STAATSTHEATER KASSEL - TIF Theater im Fridericianum

Spielzeit 2017/18

Die Präsidentinnen

von Werner Schwab

Premiere: 17. November 2017, 20.15 Uhr | tif

»Die schlechten Elemente wachsen auch sofort in die Überzahl hinein, wenn man etwas besseres geworden ist. Da wird man viele starke Wachorgane brauchen in dem neuen Leben.«

Erna, Grete und Mariedl, drei Frauen unterschiedlichen Alters, treffen sich in Ernas Wohnküche. Weit davon entfernt, ihre Ressentiments als Mangel zu begreifen, sind sie vielmehr davon überzeugt, dass das, was sie sprachlich erfinden, die Welt ist. Wer wäre davor gefeit? Während die drei in einer ersten Runde ihre gegenwärtigen Leben vergleichen, sich argwöhnisch messen, die Schwere ihres Unglücks und die Stärke ihrer religiösen Überzeugungen in die Waagschale werfen, verwandelt sich in einer zweiten Runde die beengte kleinbürgerliche Idylle zunehmend in ein jahrmarktseliges Land der Träume: Das Gespräch der drei selbsternannten Königinnen entfaltet Wunschphantasien, die den Bezug zur Wirklichkeit völlig verloren haben. Erna findet sich mit tief religiösem Traummann an ihrer Seite in einem Hort der Wohlanständigkeit wieder, Grete erfüllt sich alle sexuellen Phantasien, die sie umtreiben und die jüngste, Mariedl, redet sich eine Welt herbei, in der sie endlich wirklich nützlich sein wird: wenn nämlich beim Dorffest auf einmal die Klos verstopft sind und ihre beherzte Expertise gefragt ist.
Werner Schwab beschreibt mit der ihm eigenen groben Zärtlichkeit drei Wesen, die gesellschaftlich beschädigt sind, und die verzweifelt und komisch darum ringen, sich durch ihre Sprache in ihrer kleinen Welt zu behaupten: Königinnen ihrer Defekte, Herrscherinnen ihrer Phantasiereiche.
DIE PRÄSIDENTINNEN ist das erste von Schwabs »Fäkaliendramen«. Zu dessen Titel vermerkt der Autor: »Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.«

Inszenierung: Martin Schulze
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Michael Volk

Ort:

tif

Termine:

Do, 23.11.2017, 20:15 |
Sa, 25.11.2017, 20:15 |
So, 17.12.2017, 20:15 |
Mi, 20.12.2017, 20:15 |
Fr, 22.12.2017, 20:15 |
So, 31.12.2017, 20:15 |
So, 21.1.2018, 20:15 |

Die Leiden des jungen Werther

von Johann Wolfgang Goethe

»Es ist doch gewiss, dass in der Welt den Menschen nichts notwendig macht als die Liebe.«

Der junge Werther ist gerade frisch von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt. Unsterblich verliebt er sich in sie, die ganze Welt verliert sich um ihn her, er wandelt umher wie ein Träumender, der nicht weiß, ob Tag oder Nacht ist, wie im Rausch: Sie hat »alle seine Sinne gefangengenommen«.
Allerdings ist Lotte bereits vergeben. Demnächst wird sie ihren Verlobten Albert heiraten. Werther wird unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung, steigert sich in einen Liebeswahn, ein Fieber, hinein, sucht den von ihm ersehnten Platz in der Welt allerdings vergeblich und gerät immer mehr an die Grenzen seines Verstandes …
Goethes Sturm-und-Drang-Roman avancierte bald nach seinem Erscheinen 1774 zu einem Bestseller: »Die Wirkung des Büchleins war groß, ja ungeheuer». Von vielen zeitgenössischen Rezensenten wurden Die Leiden des jungen Werther als Anstiftung zum Suizid verteufelt; Jugendliche hingegen stilisierten Werther rasch zum tragischen Popstar seiner Zeit. Und obwohl nun schon fast 250 Jahre alt, vermag uns der »erste moderne Roman deutscher Sprache« immer noch zu fesseln, als wäre er heute erlebt, heute geschrieben.

Janis Knorr (Saffran & Krump, Grimm!) bearbeitet die Geschichte über den Ego-Trip eines Außenseiters für drei Schauspieler und wirft damit ein Licht auf die Sichtweisen aller Beteiligten dieser Amour fou.

Inszenierung: Janis Knorr
Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou
Musik: Thorsten Drücker
Video: Jan Kunigkeit
Dramaturgie: Thomas Hof / Petra Schiller

Empfohlen ab 14 Jahren

Ort:

tif

Termine:

Di, 28.11.2017, 10:00 |
So, 10.12.2017, 18:00 |
Fr, 15.12.2017, 20:15 |
Mo, 25.12.2017, 20:15 |
Mi, 24.1.2018, 18:00 |

Am Boden

von George Brant

Eine Frau, Kampfpilotin, wird Mutter. Ihr Traum vom Fliegen, ihre Sehnsucht nach Entgrenzung durch Tempo und Maschine, fällt zu Boden. Und siehe da, das Militär ist fürsorglich. Das Kind war zwar nicht geplant, eine biologische Befehlsverweigerung, aber – eine Mutter in eine F-16 setzen und Bomben werfen lassen, nein. Und so versetzen sie die Pilotin. An einen sehr unwirklichen Ort, in die Wüste nahe Las Vegas, dieser künstlichen Glitzermetropole des Glücksspiels. 8.000 km weg vom Krieg in Afghanistan sitzt die junge Frau fortan in zwölf-Stunden-Schichten an einem Computersystem, das eine Drohne steuert. Selbst ferngesteuert von »Leuten im Kopfhörer«, die »schuldig!« sprechen, ehe sie per Joystick tötet. Tagsüber im Krieg, abends Frau und Mutter – seien Sie ehrlich, klingt das nicht eigentlich gut? Geradezu human? Der böse alte Krieg mit den Panzern und Granaten, wie sauber erscheint dagegen dieser virtuelle Krieg, diese elegante Vervollkommnung der modernen westlichen Strategien, die gar kein Land mehr erobern, sondern nur noch überfliegen wollen, Luftangriffe führen, unberührt vom Staub und Dreck und Blut da unten. Unsichtbare Drohnen, schnell, präzise, chirurgisch, wie tödliche Insekten, die aus dem Nichts zuschlagen, ist dies nicht gerade für unsere Soldatin eine Entlastung? Denn die Hand, die abends das Kind in den Schlaf wiegt, sie hatte nur einen Joystick berührt, und an einem Joystick klebt doch kein Blut? Oder ist es gerade so, in diesem entsetzlichen und ob seiner Entsetzlichkeit preisgekrönten Monolog von George Brant, dass, wenn das Blut nur virtuell wird – es dann unendlich wird?

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne, Kostüme und Video: Michael Lindner
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Ort:

tif

Termine:

So, 26.11.2017, 20:15 |
Fr, 8.12.2017, 20:15 |
Sa, 16.12.2017, 19:30 |
Sa, 23.12.2017, 20:15 |
Fr, 29.12.2017, 20:15 |
Sa, 17.2.2018, 20:15 |

Die Netzwelt

von Jennifer Haley

In naher Zukunft hat sich das menschliche Leben fast vollständig in die zur Realität parallel existierende Netzwelt verlagert. Perfektioniert hat dieses System der Geschäftsmann Sims mit seinem virtuellen »Refugium«. In diesem exklusiven Club können sich die Mitglieder mit einer virtuellen Identität ihre sexuellen Wünsche und dunklen Sehnsüchte erfüllen. Das Einzigartige: Das von Sims paradiesisch gestaltete Haus ist ein (wahrer) Traum für Pädophile, da die angebotenen virtuellen Lustobjekte Kinder sind. Begehen die Kunden mit ihren Avataren in der digitalen Welt ein reales Verbrechen? Die Ermittlerin Morris schickt ihren Agenten Woodnut in die Netzwelt, gleichzeitig verhört sie Sims. Dieser beharrt auf der reinen Simulation und dem Einverständnis aller Beteiligten. Außerdem hätten die Fantasien, die die Kunden des Refugiums ausleben, keinen Einfluss auf das Leben in der Wirklichkeit. Woodnut verstrickt sich immer mehr in dem verführerischen Elysium, besonders als er Iris kennenlernt, ein bezauberndes neunjähriges Mädchen, das Sims hörig zu sein scheint. Der Kampf um das virtuelle Mädchen wird zu einem Stellvertreterkrieg um Ethik und die Freiheit, die eigene Obsession auszuleben, der in beiden Welten zu katastrophalen Folgen führt.

Müssen unsere Fantasien begrenzt werden? Welche Konsequenzen haben virtuelle Vorgänge für unsere Realität? Können sie eine Erkenntnis schaffen, die unsere sinnlich erfahrbare Wahrnehmung übersteigt? Jennifer Haley schildert eine Zukunft, die mehr und mehr zu unserer Gegenwart wird. Sie zeigt den schmalen Grat auf, der zum Abgrund werden kann, zwischen der grenzenlosen Freiheit und der moralischen Verantwortung.

Inszenierung: Markus Dietz
Bühne und Kostüme: Mayke Hegger
Video: David Worm
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Ort:

tif

Termine:

Sa, 2.12.2017, 20:15 |
Do, 14.12.2017, 19:30 |

Tschick

von Wolfgang Herrndorf

Empfohlen ab 14 Jahren

Es sind Sommerferien! Die Mutter des 14-jährigen Maik fährt zum jährlichen Entzug, sein Vater auf »Geschäftsreise«, die ganze Klasse ist eingeladen: Die Jahrgangsschönste feiert Geburtstagsparty. Und Maik allein zuhaus – mit Pool, gefüllter Hausbar und 200 Euro Taschengeld. Da kreuzt Tschick auf, in einem geklauten Lada. Tschick ist der Neue in der Klasse, ein Proll aus der Hochhaussiedlung, seine Schulleistungen schwanken je nach Alkoholpegel ...
Und Maik steigt ein. Zuerst wollen die beiden Tschicks Familie besuchen (Richtung Walachei), aber schon bald fahren sie einfach drauflos, als Soundtrack die einzig verfügbare Kassette: Richard Clayderman.

Tschick ist die Geschichte einer Reise durch ein vertrautes fremdes Land, durch deutsche Orte mitten im Nirgendwo. Tschick und Maik lernen Familienverhältnisse kennen, die ihnen bisher unbekannt waren – und vor allem erfahren sie, was Freundschaft heißt. Denken wir ein bisschen an Huckleberry Finn? Ein Lada im Thüringer Wald ersetzt ein Floß auf dem Mississippi …?

Wolfgang Herrndorf (geb.1965) hatte 2010 mit dem Roman »Tschick« seinen größten Bucherfolg; 2011 erhielt er dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis. Für »Sand«, seinen Trottelroman (eigene Bezeichnung!), bekam Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse. Nachdem bei ihm ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert worden war, setzte Herrndorf im August 2013 seinem Leben selbst ein Ende.

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Brigitte Schima
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Dieter Klinge

Ort:

tif

Termine:

So, 3.12.2017, 20:15 |
Mo, 4.12.2017, 18:00 |
Do, 1.2.2018, 11:00 |
Do, 1.2.2018, 20:15 |

Das blaue Licht / Dienen

von Rebekka Kricheldorf

Der Krieg geht weiter. – Ich spür ihn wie unter dem Hemde
Das trockene Brusthaar, das sich beim Atmen bewegt

Ein Soldat, ein junger? ein alter? kehrt heim. Sein König grüßt ihn kühl. Im sogenannten »Frieden« hat der Soldat als Werkzeug ausgedient. Die Heimat erlaubt ihm nur, sie Heimat zu nennen, weil und während er für sie kämpft. Gestern Soldat, und heute – was? So schicken die Brüder Grimm den Namenlosen in den Wald. Endlich, nachdem er durchs äußere und innere Dickicht irrte, gelangt er an eine Hütte, in der eine alte Frau ihn empfängt ... So beginnt »Das blaue Licht«.

Hör ich im Laube lachen
− Verbrannt vom Salz der Laugen −
Soldaten, fremd, mit flachen
Maschinengewehraugen

Märchenhelden sind so anziehend wie verstörend. Schwerelos anonym, moralisch klar steuern sie stracks vom »Es war einmal« zum »nicht gestorben sind« durch Welten, wo noch das Gute grausam obsiegt – aber anders als unsere Comichelden, die erst durch Traumata zu Helden werden, anders als Spiderman oder Batman scheint der Grimm'sche Held immun gegen Neurosen, Komplexe, Ängste. So scheint es.

Genau hier beginnt Rebekka Kricheldorf ihre etwas andere Mär DAS BLAUE LICHT. Was ist dieses blaue Feuerzeug, mit dem der Soldat, von der Hexe im Brunnen gefangen, ein Männlein rufen kann? Was unterwirft er da sich für seinen Rachefeldzug, wo er die Prinzessin demütigt, heiratet, den König entthront? Ist das Unterbewusstsein, wie Pierre Janet vor Freud dachte, gar Folge von Traumata, der innere Brunnen, in den wir die Schrecken und Überreize versenken und so von uns abtrennen?

Unaufhörlich stritten Stimmen
In der Luft, obwohl sich
Die mythologischen Wesen längst
Zurückgezogen hatten.

Die schwarzen Männleins, psychotische Dämonen oder posttraumatische

(Über-)Lebenshilfe?

(Gedichte von K. Krolow)

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Katrin Vellrath
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Termine:

Fr, 1.12.2017, 20:15 |
Sa, 9.12.2017, 20:15 |
Mo, 18.6.2018, 20:15 |

Im Kino (The Flick)

von Annie Baker

The Flick, eines der letzten Kinos mit einem 35-Millimeter-Filmprojektor in Worcester, Massachusetts: Dort beginnt der zwanzigjährige Farbige Avery, Student und leidenschaftlicher Filmliebhaber, nach seinem Selbstmordversuch als unterbezahlter Kassierer und Reinigungskraft zu arbeiten. Zwischen ihm und seinem Kollegen Sam, der sehnsüchtig seine Beförderung zum Filmvorführer erwartet, entwickelt sich aus gegenseitiger Akzeptanz eine zarte Freundschaft. Im Gegensatz zu Avery weiß Sam mit Mitte dreißig immer noch wenig mit seinem Leben außerhalb des Kinos anzufangen; sein einziges Interesse gilt der spleenigen Filmvorführerin Rose. Diese unternimmt jedoch einen Annäherungsversuch gegenüber Avery, der mit Ablehnung reagiert. Kann die Dreierbeziehung die gegenseitige Offenbarung ihrer Bedürfnisse und Erwartungen an den anderen aushalten? Der Kinosaal wird zur Arena, in der enttäuschte Freundschaft, Konkurrenz und Verrat ausgetragen werden.

Die mehrfach ausgezeichnete Amerikanerin Annie Baker (geboren 1981) gewann 2014 mit THE FLICK den Pulitzer-Preis. Sie gibt in ihrem Kammerspiel einen intensiven und genauen Einblick in den Alltag dreier junger Menschen, in ein Leben zwischen Licht und Schatten, das nur durch die Flucht in andere Welten die Gegenwart erträglich erscheinen lässt. Bakers Figuren leiden an der zunehmenden Stereotypisierung einer Gesellschaft, die trotz ihrer Fortschrittlichkeit immer wieder alte Muster reproduziert.

Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne und Kostüme: Christian Kiehl
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Ort:

tif

Termine:

Fr, 24.11.2017, 20:15 |
Do, 7.12.2017, 19:30 |
Do, 21.12.2017, 20:15 |
Do, 28.12.2017, 18:00 |

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

von Jens Raschke

»Vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit wirklich an alles.«

Nachdem in einem kleinen Zoo das Nashorn unter seltsamen Umständen starb, zieht ein Bär aus Sibirien in das wohlgeordnete Leben von Papa Pavian, Herrn Mufflon und dem Murmeltiermädchen ein. Doch die unangenehmen Fragen, die er stellt, über das Leben und die seltsamen Bewohner auf der anderen Seite des Zauns, »dünn wie Winterzweige, gestreift wie Zebras, aber zweibeinig. Sehen aus wie der Tod, diese Zebrawesen«, bringen Unruhe in die bisher gut geordnete zoologische Gemeinde. Und dazu dieser üble Gestank aus dem benachbarten Schornstein! Der pelzige Neuzugang fasst einen folgenschweren Entschluss …

Was sah das Nashorn, als es auf die andere Seite des Zauns schaute? Und was tat es, als es sah, was es sah? Was sehen wir, wenn wir auf die andere Seite des Zauns schauen? Und was tun wir, wenn wir sehen, dass auf der anderen Seite des Zauns Unmenschliches geschieht?
In Jens Raschkes brisanter Geschichte schauen die fiktiven Tiere des nicht-fiktiven, historisch real verbrieften »Zoologischen Gartens Buchenwald« über den Zaun des angrenzenden Konzentrationslagers und erblicken, was die Gestiefelten den Gestreiften antun.

WAS DAS NASHORN SAH … ist ein notwendiger Blick auf die andere Seite einer

»Einfriedung«, ein poetisches Plädoyer für Zivilcourage und den daraus resultierenden Konsequenzen – ein Stück über die Entscheidung, Zuschauer zu bleiben oder nicht. Das Stück wurde in diesem Jahr für die »Kinder-Stücke« der 41. Mülheimer Theatertage nominiert und erhielt 2014 die Auszeichnung mit dem Deutschen Kindertheaterpreis.

Empfohlen ab 11 Jahren

Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Brigitte Schima
Sounddesign: Heiko Schnurpel
Dramaturgie: Thomas Hof

Ort:

tif

Termine:

Di, 28.11.2017, 20:15 |
Mi, 29.11.2017, 20:15 |
Do, 30.11.2017, 20:15 |
Mi, 6.12.2017, 11:00 |
Sa, 3.2.2018, 20:15 |

Wer wir sind

Eine Stückentwicklung zum Thema Heimat

Empfohlen ab 13 Jahren

Weißt du noch, was du am Freitag, den 30. Juni 2006, gemacht hast? Als gegen 18.40 Uhr Miroslav Klose den Ausgleich gegen Argentinien im Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land erzielte und die deutsche Mannschaft sich in einem packenden Elfmeterschießen ins Halbfinale schoss?

Das vierwöchige Sommerwetter und die Begeisterung von Zuschauern und Gastgebern sorgten für eine ausgelassene Stimmung, die in Anlehnung an Heine als »deutsches Sommermärchen« bezeichnet wurde. Man konnte und durfte wieder öffentlich sagen, dass man stolz sei, Deutscher zu sein. Sieht man allerdings heute Bilder aus Bautzen oder Clausnitz, wo ein fremdenfeindlicher Mob »Wir sind das Volk!« brüllt und damit Menschen verängstigt, die Zuflucht in Deutschland suchen, drängt sich unweigerlich die Frage auf: Ist das (jetzt) wieder anders? Worauf kann man als Deutscher stolz sein? Was ist »typisch deutsch«? Existiert ein Gefühl für ein Land? Was ist denn dieses Deutschland und was verbindet mich damit? Welche Bedeutung hat der Begriff »Heimat« heute? Welche Rolle spielen Traditionen in unterschiedlichen Generationen? Was können deutsche Klassiker uns noch sagen? Was eint das Land? Nord und Süd, Ost und West, was hat Bayern mit Hamburg zu tun, Chemnitz mit Kassel …?
Die Regisseurin Joanna Praml stellt sich und einer Kerngruppe von ungefähr zehn Jugendlichen, die im Herbst 2016 bei einem offenen Casting ausgewählt wurden, im partizipativen Rechercheprojekt »Bürgerbühne« genau diese Fragen. »Bürger« interessieren dabei nicht mehr lediglich als Zuschauer, sondern kommen als Teilhaber von Aufführungen nach einer halbjährigen Probenzeit selber auf die Bühne, um zu behandeln, was sie bewegt: Wer wir sind. Wie wir denken. Wie wir fühlen.

Inszenierung: Joanna Praml
Bühne und Kostüme: Jana Denhoven
Musik: Hajo Wiesemann
Dramaturgie: Petra Schiller

Ort:

tif

Termin:

Fr, 19.1.2018, 20:15 |

STAATSTHEATER KASSEL

Friedrichsplatz 15 (Opernhaus)
D 34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Opernhaus / Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel

Karten:
Kartentelefon: 0561 / 1094-222
Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr

Öffnungszeiten der Theaterkasse:
Di-Fr, 10-18 Uhr
Sa, 10-13 Uhr
So 10-12 Uhr

Online: www.staatstheater-kassel.de