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tif - Theater im Fridericianum

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

tif - Theater im Fridericianum
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte tif - Theater im Fridericianum

Theater

Das Gesetz der Schwerkraft

von Olivier Sylvestre

Premiere: 07. März 2020

Der Pfad zum Erwachsenwerden ist dreckig, steil und matschig und alles andere als gerade. Vor allem wenn man, wie Fred, ständig umzieht. Zuletzt von Jottwehdeh nach Vorderstadt. Zum Glück trifft er Dom. Dom ist vierzehn, genau wie Fred, und trotzdem ganz anders. Dom verkleidet sich gerne als Pop-Sängerin mit Schnurrbart, manchmal wäre Dom auch gerne ein Kaktus oder eine Möwe. Und auch Fred fühlt sich eher unwohl in seiner Haut. Als wäre das Leben als junger Mensch nicht schon schwer genug, müssen sich Dom und Fred auch noch mit den Kommentaren der Mitschüler*innen und Lehrkräfte herumschlagen – sowohl auf ihren Profil-Seiten als auch im echten Leben. Wenn man wenigstens mit dem eigenen Spiegelbild nicht auf Kriegsfuß stehen würde …

Einfühlsam und verschmitzt erzählt Olivier Sylvestres Jugendstück von den Unwägbarkeiten einer Welt, die zwischen männlich und weiblich nicht viel kennt. Es ist ein langer Winter für Dom und Fred, doch gemeinsam haben sie die Kraft, inmitten der Kälte den Sommer heraufzubeschwören und alle bekannten Gesetze aufzuheben.

Inszenierung: Martina van Boxen
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Komposition: Manuel Loos
Dramaturgie: Julia Hagen

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Theater

Welcome to Paradise Lost (UA)

von Falk Richter

Uraufführung: 19. März 2020

Inspiriert von »Die Konferenz der Vögel« von Farid ud-Din Attar

Ein Vogel nach dem anderen taucht auf über Bodega Bay. Heraufbeschworen vom Goldglanz auf Tippi Hedrens Haar? Vom Wiegenlied, das aus dem Klassenzimmer klingt? Bald ist das Klettergerüst schwarz von Krähen. »She combs her hair but once a year«, singen die Kinder: »Nickety-nackety, now, now, now …«. Hitchcocks Meisterwerk »Birds« endet stumm mit einer besetzten, windigen Welt. Ende offen. Das Paradies so verloren, wie in John Miltons Groß-Epos über Satan, Sündenfall und Menschheit, das Falk Richters Titel bissig-paradox zitiert: als feiere man die Heimkehr ins verwüstete Eden, in eine globale Geisterstadt toter Tankstellen, auf denen Vögel hocken … Willkommen im Anthropozän! Dem neuen Epos des Menschen. Meldung an Bibel, Auftrag ausgeführt: Erde untertan. Kraft Industrie- und Nuklearzeitalter wurden wir der totale Klimafaktor! Apokalypse, Endgericht, Neo- Prometheus, Transformation, Biotechnologie: »What legacy will humans leave in the rocks?«. Auf die Suche hiernach begeben sich bei Richter, quasi über unseren Köpfen … die Vögel. Sie entsteigen einer alten persischen Dichtung, dem Manṭiq aṭ-ṭair, da alle Vögel ausschwärmen, den neuen König der Welt hinter dem Berge Qāf zu suchen, um Abenteuer in vielen Ländern und Gesängen zu erleben und am Ende eine überraschende Antwort zu finden … Aber wie lautet diese heute, fünf vor zwölf auf der Uhr der Welt? Wird diese sein, dass sie wieder in einer lautlosen Welt sitzen, uns anstarren wie Hitchcocks Rächer?

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Kinderprogramm

Was soll das?

Klangvoll-tänzerische Stückentwicklung aus dem Koffer

Premiere: 28. März 2020

Zwei ulkige Gestalten tauchen da im Raum auf. Urplötzlich sind sie da, mit viel Gepäck und einem Strahlen im Gesicht. Kennen wir uns?

ER: klingt.
SIE: springt.
SIE tanzt, ER klopft.
ER braust, SIE saust!
SIE lacht, ER kracht!
ER rollt – doch SIE schmollt.
Und jetzt?

Inszenierung: Martina van Boxen:
Bühne und Kostüme: Angela Roudaut
Musik: Georgy Vysotsky
Choreografie: Agnetha Jaunich

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Theater

Mein verwundetes Herz (UA)

nach dem gleichnamigen Buch von Martin Doerry

Die aus Köln stammende Ärztin Lilli Jahn lebte und praktizierte von 1926 bis 1943 in Immenhausen, dann in der Motzstraße in Kassel, wo sie im August 1943 wegen ihrer jüdischen Herkunft von der Gestapo verhaftet und ins Lager Breitenau bei Guxhagen gebracht wurde.
2002, nach dem Tod ihres einen Sohnes Gerhard Jahn, Bundesjustizminister im Kabinett Willy Brandts, erschien eine kommentierte Sammlung von Briefen, die sich Lilli Jahn und ihre auf sich gestellten Kinder nach ihrer Verhaftung geschrieben hatten. Die Briefe legen anschaulich Zeugnis ab von den verheerenden Auswirkungen der Nazizeit auf eine Familie, die vom alltäglichen Terror auseinandergerissen wird. Sie belegen auch anschaulich, dass die Tötungsmaschinerie der Nazis viele Helfer hatte. Vor ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie 1944 ermordet wurde, gelang es Lilli Jahn, die Briefe ihrer Kinder aus Breitenau zu schmuggeln.
Ihr Enkel, Martin Doerry, stellvertretender Spiegel-Chefredakteur, konnte nach langer Recherchearbeit weitere Familienbriefe ausfindig machen und das Schicksal der Familie, eingebettet in historische Zusammenhänge, eindrucksvoll erzählen.

Das Buch »Mein verwundetes Herz« erfuhr eine überwältigende öffentliche Aufnahme. In der Literatur über den Holocaust nehme es einen bedeutenden Platz ein (Die Zeit) und sei ein ergreifendes Dokument über eine private Katastrophe in mitten der politischen (FAZ). Martin Walser empfahl es als Pflichtlektüre für die Schule.

Inszenierung: Thomas Bockelmann
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Video: Behrooz Karamizade
Dramaturgie: Michael Volk

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Theater

I am providence (UA)

von Wilke Weermann

Providence, New England. Eine Stadt, deren Name fromm-drohend »Vorsehung « heißt. Villen, Vorgärten, Coffee Stores, Indian Summer, Rhode Island Design, 68 % Democrats: Die Schlingpflanzen des Chaos sind Blumenbeete geworden. Indes, unter dem neuenglischen Rasen lauert es, dampft organischer Nebel aus den Poren der Erde hoch zum Fischauge des Mondes. Wartend. Über Jahrhunderte haben Einheimische und Siedler* innen ihr inzestuöses Netz aus Sagen gewoben; von E. A. Poe bis Stephen King suchten Autor* innen New England mit Schrecken heim, und doch: Wenn einer die Dämonenkrone des Genres trägt, so H. P. Lovecraft, Sohn von Providence, Vater des »cosmic horror«. Er sei der Menschheit so überdrüssig, schrieb er, »mich kann nichts interessieren, wenn es nicht wenigstens zwei Morde pro Seite gibt oder namenlose Schrecken aus äußeren Welten«. Jene Schrecken aus äußeren Welten – wie weit sind sie noch von unserer aufgedunsenen Zivilisation, jenem feuchten Alptraum Schopenhauers und Houellebecqs? Lautet die Erkenntnis am Ende: Dem Kosmos sind wir unbedeutender als Insekten? Lovecrafts Weltekel, Prophetie einer heillosen Moderne, gerann in abstruse Visionen, Arien des Wahns, Rassismus und der Hassliebe auf alles Vitale. Nach einer Kostprobe des Molochs New York floh der zuckersüchtige Gentleman zurück in den Hafen von Providence zu seinen drei Tanten. Und dort liegt er begraben unter einer Marmorstele mit der Aufschrift: I am providence. Die Vorsehung bin ich. Die Stadt. Der Erdkreis. Lasst uns die Kinder schnell zu Bett bringen und ihnen vorlügen, das sei nicht die Wahrheit.

Inszenierung: Wilke Weermann
Bühne und Kostüme: Johanna Stenzel
Musik: Constantin John
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

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Theater

Der NSU-Prozess. Die Protokolle

Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz, Rainer Stadler

Uraufführung

1. Oktober 2013, Tag 41 İsmail Yozgat: »[...] Als ich hineinging, habe ich auf dem Tisch zwei rote Tropfen gesehen. Ich habe mir gedacht, vielleicht hat Halit Farbe verschüttet. Dann habe ich meinen Sohn dort liegen gesehen. Er lag auf dem Rücken. Ich habe ihn auf meinen Arm gelegt. (Steht auf. Schreit.) Er gab keine Antwort! [...]« (Er tritt nach vorne an das Richterpult. [...] Yozgat legt sich auf den Bauch, um zu zeigen, wie sein Sohn lag. Er liegt direkt vor dem Tisch, an dem Zschäpe sitzt.)

Am 6. Mai 2013 begann in München der größte Strafprozess Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil gesprochen. Fünf Angeklagte wurden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben, eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt, eine Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben soll. In dem Verfahren wurden mehr als 600 Zeug*innen und Sachverständige gehört, über 60 Anwält*innen vertraten die fünf Angeklagten und 91 Nebenkläger*innen an 438 Prozesstagen. Vier Journalist*innen der Süddeutschen Zeitung haben die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt. Aus ihren Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll und damit auch ein Stück deutscher Geschichte entstanden, das ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter*innen, dem Dilettantismus der Ermittler*innen und der schwierigen Suche nach der Wahrheit vermittelt. Viele Fragen sind bis heute unbeantwortet geblieben: Wie kann es beispielsweise sein, dass ein beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesender Mann vom Verfassungsschutz nichts mitbekommen haben will? Wieso wurden Akten vernichtet, Informationen verschleiert oder zurückgehalten? Wer hat den NSU unterstützt?

Im August 2018 erhielt die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız ein Fax, in dem damit gedroht wurde, ihre kleine Tochter zu »schlachten«. Seda Başay- Yıldız vertrat beim NSU-Prozess Adile Şimşek, deren Mann Enver im Jahr 2000 von der rechten Terrorzelle ermordet wurde. Unterzeichnet war das Schreiben mit »NSU 2.0«.

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Theater

The Aliens

Annie Baker

»you may not believe it / but there are people / who go through life with / very little friction or distress. / they dress well, sleep well. / they are contented with their family / life. / they are undisturbed / and often feel / very good. / and when they die / it is an easy death, usually in their / sleep. // you may not believe / it / but such people do exist. / but I am not one of / them. / oh no, I am not one of them, / I am not even near / to being / one of / them. / but they / are there / and I am / here.

Charles Bukowski
The Aliens


Der Hinterhof eines Cafés in Vermont, Anfang Juli. Es ist der Treffpunkt zweier Männer in den Dreißigern, die hier über Poesie und Musik diskutieren. KJ hat das College geschmissen, Jasper die High School nie beendet. Ihre einstige Band, deren Name The Aliens (einer unter fünfzig anderen) nach dem Gedicht von Charles Bukowski lautete, hat sich aufgelöst. Nun schreibt Jasper an einem Buch. Als der 17-jährige Evan seinen neuen Nebenjob im Café antritt, beschließen die beiden, ihm alles beizubringen, was sie wissen. Und das ist nichts weniger als alles über Liebe, Tod und wie diese beiden Gegenpole untrennbar und unvorhersehbar mit dem Leben verbunden sind.
Annie Baker, von der bereits in der Spielzeit 2017–18 Im Kino (The Flick) im tif zu sehen war, zeichnet in ihrem »zarten und außerordentlich feinen« Stück (Charles Isherwood, The New York Times), drei unangepasste Charaktere und ihre Sehnsüchte. Ist man denn nun ein verkanntes Genie oder nicht? Und wenn nein, gesteht man es sich ein oder hält man an seinen Träumen fest? In aller Stille erfährt der Zuschauer durch kleinste Details und Nebensätze die grundsätzlichsten Dinge über die Freundschaft der Figuren, die auf dem gegenseitigen Sinn für ihre Andersartigkeit und Entfremdung beruht. Man wird in die Welt der drei gesogen. Und die ist poetischer und aufregender als man sie in einem Hinterhof vermuten würde.

Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne und Kostüme: Christian Kiehl
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Petra Schiller

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Theater

Iason

von Kristo Šagor

Iason wird sich den Thron zurückholen! Das machen Helden so! Und Iason ist ein echter Held. Auf dem Thron aber sitzt sein gerissener Onkel, der dem arglosen Neffen einen Handel vorschlägt: Er wird abdanken, wenn Iason ihm das Fell des sagenumwobenen Widders, das goldene Vlies, bringt. Als Iason loszieht, lernt er noch einiges mehr über das Heldendasein und Erwachsenwerden. Er verliert Freunde und gewinnt Feinde, navigiert seine Mannschaft durch mehrere Stürme, schlägt siegreiche Schlachten und verliebt sich in die Königstochter Medea, die für ihn Verrat am eigenen Vater begeht. Als Heimat dient dem fahrenden Abenteurer die Argo, das geheimnisvolle Schiff, das ihm mit göttinnengleicher Stimme weise Ratschläge zuraunt und ihn sicher durch seine Irrfahrt führt, bis er endlich am Ziel ankommt. Doch was passiert mit den Helden, wenn eine Geschichte zu Ende ist? Was war vor dem Anfang der Geschichte? Und was passiert, wenn man sie aus einer anderen Perspektive erzählt?

Kristo Šagor bringt in seiner Antiken-Bearbeitung den grausamen und zutiefst menschlichen Mythos um Iason und Medea gewitzt auf den Punkt, ohne sein junges Publikum zu schonen. Nüchtern fragt er nach den großen Erzählungen wie Liebe, Heimat, Glück und Männlichkeit – und nach dem Unsäglichen: was bringt eine Frau dazu, die eigenen Kinder zu töten? Der mehrfach preisgekrönte Dramatiker schreibt und realisiert zahlreiche Kinder- und Jugend-Stücke, gibt Seminare und Workshops und wird seinen Text Iason in Kassel selbst inszenieren.

Inszenierung: Kristo Šagor
Bühne und Kostüme: Christl Wein
Musik: Sebastian Katzer
Dramaturgie: Julia Hagen

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Kinderprogramm

Sagt der Walfisch zum Thunfisch

Carsten Brandau

Alter Für alle ab 8 Jahren

DU und ICH stehen sich gegenüber. Wer sie sind? Wer auch immer, sie könnten jeder sein, verbindet sie doch etwas: ihr Herzschlag, der Rhythmus des Lebens und der Anfang von allem. Schnell eint die beiden aber mehr als nur ihre innere Musik und die Frage nach ihrer Identität, denn es fängt an zu tröpfeln, bald zu regnen, dann zu schütten. Als den beiden das Wasser bis zum Bauch reicht, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den rettenden Weg Richtung Zuschauerraum einzuschlagen. Doch dort wacht Noe und erklärt, dass nur echte Musiker mit an Bord dürften und das Orchester ohnehin schon komplett sei.

Carsten Brandau behandelt in seinem sprachvirtuosen, musikalischen Kinderstück auf spielerische Art und Weise die Themen des Menschseins, der Existenz von Elite(n) und Perspektiven. Er fragt, ob die Rettung vor dem, was wir real nennen, vielleicht nur durch die Kraft der Fantasie und der Liebe erfolgen kann. Dafür verwendet er die biblische Metapher der Sintflut, verbindet sie mit der einfachen Annahme, dass Lebewesen durch einen Herzschlag miteinander verbunden sind und verstrickt das Ganze in einer unmöglichen möglichen Jazz-Partitur. Denn was möglich ist und was nicht, das müssen immer noch wir selbst entscheiden.

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Komposition: Olaf Pyras
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

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Theater

Die Leiden des jungen Werther

von Johann Wolfgang Goethe

»Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe.«

Der junge Werther ist gerade frisch von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt. Unsterblich verliebt er sich in sie, die ganze Welt verliert sich um ihn her, er wandelt umher wie ein Träumender, der nicht weiß, ob Tag oder Nacht ist, wie im Rausch: Sie hat »alle seine Sinne gefangengenommen«.
Allerdings ist Lotte bereits vergeben. Demnächst wird sie ihren Verlobten Albert heiraten. Werther wird unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung, steigert sich in einen Liebeswahn, ein Fieber, hinein, sucht den von ihm ersehnten Platz in der Welt allerdings vergeblich und gerät immer mehr an die Grenzen seines Verstandes …
Goethes Sturm-und-Drang-Roman avancierte bald nach seinem Erscheinen 1774 zu einem Bestseller: »Die Wirkung des Büchleins war groß, ja ungeheuer». Von vielen zeitgenössischen Rezensenten wurden Die Leiden des jungen Werther als Anstiftung zum Suizid verteufelt; Jugendliche hingegen stilisierten Werther rasch zum tragischen Popstar seiner Zeit. Und obwohl nun schon fast 250 Jahre alt, vermag uns der »erste moderne Roman deutscher Sprache« immer noch zu fesseln, als wäre er heute erlebt, heute geschrieben.

Janis Knorr (Saffran & Krump, Grimm!) bearbeitet die Geschichte über den Ego-Trip eines Außenseiters für drei Schauspieler und wirft damit ein Licht auf die Sichtweisen aller Beteiligten dieser Amour fou.

Inszenierung: Janis Knorr
Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou
Musik: Thorsten Drücker
Video: Jan Kunigkeit
Dramaturgie: Thomas Hof / Petra Schiller

Empfohlen ab 14 Jahren

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Kinderprogramm

Im Traum Schweben

Stückentwicklung

Für Kinder ab drei Jahren erfinden wir eine zarte Geschichte über die Kraft der Sprache und den Mut, Unbekanntes zu entdecken und Bekanntes zu befragen: Wie viele Worte passen in einen Atem? Kann man Meeresrieseln malen? Was wiegt ein Traum? Wie funkeldunkelt man im Hellen?
Inspiriert von den Gedichten Christian Morgensterns, des Amerikaners Shel Silverstein in einer Übersetzung von Harry Rowohlt und weiterer Wortartisten, gehen zwei Musiker und ein Schauspieler auf eine kleine, poetische Reise, in der auch mal die Stille Königin sein wird.

Ein Theatererlebnis für Plappermäuler, Alleswissenwoller, Krachmachliebhaber, Leisehörer und Nochstaunenkönner, das neben dem tif-Foyer auch in Kindergärten und Grundschulen zu Gast sein wird.

Inszenierung und Dramaturgie: Thomas Hof
Bühne und Kostüme: Isabell Heinke
Komposition und Live-Musik: Janek Vogler / Georgy Vysotsky

Empfohlen ab 3 bis 8 Jahren

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Theater

Mutters Courage

von George Tabori

George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, die absurde Pointe im Reich des Bösen. So schilderte er in Mein Kampf den zufälligen, fast trottelhaften, aber unaufhaltsamen Aufstieg eines aus Braunau stammenden Kunstmalers zur Macht. In Mutters Courage erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1942 in Budapest verhaftet, im Viehwagen Richtung Auschwitz deportiert wird und bei einem Halt nahe der ungarischen Grenze das Unvorstellbare wagt: Sie erklärt einem NS-Offizier, ihre Verhaftung sei Unrecht, sie habe nämlich einen Schutzausweis des Roten Kreuzes – nur leider nicht bei sich, da sie ja so unvorbereitet verhaftet worden sei. Der junge Nazi denkt kurz nach über diese ungeheuerliche Unbotmäßigkeit – und setzt die alte Dame dann in den Zug zurück nach Budapest. Sie wird die einzige von 4030 Menschen sein, die diesen Transport überlebt.
Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte: Elsa Tabori hat sie erlebt, ihr Sohn, George Tabori, hat sie als Theaterstück aufgeschrieben. Unzählige Male ist es seitdem aufgeführt worden und gehört zum festen Bestand einer »oral history« – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal so eben »hinter sich lassen« kann (was laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Januar 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten), sondern sie als Erfahrungsschatz an folgende Generationen weitergeben sollte.
Nach zehn Jahren unternehmen wir eine Neubefragung des Stückes, das mit Thomas Bockelmann und Sigrun Schneider-Kaethner bereits von 2004 bis 2006 im Spielplan war.

Inszenierung: Donald Berkenhoff
Bühne: Pia Janssen
Kostüme: Ursina Zürcher
Musik: Erich Radke
Dramaturgie: Michael Volk

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Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

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Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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