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Schauspielhaus

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

Schauspielhaus
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Theater

Schöne Bescherungen

Ayckbourn

Premiere: 10. November 2018, Schauspielhaus

»Du musst zu Weihnachten doch auch aufgeregt gewesen sein, weißt du das denn nicht mehr? – Ich weiß nur noch, dass Phyllis nebenan die ganze Nacht geheult hat. Sie hatte wahnsinnige Angst, der Weihnachtsmann könnte in ihr Zimmer kommen. Weihnachtsmann-Phobie!«
Ayckbourn


Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Wie jedes Jahr kommt die Familie mit den nobelsten Vorsätzen zusammen, bestehende Konfliktpotenziale zu ignorieren und sich stattdessen von der besten Seite zu präsentieren, um gemeinsam ein besinnliches und harmonisches Weihnachten zu feiern. Was natürlich fürchterlich misslingt – Lichterkettensägenmassaker anstelle von »Stille Nacht, heilige Nacht«. Auch bei Neville und Belinda Bunker, die das Haus voller Verwandtschaft haben, hat weihnachtlicher Friede keine Chance: Onkel Harvey will den Kindern echte Waffen schenken. Kumpel Eddie ignoriert seine schwangere Frau Pattie und den gemeinsamen Nachwuchs. Nevilles Schwester Phyllis richtet beim Versuch, das Festmahl zu kochen, ein alkoholgetränktes Gemetzel an, während ihr Mann Bernard bereits sein obligatorisches – von allen gefürchtetes – Puppentheater vorbereitet. Als auch noch Clive – Schriftsteller und Schwarm von Belindas Schwester Rachel – auftaucht, schlagen sämtliche Frauenherzen höher, die Hormone tanzen um den Christbaum und der weihnachtliche Albtraum nimmt seinen Lauf.

Oberspielleiter Markus Dietz inszeniert Ayckbourns bissige Ensemblekomödie über den stets wiederkehrenden Familienwahnsinn passend zur weihnachtlichen Einstimmung und Vorfreude in der Adventszeit.

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne: Mayke Hegger
Kostüme: Henrike Bromber
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Petra Schiller
Schauspiel

Moskitos

Lucy Kirkwood

Shiva tanzt. Über sich den stahlblauen Himmel der Schweiz, unter sich, tief in der Erde, ein System aus Tunneln, die einen gigantischen Ring formen. Shiva tanzt, der indische Gott der Zerstörung, dessen zärtliche Gesten dem Kosmos die Auslöschung verheißen. Eine Statue im Herzen des Europäischen Kernforschungszentrums in Genf; und zu den Füßen des Hindu-Gottes der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. Hier jagen Forscher Trillionen von Partikeln durch die Betonröhren und lesen in den Kollisionen und Detonationen die geheime Schrift des Universums. Und so wie die Teilchen ineinanderprallen und Energien freisetzen, die Chaos und Ordnung, Zerfall und Schöpfung erzählen, so prallen zwei Schwestern aufeinander, Jenny und Alice, und dies ist ihre Geschichte: über einen zu genialen Sohn, über dem das Schicksal des ins quantenphysikalische Nirvana entschwundenen Vaters schwebt, eine Großmutter, einst brillante Physikerin, deren Geist aber unter den Fliehkräften der Demenz in Auflösung ist, über die tödlichsten Wesen der Welt, die Moskitos, und ein junges Mädchen, dem das Internet zur Rache dient. Und schließlich Jenny und Alice, Emotion und Ratio, die Angst vor der Wissenschaft und deren Faszination. Die Welt, wie wir sie erleben, ist nicht die Welt, wie sie ist, unsere Sinne erzählen nur Märchen, die uns zu Idioten machen – und gleichzeitig, das ahnte bereits Sokrates: Je mehr wir wissen, desto mehr Fragen produzieren wir und also desto weniger wissen wir. Das gilt für das Teilchen, das die Welt im Innersten zusammenhält, ebenso wie für die Menschen um uns herum. Denn Shiva tanzt.

Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne: Mayke Hegger
Kostüme: Claudia González Espíndola
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Video: Jan Peters
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Licht: Brigitta Hüttmann
Choreinstudierung: Maria Radzikhovskiy
Schauspiel

Romeo und Julia

William Shakespeare

Sie sind das bekannteste Liebespaar der Theatergeschichte. Ihre Liebe gilt als Inbegriff der heiß-kalten Leidenschaft, die größtes Glück und inniges Einverständnis mit dem eigenen Sterben vereint; zwei sehr gegensätzliche Zustände, die sich hochschaukeln, die am Ende fast zwangsläufig auf den Tod zusteuern. Romeo ist unglücklich verliebt in Rosalind und seine Freunde versuchen mit allerhand derbem Spott, ihn seiner Melancholie zu entreißen. Julia ist unter Druck, weil ihre Eltern sie fürsorglich und möglichst bald mit einem Prinzen verheiraten wollen. Und die Familien der beiden, die Montagues und die Capulets, pflegen eine rachsüchtige Familienfehde. Als Romeo und seine Freunde sich auf dem Maskenball bei den Capulets einschleusen, sieht er Julia zum ersten Mal – und sieht sie nicht, denn alle Gäste sind maskiert. Und dennoch: Beide trifft Amors Pfeil wie ein Blitz und sie sind verloren. Shakespeare, der weder die Liebe der Romantik noch unsere heutige Psychologie kannte, spielt in seinem Stück virtuos mit den literarischen Vorbildern. Die Liebe, die Shakespeare schildert, bezieht ihre Kraft durchaus noch aus dem literarischen Genre der mittelalterlichen Liebesdichtung, die dadurch ihre Schönheit erzielt, dass die Liebe umso heißer besungen wird, je unmöglicher sie faktisch ist. Und doch beschreibt er, rasend modern, wie sich die beiden Menschen aus ihren gesellschaftlichen Festlegungen herausarbeiten, wie ihr individuelles Gefühl ihnen die Kraft verleiht, die familiär und gesellschaftlich bestimmenden Ordnungen zu sprengen, den Diskurs über Freund und Feind, Mann und Frau, Schein und Sein, wie Wachs hinwegzuschmelzen. Kein Wunder, dass das tödlich endet.

Inszenierung: Johanna Wehner
Bühne: Benjamin Schönecker
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik und musikalische Einstudierung: Felix Johannes Lange
Dramaturgie: Michael Volk
Licht: Oskar Bosman
Theater

Eines langen Tages Reise in die Nacht

von Eugene O'Neill

Niemand spricht es aus, aber die Sucht steckt tief in den Grundmauern des Hauses und lastet wie ein Fluch auf der Familie Tyrone. Mary Tyrone, gerade aus einer Entzugsklinik heimgekehrt, hat sich wegen ihrer Morphiumsucht behandeln lassen. Ihr Ehemann James Tyrone, ehemaliger gefeierter Schauspieler, ist habsüchtig, der älteste Sohn James trinkt und sein jüngerer Bruder Edmund, das Alter Ego des Autors, ist schwindsüchtig. Idylle und Lebenslügen treffen aufeinander, die Söhne lieben ihre Eltern, können sie aber nicht achten und machen sie für ihr Unglück verantwortlich. Als Edmund eine Tuberkulose- Diagnose erhält, bricht die sorgsam erhaltene Fassade langsam auf. Schließlich hat die Familie schon ein Kind an den Geiz des Vaters verloren. Eine Familiengeschichte ohne großes Drama, ohne gewaltsame Handlung und trotzdem liegt diesem Stück ein tiefes Unbehagen zugrunde, trotz des anfänglichen Sonnenscheins eines Augusttages, trotz der fröhlichen Bemühungen der ganzen Familie. Jeder kämpft gegen jeden, jeder ist an dem anderen schuldig geworden. Und jedes Familienmitglied ist abhängig. Ein Tag in der Familie Tyrone von acht Uhr morgens bis Mitternacht: Eugene O´Neill bediente sich für sein psychologisch-analytisches Drama an der eigenen Biografie und erschuf eine Familientragödie im antiken Sinne.

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne: Ines Nadler
Kostüme: Henrike Bromber
Dramaturgie: Michael Volk
Licht: Brigitta Hüttmann
Theater

Ein Sommernachtstraum

von William Shakespeare

»Sei wie zu deinem Hund, verjag mich, schlag mich, vergiss mich, tritt mich, nur erlaube mir, Unwürdig, wie ich bin, dir nachzulaufen.«

Die süßesten Sachen, im Übermaß genossen, sagt Lysander, führen zu Überdruss und Ekel. So kann ein Traum die Welt eines Menschen einstürzen und eine neue für einen anderen entstehen lassen. Hermia liebt Lysander und Lysander liebt Hermia, aber ihr Vater möchte sie mit Demetrius verheiraten. Die bedrohten Liebenden fliehen in den Wald vor Athen; ein zweites Paar, von Anfang an überzeugt, niemals zusammenzufinden, folgt ihnen: Helena, die Demetrius liebt, der aber seinen Anspruch auf Hermia geltend machen will. Das Begehren aller vier wechselt in zerstörerischer Schnelligkeit immer wieder seine Richtung; die geliebte Person wird abstoßend, das Ungeliebte zum Ideal. Oberon und sein Gehilfe Puck bringen ein Liebeszaubermittel ins Spiel, das die Gefühle bis zum Wahnsinn steigert und zu Identitätszweifeln führt.

So ist die Sommernacht kein Paradies der wahren Liebe, in der Vernunft und Moral durch Leidenschaft und Begehren ersetzt werden, sondern vielmehr eine Hölle, die die vier jungen Menschen sich selbst geschaffen haben. Doch selbst die Götter dieser Welt, Titania und Oberon, sind in dieser Hölle gefangen, in der die Jahreszeiten umgekehrt werden und in der Götter menschliche Konflikte austragen. Jeder Protagonist wird dem anderen zum Ungeheuer, die Menschlichkeit wird abgelegt und Bestien treten hervor. Doch endet der Traum, wenn der Tag anbricht, und können Ordnung und Zivilisation den Paaren Heilung bringen? Denn die Verwandlungskraft der Liebe scheint zu gewaltig, um sie kontrollieren zu können und bringt auch zweifelhafte Wandlungen hervor …

Mit dem SOMMERNACHTSTRAUM inszeniert Laura Linnenbaum zum zweiten Mal am Staatstheater Kassel und untersucht in der raffinierten, mythenbesetzen Komödie den Wechsel von Licht und Schatten in unseren heutigen selbstzerstörerischen Leidenschaften und den ständig oszillierenden Selbstwert im Blick des Anderen.

Inszenierung: Laura Linnenbaum
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Christoph Iacono
Dramaturgie: Annabelle Leschke
Licht: Oskar Bosman
Theater

Die Netzwelt

von Jennifer Haley

In naher Zukunft hat sich das menschliche Leben fast vollständig in die zur Realität parallel existierende Netzwelt verlagert. Perfektioniert hat dieses System der Geschäftsmann Sims mit seinem virtuellen »Refugium«. In diesem exklusiven Club können sich die Mitglieder mit einer virtuellen Identität ihre sexuellen Wünsche und dunklen Sehnsüchte erfüllen. Das Einzigartige: Das von Sims paradiesisch gestaltete Haus ist ein (wahrer) Traum für Pädophile, da die angebotenen virtuellen Lustobjekte Kinder sind. Begehen die Kunden mit ihren Avataren in der digitalen Welt ein reales Verbrechen? Die Ermittlerin Morris schickt ihren Agenten Woodnut in die Netzwelt, gleichzeitig verhört sie Sims. Dieser beharrt auf der reinen Simulation und dem Einverständnis aller Beteiligten. Außerdem hätten die Fantasien, die die Kunden des Refugiums ausleben, keinen Einfluss auf das Leben in der Wirklichkeit. Woodnut verstrickt sich immer mehr in dem verführerischen Elysium, besonders als er Iris kennenlernt, ein bezauberndes neunjähriges Mädchen, das Sims hörig zu sein scheint. Der Kampf um das virtuelle Mädchen wird zu einem Stellvertreterkrieg um Ethik und die Freiheit, die eigene Obsession auszuleben, der in beiden Welten zu katastrophalen Folgen führt.

Müssen unsere Fantasien begrenzt werden? Welche Konsequenzen haben virtuelle Vorgänge für unsere Realität? Können sie eine Erkenntnis schaffen, die unsere sinnlich erfahrbare Wahrnehmung übersteigt? Jennifer Haley schildert eine Zukunft, die mehr und mehr zu unserer Gegenwart wird. Sie zeigt den schmalen Grat auf, der zum Abgrund werden kann, zwischen der grenzenlosen Freiheit und der moralischen Verantwortung.

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne und Kostüme: Mayke Hegger
Video: David Worm
Dramaturgie: Annabelle Leschke
Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel TIF Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Konzert Göttinger Symphonie Orchester Göttingen, Godehardstraße 19-21
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Konzert Arolser Barock-Festspiele Bad Arolsen, Große Allee 24
Touristik-Service Bad Arolsen
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg GmbH Marburg, Am Schwanhof 68-72