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Schauspielhaus

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

Schauspielhaus
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Schauspielhaus

Theater

Medea

von Euripides

Premiere: 20. März 2020

Die Kolcher, aus Ägypten stammend und von dunkler Hautfarbe, siedelten südlich des Kaukasus an der Ostküste des Schwarzen Meers. Ihr König Aietes soll einen Garten mit Heil- und Giftpflanzen besessen haben und auch sonst der Zauberkünste mächtig gewesen sein. Seine Tochter Medea verriet ihn aber ungeachtet seiner Macht. Sie hatte sich in Jason verliebt, der nach Kolchis gekommen war, um das berühmte Goldene Vlies zu rauben. Die Flucht mit der Beute gelingt dank der schnellen »Argo«, Jason bringt Medea in seine Heimat Korinth und heiratet sie. Als Euripides 431 v. Chr. seine Version der Argonautensage schreibt, beginnt er in dem Augenblick, da Kreon, König von Korinth, Medea und ihre zwei kleinen Kinder in die Verbannung schicken will – Jason hatte sich in Kreons Tochter Glauke verliebt. Vielleicht erscheint die zauberkundige Fremde den Griechen in dieser Situation als Gefahr? Jason sucht Medea seine Heirat mit der Königstochter als Aufstiegsmöglichkeit für ihre Kinder darzustellen. Zum Schein geht sie, die Geflohene und Heimatlose, darauf ein und lässt sich heimlich vom König von Athen Asyl versprechen. Dann schreitet sie zur Tat. Und ihre Rache fällt maßlos aus.

Unzählige weitere Bearbeitungen des Stoffes sind inzwischen entstanden und alle entzünden ihre Phantasie an der Frage: Wie kann eine Frau ihre eigenen Kinder töten? Was gibt es Dunkles in uns Menschen, welcher Ort unseres Inneren beherbergt solche Grausamkeit? Dabei bleibt die Ironie der Geschichte, dass Euripides mutmaßlich gerade diese Ungeheuerlichkeit dem alten Mythos hinzugefügt hat. Vorversionen berichteten nämlich, dass Medea zwar die Königstochter vergiftet habe, die beiden Kinder dann aber vom griechischen Mob zur Vergeltung gesteinigt wurden.

Inszenierung: Johanna Wehner
Bühne: Benjamin Schönecker
Kostüme: Miriam Draxl
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Michael Volk
Licht: Brigitta Hüttmann

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Medea

Theater

Mephisto

von Thomas Jonigk nach Klaus Mann

Die Faszination am Untergang den man sogar sehenden Auges leugnet. Die Erotik des Bösen, Sex-Appeal of Destruction. Babylon Berlin, das Pompeji zwischen den Weltkriegen. Russische Banden, deutsche Faschist* innen, internationale Karrierist*innen, Partypeople zwischen Moka Efti und Berghain, Verschwörungen, Parteigeschrei, die latente Erregung: es kann uns alles um die Ohren fliegen … Klaus Mann umriss in seinem Roman das zeitlose Tanzen auf dem Vulkan und den Sündenfall der Glamourösen. Ein Panorama seiner Zeitgenoss*innen, der Künstler*innen und Intellektuellen, Götterkinder der Goldenen Zwanziger, die vom Rausch auch nicht lassen wollten, als bereits Hakenkreuze über Babylon wehten. Vor allem aber ist der Text Porträt eines berühmten Schauspielers: Gustaf Gründgens. Der als Henrik Höfgen im Roman dem Leben auf der Bühne zu sehr verfällt um zu merken, dass im Parkett längst der Tod sitzt. Der seine größte Rolle so perfekt spielt, dass er auf sein Theaterspiegelbild hereinfällt: Mephisto. Goethes raffinierter Teufel, der im realen Leben als Affe der wahren Hölle endet. Der bloß geliebt werden will, aber ohne Verantwortung zu tragen. Und der am Ende ahnt, dass der Hype des einen mit dem Leid vieler bezahlt wird. »Ich bin doch nur ein Schauspieler«, ruft er aus, stellvertretend für uns alle, uns Wohlstandskinder, Narzisst*innen, Leichtgekränkte und Geliebtwerdenwoller*innen. Ja, nur ein Schauspieler. Solange Scheinwerfer glühen und Masken glänzen. Solange der Vorhang nicht fällt.

Inszenierung: Thomas Jonigk
Bühne und Kostüme: Ric Schachtebeck
Musik: Mathis Nitschke
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Licht: Oskar Bosman

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Theater

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

Seit über drei Jahrzehnten ist Willy Loman mit seinen beiden Musterkoffern als Handlungsreisender im Bundesstaat New York unterwegs. Stets hat er sich von der Illusion tragen lassen, sich und seinem Leben eine Bedeutung gegeben und seiner Familie eine Zukunft geschaffen zu haben. Doch hat er es immer noch nicht zu Erfolg und Anerkennung gebracht. Auch seine Söhne sind bei weitem nicht das geworden, was aus ihnen hätte werden können und sollen: Biff ist dem Erfolgsdruck nicht gewachsen und rebelliert gegen die Illusionen seines Vaters, Happy investiert seine Anstrengung lieber in zahlreiche Affären. Lomans besorgte Ehefrau Linda ist stets darum bemüht, alle Unstimmigkeiten auszugleichen, Willys wachsende Verzweiflung aufzuhalten und das vermeintlich heile Familienidyll zu schützen. Als ihm der Juniorchef seiner Firma nahelegt, dass er Willy nicht mehr als Vertreter »auftreten« lassen will, ist er nicht in der Lage, sein Scheitern einzugestehen. Wegen laufender Ratenzahlungen ist Loman aber auf sein Gehalt angewiesen. Mit dem Gefühl, überflüssig zu sein, flüchtet er sich weiter in Tagträume und hängt seinen Wunschvorstellungen aus der Vergangenheit nach. Seiner Lebenslüge beraubt, sieht er nur noch einen Ausweg, um sich seines Wertes zu versichern …

Arthur Miller schrieb über seine im Jahr 1949 entstandene Hauptfigur, sie sei »ein von Entsetzen gelähmter Mann, der völlig allein ist und um Hilfe ruft, die niemals kommen wird«. Die Geschichte Amerikas ist seitdem weitergegangen – die Verzweiflung der »Abgehängten« aber geblieben. Wie ist es mit den Willy Lomans einer Zeit bestellt, die von der Präsidentschaft eines Donald Trump geprägt ist? Wie verhält sich ein Mensch in einer Welt, von der er denkt, sie sei aus den Fugen geraten?

Inszenierung: Maik Priebe
Bühne und Kostüme: Susanne Maier-Staufen
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Petra Schiller
Licht: Albert Geisel
Choreografische Mitarbeit: Victor Rottier

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8 Theater

Wie es euch gefällt

von William Shakespeare

Es war einmal, once upon a time. So beginnen Märchen. So beginnen sehr traurige Geschichten. Und so beginnt auch die Geschichte von Rosalind, der Heldin von Wie es euch gefällt. As you like it. Es war einmal ein Fürstentum, irgendwo zwischen Belgien, Warwickshire und Phantásien, da saß ein Thronräuber, der seinen Bruder samt Frohsinn aus dem Land gejagt hat. Nun herrschen Reichtum, Spott, Misstrauen. Und Letzteres wird zum Jahrmarkt mörderischer Eitelkeiten, so dass mehrere junge Leute um ihr Leben laufen müssen – die Flucht führt sie in den magischen Wald zu Arden, ein psycho- physikalisch-polyphönixhaftes Terrain: wo Robin Hood mit Feen tanzt, keltische Hirsche in Bäche weinen und antike Knaben Schafe hüten. Auch Rosalind eilt in jenen Forst, wo alle Gesetze geschlechtlicher Schwerkraft schwinden und erlebt dort Abenteuer, die ihren Rang begründen als die klügste, ironischste Frau im, an brillanten femininen Figuren eh reichen Werk Shakespeares, des Barden der Anderen und Außenseiter*innen. Der mit dem Wald von Arden ein poetisches, niemals harmloses Dickicht schuf, das Utopie ist und Satire auf Utopie zugleich. Wo er mit Genres wie den Pastoralen spielt, in denen die Macht der Weltflucht frönte, um diese zugleich zu stören, indem er das Virtuelle dieser Pseudoidyllen wie Seifenblasen mit Tintenfedern lustig ansticht. Denn wie Rosalind hat Shakespeare das Genie Illusionen zu erzeugen – und wenig Illusionen über die Welt. So klingt auch hier unhörbar der romantisch bis bedrohliche Seufzer aller Märchenfinale ... Und wenn sie nicht … Na, Sie wissen schon …

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne: Katharina Faltner
Kostüme: Ulrike Obermüller
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Licht: Oskar Bosman

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3 Theater

Moby-Dick

nach dem Roman von Herman Melville

Dramatisierung von Marco Štorman

»Nennt mich Ismael«, so beginnt der Erzähler seine Geschichte von einer Reise, die nicht nur vom Festland aufs Meer führt, von der Zivilisation in die Wildnis der Ozeane, vom Bekannten ins Unbekannte. Was im Folgenden auf knapp 1000 Seiten verhandelt und erzählt wird, ist vielmehr eine Reise ins Innere des Menschseins, die zwischen dramatischen Erzählpassagen und nüchternen Aufzählungen, zwischen inneren Monologen und motivgeschichtlichen Überlegungen, zwischen Wissenschaftsprosa und Bibelkunde in überbordender Vielstimmigkeit große Themen aufscheinen lässt. Ismael berichtet von Kapitän Ahab, der, von einem weißen Pottwal verstümmelt, sein Leben leidenschaftlich darauf ausrichtet, Rache zu nehmen und das Untier auszurotten. Eine Walfangfahrt – die Ausdauerdisziplin der damaligen Seefahrt, mit ihren bis zu drei Jahren auf See – bot die ideale Bühne für ein derart verzweifelt hoffnungsloses Unterfangen. Der dunkle Glanz, den solche Verengung und Konzentration auf ein Ziel erzeugt, stellt eine Heimat in der Heimatlosigkeit her; er stiftet Sinn – und ist doch ganz und gar sinnlos. Zwischen Todessehnsucht und Todesfurcht rollt die »Pequod« und ihre Besatzung durch die Wellen der Ozeane, die Männer üben das Handwerk des Tötens aus und sind doch Teil der gewaltigen Natur rings umher. Die Gier, die Wut, der Hass, die Rache – Missionen, die die Melancholie vertreiben und doch die Auflösung im »wässrigen Element« letztlich nicht verhindern. »Moby-Dick« war 1851 kein großer Erfolg. Heute lesen wir ihn als Jahrhundertroman, als Zeugnis der kulturellen Selbstbeobachtung einer Moderne, die Fragen aufwirft nach Identität, Erlösung, Beheimatung, wirtschaftlicher Ausbeutung und menschlicher Hybris.

Inszenierung: Marco Štorman
Bühne, Kostüme und Video: Demian Wohler
Komposition, musikalische Einstudierung und Instrumentenbau: Moritz Löwe
Dramaturgie: Michael Volk
Licht: Albert Geisel

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3 Theater

Mutter Courage und ihre Kinder

Bertolt Brecht

Die Verluste an Leben auf dem Lande liegen bei vierzig Prozent. In den Städten noch bei dreißig – hundert in Magdeburg. Unter dem von pestschwarzem Rauch verfinsterten Himmel ist ein jeder nackt, denn wie alles ringsum beweist: Leben hat keinen Wert mehr, den ein Recht schützen oder ein Stärkerer achten würde. Dieser Krieg ist anders. Er begann nicht durch einen Feind von außen, sondern dadurch, dass Nachbarn, Freunde, Familie zu Feinden wurden, unsichtbaren Feinden, willens dich für einen anderen Glauben plündern, vergewaltigen, abschlachten zu lassen. Der Dreißigjährige Krieg, Urkatastrophe Europas, war der erste ideologische Bürgerkrieg. Und wenn Bertolt Brecht eine zähe Marketenderin durch die Überreste der Welt schickt, so ist eine bittere Pointe der Anna Fierling (wegen eines waghalsigen Brot­geschäfts in Riga Courage genannt), dass die Politiker des Barocks aus dem Dreißigjährigen Krieg folgendes lernten: Nicht Glaube garantiert Zivilisation, nein, der zerstört sie, vielmehr der Markt – die neutrale, notwendige Kraft von Angebot und Nachfrage, der gesunde Egoismus des Einzelnen, der dem Gemeinwesen zugute kommt. Gerade die englische Händlerphilosophie, deren Dominanz die Welt bis heute in den Neoliberalismus prägte, glaubt fest an den Zusammenhang von Notwendigkeit, Markt, city und civility. Aber ist der Kapitalismus die Lösung, die Befreiung vom Krieg? Oder ein Frankenstein, der den Krieg schlimmer macht? Trägt er, wie die Wolke den Regen, den Krieg nicht in sich? Stachelt er heute die Autokraten nicht an, an Börsen mit Wasser ebenso wie mit Waffen zu dealen? Hat er nicht den Typus des Warlords geboren, der für Dollar und Diamanten Kindersoldaten bewaffnet? Ist der Frieden in Europa eine dekadente Illusion, genährt von der Idee, dass Frieden an sich etwas Schönes sei, vor allem, dass unsere Vision davon in Washington, Moskau, Peking, Ankara etc. geteilt wird? Sind wir nicht naive Aristokraten in einer Welt voller Feinde und falscher Freunde und Barbaren, die unsere kostbaren Paläste plündern wollen? Sind unsere Grenzen nicht umso blutiger, je weniger wir hinsehen wollen? Ist Europa nicht eine schizophrene Marketenderin, die glaubt, sie könne mit klingendem Euro durchkommen? Und die am Ende alle ihre Kinder … verloren haben wird?

Inszenierung: Laura Linnenbaum
Komposition, musikalische Einstudierung und musikalische Leitung: Christoph Iacono
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Ulrike Obermüller
Licht: Oskar Bosman

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Schauspielhaus

Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

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Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel TIF Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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