Sonderausstellungen         Übersicht aller Museen    

MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (ehemals Staatliche Museen Kassel) steht in einer rund 600jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Durch landgräfliche und kurfürstliche Sammelleidenschaft sind hier über die Jahrhunderte hinweg mannigfaltige und bedeutende Kunstschätze zusammenkommen, welche unverändert an ihrem historischen Ort erhalten sind. Der ausgeprägte Wille zur Repräsentation drückt sich ebenso in den historischen Schloss- und Gartenanlagen (Schloss und Bergpark Wilhelmshöhe, Karlsaue mit Orangerie, Schloss und Park Wilhelmsthal) aus, welche seit 2006 zusätzlich zu den Kunstsammlungen von der Museumslandschaft Hessen Kassel betreut werden.

Sonderausstellungen & Veranstaltungen

Lichtgefüge - Das Das Licht im Zeitalter von Rembrandt und Vermeer

Fr, 18.11.2011 - So, 26.2.2012

In der Malerei des 17. Jahrhunderts entwickelte sich das Licht zu einem wichtigen Aspekt der künstlerischen Aufmerksamkeit. In keiner Epoche zuvor zeigte sich eine solch enorme Vielfalt an Darstellungen, die das Licht thematisierten und dieses gleichsam zur Sprache der Malerei erhoben.

In Kooperation mit der Berliner Forschungsgruppe „Historische Lichtgefüge“ untersucht die Ausstellung erstmals die unterschiedlichen Aspekte der Lichtmalerei des 17. Jahrhunderts anhand von Gemälden, Graphiken und optischen Geräten, auch mit Blick auf die zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Traktate.

Den Ausgangspunkt bildet die Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts und die fundamentalen Neuerungen durch Caravaggio. Nördlich der Alpen wurden diese unter anderem von Utrechter Künstlern wie Gerard van Honthorst aufgegriffen und weiterentwickelt.
In darauffolgenden Bereichen widmet sich die Ausstellung verschiedenen Gattungen, die die Vielfalt und Bandbreite der niederländischen Lichtmalerei vor Augen führen. Von Tag- und Nachtlandschaften, Interieurdarstellungen und der Bildnismalerei führt der Weg über Rubens zu Rembrandt und Vermeer, die in der Behandlung des Lichts zu ganz eigenständigen Lösungen finden. Mit diesen Künstlern wird ein Höhepunkt der holländischen Helldunkelmalerei erreicht, die vor dem Hintergrund zeitgenössischer Wissenschaftstheorien genauer betrachtet werden wird.
Dabei sollen die Parallelen zwischen Rembrandts oder Vermeers Lichtbehandlung und Descartes’ Ausführungen zum Licht nachgezeichnet werden. Die malerischen Techniken der minutiösen Abschattungen und scharfen Kontrastsetzungen erscheinen aus dem Blickwinkel der barocken Naturphilosophie neu, die sich über die Fortpflanzung des Lichts genauso Gedanken macht wie über die Entstehung der Farben.
Künstlerische Arbeiten der Gegenwart ergänzen die Ausstellung und schärfen mit ihren modernen Positionen den Blick auf die Phänomene der Kunst im 17. Jahrhundert. Sie führen dabei den Einfluss der barocken Lichtkultur bis in die Gegenwart eindrucksvoll vor Augen.

Ort:

Museum Schloss Wilhelmshöhe, Sonderausstellungsraum

Optica

Rekonstruktion des Optischen Zimmers im Kunsthaus Landgraf Karls

Do, 1.9.2011 - So, 26.2.2012

Die Einrichtung des Kunsthauses im Jahr 1696 und die damit verbundene Gründung des Collegium Carolinum durch Landgraf Karl (reg. 1677 – 1730) erregte weit über Kassel hinaus Aufmerksamkeit. Einige der Besucher ließen es sich nicht nehmen, von ihrem Besuch detailliert zu berichten. Zur Zeit der Gründung des Collegium Carolinum 1709 beherbergte das Kunsthaus eine reichhaltige Sammlung wissenschaftlicher Instrumente, die heute als Preziosen des Zeitalters der wissenschaftlichen Revolution gelten. Seine Aufgabe als Hort der Sammlung aber auch des wissenschaftlichen Unterrichts erfüllte das Kunsthaus bis zur Gründung des Museum Fridericianum im Jahr 1779. Das optische Zimmer beherbergte nicht nur eine imposante Sammlung an frühen Teleskopen, Mikroskopen, magischen Laternen und Brennapparaten. Die künstlerische Ausgestaltung der Wände übernahm mit Johann Oswald Harms einer der bedeutendsten Barockkünstler Mittel- und Norddeutschlands. Wie im optischen Zimmer die dort aufbewahrten Instrumente und die Wandmalereien aufeinander Bezug nahmen, und welche Bedeutung ein solches „Gesamtkunstwerk“ aus Wissenschaft, Technik und bildender Kunst im höfischen Mikrokosmos hatte, rekonstruiert diese Ausstellung.

Ort:

Westpavillon der Orangerie in der Karlsaue

Mit fremden Federn - Die Pfauenfederkommode: Ein Luxusmöbel des Rokoko

Fr, 15.4.2011 - So, 4.3.2012

Mit der so genannten „Pfauenfederkommode“ hat sich in Schloss Wilhelmsthal in Calden bei Kassel, einer Liegenschaft der Museumslandschaft Hessen Kassel, ein außergewöhnliches Zeugnis des Rokoko erhalten. Das repräsentative Prunkmöbel aus der Zeit um 1755 befand sich im Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel und ist seit dem 18. Jahrhundert in Schloss Wilhelmsthal nachweisbar. Lange Zeit war es der Öffentlichkeit nicht zugänglich, da es umfassend untersucht und restauriert wurde. Nun, nach Abschluss der Arbeiten, kehrt es an seinen historischen Standort zurück und kann erstmals wieder im authentischen fürstlichen Ambiente erlebt werden.

Während der mehrjährigen Restaurierung ließen sich neue Erkenntnisse über die außergewöhnliche Herstellungstechnik der weltweit nahezu einzigartigen Kommode gewinnen. Es gelang, die verwendeten Materialien zu bestimmen und die vielfältigen Arbeitsschritte, die ihre Herstellung erforderte, zu rekonstruieren.

Der Name des Möbels verweist auf dessen Dekor in einer exzeptionellen Applikationstechnik: Die Ansichtsseiten schmücken im Rapport angebrachte Silberfolien in der Form von Pfauenfedern. Sie rahmen paarweise je ein dünn geschliffenes, transparentes Perlmuttblättchen, das auf einem grün pigmentierten Bindemittel haftet. Die gesamte Oberfläche schillert dadurch farbig. Dieser Materialeinsatz unterscheidet sich von zeitgenössischen Dekortechniken und stellt einen Sonderfall der Möbelgeschichte dar.

Die Ausstellung zeigt den aufwendigen Herstellungsprozess von den unbearbeiteten Werkstoffen bis zur prachtvollen Pfauenfederkommode. Sie erlaubt einen Blick hinter die glänzende „Fassade“ und begleitet die Restauratoren bei ihrer Spurensuche mit Mikroskop und Skalpell. Ergänzt durch weitere herausragende Exponate aus den Sammlungen der Museumslandschaft Hessen Kassel führt sie in die gleichermaßen pracht- wie phantasievolle Welt höfischer Luxusmöbel des 18. Jahrhunderts ein. Anhand dieser ausgewählten Stücke werden die gängigen historischen Techniken Marketerie, Versilberung, Boulle- sowie Lackarbeiten vorgestellt und erklärt. Der Besucher erlebt nicht nur die Vielfalt des Dekors, die Schönheit der Werke und die Kunstfertigkeit der Handwerker, sondern auch wie sich diese zu einem erlesenen Kosmos aristokratischer Wohnkultur zusammenfügen.

Ort:

Schloss Wilhelmsthal in Calden

Neuland: Per Kirkeby - Radierungen

Fr, 11.5.2012 | Eröffnung

Fr, 11.5.2012 - So, 12.8.2012

Per Kirkeby ist zweifelsohne der dänische Maler der Gegenwart mit dem größten internationalen Renommee. In zahlreichen Ausstellungen wurde seinem malerischen Werk sowie seiner Tätigkeit als Bildhauer, Architekt, Filmemacher oder Schriftsteller Aufmerksamkeit geschenkt. Sein druckgraphisches Œuvre ist dagegen kaum präsent, obwohl es allein im Bereich der Radierung weit über 1.000 Werke umfasst. In kleinen, qualitätvollen Auflagen wandte sich Kirkeby nach dem Graphik-Boom der 70er und 80er Jahre wieder den traditionellen druckgraphischen Verfahren und ihren vielfältigen Ausdrucksformen zu. Bei den Radierungen reicht das Spektrum von der zarten, zuweilen samtig flauschigen Kaltnadel bis zur Flächengestaltung mit der Schleifmaschine, von der kleinformatigen, dem Radius der Hand entsprechenden Skizze bis zum radierten Monumentalwerk, von der unmittelbar vor der Natur entstandenen Landschaft bis zum gegenständlich nicht mehr deutbaren Strichgebilde.

Besonders eindrucksvoll sind die Radierungen, die der promovierte Geologe auf Expeditionen nach Grönland im Sinne von „Tagebuch-Eintragungen“ schuf. Beziehungen zur Geologie lassen sich bei Kirkeby immer wieder herstellen. So hat er auf höchst unorthodoxe Weise seine Druckplatten immer wieder überarbeitet. Schicht für Schicht überlagern sich Ideen, Notate und Erinnerungen, landschaftliche Eindrücke oder figürliche Studien. Dieser faszinierende Prozess des „Übereinander, Nebeneinander und Nacheinander“ soll in der Ausstellung erstmals umfassend durch ausgewählte Leihgaben veranschaulicht werden.

Ort:

Museum Schloss Wilhelmshöhe

MUSEUMSLANDSCHAFT HESSEN KASSEL

Schloß Wilhelmshöhe
D-34131 Kassel

Telefon: +49 (0)561/ 3 16 80 – 0
Fax: +49 (0)561/ 3 16 80 – 111
E-Mail: info@museum-kassel.de