SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

DEPOT 1 UND DEPOT 2

DIE NEUEN SPIELSTÄTTEN IM EHEMALIGEN CARLSWERK IN MÜLHEIM

Wo ist das Schauspiel? Wer sich heute aus alter Gewohnheit zum Offenbachplatz in der Kölner Innenstadt begibt, wo sich das Schauspielhaus seit Jahrzehnten zuverlässig befand, steht unvermittelt auf Kölns größter Baustelle. Ein langwieriger und nicht immer einfacher Prozess aus Umbauplänen, Abrissplänen, neuen Umbauplänen und schließlich einem überwältigend eindeutigen Bürgerentscheid haben dazu geführt, dass das Riphahn-Ensemble aus Opern- und Schauspielhaus nun von Grund auf saniert und modernisiert wird. Für insgesamt drei Jahre ist in beiden Häusern das Spielen unmöglich. Stattdessen regieren dort erst Bagger, dann Maurer, Handwerker, Restaurateure. Bis zur glanzvollen Neueröffnung im neuen alten Theater im Herbst 2015 braucht das Schauspiel deshalb eine neue Heimat.

Nach intensiver Suche und aufwändiger Prüfung einer Unzahl von Optionen wie z. B. ein geschlossenes Multiplexkino und ein stillgelegter Flughafen – und nachdem klar war, dass das bisherige Ausweichquartier in der Expo XXI nicht länger genutzt werden kann – sind der neue Schauspielintendant Stefan Bachmann und sein Team schließlich fündig geworden: auf dem Gelände des ehemaligen Carlswerks in Mülheim, wo sich mit dem Schanzenviertel seit Jahren ein prosperierendes Kulturquartier entwickelt. Hier befindet sich das DEPOT, eine große freistehende ehemalige Produktionshalle des Kabelherstellers Felten & Guilleaume, die ab September 2013 die beiden neuen Spielstätten des Schauspiels beherbergen wird: das DEPOT 1 mit circa 600 Plätzen und das kleinere DEPOT 2 mit etwa 250 Plätzen. Beide Hallen können parallel bespielt werden und sind durch ein großzügiges Foyer miteinander verbunden, das neben ausreichenden Garderoben und Sanitäranlagen auch Platz für kleinere Veranstaltungen und Gastronomie bietet.

Für voraussichtlich zwei Spielzeiten zieht das Schauspiel nun also mit Sack und Pack auf die »Schäl Sick« und ist dabei viel leichter erreichbar, als man zunächst denkt: Vom alten Standort am Offenbachplatz fährt man mit dem Auto einfach ein Stück die Nord-Süd-Fahrt entlang, lässt den Hauptbahnhof rechts liegen, dann vorbei an Ebertplatz und Zoo, über die Mülheimer Brücke, am Wiener Platz einmal die Hauptstraße nach links, nach ein paar Hundert Metern rechts in die Keupstraße, dann noch einmal links um die Kurve und schon ist man da: »Carlswerk« steht auf einem großen Schild unübersehbar neben der Einfahrt, hinter der sich das neue Kölner Theater befindet. Direkt neben der Halle befinden sich genügend Parkplätze.

Spielzeit 2014/15

Die göttliche Komödie

von Dante Alighieri

Premiere: 11. April 2015, Depot 1

1825 wurde in Köln per Polizeiverfügung Dantes Göttliche Komödie aus dem Jahre 1320 verboten. Die Begründung: »Mit göttlichen Dingen darf nicht Komödie gespielt werden!« Wovor hatte die Zensurbehörde damals so viel Angst? Vor einem tieferen Einblick in die dunkle, unheimliche Struktur der mittelalterlichen, kirchlichen Abschreckungsmechanismen? Vor möglichen Überwindungsstrategien? Die Göttliche Komödie ist provozierend und gleichzeitig widersprüchlich wie kaum ein anderes Epos der europäischen Literaturgeschichte. Über dessen Inhalt kann nur interpretierend gestritten werden. Von daher ist das Werk urdramatisch, auch wenn keine Zeile daran im eigentlichen Sinne komödiantisch ist. Im Gegenteil: Grausame Kälte, blendendes Licht, plastische Formkraft und unbändige Sprachbilder sind die hervorragenden Merkmale der Divina Commedia. Sie erzählt die visionäre Jenseitswanderung eines jungen Dichters, der nach seinem politischen Scheitern in Florenz der Stadt verwiesen wird. Ratlos, vom rechten Wege abgekommen, findet er plötzlich einen anderen, der durch das »Inferno« über das »Purgatorio« – den Berg der Läuterung – hinauf zum »Paradiso« führt. Begleitet von dem römischen Dichter Vergil, gelangt Dante, der sich selber zum Helden des eigenen Epos macht, durch das Höllentor zum eisigen Mittelpunkt der Erde und von dort zum paradiesischen Höhenflug mit der geliebten Sehnsuchtsgestalt Beatrice. Da Vergil nicht getauft ist, muss er zurück in die Hölle. Dante jedoch schwebt mit seiner Jugendliebe Beatrice in weitere Höhen hinauf. Dieser Weg durch die Trichter der Hölle bis zum Höchsten des Himmels – unüberbotene Horrorvision und unendlicher Traum vom Glück – ist eines der lustvollsten und bildreichsten Abenteuer, die jemals geschrieben wurden. Dante trifft auf seiner Reise auf alle möglichen (und unmöglichen) Gestalten aus der Mythologie, der Dichtung und der Geschichte, wie Könige, Päpste oder Künstler, die grausig ausgemalte Bestrafungen und entsetzliche Qualen in der Hölle erdulden oder aber – eben nur viel seltener – das Paradies betreten dürfen.
Gelten die von antiker, aristotelischer Ethik und christlichen Geboten geprägten Vorstellungen Dantes heute noch? Ein System, in dem Gutes belohnt und Böses bestraft wird? Was bleibt von seiner Gerechtigkeitsmaschine, von seiner Göttlichen Komödie, in unserer säkularisierten und moralisch wie ethisch diffusen Gesellschaft?

Sebastian Baumgarten vertritt einen avancierten Regie-Begriff, der gerne große (oft auch musikalische) Bilderreigen inszeniert und damit die Grenzen zwischen Oper und Schauspiel auslotet. Er sucht die geschichtlich-politische Reflexion auf der Bühne und setzt auf ein Publikum, das sich zum Denken verführen lässt. Dabei adaptiert er mit Vorliebe große Stoffe, denen moralphilosophische Fragestellungen zugrunde liegen und die, wie er sagt, »die dunklen Seiten der Aufklärung« verhandeln.

Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Thilo Reuther
Kostüme: Jana Massel / Jörg Follert
Video: Stefan Bischoff
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Jens Groß

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 11.4.2015, 19:30 | Premiere |
So, 12.4.2015, 18:00 |
Do, 16.4.2015, 19:30 |

Hiob

nach dem Roman Joseph Roth

Was ist das für ein Gott, der das Unglück auf der Welt zulässt? Der auch unschuldige Menschen, ja selbst Kinder, nicht verschont? Wie lässt sich angesichts des Leidens und des Irrsinns auf der Welt der Glaube an einen guten Gott überhaupt noch aufrechterhalten?
All diese Fragen stellt sich Mendel Singer lange Zeit nicht. Gottesfürchtig lebt der fromme Jude mit seiner Frau und den vier Kindern in dem kleinen Dorf Zuchnow in Galizien. Das Leben ist entbehrungsreich, aber Mendel Singer hadert nicht mit seinem Gott. Auch nicht, als offenbar wird, dass der jüngste Sohn Menuchin krank ist, ein »Krüppel«. Auch nicht, als seine älteren Kinder ihm fremd werden und es sie fort treibt: den ältesten Sohn Jonas zum Militär, den anderen, Schemarjah, nach Amerika und seine Tochter Mirjam in die Arme von Soldaten. Auch nicht, als zwischen ihm und seiner Frau die Liebe und Lust verkümmern. Fatalistisch nimmt Mendel Singer das Schicksal an, das ihm sein Gott zuteil werden lässt. Erst als er selber Zeuge davon wird, dass sich seine Tochter mit Soldaten herumtreibt, beschließt er zu handeln und mit seiner Familie nach Amerika zu emigrieren. Allein der kranke Menuchin muss zurückbleiben, weil er den Aufnahmekriterien der neuen Welt nicht entspricht. Und auch Mendel Singer hat Probleme, in Amerika seinen Platz zu finden: Das geschäftige und moderne New York macht ihn ohnmächtig, und der fortschreitende Erste Weltkrieg verschlingt die Familie: Jonas gilt als verschollen, Schemarjah fällt im Krieg, Deborah stirbt angesichts des Unglücks, und Mirjam wird verrückt. Seiner Heimat, seiner Sprache und seiner Familie beraubt, beginnt Mendel Singer mit dem Letzten zu hadern, was ihm noch geblieben ist: mit seinem Gott.

Doch ausgerechnet jetzt geschieht ein Wunder: Ein junger, schöner und begabter Mann aus Zuchnow, ein Komponist und Kapellmeister, besucht Mendel Singer, und er bringt Nachricht von Menuchin, dem verlorenen Sohn.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Heidi Fischer
Musik: Cornelius Borgolte
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 7.3.2015, 19:30 |
Mi, 11.3.2015, 19:30 |
Sa, 21.3.2015, 19:30 |
Sa, 4.4.2015, 19:30 |
Mo, 6.4.2015, 17:00 |
Mi, 15.4.2015, 19:30 |
Do, 23.4.2015, 19:30 |

Das Käthchen von Heilbronn

von Heinrich Kleist

Ist das Wahnsinn? Besessenheit? Liebe? Graf Wetter vom Strahl, Ritter von Kaisers Gnaden, reich und angesehen, hat keine Ahnung, warum das Bürgermädchen Käthchen ihm seit Wochen hinterherläuft. Kompromisslos. Aus dem Fenster ihres Vaterhauses hat sie sich gestürzt, um ihm zu folgen, und kein gebrochener Knochen konnte sie von ihrem Vorhaben abhalten. Nun klagt ihr Vater den Grafen an, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, seine Tochter verhext zu haben. Dabei war Graf Wetter vom Strahl doch eben erst ein Cherub erschienen! Er werde, so hatte dieser ihm verkündet, eine Kaisertochter zum Altare führen.Und hatte nicht das Schicksal seinen Weg zu der Köhlerhütte gelenkt, in welcher Kunigunde von Thurneck – die der Graf fortan für jene Kaisertochter hält – gefangen saß?

Seit diesem Tag steht Kunigunde unter seinem Schutz. Dass sie es war, die kurz zuvor drei Ritter nacheinander gegen die Burg des Grafen hatte ziehen lassen, ihm Land und Güter abzunehmen? – Vergessen, im Angesicht der Prophezeiung. Und dieser schönen Frau. Soll der Fehdehandschuh bleiben, wo er hingeworfen wurde! Um wie vieles glänzender ist doch ein Ring am Finger!
Nur dieses Mädchen aus Heilbronn … Was soll man damit machen? Beharrlich wie ein Hund folgt es dem Grafen. Da kommt das Feuer in der Burg zur rechten Zeit. Ein Futteral, das ihr sehr wichtig sei, so Kunigunde, soll Käthchen apportieren. Vielleicht, dass sie im Flammenmeer erstickt. Doch diese Rechnung ist zu früh gemacht.

»Ein großes historisches Ritterschauspiel in fünf Akten« versprach Heinrich von Kleist im Untertitel seines 1810 uraufgeführten Stückes. Und wirklich scheint die Szenerie ans Mittelalter angelehnt. Die Heldin jedoch ist ein zeitloser Mensch, der, aus allen ihm zugedachten Rollen heraustretend, unbeirrt dem Weg folgt, der ihm zum Glück bestimmt zu sein scheint.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Annabelle Witt
Musik: Sven Kaiser
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 15.3.2015, 18:00 |
Di, 31.3.2015, 19:30 |

Parzival

von Wolfram von Eschenbach

Parzival weiß es nicht besser. Sonst hätte er gefragt, ja fragen müssen. Eine einzige kleine Frage, und er wäre zum Erlöser des kranken Königs Amfortas geworden. Und damit zum Herrn über Gral und Gralsburg, dessen Hüter der leidende König ist. »Herr, wie geht es Euch?« – So einfach wäre es gewesen. Eine einzige kleine Frage. Denn es ist die Fähigkeit zur Empathie, die den Menschen zum Menschen macht. Doch Parzival versagt.
Dabei hat er, als er in der Gralsburg ankommt, schon einen weiten Weg hinter sich. Einen Weg, den er eigentlich gar nicht hätte antreten sollen, wenn es nach seiner Mutter Herzeloyde gegangen wäre. Denn die versteckt den jungen Parzival fern aller Zivilisation im Wald. Zu tief sitzt ihr Schmerz über den Tod von Parzivals Vater, der ein Ritter war, wie die Welt ihn noch nicht gesehen hatte. Lieber soll der Sohn ein weltenferner Narr bleiben, als jemals einen Ritter zu Gesicht zu bekommen oder gar selber einer zu werden. Und was macht der Kleine? Trifft beim Spielen im Wald doch auf einen Ritter, glaubt zunächst, er habe Gott gesehen, und will dann natürlich selbst ein Ritter werden. Im tumben Narrenkleid macht er sich auf zum Artushof, hat keine Ahnung von gar nichts und trampelt durch die Welt: Er schändet mit bestem Gewissen Frauen am Wegesrand, tötet selbstgerecht den Edelsten der Artusrunde und benimmt sich auch sonst daneben, wo er nur kann. Doch er lernt. Wie man ein Ritter wird. Wie man kämpft. Wie man ehrt. Wie man liebt. Wie man höflich ist. Und dass man nicht unnötig fragt. Was eine schlechte Lehre ist, wie sich später auf der Gralsburg zeigt. Doch alles hat seine Zeit. Denn als Parzival dem Gral ganznahe ist, ist aus dem Jungen im Narrenkleide zwar ein guter Ritter geworden, aber noch lange kein Gralskönig. Parzivals Weg ist noch nicht zu Ende. Erst muss er ein zweites Mal zur Gralsburg. Um zu erlösen. Nicht nur den siechen König, sondern nun auch sich selbst. Ein Leidensweg beginnt und ein Weg zu Selbsterkenntnis, Demut und Menschlichkeit. Eine lange Passion mit einem kleinen Haken: Die Gralsburg und damit den Gral findet nur der, der nicht danach sucht.

Der Versroman des Wolfram von Eschenbach, den Intendant Stefan Bachmann als große theatrale Erzählung auf die Bühne bringt, gehört zu den Urmythen deutscher Literatur und Gesellschaft. Entstanden im 13. Jahrhundert und im Verlaufe der Jahrhunderte zigfach aufgegriffen und bearbeitet, stellt Parzival die großen Fragen nach Gott und Menschsein, nach dem existentiellen Sinn allen Seins, nach Schuld und Erlösung, aber auch nach den Gegensätzen von Männern und Frauen und natürlich nach dem Wesen von Minne und Liebe. Doch manchmal zählt eben im Leben vor allem eine einfache kleine Frage im richtigen Moment.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Esther Geremus
Musik: Malakoff Kowalski
Choreografie / Körperarbeit: Sabina Perry
Licht: Bernd Purkrabek
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 6.3.2015, 19:30 |
So, 8.3.2015, 18:00 |
Fr, 13.3.2015, 19:30 |
Sa, 14.3.2015, 19:30 |
So, 22.3.2015, 19:30 |
Do, 26.3.2015, 19:30 |
Do, 2.4.2015, 20:00 |
Di, 14.4.2015, 19:30 |
So, 19.4.2015, 17:00 |
So, 26.4.2015, 19:30 |

Kabale und Liebe

Bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Ferdinand liebt Luise. Luise liebt Ferdinand. – So etwas geht selten genug gut aus. Wenn dann auch noch der Eine adelig ist, die Andere aber bürgerlich, und die Eltern beider gegen eine Beziehung sind, wird aus der Kollision zweier Menschen die Bedrohung eines ganzen sozialen Gefüges.
Kräfte verschieben sich, öffentliche und private Sphären verschwimmen, und auf einmal ringt jeder um Entscheidungsgewalt über sein eigenes Leben.
Wie aber kann sich der einzelne positionieren, in einer Gesellschaft, in der Macht und Privilegien ungleich verteilt sind? Mit wie viel Radikalität begegnet man der repressiven Wucht einer Umgebung, die einen zurichtet und entmündigt? Fragen, denen sich in Schillers politisch aufgeladener Romeo-und-Julia-Version nicht nur die Liebenden stellen müssen. Geschrieben auf der Schwelle zwischen Absolutismus und dem sogenannten »bürgerlichen Zeitalter« reicht das Trauerspiel sie an uns weiter, in unsere heutige Umbruchszeit.

Regie: Simon Solberg
Bühne: Simon Solberg / Maike Storf
Kostüme: Maike Storf
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Do, 5.3.2015, 19:30 |
Do, 12.3.2015, 19:30 |
Mi, 18.3.2015, 19:30 |
Do, 30.4.2015, 19:30 |

Dogville

nach dem Film von Lars von Trier

Dogville ist eine kleine Gemeinde in den Rocky Mountains am Rande der Zivilisation. Das Leben ist entbehrungsreich und eintönig. Doch eines Abends geschieht wie aus dem Nichts etwas Unvorhergesehenes: Der selbsternannte Philosoph und Dorfpoet Tom Edison hört Schüsse und wird Zeuge, wie eine junge Frau von einer schwarzen Limousine verfolgt wird. Er versteckt sie und gewährt ihr Hilfe. Auf der nächsten Gemeindesitzung präsentiert er der überraschten Versammlung die schüchterne Grace. Nach anfänglichen Bedenken einigt man sich schließlich darauf, der Fremden Asyl in Dogville zu gewähren. Wenige Tage bleiben Grace nun, um die Bewohner für sich einzunehmen. Und Tom weiß auch schon wie: indem sie ihre Arbeitskraft anbietet. Nach anfänglichem Zögern nehmen die Bewohner die aufopfernde Hilfe von Grace sehr gerne an, und schon bald befindet sie sich in unermüdlichem Einsatz. Das Dorf erlebt nun glückliche Tage: Mit ihrer bedingungslosen Zugewandtheit hellt Grace das Leben der Bewohner auf. Insbesondere das von Tom Edison, den schon bald eine zarte Liebesgeschichte mit ihr verbindet. Doch die Stimmung im Dorf ändert sich merklich, als ein Polizeiauto in Dogville hält und ein Fahndungsplakat mit Grace' Bild samt ausgeschriebener Belohnung aufgehängt wird. Immer härter muss sie sich nun das Bleiberecht in Dogville erarbeiten, immer mehr wird über sie verfügt: über ihre Zeit, ihre Kraft, ihren Körper und ihre Würde.
Grace, die die höchsten moralischen Ansprüche an ihr eigenes Leben und Handeln stellt, hadert mit dem Verhalten der Bewohner nicht. Doch was, wenn sie diese Ansprüche auch auf die Dorfgemeinschaft anwenden würde? Welche Strafe hat Dogville verdient?

Lars von Triers vielbeachteter Film DOGVILLE kam 2003 in die Kinos. Die Geschichte des Dorfes setzte von Trier mit den Mitteln des epischen Theaters um. Die Handlung spielt in einer kargen Szenerie, die einer Versuchsanordnung gleicht und jede Form der Illusion vermeidet. Die Idee zum Film hatte von Trier eigenen Angaben nach, als er im Radio das Lied der Seeräuber-Jenny aus der Dreigroschenoper hörte: »Der rachelustige Refrain ging mir nicht aus dem Kopf, und so wollte ich einen Film über die Rache machen.« Der Regisseur Bastian Kraft, der erstmals in Köln arbeitet, wird den Filmstoff an seinen Ursprungsort – die Bühne – zurückversetzen und im Depot 1 inszenieren.

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Inga Timm
Musik: Björn SC Deigner
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 20.3.2015, 19:30 |
Mi, 25.3.2015, 19:30 |
Fr, 27.3.2015, 19:30 |
Sa, 25.4.2015, 19:30 |

BÜHNEN KÖLN

- SCHAUSPIELHAUS -
Ausweichspielstätte: DEPOT 1 und 2

Goldgasse 1
D 50668 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
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KARTENSERVICE
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(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
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