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Kasseler Musiktage

WANN SINGST DU?
25. Oktober bis 4. November 2018


Ob in der Badewanne, im Kirchenchor oder Fußballstadion, auf der Geburtstagsfeier oder Opernbühne: Singen gehört zu den unmittelbaren menschlichen Äußerungen. Die Kasseler Musiktage stellen 2018 verschiedene Formen des Gesangs in den Mittelpunkt des Festivals. Das Publikum wird betörende und begeisternde Stimmen mit barocken Koloraturen, exzentrischen Songs, jahrhundertealten Gesängen aus Kassel, zeitgenössischen und traditionellen Klängen aus Syrien, Volks- und Kunstliedern sowie einen österreichischen Kunstpfeifer erleben.

Eröffnet wird das Festival mit einem der weltweit begehrtesten Countertenöre unserer Zeit: Valer Sabadus wird für seine Auftritte an den Opernhäusern in Paris, Zürich, Wien, Amsterdam gefeiert und führt im Konzert gemeinsam mit dem Ensemble Concerto Köln in die Welt des Kastraten Farinelli. Ganz andere Sphären eröffnet die isländische Sopranistin Herdís Anna Jónasdóttir, die mit Volksliedern aus ihrer Heimat und Luciano Berios faszinierenden Folk Songs aus unterschiedlichen Ländern bezaubern wird. Bei diesem Konzert mit dem Orchester im Trepenhaus in der documenta-Halle ist das Publikum eingeladen, sich seine Sitzgelegenheit selbst mitzubringen. Bevor das Ensemble Weser-Renaissance in der Alten Brüderkirche Musik von Heinrich Schütz und des wiederzuentdeckenden Kasseler Komponisten Georg Otto erklingen lässt, wird am Sonntagvormittag der junge österreichische Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan mit seinen gepfiffenen Opernarien begeistern. Der am Wiener Burgtheater, Residenztheater München und Schauspielhaus Zürich gefeierte Künstler belebt die einzigartige österreichische Tradition des Kunstpfeifens wieder und hat sich auf atemraubende Koloraturen spezialisiert.

Ebenfalls aus Österreich stammt eine der bedeutendsten Komponistinnen unserer Zeit: Olga Neuwirth. Sie bearbeitete Songs des exzentrischen Sängers Klaus Nomi, die der Countertenor Daniel Gloger gemeinsam mit dem renommierten Ensemble Modern aufführen wird. Kurz nach ihrem 50. Geburtstag wird Neuwirth persönlich zu einem Gesprächskonzert nach Kassel kommen.

Mit Liedern von Gustav Mahler und Richard Strauss gastiert die Mezzosopranistin Okka von der Damerau, die in den vergangenen Jahren an den Opernhäusern in München, Wien, Chicago und bei den Bayreuther Festspielen zu erleben war. Viele Anklänge an die Oper beinhaltet Gioachino Rossinis Stabat Mater, das der Kasseler Generalmusikdirektor Francesco Angelico gemeinsam mit dem Staatsorchester Kassel, dem Chor der Universität Kassel und herausragenden Solisten in der Martinskirche aufführen wird. Mit dem singenden Instrument schlechthin, der Oboe, ist der Virtuose François Leleux als Solist und Dirigent des hr-Sinfonieorchester mit Musik von Joseph Haydn, Thomas Adès und Johannes Brahms in der Stadthalle zu erleben. Er war Solo-Oboist unter anderen im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk und beim Chamber Orchestra of Europe, bevor er als spielender und dirigierender Musiker Publikum und Orchester gleichermaßen in den Bann zog.

Zum Abschluss des Festivals kommt eine der bekanntesten Stimmen Syriens nach Kassel. Die Sängerin Racha Rizk wurde durch ihre Songs für das arabische Kinderfernsehen im gesamten Kulturraum berühmt, bevor sie nach Europa kam und nun auch als Opernsängerin auftritt. Gemeinsam mit dem Damascus String Quintet, das 2015 von Musikern des Syrian Expat Philharmonic Orchestra in Berlin gegründet wurde, bietet sie einen einzigartigen Einblick in die mitreißende Musik ihres Landes.

Kontakt

Kasseler Musiktage
Kasseler Musiktage e.V.
Heinrich-Schütz-Allee 35
D-34131 Kassel

Telefon: +49 (0)561-3164500
Fax: +49 (0)561-3164501
E-Mail: info@kasseler-musiktage.de

 

KARTEN PER TELEFON / EMAIL
Tickethotline 0561 – 316 450 0 oder per Email an vorverkauf@kasseler-musiktage.de.

Die Zustellung der Konzertkarten erfolgt per Post oder durch Hinterlegung an der Abendkasse. Die Zahlung Ihrer Bestellung erfolgt per Vorkasse oder Lastschrift.
Konzert

Eröffnungskonzert

Valer Sabadus, Countertenor
Concerto Köln
Markus Hoffmann, Konzertmeister


Caro Gemello
Arien und Instrumentalmusik von
Antonio Caldara (1670-1736)
Nicola Porpora (1686-1768)
Geminiano Giacomelli (1692-1740)
Francesco Maria Veracini (1690-1768)
Riccardo Broschi (1698-1756)

Ein musikalisches Gipfeltreffen zur Eröffnung des Festivals: Der legendäre Kastrat Farinelli und der vielbeschäftigte Librettist Pietro Metastasio prägten die Opernwelt des 18. Jahrhunderts wie kaum andere Persönlichkeiten. Ihre Spuren durch Italien und Spanien verfolgt einer der bedeutendsten Countertenöre unserer Zeit, Valer Sabadus, gemeinsam mit Concerto Köln, das seit über 30 Jahren zu den herausragenden Ensembles für historische Aufführungspraxis gehört. Werke, die Farinelli selbst gesungen hat, und solche, die er als Impresario in Madrid überhaupt erst realisierte oder deren Entstehung er gemeinsam mit Metastasio begleitete, prägen das Programm. Ihre jahrelange Freundschaft bezeugen die zahlreichen Briefe, in denen sie sich mit »Caro Gemello« (Lieber Zwilling) ansprachen.

Sabadus' glasklare und betörende Stimme wagt sich dabei immer wieder in atemberaubende Höhen und beeindruckt mit virtuosen Koloraturen. Der Countertenor wurde in den vergangenen Jahren unter anderen am Theater an der Wien, Grand Théâtre de Genève, Theater Basel, an der Opéra national de Paris, bei den Händel-Festspielen Karlsruhe und auf zahlreichen Konzertpodien gefeiert.

40 | 30 | 25 EUR
Konzert

Apollon Musagète Quartett

Paweł Zalejski, Bartosz Zachłod, Violine
Piotr Szumieł, Viola
Piotr Skweres, Violoncello


Wacław z Szamotuł (um 1520-1560): In te Domine speravi (arrangiert für Streichqaurtett)
ROXANNA PANUFNIK (*1968): Memories of my Father
Andrzej Panufnik (1914-1991): Streichquartett Nr. 2 Messages
Antonín Dvořák (1841-1904): Streichquartett F-Dur op. 96

Auch ein Streichquartett kann singen! Die Musiker des Apollon Musagète Quartett eröffnen ihr drittes Konzert bei den Kasseler Musiktagen mit einem mehrstimmigen Gesang der polnischen Renaissance. Wacław z Szamotułs Motette In te Domine speravi gehörte zu den ersten Kompositionen, die außerhalb des Landes veröffentlicht wurden, nämlich in Nürnberg. Eine Melodie des Renaissance-Komponisten Carlo Gesualdo verwandelte Roxana Panufnik in ihrem Streichquartett in eine Hommage an ihren Vater. Die in London geborene Komponistin wurde in England vor allem durch ihre Vokalmusik bekannt. Ihr Vater Andrzej Panufnik prägte als Komponist und Dirigent das polnische Musikleben des 20. Jahrhunderts, emigrierte jedoch 1954 aus Protest gegen den Stalinismus nach England.

Mit dem Ziel einer neuen Herausforderung ging Antonín Dvořák 1892 in die USA. Im Bundesstaat Iowa entstand sein F-Dur-Streichquartett, das von den Natureindrücken des Komponisten geprägt ist. Ein Vogelruf, den er auf einem Spaziergang hörte, bildete die Motivik des dritten Satzes. Die rhythmische Figur zu Beginn des vierten Satzes scheint von der Indianermusik inspiriert zu sein, die auch Dvořáks neunte Symphonie beeinflusst haben soll. Trägt diese den Beinamen Aus der neuen Welt, ist das Streichquartett op. 96 heute als Amerikanisches bekannt.

30 | 20 EUR
Konzert

Hygge

Herdís Anna Jónasdóttir, Sopran
Orchester im Treppenhaus
Thomas Posth, Leitung


Luciano Berio (1925-2003): Folk Songs
John Lennon (1940-1980) | Paul Mccartney (*1942) | Luciano Berio:
Yesterday, Michelle II aus Beatles-Songs
Robert Schumann (1810-1856): Herzeleid, Im Wald aus Sechs Gesänge für Sopran und Streichqauartett op. 107 (bearbeitet von Aribert Reimann)
Maurice Ravel (1875-1937): Chants populaires
Judd Greenstein (*1979): Clearing, Dawn, Dance; Isländische und deutsche Volkslieder

Für die isländische Sopranistin Herdís Anna Jónasdóttir ist das Singen völlig selbstverständlich. In ihrer Heimat wird auch spontan gesungen, wenn sich Menschen treffen. Gemeinsam mit den Musikern des Orchester im Treppenhaus erarbeitet die Sängerin Volkslieder aus Island und Deutschland. Im Mittelpunkt des Konzerts stehen volkstümliche Melodien, die neu arrangiert wurden. Der italienische Komponist Luciano Berio ließ sich von Liedern »aus den Vereinigten Staaten, Armenien, der Provence, Sizilien, Sardinien« inspirieren, die er »auf alten Schallplatten und in gedruckten Anthologien entdeckt« hat oder die ihm Freunde vorgesungen haben. Auch Maurice Ravel bearbeitete volkstümliche Melodien aus unterschiedlichen Kulturen.

Das Publikum ist eingeladen, diese verschiedenen Lieder, zu denen auch Luciano Berios Bearbeitungen von Beatles-Songs gehören, in besonderer Atmosphäre zu erleben: entspannt, gemütlich, aufmerksam. Dazu darf und soll sich jeder Gast seinen Sitzplatz selbst mitbringen, sei es die Yogamatte, das Sitzkissen, der Lieblingssessel oder der Campingstuhl. Inspiriert vom dänischen Wort Hygge verwandeln alle Besucher gemeinsam mit dem Orchester im Treppenhaus und Herdís Anna Jónasdóttir die documenta-Halle in einen spontan entstehenden, einzigartigen Konzertsaal.

30 EUR

Zu dieser Veranstaltung bieten wir Ihnen eine Kinderbetreuung an.
Konzert

Ich Pfeif auf die Oper

Nikolaus Habjan, Pfeifen
Ines Schüttengruber, Klavier


Arien von
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Gioachino Rossini (1792-1868)
Camille Saint-Saëns (1835-1921)
u. a.

Als Puppenspieler, Puppenbauer und Regisseur begeistert Nikolaus Habjan seit mehreren Jahren das Publikum im deutsch sprachigen Theaterraum, ob am Burgtheater und Volkstheater Wien, Schauspiel Graz, Residenztheater München oder an der Bayerischen Staatsoper. Daneben widmet er sich einer ganz besonderen Kunst: dem Pfeifen. Mit unglaublicher Virtuosität pfeift er Koloraturen und bekannte Melodien der Operngeschichte vom Barock bis zur Romantik, die sich durch seine außergewöhnliche Interpretation neu entdecken lassen. Besonders herausfordernden Arien widmet sich Habjan mit musikantischer Freude und Leichtigkeit. Die Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte, Rosina aus Rossinis Il barbiere di Siviglia stehen ebenso auf dem Programm wie Adele aus Johann Strauß’ Fledermaus. Operettenmelodien gehörten auch zum Repertoire des legendären Kunstpfeifers Hans Tranquillini, genannt Baron Jean, der gemein- sam mit den Schrammel-Brüdern am Ende des 19. Jahrhunderts in Wien musizierte. Der in Graz geborene Nikolaus Habjan entdeckt diese Kunst neu und konzentriert sich auf koloraturreiche Nummern. Charmant und humorvoll führt er selbst durch das Programm.

30 | 20 EUR

Zu dieser Veranstaltung bieten wir Ihnen eine Kinderbetreuung an.
Konzert

Georg Otto - Heinrich Schütz

Ensemble Weser-Renaissance Bremen
Manfred Cordes, Leitung


Georg Otto (um 1550-1618):
Videte ficum / Amen, dico vobis
Estote ergo misericordes / Quid vides festucam
Ecce, hic positus est / Puer autem Jesus
Post triduum / Fili, quod fecisti nobis
Ego vox clamantis / Ipse est, qui post me venit
Dicite in vitatis / Nuptiae quidem paratae sunt
Magister, scimus quia veras es / Reddite ergo

Heinrich Schütz (1585-1672):
Sehet an den Feigenbaum aus Geistliche Chor-Music SWV 394
Seid barmherzig aus Symphoniae Sacrae III SWV 409
Siehe, dieser wird gesetzt aus Symphoniae Sacrae III SWV 410
Mein Sohn, warum hast du uns das getan? aus Symphoniae Sacrae III SWV 401
Ich bin eine rufende Stimme aus Geistliche Chor-Music SWV 383
Saget den Gästen SWV 459
Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist aus Symphoniae Sacrae III SWV 414

Eine musikalische Zeitreise in die Kasseler Vergangenheit: Musik von Heinrich Schütz, eines der berühmtesten Söhne der Stadt, trifft auf die bisher kaum wieder entdeckten Gesänge des ehemaligen Hofkapellmeisters Georg Otto. Die Alte Brüderkirche, in deren unmittelbarer Nachbarschaft Heinrich Schütz die Hofschule besuchte, wird das Ensemble Weser-Renaissance Bremen auf historischen Instrumenten mit den Klängen dieser beiden Komponisten erfüllen.

Als Schütz 1599 nach Kassel kam, wirkte Otto bereits seit zwölf Jahren als Leiter der Hofkapelle. Geboren wurde er wahrscheinlich 1550 in Torgau oder Weimar und erhielt seine Ausbildung am sächsischen Hof in Dresden. Bis zu seinem Tod 1618 in Kassel wirkte er hier als Hofkapellmeister. Obgleich Landgraf Moritz dem jungen Heinrich Schütz einen dreijährigen Studienaufenthalt in Italien ermöglicht und ihn anschließend zum Hoforganisten berufen hatte, gelang es ihm nicht, Schütz als Nachfolger für Georg Otto zu gewinnen. Schon zuvor war Schütz’ Berufung nach Dresden Gegenstand politischer Auseinandersetzungen mit dem sächsischen Kurfürsten gewesen.

In intensiver Arbeit richtete Manfred Cordes die Handschriften Georg Ottos aus der Universitätsbibliothek Kassel für die musikalische Aufführung ein, so dass 500 Jahre nach dem Tod des Komponisten einige Werke zumindest nach vielen Jahrhunderten zum ersten Mal wieder zu hören sein dürften.

30 | 20 EUR
Konzert

Happy New Ears

Ensemble Modern
Daniel Gloger, Countertenor
Dietmar Wiesner, Flöte
Karsten Januschke, Dirigent


Olga Neuwirth (*1968):
Fünf Songs aus Hommage à Klaus Nomi
Aello - ballet mécanomorphe
für Flöte und Ensemble

Mit extravagantem Outfit und der virtuosen Verbindung seiner klassisch ausgebildeten Opernstimme mit Stilelementen des New Wave gelang es dem Countertenor Klaus Nomi in den 1970er-Jahren, sowohl in New York als auch in Deutschland zur stilprägenden Ikone zu werden. David Bowie verhalf ihm zu einem Plattenvertrag, Thomas Gottschalk holte ihn ins deutsche Fernsehen, wo er Henry Purcells berühmten »Cold Song« aus King Arthur interpretierte. Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth schrieb dem 1983 an Aids verstorbenen Sänger eine Hommage, in der sie mehrere seiner Songs neu arrangierte.

Wie Nomi wandelt auch Neuwirth zwischen verschiedenen Genres und überrascht die Musikwelt immer wieder mit ihren eigen willigen Werken. Die Zusammenarbeit mit Elfriede Jelinek und Werke nach David Lynch, Paul Auster und Herman Melville prägen ihr vielfältiges Schaffen.

Zu ihrem 50. Geburtstag präsentiert das Ensemble Modern zwei Werke der Komponistin. Der Countertenor Daniel Gloger wandelt auf den Spuren Klaus Nomis, der Flötist Dietmar Wiesner spielt den Solopart in Neuwirths jüngstem Werk, das erst zum zweiten Mal in Deutschland zu hören sein wird. In dem vom Ensemble Modern geprägten Konzertformat »Happy New Ears« werden Ausschnitte dieser beiden Werke mehrmals zu hören sein. Im Gespräch wird die Komponistin selbst wertvolle Einblicke in ihre Arbeitsweise und Ästhetik bieten.

30 | 20 EUR
Konzert

Traumbilder

Kammerkonzert des hr-Sinfonieorchesters

Maria Pantiukhova, Mezzosopran
Frankfurter Streichsextett
Charys Schuler, Violine
Akemi Mercer-Niewöhner, Violine
Ingrid Albert, Viola
Kerstin Hüllemann, Viola
Maja Schwamm, Violoncello
Christiane Steppan, Violoncello


Alexander Zemlinsky (1871-1942):
Maiblumen blühten überall für Sopran und Streichsextett
Richard Wagner (1813-1883):
Wesendonck-Lieder (Fassung für Sopran und Streichsextett von Rudolf Leopold)
Peter I. Tschaikowski (1840-1893):
Streichsextett d-Moll op. 70 Souvenir de Florence

Leidenschaftliche Liebe, betörte Sinne und überschwängliche Gefühle prägen die Werke dieses Konzerts. Um die Wende zum 20. Jahrhundert entstand Alexander Zemlinskys unvollendet gebliebene Vertonung eines Gedichts von Richard Dehmel. Dessen erotisch aufgeladene, von der Psychoanalyse geprägte Lyrik inspirierte auch Richard Strauss, Arnold Schönberg und Alma Mahler-Werfel. Packend und berührend gestaltete Zemlinsky das von nächtlichen Naturerlebnissen und dunklen Vorahnungen handelnde Gedicht.

Geheimnisvoll und inspirierend war Richard Wagners Verhältnis zu Mathilde Wesendonck, die gemeinsam mit ihrem Gatten dem geflohenen Revolutionär Wagner in Zürich eine Unterkunft bot. Wagner vertonte Gedichte aus ihrer Feder und überschrieb zwei der Lieder mit »Studie zu Tristan und Isolde« – mit gutem Grund: Im Treibhaus und Träume lassen die unaufgelösten Akkorde seiner sehnsuchtsgeladenen Oper erkennen.

Kurz nach Beendigung seiner Oper Pique Dame schrieb Tschaikowski 1890 in Florenz ein Streichsextett, dessen Entstehungsort in den Titel einfloss. Auch Tschaikowskis Musik entstand immer wieder für seine Muse, die Förderin Nadeshda von Meck, der er nach der Komposition schrieb: »Ich freue mich, dass Sie mein Sextett wahrscheinlich hören werden, denn dazu brauchen Sie nicht ins Konzert zu gehen; ein Sextett lässt sich auch leicht in Ihrem Hause aufführen.«

Wem die Aufführung im eigenen Haus nicht möglich ist, kann diese Werke mit Musikerinnen des hr-Sinfonieorchesters und der Mezzosopranistin Maria Pantiukhova aus dem Ensemble der Oper Frankfurt erleben.

30 | 20 EUR
Konzert

Okka von der Damerau

Okka von der Damerau, Mezzosopran
Karola Theill, Klavier


Lieder von
Gustav Mahler (1860-1911)
Richard Strauss (1864-1949)
Alban Berg (1885-1935)

Wie anregend sich volkstümliche Klänge und Texte mit artifizieller Tonsprache verbinden können, kommt in Gustav Mahlers Liedern besonders zum Ausdruck. Den Komponisten, der zwischen 1883 und 1885 als Hofkapellmeister in Kassel wirkte, faszinierten die von Clemens Brentano und Achim von Arnim Anfang des 19. Jahrhunderts gesammelten Lieder und Gedichte, die unter dem Titel Aus des Knaben Wunderhorn veröffentlicht wurden. Mahler vertonte zahlreiche Texte daraus, die er wiederum teilweise in seine Symphonien integrierte. Die genüsslichen Vorzüge des irdischen Lebens zum Beispiel fanden Eingang in die vierte Symphonie. Das irdische Leben ist nur eines der Wunderhorn-Lieder, die Okka von der Damerau singen wird. Im Gegensatz dazu stehen die fünf Lieder nach Texten Friedrich Rückerts. Das entrückte Lied Ich bin der Welt abhanden gekommen stand wiederum Pate für das Adagietto in Mahlers fünfter Symphonie.

Neben Mahler präsentieren die Mezzosopranistin und die Pianistin Karola Theill Lieder von Richard Strauss und Alban Berg. Gewöhnlich ist Okka von der Damerau auf den bedeutendsten Opernbühnen dieser Welt zu erleben, nun widmet sie sich ausführlich dem Liedgesang. In den vergangenen Jahren war sie unter anderem bei den Bayreuther Festspielen, an der Wiener Staatsoper, Lyric Opera of Chicago und besonders an der Bayerischen Staatsoper zu erleben, deren Ensemble sie angehört.

30 | 20 EUR
Oper

Rossini: Stabat Mater

Koproduktion mit dem Staatstheater Kassel

Louise Kemény, Sopran
Maria Fiselier, Mezzosopran
Linard Vrielink, Tenor
André Morsch, Bariton

Cantiamo Kassel – der Chor der Universität Kassel
Andreas Cessak, Einstudierung
Staatsorchester Kassel
Francesco Angelico, Leitung


Gioachino Rossini (1792-1868): Stabat Mater

Seine Opern sind weltberühmt, bezaubern und amüsieren das Publikum seit ihrer Entstehung. Besonders Gioachino Rossinis komische Opern wie Il barbiere di Siviglia, La Cenerentola oder Il turco in Italia haben einen Stammplatz im Repertoire. Nur wenige geistliche Werke schrieb der schon zu Lebzeiten äußerst erfolgreiche und schnell schreibende Komponist. Sein Stabat Mater lässt den Opernkomponisten deutlich erkennen: Virtuose Arien, packende Ensembles und ergreifende Chöre prägen Rossinis Vertonung der schmerzvollen Erfahrungen Mariä im Angesicht ihres gekreuzigten Sohns. Die Uraufführung fand – beinahe sinnfällig – nicht in einer Kirche, sondern 1842 im Théâtre Italien in Paris statt und wurde euphorisch bejubelt. Mehrere Nummern mussten wiederholt werden. Vierzehn weitere ausverkaufte Vorstellungen folgten. In Deutschland wurde die Opernhaftigkeit des Werks kritisiert, lediglich Heinrich Heine lobte die »ewige Holdseligkeit des Rossini, seine unverwüstliche Milde«.

Erneut bringen die Kasseler Musiktage in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel verschiedene musikalische Kräfte zueinander: Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Cantiamo Piccolo im vorigen Jahr wird nun Andreas Cessak zahlreiche junge Sängerinnen und Sänger des Chores der Universität Kassel für die Aufführung unter der Leitung von Generalmusikdirektor Francesco Angelico vorbereiten. Die vier Gesangssolisten haben in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Auftritte an internationalen Opernhäusern auf sich aufmerksam gemacht.

40 | 30 | 25 EUR
Konzert

François Leleux / hr-Sinfonie-orchester

hr-Sinfonieorchester
François Leleux, Oboe und Leitung


Jean-Philippe Rameau (1683-1764): Suite aus Les Indes galantes
Joseph Haydn (1732-1809): Konzert für Oboe und Orchester C-Dur Hob VIIg:C1
Thomas Adès (*1971): Three studies from Couperin
Johannes Brahms (1833-1897): Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a

Nein, Joseph Haydn war es höchstwahrscheinlich nicht, der dieses groß angelegte und repräsentative Oboenkonzert in C-Dur schrieb. Sein Name steht zwar auf dem Autograph, doch dort sozusagen von fremder Hand gesetzt. Aber von wem stammt es dann? Für einen Kleinmeister ist es zu gut, ein Großer wie Haydn würde da durchaus passen. Gleichwie: François Leleux, der Star-Oboist mit dem lyrisch singenden Oboenton stellt dieses ebenso gelungene wie in seiner Zuschreibung ungeklärte Oboenkonzert vor – und kombiniert es gleich mit einem zweiten »unechten« Haydn. Jedenfalls ist auch im Fall von Johannes Brahms’ Variationen über ein Thema von Haydn ziemlich sicher, dass der von Brahms ausgeborgte Chorale St. Antoni nicht von Haydn stammt. Da passt es ja allzu gut, dass auch in Jean-Philippe Rameaus Ballett-Oper Les Indes galantes keineswegs die galanten Bewohner Indiens präsentiert werden, sondern der »Großmütige Türke«, »Die Inkas in Peru« und allerlei damals als exotisch eingestufte Völker mehr – nur eben keine Inder.

18.15 UHR François Leleux im Gespräch mit Olaf A. Schmitt

45 | 35 | 30 | 25 | 20 EUR

Zu dieser Veranstaltung bieten wir Ihnen eine Kinderbetreuung an.
Gottesdienst

Festgottesdienst

Pfarrer Dr. Willi Temme, Liturgie und Predigt
Kantorei St. Martin
Eckhard Manz, Leitung


Eintritt frei
Konzert

Racha Rizk / Damascus String Quintet

Racha Rizk, Gesang
Damascus String Quintet
Falko Hönisch, Moderation


Ihre Stimme kennt wohl jedes Kind in der arabischsprachigen Welt: Racha Rizk sang zahlreiche Titelsongs für die Cartoons im Fernsehsender Spacetoon. Als Singer-Songwriter feiert sie ebenso Erfolge wie auf der Opernbühne, wo sie unter anderem in Qatar zu erleben war. Heute lebt die Sängerin in Paris und ist zu einer bedeutenden Stimme für die Menschen aus ihrer Heimat geworden. Gemeinsam mit Musikern des Damascus String Quintet bringt sie Lieder und Klänge aus Syrien und weiteren arabischen Ländern nach Kassel. Dieses Streichquintett wurde 2015 vom syrischen Geiger Raed Jazbeh mit Musikern des Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) gegründet. Professionelle syrische Musiker, die nun in Europa leben, haben in diesem Orchester eine neue künstlerische Heimat gefunden. Auftritte führten das Orchester unter anderem in die Elbphilharmonie Hamburg, ins Konzerthaus Berlin sowie die Konzertsäle in Brüssel, Athen und Malmö.

Zum Abschluss der Kasseler Musiktage versuchen Racha Rizk und das Damascus String Quintet mit der Kraft des Musizierens das kulturelle Erbe ihres Landes zu erhalten und den kriegerischen Zerstörungen ein Zeichen des Friedens, der Hoffnung und der Schönheit entgegenzusetzen.

30 | 20 | 15 EUR
Ereignisse / Konzert Staatsorchester Kassel Kassel, Friedrichsplatz 15
Ereignisse / Ausstellung Kasseler Museumsnacht Kassel, Obere Königsstr. 17
Ereignisse / Konzert Kulturforum Zierenberg Zierenberg, Raiffeisenstraße 4
Ereignisse / Festival Bad Hersfelder Festspiele Bad Hersfeld, Am Markt 1
Ereignisse / Festival Kasseler Musiktage e.V. Kassel, Heinrich-Schütz-Allee 33
Ereignisse / Festival Kultursommer Nordhessen Kassel, Heinrich-Schütz Allee 33
Ereignisse / Jazz jazzbuero Northeim, Postfach 1439
Armin Koch
Ereignisse / Kulturveranstaltung BBK Kassel-Nordhessen e.V. Kassel, Oberste Gasse
Ereignisse / Symposium Evangelische Akademie Hofgeismar Hofgeismar, Gesundbrunnen 11
Ereignisse / Kulturveranstaltung Touristik-Service Bad Arolsen, Große Allee 24