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tif - Theater im Fridericianum

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

tif - Theater im Fridericianum
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

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Bewertungen & Erfahrungsberichte tif - Theater im Fridericianum

Theater

DER NSU-PROZESS. DIE PROTOKOLLE

Annette Ramelsberger, Wiebke Ramm, Tanjev Schultz, Rainer Stadler

Premiere: 12. September 2019

Uraufführung

1. Oktober 2013, Tag 41 İsmail Yozgat: »[...] Als ich hineinging, habe ich auf dem Tisch zwei rote Tropfen gesehen. Ich habe mir gedacht, vielleicht hat Halit Farbe verschüttet. Dann habe ich meinen Sohn dort liegen gesehen. Er lag auf dem Rücken. Ich habe ihn auf meinen Arm gelegt. (Steht auf. Schreit.) Er gab keine Antwort! [...]« (Er tritt nach vorne an das Richterpult. [...] Yozgat legt sich auf den Bauch, um zu zeigen, wie sein Sohn lag. Er liegt direkt vor dem Tisch, an dem Zschäpe sitzt.)

Am 6. Mai 2013 begann in München der größte Strafprozess Deutschlands seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil gesprochen. Fünf Angeklagte wurden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben, eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt, eine Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben soll. In dem Verfahren wurden mehr als 600 Zeug*innen und Sachverständige gehört, über 60 Anwält*innen vertraten die fünf Angeklagten und 91 Nebenkläger*innen an 438 Prozesstagen. Vier Journalist*innen der Süddeutschen Zeitung haben die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt. Aus ihren Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll und damit auch ein Stück deutscher Geschichte entstanden, das ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter*innen, dem Dilettantismus der Ermittler*innen und der schwierigen Suche nach der Wahrheit vermittelt. Viele Fragen sind bis heute unbeantwortet geblieben: Wie kann es beispielsweise sein, dass ein beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesender Mann vom Verfassungsschutz nichts mitbekommen haben will? Wieso wurden Akten vernichtet, Informationen verschleiert oder zurückgehalten? Wer hat den NSU unterstützt?

Im August 2018 erhielt die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız ein Fax, in dem damit gedroht wurde, ihre kleine Tochter zu »schlachten«. Seda Başay- Yıldız vertrat beim NSU-Prozess Adile Şimşek, deren Mann Enver im Jahr 2000 von der rechten Terrorzelle ermordet wurde. Unterzeichnet war das Schreiben mit »NSU 2.0«.

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Bewertungen & Erfahrungsberichte DER NSU-PROZESS. DIE PROTOKOLLE

Theater

The Aliens

Annie Baker

»you may not believe it / but there are people / who go through life with / very little friction or distress. / they dress well, sleep well. / they are contented with their family / life. / they are undisturbed / and often feel / very good. / and when they die / it is an easy death, usually in their / sleep. // you may not believe / it / but such people do exist. / but I am not one of / them. / oh no, I am not one of them, / I am not even near / to being / one of / them. / but they / are there / and I am / here.

Charles Bukowski
The Aliens


Der Hinterhof eines Cafés in Vermont, Anfang Juli. Es ist der Treffpunkt zweier Männer in den Dreißigern, die hier über Poesie und Musik diskutieren. KJ hat das College geschmissen, Jasper die High School nie beendet. Ihre einstige Band, deren Name The Aliens (einer unter fünfzig anderen) nach dem Gedicht von Charles Bukowski lautete, hat sich aufgelöst. Nun schreibt Jasper an einem Buch. Als der 17-jährige Evan seinen neuen Nebenjob im Café antritt, beschließen die beiden, ihm alles beizubringen, was sie wissen. Und das ist nichts weniger als alles über Liebe, Tod und wie diese beiden Gegenpole untrennbar und unvorhersehbar mit dem Leben verbunden sind.
Annie Baker, von der bereits in der Spielzeit 2017–18 Im Kino (The Flick) im tif zu sehen war, zeichnet in ihrem »zarten und außerordentlich feinen« Stück (Charles Isherwood, The New York Times), drei unangepasste Charaktere und ihre Sehnsüchte. Ist man denn nun ein verkanntes Genie oder nicht? Und wenn nein, gesteht man es sich ein oder hält man an seinen Träumen fest? In aller Stille erfährt der Zuschauer durch kleinste Details und Nebensätze die grundsätzlichsten Dinge über die Freundschaft der Figuren, die auf dem gegenseitigen Sinn für ihre Andersartigkeit und Entfremdung beruht. Man wird in die Welt der drei gesogen. Und die ist poetischer und aufregender als man sie in einem Hinterhof vermuten würde.

Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne und Kostüme: Christian Kiehl
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Petra Schiller

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Bewertungen & Erfahrungsberichte The Aliens

Theater

Die Opferung von Gorge Mastromas

Dennis Kelly

Gorge Mastromas wird an einem durchschnittlichen Sommertag von durchschnittlichen Eltern mit durchschnittlich viel Lust gezeugt. Auch in seiner Kindheit und Jugend bleibt er stets – Durchschnitt. Sei es aus Güte oder Feigheit, ständig scheint er das vermeintlich moralisch Richtige zu tun und bleibt damit immer auf der Strecke. Er muss erkennen, dass sein Verhalten nur Misserfolge mit sich bringt und er ewig auf der Verliererseite des Lebens zu stehen scheint. Mit Anfang dreißig wird ihm aber eines Tages die Möglichkeit geboten, aus seinem Schattendasein heraus zu treten. In den winzigen Sekunden, die er für diesen Entschluss braucht, in denen er erkennt, dass Güte und Feigheit letztendlich wohl dasselbe sind, wird er neu geschaffen. Von nun an ist er ein Gewinner. Am Ende seines Lebens gehört er zu den erfolgreichsten, mächtigsten und reichsten Menschen der Welt.
Wie es dazu kommt und was dabei Glück und Gerechtigkeit für eine Rolle spielen, wird in The Ritual Slaughter of Gorge Mastromas untersucht. Dennis Kelly fragt nach Möglichkeiten und Definitionen einer erfolgreichen Lebensführung, dem Wesen von Moral und ob wir immer die Wahlfreiheiten haben, von denen wir meinen, sie zu besitzen. Zu welchen Opferungen sind wir überhaupt bereit? Was macht uns Menschen überhaupt zu Menschen?

Inszenierung: Martin Schulze
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Petra Schiller

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Theater

Intervention

Rebekka Kricheldorf

Was tun, wenn die beste Freundin auf die schiefe Bahn gerät? Das Gespräch mit ihr suchen, da sind sich die Experten einig. Und am besten man tut dies nicht allein, sondern bildet einen ganzen Hilfstrupp. Man benachrichtige also alle dem Problemfall nahestehenden Personen, weihe sie in sein Vorhaben ein und locke die Gefährdete unter einem fadenscheinigen Vorwand in seine Wohnung, wo sie dann statt eines weinseligen DVD-Abends eine sogenannte Intervention erwartet. Ein Freundinnen-Ethikkomitee, das ein besorgtes Gespräch darüber führen möchte, dass es ja so nicht weitergehen könne, so ganz ohne professionelle Hilfe. Egal, ob es sich um ein angebliches Suchtproblem handelt oder sonstiges risikoreiches Verhalten, das kollektive Über-Ich steht bereit. So eine Überraschungsparty ohne Party, an der einem statt Korken gut gemeinte Ratschläge um die Ohren knallen, kann schnell entgleisen. Denn bei jedem Hilfsangebot entsteht immer auch ein Machtgefälle: zwischen dem Samariter, der sein Leben souverän im Griff zu haben glaubt, und dem Gestrauchelten, dem er huldvoll die Hand reicht. Da ist mit massivem Widerstand und hartnäckiger Problem-Verleugnung von Seiten des Interventionsopfers zu rechnen. Und wo liegen überhaupt die Grenzen zwischen hedonistischem Lebensstil und selbstzerstörerischem Verhalten? Wer ist befugt, diese zu ziehen? Was macht es aus, das gelungene, selbstbestimmte Leben? Ob die gerade Bahn der schiefen stets vorzuziehen und welche von beiden wirklich die Autobahn in die Hölle ist, hängt schwer davon ab, wo man die Hölle lokalisiert.

Inszenierung: Schirin Khodadadian
Bühne | Kostüme: Ulrike Obermüller
Musik: Kathrin Vellrath
Dramaturgie: Michael Volk

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Bewertungen & Erfahrungsberichte Intervention

Aufführungen / Konzert Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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