Spielzeit 2017/18

Extrem laut und unglaublich nah

nach dem Roman von Jonathan Safran Foer

Premiere: 18. Januar 2018, Schauspielhaus

Oskar ist neun Jahre alt und lebt in einem Penthouse in der Nähe des Central Park in New York. Gutbürgerlich, wohlbehütet. Der 11. September 2001 ändert sein Leben dramatisch. Beim Anschlag auf das World Trade Center kommt sein Vater ums Leben. Am Abend vorher saß er noch an Oskars Bett und las ihm eine Gutenachtgeschichte vor. Oskar kann das nicht verstehen. In der Kleiderkammer des Vaters findet er in einer Vase einen geheimnisvollen Schlüssel. Er steckt in einem Briefumschlag, der mit »Black« beschriftet ist. Im New Yorker Telefonbuch gibt es 472 Menschen mit diesem Namen. Aber vielleicht ist »Black« auch gar kein Name. Auf seiner Suche nach dem passenden Schloss durchstreift der frühreife und schrecklich schlaue Junge seine Stadt. Oskar begegnet vielen Menschen mit traurigen Geschichten und langsam breitet sich auch seine eigene Familiengeschichte vor ihm aus. Oskar ahnt, dass er sich selbst nur begreifen kann, wenn er weiß, woher er kommt.

Nach Alles ist erleuchtet ist Extrem laut und unglaublich nah der zweite große Roman des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran Foer. Mit großer Komik und einem Faible für absurde Situationen schafft er es, sich einem ganz und gar nicht komischen Kapitel der jüngsten Geschichte zu widmen. Kunstvoll verwebt er die Zeiten der Großelterngeneration vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Oskars heutigen Erlebnissen und wurde von der Presse dafür zu Recht gefeiert.

Mina Salehpour inszeniert diese Geschichte im Bühnenturm des Schauspielhauses und lässt dafür das Publikum auf der Bühne Platz nehmen.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musikalische Leitung: Sandro Tajouri, Tom Schneider
Dramaturgie: Lars-Ole Walburg

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Do, 18.1.2018, 19:30 | Premiere |
Sa, 20.1.2018, 19:30 |
So, 28.1.2018, 17:00 |

Geächtet

von Ayad Akhtar

Amir Kapoor hat fast alles geschafft. Er ist südasiatischer Herkunft und arbeitet als Wirtschaftsanwalt für eine renommierte jüdische Kanzlei in New York. Amir genießt den Wohlstand und die gesellschaftliche Stellung, die ihm sein gutbezahlter Job ermöglicht. Jetzt steht der nächste, alles entscheidende Karrieresprung an. Gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Emily, veranstaltet er eine Dinnerparty in ihrem Loft in Manhattans Upper East Side. Geladen sind Amirs afroamerikanische Anwaltskollegin Jory und ihr Mann Isaac, der als Kurator am New Yorker Whitney Museum arbeitet. Eine Konstellation, wie sie normaler nicht sein könnte, wenn das Stück vor dem 11. September 2001 spielen würde. Doch die Anschläge auf das World Trade Center haben das Selbstverständnis einer ganzen Nation ins Wanken gebracht. Für Amir, den assimilierten Moslem, spielt Religion eigentlich keine Rolle, für seine weiße christliche Frau, die in ihrer Malerei die islamische Kultur für sich entdeckt hat, dafür umso mehr. Sie setzt große Hoffnungen in das Zusammentreffen mit dem Kurator Isaac. Das Dinner lässt sich für alle gut an, bis ein Gespräch über Religion, bei dem Amir mit der Fragilität seines eigenen Selbstbildes konfrontiert wird, eskaliert. Ayad Akhtar zeigt in seinem Stück, wie brüchig das Fundament der Aufklärung, auf dem wir so fest zu stehen meinen, angesichts von Populismus, Xenophobie, Rassismus und Terrorismus in Wahrheit ist.

Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Alexander Wolf
Kostüme: Ines Burisch
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Do, 21.12.2017, 19:30 |
So, 7.1.2018, 19:30 |
Di, 16.1.2018, 19:30 |
Di, 30.1.2018, 19:30 |

Der Entertainer

von John Osborne

Musik von John Addison

Die Familie Rice hat schon bessere Zeiten gesehen. Der Entertainer Archie Rice und sein Vater Billy Rice haben noch die große Zeit der Music Hall erlebt, einstmals die populärste Unterhaltungsform in England. Doch jetzt? »Die Music Hall liegt im Sterben und damit ein charakteristisches Stück England«, schreibt John Osborne in einer Vorbemerkung zu Der Entertainer. Der Niedergang der Music Hall ist für ihn viel mehr als das Verschwinden eines populären Showformats. Er zeichnet eine Welt, in der sich Familienstrukturen in Dekadenz und Alkohol auflösen. Als einer der beiden Söhne von und Archie Rice im Kampfeinsatz in Ägypten gefangengenommen und umgebracht wird, zerbricht die Familie völlig. Zwischen dem Anspruch, die Show zu retten und trotzdem das private Glück zu suchen, geht Archie zugrunde. Osborne schreibt nicht nur ein Stück über die Music Hall, sondern greift in Struktur und Dramaturgie ihre alten Showformate auf. Eine Revue, ein Sketch, Nummer reiht sich an Nummer, bis zum Finale. In Zeiten der Auflösung Europas, wie wir es kannten, bekommt ein Stück, das so vital vom Sterben dieser Welt erzählt, eine ganz eigene Aktualität.

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Aino Laberenz
Musikalische Leitung: Leo Schmidthals
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Fr, 15.12.2017, 19:30 |
Mo, 25.12.2017, 17:00 |
Sa, 3.2.2018, 19:30 |

In 80 Tagen um die Welt

Familienstück nach Jules Verne

ab 6

»Ich wette mit Jedem, der Lust dazu hat, um zwanzigtausend Pfund, dass ich die Reise um den Erdball in längstens achtzig Tagen machen werde«, verkündet der Brite Phileas Fogg bei einer Partie Whist den anwesenden Gentlemen im Reform Club London. Einen Handschlag und 20 Minuten später sitzen er und sein Diener Passepartout im Zug von England nach Ägypten – bereit für das größte Abenteuer ihres Lebens. Durch Indien, China und die USA hetzen die Zwei, auf Postbooten, Eisenbahnen, Handelsfahrzeugen, Schlitten und Elefanten, in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit. Den beiden immer auf den Fersen: Detektiv Fix, der Fogg für einen Bankräuber hält und nur darauf wartet, ihn in den Knast zu bringen. Unterwegs kämpfen die Reisenden gegen Indianer, staunen über verrückte Bräuche, retten ein Fräulein in Nöten und heuern kurzzeitig beim Zirkus an.
In 80 Tagen um die Welt ist ein turbulentes Roadmovie, ein Reisespektakel sondergleichen, das Fest einer Welt ohne (Reise-)Beschränkungen. Wir zelebrieren mit unserem diesjährigen Familienstück die Vielfalt des Planeten und die Grenzenlosigkeit der Fantasie – zahllose temporeiche musikalische Einlagen garantiert!

JULES VERNE (1828 – 1905) gilt heute als einer der Begründer der Science-Fiction. Zu seinen berühmtesten Werken zählen Reise zum Mittelpunkt der Erde, Von der Erde zum Mond, Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer und In 80 Tagen um die Welt. Letzteres wurde noch zu Lebzeiten Vernes von ihm selbst für die Bühne bearbeitet. Außer der Theaterfassung entstanden seit der Fertigstellung des Romans 1873 unzählige Verfilmungen, Hörspiele und sogar Brett- und Computerspiele.

Regie: Tilo Nest
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Anne Buffetrille
Musikalische Leitung: Matthias Trippner
Dramaturgie: Janny Fuchs

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Do, 14.12.2017, 10:30 |
Di, 26.12.2017, 15:00 |
Do, 28.12.2017, 15:00 |
Mo, 22.1.2018, 10:30 |
Di, 23.1.2018, 10:30 |
Mi, 24.1.2018, 10:30 |
Do, 25.1.2018, 10:30 |
So, 18.2.2018, 15:00 |
So, 25.2.2018, 15:00 |

Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

Heiko ist Hool. Die Frage nach dem »Warum« hat er nie gestellt. Absolut sicher ist er sich nur, dass er auf keinen Fall so leben will wie seine Familie. Unter der Führung seines Onkels Axel und stets begleitet von seinen Jugendfreunden, ist für Heiko die Radikalität, mit der er für seinen Verein Hannover96 kämpft, das einzige Lebenselixier. Zu dieser Familie gehört er; unter den bunten Fahnen seines Vereins ist er Teil einer kraft-vollen Gemeinschaft, für die er kämpfen und an die er glauben kann. Angst vor Verletzungen hat er schon lange nicht mehr. In Gefahr gerät Heiko, als die Gruppe um ihn sich aufzulösen beginnt. Denn im Gegensatz zu ihm, der an einen Ausstieg keinen Gedanken verschwendet, verlassen seine Freunde nach und nach die Szene. Für sie gibt es mittlerweile Wichtigeres als den Adrenalinrausch bei den Matches im Wald. Und dennoch, Heiko zieht wieder in den Kampf.

PHILIPP WINKLER (geb. 1986 in Neustadt am Rübenberge) ist Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim.
2016 gelang ihm mit seinem Hooligan-Roman ein so vehementes Debüt, wie es das lange nicht mehr gegeben hat. Das Buch, so die FAZ, treffe wie ein Schlag; endlich gäbe es wieder einen Roman, der von deutscher Wirklichkeit erzähle.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Matthias Meyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Do, 14.12.2017, 19:30 |
Mi, 27.12.2017, 19:30 |
Sa, 6.1.2018, 19:30 |
Mi, 24.1.2018, 19:30 |
Fr, 26.1.2018, 19:30 |

Tartuffe

von Molière

Orgon ist ein braver Spießbürger. An den meisten Sachen stößt er sich kaum, denn Orgon ist liberal. Als er eines Tages in der Kirche dem verarmten Tartuffe begegnet, spürt er sofort, dass dieser Mann etwas besitzt, was nicht mit Geld aufzuwiegen ist: Glaube, Inbrunst und Strenge. Mit großer Begeisterung holt Orgon sich Tartuffe ins Haus, um von dessen Frömmigkeit und Moralität zu profitieren. Wie einen Heilsbringer himmeln Orgon und seine Mutter den Unbekannten an. Der Rest der Familie kann darüber nur den Kopf schütteln, denn es ist allzu offensichtlich, dass Tartuffe ein Heuchler und Betrüger ist, der Wasser predigt und fremden Wein säuft. Als Orgon seine Tochter Mariane mit Tartuffe vermählen will, schlagen die Wellen hoch. Alle Versuche, Orgon von der Verschlagenheit Tartuffes zu überzeugen, treiben ihn nur weiter in dessen Arme. Molières radikale und für damalige Zeiten revolutionäre Kritik am religiösen Heuchlertum löste einen Theaterskandal ohnegleichen aus. Heute scheint die bissige Komödie aktueller denn je zu sein. Wo man auf einen Erlöser hofft, der den rechten Weg proklamiert, läuft man Gefahr, auf Abwege zu geraten und einem Scharlatan auf den Leim zu gehen.

JEAN-BAPTISTE POQUELIN (1622 –1673) arbeitete in Paris als Rechtsanwalt, bevor er zum Entsetzen seines Vaters eine Komödiantentruppe aufstellte, durch Frankreich tingelte und sich selbst den Künstlernamen MOLIÈRE gab, für den vermutlich eine südfranzösische Ortschaft Pate stand. Nach 1652 begann der Schauspieler und Theaterdirektor selbst Komödien zu schreiben und verhalf dieser dramatischen Gattung zu einem bis dato nie dagewesenem Erfolg. Molière gehört zu den meistgespielten Dramatikern der Weltliteratur. Seine Komödien sind fester Bestandteil der europäischen Bühnenlandschaft.

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüm: Aino Laberenz
Musikalische Leitung: Friederike Bernhardt
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Mi, 20.12.2017, 19:30 |
Mi, 10.1.2018, 19:30 |

Richtfest

von Lutz Hübner

«Woll'n auwo wohn'n.»

So lautete ein Transparent-Slogan in einem Hausbesetzer-Comic der frühen 80er Jahre. Inzwischen besetzen Menschen, die «wo» und vor allem «anders» und mit anderen zusammen wohnen wollen, keine Häuser mehr, sie gründen Baugemeinschaften. Zumindest in einem bestimmten Alter, in einem bestimmten Milieu. Eine Baugemeinschaft ist für manche ein Versprechen, für manche eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung. Die einen träumen von einem solidarischen Leben, gemeinsamer Kinderbetreuung, Beistand im Alter, die anderen vielleicht nur von einer kostengünstigen Möglichkeit, ihr Traumhaus zu bauen. In jedem Fall muss man sich einigen. Und alle Entscheidungen gemeinsam treffen. Basisdemokratisch. Nach ausgiebiger Diskussion. Und plötzlich ist es auf dem Hausbesitzerplenum doch wieder wie auf dem Hausbesetzerplenum. Nur mit einem Buchstaben und einigen Hunderttausend Euro Unterschied. Lutz Hübner, dessen Stücke früher schon mit großem Erfolg im Schauspiel Hannover gespielt wurden, hat eine turbulente Komödie über Menschen zwischen Utopie und Pragmatismus geschrieben. Dass sich in seinem Stück die Bauherren untereinander bestenfalls flüchtig kannten, bevor sie sich zum gemeinsamen Bauen entschlossen, ist dabei fast das kleinere Problem. Denn wenn man zusammen ein Haus baut, kann man sich schon mal kennenlernen…

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Robert Schweer
Kostüm: Maria Anderski / Andrea Wagner
Musik: Sandro Tajouri
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

Ort:

Schauspielhaus

Termin:

Sa, 23.12.2017, 19:30 |

Shockheaded Peter

Junk-Opera von Julian Crouch und Phelim McDermott / The Tiger Lillies

Wer kennt sie nicht? Die Geschichte vom bösen Friedrich, das zündelnde Paulinchen, den ungelehrigen Daumenlutscher oder Hans-guck-in-die-Luft. Unartig sind sie, hören nicht, strapazieren die Nerven ihrer Eltern, kleine Monster. Ihr Schicksal endet grausam: Daumen ab, Flammentod, Sturz ins Wasser. Das 1844 verfasste Bilderbuch Struwwelpeter prägte die deutsche Kindheits- und Kulturgeschichte. Dieses Panoptikum tiefschwarzer Pädagogik hatte der Frankfurter Kinderarzt und Psychiater Heinrich Hoffmann für seinen dreijährigen Sohn verfasst; er hatte zuvor kein passendes Weihnachtsgeschenk gefunden. 1998 nahmen sich die britischen Theatermacher und Puppenbauer Phelim McDermott und Julian Crouch dieses legendäre Werk vor und entwickelten gemeinsam mit dem Kopf der Kultband The Tiger Lillies eine furiose Junk-Opera für Erwachsene. Mit ihrer Mischung aus Punk, Zirkusklängen und Bänkelsang sowie ihrem britischen Humor ist ihnen ein Wurf gelungen, der weltweit Erfolge feiert. Erik Ulfsby, Leiter des Norske Teatret in Oslo, führt mit dieser Arbeit erstmals im deutschsprachigen Raum Regie.

Regie: Erik Ulfsby
Bühnenbild: Arne Nost
Kostümbild: Ingrid Nylander
Arrangements: Atle Haltensen
Musikalische Leitung: Martin Engelbach
Choreographie: Belinda Braza
Dramaturgie: Judith Gerstenberg

Ort:

Schauspielhaus

Termin:

Fr, 22.12.2017, 19:30 |

Medea

nach Franz Grillparzer u.a.

Es ist eines der brisantesten kulturellen Bilder unserer Verbundenheit mit der Welt: das Band zwischen Mutter und Kind. Die Zerstörung des Kindes heißt, jegliche Bindung zur Welt zu kappen. Darin liegt die Monstrosität des Aktes, für den Medea sinnbildlich steht. Keine andere Frauengestalt der antiken Literatur hat in ihrer Wirkungsgeschichte einen so prägenden Eindruck hinterlassen wie Medea – bis heute. Zahllose Nacherzählungen und Überschreibungen suchen nach einer Deutung. Der Kindsmord steht am Ende. Es gibt eine Vorgeschichte. Medeas Vater Aites, König der Kolcher, die den Griechen als Barbaren gelten, ist unrechtmäßig in den Besitz des Goldenen Vlieses gekommen. Die Argonauten unter der Führung Jasons landen an Kolchis´ Ufern, um den Raub zu rächen. Medea, ausgestattet mit Zauberkräften, hilft den Fremden, verliebt sich in Jason, opfert Vater und Bruder und flieht mit ihm aus ihrer Heimat. Nach langer Irrfahrt gelangen sie nach Korinth. Unterdessen haben sie Kinder und die Liebe ist erloschen, Medea bleibt eine Fremde. Der strahlende Held Jason wird zum Pragmatiker und sucht die Beziehung zur jungen Königstochter Kreusa. Die strahlende Heldin Medea wird zur betrogenen Ehefrau. Entwurzelt, den Verrat nicht verwindend, holt sie aus zur Rache und katapultiert ihr Leben im Moment, da es zum kleinbürgerlichen Ehedrama zu verzwergen droht, zurück in mythische Dimensionen.

FRANZ GRILLPARZER (1791 – 1872) hat den mythischen Stoff in seiner Trilogie Das goldene Vlies in eine geschichtsphilosophische Tragödie verwandelt, in eine Geschichte der Gewalt, die aus Ignoranz, Missverständnissen und Fehldeutungen entsteht. Seine Bearbeitung ist Ausgangspunkt von Tom Kühnels Beschäftigung mit dem Stoff, der durch die Jahrhunderte unterschiedlichste Wandlungen erfahren hat.

Regie: Tom Kühnel
Bühne und Video: Jo Schramm
Kostüme: Daniela Selig

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Sa, 30.12.2017, 19:00 |
Do, 4.1.2018, 19:00 |
Sa, 13.1.2018, 19:00 |

Tschick

von Wolfgang Herrndorf

Der erste Tag von Maiks Sommerferien ist einer der schlimmsten in seinem Leben: Er kriegt keine Einladung zu Tatjanas Party, dann fährt sein Vater auf »Geschäftsreise« mit seiner »Assistentin«, während seine Mutter mal wieder ihre Sachen für die Entzugsklinik packt. So bleibt Maik allein zu Hause, als plötzlich Tschick mit einem geknacktem Auto auftaucht, der Assi, den keiner in der Klasse leiden kann und der bestimmt zur Russenmafia gehört. Trotzdem steigt Maik zu ihm in den Wagen, und die beiden ungleichen Jungen fahren darauflos und erleben zwischen sternenklaren Nächten, Tankstellen und Müllkippen den Sommer ihrer Lebens. Aber natürlich können die Beiden ihr wahres Alter nicht ewig mit Schnurrbärten aus Gaffa-Tape verbergen, und so wird die Fahrt ins Blaue zu einer Flucht mit Blaulicht.

Für seinen Roman erhielt Wolfgang Herrndorf 2011 den deutschen Jugendbuchpreis.

Regie: Anne-Stine Peters
Bühne: Kristin Wolter
Kostüme: Hanna Rode
Musik: Jonas Meyer
Dramaturgie: Vivica Bocks / Lars-Ole Walburg

Termin:

Fr, 12.1.2018, 19:30 |

Hamlet

Tragödie von William Shakespeare

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Prinz Hamlet spürt es in aller Ohnmacht. An seinem Studienort Wittenberg ereilt ihn die Nachricht vom überraschenden Tod seines Vaters. Heimgekehrt nach Helsingör für das Begräbnis, findet er sich auf dem Hochzeitsfest der Mutter mit seinem Onkel wieder. Dieser beerbt durch diese Heirat den Bruder als Herrscher. Hamlet ist bestürzt. Gerüchte und Vermutungen am Hof tun ihr weiteres. Nächtens erscheint ihm der Geist seines Vaters, der ihm mitteilt, dass er ermordet worden sei und ihn auf Rache einschwört. Getrieben von der Wahrheitssuche, als Fremder in der eigenen Familie, Verschwörungen überall witternd, spielt der junge Prinz den Verrückten und nimmt auf seinem Weg das Risiko in Kauf, Unschuldige zu opfern, um an die Täter zu kommen. Als Vorlage für dieses Drama diente Shakespeare ein nordischer Sagenstoff aus der Historia Danica von Saxo Grammaticus (Ende des 12. Jahrhunderts). Aus ihm entwickelte er über das Genre der klassischen Rachetragödie hinaus ein vielschichtiges Stück über Politik und Gewalt, über Macht und Moral, aber ebenso auch über eine unglückliche Liebe, eine komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung und den Kampf der Generationen. Der isländische Regisseur Thorleifur Örn Arnasson, geboren 1978 und aufgewachsen in einer Theaterfamilie, absolvierte seine Regie-Ausbildung an der Kunstakademie Reykjavik und an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin. Er wird zum ersten Mal am Schauspiel Hannover Regie führen und mit dieser Arbeit auch jener berühmten Inszenierung von Nicolas Stemann gedenken, die er an diesem Haus vor 15 Jahren sah.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühnenbild: Vytautas Narbutas
Kostümbild: Sunneva Ása Weisshappel
Musikalische Leitung: Gabriel Cazes
Dramaturgie: Judith Gerstenberg / Rania Mleihi

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

Fr, 29.12.2017, 19:00 |
Fr, 5.1.2018, 19:00 |
So, 14.1.2018, 19:00 |

Indien

von Josef Hader und Alfred Dorfer

Das Leben ist eine Dienstreise. Fellner und Bösel sind permanent unterwegs. Als Gastronomie-Inspektoren überprüfen sie in der Provinz die Einhaltung von Hygienevorschriften. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Heinz Bösel ist derb, behäbig und frustriert von seiner Ehe. Kurt Fellner gibt den Intellektuellen, der versucht, für alles eine Erklärung zu finden, über Indien sinniert und Bösel mit Trivial Pursuit-Fragen quält. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine innige Freundschaft – trotzdem kommen sich die beiden im Laufe der Geschichte immer näher. Als Fellner bemerkt, dass seine Freundin ihn betrügt, findet er in Bösels derbem Humor Halt. Genüsslich kosten beide ihre Macht als Inspektoren aus. Plötzlich auftretende Schmerzen im Unterleib lassen Fellner die Dienstreise unterbrechen. Er kommt ins Krankenhaus. Bösel leistet seinem Freund Gesellschaft. Es wird schon nichts Schlimmes sein. Beim nächsten Besuch offenbart ihm Fellner, dass er Krebs hat. Der Schatten des Todes legt sich auf die Freundschaft der beiden. Aber Bösel bleibt, bis Fellner seine letzte Dienstreise antritt, die ihn vielleicht bis nach Indien führt.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Sievert
Kostüme: Annika Lohmann
Dramaturgie: Rania Mleihi

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

So, 31.12.2017, 18:00 |
So, 31.12.2017, 21:00 |
Fr, 19.1.2018, 19:30 |

1917

Eine Revolutionsrevue von Tom Kühnel

»ES WIRD NICHT LANGE DAUERN UND WIR WERDEN DEN SIEG DES KOMMUNISMUS IN DER GANZEN WELT SEHEN. WIR WERDEN DIE GRÜNDUNG DER FÖRDERATIVEN WELTREPUBLIK DER SOWJETS ERLEBEN.« WLADIMIR ILJITSCH LENIN

Vom absolutistischen Zarismus zum sozialistischen Regime in sechs Monaten: 1917 überschlagen sich die Ereignisse in Russland. Von Krieg und Hunger ausgezehrt, gehen Anfang des Jahres tausende Städter auf die Straße. Aus dem Ruf nach Brot wird der Ruf nach dem Ende der Zarenherrschaft – Nikolaus II. muss abdanken. Das plötzliche Ende der Monarchie hinterlässt ein Durcheinander von Ideen, Visionen und Interessen für das Russland der Zukunft. Während im Westen des Landes der Weltkrieg tobt, ringen in der Hauptstadt Petrograd Konservative, Militärs, Sozialdemokraten und Sozialisten um Stabilität und Handlungsfähigkeit. Es braucht seitens der bolschewistischen Partei um Lenin und Trotzki nicht viel, um die wankende Regierung im Herbst zu Fall zu bringen. Was folgt, sind drei Jahre Bürgerkrieg und die Entstehung einer der beiden Supermächte des 20. Jahrhunderts. In den Jahren bis zur Auflösung der sozialistischen Staaten in Europa Anfang der 1990er wird die eine Hälfte des globalen Nordens die Große Sozialistische Oktoberrevolution als Aufbruch in eine bessere Welt feiern, während die andere den Staatsstreich der Bolschewisten als Anfang allen Übels verurteilt.

2017 ist Lenins Mausoleum eine Touristenattraktion, Che Guevaras Konterfei ein T-Shirt-Bestseller und Tracy Chapmans Revolutionslied Oldie but Goldie. Die Revolutionen unserer Zeit heißen Facebook, iPhone und Thermomix. Zwischen den kulinarischen, kreativen, technischen, wissenschaftlichen, ökologischen, digitalen Revolutionen kommen jene der Gesellschaft und ihrer Strukturen kaum mehr vor. Und doch ist er nicht totzukriegen, der Traum vom guten Leben für alle.

Regie: Tom Kühnel
Bühnenbild: Jo Schramm
Kostümbild: Daniela Selig
Musikalische Leitung: Polina Lapkovskaja
Video: Kathrin Krottenthaler
Dramaturgie: Kerstin Behrens

Ort:

Schauspielhaus

Termin:

Sa, 16.12.2017, 19:30 |

Heidi

Familienstück von Johanna Spyri ab 6

Ja, Heidis Welt sind die Berge. Denn dort oben ist sie zuhaus. Ihr Freund, der Geißenpeter, passt auf die Ziegen auf. Und ihr schlechtgelaunter, pfeiferauchender Großvater, der kauzige Alm-Öhi, muffelt griesgrämig in seinen grauen Zottelbart. Das ist ungefähr das, was den meisten von uns zu Heidi einfällt. Aber warum bewegt die Geschichte vom Waisenmädchen Heidi, das aus den Bergen fort und in die Großstadt Frankfurt ziehen muss, so viele Menschen auf der ganzen Welt? Nicht zufällig gehören die beiden Originalbücher von Johanna Spyri zu den internationalen Dauerbrennern der Kinderliteratur. Heidi erzählt eine zeitlose, universelle Geschichte über Freundschaft zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, eine Geschichte über Einsamkeit und Liebe, über das Verständnis zwischen den Generationen, über die Faszination eines Lebens in der Natur und über das Heimweh, das einen befällt, wenn man an einem Ort leben muss, an dem man sich fremd fühlt – aber auch darüber, wie man trotzdem in der Fremde zurechtkommen kann. Vor allem aber ist Heidi die Geschichte eines starken, optimistischen Mädchens, das sich seinem Schicksal nicht ergibt.

Regie: Florian Fiedler
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Selina Peyer
Livemusik: Martin Engelbach
Video: Bert Zander
Dramaturgie: Sarah Lorenz

Ort:

Schauspielhaus

Termine:

So, 17.12.2017, 15:00 |
Mo, 18.12.2017, 09:30 |
Di, 19.12.2017, 10:30 |
Mi, 20.12.2017, 10:30 |

Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarque

Remarque erzählt die Geschichte von vier Freiwilligen, die von der Schulbank direkt in den Krieg ziehen. Aus eigenem Erleben schildert er die Gräuel der Front, berichtet von den Traumata der Soldaten, von den Hindernissen ihrer Wiedereingliederung, der realitätsfernen Sicht der Zivilgesellschaft auf den Krieg, der Verführungskraft falscher Heldenmythen und der Militärpropaganda. Vor allem die Materialschlachten an der Westfront wurden zum grausamen Sinnbild des Ersten Weltkrieges, in dem der Kampf Mann gegen Mann von dem zwischen Mensch und Maschine abgelöst wurde. Mitten in diesem Kampf verreckten Paul Bäumer, Remarques Protagonist, und Hunderttausende seiner Generation, »die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie den Granaten entkam.« Nach dem vierjährigen Grauen, dem Morden, dem Sterben scheinen sie unfähig, sich das Zusammenleben in einer zivilen Gesellschaft noch vorstellen zu können. Was machen Soldaten nach dem Krieg? Wie gehen sie mit der Erfahrung um, dass all das, womit sie überlebt haben, überflüssig, unerwünscht, verboten ist?

Remarques Buch gilt als der bekannteste Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich im Jahr 2014 zum 100. Mal jährte. In mehr als 50 Sprachen übersetzt, ist es eines der meistgelesenen Bücher der Welt überhaupt.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach / Anna Rudolph
Musik: Markus Hübner
Choreographie: Dennis Deter
Dramaturgie: Kerstin Behrens

Ort:

Schauspielhaus

Termin:

Sa, 27.1.2018, 19:30 |

Calamari Moon Suite

Auch unter der Intendanz von Lars-Ole Walburg wird Calamari Moon weiterhin in der Cumberlandschen Galerie einen bunten und erlesenen Cocktail aus Jazz, Soul, Funk und Latinbeats präsentieren. Die kleine feine Theaterbar wird jede Freitagnacht dank DJ-Größen aus allen Teilen der Welt und den nicht minder begeisternden Haus-DJs zur schönsten Tanzfläche der Stadt. Das Programm und die Öffnungszeiten der Bar finden sich auf www.calamarimoonbar.de.

Ort:

Cumberlandsche Galerie

Termin:

Fr, 15.12.2017, 22:30 |

Schauspiel Hannover

Niedersächsische Staatstheater Hannover

Prinzenstr. 9
D 30159 Hannover

Telefon: +49 (0)511-9999 00

Opernhaus
Opernplatz 1
30159 Hannover
Tel.: +49 (0)511 9999 00 (Zentrale)
Fax: +49 (0)511 9999-2980

ballhof eins
Ballhofstr. 5
30159 Hannover

ballhof zwei
Knochenhauerstraße 28
30159 Hannover

Cumberlandsche Galerie
Prinzenstraße 9
30159 Hannover