Sonderausstellungen Übersicht aller Museen

MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (ehemals Staatliche Museen Kassel) steht in einer rund 600jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft sind hier über die Jahrhunderte hinweg mannigfaltige und bedeutende Kunstschätze zusammenkommen, welche unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Der ausgeprägte Wille zur Repräsentation drückt sich ebenso in den historischen Schloss- und Gartenanlagen (Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe, Karlsaue mit Orangerie, Schloss und Park Wilhelmsthal) aus, welche seit 2006 zusätzlich zu den Kunstsammlungen von der Museumslandschaft Hessen Kassel betreut werden.

Sonderausstellungen & Veranstaltungen

Pokalspiel – Der Silberschatz der Landgrafen

Fr, 21.5.2010 - So, 5.9.2010

Mit der Schließung des Hessischen Landesmuseums im Herbst 2008 verschwand bis 2017 eine der ältesten und bedeutendsten Sammlungen Kassels von der Bildfläche: die Prunkgefäße aus der Silberkammer. Ihre ältesten Objekte sind schon seit 1483 im Besitz der hessischen Landgrafen nachweisbar und werden seit 450 Jahren in Kassel aufbewahrt und bewundert.

In der unkonventionellen Ausstellung "Pokalspiel – Der Silberschatz der Landgrafen" wird die Kasseler Silberkammer mit ihren silbervergoldeten Prunkobjekten, die mehr waren als reine Luxusgüter, vom 21. Mai bis zum 5. September 2010 der Öffentlichkeit neu vorgestellt.

Der Besucher wird die rund 70 Exponate aus der Zeit zwischen 1450 und 1700 auf einem virtuellen Gang durch ein Schloss kennen lernen. Zunächst sieht er den Hessischen Hausschatz, gelangt dann in die „Silber-Cammer“, in der einst die vergoldeten Pretiosen dicht an dicht standen und schließlich wird er selbst Gast beim Fest, das er in seinem Ablauf erlebt.

Am Schluss heißt es selbst aktiv werden: Wie fertigte man eigentlich solche Pokale? Woher stammen die exotischen Materialien? Man darf Exotika anfassen, das Gewicht eines Pokals ausprobieren, sich selbst als Markenforscher versuchen oder einfach nur dem Goldschmied bei seiner Arbeit zusehen.

Ort:

Museum Schloss Wilhelmshöhe

Grünewald zu Gast in Kassel

Sa, 15.5.2010 - So, 8.8.2010

Dank der großzügigen Leihgabe der Kunstsammlungen der Veste Coburg weilt für drei Monate ein Meisterwerk dieses nach wie vor von Geheimnissen umgebenen Malers in Kassel. Grünewald, dessen Äußeres vielleicht die ausgestellte Zeichnung aus der Kasseler Graphischen Sammlung überliefert, zählt zu den herausragenden Meistern der altdeutschen Kunst. Gleichzeitig wissen wir nur sehr wenig über sein Leben, selbst der heute geläufige Name Grünewald ist erst eine spätere Hinzufügung.

Um 1475/80 wurde Mathis Gothart Nithart (Grünewald) wahrscheinlich in Würzburg geboren. Etwa 1503 ist er in der Nürnberger Werkstatt von Michael Wolgemut für den Lindenhardter Altar tätig. Wenig später wird er nach Aschaffenburg übersiedelt sein, wo er die Arbeiten an der erzbischöflichen Residenz leitet. Um 1512-15 entstand mit dem Isenheimer Altar sein berühmtes Hauptwerk. Von 1515/16 bis 1526 war er Kurmainzischer Hofmaler bei Albrecht von Brandenburg. 1527 ist Grünewald als „Wasserkunstmacher“ in Halle belegt, wo er im darauf folgenden Jahr stirbt.

Die Coburger Tafel zählt zum Frühwerk des Künstlers und wird um 1500 datiert. Sie ist beidseitig bemalt und stellt „Das Letzte Abendmahl“ sowie die „Hll. Agnes und Dorothea“ dar. Die heute zusammengefügte Tafel könnte ursprünglich zu einem kleinen Klappaltar gehört haben, dessen Mitteltafel jedoch nicht überliefert ist. Das Abendmahl bildete mit seiner etwas gröberen Malerei die Flügelaußenseiten, die beiden weiblichen Heiligen auf Goldgrund die kostbareren Innenseiten. Die ursprüngliche Trennungslinie der beiden Tafeln ist rechts neben der Gestalt Christi noch gut zu erkennen.

Die Präsentation erinnert zugleich an eine in Vergessenheit geratene Beziehung von Grünewald und Kassel, denn er war schon einmal bei uns zu Gast. Von 1882 bis 1889 befanden sich Grünewalds „Kreuztragung“ und „Kreuzigung“ innerhalb der als Dauerleihgabe in der Gemäldegalerie ausgestellten Sammlung des Industriellen Edward Habich (1818–1898) in Kassel. Er hatte sie 1882 durch Vermittlung von Oscar Eisenmann (1842–1933), dem ersten wissenschaftlichen Galeriedirektor, der die Gemälde in Tauberbischofsheim entdeckt hatte, gekauft. 1889 kam es jedoch zu Vorwürfen seitens der dortigen Kirchenverwaltung, dass der Verkauf nicht ordnungsgemäß erfolgte. Diese Auseinandersetzungen führten schließlich zur Rückgabe der beiden Tafeln gegen Erstattung des Kaufpreises. Wenige Jahre später erwarb die Kunsthalle in Karlsruhe die beiden Gemälde, wo sie noch heute Glanzpunkte der Sammlung sind.

1888 hatte der Schriftsteller Joris-Karl Huysmans bei seinem Besuch der Kasseler Gemäldegalerie die beiden Tafeln gesehen und war tief beeindruckt von der drastischen Schilderung der Passion Christi. Er integrierte eine eingehende Beschreibung der Kreuzigung in seinen Roman „Là-bas“ („Tief unten“) und trug somit zur Wiederentdeckung Grünewalds bei.

Im Gegensatz zu den beiden Grünewald-Tafeln konnte die ebenfalls aus der Sammlung Habich stammende Porträtzeichnung aus dem Umkreis des Meisters erworben werden, die nun erstmals wieder auf ein Gemälde Grünewalds trifft.

Ort:

Museum Schloss Wilhelmshöhe, Gemäldegalerie Alte Meister

Ein Schatz in Gefahr! Das Restaurierungsprojekt „Türkenzelt"

Fr, 19.2.2010 - So, 1.8.2010

Die Ausstellung "Ein Schatz in Gefahr!" im Schloss Friedrichstein widmet sich der Restaurierung des prächtigen osmanischen „Türkenzeltes“, das Teil der militär- und jagdgeschichtliche Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ist. Seit Dezember 2009 wird der spektakuläre Stoffriese in den Restaurierungswerkstätten der MHK in Kassel und in einer Spezialreinigung in Wien unter die Lupe genommen und behandelt. Den Blicken der Öffentlichkeit ist das Zelt daher entzogen. An seiner Stelle informiert nun eine kleine Sonderausstellung in Schloss Friedrichstein über die kulturhistorische Bedeutung derartiger Zelte und über die begonnene Restaurierung des Kassler Türkenzeltes.

Das Türkenzelt gehört zur so genannten „Türkenbeute“ Landgraf Karls. Die Herkunft des Kassler Zeltes ist unklar. Möglicherweise wurde es bei der Belagerung Wiens 1683 oder bei der Eroberung Belgrads 1717 geraubt. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass das ausgestellte Türkenzelt einem höheren Befehlshaber der osmanischen Armee gehörte.
Auch nach seiner Erbeutung durchlebte das Türkenzelt eine spannende Geschichte. Lange Zeit war es in Kassel eingelagert, da es vermutlich aus Platzgründen nicht ausgestellt werden konnte. 1913 wurde es wiederentdeckt und bis 1937 im Hessischen Landesmuseum gezeigt. Bei dieser Aufstellung des Zeltes kam es zu ersten Schäden am Stoff durch starke Lichteinwirkung.

Der zweite Teil der Ausstellung dokumentiert den Umfang der Schäden, ihre Ursachen, die geplante Restaurierung sowie die neue Aufstellung. Das Licht lies die Farben verblassen, der Staub versprödete die Fasern. Doch die meisten Schäden entstanden durch die Stützkonstruktion, auf der das Zelt seit 1980 im Schloss Friedrichstein gezeigt wurde. Der Stoff wurde durch die ungünstige Lastenverteilung ungeheueren Zugkräften ausgesetzt. Große Risse und Löcher im Stoff dokumentieren dies eindrucksvoll. Zum Vergleich kann der Besucher an einem maßstabgetreuen Modell die originale Spannkonstruktion aus dem 17. Jahrhundert betrachten.

Die Ausstellung wirft auch einen Blick hinter die Kulissen der Restaurierungsarbeiten. Wie wird das historische Gewebe gereinigt? Wie sieht die anschließende Nähkonservierung aus? Besonders arbeits- und zeitintensiv sind das Einfärben der für die Nähkonservierung benötigten neuen Gewebe sowie die Nähkonservierung selbst. Diese gleicht einer Operation, bei der chirurgische Nähnadeln und feinste Seidenfäden zum Einsatz kommen. Die Löcher und Risse werden mit dem eingefärbten Gewebe hinterlegt und mit Spannstichen fixiert. Eine besondere Herausforderung für die Restauratoren ist es, diese Gewebe zuvor in der Farbe des Zeltes einzufärben. Es gilt, sich dem Originalfarbton möglichst anzunähern. Wer möchte, kann die bei der Restaurierung verwendeten Gewebe selbst anfassen. Auch die geplante, neue Stützkonstruktion ist in einem kleinen Zeltmodell zu sehen. Sie soll das Zelt in Zukunft vor weiteren Schäden bewahren.

Ort:

Schloss Friedrichstein, Bad Wildungen

Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe

Jährlich vom 1. Mai bis 3. Oktober

Die große Wasserkunst im Bergpark , die unter Landgraf Karl (reg. 1677-1730) entstanden ist, war eine architektonische und ingenieurtechnische Ausnahmeleistung ihrer Zeit und ist in ihrer Bedeutung ein Meilenstein in Kunst- und Gartengeschichte. Die barocken Anlagen mit Oktogon, Wassertheater und Kaskade sind durch ihre symmetrische und axiale Gestaltung als ideales Bild einer gewollten Künstlichkeit und sichtbaren Kunstfertigkeit zu verstehen. Das Wasser wird nach den Regeln der formalen Gartenkunst in geometrische Formen gegossen und wandelt als fließende Substanz über Fontänen, Becken und Treppen kontinuierlich seine „Form“.

Das zu späterer Zeit (Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts) im Bergpark angestrebte englische Landschaftsbild verlangte das Wasser in seinen natürlichen Erscheinungen und integrierte es in den nach dem Vorbild der Natur gestalteten Landschaftspark.
Landgraf Wilhelm IX. – der spätere Kurfürst Wilhelm I. – ließ über den gesamten Park verteilt mehrere Wasserfälle und Teiche, Bäche und Wassersprünge, einen See und ein Aquädukt mit tosendem Wasserfall erschaffen. Die barocke Anlage wurde dabei jedoch nicht - wie in vielen anderen, ursprünglich barocken Gärten und Parks - überformt oder gar zerstört.

Der heutige Park- und Wasserspielbesucher kann sonntags, mittwochs und feiertags dem Lauf des Wassers durch den Bergpark von einer Station zur anderen, von oben nach unten folgen. Den krönenden Abschluss dieser vom Wasser geführten Bergparkwanderung bildet die große Fontäne im Teich oberhalb des Schlosses Wilhelmshöhe. Es bietet sich dem Besucher auf diese Weise nicht nur ein einzigartiges Natur-, Park- und Freizeiterlebnis, sondern er kann an Garten-, Kunst- und Geistesgeschichte „live und in Farbe“ teilnehmen.

Start der Wasserspiele am Herkules-Monument:
Mittwoch, Sonntag, Feiertage jeweils um 14.30 Uhr

Der Eintritt ist frei

Stationen bis zum Zusammenfluss der berühmten Fontäne
auf Höhe des Schlosses Wilhelmshöhe sind:

14:30 Uhr Start am Oktogon/Herkulesmonument
15:10 Uhr Teufelsbrücke
15:20 Uhr Aquädukt
15:30 Uhr Abschluß mit der Großen Fontäne

Führungen zu den Wasserspielen (kassel tourist):
jeweils 14.00 Uhr, Treffpunkt Kassenhäuschen am Herkules

Illuminierte Wasserkünste bei Nacht:
Jedes Jahr finden von Juni bis September immer am ersten Samstag im Monat die beleuchteten Wasserspiele statt.

Ort:

Bergpark Wilhelmshöhe

Sommeridylle auf der Insel Siebenbergen

Für Pflanzenliebhaber und Gartenfreunde

Während der Wintermonate ist viel geschehen auf der Insel Siebenbergen: Gleich nach der Schließung der Anlage im letzten Herbst wurde auf dem Plateau mit dem Entfernen einer Asphaltdecke begonnen, die zur BUGA 1955 fälschlicherweise angebracht worden war. Neue Bänke, die nach historischer Vorlage in der betriebseigenen Schreinerei der MHK hergestellt wurden, laden den Besucher nun ein, auf dem Plateau zu verweilen. Das Herzstück der Insel, die Pumpenanlage, wurde komplett erneuert, um sicherzustellen, dass auch an heißen, trockenen Sommertagen jede Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt wird. Pünktlich zur Bewässerung der frisch gepflanzten Beete sprudelt jetzt das Fuldawasser aus der Leitung. Auch das botanische Bild hat sich mancherorts verändert: wegen Krankheiten und Sturmschäden nach dem besonders harten Winter mussten einige Gehölze gefällt werden.

Mehr als 30.000 Frühjahrsblüher wie Tausendschön, Stiefmütterchen, Helleborus, Vergissmeinnicht, Tulpen und kleine Osterglocken geben jetzt zum Saisonbeginn ein buntes Farbenspiel. Durch die kühle Witterung der letzten Wochen ist die alpine Matte im Eingangsbereich noch frisch und kräftig und Massen von Blüten bieten den Bienen und Hummeln ein üppiges Anflugsziel. Neben den Krokussen, den botanischen Narzissen, dem seltenen Hundszahn mit seinen rosa Blüten und gefleckten Laubblättern sind im Schattenbereich der Buche noch Märzenbecher und Schneeglöckchen zu entdecken. Auch verschiedene Gehölze zeigen ihre ersten Blüten.

Auf Grund der großen Nachfrage wird ab diesem Jahr monatlich eine Sonntags-Führung zu aktuellen Themen angeboten. Am 3. Juni findet der nächste gemeinsame Rundgang statt.

Eintritt: 3 €, ermäßigt 2 €
Kinder bis 18 Jahre frei
Saisonkarte: 20 €, ermäßigt 10 €

Öffnungszeiten:
Di - So und an Feiertagen 10 – 18 Uhr (letzter Einlass)

Ort:

Insel Siebenbergen, Karlsaue

MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Schloß Wilhelmshöhe
D-34131 Kassel

Telefon: +49 (0)561/ 3 16 80 – 0
Fax: +49 (0)561/ 3 16 80 – 111
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