Des Kaisers neue Kleider
Nach Motiven von Hans Christian Andersen
Märchenspektakel über „Das Versprechen“
Für Kinder ab 6 und für alle
Premiere: 20. November 2010, Halle Kalk
Vor langer, langer Zeit, oder als ob es gestern gewesen wäre: Ein mächtiger Herrscher kümmert sich mehr um teure, neue Kleider als um sein Reich und sein Volk. Da kommen Betrüger in die Stadt, die sich als Weber ausgeben und behaupten, die schönsten Gewänder zu spinnen, die man sich nur vorstellen kann! Kleider, die für jeden Menschen unsichtbar sind, der nicht für sein Amt taugt oder zu dumm ist. Der Herrscher ist begeistert, gibt den beiden viel Geld für einen großen Auftrag. Die Weber tun jetzt so, als ob sie jeden Tag bis spät in die Nacht arbeiten, und verlangen immer mehr Geld, Seide und Gold. Die neuen, prächtigen Kleider präsentiert der Regent seinem Volk auf einem besonderen Fest, das ihm zu Ehren ausgerichtet wird. Alle geben sich begeistert und voller Bewunderung, keiner lässt sich anmerken, dass es rein gar nichts zu sehen gibt. Die Untertanen trauen sich einfach nicht, die Wahrheit zu sagen, weil sie weiterkommen wollen mit ihren Karrieren. Erst ein Kind – mit keinerlei Taktik ausgestattet – spricht das Ungeheuerliche aus: Der Herrscher ist nackt, er trägt nur eine Lüge auf seiner Haut!
„Wir leben in einer Zeit, die sich immer stärker auf Behauptungen, denn auf Wahrheiten verlassen muss. Deshalb wird das „Versprechen“ zum teuren Handelsgut. Öffentlich und privat. So wird der Einzelne ständig dazu aufgefordert, „mehr“ zu sein, als einfach nur er selbst. Es reicht schon längst nicht mehr, als guter Schuster zu gelten, man sollte gleich ein cooler Schuster sein. Wir sind permanent befeuerte Eigendarsteller und zwanghafte Ich-Geschäftsführer.
Intimste Gefühle – die Liebe – sind zum bloßen Strategieinstrument verkommen. Das Märchen ist das tollste Versprechen überhaupt, weil dort Zweifel nicht aufhalten müssen. In den Erzählungen von Hans Christian Andersen wimmelt es von zauberhaften Versprechensmotiven, die sich immer auch an Realitäten reiben: Die Selbsttäuschung in »Des Kaisers neue Kleider«, die träumerischen Hoffnungen in »Die kleine Meerjungfrau«, oder die Glaubenskräfte der kindlichen Gerda in »Die Schneekönigin«. Die Behauptung darf sich im Märchen ungeprüft ausprobieren. Ein echter Vorteil!“ (Schorsch Kamerun)
Regie: Schorsch Kamerun
Ort:
Halle Kalk Köln
Termin:
Sa, 20.11.2010 | Premiere
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