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tif - Theater im Fridericianum

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

tif - Theater im Fridericianum
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte tif - Theater im Fridericianum

Theater

Welcome to Paradise Lost (UA)

von Falk Richter

Premiere: 06. November 2020

Inspiriert von »Die Konferenz der Vögel« von Farid ud-Din Attar

Ein Vogel nach dem anderen taucht auf über Bodega Bay. Heraufbeschworen vom Goldglanz auf Tippi Hedrens Haar? Vom Wiegenlied, das aus dem Klassenzimmer klingt? Bald ist das Klettergerüst schwarz von Krähen. »She combs her hair but once a year«, singen die Kinder: »Nickety-nackety, now, now, now …«. Hitchcocks Meisterwerk »Birds« endet stumm mit einer besetzten, windigen Welt. Ende offen. Das Paradies so verloren, wie in John Miltons Groß-Epos über Satan, Sündenfall und Menschheit, das Falk Richters Titel bissig-paradox zitiert: als feiere man die Heimkehr ins verwüstete Eden, in eine globale Geisterstadt toter Tankstellen, auf denen Vögel hocken … Willkommen im Anthropozän! Dem neuen Epos des Menschen. Meldung an Bibel, Auftrag ausgeführt: Erde untertan. Kraft Industrie- und Nuklearzeitalter wurden wir der totale Klimafaktor! Apokalypse, Endgericht, Neo- Prometheus, Transformation, Biotechnologie: »What legacy will humans leave in the rocks?«. Auf die Suche hiernach begeben sich bei Richter, quasi über unseren Köpfen … die Vögel. Sie entsteigen einer alten persischen Dichtung, dem Manṭiq aṭ-ṭair, da alle Vögel ausschwärmen, den neuen König der Welt hinter dem Berge Qāf zu suchen, um Abenteuer in vielen Ländern und Gesängen zu erleben und am Ende eine überraschende Antwort zu finden … Aber wie lautet diese heute, fünf vor zwölf auf der Uhr der Welt? Wird diese sein, dass sie wieder in einer lautlosen Welt sitzen, uns anstarren wie Hitchcocks Rächer?

Inszenierung: Gustav Rueb
Bühne: Daniel Roskamp
Kostüme: Isabell Heinke
Video: Frieder Weiss
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Choreografie: Mona Kloos

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Welcome to Paradise Lost (UA)

Theater

Kasimir und Karoline

von Ödön von Horváth

Premiere: 29. November 2020

Eigentlich wollte Karoline nur ein wenig Spaß haben und sich auf dem Oktoberfest amüsieren, doch ihrem Freund Kasimir ist so gar nicht nach Karussell und Kirmes zumute. Er ist gerade arbeitslos geworden und sieht sich mit bisher ungekannten Ängsten konfrontiert. Während sich Karoline am Zeppelin erfreut, ist Kasimir frustriert: Er will mehr vom Leben und weiß, dass seine Zukunft nichts davon bereithält. Die Liebe bleibt auf der Strecke und beide erleben inmitten des Wiesn-Spektakels, dass die Menschen doch nichts weiter als »wilde Tiere« sind. Und am Ende, wenn sich die Sehnsüchte nicht erfüllt haben, »kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen –«. Wie sehr sind wir ökonomischen Gesetzen unterworfen? Kann eine Wirtschaftskrise zu einer Beziehungskrise führen? Wie kann Intimität in einer kapitalistischen Welt bestehen? Und wie viel Kasimir, Karoline oder Kalkulation steckt in jedem von uns?

Ödön von Horváth selbst schrieb einmal, das Thema seines Volksstückes sei »die Liebe und die Zeit«, und ein anderes Mal: »die Liebe in unserer schlechten Zeit«. Tatsächlich verfasste Horváth sein sozialkritisches Drama 1932 und beschreibt damit die Endphase der Weimarer Republik – an Aktualität hat das Stück seitdem jedoch nichts eingebüßt, sodass es seit den 70er Jahren eine Hochkonjunktur an den Theatern erlebt.

Inszenierung: Janis Knorr
Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou
Musik und Geräusche: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Petra Schiller

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Theater

z.B. Philip Seymour Hoffman (DSEA)

von Rafael Spregelburd

in der deutschen Übersetzung von Klaus Laabs

Ein japanischer Teenager, der in einer Gameshow alles über seinen Lieblingsschauspieler beantworten kann, sogar die Farbe dessen Slips … jetzt, im Augenblick der Show. Sodann ein Schauspieler, der zur Identitäts-Therapie muss, weil er zwar arbeitslos ist, zugleich dauernd für Philip Seymour Hoffman gehalten wird. Und zu guter Letzt kein Geringerer als eben der legendäre Philip Seymour Hoffman, der von einer Produktionsfirma ein überaus seltsames Angebot erhält … Willkommen im magischen Realismus. Drei Handlungsstränge, in denen die Zeit nicht linear verläuft, Kausalitäten höchst subjektiv sind, das Wunderbare alltäglich, das Alltägliche dagegen wunderbar. In Südamerika, bei Jorge Luis Borges etwa oder Gabriel García Márquez, floriert dieses Genre, in dem du die Geschichte schreibst und die Geschichte dich: Transitions in eine Dritte Realität, die Zone zwischen dem echten Wirklichen und dem fiktiven Realen. In diesem Sinne zaubert (oder realisiert) der argentinische Schauspieler, Regisseur und Autor Rafael Spregelburd dieses Tableau absurder, zärtlicher, existentialistischer und verrückter Szenen um einen animierten Flughafen, den hungrigen Godzilla, ein Haus aus Papier, den Prototyp der Kartoffel und: Weihnachten im November! Und natürlich auch »zum Beispiel« – Philip Seymour Hoffman …

Inszenierung: Wilke Weermann
Bühne und Kostüme: Paula Wellmann
Musik: Constantin John
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Video: Christian Neuberger

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Theater

Das Gesetz der Schwerkraft

von Olivier Sylvestre

Der Pfad zum Erwachsenwerden ist dreckig, steil und matschig und alles andere als gerade. Vor allem wenn man, wie Fred, ständig umzieht. Zuletzt von Jottwehdeh nach Vorderstadt. Zum Glück trifft er Dom. Dom ist vierzehn, genau wie Fred, und trotzdem ganz anders. Dom verkleidet sich gerne als Pop-Sängerin mit Schnurrbart, manchmal wäre Dom auch gerne ein Kaktus oder eine Möwe. Und auch Fred fühlt sich eher unwohl in seiner Haut. Als wäre das Leben als junger Mensch nicht schon schwer genug, müssen sich Dom und Fred auch noch mit den Kommentaren der Mitschüler*innen und Lehrkräfte herumschlagen – sowohl auf ihren Profil-Seiten als auch im echten Leben. Wenn man wenigstens mit dem eigenen Spiegelbild nicht auf Kriegsfuß stehen würde …

Einfühlsam und verschmitzt erzählt Olivier Sylvestres Jugendstück von den Unwägbarkeiten einer Welt, die zwischen männlich und weiblich nicht viel kennt. Es ist ein langer Winter für Dom und Fred, doch gemeinsam haben sie die Kraft, inmitten der Kälte den Sommer heraufzubeschwören und alle bekannten Gesetze aufzuheben.

Inszenierung: Martina van Boxen
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Komposition: Manuel Loos
Dramaturgie: Julia Hagen

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Theater

Mein verwundetes Herz (UA)

nach dem gleichnamigen Buch von Martin Doerry

Die aus Köln stammende Ärztin Lilli Jahn lebte und praktizierte von 1926 bis 1943 in Immenhausen, dann in der Motzstraße in Kassel, wo sie im August 1943 wegen ihrer jüdischen Herkunft von der Gestapo verhaftet und ins Lager Breitenau bei Guxhagen gebracht wurde.
2002, nach dem Tod ihres einen Sohnes Gerhard Jahn, Bundesjustizminister im Kabinett Willy Brandts, erschien eine kommentierte Sammlung von Briefen, die sich Lilli Jahn und ihre auf sich gestellten Kinder nach ihrer Verhaftung geschrieben hatten. Die Briefe legen anschaulich Zeugnis ab von den verheerenden Auswirkungen der Nazizeit auf eine Familie, die vom alltäglichen Terror auseinandergerissen wird. Sie belegen auch anschaulich, dass die Tötungsmaschinerie der Nazis viele Helfer hatte. Vor ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie 1944 ermordet wurde, gelang es Lilli Jahn, die Briefe ihrer Kinder aus Breitenau zu schmuggeln.
Ihr Enkel, Martin Doerry, stellvertretender Spiegel-Chefredakteur, konnte nach langer Recherchearbeit weitere Familienbriefe ausfindig machen und das Schicksal der Familie, eingebettet in historische Zusammenhänge, eindrucksvoll erzählen.

Das Buch »Mein verwundetes Herz« erfuhr eine überwältigende öffentliche Aufnahme. In der Literatur über den Holocaust nehme es einen bedeutenden Platz ein (Die Zeit) und sei ein ergreifendes Dokument über eine private Katastrophe in mitten der politischen (FAZ). Martin Walser empfahl es als Pflichtlektüre für die Schule.

Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Video: Behrooz Karamizade
Dramaturgie: Michael Volk

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Theater

Der NSU-Prozess. Die Protokolle

Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz, Rainer Stadler

Uraufführung

1. Oktober 2013, Tag 41 İsmail Yozgat: »[...] Als ich hineinging, habe ich auf dem Tisch zwei rote Tropfen gesehen. Ich habe mir gedacht, vielleicht hat Halit Farbe verschüttet. Dann habe ich meinen Sohn dort liegen gesehen. Er lag auf dem Rücken. Ich habe ihn auf meinen Arm gelegt. (Steht auf. Schreit.) Er gab keine Antwort! [...]« (Er tritt nach vorne an das Richterpult. [...] Yozgat legt sich auf den Bauch, um zu zeigen, wie sein Sohn lag. Er liegt direkt vor dem Tisch, an dem Zschäpe sitzt.)

Am 6. Mai 2013 begann in München der größte Strafprozess Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil gesprochen. Fünf Angeklagte wurden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben, eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt, eine Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben soll. In dem Verfahren wurden mehr als 600 Zeug*innen und Sachverständige gehört, über 60 Anwält*innen vertraten die fünf Angeklagten und 91 Nebenkläger*innen an 438 Prozesstagen. Vier Journalist*innen der Süddeutschen Zeitung haben die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt. Aus ihren Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll und damit auch ein Stück deutscher Geschichte entstanden, das ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter*innen, dem Dilettantismus der Ermittler*innen und der schwierigen Suche nach der Wahrheit vermittelt. Viele Fragen sind bis heute unbeantwortet geblieben: Wie kann es beispielsweise sein, dass ein beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesender Mann vom Verfassungsschutz nichts mitbekommen haben will? Wieso wurden Akten vernichtet, Informationen verschleiert oder zurückgehalten? Wer hat den NSU unterstützt?

Im August 2018 erhielt die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız ein Fax, in dem damit gedroht wurde, ihre kleine Tochter zu »schlachten«. Seda Başay- Yıldız vertrat beim NSU-Prozess Adile Şimşek, deren Mann Enver im Jahr 2000 von der rechten Terrorzelle ermordet wurde. Unterzeichnet war das Schreiben mit »NSU 2.0«.

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Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

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Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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