NIEDERSÄCHSISCHES STAATSORCHESTER
Konzertsaison 2011/12
5. Sinfoniekonzert:
Die Schlagzeuger des Nds. Staatsorchesters Hannover | Kamensek
Karen Kamensek, Dirigentin
Die Schlagzeuger des Nds. Staatsorchesters Hannover
Christopher Rouse: Ku-Ka-Ilimoku (1978) und Ogoun Badagris (1976)
Maurice Ravel: Alborada del gracioso (1918)
Nikolai Rimski-Korsakow: Capriccio espagnol op. 34 (1887)
José PabLo: Moncayo Huapango (1941)
Claude Debussy: Ibéria (1910)
Alberto Ginastera: Tänze aus Estancia op. 8a (1943)
Wilde Rhythmen aus Hawaii, ein Capriccio mit Themen aus Spanien, tänzerisches von Ravel und Debussy – das 5. Sinfoniekonzert verspricht eine vielfältige musikalische Reise durch Länder, Stile und Traditionen.
Die Eröffnungswerke, Ku-Ka-Ilimoku und Ogoun Badagris des amerikanischen Komponisten Christopher Rouse für Schlagzeugensemble, sorgen dabei für einen mitreißenden Auftakt. Der Titel Ku-Ka-Ilimoku bezieht sich, nach der hawaiianischen Mythologie, auf den Gott des Krieges, während sich in Ogoun Badagris haitianische Trommel-Rhythmen des Juba-Tanzes mit Elementen eines Vodoo-Tanzes paaren.
Maurice Ravel und Claude Debussy dagegen verbinden in ihren Werken Alborada del gracioso und Ibéria ihre eigene Klangsprache mit musikalischer Folkloristik und starken Rhythmen. Nikolai Rimski-Korsakow schuf mit seinem Capriccio espagnol seine ganz eigene Vorstellung von »spanischer« Musik: In den fünf kurzen Sätzen instrumentierte er auf brillante Weise verschiedene asturische Tänze, Zigeunerlieder und schließlich einen kraftvollen Fandango. »Die spanischen Themen mit ihrem tänzerischen Charakter«, schrieb Rimski-Korsakow in seiner Biographie dazu, »lieferten mir eine Fülle von Material zur Einbindung in vielfältige Orchestereffekte.«
Folkloristische Musik ist auch José Pablo Moncayos Huapango, ein lebhafter mexikanischer Tanz, der heute wegen seiner Popularität scherzhaft als »zweite Nationalhymne Mexikos« bezeichnet wird.
Mit Alberto Ginasteras Tänzen aus dem Ballett Estancia endet das Konzert in Argentinien. 1941 komponiert, ist Estancia ein Ballett über das Landleben in den Pampas, die Arbeit und die Folklore der Gauchos. Nach der Absage der Uraufführung gelangten zunächst die Tänze 1943 im Teatro Colón in Buenos Aires konzertant zur Uraufführung. In ihnen verbindet Ginastera typische Melodien seines Heimatlandes und charakteristische südamerikanische Rhythmen mit Mustern der klassischen europäischen Musik.
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 12.2.2012, 17:00 |



Mo, 13.2.2012, 19:30 |


Abschlusskonzert
mit koreanischen Gesangsstudenten der Yonsei-Universtität (Seoul, Korea)
Ort:
Ballhof Zwei
Termin:
So, 12.2.2012, 20:00 |


2. Kinderkonzert: Im alten Rom
Siegmund Weinmeister, Dirigent und Musikalische Leitung
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Heini, der kleinen Vampir (Figurentheater Marmelock)
Rein in die Tunika, die Römersandalen geschnürt und nix wie hin: Cäsar hatte eine seiner verrückten Ideen und eine kleinen Vampir aus dem kalten Norden nach Rom eingeladen. Gemeinsam besuchen sie die ganze Stadt und natürlich das Kolosseum: Khatchaturians Marsch der Gladiatoren zeigt den Einzug der Kämpfer, Zirkusmusiken unterhalten das Publikum in den Pausen und Trompetenfanfaren begleiten den Sieger. Außerdem gibt Ottorino Respighi eines seiner berühmten Römischen Fest - ein großes Gelage, bei dem gespielt, gegessen und natürlich getrunken wird. Wen wundert es da, dass Heini irgendwann fühlt wie die Töne in Bartóks Orchesterstück Etwas angeheitert. Und sehr spät in der Nacht zeigt ein kleiner Vampir dann den Römern, was ein echter Italiener ist, und schmettert sein durchdringendes »O sole mio« vom Hügel des Kapitols.
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 19.2.2012, 11:00 |



Mo, 20.2.2012, 11:00 |


6. Sinfoniekonzert:
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover | Rasilainen | Scheps
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Ari Rasilainen, Dirigent
Olga Scheps, Klavier
Einojuhani Rautavaara: Cantus arcticus - Konzert für Vögel und Orchester (1972)
Edvard Grieg: Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 16 (1868)
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 5 Es-Dur op. 82 (1914/15)
»Einem der größten Erlebnisse meines Lebens« verdanke sich – so Jean Sibelius – die Entstehung seiner 5. Sinfonie: Sechzehn Schwäne kreisten im Frühjahr 1915 über ihm und verschwanden »in der verschleierten Sonne wie ein glitzerndes Silberband«. Der Gesang der Schwäne hat sich im berühmten Hornthema des letzten Satzes niedergeschlagen. Doch darf der heitere und pastorale Charakter der 5. Sinfonie nicht darüber hinweg täuschen, dass die Naturidylle als Gegenbild einer Realität dient, die durch die Kriegsereignisse geprägt war. Sibelius, an dessen Leben der Krieg durchaus nicht spurlos vorübergegangen ist, hasste »alles dilettantische Politisieren«, und mit seiner Musik habe er »versucht, meinen Einsatz auf andere Art und Weise zu leisten«.
Vogelstimmen sind auch die Inspirationsquelle des Cantus arcticus von Sibelius’ Landsmann Einojuhani Rautavaara. Rautavaara, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Finnlands, dessen Musik sich aus den unterschiedlichsten Quellen europäischer Musiktradition nährt, nennt das 1972 entstandene Werk im Untertitel ein »Konzert für Vögel und Orchester« – und das ist ganz wörtlich zu nehmen. Denn die Solisten sind die Vögel des Polarkreises, deren Stimmen als Tonbandaufnahmen erklingen. Auf diese Weise entsteht eine berückend suggestive Klangwelt, in der Naturklänge und das Orchester in einen faszinierenden Dialog treten.
Für einen weiteren skandinavischen Komponisten, den Norweger Edvard Grieg, war die Volksmusik seines Landes stets eine wichtige Grundlage seines Schaffens. Dabei fühlte sich Grieg jedoch ebenso sehr der deutschen Romantik, speziell der Musik Schumanns, verpflichtet. Das Klavierkonzert, das Grieg mit 25 Jahren schrieb, zeigt beide Einflüsse. Wenn auch das Vorbild von Schumanns Klavierkonzert kaum zu überhören ist, besitzt bereits dieses Werk den unverwechselbaren Grieg’schen Ton, der in dem Versuch gründet, aus der norwegischen Volksmusik, »aus dieser noch unerforschten Emanation der norwegischen Volksseele eine nationale Kunst zu schaffen«.
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 11.3.2012, 17:00 |



Mo, 12.3.2012, 19:30 |


4. Kammerkonzert:
Französische Kammermusik für Holzbläser
Werke von Darius Milhaud, Francis Poulenc u.a.
Ort:
Opernhaus
Termin:
So, 25.3.2012, 11:00 |


7. Sinfoniekonzert:
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover | Feltz
Gabriel Feltz, Dirigent
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 5 B-Dur (1878/1935)
Als Anton Bruckner seine 5. Sinfonie komponierte, waren die schmerzhaften Jahre seiner Suche nach einer geeigneten Form dieser Gattung und die großen Misserfolge seiner ersten Sinfonien vorbei. Lange hatte er sich im Schatten von Beethoven und Brahms gewähnt und nach Möglichkeiten gesucht, diesen übergroßen Vorbildern eigene, würdige Sinfonien entgegenzustellen.
In den Jahren 1873 bis 1875 hatte er hintereinander die Erstfassungen seiner 3., 4. und 5. Sinfonie komponiert, die er freilich später noch eingehend überarbeitete. Immer deutlicher fand Bruckner in diesen Werken zu seiner charakteristischen Klangsprache und arbeitete souverän mit Satztechnik und Orchestrierung. Nun war der österreichische Komponist auf der Höhe seiner Schaffenskraft und auch seines Selbstvertrauens angekommen. Stolz nannte er seine Fünfte ein »kontrapunktisches Meisterstück« und seine »phantastische«. Den Schwerpunkt legte er in dieser Sinfonie auf das groß dimensionierte Finale, das die vorhergehenden Sätze vorbereiten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Bruckners typische Sinfonie-Elemente sind hier deutlich ausgeprägt: die oftmals blockhaft aneinander gesetzten Bausteine der großflächigen Komposition, Momente absoluter Innerlichkeit, die sich in lyrischen Soli der Bratschen oder Celli ausdrücken, oder die Wucht von Blechbläserchorälen.
So entfaltet sich ein Kosmos von Stimmungen, die Bruckner mit einer verblüffenden Stringenz miteinander zu verbinden vermag. Das »kontrapunktische Meisterstück« ist dabei aber bei weitem nicht nur ein technisches Spiel, sondern zeigt sich in ausgeklügelten Themenkombinationen, den vielfachen kontrapunktischen Zusammenhängen zwischen den einzelnen Sätzen und nicht zuletzt in der meisterhaften Doppelfuge im Finale. Anton Bruckner hat diese Sinfonie zeit seines Lebens jedoch nie gehört: Der Uraufführung einer gekürzten Fassung im Jahr 1894 musste der Komponist wegen Krankheit fernbleiben, die Originalfassung von 1878 wurde erst 1935 uraufgeführt.
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 15.4.2012, 17:00 |



Mo, 16.4.2012, 19:30 |


Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH
Opernhaus
Opernplatz 1
D-30159 Hannover
Telefon: +49 (0)511-9999 00
Fax: +49 (0)511 9999-2980
Schauspielhaus
Prinzenstr. 9
30159 Hannover
Tel.: 0511 9999 00 (Zentrale)
ballhof eins
Ballhofstr. 5
30159 Hannover
ballhof zwei
Knochenhauerstraße 28
30159 Hannover
Cumberlandsche Galerie
Prinzenstraße 9
30159 Hannover