-Berlin. Eine Reise zu Kunst, Politik und Sex dieser eigentümlich freien und unfreien Stadt. Auf den langen S-Bahn-Fahrten durch die Stadt entsteht The Passenger. Irgendwann steigt Iggy Pop am Wannsee aus, um den anderen Verrückten zu besuchen, der sich dort erschossen hat und begraben liegt. Iggy Pop meets Kleist und wir reisen durch die Zeit.

Iggy – Lust for Life wird ein Abend mit Live-Musik, ein Abend über Lust und Leben, ein Roadmovie, eine Reise. »I am a passenger«

Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Alexander Wolf
Kostüme: Ines Burisch
Musikalische Leitung: Tim Golla
Video: Clemens Walter
Dramaturgie: Johannes Kirsten

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Theater

Räuber-Ratten-Schlacht

Eine deutsche Tragödie: Friedrich Schiller, Gerhart Hauptmann, Heiner Müller

Am Anfang steht der Verrat. Es ist der Verrat des einen Bruders am anderen. Ihm folgt der Brudermord. Ausgehend von dieser Urszene entfaltet sich Heiner Müllers Gewaltreigen Die Schlacht. Szenen aus Deutschland. Die Spaltung Deutschlands in zwei feindliche Brüder. In der Folge die gegenseitige Abhängigkeit des Politischen und Privaten: Verrat, Selbstmord, Freiheit sind Kategorien des Alltags und der Historie. Sie begegnen uns permanent im Kleinen und prägen darin die Epoche. Die kühl sezierende Sprache Müllers schafft ein Panoptikum der Groteske und des Absurden, das den Faschismus in den Strukturen der sittlichen Bürgerlichkeit, der soldatischen Ehre und der Ökonomie als Form menschlicher Vertierung offenbart. Von der Partikelsammlung Die Schlacht ausgehend, führen Szenen zu Schillers Die Räuber und Hauptmanns Die Ratten. Im Nebeneinander der verschiedenen Sprachen und Zeiten bildet sich ein Motivkreis aus Verrat, Bruder- und Kindsmord, Kannibalismus, Revolution und Bürgerlichkeit, Opportunismus und Vorteilsnahme. Das im Idealismus entworfene Menschenbild findet womöglich seine schreckliche Konsequenz im Faschismus. Das Nebeneinander der Stücke als Versuch dem deutschen Wesen auf den Grund zu sehen.

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Lena Schmid
Musikalische Leitung: Sven Michelson
Dramaturgie: Johannes Kirsten

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Räuber-Ratten-Schlacht

Aufführungen / Oper Staatsoper Hannover Hannover, Opernplatz 1
Aufführungen / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Aufführungen / Theater Theater in der List Hannover Hannover, Spichernstr. 13
Aufführungen / Theater UHU-Theater Hannover Hannover, Böhmerstr. 8
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35
Fr, 31.5.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35
Sa, 1.6.2019, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung Commedia Futura Hannover, Seilerstr. 15 F
Aufführungen / Aufführung die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen / Tanz TANZtheater INTERNATIONAL Tanz und Theater e.V. Hannover, Roscherstr. 12
Aufführungen / Theater THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35

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