STAATSTHEATER KASSEL - TIF Theater im Fridericianum

Spielzeit 2017/18

Unterwerfung

nach dem Roman von Michel Houellebecq

Premiere: 23. März 2018, tif

Ein Aufschrei ging durch das Land, welchem wir das schöne Wort »Feuilleton« verdanken: Die rechten Schriftsteller seien zurück, ein Spiel mit dem Feuer, abstruse Rassismen – »Unterwerfung« von Michel Houellebecq sei ein gefährliches Buch! Im Jahr 2022: Ein Muslimbruder wird der Präsident Frankreichs und alle Intellektuellen der Grande Nation haben der Islamisierung zugestimmt, nur um Marine le Pen zu verhindern. Voilà, der Protagonist, ein impotenter Ästhet, weiß wie Brie und Chablis, lebt sich prächtig ein in der schariaschönen neuen Welt der Polygamie. Sacrebleu! Was hat Houellebecq denn da geschrieben? In seinem Roman, der am Tag nach den Attentaten auf Charlie Hebdo punktgenau erschien? Eine Dystopie? Eine Satire? Ein Polit-Thriller? Nun, vor allem eine zärtliche Analyse seines Protagonisten, eines ebenso traurigen wie komischen Europäers. Und seines Schwanengesangs im Sexshop. Eines Spezialisten für die Dekadenzliteratur des 19. Jahrhunderts, der es nur noch als Last empfindet, die perfekte Rolle im Leben zu spielen. Der einsehen muss, dass er in einer wütenden Welt lebt, in der die Segnungen der gut ausgebildeten Großstädter nicht automatisch von allen geliebt werden. Dem es kalt wird in der von Gott und Göttern leeren Welt der Postmoderne. Der auf einmal zum Anti-Helden der Demokratie wird, an der er so pflichtbewusst wie lethargisch festhält wie an einer gescheiterten Ehe. Warum der Roman zu so viel Empörung führte? Man regt sich ja gerne über das beim anderen auf, was man an sich selbst nicht mag … Houellebecq mag die Prügelei im Parlament der Ideologen sehr amüsiert haben. Leider, und das ist nun der Humor dieses großen Literaten, sind heute die Tragödien halt viel lustiger als die Farcen ...

Inszenierung: Gustav Rueb
Bühne und Kostüme: Susanne Priebs
Musik: David Rimsky-Korsakow
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Ort:

tif

Termine:

Mi, 21.3.2018, 20:15 | Voraufführung |
Fr, 23.3.2018, 20:15 | Premiere |
Do, 29.3.2018, 20:15 |

Drei Hochzeiten und ein Zufall

Eine Stückentwicklung des GenerationenClubs

Premiere: 25. März 2018, tif

Der wichtigste, romantischste und wunderschönste Tag im Leben zweier Menschen steht bevor und alle sind eingeladen, auch Onkel Rudi. Zwischen Torte, Polonaise und Liebesschwüren, versucht der Alleinunterhalter alle zu unterhalten. Die Partyspiele sorgen für (miese) Stimmung und die Eisskulptur schmilzt vor sich hin. Der schönste Tag im Leben, wenn da nicht der Faktor X wäre...

Der Generationenclub spielt verschiedene Versionen desselben Tages durch und überlässt alles und nichts dem Zufall!

Leitung: Anna Stoß
Ausstattung: Isabell Heinke

Ort:

tif

Termine:

So, 25.3.2018, 20:15 | Premiere |
Mo, 26.3.2018, 20:15 |

Konsens

von Nina Raine

Eine Frau ist vergewaltigt worden. Zwei Freunde, Edward und Tim, ringen als Anwälte vor Gericht auf verschiedenen Seiten um das Recht in diesem Fall. Jake, ebenfalls Anwalt, wird gerade von seiner Frau verlassen, die er immer wieder betrogen hat. Auf welcher Seite stehen Tim, Edward und seine Frau Kitty in dem privaten Prozess? Wer spricht für wen? Die Paare schauen sich gegenseitig genüsslich beim Scheitern zu, in der Beziehung wie im Beruf, bis sie erkennen müssen, dass auch in ihrer Beziehung mehr Kompromisse als Einverständnisse herrschen. Nach zehn Jahren als erfolgreicher Anwalt hat sich sowohl die Sprache als auch das Denken verändert: Juristische Termini haben in die Beziehung Einzug gehalten. Mitleid ist ein Fremdwort geworden. Aber das Leben ist eben kein Gerichtsprozess, die Logik einer Verteidigung ist nicht die Logik einer Beziehung. Edward und Matt, im Gerichtssaal Kontrahenten, bleiben auch im Wohnzimmer Kontrahenten. Selbst gegen ihre Frauen wollen sie um jeden Preis gewinnen, obwohl der Wert des Verzeihens mehr Schlagkraft gehabt hätte als jede weitere kluge Verteidigungsstrategie. Die Paare müssen die Erfahrung machen, dass Rache keiner Vernunft folgt und Entschuldigungen mehr Gefühl brauchen als das bloße Bekennen von Tatsachen. Nina Raine verbindet durch eine boshaft-ironische Sprechweise der Figuren den Gerichtsfall mit den Beziehungskonflikten der beruflich wie privat erfolgreichen Mittdreißiger, die sich ihr Leben eingerichtet und eine genaue Vorstellung von Recht und Moral gefunden zu haben meinen.
Jedes Jahr zeigen in Deutschland rund 8.000 Frauen eine Vergewaltigung an, was schätzungsweise nur etwa fünf bis 15 Prozent aller gewaltsamen sexuellen Übergriffe sind. Die wenigsten werden strafrechtlich verfolgt und nur acht Prozent der angezeigten Täter verurteilt. »Consent« (deutsch: Einverständnis) ist einer der wichtigsten Begriffe in einem Vergewaltigungsfall. Bis ins Jahr 2016 konnte ein eindeutiges »nein« immer noch als Einverständnis interpretiert werden.

Inszenierung: Eva Lange
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Ort:

tif

Termine:

So, 4.3.2018, 19:30 |
Mi, 28.3.2018, 19:30 |
Sa, 7.4.2018, 19:30 |
Fr, 13.4.2018, 19:30 |
Fr, 27.4.2018, 19:30 |

Die Präsidentinnen

von Werner Schwab

»Die schlechten Elemente wachsen auch sofort in die Überzahl hinein, wenn man etwas besseres geworden ist. Da wird man viele starke Wachorgane brauchen in dem neuen Leben.«

Erna, Grete und Mariedl, drei Frauen unterschiedlichen Alters, treffen sich in Ernas Wohnküche. Weit davon entfernt, ihre Ressentiments als Mangel zu begreifen, sind sie vielmehr davon überzeugt, dass das, was sie sprachlich erfinden, die Welt ist. Wer wäre davor gefeit? Während die drei in einer ersten Runde ihre gegenwärtigen Leben vergleichen, sich argwöhnisch messen, die Schwere ihres Unglücks und die Stärke ihrer religiösen Überzeugungen in die Waagschale werfen, verwandelt sich in einer zweiten Runde die beengte kleinbürgerliche Idylle zunehmend in ein jahrmarktseliges Land der Träume: Das Gespräch der drei selbsternannten Königinnen entfaltet Wunschphantasien, die den Bezug zur Wirklichkeit völlig verloren haben. Erna findet sich mit tief religiösem Traummann an ihrer Seite in einem Hort der Wohlanständigkeit wieder, Grete erfüllt sich alle sexuellen Phantasien, die sie umtreiben und die jüngste, Mariedl, redet sich eine Welt herbei, in der sie endlich wirklich nützlich sein wird: wenn nämlich beim Dorffest auf einmal die Klos verstopft sind und ihre beherzte Expertise gefragt ist.
Werner Schwab beschreibt mit der ihm eigenen groben Zärtlichkeit drei Wesen, die gesellschaftlich beschädigt sind, und die verzweifelt und komisch darum ringen, sich durch ihre Sprache in ihrer kleinen Welt zu behaupten: Königinnen ihrer Defekte, Herrscherinnen ihrer Phantasiereiche.
DIE PRÄSIDENTINNEN ist das erste von Schwabs »Fäkaliendramen«. Zu dessen Titel vermerkt der Autor: »Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.«

Inszenierung: Martin Schulze
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Michael Volk

Ort:

tif

Termine:

Fr, 2.3.2018, 20:15 |
Do, 8.3.2018, 20:15 |
So, 1.4.2018, 20:15 |
So, 22.4.2018, 20:15 |
Sa, 23.6.2018, 20:15 |

Die Leiden des jungen Werther

von Johann Wolfgang Goethe

»Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe.«

Der junge Werther ist gerade frisch von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt. Unsterblich verliebt er sich in sie, die ganze Welt verliert sich um ihn her, er wandelt umher wie ein Träumender, der nicht weiß, ob Tag oder Nacht ist, wie im Rausch: Sie hat »alle seine Sinne gefangengenommen«.
Allerdings ist Lotte bereits vergeben. Demnächst wird sie ihren Verlobten Albert heiraten. Werther wird unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung, steigert sich in einen Liebeswahn, ein Fieber, hinein, sucht den von ihm ersehnten Platz in der Welt allerdings vergeblich und gerät immer mehr an die Grenzen seines Verstandes …
Goethes Sturm-und-Drang-Roman avancierte bald nach seinem Erscheinen 1774 zu einem Bestseller: »Die Wirkung des Büchleins war groß, ja ungeheuer». Von vielen zeitgenössischen Rezensenten wurden Die Leiden des jungen Werther als Anstiftung zum Suizid verteufelt; Jugendliche hingegen stilisierten Werther rasch zum tragischen Popstar seiner Zeit. Und obwohl nun schon fast 250 Jahre alt, vermag uns der »erste moderne Roman deutscher Sprache« immer noch zu fesseln, als wäre er heute erlebt, heute geschrieben.

Janis Knorr (Saffran & Krump, Grimm!) bearbeitet die Geschichte über den Ego-Trip eines Außenseiters für drei Schauspieler und wirft damit ein Licht auf die Sichtweisen aller Beteiligten dieser Amour fou.

Inszenierung: Janis Knorr
Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou
Musik: Thorsten Drücker
Video: Jan Kunigkeit
Dramaturgie: Thomas Hof / Petra Schiller

Empfohlen ab 14 Jahren

Ort:

tif

Termine:

Fr, 23.2.2018, 18:00 |
Mi, 28.2.2018, 20:15 |
Do, 1.3.2018, 11:00 |
Do, 1.3.2018, 20:15 |
So, 13.5.2018, 20:15 |
Mi, 6.6.2018, 18:00 |

Am Boden

von George Brant

Eine Frau, Kampfpilotin, wird Mutter. Ihr Traum vom Fliegen, ihre Sehnsucht nach Entgrenzung durch Tempo und Maschine, fällt zu Boden. Und siehe da, das Militär ist fürsorglich. Das Kind war zwar nicht geplant, eine biologische Befehlsverweigerung, aber – eine Mutter in eine F-16 setzen und Bomben werfen lassen, nein. Und so versetzen sie die Pilotin. An einen sehr unwirklichen Ort, in die Wüste nahe Las Vegas, dieser künstlichen Glitzermetropole des Glücksspiels. 8.000 km weg vom Krieg in Afghanistan sitzt die junge Frau fortan in zwölf-Stunden-Schichten an einem Computersystem, das eine Drohne steuert. Selbst ferngesteuert von »Leuten im Kopfhörer«, die »schuldig!« sprechen, ehe sie per Joystick tötet. Tagsüber im Krieg, abends Frau und Mutter – seien Sie ehrlich, klingt das nicht eigentlich gut? Geradezu human? Der böse alte Krieg mit den Panzern und Granaten, wie sauber erscheint dagegen dieser virtuelle Krieg, diese elegante Vervollkommnung der modernen westlichen Strategien, die gar kein Land mehr erobern, sondern nur noch überfliegen wollen, Luftangriffe führen, unberührt vom Staub und Dreck und Blut da unten. Unsichtbare Drohnen, schnell, präzise, chirurgisch, wie tödliche Insekten, die aus dem Nichts zuschlagen, ist dies nicht gerade für unsere Soldatin eine Entlastung? Denn die Hand, die abends das Kind in den Schlaf wiegt, sie hatte nur einen Joystick berührt, und an einem Joystick klebt doch kein Blut? Oder ist es gerade so, in diesem entsetzlichen und ob seiner Entsetzlichkeit preisgekrönten Monolog von George Brant, dass, wenn das Blut nur virtuell wird – es dann unendlich wird?

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne, Kostüme und Video: Michael Lindner
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Ort:

tif

Termine:

So, 25.2.2018, 20:15 |
So, 18.3.2018, 20:15 |
Do, 12.4.2018, 20:15 |
So, 29.4.2018, 20:15 |
So, 27.5.2018, 17:00 |

Die Netzwelt

von Jennifer Haley

In naher Zukunft hat sich das menschliche Leben fast vollständig in die zur Realität parallel existierende Netzwelt verlagert. Perfektioniert hat dieses System der Geschäftsmann Sims mit seinem virtuellen »Refugium«. In diesem exklusiven Club können sich die Mitglieder mit einer virtuellen Identität ihre sexuellen Wünsche und dunklen Sehnsüchte erfüllen. Das Einzigartige: Das von Sims paradiesisch gestaltete Haus ist ein (wahrer) Traum für Pädophile, da die angebotenen virtuellen Lustobjekte Kinder sind. Begehen die Kunden mit ihren Avataren in der digitalen Welt ein reales Verbrechen? Die Ermittlerin Morris schickt ihren Agenten Woodnut in die Netzwelt, gleichzeitig verhört sie Sims. Dieser beharrt auf der reinen Simulation und dem Einverständnis aller Beteiligten. Außerdem hätten die Fantasien, die die Kunden des Refugiums ausleben, keinen Einfluss auf das Leben in der Wirklichkeit. Woodnut verstrickt sich immer mehr in dem verführerischen Elysium, besonders als er Iris kennenlernt, ein bezauberndes neunjähriges Mädchen, das Sims hörig zu sein scheint. Der Kampf um das virtuelle Mädchen wird zu einem Stellvertreterkrieg um Ethik und die Freiheit, die eigene Obsession auszuleben, der in beiden Welten zu katastrophalen Folgen führt.

Müssen unsere Fantasien begrenzt werden? Welche Konsequenzen haben virtuelle Vorgänge für unsere Realität? Können sie eine Erkenntnis schaffen, die unsere sinnlich erfahrbare Wahrnehmung übersteigt? Jennifer Haley schildert eine Zukunft, die mehr und mehr zu unserer Gegenwart wird. Sie zeigt den schmalen Grat auf, der zum Abgrund werden kann, zwischen der grenzenlosen Freiheit und der moralischen Verantwortung.

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne und Kostüme: Mayke Hegger
Video: David Worm
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Ort:

tif

Termine:

Sa, 10.3.2018, 20:15 |
Sa, 5.5.2018, 20:15 |

Mutters Courage

von George Tabori

George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, die absurde Pointe im Reich des Bösen. So schilderte er in Mein Kampf den zufälligen, fast trottelhaften, aber unaufhaltsamen Aufstieg eines aus Braunau stammenden Kunstmalers zur Macht. In Mutters Courage erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1942 in Budapest verhaftet, im Viehwagen Richtung Auschwitz deportiert wird und bei einem Halt nahe der ungarischen Grenze das Unvorstellbare wagt: Sie erklärt einem NS-Offizier, ihre Verhaftung sei Unrecht, sie habe nämlich einen Schutzausweis des Roten Kreuzes – nur leider nicht bei sich, da sie ja so unvorbereitet verhaftet worden sei. Der junge Nazi denkt kurz nach über diese ungeheuerliche Unbotmäßigkeit – und setzt die alte Dame dann in den Zug zurück nach Budapest. Sie wird die einzige von 4030 Menschen sein, die diesen Transport überlebt.
Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte: Elsa Tabori hat sie erlebt, ihr Sohn, George Tabori, hat sie als Theaterstück aufgeschrieben. Unzählige Male ist es seitdem aufgeführt worden und gehört zum festen Bestand einer »oral history« – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal so eben »hinter sich lassen« kann (was laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Januar 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten), sondern sie als Erfahrungsschatz an folgende Generationen weitergeben sollte.
Nach zehn Jahren unternehmen wir eine Neubefragung des Stückes, das mit Thomas Bockelmann und Sigrun Schneider-Kaethner bereits von 2004 bis 2006 im Spielplan war.

Inszenierung: Donald Berkenhoff
Bühne: Pia Janssen
Kostüme: Ursina Zürcher
Musik: Erich Radke
Dramaturgie: Michael Volk

Ort:

tif

Termin:

Fr, 16.3.2018, 20:15 |

Sabine Wackernagel spielt: Frau Jenny Treibel

von Theodor Fontane

Sabine Wackernagel spielt die Kommerzienrätin Frau Jenny Treibel, geborene Bürstenbinder, die für Theodor Fontane all das verkörperte, was er an der Bourgeoisie verachtete, ja geradezu hasste.
Er nannte seinen Roman » eine humoristische Verhöhnung unserer Bourgeoisie mit ihrer Redensartlichkeit auf jedem Gebiet.«
Sabine Wackernagel lässt das Publikum teilhaben an den Lebensweisheiten und Gefühlswallungen einer Frau, die glaubt durchdrungen zu sein von hohen Idealen, und die doch, wie Fontane schrieb, »sich in Sehnsucht verzehrt, nach allem, was Geld und Besitz heißt.«

Textfassung: Sabine Wackernagel
Inszenierung: Valentin Jeker

Ort:

tif

Termine:

Sa, 17.3.2018, 20:15 |
So, 20.5.2018, 20:15 |

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

von Jens Raschke

»Vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit wirklich an alles.«

Nachdem in einem kleinen Zoo das Nashorn unter seltsamen Umständen starb, zieht ein Bär aus Sibirien in das wohlgeordnete Leben von Papa Pavian, Herrn Mufflon und dem Murmeltiermädchen ein. Doch die unangenehmen Fragen, die er stellt, über das Leben und die seltsamen Bewohner auf der anderen Seite des Zauns, »dünn wie Winterzweige, gestreift wie Zebras, aber zweibeinig. Sehen aus wie der Tod, diese Zebrawesen«, bringen Unruhe in die bisher gut geordnete zoologische Gemeinde. Und dazu dieser üble Gestank aus dem benachbarten Schornstein! Der pelzige Neuzugang fasst einen folgenschweren Entschluss …

Was sah das Nashorn, als es auf die andere Seite des Zauns schaute? Und was tat es, als es sah, was es sah? Was sehen wir, wenn wir auf die andere Seite des Zauns schauen? Und was tun wir, wenn wir sehen, dass auf der anderen Seite des Zauns Unmenschliches geschieht?
In Jens Raschkes brisanter Geschichte schauen die fiktiven Tiere des nicht-fiktiven, historisch real verbrieften »Zoologischen Gartens Buchenwald« über den Zaun des angrenzenden Konzentrationslagers und erblicken, was die Gestiefelten den Gestreiften antun.

WAS DAS NASHORN SAH … ist ein notwendiger Blick auf die andere Seite einer

»Einfriedung«, ein poetisches Plädoyer für Zivilcourage und den daraus resultierenden Konsequenzen – ein Stück über die Entscheidung, Zuschauer zu bleiben oder nicht. Das Stück wurde in diesem Jahr für die »Kinder-Stücke« der 41. Mülheimer Theatertage nominiert und erhielt 2014 die Auszeichnung mit dem Deutschen Kindertheaterpreis.

Empfohlen ab 11 Jahren

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Brigitte Schima
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Dramaturgie: Thomas Hof

Ort:

tif

Termine:

Fr, 9.3.2018, 20:15 |
So, 8.4.2018, 20:15 |
Mo, 9.4.2018, 11:00 |
Mo, 9.4.2018, 18:00 |

tif - Theater im Fridericianum

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