SCHAUSPIEL KÖLN - Depot 1

Spielzeit 2017/18

Mary Page Marlowe

von Tracy Letts

Was ist der Mensch? Ist er die Summe seiner Erzählungen? »Welche elf Szenen würde Sie auswählen, wenn Sie die Geschichte Ihres Lebens erzählen sollten?«, fragt der amerikanische Dramatiker Tracy Letts, als er zu seinem ungewöhnlichen Porträt eines unauffälligen Frauenlebens interviewt wird. Es sind nicht nur die glücklichen und erfolgreichen Momente eines Lebens, von denen er in seinem neuen Stück erzählt. Es gibt auch die traurigen, die Momente des Scheiterns und die, in denen falsche Entscheidungen getroffen wurden. Und da das Leben kein Kontinuum ist, wie Letts sagt, auch wenn es sich so anfühlen mag, zoomt er in die unterschiedlichen Lebensphasen seiner Protagonistin Mary Page Marlowe, verlässt dabei die Chronologie, springt hin und her, von der Midlifecrisis in die Collegezeit, von dort an das Ende im Krankenbett, um wieder zum Anfang des Lebens zu gelangen.

Letts, der international bekannt wurde durch sein preisgekröntes Drama EINE FAMILIE (AUGUST: OSAGE COUNTRY ), zeigt die verschiedenen Identitäten im Verlauf eines Lebens. Er erzählt von einer Frau, die sich fremd in der Welt fühlt, die sich immer wieder die Frage stellt: Bin ich die, die ich zu sein scheine? In ihren verschiedenen Lebensphasen versucht sie, dieses Gefühl zu ergründen, zu verdrängen oder aufzulösen. Versuche, die mal in Therapien oder im Drogenmissbrauch enden – ein ganz unauffälliges Leben eben.

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 27.1.2018, 19:30 |
So, 28.1.2018, 16:00 |

Romeo und Julia

von William Shakespeare

Eigentlich war Romeo nur in der Hoffnung zum Maskenball des verfeindeten Capulet-Clans gegangen, seine Angebetete Rosalinde dort zu sehen. Stattdessen begegnet er Julia – Nachname: Capulet –, verliebt sich haltlos, heiratet sie heimlich, ermordet ihren Cousin, geht in die Verbannung, kehrt zurück in seine Heimatstadt Verona, um sich in der Gruft der vermeintlich toten (in Wahrheit jedoch nur betäubten) Geliebten umzubringen. Und Julia folgt ihm in die Unterwelt wie Orpheus der Euridike. »Two star-crossed lovers« … in unausweichlichem Schicksal oder frei und mutvoll handelnd? Zwei jedenfalls, die inmitten einer identitätswütenden Umgebung begreifen, dass man die Welt auch »vom Unterschied aus erfahren kann« (Alain Badiou). Zwei Liebende.

Die junge Regisseurin Pınar Karabulut eröffnete zuletzt die Außenspielstätte am Offenbachplatz mit ihrer Uraufführung von Dirk Lauckes Stück KARNICKEL. Mit dynamischen Inszenierungen, in denen sie klassische wie zeitgenössische Stoffe aus überraschenden Blickwinkeln betrachtet und mit großem szenischen Einfallsreichtum auf die Bühne bringt, hat sie sich innerhalb kurzer Zeit einen Namen in der deutschen Theaterlandschaft gemacht. Mit Shakespeares großer Liebestragödie ROMEO UND JULIA ist erstmals eine Arbeit Pınar Karabuluts im Depot 1 des Schauspiel Köln zu sehen.

Regie: Pınar Karabulut
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Daniel Murena
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termin:

Mi, 24.1.2018, 19:30 |

Faust I

von Johann Wolfgang von Goethe

Über sechzig Jahre hat Goethe mit der Arbeit am FAUST zugebracht. Die Geschichte dieses rastlosen, ewig suchenden Menschen, der sich frustriert von den Wissenschaften abwendet, sich an der Magie versucht und schließlich die berühmte Teufelswette eingeht, hat Goethe zeitlebens beschäftigt. Es ist die Tragödie des modernen Menschen, der sich nach Erfüllung sehnt und sie nirgends findet, ein Getriebener, der auf einer rauschhaften Reise Welten durchquert. Kneipen werden aufgesucht, Verjüngungstränke eingenommen, Faust verliebt sich in Gretchen, erobert sie und stürzt sie ins Verderben. Was mit einer Gotteswette begann, endet mit einer satanischen Orgie auf dem Blocksberg und einer zerstörten jungen Frau, die auf ihre Henker wartet.

Mit einem Ensemble aus Schauspielern und Puppen begibt sich Moritz Sostmann, Hausregisseur am Schauspiel Köln, auf eine Expedition durch Goethes rätselhaften Dramenkosmos.

Regie: Moritz Sostmann
Bühne: Christian Beck
Kostüme: Elke von Sivers
Puppen: Hagen Tilp
Musik: Philipp Pleßmann
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 26.1.2018, 19:30 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

Offenbachplatz (Oper Köln)
D 50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
E-Mail: info@schauspielkoeln.de

KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

VIDEOS: © Schnittmenge - Büro für Bewegtbild