SCHAUSPIEL KÖLN - Depot 1

Spielzeit 2016/17

Faust I

von Johann Wolfgang von Goethe

Premiere: 10. Februar 2017, Depot 1

Über sechzig Jahre hat Goethe mit der Arbeit am FAUST zugebracht. Die Geschichte dieses rastlosen, ewig suchenden Menschen, der sich frustriert von den Wissenschaften abwendet, sich an der Magie versucht und schließlich die berühmte Teufelswette eingeht, hat Goethe zeitlebens beschäftigt. Es ist die Tragödie des modernen Menschen, der sich nach Erfüllung sehnt und sie nirgends findet, ein Getriebener, der auf einer rauschhaften Reise Welten durchquert. Kneipen werden aufgesucht, Verjüngungstränke eingenommen, Faust verliebt sich in Gretchen, erobert sie und stürzt sie ins Verderben. Was mit einer Gotteswette begann, endet mit einer satanischen Orgie auf dem Blocksberg und einer zerstörten jungen Frau, die auf ihre Henker wartet.

Mit einem Ensemble aus Schauspielern und Puppen begibt sich Moritz Sostmann, Hausregisseur am Schauspiel Köln, auf eine Expedition durch Goethes rätselhaften Dramenkosmos.

Regie: Moritz Sostmann
Bühne: Christian Beck
Kostüme: Elke von Sivers
Puppen: Hagen Tilp
Musik: Philipp Pleßmann
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termine:

Mi, 22.2.2017, 19:30 |
Fr, 3.3.2017, 19:30 |
So, 5.3.2017, 18:00 |
Mi, 15.3.2017, 19:00 |
Sa, 18.3.2017, 19:30 |
Di, 28.3.2017, 19:00 |
Mi, 29.3.2017, 19:00 |

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

Premiere: 10. März 2017, Depot 1

Unterm Strich lief es doch eigentlich ganz gut. Fast vierzig Jahre lang war Willy Loman als Handlungsreisender unterwegs. Und auch wenn er es nie bis nach oben geschafft hat, hat es irgendwie doch immer gereicht: Um die Familie mit den beiden Söhnen zu ernähren und sogar, um die Hypotheken für das kleine Mittelschichtshaus abzubezahlen. Doch der Traum vom kleinen Lebensglück ist ein zerbrechlicher: Kurz vor dem Ruhestand geht Willy die Puste aus. Die Welt dreht sich zu schnell für den alten Handlungsreisenden. Die alten Kontakte greifen nicht mehr, er verliert seinen Job und bei genauerem Hinsehen geht es nicht nur bei ihm, sondern auch bei seinen Söhnen ans Eingemachte. Wie konnte ihm das passieren? Hätte er noch härter für die eigene Zukunft arbeiten können? Gibt es eigentlich Gerechtigkeit? Oder hat Willy sich einfach ein Leben lang geirrt?

Arthur Millers Stück stellt 60 Jahre nach seiner Uraufführung die Fragen nach dem gefühlten und tatsächlichen Abstieg einer ganzen Gesellschaftsschicht mit erschreckender Aktualität.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Thomas Dreißigacker
Mitarbeit Bühne: Hedda Ladwig
Kostüme: Maria Roers

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 10.3.2017, 19:30 | Premiere |
Di, 14.3.2017, 19:30 |
So, 19.3.2017, 16:00 |
Mi, 22.3.2017, 19:30 |

Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

Frankreich um 1640: Acht Bürgerkriege haben das Land verwüstet. Nun lässt Ludwig der XIV. französische Truppen gegen die Habsburger ziehen. Der schöne Christian de Neuvillette hat jedoch nur eines im Sinn: die Liebe der klugen Roxane zu gewinnen. Um sie zu beeindrucken, muss der, mit Intellekt weniger reich gesegnete Beau, die gewünschten geistigen Vorzüge "outsourcen". Cyrano de Bergerac, ein Dichter und Freidenker, Roxanes Cousin, zudem durch eine große Nase entstellt, scheint hierfür der optimale Kandidat. In der Tat gelingt es Cyrano, mit seinen Worten, schreibend und soufflierend, die Angebetete in Liebe zu entbrennen zu lassen. Die tiefe Ehrlichkeit der Geständnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlt, entgeht dem einfältigen Christian, der dank ihrer sein Ziel erreicht und daraufhin – von einem destruktiveren Nebenbuhler als Cyrano – direkt an die Front befördert wird. Bei der Belagerung der Stadt Arras treffen die Protagonisten dieser Liebeswirren noch einmal zusammen.

Über fünfzig Mal war Simon Solbergs Inszenierung KABALE UND LIEBE im Depot 1 zu sehen. Mit CYRANO DE BERGERAC setzt er seine Befragung der Gegenwart auf der Folie historischer Verhältnisse fort und entwirft das Porträt eines unabhängigen Geistes in einer der ergreifendsten Liebesgeschichten der europäischen Dramatik.

Regie | Ausstattung: Simon Solberg
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Mitarbeit Kostüme: Christine Ruynat
Musikalische Leitung: Björn Bornhold
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termin:

Do, 9.3.2017, 19:30 |

Glaubenskämpfer

Religionssuche zwischen Dom, Moschee und Synagoge
von Nuran David Calis

Wir leben in aufgeklärten Zeiten. Immer mehr meinen wir zu wissen, wie wir uns die Welt und unsere Existenz zu erklären haben. Längst haben wir uns eingerichtet in einer modernen säkularen Gesellschaft, in der Glaube Privatsache ist und die Frage nach Gott bestenfalls ein intellektuelles Gedankenspiel. Gleichzeitig fällt die Welt um uns herum auseinander. Werte, auf die wir so stolz waren, greifen nicht mehr, während Glaube und Religion mit aller radikalen Wucht zurückgekehrt sind.

Der Autor und Regisseur Nuran David Calis hat Glaubende getroffen. Christen. Muslime. Juden. Er hat mit Imamen gesprochen, mit Pfarrern, Rabbinern, einer katholischen Nonne und einem ehemaligen Domprobst. Er hat Hassprediger eingeladen und ist Salafisten begegnet, Konvertiten, radikalen Fanatikern, Dogmatikern und Gelegenheitsbetern. Einige von ihnen stehen nun gemeinsam mit den Kölner Schauspielern auf der Bühne und kämpfen um nicht weniger als das: Unseren Glauben.

Ort:

Depot 1

Termin:

Di, 7.3.2017, 19:30 |

Der Revisor

Komödie von Nikolai Gogol

Gerade noch rechtzeitig ist es durchgesickert: Ein Revisor kommt! Groß ist die Angst, und auf Aufforderung des Bürgermeisters macht sich jeder sofort daran, in seinem Bereich zu vertuschen, was geht. Doch der zweite Schreck ist noch größer: Ein junger Mann wohnt seit zwei Wochen inkognito im Gasthaus, schaut den anderen auf den Teller und bezahlt die Rechnung nicht. Sofort wird der Unbekannte hofiert, bestochen und geschmiert, bis der falsche Revisor abreist und der echte sich ankündigt. Zwar spielt Gogols Komödie aus dem Jahr 1836 in einem russischen Provinznest, doch Korruption und Vetternwirtschaft haben die Jahrzehnte überlebt und finden sich auch heute sowohl bei den Großen wie FIFA und VW als auch bei den kleinen Fischen. Linus Tunström gehört zu den renommiertesten Theatermachern Skandinaviens. Der Intendant und Regisseur ist derzeit Mitglied der Theaterleitung des Stockholm Stadsteater und war mehrfach zum schwedischen Theatertreffen eingeladen.

Regie: Linus Tunström
Bühne und Kostüm: Alissa Kolbusch
Musik: Rikard Borggård
Dramaturgie: Felicitas Zürcher, Armin Kerber
Licht: Christian Schmidt

Ort:

Depot 1

Termin:

Do, 23.3.2017, 19:30 |

Iwanow

von Anton Tschechow

Fünf Jahre sind seit der skandalösen Hochzeit zwischen dem Gutsbesitzer Nikolaj Alexejewitsch Iwanow und der Jüdin Anna Petrowna vergangen. Während die junge Frau von ihren reichen Eltern enterbt und von ihrem neuen Umfeld niemals wirklich akzeptiert wurde, ist für Iwanow längst der ermüdende Alltag zurückgekehrt. Das Gut befindet sich in wirtschaftlicher Schieflage, sein Verwalter Borkin entwickelt immer kühnere Rettungsideen und der junge, idealistische Arzt Lwow diagnostiziert bei Anna Petrowna Schwindsucht, für die er Iwanow zur Verantwortung zu ziehen versucht. Aus der Enge des eigenen Hauses flieht dieser zu seinem Freund Lebedew. Der hat ihn nicht nur in der Vergangenheit finanziell unterstützt, sondern auch eine junge Tochter, Sascha, die dem väterlichen Freund in „tätiger Liebe“ zugeneigt ist. Als Anna Petrownas Tod einen scheinbaren Neuanfang möglich werden lässt, entzieht sich Iwanow erneut und endgültig.

Der Regisseur Robert Borgmann, der zuletzt in der Halle Kalk Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE dramatisierte, inszeniert Tschechows frühes Drama um die verschwimmenden Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits.

Regie: Robert Borgmann
Bühne: Rocco Peuker
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Niklas Kraft, Sven Michelson
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Do, 2.3.2017, 19:30 |
Fr, 24.3.2017, 19:30 |

Groß und klein

von Bortho Strauß

Wo ist ihr Platz in der Welt? Wo sind die Menschen, die sie Willkommen heißen, sie in ihre Gemeinschaftaufnehmen? Lotte Kotte, in Scheidung lebend und arbeitslos, ist der verlässliche Boden unter den Füßen abhanden gekommen und mit ihm die Sicherheit und das Selbstverständnis, dazuzugehören. Eine Randständige und Suchende ist sie, eine, die den anderen beim Dasein zuschaut und sich doch eigentlich selbst mit Haut und Haar zur Verfügung stellen will. Aber wohin sie auch geht, wen sie auch anspricht, wie sehr sie sich bemüht – überall stößt sie nur auf kurzzeitiges Interesse. Die Anderen sind mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem persönlichen kleinen Glück oder mittleren Unglück, mit ihrer Wirklichkeitsflucht und ihren Betäubungsversuchen mithilfe von Alkohol und Fernsehkonsum. So bleiben Lotte nur kurze Einblicke und eine Ahnung von Nähe.

Mit GROSS UND KLEIN entwirft Botho Strauß eingestochen scharfes Bild der alten Bundesrepublik, in der die Individualisierung und Vereinzelung voranschreitet. Die junge Regisseurin Lilja Rupprecht, die zum ersten Mal in Köln arbeitet, nimmt mit ihrer Inszenierung diese untergegangene Welt ins Visier, die noch heute für viele Menschen identitätstiftend ist.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Annelies Vanlaere
Video: Moritz Grewenig
Musik: Romain Frequency
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termin:

Di, 21.3.2017, 19:30 |

Adams Äpfel

nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen

Pfarrer einer winzigen Gemeinde auf dem Land hat er sich der Resozialisierung von Straftätern verschrieben. Neben dem Trinker und Sexualstraftäter Gunnar und dem Tankstellenräuber Khalid zählt seit kurzem Adam zu seinen Schützlingen, ein gewaltbereiter Neonazi, frisch aus dem Gefängnis entlassen. Ivans blinder Glaube an das Gute, seine unbeirrbare Güte provozieren den Misanthropen Adam, der bald alles daran setzt, Ivan zu brechen und ihn zur Einsicht in die Trostlosigkeit der Verhältnisse zu zwingen – ein Neonazi und ein Landpfarrer in einem Duell von biblischen Dimensionen.

Die Filmadaption ADAMS ÄPFEL ist die erste Inszenierung der schwedischen Regisseurin Therese Willstedt am Schauspiel Köln. Eine bitterböse Komödie über Glaube, Fanatismus, Sucht und die Macht der Selbsttäuschung.

Regie: Therese Willstedt
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüme: Arianna Fantin
Musik: Emil A. Høyer
Licht: Mårten K. Axelsson
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termine:

Di, 28.2.2017, 19:30 |
Sa, 25.3.2017, 19:30 |
Do, 30.3.2017, 19:30 |

Hamlet

von William Shakespeare

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 4.3.2017, 19:30 |
Do, 16.3.2017, 19:30 |
So, 26.3.2017, 19:30 |
Fr, 31.3.2017, 19:30 |

Britney X

Das viertägige Theater-, Musik- und Polit-Festival über Gender, Feminismus, Diversity und Sex mit Lectures, Workshops, Theater, Konzerten, Performances und Partys am Offenbachplatz

Do, 23.3.2017 - So, 26.3.2017 | Festival

Täglich ab 15.00 Uhr bis in die Nacht

TICKETS
Tagespass: 22 Euro (ermäßigt 12 Euro)
Festivalpass: 44 Euro (ermäßigt 22 Euro)

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

Offenbachplatz
D 50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
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