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Oper

Des Kaisers neue Kleider

Oper von Hans Lofer / Marc-Aurel Floros nach Hans Christian Andersen

Premiere: 26. Oktober 2018, Ballhof Eins

ab 8 Jahren

Komische Oper in sechs Bildern (1953/2015)
Text vom Komponisten nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen, bearbeitet von Elke Heidenreich (2005)

Zwick und Zwack, zwei Vagabunden, haben eine Idee, wie sie zu Geld kommen können. Sie geben sich am kaiserlichen Hof als Kunstweber aus und behaupten, den schönsten, seltensten Kleiderstoff der Welt zu fertigen: zart im Gewebe, apart im Muster, anschmiegsam wie Seide, dauerhaft im Tragen – und zudem knitterfrei! »Pippimippi« heißt dieser Stoff und hat die besondere Eigenschaft, dass er für dumme Menschen unsichtbar ist. Der Kaiser Bunsolin ist begeistert: Diesen Stoff muss er haben – koste es, was es wolle.

Diesen Stoff will aber auch die gelangweilte Ministergattin Angina haben für ihr neues Frühlingskleid, und ihre Zofe Lametta lässt sich von »Kunstweber Zwiccolini« schon mal in die Geheimnisse der Verarbeitung einführen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Minister Adalin, der für seine Gattin zum Stoffdieb werden will, kann das kostbare Gewebe ebenso wenig sehen wie der Rest der Welt, den Kaiser eingeschlossen. Weil aber keiner seiner Untertanen und auch er selbst sich nicht als dumm offenbaren will, braucht es jemanden mit unvoreingenommenem Blick. Der Ausruf eines Kindes: »Aber er hat ja gar nichts an!« wird zum erlösenden Höhepunkt der ebenso komischen wie herrschaftskritischen Geschichte. Der Kaiser steht in Unterhosen da – nur jemand, der keine Angst vor ihm hat, traut sich, da genauer hinzusehen! Und die Vagabunden Zwick und Zwack sind mit ihrem Geld längst über alle Berge …

»Des Kaisers neue Kleider« ist eines der berühmtesten Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Mit präzisem Timing bringt es die Eitelkeit der Macht und die Verführbarkeit der Mächtigen auf den erzählerischen Punkt. Der Nadelstich eines einzigen Satzes lässt die kunstvoll aufgeblasene, prachtvoll schillernde Seifenblase kaiserlicher (Selbst-)Täuschung platzen. So einfach und so wirkungsvoll kann eine Pointe sein!

Eine von vielen Bühnenfassungen des Märchens ist Hans Lofers komische Oper von 1953. Hans Lofer – hinter dem Pseudonym verbirgt sich Rudolf Hindemith, der jüngere Bruder des ungleich bekannteren Paul – hat aus dem Märchen ein pointiertes, witziges Musiktheater mit Anklängen an Jazz und Tanzmusik gemacht. Die Kammerorchester-Fassung von Marc-Aurel Floros und die Librettobearbeitung von Elke Heidenreich spitzen die musikalische Komödie klanglich und sprachlich noch zu und machen »Des Kaisers neue Kleider« zu einem witzigen, listigen, kritischen Musiktheater nicht nur für Kinder.

Musikalische Leitung: Cameron Burns
Inszenierung: Karsten Barthold
Bühne: Anne Laubner
Kostüme: Kerstin Krüger
Licht: Uwe Wegner
Dramaturgie: Christopher Baumann
Oper

Die drei Spinnerinnen

Musiktheater von Gregor A. Mayrhofer nach den Brüdern Grimm

ab 8 Jahren

Text von Klaus Angermann nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm
Auftragswerk der Staatsoper Hannover

»Es war ein Mädchen faul und wollte nicht spinnen« – so beginnt das Grimm’sche Märchen von den drei Spinnerinnen, in dem eine Mutter ihr schlaues Töchterchen vergeblich zu harter Arbeit am Spinnrad anhält und es damit zum Weinen bringt. Denn das Mädchen hasst das Spinnen und verfällt schon beim Gedanken daran in eine Lähmung, die es an jeder Tätigkeit hindert. Unglücklicher weise kommt gerade die Königin vorbei, als die Vorwürfe der Mutter und das Jammern des Kindes wieder einmal besonders lautstark auf die Straße dringen. Und um sich vor der Königin wegen der Faulheit ihrer Tochter nicht schämen zu müssen, erklärt die Mutter den Streit mit einer Lüge: Das Kind wäre nicht vom Spinnen abzubringen und hätte nichts anderes im Kopf. Solchen Fleiß aber findet die Königin allerliebst und nimmt das Mädchen mit auf ihr Schloss. Dort soll es einen riesigen Berg von Flachs spinnen und als Lohn nach getaner Arbeit den jungen Prinzen zum Mann bekommen. In seiner Not erscheinen dem Mädchen drei missgestaltete alte Frauen, die ihre Hilfe anbieten, wenn sie danach zur Hochzeit eingeladen werden. Und tatsächlich verarbeiten die drei den Flachs heimlich in Rekordzeit. Als die Königin die fertige Arbeit sieht, die angeblich das Mädchen so schnell erledigt hat, steht der Hochzeit nichts mehr im Wege. Da erscheinen die drei Helferinnen als Gäste, und als der Prinz sie fragt, woher ihre Missbildungen kommen, erklären sie es mit dem dauernden Spinnen, worauf der Prinz seiner Zukünftigen verbietet, jemals wieder das Spinnrad anzurühren.

Es ist ein Happy-End, das offensichtlich auf nicht ganz saubere Weise zustande kommt. Denn es beruht auf einem doppelten Betrug, mit dem die Königin und der Prinz hinters Licht geführt werden. Dennoch dürften damit alle ihr Glück gefunden haben, und so hätte der Zweck die Mittel geheiligt. Doch jenseits einer so simplen und moralisch etwas zweifelhaften Botschaft wirft die Geschichte die Frage auf, wie man sich von der Fremdbestimmtheit durch von anderen herangetragene Ansprüche befreien kann, um sein Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten. Dem Spinnen als lästiger Arbeit wird das Spinnen der Phantasie gegenübergestellt, das geheime Träume wahr werden lässt.

Auf ein Libretto von Klaus Angermann schreibt der Komponist und Dirigent Gregor A. Mayrhofer, ein Schüler von Jan Müller-Wieland und Manfred Trojahn, die Musik zu dieser durchtriebenen Geschichte. Mayrhofer ist derzeit Assistenzdirigent beim Ensemble Intercontemporain und studiert an der renommierten Juilliard School in New York. Er arbeitete bereits mit vielen internationalen Orchestern und Ensembles zusammen und erhielt Kompositionsaufträge u.a. von der Bayerischen Staatsoper, dem Bayerischen Rundfunk, der Münchner Biennale und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin.
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