SCHAUSPIEL KÖLN - SCHAUSPIELHAUS
Spielzeit 2009/10
Das Fest
VON THOMAS VINTERBERG UND MOGENS RUKOV
PREMIERE: Fr 19.03.2010, Schauspielhaus
Der erfolgreiche Geschäftsmann und Hotelier Helge Klingenfeldt feiert seinen 60. Geburtstag. Und alle sind der Einladung auf seinen Landsitz nachgekommen: seine Eltern, Onkel und Tanten, Freunde und Bekannte und seine drei Kinder Christian, Helene und Michael. Obwohl die Beerdigung seiner Tochter Linda, die sich völlig überraschend das Leben nahm, erst kurze Zeit zurückliegt, beginnt der Abend nach den Ritualen wohl eines jeden Familienfestes: Begrüßung, Gespräche, Essen. Der älteste Sohn Christian hält – wie die Tradition es verlangt – die erste Tischrede; er gibt ihr den merkwürdigen Titel „Wenn Papa badete“. Christian nutzt das Geburtstagsfest seines Vaters, um ein streng gehütetes und unterdrücktes Familiengeheimnis zu lüften. Schmerzhaft kommt etwas ans Licht, was jeder wusste, niemand wahr haben wollte und alle voreinander verborgen hielten. Zunehmend gerät das Fest aus den Fugen. Die Grundfeste der Familie sind erschüttert, am Morgen ist nichts mehr so, wie es war.
„Jede Familie hat ein Geheimnis.“, lautet der Untertitel. Thomas Vinterbergs Film »Das Fest« wurde 1998 zum ersten Mal bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes präsentiert und gewann den Spezialpreis der Jury. Neben Lars von Triers Film »Idioten« ist es der erste Film, der strikt dem filmischen Keuschheitsgelübde „Dogma 95“ folgte. Seither hat »Das Fest« nicht nur die Leinwände erobert, sondern ist inzwischen national und international schon so etwas wie ein moderner Klassiker auf vielen Theaterbühnen.
»Das Fest«, so schreiben Vinterberg und Rukov, „ist ein Film über den Willen des Vaters und den verlorenen Sohn, die Nähe des Todes und die Ferne der Lebenden, die Bande des Bluts und darüber, wie es ist, seines Bruders Hüter zu sein. Ein Film über Liebe, Eifersucht und Fremdenangst, über den kühlen Charme der Bourgeoisie und die warmen Arme der Stubenmädchen…“
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 19.3.2010, 19:30 | Premiere
So, 21.3.2010, 19:30
Mi, 24.3.2010, 19:30
So, 28.3.2010, 15:00
Di, 30.3.2010, 19:30
Kasimir und Karoline
Ein Volksstück von Ödön von Horváth
KOPRODUKTION MIT DEM NTGENT UND DE VEENFABRIEK
Und die Liebe höret nimmer auf
Kasimir geht mit seiner Freundin Karoline auf das Oktoberfest. Er hat gerade seine Arbeit verloren und ist deprimiert, während Karoline, die tagsüber in einem Büro arbeitet, sich amüsieren will. Es kommt zum Streit. Karoline lernt den Konfektionsschneider Schürzinger, später dessen Chef kennen. Auch Kasimir bleibt nicht allein. Der etwas zwielichtige Merkl Franz und seine Freundin Erna versuchen ihn aufzumuntern. Der Arbeitslose gegenüber dem Lohnarbeiter, der sich keinen falschen Schritt erlauben darf, der Direktor, dem alle Annehmlichkeiten zur Verfügung stehen, gegenüber dem Kleinkriminellen, der nimmt, was er kriegen kann: Horváths Sozialbefund von 1931, einer Zeit, die geprägt ist von Massenarbeitslosigkeit und Inflation, ist ein Meisterwerk, eines der wichtigsten sozialkritischen Volkstücke des zwanzigsten Jahrhunderts. Er selbst nennt sein Stück „eine Ballade voll stiller Trauer“. Das Stück ist aber auch komisch, geprägt von der unverwechselbaren Horváthschen Ironie. „Sterben müssen wir alle“: Solch lapidare Sätze bergen auch Sehnsucht und damit Verheißung einer besseren Welt – einer Welt, in der jeder bereit ist, für den Anderen Sorge zu tragen. In der Regie von Johan Simons und Paul Koek wird aus »Kasimir und Karoline« energiegeladenes Musiktheater, eine Inszenierung, die die heutige Zeit spüren lässt – jenseits jeglicher Folklore.
Unter Verwendung des Bühnenbildes von Bert Neumann anläßlich der Premiere in Avignon, Papstpalast, Juli 2009.
Regie: Johan Simons, Paul Koek
Musik: Paul Koek
Kostüme: Nina von Mechow
Musikalische Leitung: Loy Wesselburg
Dramaturgie: Paul Slangen, Rita Thiele
Produktionsleitung: Marc Swaenen
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Do, 25.3.2010, 19:30
König Lear
William Shakespeare
Im Anfang steckt schon das Ende, die ganze Katastrophe: Der alte König Lear will vor der Zeit abdanken, Macht, Besitz und die Sorge um den Staat ablegen und sein Reich unter seinen drei Töchtern zu gleichen Teilen aufteilen. Er stellt die Liebe seiner Töchter auf die Probe und fragt, welche ihn am meisten liebe. Goneril und Regan beteuern wortreich ihre Liebe und bekommen ihre Teile, Cordelia, die jüngste, von ihm am meisten geliebte Tochter verweigert die schmeichlerische Rede und antwortet auf die Frage, was sie sage: „Nichts.“ Mit diesem „Nichts“ nimmt die Tragödie unaufhaltsam ihren Lauf. Dieses „Nichts“ lässt die Welt aus der Ordnung geraten. Dieses „Nichts“ durchhallt in all seinen Facetten die apokalyptische Dunkelheit des Stücks. Lear enterbt Cordelia zornig und verstößt sie. Für sich selbst beansprucht Lear, die Königswürde zu behalten, hundert Ritter und das Recht, abwechselnd einen Monat lang bei den beiden Töchtern zu wohnen. Goneril und Regan verwehren es ihm, indem sie ihn verstoßen. Am Ende sind alle tot.
Lear muss lernen, dass alles nicht stimmt: Sein Sehen war Blindheit, seine Vernunft war Wahn. Er muss sich – wie Ödipus – die Frage stellen: Wer bin ich? Er muss hinein in den Wahnsinn, die Nacktheit – das Nichts. Es geht um vieles in »König Lear«, um Generationenprobleme, eine Zeitenwende, Bürgerkrieg, Betrug und Wahrheit, Treue und Verrat, Macht und Machtmissbrauch, das Verhältnis der Geschlechter – das Thema ist das Leben des Menschen, das Stück eine finstere philosophische Groteske über das Nichts.
Karin Beier, 1965 in Köln geboren, gründet mit 21 die Theatergruppe Countercheck Quarrelsome (CCQ), mit der sie radikal modernisierte Shakespeare-Inszenierungen in englischer Sprache herausbringt. Ab 1988 arbeitet sie als Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus.
»Romeo und Julia« und »Sommernachtstraum« werden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ab 1995 Schauspielregien am Hamburger Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen, in Hannover, Bonn, Bochum, Zürich und Köln. Ab 1997 Operninszenierungen in Bremen, Köln, Basel und an der Wiener Staatsoper. Fünf Jahre ist Karin Beier Hausregisseurin am Burgtheater Wien. 2006 erhält sie den Nestroy Preis für die »Beste Regie« anlässlich ihrer Inszenierung von Gorkis »Kleinbürger«. Seit zwei Spielzeiten ist sie Intendantin am Schauspiel Köln. Ihre Inszenierungen »Die Nibelungen« und »Das goldene Vlies« wurden 2008 und 2009 zum NR W-Theaterfestival »westwärts« eingeladen. In der
Spielzeit 2008/09 inszenierte sie Henrik Ibsens »Peer Gynt« am Schauspiel Köln und »Das Leben ein Traum« von Pedro Calderón de la Barca am Burgtheater in Wien.
Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Greta Goiris
Musik Jörg Golasch
Dramaturgie: Jan Hein
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Fr, 26.3.2010, 19:30
Die Verwandlung und andere Erzählungen
Nach Franz Kafka
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ So beginnt eine der merkwürdigsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts. Eine „ausnehmend ekelhafte Geschichte“ hatte Franz Kafka seine 1912 geschriebene Erzählung genannt, wohl nicht ahnend, dass Gregor Samsa zum berühmtesten Insekt der Weltliteratur avancieren sollte. Ausgehend von »Die Verwandlung« komponiert Antonio Latella einen Theaterabend aus weiteren berühmten und weniger berühmten Texten Kafkas – darunter »In der Strafkolonie«, »Das Urteil«, aus den Tagebüchern und Oktavheften. „Die Erzählung »Die Verwandlung« wird Ausgangspunkt für eine Arbeit über das Nicht-Wissen und die Unfähigkeit, sich selbst zu erkennen. Die Metamorphose, die mich interessiert, liegt in der Bewegung. Sie geschieht auch für alle, die Samsa umgeben, die sich angesichts seiner Krankheit verändern, indem sie sich in die monströsesten Gebiete des menschlichen Seins hinablassen.“ (Antonio Latella)
Regie: Antonio Latella
Bühne und Kostüme: Annelisa Zaccheria
Dramaturgie: Federico Bellini, Sybille Meier
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 27.3.2010, 19:30
Kuttner erklärt die Welt 4
REIHE
PROTEST - KONTRATEST ?!
Videoschnipselabend
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Mi, 31.3.2010, 19:30
BÜHNEN KÖLN
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