STAATSTHEATER KASSEL - TIF Theater im Fridericianum
Spielzeit 2011/12
norway.today
von Igor Bauersima
Premiere: 09. März 2012, tif
Die lebensmüde Julie sucht im Internet nach einem Gleichgesinnten, der mit ihr in den Tod gehen will. In einem Chatroom lernt sie August kennen und die beiden verabreden sich, gemeinsam nach Norwegen zu fahren, um dort von einem Felsen in den Tod zu springen. Doch davor wollen sie noch Abschiedsbotschaften an ihre Hinterbliebenen aufzeichnen. Das gestaltet sich aber schwieriger, als gedacht.
Igor Bauersima gelingt in seinem bekanntesten Stück, das auf einer wahren Begebenheit basiert, ein spielerischer Grenzgang zwischen Tragik und Komik, zwischen virtuellem und echten Leben – und ein Blick in zwei jugendliche Seelen, der viel über die existenzielle Situation des modernen Menschen verrät.
Inszenierung: Petra Schiller
Ausstattung: Brigitte Schima
Dramaturgie: Michael Volk
Ort:
tif
Termine:
Mi, 7.3.2012, 20:15 | Voraufführung |



Fr, 9.3.2012, 20:15 | Premiere |



So, 18.3.2012, 20:15 |



Sa, 24.3.2012, 20:15 |



Sa, 31.3.2012, 20:15 |


Winterreise
von Elfriede Jelinek
Premiere: 23. März 2012, 20.15 Uhr | tif
Fremd in der Welt und fremd dem eigenen Leben gegenüber folgt Elfriede Jelinek in ihrem neuen Stück den Spuren des Wanderers aus Franz Schuberts Liederzyklus Die Winterreise. Der Weg beginnt im Wahnsinn der unmittelbaren Gegenwart (Bankenskandale, Entführungsopfer, die eingekerkert aus der Zeit fallen) und führt immer deutlicher zu Stationen in Jelineks Biografie: die komplizierte Beziehung zur Mutter, die Einweisung des Vaters in die Psychiatrie, bis hin zu einer ebenso schonungslosen wie ironischen Selbstabrechnung Jelineks mit ihrer Rolle als Autorin, die »das immer gleiche Lied leiert«. Winterreise spielt in beeindruckender Klarheit und fast unheimlicher Dichte noch einmal all die Themen durch, die Elfriede Jelinek in den letzten Jahren und Jahrzehnten beschäftigt haben. Entstanden ist dabei eines ihrer persönlichsten und anrührendsten Werke überhaupt. Die Uraufführung fand im Februar 2011 an den Münchner Kammerspielen statt. Das Stück ist im Mai / Juni 2011 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen, einem Stückewettbewerb, bei dem Elfriede Jelinek nun zum 15. Mal dabei ist.
Inszenierung: Volker Schmalöer
Ausstattung: Valentina Crnkovic
Musik: Dirk Raulf
Dramaturgie: Elisabeth Tropper
Ort:
tif
Termine:
Mi, 21.3.2012, 20:15 | Voraufführung |



Fr, 23.3.2012, 20:15 | Premiere |


Nicht hier oder die Kunst zurückzukehren
von Kathrin Röggla
Fünf Rückkehrer nach Deutschland treffen aufeinander: Idealisten, deren Verträge ausliefen, Karrieristen, die aus privaten Gründen zur Heimkehr gezwungen wurden, »wieder miteinreisende Partner« – Gestrandete allesamt. Jeder und jede Einzelne hatte irgendwie Teil am immer größer werdenden Arbeitsmarkt des internationalen Engagements von der UNO bis zum deutschen Entwicklungsdienst. Gerade im vermeintlichen Zuhause aber sehen sie sich stärker denn je einer Ortlosigkeit ausgesetzt, die genauso in der deutschen Provinz wie in der großen weiten Welt grassiert – als sei sie ein Virus, der alle Gegenden nach und nach ansteckt. Die Rückkehrer fühlen sich entlassen in eine plötzliche Gleichgültigkeit, die heute sehr dicht mit jeglichem Engagement verknüpft zu sein scheint.
Dem Stück liegen zahlreiche Gespräche mit Rückkehrern zugrunde, es ist ein bitterböser Blick auf eine Welt, in der Ankommen-Können zu einer der kompliziertesten Übungen gerät und die Widersprüche des humanitären Engagements jede Begegnung in tragikomische Momente zerbröseln lassen.
Inszenierung: Leopold von Verschuer
Ausstattung: Magdalena Gut
Dramaturgie: Christa Hohmann
Ort:
tif
Termin:
Fr, 24.2.2012, 20:15 |


Im Sprung der toten Katze
von Katja Hensel
Die tiefste Talsohle der Finanzkrise ist hierzulande durchschritten, alle haben viel dazu gelernt, doch geändert hat sich quasi nichts. Es wird viel über das Geld gesprochen, auch auf den Bühnen. Aber selten vom Geld. Das Stück Im Sprung der toten Katze sucht den Perspektivwechsel: Was ist der Wesenskern von Geld? Wie kann man die Psyche von Kreditgeld sichtbar machen? Ist Bargeld beleidigt, wenn ihm immer öfter Girokarten vorgezogen werden? (Ja, manchmal schon.) Welcher Zusammenhang besteht zwischen Schuld und Schulden? Katja Hensel erzählt den Alltag von perspektivlosem Bargeld, das eine Bar aufmacht und dort gegen sein Verschwinden kämpft. Das Stück beleuchtet ein Liebespaar, das aus der Liebe einen Mehrwert schöpft, ineinander investiert, sich emotional verschuldet, sich vermehrt und es begleitet einen Kapitalmarkt, der eine Analytikerin aufsucht, die ihm zunächst jede Hilfe verweigert.
Im Sprung der toten Katze, ein Stückauftrag des Staatstheaters Kassel, ist nach Ins weite Schrumpfen das zweite Stück von Katja Hensel, das im tif zur Uraufführung kommt. Katja Hensel arbeitet als freischaffende Schauspielerin, Autorin und Regisseurin. Regisseurin Nicole Oder wird zum ersten Mal am Staatstheater Kassel inszenieren. Sie gehört zur künstlerischen Leitung des Berliner Theaters Heimathafen Neukölln. Dort inszenierte sie unter anderem die drei Teile der Neukölln-Trilogie, Arabboy, Sisters und Arabqueen. Arabboy war für den Ikarus 2010 nominiert, Arabqueen gewann den Publikumspreis des Festivals radikal jung 2011.
Inszenierung: Nicole Oder
Ausstattung: Wiebke Meier
Dramaturgie: Elisabeth Tropper
Ort:
tif
Termine:
Mi, 8.2.2012, 20:15 |



Mi, 15.2.2012, 20:15 |



So, 4.3.2012, 20:15 |



Do, 8.3.2012, 20:15 |



Do, 29.3.2012, 20:15 |


Invasion!
von Jonas Hassen Khemiri
Empfohlen ab 16 Jahren
Jonas Hassen Khemiri, 1978 in Stockholm geboren als Sohn einer Schwedin und eines Tunesiers, setzt sich spielerisch mit dem Thema der kulturellen Identität, dem Bild vom Fremden und vom ›Anderen‹ und mit der Kraft moderner Mythen auseinander. In unterschiedlichsten Stilformen und Bühnensituationen entsteht ein Kaleidoskop der Bühnen- und Lebensgeschichten.
Abulkasem. Ein Name steht im Zentrum des Stückes. In einem romantischen Drama erscheint Abulkasem als Sinnbild des bedrohlichen Fremden. Doch im subversiven Sprachgebrauch der Jugendlichen mit ›Migrationshintergrund‹, die zum Theatergucken verdonnert waren, gewinnt der Begriff plötzlich ganz andere Bedeutung. Während Wissenschaftler von der Bedrohlichkeit des Abulkasem überzeugt sind und ihn durch ihre Beobachtung einzukreisen versuchen, wandert der Name durch verschiedene Milieus, gehört zu einer iranischen Theater-Avantgardistin wie zu einem antisemitischen Publizisten, kann ebenso ein verängstigter Arbeitsemigrant sein wie ein Selbstmordattentäter. Immer dient er der Selbstbehauptung, wandelt sich durch denjenigen, der ihn gerade im Munde führt und verwandelt umgekehrt seinen Sprecher. Am Ende hat der Name die Runde gemacht und gelangt auf anrührende und überraschende Weise zurück zu seinem Autor.
Inszenierung und Bühne: Gustav Rueb
Kostüme und Mitarbeit Bühne: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Dieter Klinge
Ort:
tif
Termine:
So, 5.2.2012, 20:15 |



Sa, 11.2.2012, 20:15 |



Fr, 17.2.2012, 20:15 |



So, 19.2.2012, 20:15 |



Mi, 22.2.2012, 20:15 |



Sa, 3.3.2012, 20:15 |



Mi, 28.3.2012, 20:15 |


Der Fischer und seine Frau
von Einar Schleef nach den Brüdern Grimm
Empfohlen ab 6 Jahren
Man gönnt es ihr ja, der Fischersfrau: Ein Häuschen mit kleinem Garten zu wünschen, wenn sie mit ihrem Mann in einer elenden winzigen Hütte hausen muss, ist nur allzu verständlich. Und wenn der »zauberhafte« Butt, den der Fischer gefangen und wieder freigelassen hat, jeden Wunsch erfüllen kann, sollte man diese Chance nutzen! Oder hat der Fischer recht, der ewige Bedenkenträger ...?
Gier, Maßlosigkeit, nicht endendes Verlangen nach Besitz und Macht, schließlich Absturz in schlimmere Verhältnisse als zuvor – das norddeutsche Märchen »Vom Fischer und seiner Frau« beschreibt die Mechanismen und die menschlichen Abgründe, die wir (natürlich ganz unbeteiligt) auch heute beobachten können.
In der Theaterfassung von Einar Schleef (1944 bis 2001), einem der größten deutschen Regisseure und Autoren der Gegenwart, gibt es – ganz werktreu – den Fischer, seine Frau und den sprechenden Butt. Aber wichtig und letztlich entscheidend sind die Kinder, die nicht allein als Zuschauer und Zuhörer gefordert sind, sondern mitspielen. Ohne sie gibt es keinen Wind, keine Wellen, nur sie beschreiben und erfinden Hütte und Palast, erst mit ihrer Hilfe kann es Hofstaat und prunkvolle Zeremonien geben. Spieler, Erfinder, Zuschauer: Es wird eine ganze Menge geboten – und gefordert.
Inszenierung: Dieter Klinge
Ausstattung: Silke Becker
Musik: Georgy Vysotsky
Dramaturgie: Dieter Klinge
Ort:
tif
Termin:
Do, 23.2.2012, 10:30 | Wiederaufnahme |


Der Löwe, der nicht schreiben konnte
von Martin Baltscheit
Empfohlen ab 4 Jahren
Der Löwe kann nicht schreiben, aber das stört ihn nicht. Schließlich kann er brüllen und Zähne zeigen. Das reicht.
Eines Tages aber sieht er die Löwin und verliebt sich. Eine solche Dame kann man nicht so einfach küssen, die erwartet zuerst einen Liebesbrief (hat jedenfalls der Missionar gesagt, den der Löwe seinerzeit gefressen hat …). Kein Problem – schließlich hat der König der Tiere genug Untertanen, die schreiben können! Doch was sich die Affen, das Nilpferd oder der Mistkäfer unter einem Liebesbrief vorstellen, ist nicht ganz das, was der Löwe meinte!
Der völligen Verzweiflung nahe und am Ende seiner Geduld brüllt er seine Liebeserklärung mit mächtiger Löwenstimme in die Savanne hinaus: »Ich würde ihr schreiben, wie schön sie ist. Ich würde ihr schreiben, wie gerne ich sie sehen möchte. Einfach nur zusammen sein. Einfach unter einem Baum liegen. Einfach in den Abendhimmel gucken!«
Und es wirkt! Die Löwin kommt, lächelt, übersieht diskret die Schwachstelle des Löwen und ein wunderbares Happy End zeichnet sich am Horizont über der Savanne ab.
Martin Baltscheits Bilderbuch dient als Vorlage für ein kleines musikalisches Stück über Verliebtheit und Missverständnisse, über die Schwierigkeit, sich zu ändern – und über die vielen Vorteile, die uns die Kunst des Schreibens und Lesens verschaffen kann. (Aber das nur am Rande!)
Inszenierung: Stephan Prattes
Bühne: Valentina Crnkovic
Kostüme: Stephan Prattes
Musik: Maja Pihler
Dramaturgie: Dieter Klinge
Ort:
tif
Termine:
Di, 7.2.2012, 10:00 | Wiederaufnahme |



Mi, 8.2.2012, 10:00 |



So, 12.2.2012, 15:00 |


Robert Redfords Hände selig
von Rebekka Kricheldorf
In einem Safari-Camp in Namibia sitzt ein deutsches Rentnerpaar vor seinem Canvas-Zelt. Es sitzt da, es sitzt fest. Vor zwei Jahren ist es ausgewandert und in ein Haus in der von Buren und Deutsch-Namibiern dominierten Küstenstadt Swakopmund gezogen. Ben will dahin zurück, er hat die Schnauze voll von blöden Travellern, Staub und Sand und Tierfotografie. Aber Alice leidet unter Panikattacken, seit in ihr Haus eingebrochen wurde. Nachts verfolgen sie Alpträume von schwarzen Horden, die ihr ihren Wohlstand neiden, tagsüber schwärmt sie von Robert Redford, Robert Redford alias Großwildjäger Denis Finch Hatton in Technicolor, der unsterbliche weiße Gutmensch in der medialen Fabel vom schaurigschönen Afrika. Alice verhindert die Abreise mit allen möglichen Tricks, schon schwelt ein Ehekrieg unter der wütend brennenden Sonne. Da taucht ein Gegenüber auf: Ein junges, frisch verliebtes Pärchen, aus Deutschland gekommen, um bei einem AIDS-Hilfe-Projekt mitzuarbeiten. Der Wettbewerb der Selbstdarstellung beginnt.
Das Stück beleuchtet den Deutschen auf seiner Suche nach Erfüllung in der Fremde, seinen Goodwill, seine Ignoranz, seine hilflosen Versuche von Einmischung und Abgrenzung in einem Land, das noch deutlich die kolonialistischen Spuren Kaiser Wilhelms trägt.
Robert Redfords Hände selig ist eine Auftragsarbeit für das Staatstheater Kassel und wurde zu den Autorentheatertagen 2011 an das Deutsche Theater nach Berlin eingeladen. Nach Rosa und Blanca und Das Ding aus dem Meer ist es bereits die dritte Uraufführung von Rebekka Kricheldorf am Staatstheater Kassel. Kricheldorf wurde mit dem Kasseler »Förderpreis Komische Literatur 2010« ausgezeichnet.
Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne : Ansgar Silies
Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Ansgar Silies
Dramaturgie: Christa Hohman
Ort:
tif
Termin:
Do, 9.2.2012, 20:15 |


Ich war Schneewittchens Stiefmutter
Eine Märchencollage
Sabine Wackernagel erzählt Märchen der Brüder Grimm aus der Sicht ihrer Frauengestalten. Sie durchstreift als Kluge Else viele der bekannten Geschichten und entwickelt sich im Laufe der Erzählung zu den unterschiedlichsten Frauen, vom Aschenputtel bis hin zur unglücklichen Stiefmutter und der bösen Hexe.
So kehrt sie das Äußere nach innen und schafft ein Psychogramm weiblicher Märchengestalten, deren Wesen auf diese Weise nicht mehr nur schwarz / weiß , gut oder böse ist , sondern schillernd und widersprüchlich daherkommt. Ein Psychogramm weiblicher Märchenfiguren, im Grimmschen Wortlaut erzählt, aber zeitlos im Ausdruck von Gefühlen, Ängsten und Sehnsüchten.
Hartmut Schmidt begleitet am Akkordeon.
Termin:
Fr, 10.2.2012, 20:15 |


Oh, wie schön ist Panama
von Janosch
Empfohlen ab 4 Jahren
»Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst«, sagt Janosch, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte. Mit seinen Büchern bezaubert er Kinder und Erwachsene gleichermaßen – seine Bilder, seine Stories erzählen von eigenartig schwebenden Glücksgefühlen.
Der kleine Bär und der kleine Tiger sind eigentlich äußerst zufrieden mit ihrem gleichmäßig dahinfließenden, sehr be-schau-lichen Leben: Bär angelt, Tiger findet Pilze, abends wird gekocht, und über dem kleinen Haus mit Schornstein scheint immer die Sonne. Aber dann steigt ihnen ein Duft der Ferne in die Nasen. Eine Bananenkiste (Aufschrift: Panama) lockt sie zum großen Reiseabenteuer. Mit Kochtopf und Angelrute machen sich die Freunde auf den Weg in ihr Traumland, die Tigerente immer dabei! Wo es lang geht, wissen sie, denn den Wegweiser haben sie ja selbst gebaut … In der Welt ist eine Menge los und sie treffen bemerkenswerte Leute unterwegs. Dann sind sie endlich am Ziel – in Panama! Dass es ihr altes Häuschen ist, macht gar nichts. Denn nun sehen sie es mit anderen, mit welterfahrenen Augen. (Und ein neues Sofa haben sie auch.)
Inszenierung: Dieter Klinge
Ausstattung: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Dieter Klinge
Ort:
tif
Termine:
Sa, 18.2.2012, 15:00 |



Sa, 25.2.2012, 15:00 |



Do, 1.3.2012, 10:00 |



So, 11.3.2012, 15:00 |


Der Kontrabass
von Patrick Süskind
»Können Sie mir sagen, wieso ein Mann Mitte Dreißig, nämlich ich, mit einem Instrument zusammenlebt, das ihn permanent behindert? Menschlich, gesellschaftlich, verkehrstechnisch, sexuell und musikalisch nur behindert? Ihm ein Kainsmal aufdrückt?«
Man hat es nicht leicht als Kontrabassist in einem großen Orchester. Der Protagonist des Stückes erzählt uns vom Alltag mit dem größten, unhandlichsten und unsolistischsten Instrument, von seinen Nöten und seinen Träumen, von seinem Minderwertigkeitsgefühl und – von seiner heimlichen Liebe zu einer Sopranistin. Seine nörgelnde Unzufriedenheit, seine scharfzüngige Kritik an denen, die schuld sind an seiner Situation, seine Selbstgefälligkeit, offenbaren die Abgründe des Künstlerdaseins. Süskind schreibt ein Solo für einen Schauspieler: einfühlsam, bitterkomisch und voller Esprit. // Mit dem Monolog Der Kontrabass, uraufgeführt am Münchner Cuvilliéstheater, wurde Patrick Süskind 1981 auf einen Schlag bekannt. Mit dem Roman »Das Parfüm« erlangte er kurz darauf Weltruhm.
Inszenierung: Patrizia Schuster
Ausstattung: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Michael Volk
Der Kontrabassspieler: Franz Josef Strohmeier
Ort:
tif
Termine:
Mi, 29.2.2012, 20:15 |



Do, 15.3.2012, 20:15 |


Edward II
von Christopher Marlowe
König Edward bekennt sich öffentlich zu seiner Liebe zu Gaveston, seinem Günstling. Er vergisst darüber allerdings die Regierungsgeschäfte und gibt seine Königswürde der Lächerlichkeit preis. Der Hof stellt sich gegen ihn, an seiner Spitze der taktierende Mortimer. Edward wird gezwungen, sich von seinem Geliebten zu trennen. Königin Isabella versucht, die Gunst ihres Mannes zurückzugewinnen. Es kommt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Gaveston wird gefasst und ermordet. Edward sammelt alle ihm noch verfügbare Macht und beginnt seinen Rachefeldzug, dem alle führenden Aristokraten zum Opfer fallen bis auf seinen Gegenspieler Mortimer, dem es gelingt, sich nach Frankreich zu retten, wo bereits die gedemütigte Isabella auf ihn wartet. Sie bilden ein Heer und ziehen siegreich gegen den König von England. Edward wird zum Verzicht auf die Herrschaft gezwungen, die er nominell weiterführen muss. In Wirklichkeit regieren Isabella und Mortimer, der ihr Geliebter geworden ist. Während Edward mehr und mehr zur stillen Leidensfigur wird, entpuppen sich nun die neuen Herrscher als Tyrannen. Christopher Marlowe, der elisabethanische Autor, der William Shakespeare in mancherlei Hinsicht beeinflusste, lebte mutmaßlich von 1564 bis 1593. Edward II wurde 1592 von der Theatergruppe der »Pembroke’s Men« aufgeführt. Marlowe zeigt darin einen Staat, der auf seinen Untergang zutreibt, in dem Macht und Recht nur leere Floskeln sind – und in dem dunkle Leidenschaften die Politik bestimmen.
Inszenierung: Patrick Schlösser
Ausstattung: Daniel Roskamp
Musik: Ole Schmidt
Dramaturgie: Elisabeth Tropper
Ort:
tif
Termine:
Sa, 4.2.2012, 20:15 |



So, 26.2.2012, 20:15 |



Sa, 10.3.2012, 20:15 |



Sa, 17.3.2012, 20:15 |


Bonnie und Clyde
Ein Stück für drei Schauspieler und eine Fluchtwagen von Thomas Richhardt
Empfohlen ab 14 Jahren
Inmitten der Weltwirtschaftskrise gelangt das Bankräuberpaar Bonnie und Clyde zu Ruhm. Sie werden zum Inbegriff der attraktiven Desperados, die als Räuber und Mörder zumindest modisch immer gute Figur machen. Dass sie unter anderem neun Polizisten erschossen, gerät leicht in Vergessenheit über all den Hymnen der Popkultur, die ihnen gewidmet sind – Filme, Songs von Georgie Fame über die Toten Hosen bis Eminem oder Beyoncé.
Das Stück zeichnet den Weg von Bonnie und Clyde vom ersten Kennenlernen bis zum gemeinsamen Tod im Kugelhagel der Polizei am 23. Mai 1934. Dabei kontrastiert der Autor den Mythos mit einer zweiten Ebene – einer Geschichte von heute, von Judith und Steini sowie dessen jüngerem Bruder Schneise, dem „Problemfall" der Familie. Entstanden ist ein Stück, das voller Ironie, Komik und Träume ist, voller Verzweiflung, Brutalität und Schmerz. Und die Frage stellt, ob Menschenleben nicht zu teuer sind als Preis für Freiheit und Selbstverwirklichung.
Inszenierung: Oliver Dominique Endreß
Ausstattung: Matthieu Götz
Musik: Peter Elter
Dramaturgie: Dieter Klinge
Ort:
tif
Termin:
Fr, 2.3.2012, 20:15 |


Verliebte und Verrückte
Eine Shakespeare-Collage von George Tabori
»Verrückten und Verliebten glüht das Hirn, es blüht die Phantasie, und sie erkennen mehr als der kühlere Verstand begreift.« heißt es in Ein Sommernachtstraum.
Shakespeares Verliebte bevölkern alle seine Stücke – Tragödien wie Komödien. Und keiner hat sie in seinem Werk in so vielen Facetten beschrieben. Doch all seine Liebenden sind zugleich Narren: »Wie alles von Natur sterblich ist, so sind alle sterblich Verliebten von Natur Narren«, sagt der Narr in Wie es euch gefällt. Der große Regisseur und Dramatiker George Tabori hat aus dieser Weisheit eine Theateridee entwickelt: Shakespeares Liebesszenen als kurze, in sich abgeschlossene Dramen zu spielen und daraus eine fulminante Shakespeare-Collage zu kreieren. Ein Sommerabend für Verliebte und Verrückte, für Shakespeare-Kenner und -Liebhaber und für alle, die es noch werden wollen…
Inszenierung: Sebastian Schug
Ausstattung: Christian Kiehl
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Stephanie Winter
Ort:
tif
Termin:
Do, 1.3.2012, 20:15 |


Das Leben der Bohème
nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäki
Drei arbeitslose Künstler auf der Suche nach einem besseren Leben, dem Glück, der Liebe – diese Geschichte erzählt der finnische Filmregisseur Aki Kaurismäki, inspiriert von Henri Murgers Roman »Scènes de la vie de bohème«, der auch Vorlage für die Puccini-Oper LA BOHÈME war.
Der Maler Rodolfo, der Schriftsteller Marcel und der Komponist Schaunard leben wenig erfolgreich, auf eine bessere Zukunft hoffend in Paris. Es sind die Armut und die Liebe, die sie umtreiben. Das Wenige, das sie haben, wird brüderlich geteilt. Als Rodolfo einen reichen Mann porträtiert, bittet er diesen, seinen Mantel auszuziehen und gibt ihn heimlich Marcel. So kann sein Freund in der Zwischenzeit mit schicker Kleidung zu einem Vorstellungsgespräch gehen. Und als Marcel den Job bekommt, wird das Gehalt sofort für ein üppiges Essen, gute Anzüge und ein Auto ausgegeben. Ist Geld da, wird gefeiert, ist keins da, geht es auch irgendwie – gespart wird nicht, denn die drei sind sowieso Teil des Prekariats. Mit unkonventionellen Überlebensstrategien kämpfen sie für ihre Lebensweise, mit der selten etwas gewonnen, aber sehr viel verteidigt wird. Als Rodolfo auf Mimi, seine große Liebe trifft, versucht er – mit Hilfe seiner Freunde – dieses Glück um jeden Preis zu bewahren.
In seinen Filmen (u. a. »Das Mädchen aus der Streichholzfabrik«, »Der Mann ohne Vergangenheit«, »I hired a contract killer«) erzählt Kaurismäki melancholisch und skurril, lakonisch und humorvoll von Glücksrittern und stolzen Stehaufmännchen, die sich in einen Kampf begeben, von dem sie wissen, dass er nicht zu gewinnen ist.
Inszenierung: Martin Schulze
Ausstattung: Ulrike Obermüller
Musik: Dirk Raulf
Dramaturgie: Stephanie Winter
Ort:
tif
Termin:
Di, 27.3.2012, 20:15 |


STAATSTHEATER KASSEL
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel
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Opernhaus / Schauspielhaus
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tif - Theater im Fridericianum
Friedrichsplatz 17, Hinter dem Museum, 34117 Kassel
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Mo 10:00 - 13:00 Uhr, 14:00 - 18:30 Uhr
Di-Fr 10:00 - 18:30 Uhr
Sa 10:00 - 13:00 Uhr
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