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SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

Spielzeit 2015/16

Glaubenskämpfer

Religionssuche zwischen Dom, Moschee und Synagoge
von Nuran David Calis

Uraufführung am 27. Februar 2016, Depot 1

Wir leben in aufgeklärten Zeiten. Immer mehr meinen wir zu wissen, wie wir uns die Welt und unsere Existenz zu erklären haben. Längst haben wir uns eingerichtet in einer modernen säkularen Gesellschaft, in der Glaube Privatsache ist und die Frage nach Gott bestenfalls ein intellektuelles Gedankenspiel. Gleichzeitig fällt die Welt um uns herum auseinander. Werte, auf die wir so stolz waren, greifen nicht mehr, während Glaube und Religion mit aller radikalen Wucht zurückgekehrt sind.

Der Autor und Regisseur Nuran David Calis hat Glaubende getroffen. Christen. Muslime. Juden. Er hat mit Imamen gesprochen, mit Pfarrern, Rabbinern, einer katholischen Nonne und einem ehemaligen Domprobst. Er hat Hassprediger eingeladen und ist Salafisten begegnet, Konvertiten, radikalen Fanatikern, Dogmatikern und Gelegenheitsbetern. Einige von ihnen stehen nun gemeinsam mit den Kölner Schauspielern auf der Bühne und kämpfen um nicht weniger als das: Unseren Glauben.

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 27.2.2016, 19:30 | Uraufführung |
Fr, 11.3.2016, 19:30 |
Mi, 23.3.2016, 19:30 |
Fr, 1.4.2016, 19:30 |

NSU - Terror in Deutschland: Vergesst mich nicht

von Züli Aladag

WDR-Filmpremiere: 16. März 2016, Depot 1

In einem dreiteiligen Fernsehfilmprojekt von WDR, SWR, BR, ARD Degeto und MDR werden die Ereignisse um die NSU-Morde aus verschiedenen Perspektiven erzählt: die der Täter, der Opfer und die der Ermittler. Der zweite Teil der Trilogie VERGESST MICH NICHT, den der WDR betreut hat, erzählt die in Teilen autobiographische Geschichte von Semiya Simsek, deren Vater Enver Simsek das erste Opfer der Mordserie wurde.

Ort:

Depot 1

Termin:

Mi, 16.3.2016, 19:30 | Premiere |

Lehman Brothers.
Aufstieg und Fall einer Dynastie

von Stefano Massini

Kölner Premiere: 18. März 2016, Depot 1

New York. Hafen. Mole number four. Hier betritt unter den Einwanderern aus Europa ein deutscher Jude 1844 das amerikanische Festland. Sein Name: Heyum Lehmann. Bald aber bekommt er einen neuen: Henry Lehman. Wie viele emigrierte Juden beginnt er als Hausierer, bevor er in die Textilbranche einsteigt und schließlich in Montgomery, Alabama, ein eigenes Geschäft eröffnet. Kurz darauf folgen ihm seine beiden Brüder, und bald schon beginnt das Geschäft rasant zu wachsen. Aus dem Verkauf von Textilien wird der Handel mit Baumwolle, wird die Spekulation mit Rohstoffen, bis schließlich die Waren mehr und mehr in den Hintergrund geraten und nur noch eines im Zentrum steht: das Geld.
Binnen 150 Jahren wird aus dem kleinen Familienunternehmen der Lehmann-Brüder eine der erfolgreichsten Investmentbanken der Welt. Visionär und geschäftstüchtig gelingt es über Generationen, das Imperium auszubauen und sogar Krisen als Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Immer rasanter und atemloser entwickelt sich der Finanzmarkt, den die Investmentbank Lehman Brothers entscheidend mitprägt, immer waghalsiger werden die Spekulationen. Das Ende ist wohlbekannt: 2008 kommt es mit dem Untergang der Bank zu einem Kollaps an den Finanzmärkten, der weltweit katastrophale Auswirkungen hat.

Mit LEHMAN BROTHERS erzählt der italienische Dramatiker Stefano Massini in epischer Form vom Aufstieg und Fall einer jüdischen Familiendynastie. Gleichzeitig entwirft er in großartigen Bildern und frei von ideologischer Färbung eine Chronik des Handels und der Spekulation mit Geld.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Barbara Drosihn
Musik: Sven Kaiser
Dramaturgie: Felicitas Zürcher und Sibylle Dudek

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 18.3.2016, 19:30 |

Troilus und Cressida

von William Shakespeare

Troja. Mythische Stadt. Prachtvoll und uneinnehmbar wachsen ihre Mauern über die Kuppe des Hügels Hisarlık hinaus, weit den Hellespont überblickend, wo Ägäis und Marmarameer sich vereinen. Zwischen Wasser und Mauern: ein schmaler Streifen trockenes Land. Eher als Schlachtfeld geeignet, denn als Acker für jene fremden Männer, die die Pflöcke ihrer Zelte in die Erde hineingetrieben haben und nun warten. Es ist eine Auslandsmission der Superlative. Versammelt ist die Elite Griechenlands, des mächtigsten Landes der bekannten Welt. Ihr Auftrag: die schönste Frau, die jemals von der Sonne beschienen wurde, die unvergleichliche Helena, aus der Gewalt ihres Entführers Paris zu befreien und zu ihrem rechtmäßigen Ehemann Menelaos, Bruder des Königs Agamemnon, zurückzubringen.
Sieben Jahre dauert die Belagerung nun bereits, und der royale Reiz der Reise ist mit der Zeit doch sehr verblasst. Ein Teil der Truppe ist schon wieder abgereist. Nur die größten der Helden harren noch aus. Als Krieger weitestgehend zu Müßigkeit verdammt, sind sie damit beschäftigt, die interne Rangordnung auf zivilem Wege, das heißt in Ränkespielen, auszufechten. Der eigentliche Anlass ihrer Anwesenheit vor Troja aber ist allen etwas aus dem Blick geraten.
Der Seher Kalchas löst ungewollt die Starre. Er ist aus Troja zu den Griechen übergelaufen, doch er hat noch eine Tochter in der Stadt: Cressida. Seit Jahren versucht er, sie aus Troja ins Lager der Griechen zu holen. Unglücklicherweise gelingt ihm dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn während bei den Helden der Lack zu blättern beginnt, ist eine neue Generation herangewachsen. Und Cressida hat ihre Sinnlichkeit entdeckt. Nach einer ersten Liebesnacht mit Troilus, dem jüngsten Prinz von Troja, folgt dieser, der den Kampf verachtet, ihr heimlich in das Feindeslager …

In TROILUS UND CRESSIDA erzählt William Shakespeare mit einem bissig satirischen Blick auf Mythen und Helden von der Korrumpierbarkeit der Liebe und der alles zersetzenden Wirkung des Krieges.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Jonas Schmid
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 14.2.2016, 18:00 |
Mi, 17.2.2016, 19:30 |
Sa, 20.2.2016, 19:30 |
So, 28.2.2016, 15:30 |
Di, 8.3.2016, 19:30 |
So, 20.3.2016, 19:30 |
Do, 24.3.2016, 19:30 |
Mo, 28.3.2016, 19:30 |

Nothing Hurts

von Falk Richter

Manchmal nimmt man jemanden mit aus der Nacht und manchmal nimmt die Nacht einen mit. Am Ende ist es fast egal, weil beides nicht von Dauer ist. Dann geht man wieder los. Stellt seinen Körper an eine Bar, bewegt ihn auf einer Tanzfläche. Und mit ein bisschen Glück stimmt die Musik und vielleicht wird man gefunden. Einfach mal einen fremden Körper in sich hineinkrachen lassen. Einen Unfallpartner finden. Ganz kurz mal die Hand ausstrecken.

Falk Richters narzisstisch erschöpfte Kinder unserer Konsumgesellschaft halten nicht inne. Sie leben in der Distanz. Zwischen Tag und Nacht, dort und hier, dir und mir. Gemeinsam mit vier Studenten aus dem Schauspielstudio Köln und dem Ensemblemitglied Stefko Hanushevsky übersetzt die junge Regisseurin Andrea Imler Richters Beobachtungen in einen Abend zwischen Ton, Wort und Körper. Nach DIE PHILOSOPHIE IM BOUDOIR und HERZSTÜCK/MAUSER zeigt sie damit ihre dritte Arbeit am Schauspiel Köln und setzt zugleich die Reihe WERKSTÜCKE in der Grotte unter dem grünen Hügel fort.

Regie: Andrea Imler
Bühne: Franziska Harm
Kostüme: Lena Käuper
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Grotte Depot

Termine:

Fr, 19.2.2016, 20:00 |
Sa, 27.2.2016, 20:00 |
Di, 1.3.2016, 20:00 |

Kimberly

Singspiel von David Schalko und Kyrre Kvam

Ein Dorf. Eine Welt mit begrenztem Horizont, fernab der großen Städte. Das Leben ist unspektakulär und überschaubar. Jeder kennt jeden. Aber keiner kennt sie. Alles hat sie zurückgelassen, weit ist sie gegangen, um noch mal neu zu beginnen, hier unter Fremden, die nichts wissen von ihrer Geschichte
und ihrer Schuld. Sie will sich völlig neu erfinden, raus aus ihrer Haut. Keine Vergangenheit. Nur Zukunft. Eine neue Identität. Kimberly. Ein Name, in den sich alles hineinprojizieren lässt. Das gefällt auch einem jungen Mann in diesem Dorf. Schnell wird Kimberly zur Projektionsfläche für alles, was gefährlich ist. Schnell mit alten Mustern konfrontiert. Schnell steht sie wieder vor einer mörderischen Entscheidung.

Mit dem Leben im Dorf kennt sich der österreichische Autor und Regisseur David Schalko bestens aus. Schließlich stammt er selber aus einem und hat mit seiner hochgelobten Fernsehserie BRAUNSCHLAG treffsicher ein fiktives niederösterreichisches Dorf porträtiert – und dabei das österreichische Fernsehen revolutioniert.

Im Auftrag des Schauspiel Köln entwickelt David Schalko zusammen mit dem norwegischen Komponisten Kyrre Kvam nun seine erste Theaterarbeit – eine ganz eigene Form des Musiktheaters: morbide, abgründig und mit viel schwarzem Humor.
Die Handlung ist von einem tatsächlichen Fall inspiriert, der in Österreich vor einigen Jahren bekannt wurde: Eine schöne junge Frau tötete zwei Männer, mit denen sie vorher in einer Liebesbeziehung stand. Anschließend zerhackte sie die Leichen und mauerte sie in ihren Eissalon ein.

KIMBERLY ist eine Abhandlung menschlicher Sehnsüchte und mörderischer Gelüste. Ein Suspense-Stück über Einsamkeit, Empathieunfähigkeit und einen ungeschickten Autofahrer, dessen Leben aus den Angeln gehoben wird.

Regie: David Schalko
Musik: Kyrre Kvam
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Anna von Leen

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 13.3.2016, 18:00 |
Do, 31.3.2016, 19:30 |

Geschichten aus dem Wiener Wald

von Ödön von Horváth

Wien: Stille. Hin und wieder erklingt die Melodie eines Walzers. Doch alles scheint wie festgeschmiedet im hämmernden Dreivierteltakt. Die Menschen verstricken sich in ein komisches Geflecht von Höflichkeiten und Träumereien. Eigentlich wollen sie sich vergnügen, aber, was dabei herauskommt, sind morbide Pointen und bestialische Instinkte.

An diesem skurrilen Ort hat sich die Zange um Marianne, einer jungen Frau aus dem 8. Wiener Bezirk, gefährlich eng geschlossen: Ihr Vater, der Zauberkönig, Inhaber einer Puppenklinik, hat sie dem brutalen Fleischhauer Oskar zur Frau versprochen. Auf der Verlobungsfeier kommt es zum Eklat: Im naiven Glauben an die romantischen Liebe verbindet sich Marianne mit dem Hallodri Alfred. Der Vater verstößt seine Tochter.

Ein Jahr später haust das unglückliche Pärchen gemeinsam mit seinem Neugeborenen in einer tristen Wohnung. Als Alfred Marianne davon überzeugt hat, das Kind seiner Mutter und Großmutter auf dem Land in Obhut zu geben, lässt er sie unversehens sitzen. In ihrer Not präsentiert sie sich wenig später in einem Nachtlokal – als Glückallegorie, nackt auf einer Kugel tanzend. Als der Zauberkönig, begleitet von der Trafikantin Valerie, dem frühpensionierten Rittmeister und seinem Neffen Erich, einem aufstrebenden Nazi, in jenem Nachtlokal auf seine Tochter trifft, stürzen die Fassaden einen Moment lang ein: Der Zauberkönig erleidet einen Schlaganfall, Valerie blickt in die hässliche Fratze ihrer hoffnungslosen Existenz und Marianne landet wegen eines angeblichen Diebstahls im Gefängnis. Währenddessen wartet Oskar weiterhin geduldig. Als die Großmutter das Kind willentlich ermordet hat und Marianne wieder frei ist, steht der Fleischhauer bereit und nimmt Marianne doch noch zur Frau – als wäre, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts geschehen. – Ende gut, alles gut.

Ödön von Horváth zeichnet mit diesem Stück, das er 1931 unter dem Eindruck der turbulenten Zwischenkriegszeit verfasst hat, das Bild einer durchrationalisierten Gesellschaft, die dem lebendigen Menschen als übermächtiger Apparat begegnet und ihn früher oder später verschlingt. Demnach bedeutet Glück nur Illusion und Schicksal immer Zerstörung.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum, Esther Geremus
Musik: Sven Kaiser
Choreographie und Bewegung: Sabina Perry
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 13.2.2016, 19:30 |
Fr, 19.2.2016, 19:30 |
Sa, 5.3.2016, 19:30 |
Sa, 26.3.2016, 19:30 |

3.31.93

von Lars Norén

Mitten in Europa. Eine Stadt. Stein, Beton, Rigips, Asphalt, ausgebreitet und in die Höhe gezogen, Straßen, Schienen, Schneisen zwischen Bürogebäuden, Einkaufspassagen, Wohnblöcken. An den Rändern: Einfamilienhäuser, deren Fenster auf verkehrsberuhigte Spielstraßen und eine braungrüne Ackerlandschaft hinausgehen. Vor den Türen die Autos. Noch ist es kalt. Oder schon wieder. Wer keinen Grund hat zu gehen, bleibt, wo er ist. Sie sitzen hinter den Fassaden und warten, die Alten und die ganz Jungen, die ohne Aufgabe sind, ohne Arbeit und ohne Verabredung. Wann fängt das endlich an ? Wann hat das bloß ein Ende? Wie konnte so viel Zeit vergehen?
Da ist eine Kluft zwischen dem, was man plant und dem, was geschieht. Nur ungerührt lässt sie sich überbrücken; mit entschiedener Missachtung der Realität, entschlossener Ignoranz der Absurditäten des Daseins.

Lars Norén, einer der wichtigsten lebenden Dramatiker Schwedens und großen europäischen Intellektuellen, hat ein neues Stück geschrieben. Zugleich erbittert und nachsichtig blickt er darin auf den Reigen der sich unablässig Mühenden und unablässig Fehlenden. Moritz Sostmann, der als Hausregisseur am Schauspiel Köln unter anderem UND PIPPA TANZT!, Kafkas AMERIKA und DER GUTE MENSCH VON SEZUAN auf die Bühne brachte, wird Noréns poetisches Panorama für das Kölner Publikum entfalten. Wie bei seinen früheren Arbeiten werden Menschen und Puppen auch diesmal ein Ensemble bilden.

Regie: Moritz Sostmann
Bühne: Christian Beck
Kostüme: Elke von Sivers
Puppen: Hagen Tilp
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Do, 18.2.2016, 19:30 |
So, 21.2.2016, 16:00 |

Die göttliche Komödie

von Dante Alighieri

Grausame Kälte, blendendes Licht, plastische Formkraft und unbändige Sprachbilder sind die hervorragenden Merkmale der Divina Commedia. Sie erzählt die visio­näre Jenseitswanderung eines jungen Dichters durch das INFERNO (Hölle) über das PURGATORIO (Berg der Läuterung) hinauf zum PARADISO. Begleitet von dem römischen Dichter Vergil, gelangt Dante durch das Höllentor zum eisigen Mittelpunkt der Erde und von dort zum paradiesischen Höhenflug mit der geliebten Sehnsuchtsgestalt Beatrice. Dieser Weg durch die Trichter der Hölle bis zum Höchsten des Himmels – unüberbotene Horrorvision und unendlicher Traum vom Glück – ist eines der lustvollsten und bildreichsten Abenteuer, die jemals geschrieben wurden.
Gelten die von antiker, aristotelischer Ethik und christlichen Geboten geprägten Vorstellungen Dantes heute noch? Ein System, in dem Gutes belohnt und Böses bestraft wird? Was bleibt von dieser Gerechtigkeitsmaschine, von dieser Göttlichen Komödie, in unserer säkularisierten und moralisch wie ethisch diffusen Gesellschaft bei einer zeitgemäßen Betrachtung übrig?

Sebastian Baumgarten vertritt einen avancierten Regie-Begriff, der gerne große (oft auch musikalische) Bilderreigen inszeniert und damit die Grenzen zwischen Oper und Schauspiel auslotet. Er sucht die geschichtlich-politische Reflexion auf der Bühne und setzt auf ein Publikum, das sich zum Denken verführen lässt. Dabei adaptiert er mit Vorliebe große Stoffe, denen moralphilosophische Fragestellungen zugrunde liegen und die, wie er sagt, »die dunklen Seiten der Aufklärung« verhandeln.

Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Thilo Reuther
Kostüme: Jana Massel / Jörg Follert
Video: Stefan Bischoff
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Jens Groß

Ort:

Depot 1

Termine:

Di, 1.3.2016, 19:30 | Wiederaufnahme |
Di, 22.3.2016, 19:30 |

Hiob

nach dem Roman Joseph Roth

Bühnenfassung von Koen Tachelet

Was ist das für ein Gott, der das Unglück der Menschen zulässt? Diese Frage stellt sich Mendel Singer, Protagonist aus Joseph Roths Roman HIOB, lange Zeit nicht. Gottesfürchtig lebt der fromme Jude mit seiner Frau und den vier Kindern in ärmlichen Verhältnissen in dem kleinen Dorf Zuchnow in Russland. Fatalistisch nimmt er sein Schicksal an: die Behinderung seines jüngsten Sohnes, die Entfremdung von seiner Frau und den Kindern, denen das Leben im Schtetl zu eng wird. Erst als die Tochter sich mit Kosaken einlässt, beschließt Mendel Singer zu handeln und stimmt der Auswanderung nach Amerika zu. Allein der behinderte Sohn muss zurückbleiben, weil er den Aufnahmekriterien der neuen Welt nicht entspricht. Und auch Mendel Singer hat Probleme, im geschäftigen und modernen New York seinen Platz zu finden. Ohnmächtig muss er mitansehen, wie der fortschreitende Erste Weltkrieg ihm alles nimmt: seine Kinder, seine Frau, seine Heimat. Und nun beginnt Mendel Singer mit dem Letzten zu hadern, was ihm noch geblieben ist: mit seinem Gott.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Heidi Fischer
Musik: Cornelius Borgolte
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Ort:

Depot 1

Termin:

Di, 23.2.2016, 19:30 |

Kabale und Liebe

Bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Ferdinand liebt Luise. Luise liebt Ferdinand. – So etwas geht selten genug gut aus. Wenn dann auch noch der Eine adelig ist, die Andere aber bürgerlich, und die Eltern beider gegen eine Beziehung sind, wird aus der Kollision zweier Menschen die Bedrohung eines ganzen sozialen Gefüges.
Kräfte verschieben sich, öffentliche und private Sphären verschwimmen, und auf einmal ringt jeder um Entscheidungsgewalt über sein eigenes Leben.
Wie aber kann sich der einzelne positionieren, in einer Gesellschaft, in der Macht und Privilegien ungleich verteilt sind? Mit wie viel Radikalität begegnet man der repressiven Wucht einer Umgebung, die einen zurichtet und entmündigt? Fragen, denen sich in Schillers politisch aufgeladener Romeo-und-Julia-Version nicht nur die Liebenden stellen müssen. Geschrieben auf der Schwelle zwischen Absolutismus und dem sogenannten »bürgerlichen Zeitalter« reicht das Trauerspiel sie an uns weiter, in unsere heutige Umbruchszeit.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg / Maike Storf
Kostüme: Maike Storf
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termin:

Mi, 9.3.2016, 19:30 |

© Schnittmenge - Büro für Bewegtbild 

Wie es euch gefällt

von William Shakespeare

Orlando ist unzufrieden. Von seinem eigenen Bruder enterbt, braucht er nicht nur Geld, sondern vor allem mehr Sinn in seinem Leben. In dem herrscht ebenso Stillstand wie in der dekadenten Diktatur am Hofe Herzog Fredericks, der seinen Bruder entmachtet und in die Verbannung in den Ardennerwald geschickt hat. Lediglich Rosalinde, die Tochter des rechtmäßigen Herzogs, darf in Gesellschaft ihrer Cousine Celia am Hofe zurückbleiben. Orlando begehrt auf und wagt in einem Ringkampf den Affront gegen die Diktatur des Herzogs. Er gewinnt und flieht vor der Rache Herzog Fredericks in die Verbannung in den Ardennerwald. Rosalinde wagt es, Orlando beizustehen – und wird dafür vom Herzog verbannt. Auch sie landet im Ardennerwald, wo es langsam richtig voll wird: Der alte Herzog sucht hier mit seinem Hofstaat das alternative, bessere Leben. Rosalinde wechselt die Kleidung und damit das Geschlecht, und sucht fortan als Mann Ganymed die Liebe. Orlando weiß, dass er Rosalinde liebt und sucht sie und immer noch nach sich selbst, findet aber nicht sie, sondern nur Ganymed. Alles gerät durcheinander in Shakespeares Komödienwald: Die Liebe, die Geschlechter und die gesellschaftliche Stellung. Keine sicher geglaubte Identität scheint mehr zu stimmen, bis sich nicht nur Orlando fragt: Woher weiß ich eigentlich, wer ich bin?

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüme: Tina Rudolph
Musik: Keith O'Brian
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 26.2.2016, 19:30 |
So, 27.3.2016, 19:30 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

Offenbachplatz
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