STAATSTHEATER KASSEL - SCHAUSPIELHAUS
Spielzeit 2011/12
Hexenjagd
von Arthur Miller
Premiere: 24. März 2012, Schauspielhaus
Im Jahr 1692 wird in Salem, Massachusetts, eine Gruppe junger Mädchen vom Pfarrer nachts beim Tanzen im Wald erwischt, nackt – ein Vergehen, auf das in der engstirnig-puritanischen Stadt Auspeitschen als Strafe steht. Schnell wird das Geschehen als Teufelsanbetung verschrieen und ein Gericht einberufen. Um sich zu schützen, simulieren die Mädchen Anfälle und behaupten, dass sie von anderen Gemeindemitgliedern verhext worden seien. Neben Furcht und Hysterie haben einige der Mädchen persönliche Motive, andere der Hexerei zu bezichtigen: Abigail, die Nichte des Pfarrers, hat ein Verhältnis mit dem Bauern John Proctor und zeigt dessen Frau Elizabeth an. Mit jeder Beschuldigung wächst die Macht der Mädchen, bald ist ein Großteil der Gemeinde angeklagt. Auch John Proctor wird des Pakts mit dem Teufel bezichtigt; er durchschaut zwar als Einziger die Machenschaften der Mädchen, findet aber in der Gemeinde kein Gehör. Proctor wird vor die Wahl gestellt, sein Leben durch ein falsches Geständnis zu retten oder bei der Wahrheit zu bleiben. Arthur Miller schrieb Hexenjagd in den 1950er Jahren auf dem Höhepunkt der von McCarthy initiierten Kommunistenjagd in Amerika; ein vorgeblich religiöser Kampf wird im Stück zum Mittel, um missliebige Mitmenschen und Konkurrenten zu denunzieren und zu vernichten. Miller zeigt, wie leicht durch Aberglaube, Intoleranz und Fanatismus eine Gemeinschaft mit den Mitteln ihrer eigenen Ordnungs- und Rechtsprinzipien zerstört werden kann.
Inszenierung: Patrick Schlösser
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Uta Meenen
Musik: Wolfgang Siuda
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Christa Hohmann
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 22.3.2012, 19:30 | Voraufführung |



Sa, 24.3.2012, 19:30 | Premiere |



Fr, 30.3.2012, 19:30 |



Sa, 31.3.2012, 19:30 |


Medea
von Euripides
Medea, die Fremde, die Wilde, die Zauberin. Medea, die Königstochter, die zur Asyl Suchenden, zur Bittstellerin wird. Medea, die ungezügelt Liebende und maßlos Hassende. Medea, die Kindsmörderin. Das Unfassbare dieser Figur fordert das Theater bis heute heraus.
Nachdem Medea Jason mit ihren Zauberkräften zum Goldenen Vlies verholfen hat und von ihrer Familie verstoßen wurde, folgt sie ihm mit den gemeinsamen Kindern nach Korinth. Doch von dort will König Kreon sie verbannen, weil er die zauberkundige Fremde fürchtet. Jason verlobt sich mit der Tochter des Königs und versucht Medea davon zu überzeugen, dass seine neue Heirat, seine Untreue, eigentlich ein Akt der Fürsorge sei. Nur zum Schein lässt Medea sich von Jason beruhigen, während sie bereits ihre Flucht plant und Rachepläne schmiedet. Der Königstochter lässt sie durch ihre Kinder ein vergiftetes Kleid bringen. Und auch an Jason nimmt sie grausame Rache: Sie tötet die gemeinsamen Söhne. Nach dem Mord kann Jason sie nicht aufhalten, sie kehrt mit den Leichen der Kinder in die übermenschliche Sphäre, aus der sie stammt, zurück.
Inszenierung: Gustav Rueb
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Christa Hohmann
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
So, 12.2.2012, 18:00 |


Flux
Drei Stücke von Stephanie Thiersch, Michael Langeneckert und Johannes Wieland
Im Leben existieren Abhängigkeiten. Ein Schritt führt zum nächsten, zahnradgleich ineinander greifend. Häufig liegt die Messlatte körperlicher und seelischer Belastbarkeit niedriger als man erwarten würde: borderline, burn out. Was kann unternommen werden, um sich selbst zu überlisten, auszutricksen und zu betäuben, um immer weiterzugehen, uns den verschiedenen Abhängigkeiten zu entziehen? »Flux« steht als Begriff für einen physikalischen Fluss und steht in enger Verbindung mit »Fluxen«, welches für unterschiedliche Verfahrenstechniken bzw. Prüfverfahren steht. Was passiert, wenn das Leben aus den Fugen gerät?
Drei Choreografen zeigen was passiert, wenn der Lebensfluss unterbrochen ist, die Situation eskaliert und unbeherrschbar wird – sie geben eine Positionsbestimmung mit den Möglichkeiten des zeitgenössischen Tanzes.
Choregrafie: Stephanie Thiersch / Michael Langeneckert / Johannes Wieland
Bühne: Stephanie Burger
Kostüme: Stefanie Krimmel
Dramaturgie: Dr. Thorsten Teubl
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
So, 5.2.2012, 19:30 |



Sa, 11.2.2012, 19:30 |



So, 19.2.2012, 18:00 |


Spiel mir das Lied vom Tod
Männer singen um ihr Leben
Cowboys sind Mythos und Sehnsuchtsfigur: männliche Helden, Machos und einsame Reiter. Sie haben eigene Gesetze, entdecken und erobern neues Land, kämpfen für das Gute, reiten, trinken, schießen. Sie riskieren ihr Leben, suchen die größtmögliche Freiheit und finden den Tod. Und abends singen sie am Lagerfeuer von halsbrecherischen Heldentaten, erfunden oder wahr. Der Liederabend »Spiel mir das Lied vom Tod« erzählt von Cowboys und von Männern, die als Jungen gerne Cowboys gewesen wären. Zwischen Kindheitstraum, Klischee, Sehnsucht und Utopie wird die Ehr-Rettung eines vom Aussterben bedrohten Männerbildes besungen, mit Liedern u. a. von Udo Lindenberg, Element of Crime, Johnny Cash und Funny van Dannen.
Inszenierung: Thomas Bockelmann
Ausstattung: Daniel Roskamp / Sibylle Pfeiffer
Musikalische Leitung: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Christa Hohmann
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Fr, 24.2.2012, 22:30 |


Das letzte Feuer
von Dea Loher
An einem hellen Augusttag wird in einem vergessenen Viertel am Rande der Stadt ein Junge überfahren. Er ist einer Polizistin ins Auto gerannt, die einen jungen Raser verfolgte, den sie für einen Terroristen hielt. Kurz zuvor hatte ein Fremder das Viertel betreten und mit dem Jungen gespielt. Er ist jetzt der einzige Zeuge des Unfalls. In der Rückschau wird langsam deutlich, wie sich das Unglück in das brüchige Leben aller Beteiligten frisst – in das der Eltern und der Großmutter, der Polizistin und des jungen Rasers ohne Führerschein, der Lehrerin, die ihm das Auto geliehen hatte, des Freundes und des geheimnisvollen Fremden. Es ist eine Gesellschaft, die in ihrer Suche nach Trost zwischen Hoffen und Scheitern schwankt. »Was es ist, das zwischen diesen – oder den – Menschen eine Verbindung herstellt? Was machen Gefühle, Verständnis, Vertrauen? Lange wurde diese Frage nicht mehr so intensiv gestellt. Dea Loher hat ein Stück aus Sätzen geschrieben, durch die unstillbarer Schmerz sickert, mal aus kleinen normalen, mal aus großartigen, überwältigenden Sätzen, bis zu einer Sprache, die zwischen Gesang und Gestammel liegt, hart und poetisch zugleich.« (Frankfurter Rundschau, 28. Januar 2008)
Inszenierung: Martin Schulze
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Ulrike Obermüller
Komposition : Dirk Raulf
Dramaturgie: Michael Volk
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 17.2.2012, 19:30 |



Mi, 22.2.2012, 19:30 |



Sa, 3.3.2012, 19:30 |



Di, 6.3.2012, 19:30 |



Fr, 16.3.2012, 19:30 |



Do, 29.3.2012, 19:30 |


Woyzeck
von Georg Büchner
Woyzeck liebt Marie und Marie liebt Woyzeck. Doch Woyzecks Leben ist nicht immer einfach, da er seine kleine Familie – Marie und das gemeinsame Kind – mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten muss. So leidet er nicht nur unter den Schikanen eines Hauptmanns, dem er zu Diensten ist, sondern macht sich auch zum Versuchs-objekt eines skrupellosen Arztes, der seinen blinden Fortschrittseifer über den Dienst am leidenden Menschen stellt. Selbst die Liebe wird zur Qual, als Marie sich, um den prekären Lebensbedingungen zu entkommen, mit dem Tambourmajor einlässt. Der schenkt ihr glänzende Ohrringe und führt sie zum Tanzen aus.
Für Woyzeck, von Eifersucht zerfressen und von den medizinischen Versuchen angegriffen, gerät die Welt in einen schwindelerregenden Strudel. Er hört plötzlich Stimmen in seinem Inneren. Sie malen ihm die Welt in blutroten Farben, befehlen ihm den Griff zum Messer, drängen ihn zur befreienden Tat und treiben ihn in den Rachemord. Woyzeck ersticht Marie, das Liebste, das Einzige, das er hat...
Mit seinen hellsichtigen, formal visionären Stückentwürfen wurde der Arzt und Dichter Georg Büchner zum ersten Dramatiker der Moderne. Als er 1837 dreiundzwanzigjährig starb, hinterließ er das Stück, das später den Titel WOYZECK erhalten sollte, als ungeordnetes Arbeitsfragment auf einzelnen Papierbögen. Erst 1913 fand die Uraufführung am Münchner Residenztheater statt.
Inszenierung: Markus Dietz
Ausstattung: Mayke Hegger
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Stephanie Winter
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Do, 23.2.2012, 19:30 |



Mi, 7.3.2012, 19:30 |


Leonce und Lena
von Georg Büchner
Prinz Leonce langweilt der Luxus und Wohlstand im kleinen Königreich seines Vaters. Er ist angewidert von der mechanischen Höflichkeit seiner Untergebenen und der Hingabe seiner Geliebten. Er sucht nach einem echten Gefühl in sich. Als er schließlich erfährt, dass sein Vater ihm eine Braut ausgesucht hat, Prinzessin Lena von irgendeinem benachbarten Königreich, und er dieselbe morgen kennenlernen und heiraten soll – da beschließt Leonce kurzerhand, mit Valerio, einem verwegenen Burschen, den er eben erst getroffen hat, in Richtung Italien abzuhauen. Wie der Zufall es will, flieht im Nachbarreich zur gleichen Zeit Prinzessin Lena mit ihrer Gouvernante vor der arrangierten Hochzeit mit dem ihr unbekannten Prinzen nach Süden. In einer idyllischen Gegend treffen die beiden Ausreißer aufeinander und verlieben sich, ohne sich zu kennen. Während sie meinen, sich frei füreinander zu entscheiden, vollziehen sie doch nur den Willen ihrer Väter. Wieviel Freiheit ist möglich? Wieviel Rebellion?
Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Wiebke Meier
Musik: Dirk Raulf
Dramaturgie: Michael Volk
Choreinstudierung CANTAMUS: Dr. Merle Clasen
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Mi, 8.2.2012, 19:30 |



Mi, 15.2.2012, 19:30 |



Fr, 24.2.2012, 19:30 |



So, 4.3.2012, 18:00 |



Do, 8.3.2012, 19:30 |



So, 11.3.2012, 18:00 |


Drei Schwestern
von Anton Tschechow
Nach Moskau! – Die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina wünschen sich seit dem Tod ihres Vaters nur eines: raus aus der langweiligen Provinz und zurück in ihre Heimatstadt Moskau. Denn Irina und Mascha träumen noch von der großen romantischen Liebe, die sie dort zu finden glauben – auch wenn Mascha bereits mit dem langweiligen Lehrer Kulygin verheiratet ist. Und Olga klagt unentwegt über ihr unerfülltes Lehrerinnendasein. Alle warten nur darauf, dass der Bruder Andrej seine Professur in Moskau antritt, um das vom Vater geerbte Haus endlich zu verkaufen und alles hinter sich abzubrechen. Da erscheint Natalia Iwanowna, ein äußerst willensstarkes Mädchen aus der Spießergesellschaft, in das Andrej sich rettungslos verliebt. Ein Jahr später ist Andrej verheiratet, hat einen Sohn und eine Stelle bei der Kreisverwaltung. Und auch der Verkauf des Hauses scheint, seit Natalia eingezogen ist, so leicht nicht mehr möglich. So beginnt Mascha ein Liebesabenteuer mit dem verheirateten Oberst Werschinin und in Irina haben sich gleich zwei Herren verliebt. Als diese Baron Tusenbachs Heiratsantrag annimmt, kommt es zum Duell mit Hauptmann Soljenyj, Werschinins Regiment verlässt unerwartet die Stadt und Andrejs Spielschulden steigen ins Unermessliche …
Das Glück der Figuren in Tschechows tragikomischen Stücken scheint immer woanders zu liegen, ihre Wünsche und Sehnsüchte sind nie zu erfüllen. Stets leben sie mit dem Widerspruch von Anspruch und Wirklichkeit, Sehnsucht und Realität.
Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne: Christian Kiehl
Kostüme: Nicole Zielke
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Christa Hohmann
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Sa, 4.2.2012, 19:30 |



So, 26.2.2012, 18:00 |



Mi, 29.2.2012, 19:30 |



Sa, 10.3.2012, 19:30 |



Do, 15.3.2012, 18:00 |



Sa, 17.3.2012, 19:30 |


Cabaret
Musical von John Kander | Fred Ebb | Joe Masteroff
Berlin 1929: Der Conférencier des berüchtigten Kit-Kat-Clubs führt seine internationalen Besucher durch die schillernd-anrüchige Silvestershow. Als der amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw in den Club kommt, lernt er den Star des Cabarets, die atemberaubende Sally Bowles kennen. Als Sally kurz darauf bei Cliff in Fräulein Schneiders Pension Zuflucht sucht, entwickelt sich eine bizarre Liaison zwischen der leichtlebigen, exotischen Sally und dem schüchternen Cliff. Fräulein Schneider und der jüdische Obsthändler Herr Schultz erleben dagegen ein anrührend ›spätes‹ Glück. Auf ihrer Verlobungsfeier wird Fräulein Schneider sich jedoch der Brisanz ihrer Hochzeit angesichts der politischen Veränderungen bewusst und löst die Verbindung. Auch die Beziehung von Cliff und Sally wird zunehmend komplizierter. Braune Schlägertrupps marodieren durch die Straßen und jedem Einzelnen stehen schwerwiegende Entscheidungen bevor …
Die von Kurt Weill und amerikanischem Swing inspirierte Musik John Kanders bildet eine einzigartig-geniale Reminiszenz an die Musicals der 1920er Jahre. Cabaret ist ein Zeitdokument und gibt ein atmosphärisch-dichtes Stimmungsbild der werte- und visionslosen, vergnügungssüchtigen und leichtlebigen Gesellschaft der Weimarer Republik – einer Republik der Außenseiter – die sich selbst feiert und dabei dem Untergang geweiht ist. Ihr Leben wird zum Tanz auf dem Vulkan, denn »der morgige Tag«, der aufkommende Nationalsozialismus, ist schon nicht mehr aufzuhalten.
Inszenierung: Patrick Schlösser
Musikalische Leitung | Arrangements: Wolfgang Siuda
Choreografie: Johannes Wieland
Bühne: Etienne Pluss
Kostüme: Werner Fritz
Dramaturgie: Stephanie Winter und Elisabeth Tropper
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 10.2.2012, 19:30 |



Do, 16.2.2012, 19:30 |



Sa, 18.2.2012, 19:30 |



Fr, 2.3.2012, 19:30 |



Fr, 9.3.2012, 19:30 |



So, 18.3.2012, 19:30 |



So, 1.4.2012, 19:30 |


STAATSTHEATER KASSEL
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Opernhaus / Schauspielhaus
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tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel
Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr
Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr
Online: www.staatstheater-kassel.de