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SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

Spielzeit 2016/17

Hamlet

von William Shakespeare

Premiere: 23. September 2016, Depot 1

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 23.9.2016, 19:30 | Premiere |
Sa, 24.9.2016, 19:30 |
So, 2.10.2016, 16:00 |
Di, 4.10.2016, 19:30 |
Fr, 7.10.2016, 19:30 |
So, 9.10.2016, 18:00 |
Sa, 15.10.2016, 19:30 |

Karnickel

von Dirk Laucke

Uraufführung: 29. September 2016, Außenspielstätte am Offenbachplatz

Robert Brendel begreift die Welt nicht mehr. Eben noch war er ein progressiver Filmhochschulprofessor mit Aussicht auf eine Leitungsposition am Institut, einer langjährigen Ehe, einem Sohn und einem Haus am Stadtrand. Doch dann besetzt die neue Dekanin den Posten lieber mit einer international vernetzten Professorin. Und ein paar jugendliche Schläger mit Migrationshintergrund verprügeln seine Frau. Die bemüht sich daraufhin um eine Mediation mit den »Übergriffigen«, entdeckt in der Bauchtanzgruppe eines Kulturzentrums ihr freieres Ich (wieder) und kündigt ihre Arbeitsstelle. Derweil läuft zuhause beim dementen Großvater ein Betreuungsdefizit auf. Kein guter Zeitpunkt für die Heimkehr des erwachsenen Sohnes.

In seinem neuen Stück unterzieht Dirk Laucke das linksliberale westdeutsche Bildungsbürgertum einem tragikomischen Lackmustest der Veränderung. Wie haben sich linke Werte über die Generationen gewandelt? Inwieweit bestehen sie den Abgleich mit den realen Verhältnissen? Was machen wir alle eigentlich mit der Freiheit, die wir haben?

Regie: Pınar Karabulut
Bühne: Franziska Harm
Kostüme: Bettina Werner
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Außenspielstätte am Offenbachplatz

Termine:

Do, 29.9.2016, 19:30 |
Do, 6.10.2016, 19:30 |
Fr, 14.10.2016, 19:30 |
Sa, 15.10.2016, 19:30 |
Do, 20.10.2016, 19:30 |
Fr, 21.10.2016, 19:30 |

Groß und klein

von Bortho Strauß

Premiere: 14. Oktober 2016, Depot 1

Wo ist ihr Platz in der Welt? Wo sind die Menschen, die sie Willkommen heißen, sie in ihre Gemeinschaftaufnehmen? Lotte Kotte, in Scheidung lebend und arbeitslos, ist der verlässliche Boden unter den Füßen abhanden gekommen und mit ihm die Sicherheit und das Selbstverständnis, dazuzugehören. Eine Randständige und Suchende ist sie, eine, die den anderen beim Dasein zuschaut und sich doch eigentlich selbst mit Haut und Haar zur Verfügung stellen will. Aber wohin sie auch geht, wen sie auch anspricht, wie sehr sie sich bemüht – überall stößt sie nur auf kurzzeitiges Interesse. Die Anderen sind mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem persönlichen kleinen Glück oder mittleren Unglück, mit ihrer Wirklichkeitsflucht und ihren Betäubungsversuchen mithilfe von Alkohol und Fernsehkonsum. So bleiben Lotte nur kurze Einblicke und eine Ahnung von Nähe.

Mit GROSS UND KLEIN entwirft Botho Strauß eingestochen scharfes Bild der alten Bundesrepublik, in der die Individualisierung und Vereinzelung voranschreitet. Die junge Regisseurin Lilja Rupprecht, die zum ersten Mal in Köln arbeitet, nimmt mit ihrer Inszenierung diese untergegangene Welt ins Visier, die noch heute für viele Menschen identitätstiftend ist.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Annelies Vanlaere
Video: Moritz Grewenig
Musik: Romain Frequency
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 14.10.2016 | Premiere |

Geschichten aus dem Wiener Wald

von Ödön von Horváth

Wien: Stille. Hin und wieder erklingt die Melodie eines Walzers. Doch alles scheint wie festgeschmiedet im hämmernden Dreivierteltakt. Die Menschen verstricken sich in ein komisches Geflecht von Höflichkeiten und Träumereien. Eigentlich wollen sie sich vergnügen, aber, was dabei herauskommt, sind morbide Pointen und bestialische Instinkte.

An diesem skurrilen Ort hat sich die Zange um Marianne, einer jungen Frau aus dem 8. Wiener Bezirk, gefährlich eng geschlossen: Ihr Vater, der Zauberkönig, Inhaber einer Puppenklinik, hat sie dem brutalen Fleischhauer Oskar zur Frau versprochen. Auf der Verlobungsfeier kommt es zum Eklat: Im naiven Glauben an die romantischen Liebe verbindet sich Marianne mit dem Hallodri Alfred. Der Vater verstößt seine Tochter.

Ein Jahr später haust das unglückliche Pärchen gemeinsam mit seinem Neugeborenen in einer tristen Wohnung. Als Alfred Marianne davon überzeugt hat, das Kind seiner Mutter und Großmutter auf dem Land in Obhut zu geben, lässt er sie unversehens sitzen. In ihrer Not präsentiert sie sich wenig später in einem Nachtlokal – als Glückallegorie, nackt auf einer Kugel tanzend. Als der Zauberkönig, begleitet von der Trafikantin Valerie, dem frühpensionierten Rittmeister und seinem Neffen Erich, einem aufstrebenden Nazi, in jenem Nachtlokal auf seine Tochter trifft, stürzen die Fassaden einen Moment lang ein: Der Zauberkönig erleidet einen Schlaganfall, Valerie blickt in die hässliche Fratze ihrer hoffnungslosen Existenz und Marianne landet wegen eines angeblichen Diebstahls im Gefängnis. Währenddessen wartet Oskar weiterhin geduldig. Als die Großmutter das Kind willentlich ermordet hat und Marianne wieder frei ist, steht der Fleischhauer bereit und nimmt Marianne doch noch zur Frau – als wäre, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts geschehen. – Ende gut, alles gut.

Ödön von Horváth zeichnet mit diesem Stück, das er 1931 unter dem Eindruck der turbulenten Zwischenkriegszeit verfasst hat, das Bild einer durchrationalisierten Gesellschaft, die dem lebendigen Menschen als übermächtiger Apparat begegnet und ihn früher oder später verschlingt. Demnach bedeutet Glück nur Illusion und Schicksal immer Zerstörung.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum, Esther Geremus
Musik: Sven Kaiser
Choreographie und Bewegung: Sabina Perry
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 25.9.2016, 19:30 |
Fr, 30.9.2016, 19:30 |
Sa, 8.10.2016, 19:30 |

Glaubenskämpfer

Religionssuche zwischen Dom, Moschee und Synagoge
von Nuran David Calis

Wir leben in aufgeklärten Zeiten. Immer mehr meinen wir zu wissen, wie wir uns die Welt und unsere Existenz zu erklären haben. Längst haben wir uns eingerichtet in einer modernen säkularen Gesellschaft, in der Glaube Privatsache ist und die Frage nach Gott bestenfalls ein intellektuelles Gedankenspiel. Gleichzeitig fällt die Welt um uns herum auseinander. Werte, auf die wir so stolz waren, greifen nicht mehr, während Glaube und Religion mit aller radikalen Wucht zurückgekehrt sind.

Der Autor und Regisseur Nuran David Calis hat Glaubende getroffen. Christen. Muslime. Juden. Er hat mit Imamen gesprochen, mit Pfarrern, Rabbinern, einer katholischen Nonne und einem ehemaligen Domprobst. Er hat Hassprediger eingeladen und ist Salafisten begegnet, Konvertiten, radikalen Fanatikern, Dogmatikern und Gelegenheitsbetern. Einige von ihnen stehen nun gemeinsam mit den Kölner Schauspielern auf der Bühne und kämpfen um nicht weniger als das: Unseren Glauben.

Ort:

Depot 1

Termine:

Mo, 26.9.2016, 19:30 |
So, 23.10.2016, 19:30 |
Do, 27.10.2016, 19:30 |

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Das Kurbad im Westen des Landes ist eine besondere Stadt. Die neue Badeanstalt bringt der Stadt Wohlstand und Touristen, und man ist stolz auf das funktionierende Gemeinwesen. Der neue Kurarzt Dr. Stockmann ist der Bruder des Bürgermeisters, der Chefredakteur der Lokalzeitung hält freundschaftlichen Kontakt zu beiden und ist auch mit der lokalen Wirtschaft eng verbunden. Der Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins ist zugleich Drucker und Herausgeber der Zeitung. Man kennt sich und man hilft sich, und das ist gut so.

Doch dann macht Dr. Stockmann eine folgenschwere Entdeckung. Das Wasser des Heilbades ist verseucht und gesundheitsschädlich. Natürlich muss die Öffentlichkeit informiert werden – oder etwa nicht? Denn diese Nachricht wird die Stadt erschüttern. Das Bad ist gefährdet, es geht um alles. Den Wohlstand und den Ruf der Stadt, die Reputation des Bürgermeisters, die Interessen vieler Einzelner und vor allem auch um viel Geld. Doch Stockmann beharrt auf der Wahrheit, und aus dem eben noch selbstbewussten Helden des neuen Aufschwungs ist plötzlich der Volksfeind geworden, der gegen die Interessen der Stadt steht. Aber wer entscheidet eigentlich, was gut ist für die Stadt? Der Bürgermeister? Die Bürger? Die Wirtschaft? Oder gar das gut funktionierende Gemeinwesen?

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüme: Tina Kloempken
Musik: Keith O'Brien
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 1.10.2016, 19:30 |
Mo, 3.10.2016, 18:00 |
So, 30.10.2016, 18:00 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

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