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tif - Theater im Fridericianum

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

tif - Theater im Fridericianum
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte tif - Theater im Fridericianum

Kinderprogramm

Was soll das?

Ein Tanz- und Musiktheaterstück von Jaunich, Vysotzsky & van Boxen

Premiere: 12. Januar 2020

Für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Zwei ulkige Gestalten tauchen da im Raum auf. Urplötzlich sind sie da, mit viel Gepäck und einem Strahlen im Gesicht. Kennen wir uns?

ER: klingt.

SIE: springt.

SIE tanzt, ER klopft.

ER braust, SIE saust!

SIE lacht, ER kracht!

ER rollt – doch SIE schmollt.
Und jetzt?

Inszenierung: Martina van Boxen
Bühne und Kostüme: Angela Roudaut
Musik: Georgy Vysotsky
Choreografie: Agnetha Jaunich

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Theater

I am providence (UA)

von Wilke Weermann

Providence, New England. Eine Stadt, deren Name fromm-drohend »Vorsehung « heißt. Villen, Vorgärten, Coffee Stores, Indian Summer, Rhode Island Design, 68 % Democrats: Die Schlingpflanzen des Chaos sind Blumenbeete geworden. Indes, unter dem neuenglischen Rasen lauert es, dampft organischer Nebel aus den Poren der Erde hoch zum Fischauge des Mondes. Wartend. Über Jahrhunderte haben Einheimische und Siedler* innen ihr inzestuöses Netz aus Sagen gewoben; von E. A. Poe bis Stephen King suchten Autor* innen New England mit Schrecken heim, und doch: Wenn einer die Dämonenkrone des Genres trägt, so H. P. Lovecraft, Sohn von Providence, Vater des »cosmic horror«. Er sei der Menschheit so überdrüssig, schrieb er, »mich kann nichts interessieren, wenn es nicht wenigstens zwei Morde pro Seite gibt oder namenlose Schrecken aus äußeren Welten«. Jene Schrecken aus äußeren Welten – wie weit sind sie noch von unserer aufgedunsenen Zivilisation, jenem feuchten Alptraum Schopenhauers und Houellebecqs? Lautet die Erkenntnis am Ende: Dem Kosmos sind wir unbedeutender als Insekten? Lovecrafts Weltekel, Prophetie einer heillosen Moderne, gerann in abstruse Visionen, Arien des Wahns, Rassismus und der Hassliebe auf alles Vitale. Nach einer Kostprobe des Molochs New York floh der zuckersüchtige Gentleman zurück in den Hafen von Providence zu seinen drei Tanten. Und dort liegt er begraben unter einer Marmorstele mit der Aufschrift: I am providence. Die Vorsehung bin ich. Die Stadt. Der Erdkreis. Lasst uns die Kinder schnell zu Bett bringen und ihnen vorlügen, das sei nicht die Wahrheit.

Inszenierung: Wilke Weermann
Bühne und Kostüme: Johanna Stenzel
Musik: Constantin John
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

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Theater

DER NSU-PROZESS. DIE PROTOKOLLE

Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz, Rainer Stadler

Uraufführung

1. Oktober 2013, Tag 41 İsmail Yozgat: »[...] Als ich hineinging, habe ich auf dem Tisch zwei rote Tropfen gesehen. Ich habe mir gedacht, vielleicht hat Halit Farbe verschüttet. Dann habe ich meinen Sohn dort liegen gesehen. Er lag auf dem Rücken. Ich habe ihn auf meinen Arm gelegt. (Steht auf. Schreit.) Er gab keine Antwort! [...]« (Er tritt nach vorne an das Richterpult. [...] Yozgat legt sich auf den Bauch, um zu zeigen, wie sein Sohn lag. Er liegt direkt vor dem Tisch, an dem Zschäpe sitzt.)

Am 6. Mai 2013 begann in München der größte Strafprozess Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil gesprochen. Fünf Angeklagte wurden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben, eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt, eine Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben soll. In dem Verfahren wurden mehr als 600 Zeug*innen und Sachverständige gehört, über 60 Anwält*innen vertraten die fünf Angeklagten und 91 Nebenkläger*innen an 438 Prozesstagen. Vier Journalist*innen der Süddeutschen Zeitung haben die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt. Aus ihren Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll und damit auch ein Stück deutscher Geschichte entstanden, das ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter*innen, dem Dilettantismus der Ermittler*innen und der schwierigen Suche nach der Wahrheit vermittelt. Viele Fragen sind bis heute unbeantwortet geblieben: Wie kann es beispielsweise sein, dass ein beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesender Mann vom Verfassungsschutz nichts mitbekommen haben will? Wieso wurden Akten vernichtet, Informationen verschleiert oder zurückgehalten? Wer hat den NSU unterstützt?

Im August 2018 erhielt die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız ein Fax, in dem damit gedroht wurde, ihre kleine Tochter zu »schlachten«. Seda Başay- Yıldız vertrat beim NSU-Prozess Adile Şimşek, deren Mann Enver im Jahr 2000 von der rechten Terrorzelle ermordet wurde. Unterzeichnet war das Schreiben mit »NSU 2.0«.

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Theater

The Aliens

Annie Baker

»you may not believe it / but there are people / who go through life with / very little friction or distress. / they dress well, sleep well. / they are contented with their family / life. / they are undisturbed / and often feel / very good. / and when they die / it is an easy death, usually in their / sleep. // you may not believe / it / but such people do exist. / but I am not one of / them. / oh no, I am not one of them, / I am not even near / to being / one of / them. / but they / are there / and I am / here.

Charles Bukowski
The Aliens


Der Hinterhof eines Cafés in Vermont, Anfang Juli. Es ist der Treffpunkt zweier Männer in den Dreißigern, die hier über Poesie und Musik diskutieren. KJ hat das College geschmissen, Jasper die High School nie beendet. Ihre einstige Band, deren Name The Aliens (einer unter fünfzig anderen) nach dem Gedicht von Charles Bukowski lautete, hat sich aufgelöst. Nun schreibt Jasper an einem Buch. Als der 17-jährige Evan seinen neuen Nebenjob im Café antritt, beschließen die beiden, ihm alles beizubringen, was sie wissen. Und das ist nichts weniger als alles über Liebe, Tod und wie diese beiden Gegenpole untrennbar und unvorhersehbar mit dem Leben verbunden sind.
Annie Baker, von der bereits in der Spielzeit 2017–18 Im Kino (The Flick) im tif zu sehen war, zeichnet in ihrem »zarten und außerordentlich feinen« Stück (Charles Isherwood, The New York Times), drei unangepasste Charaktere und ihre Sehnsüchte. Ist man denn nun ein verkanntes Genie oder nicht? Und wenn nein, gesteht man es sich ein oder hält man an seinen Träumen fest? In aller Stille erfährt der Zuschauer durch kleinste Details und Nebensätze die grundsätzlichsten Dinge über die Freundschaft der Figuren, die auf dem gegenseitigen Sinn für ihre Andersartigkeit und Entfremdung beruht. Man wird in die Welt der drei gesogen. Und die ist poetischer und aufregender als man sie in einem Hinterhof vermuten würde.

Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne und Kostüme: Christian Kiehl
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Petra Schiller

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Theater

Iason

von Kristo Šagor

Iason wird sich den Thron zurückholen! Das machen Helden so! Und Iason ist ein echter Held. Auf dem Thron aber sitzt sein gerissener Onkel, der dem arglosen Neffen einen Handel vorschlägt: Er wird abdanken, wenn Iason ihm das Fell des sagenumwobenen Widders, das goldene Vlies, bringt. Als Iason loszieht, lernt er noch einiges mehr über das Heldendasein und Erwachsenwerden. Er verliert Freunde und gewinnt Feinde, navigiert seine Mannschaft durch mehrere Stürme, schlägt siegreiche Schlachten und verliebt sich in die Königstochter Medea, die für ihn Verrat am eigenen Vater begeht. Als Heimat dient dem fahrenden Abenteurer die Argo, das geheimnisvolle Schiff, das ihm mit göttinnengleicher Stimme weise Ratschläge zuraunt und ihn sicher durch seine Irrfahrt führt, bis er endlich am Ziel ankommt. Doch was passiert mit den Helden, wenn eine Geschichte zu Ende ist? Was war vor dem Anfang der Geschichte? Und was passiert, wenn man sie aus einer anderen Perspektive erzählt?

Kristo Šagor bringt in seiner Antiken-Bearbeitung den grausamen und zutiefst menschlichen Mythos um Iason und Medea gewitzt auf den Punkt, ohne sein junges Publikum zu schonen. Nüchtern fragt er nach den großen Erzählungen wie Liebe, Heimat, Glück und Männlichkeit – und nach dem Unsäglichen: was bringt eine Frau dazu, die eigenen Kinder zu töten? Der mehrfach preisgekrönte Dramatiker schreibt und realisiert zahlreiche Kinder- und Jugend-Stücke, gibt Seminare und Workshops und wird seinen Text Iason in Kassel selbst inszenieren.

Inszenierung. Kristo Šagor
Bühne und Kostüme. Christl Wein
Musik. Sebastian Katzer
Dramaturgie. Julia Hagen

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Theater

Die Opferung von Gorge Mastromas

Dennis Kelly

Gorge Mastromas wird an einem durchschnittlichen Sommertag von durchschnittlichen Eltern mit durchschnittlich viel Lust gezeugt. Auch in seiner Kindheit und Jugend bleibt er stets – Durchschnitt. Sei es aus Güte oder Feigheit, ständig scheint er das vermeintlich moralisch Richtige zu tun und bleibt damit immer auf der Strecke. Er muss erkennen, dass sein Verhalten nur Misserfolge mit sich bringt und er ewig auf der Verliererseite des Lebens zu stehen scheint. Mit Anfang dreißig wird ihm aber eines Tages die Möglichkeit geboten, aus seinem Schattendasein heraus zu treten. In den winzigen Sekunden, die er für diesen Entschluss braucht, in denen er erkennt, dass Güte und Feigheit letztendlich wohl dasselbe sind, wird er neu geschaffen. Von nun an ist er ein Gewinner. Am Ende seines Lebens gehört er zu den erfolgreichsten, mächtigsten und reichsten Menschen der Welt.
Wie es dazu kommt und was dabei Glück und Gerechtigkeit für eine Rolle spielen, wird in The Ritual Slaughter of Gorge Mastromas untersucht. Dennis Kelly fragt nach Möglichkeiten und Definitionen einer erfolgreichen Lebensführung, dem Wesen von Moral und ob wir immer die Wahlfreiheiten haben, von denen wir meinen, sie zu besitzen. Zu welchen Opferungen sind wir überhaupt bereit? Was macht uns Menschen überhaupt zu Menschen?

Inszenierung: Martin Schulze
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Petra Schiller

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Theater

Intervention

Rebekka Kricheldorf

Was tun, wenn die beste Freundin auf die schiefe Bahn gerät? Das Gespräch mit ihr suchen, da sind sich die Experten einig. Und am besten man tut dies nicht allein, sondern bildet einen ganzen Hilfstrupp. Man benachrichtige also alle dem Problemfall nahestehenden Personen, weihe sie in sein Vorhaben ein und locke die Gefährdete unter einem fadenscheinigen Vorwand in seine Wohnung, wo sie dann statt eines weinseligen DVD-Abends eine sogenannte Intervention erwartet. Ein Freundinnen-Ethikkomitee, das ein besorgtes Gespräch darüber führen möchte, dass es ja so nicht weitergehen könne, so ganz ohne professionelle Hilfe. Egal, ob es sich um ein angebliches Suchtproblem handelt oder sonstiges risikoreiches Verhalten, das kollektive Über-Ich steht bereit. So eine Überraschungsparty ohne Party, an der einem statt Korken gut gemeinte Ratschläge um die Ohren knallen, kann schnell entgleisen. Denn bei jedem Hilfsangebot entsteht immer auch ein Machtgefälle: zwischen dem Samariter, der sein Leben souverän im Griff zu haben glaubt, und dem Gestrauchelten, dem er huldvoll die Hand reicht. Da ist mit massivem Widerstand und hartnäckiger Problem-Verleugnung von Seiten des Interventionsopfers zu rechnen. Und wo liegen überhaupt die Grenzen zwischen hedonistischem Lebensstil und selbstzerstörerischem Verhalten? Wer ist befugt, diese zu ziehen? Was macht es aus, das gelungene, selbstbestimmte Leben? Ob die gerade Bahn der schiefen stets vorzuziehen und welche von beiden wirklich die Autobahn in die Hölle ist, hängt schwer davon ab, wo man die Hölle lokalisiert.

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne | Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Kathrin Vellrath
Dramaturgie: Michael Volk

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Theater

Every heart is built around a memory

Markolf Naujoks

Stückentwicklung

NINA: Ich schließe die Augen. Ich öffne sie wieder und alles ist für einen Augenblick verschwommen. Dann fokussiert sich mein Blick. Ich schwebe in einem endlosen weißen Raum. Als ich an mir hinunterschaue, merke ich, dass ich keinen Körper habe. Geräusche steigen unter mir auf, als würden Riesenhände ein Universum auseinanderfalten. Mir wird schlecht und ich schließe ein zweites Mal die Augen. Und öffne sie wieder.
Diesmal ist es Nacht. Ich stehe auf einem von Unkraut überwuchertem Sportplatz. Der Rasen ist matschig und feucht. Weit oben im schwarzen Himmel tanzen Wolken von weißen Faltern. Eine Flutlichtanlage wirft stechendes gelbes Licht. An den Rändern des Platzes türmen sich Mauern aus Nebel.
Aus dem Nebel löst sich eine schmale Figur. Sie kommt mit schnellen Schritten auf mich zu, Nebelschlieren hinter sich herziehend, die sich in ihrem Ledermantel verfangen haben. »Wie gefällt dir das?«, fragt sie.

Das Stück ist ein Plädoyer für eine Welt, in der viele Fantasien gelebt werden können, ein Rückzugs- und Sehnsuchtsort vieler: die Welt der Games und virtuellen Realitäten.
In dieser Geschichte geht es um Marie, die nicht mehr da ist – also doch, schon, online, virtuell, aber im Reallife versuchen ihre beiden Schwestern herauszufinden, warum Marie offline nicht mehr existiert. Und dazu müssen sich die Geschwister auf einer Map bewegen, die ihnen wenig vertraut ist.
Und nur durch die richtige Backdoor, die Marie erstellt hat, wird sich das Geheimnis lüften, das die kleine Schwester in einer Welt versteckt hat, die realer und besser als die echte, kalte Welt scheint. Kein Zeigefingerstück über die Macht der Spiele, sondern eine ansteckende, soghafte, krimiartige Geschichte über die Faszination des Spielens. Online und Offline.

Inszenierung, Bühnenbildkozept und Sounddesign: Markolf Naujoks
Kostüme und Illustration: Theda Schoppe
Dramaturgie: Thomas Hof

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Theater

Ellbogen

Nach dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir

Fast hat Hazal es geschafft: Nur noch wenige Tage, dann ist sie endlich volljährig! Dann wird bestimmt alles besser. Dann kann sie mit ihren Berliner Freundinnen in den hippen Clubs dem türkischen Elternhaus entfliehen, eine Ausbildung finden und endlich, endlich so richtig dazu gehören. Und wer weiß – vielleicht schafft sie es sogar nach Istanbul, der Stadt ihrer Träume. Denn dort wartet schon Mehmet auf sie. So ganz in echt, nicht nur per Skype. Was aber tun, wenn der Türsteher des guten Lebens einen einfach nicht reinlässt? Wenn einem die Erwachsenen, die Deutschen, die Mächtigen immer nur die Tür vor der Nase zuknallen? Hazal wird wütend. So richtig wütend. So wütend, das sie schon gar nicht mehr weiß, was eigentlich passiert. Die Überwachungskameras des U-Bahnhofes wissen es hingegen sehr genau und so flieht sie noch einmal. Jetzt jedoch nicht mehr vor dem Alltag, sondern vor der Polizei. Mit Mehmet will sie in der Türkei endlich ihr neues Leben beginnen. Doch wohin flieht man, wenn man vor sich selbst davonläuft?

Fatma Aydemirs viel beachteter und preisdotierter Debütroman »Ellbogen« ist eine ungeschönte, hochemotionale Geschichte über postmigrantische Verlorenheit, Gewalt, Schuld und das Erwachsenwerden in einer chaotischen Welt.

Erzählt wird die Geschichte rund um Hazal am Staatstheater von Çağla, Inés, Lolita, Nelly, Seda und Yaren. Sie sind Bürgerinnen aus Kassel. Sie kennen sich aus mit dem Erwachsenwerden - und damit, wie es ist, mit mehreren Kulturen groß zu werden.

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Isabell Heinke
Dramaturgie: Julia Hagen
BFD + Requisiteneinrichtung: Lidia Schwagerus

Alter Empfohlen für alle ab 14 Jahren

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Theater

Die Leiden des jungen Werther

von Johann Wolfgang Goethe

»Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe.«

Der junge Werther ist gerade frisch von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt. Unsterblich verliebt er sich in sie, die ganze Welt verliert sich um ihn her, er wandelt umher wie ein Träumender, der nicht weiß, ob Tag oder Nacht ist, wie im Rausch: Sie hat »alle seine Sinne gefangengenommen«.
Allerdings ist Lotte bereits vergeben. Demnächst wird sie ihren Verlobten Albert heiraten. Werther wird unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung, steigert sich in einen Liebeswahn, ein Fieber, hinein, sucht den von ihm ersehnten Platz in der Welt allerdings vergeblich und gerät immer mehr an die Grenzen seines Verstandes …
Goethes Sturm-und-Drang-Roman avancierte bald nach seinem Erscheinen 1774 zu einem Bestseller: »Die Wirkung des Büchleins war groß, ja ungeheuer». Von vielen zeitgenössischen Rezensenten wurden Die Leiden des jungen Werther als Anstiftung zum Suizid verteufelt; Jugendliche hingegen stilisierten Werther rasch zum tragischen Popstar seiner Zeit. Und obwohl nun schon fast 250 Jahre alt, vermag uns der »erste moderne Roman deutscher Sprache« immer noch zu fesseln, als wäre er heute erlebt, heute geschrieben.

Janis Knorr (Saffran & Krump, Grimm!) bearbeitet die Geschichte über den Ego-Trip eines Außenseiters für drei Schauspieler und wirft damit ein Licht auf die Sichtweisen aller Beteiligten dieser Amour fou.

Inszenierung: Janis Knorr
Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou
Musik: Thorsten Drücker
Video: Jan Kunigkeit
Dramaturgie: Thomas Hof / Petra Schiller

Empfohlen ab 14 Jahren

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Theater

Mutters Courage

von George Tabori

George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, die absurde Pointe im Reich des Bösen. So schilderte er in Mein Kampf den zufälligen, fast trottelhaften, aber unaufhaltsamen Aufstieg eines aus Braunau stammenden Kunstmalers zur Macht. In Mutters Courage erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1942 in Budapest verhaftet, im Viehwagen Richtung Auschwitz deportiert wird und bei einem Halt nahe der ungarischen Grenze das Unvorstellbare wagt: Sie erklärt einem NS-Offizier, ihre Verhaftung sei Unrecht, sie habe nämlich einen Schutzausweis des Roten Kreuzes – nur leider nicht bei sich, da sie ja so unvorbereitet verhaftet worden sei. Der junge Nazi denkt kurz nach über diese ungeheuerliche Unbotmäßigkeit – und setzt die alte Dame dann in den Zug zurück nach Budapest. Sie wird die einzige von 4030 Menschen sein, die diesen Transport überlebt.
Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte: Elsa Tabori hat sie erlebt, ihr Sohn, George Tabori, hat sie als Theaterstück aufgeschrieben. Unzählige Male ist es seitdem aufgeführt worden und gehört zum festen Bestand einer »oral history« – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal so eben »hinter sich lassen« kann (was laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Januar 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten), sondern sie als Erfahrungsschatz an folgende Generationen weitergeben sollte.
Nach zehn Jahren unternehmen wir eine Neubefragung des Stückes, das mit Thomas Bockelmann und Sigrun Schneider-Kaethner bereits von 2004 bis 2006 im Spielplan war.

Inszenierung: Donald Berkenhoff
Bühne: Pia Janssen
Kostüme: Ursina Zürcher
Musik: Erich Radke
Dramaturgie: Michael Volk

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Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

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Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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