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Junge Oper
Staatsoper Hannover
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Oper

Des Kaisers neue Kleider

Oper von Hans Lofer / Marc-Aurel Floros nach Hans Christian Andersen

ab 8 Jahren

Komische Oper in sechs Bildern (1953/2015)
Text vom Komponisten nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen, bearbeitet von Elke Heidenreich (2005)

Zwick und Zwack, zwei Vagabunden, haben eine Idee, wie sie zu Geld kommen können. Sie geben sich am kaiserlichen Hof als Kunstweber aus und behaupten, den schönsten, seltensten Kleiderstoff der Welt zu fertigen: zart im Gewebe, apart im Muster, anschmiegsam wie Seide, dauerhaft im Tragen – und zudem knitterfrei! »Pippimippi« heißt dieser Stoff und hat die besondere Eigenschaft, dass er für dumme Menschen unsichtbar ist. Der Kaiser Bunsolin ist begeistert: Diesen Stoff muss er haben – koste es, was es wolle.

Diesen Stoff will aber auch die gelangweilte Ministergattin Angina haben für ihr neues Frühlingskleid, und ihre Zofe Lametta lässt sich von »Kunstweber Zwiccolini« schon mal in die Geheimnisse der Verarbeitung einführen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Minister Adalin, der für seine Gattin zum Stoffdieb werden will, kann das kostbare Gewebe ebenso wenig sehen wie der Rest der Welt, den Kaiser eingeschlossen. Weil aber keiner seiner Untertanen und auch er selbst sich nicht als dumm offenbaren will, braucht es jemanden mit unvoreingenommenem Blick. Der Ausruf eines Kindes: »Aber er hat ja gar nichts an!« wird zum erlösenden Höhepunkt der ebenso komischen wie herrschaftskritischen Geschichte. Der Kaiser steht in Unterhosen da – nur jemand, der keine Angst vor ihm hat, traut sich, da genauer hinzusehen! Und die Vagabunden Zwick und Zwack sind mit ihrem Geld längst über alle Berge …

»Des Kaisers neue Kleider« ist eines der berühmtesten Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Mit präzisem Timing bringt es die Eitelkeit der Macht und die Verführbarkeit der Mächtigen auf den erzählerischen Punkt. Der Nadelstich eines einzigen Satzes lässt die kunstvoll aufgeblasene, prachtvoll schillernde Seifenblase kaiserlicher (Selbst-)Täuschung platzen. So einfach und so wirkungsvoll kann eine Pointe sein!

Eine von vielen Bühnenfassungen des Märchens ist Hans Lofers komische Oper von 1953. Hans Lofer – hinter dem Pseudonym verbirgt sich Rudolf Hindemith, der jüngere Bruder des ungleich bekannteren Paul – hat aus dem Märchen ein pointiertes, witziges Musiktheater mit Anklängen an Jazz und Tanzmusik gemacht. Die Kammerorchester-Fassung von Marc-Aurel Floros und die Librettobearbeitung von Elke Heidenreich spitzen die musikalische Komödie klanglich und sprachlich noch zu und machen »Des Kaisers neue Kleider« zu einem witzigen, listigen, kritischen Musiktheater nicht nur für Kinder.

Musikalische Leitung: Cameron Burns
Inszenierung: Karsten Barthold
Bühne: Anne Laubner
Kostüme: Kerstin Krüger
Licht: Uwe Wegner
Dramaturgie: Christopher Baumann
Musiktheater

Oh, wie schön ist Panama

Musiktheater von Stefan Johannes Hanke nach Janosch

Junge Oper ab 5 Jahren

Der fremd klingende Name »Panama« auf einer Kiste und der verführerische, süße Geruch von Bananen wecken beim kleinen Tiger und beim kleinen Bären die Sehnsucht nach der Ferne. Das eingespielte Paar aus Janoschs berühmtem Kinderbuch macht eine lange Reise, um am Ziel sein Zuhause wiederzufinden. Furchtlos brechen sie auf, denn wer Freunde hat, braucht sich vor nichts zu fürchten. Das alte Haus unten am Fluss und die eingespielten Tagesabläufe lassen die beiden Freunde hinter sich und begegnen auf ihrem Weg anderen tierischen Bewohnern von Wald, Wiese und Luft, die ihren eigenen Beschäftigungen mehr Wichtigkeit zumessen als der Suche nach dem fernen Land »Panama«. Was die zwei Wanderer schließlich von der ungewohnten Perspektive eines Baumwipfels aus für das Land ihrer Träume halten, entpuppt sich bei näherem Betrachten als das altbekannte, leicht verwitterte Haus am Fluss.

Im Kreis sind sie also gewandert, der kleine Tiger und der kleine Bär – aber das ist für sie gar nicht so wichtig. Inspiriert von Janoschs einfacher und zugänglicher Erzählweise wird Komponist Stefan Johannes Hanke die beiden tierischen Compagnons auf ihre philosophische Wanderung nach diesem wunderbaren »Panama« mit spielerisch-poetischer Sinnlichkeit musikalisch aufbrechen lassen. Eine Wanderung, an deren Ende die Erkenntnis liegt, dass die Sehnsucht nach der Ferne, die Illusion, auf dem Weg nach »Panama« zu sein, viel wichtiger und stärker waren als das Ankommen.

Nach dem Musiktheater »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« vergibt die Staatsoper Hannover zum zweiten Mal einen Kompositionsauftrag an den jungen Komponisten Stefan Johannes Hanke. Hanke absolvierte nach einem Kompositionsstudium bei Heinz Winbeck in Würzburg ab 2009 bei Manfred Trojahn in Düsseldorf ein Aufbaustudium und war Stipendiat an der »Cité des Arts« in Paris, der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo, der Aribert-Reimann-Stiftung und der Wilfried-Steinbrenner-Stiftung. Stefan Johannes Hanke erhielt Preise bei zahlreichen Kompositionswettbewerben, u.a. vom Freundeskreis der Münchner Symphoniker, beim Franz-Josef-Reinl-Wettbewerb und dem Kompositionswettbewerb Neue Szenen (2012). Er komponierte u.a. das Orchesterstück »Flammengesang« (UA 2007, young.euro.classics), das Ensemblestück aus weißem Licht (UA 2007, Heidelberger Frühling) und die Kammeroper all in (2009)für das ADEvantgarde Festival. Im Herbst 2009 entstand außerdem das Klavier-Schlagzeug-Quartett Zeitspiel im Auftrag des Deutschen Musikrats und 2012 für die Deutsche Oper Berlin die Kammeroper »it will be rain tonight« nach einem Text von Christoph Nußbaumeder. Derzeit arbeitet er an einem Chorstück im Auftrag der European Concert Hall Organisation, einem Ensemblestück im Auftrag des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, sowie an einem Ensemblestück für das Ensemble Modern.

Musikalische Leitung: Cameron Burns
Inszenierung: Tobias Ribitzki
Bühne: Pablo Mendizábal
Kostüme: Elvira Freind
Licht: Thomas Jacob / Mario Waldowski
Dramaturgie: Christopher Baumann
Musiktheater

BABbEL

Musiktheater von Paula Fünfeck

ab 5 Jahren

Musiktheater für Kinder und Erwachsene (2016)

Der König liebt den Nachthimmel und den geheimnisvollen Glanz der Sterne. Sind ihre Bilder vielleicht eine Botschaft an ihn? Wie gern würde er diese Botschaft lesen. Wie gern würde er dem Himmel näher kommen und Sterne pflücken wie Äpfel! So beschließt der König, einen Turm zu bauen. Nicht irgendeinen Turm, nein: den höchsten Turm der Welt. Für diesen Turm braucht er 11 Millionen Lehmziegel? Kein Problem! Den Lehm kann er aus dem Flussbett nehmen. Außerdem entstehen viele Arbeitsplätze … ein tolles Projekt! Außer für die Faulenzer am Fluss vielleicht, die beim Rauchen ihrer Wasserpfeifchen die Unruhe der Natur bemerken. Doch der König hört ihnen nicht zu – egal, ob sie vernünftig argumentieren, mahnen, flehen oder schreien. Der Megaturm ist doch so ein tolles Projekt! Außer für das Teichhuhn, das seinen Nistplatz verliert. Außer für die Frösche und die Schildkröte, denen das Wasser abgegraben wird. Zusammen mit Zacharias Ziegel, einem halben herausgebrochenen Stein aus der alleruntersten Etage, machen sich die Tiere auf die Suche nach einer neuen Heimat. Denn, frei nach den Bremer Stadtmusikanten: »Etwas Besseres als den Turm finden wir überall!«

Irgendwann ist der Turm des Königs so hoch, dass er Gott höchstselbst in den Allerwertesten piekst. Und Gott wird zornig. Zwar stürzt er den Turm nicht um, aber er verwirrt die Sprache der Menschen, die ihn bauen. So endet das tolle Projekt des Königs als Ruine, der Turm versinkt. Den Menschen bleiben neben der babylonischen Sprachverwirrung Klänge, Geräusche und die verbindende Kraft der Musik. Und selbst der König wird von seiner Besessenheit geheilt.

Frei nach der alttestamentarischen Erzählung vom Turmbau zu Babel hat Paula Fünfeck ein Musiktheaterstück für eine Sängerin, Posaune und Schlagwerk geschrieben. »Babbel« ist eine zugleich witzige und ernste Geschichte für Kinder ab 5 Jahren – von einem König, der zu den Sternen möchte und sie dabei aus den Augen verliert; vom Verlust des (Sprach-)Paradieses und seiner Wiederentdeckung in Klängen und Tönen.

Musikalische Leitung: Florian Groß
Inszenierung und Kostüme: Neil Barry Moss
Bühne: Veronika Kaleja
Jugendprogramm

König Karotte

Operette von Jacques Offenbach

Opéra-bouffe-féerie in vier Akten (1872)
Text von Victorien Sardou, Neuübersetzung der Gesangstexte von Jean Abel (2017)
empfohlen ab Klasse 7

Krokodyne ist eigentlich ein ganz normales Königreich – abgesehen vielleicht von der Innung für Hexen und Zauberer, dem königlichen Schwarzmagier und einem korrupten Polizeichef, der zugleich der »Höchste Beamte für Geheimnisse« ist. Eigentlich ist Prinz Fridolin XXIV. auch ein ganz normaler Regent: durch und durch verwöhnt, vergnügungssüchtig und verschwenderisch. Doch der gute Geist Robin hat sich in den Kopf gesetzt, Fridolin zum Wohle seines Landes auf den Pfad der Tugend zu bringen. Unverhofft bekommt er Hilfe von der Hexe Kalebasse, die den Prinzen stürzen will. Mitglieder des königlichen Gemüsebeets übernehmen die Macht: König Karotte und sein Gefolge aus Radieschen, Rübchen und Roten Beten. Eine Zeit der Prüfung und Entbehrung soll Fridolin Maß und Demut lehren, kurz: ihn letztlich zu einem guten, aufgeklärten Herrscher formen.

Für Fridolin folgt eine Reise durch fantastische Welten: Zum Zauberer Quiribibi, der ihn auf die Suche nach dem magischen Ring des Salomon schickt. In den Arbeiterstaat der Ameisen und zur Frühlingsfeier der Insekten. Ins antike Pompeji. In einen Schiffbruch und auf die Insel der Affen. In den Aufstand seiner Untertanen gegen den Karottenkönig und die Revolution. Durch alle turbulenten Verwicklungen führt Robin den Prinzen hindurch und – mit Hilfe der herzensguten Rosée-du-soir, die Fridolin bedingungslos liebt – die Handlung einem guten Ende zu.

Zum 200. Geburtstag des genialen Musikers und Theatermachers bringt die Staatsoper Hannover Jacques Offenbachs »König Karotte« zurück ins Rampenlicht. Auf ein Libretto von Victorien Sardou, seinerzeit einer der berühmtesten französischen Theaterautoren (dessen Drama »La Tosca« später in der Vertonung von Giacomo Puccini auch die Bretter der Opernwelt eroberte), geriet die Uraufführung 1872 am Pariser Théâtre de la Gaîté zu einem von Offenbachs größten Erfolgen. Triumphale 193 Vorstellungen in sechs Monaten und Produktionen in London und Wien folgten, bevor das Werk fast 150 Jahre in der Versenkung verschwand.

Die deutsche Erstaufführung der neuen Edition der Musik mit neu übersetzten Gesangsnummern ermöglicht einen aktuellen Blick auf eines der größten Bühnenwerke des Komponisten: Mit »König Karotte« schufen Jacques Offenbach und Victorien Sardou eine »Opéra-bouffe-féerie«, die vorbildlose, einzigartige Verbindung von märchenhaftem Zaubertheater und komödiantischer Opéra bouffe. Hinter den Sensationen des theatralen Scheins (19 Bilder in 4 Akten! spektakuläre Bühnen- und Requisiteneffekte! lebendiges Gemüse! singende Tiere! Hexen und Zauberer!) verbirgt sich eine Parabel von tieferer Bedeutung. Mitreißend, pulsierend und ungemein theaterwirksam wie immer ist Offenbachs Musik. Witzig, bissig und brisant wirkt der Text auch heute noch, gesättigt mit literarischen und politischen Anspielungen, die beinahe gegenwärtig erscheinen.

Musikalische Leitung: Valtteri Rauhalammi
Inszenierung: Matthias Davids
Bühne: Mathias Fischer-Dieskau
Choreographie: Kati Farkas
Kostüme: Susanne Hubrich
Licht: Sascha Zauner
Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio
Dramaturgie: Swantje Köhnecke

In deutscher Sprache
Familie / Museum Phaeno Wolfsburg Wolfsburg, Willy-Brandt-Platz 1
Familie / Museum Kindermuseum Zinnober Hannover Hannover, Badenstedter Straße 48

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