zur Startseite

Schauspiel Hannover

Kontakt

Schauspiel Hannover
Niedersächsische Staatstheater Hannover
Prinzenstr. 9
D-30159 Hannover

Telefon: +49 (0)511-9999 00

 

Kassen im Opernhaus und im Schauspielhaus
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10–19.30 Uhr (Vorverkauf bis 18.30 Uhr), Samstag 10–14 Uhr (im Opernhaus bis 18 Uhr)
An den Kassen können auch alle Programmhefte aktuell laufender Produktionen erworben werden.
Abendkasse: eine Stunde vor Vorstellungsbeginn (kein Vorverkauf)

Telefonischer Kartenverkauf
Montag bis Freitag 10–18 Uhr, Samstag 10–14 Uhr
Theater

Hedda Gabler

von Henrik Ibsen

Sechs Monate Hochzeitsreise liegen hinter der Generalstochter Hedda und ihrem Ehemann Jörgen Tesman. Jetzt kann das gemeinsame Glück beginnen. Aber Hedda liebt Jörgen nicht. Um seiner anspruchsvollen Frau das erhoffte Leben bieten zu können, hat dieser sich in Erwartung einer Professur tief verschuldet. Sie hatte ihn hauptsächlich der gesellschaftlichen Stellung wegen geheiratet, die er ihr zu sichern schien. Von der Sinnlosigkeit der noch frischen Ehe überzeugt, trifft Hedda auf ihre Jugendliebe Eilert Lövborg. Eilert arbeitet im gleichen wissenschaftlichen Feld wie Jörgen. Der deutlich Begabtere ist für Jörgen somit doppelte Konkurrenz. Die gelangweilte Hedda versteigt sich indes in Allmachtsfantasien: »Ich möchte ein einziges Mal in meinem Leben die Herrschaft haben über ein Menschenschicksal.« Damit meint sie nicht etwa Jörgen, sondern Eilert. Es beginnt ein subtiles Psychodrama zwischen Begehren und Enttäuschung, an dessen Ende eine der berühmtesten Requisiten der Theatergeschichte, die Pistole von Heddas Vater, grausame Klarheit schafft.

HENRIK IBSEN (1828 –1906) hat die menschliche Psyche seziert wie wohl kaum ein anderer Dramatiker. 1890 schrieb er mit Hedda Gabler eines seiner bekanntesten Stücke, das ein Jahr später in München uraufgeführt wurde.

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Julia Wassner
Musik: Sven Michelson, Niklas Kraft
Video: Oliver Rossol
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Theater

Mephisto

nach dem Roman von Klaus Mann

»IM PARKETT RISS MAN MUND UND AUGEN AUF. MAN VERSCHLANG DIE GESTEN DER DREI MENSCHEN DORT OBEN IN DER LOGE ALS DAS AUSSERORDENTLICHES SCHAUSPIEL, ALS ZAUBERHAFTE PANTOMIME, DEREN TITEL LAUTET: DER SCHAUSPIELER VERFÜHRT DIE MACHT.«

Deutschland 30er Jahre. Der Schauspieler, von dem hier die Rede ist, heißt Höfgen, Hendrik Höfgen, ein Ausnahmetalent – von vielen bewundert, von vielen beneidet, von einigen verachtet. Die Macht – in persona des dicken Fliegergenerals und seiner Frau –, mit einer besonderen Affinität zur prunksüchtigen Inszenierung einer ganzen Nation, hält ihn sich als ihr Paradepferd, obwohl oder gerade, weil Höfgen nicht einer der ihren ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten. Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen, den Mächtigen, erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher, so scheint es, dazu. Im Moment seines größten Erfolges, in jenem Moment in der Loge, weiß Höfgen: »Jetzt habe ich einen Flecken auf der Hand, den bekomme ich nie mehr weg – Jetzt habe ich mich verkauft – Jetzt bin ich gezeichnet.«

KLAUS MANN (1906 –1949) Der Publizist und Autor, Sohn von Katja und Thomas Mann, widmete sich von 1933 an primär dem antifaschistischen Widerstand, den er – rastlos zwischen verschiedenen Orten und Ländern pendelnd – aus dem Exil organisierte. Gequält von Schreibblockaden, Heroinsucht und politischer Desillusionierung, nahm er sich 1949 das Leben. Stets betonte er, dass er bei seinem Mephisto nicht am Einzelfall, sondern am Exemplarischen des Karrieristen interessiert war. Das Buch ist eine Abrechnung mit einem Künstler, der das Land nicht verließ und glaubte, seine Karriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt meistern zu können.

Regie: Milan Peschel
Bühne: Nicole Timm
Kostüme: Magdalena Musial
Musikalische Leitung: Daniel Regenberg
Video: Jan Speckenbach
Theater

Extrem laut und unglaublich nah

nach dem Roman von Jonathan Safran Foer

Oskar ist neun Jahre alt und lebt in einem Penthouse in der Nähe des Central Park in New York. Gutbürgerlich, wohlbehütet. Der 11. September 2001 ändert sein Leben dramatisch. Beim Anschlag auf das World Trade Center kommt sein Vater ums Leben. Am Abend vorher saß er noch an Oskars Bett und las ihm eine Gutenachtgeschichte vor. Oskar kann das nicht verstehen. In der Kleiderkammer des Vaters findet er in einer Vase einen geheimnisvollen Schlüssel. Er steckt in einem Briefumschlag, der mit »Black« beschriftet ist. Im New Yorker Telefonbuch gibt es 472 Menschen mit diesem Namen. Aber vielleicht ist »Black« auch gar kein Name. Auf seiner Suche nach dem passenden Schloss durchstreift der frühreife und schrecklich schlaue Junge seine Stadt. Oskar begegnet vielen Menschen mit traurigen Geschichten und langsam breitet sich auch seine eigene Familiengeschichte vor ihm aus. Oskar ahnt, dass er sich selbst nur begreifen kann, wenn er weiß, woher er kommt.

Nach Alles ist erleuchtet ist Extrem laut und unglaublich nah der zweite große Roman des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran Foer. Mit großer Komik und einem Faible für absurde Situationen schafft er es, sich einem ganz und gar nicht komischen Kapitel der jüngsten Geschichte zu widmen. Kunstvoll verwebt er die Zeiten der Großelterngeneration vor und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Oskars heutigen Erlebnissen und wurde von der Presse dafür zu Recht gefeiert.

Mina Salehpour inszeniert diese Geschichte im Bühnenturm des Schauspielhauses und lässt dafür das Publikum auf der Bühne Platz nehmen.

Regie: Mina Salehpour
Bühne: Andrea Wagner
Kostüme: Maria Anderski
Musikalische Leitung: Sandro Tajouri, Tom Schneider
Dramaturgie: Lars-Ole Walburg
Theater

Geächtet

von Ayad Akhtar

Amir Kapoor hat fast alles geschafft. Er ist südasiatischer Herkunft und arbeitet als Wirtschaftsanwalt für eine renommierte jüdische Kanzlei in New York. Amir genießt den Wohlstand und die gesellschaftliche Stellung, die ihm sein gutbezahlter Job ermöglicht. Jetzt steht der nächste, alles entscheidende Karrieresprung an. Gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Emily, veranstaltet er eine Dinnerparty in ihrem Loft in Manhattans Upper East Side. Geladen sind Amirs afroamerikanische Anwaltskollegin Jory und ihr Mann Isaac, der als Kurator am New Yorker Whitney Museum arbeitet. Eine Konstellation, wie sie normaler nicht sein könnte, wenn das Stück vor dem 11. September 2001 spielen würde. Doch die Anschläge auf das World Trade Center haben das Selbstverständnis einer ganzen Nation ins Wanken gebracht. Für Amir, den assimilierten Moslem, spielt Religion eigentlich keine Rolle, für seine weiße christliche Frau, die in ihrer Malerei die islamische Kultur für sich entdeckt hat, dafür umso mehr. Sie setzt große Hoffnungen in das Zusammentreffen mit dem Kurator Isaac. Das Dinner lässt sich für alle gut an, bis ein Gespräch über Religion, bei dem Amir mit der Fragilität seines eigenen Selbstbildes konfrontiert wird, eskaliert. Ayad Akhtar zeigt in seinem Stück, wie brüchig das Fundament der Aufklärung, auf dem wir so fest zu stehen meinen, angesichts von Populismus, Xenophobie, Rassismus und Terrorismus in Wahrheit ist.

Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Alexander Wolf
Kostüme: Ines Burisch
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Theater

Die Edda

neu erzählt von Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason

»EHRFURCHT ERBIETE ICH ALLEN HEILIGEN GESCHLECHTERN, / DEN MÄCHTIGEREN UND DEN MINDEREN KINDERN HEIMDAHLS. / DU WILLST, WALVATER, DASS ICH WOHL ERZÄHLE DIE URGESCHICHTE DER WELT, / DIE ICH AM BESTEN KENNE.«

Es sind die Fragen der Fragen, die sich die Menschheit seit Jahrtausenden stellt: Wo kommt eigentlich alles um uns herum her? Wie hängt alles miteinander zusammen? Warum ist die Welt, wie sie ist? Heute gibt die Wissenschaft auf vieles eine Antwort. Manche dieser Antworten muten dabei nicht weniger erstaunlich und unwahrscheinlich an, als die alten Mythen, mit denen sich Menschen an unterschiedlichsten Enden der Welt, Antworten zu geben versuchten. Eine der ältesten Erzählungen dieser Art ist die nordische Edda. In ihr lösen sich Götter- und Heldengeschichten ab, werden grundlegende Wahrheiten in symbolischer Verhüllung formuliert.

In einer Zeit, in der wir allerorten nach Orientierung suchen und gleichzeitig den großen allgemeingültigen Erzählungen und Ideologien misstrauen, bekommen die alten Mythen in ihrer Heterogenität, ihrer tiefen Widersprüchlichkeit, ihrem zuweilen derben Humor eine ganz existentielle Bedeutung. Die isländischen Theaterschaffenden Thorleifur Örn Arnarsson und Mikael Torfason machen sich jetzt mit dem Hannoveraner Ensemble daran, die Edda bildgewaltig und überbordend ins Heute zu überführen und zu erzählen.

THORLEIFUR ÖRN ARNARSSON (geb. 1978) wird sich gemeinsam mit dem Autor MIKAEL TORFASON (geb. 1974) in den Stoff der Edda begeben, ihn neu lesen, überschreiben und versuchen, in die Tiefe eines gegenwärtigen Gefühls, in das Unbewusste unserer Gesellschaft vorzudringen, das sich aus den alten Geschichten speist, die sich in den verschiedensten Kulturkreisen aufs Verblüffendste ähneln. Bereits 2015 widmeten sie sich der isländischen Saga Njala. Der am Borgarleikhus Reykjavík entstandene Abend erhielt den höchsten isländischen Theaterpreis in zwölf Kategorien.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Karen Briem
Musikalische Leitung: Gabriel Cazes
Dramaturgie: Judith Gerstenberg / Johannes Kirsten
Theater

Der Entertainer

von John Osborne

Musik von John Addison

Die Familie Rice hat schon bessere Zeiten gesehen. Der Entertainer Archie Rice und sein Vater Billy Rice haben noch die große Zeit der Music Hall erlebt, einstmals die populärste Unterhaltungsform in England. Doch jetzt? »Die Music Hall liegt im Sterben und damit ein charakteristisches Stück England«, schreibt John Osborne in einer Vorbemerkung zu Der Entertainer. Der Niedergang der Music Hall ist für ihn viel mehr als das Verschwinden eines populären Showformats. Er zeichnet eine Welt, in der sich Familienstrukturen in Dekadenz und Alkohol auflösen. Als einer der beiden Söhne von und Archie Rice im Kampfeinsatz in Ägypten gefangengenommen und umgebracht wird, zerbricht die Familie völlig. Zwischen dem Anspruch, die Show zu retten und trotzdem das private Glück zu suchen, geht Archie zugrunde. Osborne schreibt nicht nur ein Stück über die Music Hall, sondern greift in Struktur und Dramaturgie ihre alten Showformate auf. Eine Revue, ein Sketch, Nummer reiht sich an Nummer, bis zum Finale. In Zeiten der Auflösung Europas, wie wir es kannten, bekommt ein Stück, das so vital vom Sterben dieser Welt erzählt, eine ganz eigene Aktualität.

Regie: Martin Laberenz
Bühne: Volker Hintermeier
Kostüme: Aino Laberenz
Musikalische Leitung: Leo Schmidthals
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Theater

Hool

nach dem Roman von Philipp Winkler

Heiko ist Hool. Die Frage nach dem »Warum« hat er nie gestellt. Absolut sicher ist er sich nur, dass er auf keinen Fall so leben will wie seine Familie. Unter der Führung seines Onkels Axel und stets begleitet von seinen Jugendfreunden, ist für Heiko die Radikalität, mit der er für seinen Verein Hannover96 kämpft, das einzige Lebenselixier. Zu dieser Familie gehört er; unter den bunten Fahnen seines Vereins ist er Teil einer kraft-vollen Gemeinschaft, für die er kämpfen und an die er glauben kann. Angst vor Verletzungen hat er schon lange nicht mehr. In Gefahr gerät Heiko, als die Gruppe um ihn sich aufzulösen beginnt. Denn im Gegensatz zu ihm, der an einen Ausstieg keinen Gedanken verschwendet, verlassen seine Freunde nach und nach die Szene. Für sie gibt es mittlerweile Wichtigeres als den Adrenalinrausch bei den Matches im Wald. Und dennoch, Heiko zieht wieder in den Kampf.

PHILIPP WINKLER (geb. 1986 in Neustadt am Rübenberge) ist Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim.
2016 gelang ihm mit seinem Hooligan-Roman ein so vehementes Debüt, wie es das lange nicht mehr gegeben hat. Das Buch, so die FAZ, treffe wie ein Schlag; endlich gäbe es wieder einen Roman, der von deutscher Wirklichkeit erzähle.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach
Musik: Matthias Meyer
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Theater

Im Westen nichts Neues

Erich Maria Remarque

Remarque erzählt die Geschichte von vier Freiwilligen, die von der Schulbank direkt in den Krieg ziehen. Aus eigenem Erleben schildert er die Gräuel der Front, berichtet von den Traumata der Soldaten, von den Hindernissen ihrer Wiedereingliederung, der realitätsfernen Sicht der Zivilgesellschaft auf den Krieg, der Verführungskraft falscher Heldenmythen und der Militärpropaganda. Vor allem die Materialschlachten an der Westfront wurden zum grausamen Sinnbild des Ersten Weltkrieges, in dem der Kampf Mann gegen Mann von dem zwischen Mensch und Maschine abgelöst wurde. Mitten in diesem Kampf verreckten Paul Bäumer, Remarques Protagonist, und Hunderttausende seiner Generation, »die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie den Granaten entkam.« Nach dem vierjährigen Grauen, dem Morden, dem Sterben scheinen sie unfähig, sich das Zusammenleben in einer zivilen Gesellschaft noch vorstellen zu können. Was machen Soldaten nach dem Krieg? Wie gehen sie mit der Erfahrung um, dass all das, womit sie überlebt haben, überflüssig, unerwünscht, verboten ist?

Remarques Buch gilt als der bekannteste Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich im Jahr 2014 zum 100. Mal jährte. In mehr als 50 Sprachen übersetzt, ist es eines der meistgelesenen Bücher der Welt überhaupt.

Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Nina Gundlach / Anna Rudolph
Musik: Markus Hübner
Choreographie: Dennis Deter
Dramaturgie: Kerstin Behrens
Aufführungen / Oper Staatsoper Hannover Hannover, Opernplatz 1
Aufführungen / Theater Theater in der List Hannover Hannover, Spichernstr. 13
Aufführungen / Theater UHU-Theater Hannover Hannover, Böhmerstr. 8
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 13.6.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 20.6.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35, Hinterhof
Mi, 27.6.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung COMMEDIA FUTURA Hannover, Seilerstr. 15 F
Theater in der Eisfabrik
Aufführungen / Aufführung die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen / Konzert Richard Wagner-Verband Hannover e.V. Burgdorf, Uetzer Str. 60G
Aufführungen / Theater Wilde Reiter e.V. Hannover, Seilerstr.15F
Freies Theatergruppe aus Hannover
Aufführungen / Konzert C.Bechstein Centrum Hannover Hannover, Königstr. 50a
Königshof
Aufführungen / Tanz TANZtheater INTERNATIONAL Hannover, Roscherstr. 12
Tanz und Theater e.V.
Aufführungen / Theater THEATER an der GLOCKSEE Hannover, Glockseestr. 35