SCHAUSPIEL KÖLN - SCHAUSPIELHAUS
Spielzeit 2011/12
Ödipus / Bêt Noir
JAN DECORTE
Deutschlandpremiere: 10. Februar 2012, Schauspielhaus
Zum dritten Mal beschäftigt sich Wim Vandekeybus mit der höchst eigenwilligen »Ödipus«-Überschreibung von Jan Decorte. Nach »Bêt Noir« (2006), einer Arbeit mit Jugendlichen, und der Gastchoreografie »Black Biist« (2009) am Göteborger Ballett, spielt und tanzt er in Köln selbst die Titelrolle, zusammen mit acht Tänzern, vier Schauspielern des Kölner Ensembles und drei Musikern, darunter der Bluesmusiker Roland Van Campenhout. Die Überschreibung des bekannten Mythos hat Jan Decorte selber aus dem Flämischen ins Deutsche übertragen.
Regie, Choreografie und Bühne: Wim Vandekeybus
Künstlerische Assistenz und Dramaturgie: Greet van Poeck
Musik (Live): Elko Blijweert, Jeroen Stevens, Roland van Campenhout
Licht: Francis Gahide, Wim Vandekeybus
Sound: Benjamin Dandoy, Antoine Delagoutte
Styling: Isabelle Lhoas
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 10.2.2012, 19:30 | Premiere |



Sa, 11.2.2012, 19:30 |



So, 12.2.2012, 16:00 |



Di, 28.2.2012, 19:30 |



Mi, 29.2.2012, 19:30 |


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Herr Puntila und sein Knecht Matti
BERTOLT BRECHT, KOMPOSITION: PAUL DESSAU
Ein Volksstück
Im April 1940 gelingt Brecht mit Hilfe der finnischen Schriftstellerin Hella Wuolijoki die Reise per Schiff nach Helsinki, im Sommer zieht er auf ihr vier Stunden von Helsinki entferntes Gut Marlebäck. Hier, im finnischen Exil, in der – wie er sagt – „Inzwischenzeit“ arbeitet er Hella Wuolijokis Volksstück »Die Sägemehlprinzessin« und einige ihrer Erzählungen in »Herr Puntila und sein Knecht Matti« um, „ein kleines fettes Kalb von einem Stück“.
Der Gutsbesitzer Puntila, ein „vorzeitliches Tier“, ist ein finnischer Bacchus – menschenfreundlich, sympathisch und kumpelhaft, wenn er betrunken ist, nüchtern jedoch „direkt zurechnungsfähig“, jemand, „dem man alles zutrauen kann“, ein Ausbeuter, eine Gefahr für seine Untergebenen. Nüchtern will er seine Tochter Eva mit einem Attaché verheiraten, betrunken mit seinem Chauffeur Matti. Betrunken verlobt er sich in einer Nacht mit der Schmuggleremma, dem Apothekermädchen, dem Kuhmädchen und der Telefonistin, im Anfall von Nüchternheit wirft er sie alle vom Hof. Zuletzt wendet Matti Puntila und Eva den Rücken zu: „Der Schlimmste bist du nicht, den ich getroffen / Denn du bist fast ein Mensch, wenn du besoffen. / Der Freundschaftsbund konnt freilich nicht bestehn. / Der Rausch verfliegt. Der Alltag fragt: Wer wen?“
In seiner Schrift »Theaterarbeit« zitiert Brecht Marx: „Die Geschichte ist gründlich und macht viele Phasen durch, wenn sie eine alte Gestalt zu Grabe trägt. Die letzte Phase einer weltgeschichtlichen Gestalt ist die Komödie. Warum dieser Gang der Geschichte? Damit die Menschheit heiter von ihrer Vergangenheit scheide.“ Mit seiner Inszenierung von Brechts Komödie, die in sich Posse, Schwank und Moritat vereint, arbeitet der ausgewiesene Komödienspezialist Herbert Fritsch zum ersten Mal am Schauspiel Köln.
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Fr, 24.2.2012, 19:30 |



Sa, 25.2.2012, 19:30 |


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König Lear
William Shakespeare
Im Anfang steckt schon das Ende, die ganze Katastrophe: Der alte König Lear will vor der Zeit abdanken, Macht, Besitz und die Sorge um den Staat ablegen und sein Reich unter seinen drei Töchtern zu gleichen Teilen aufteilen. Er stellt die Liebe seiner Töchter auf die Probe und fragt, welche ihn am meisten liebe. Goneril und Regan beteuern pflichtgemäß ihre Liebe und bekommen ihre Teile, Cordelia, die jüngste, von ihm am meisten geliebte Tochter verweigert sich dem rhetorischen Wettbewerb und antwortet auf die Frage, was sie sage: „Nichts.“ Mit diesem „Nichts“ nimmt die Tragödie als ein groteskes philosophisches Narrenspiel ihren Lauf: Lear enterbt und verstößt Cordelia, er selbst wird von Goneril und Regan in die Wüste geschickt und zum Outcast degradiert. Dieses „Nichts“ ist das Fanal zum Crash einer Weltordnung, Gesetz und Moral, Logik und Vernunft implodieren, Gewalt, Chaos, Wahnsinn und Zerfall treten an ihre Stelle. Und keine rettende Utopie erhellt die apokalyptische Dunkelheit. Am Ende sind alle tot.
Bei Shakespeare wurden die weiblichen Figuren von männlichen Darstellern vorgeführt. Wir bleiben in der Tradition dieses Rollenspiels – mit umgekehrtem Vorzeichen: Frauen spielen Männer und Frauen und eröffnen neue Perspektiven auf König Lear, dieses vierhundert Jahre junge Stück, in dem auch immer die Frage nach Wahrheit oder Täuschung, nach dem Kern der eigenen Identität gestellt wird.
Regie: Karin Beier
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Greta Goiris
Musik: Jörg Gollasch
Choreografie: Valenti Rocamora i Tora
Dramaturgie: Ursula Rühle
Dramaturgische Mitarbeit: Jan Hein
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Sa, 4.2.2012, 19:30 |


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Die Dreigroschenoper
BERTOLT BRECHT / KURT WEILL
„Anstatt, dass Sie zu Hause bleiben und was täten, was ’nen Sinn hat und ’nen Zweck, machen Sie Spaß“, wirft der humorlose Herr Peachum dem Publikum der Dreigroschenoper und ihren Veranstaltern vor. Er sagt diesen Satz aber nicht, sondern singt ihn. Das wiederum steigert den Unterhaltungswert seines Vorwurfs ganz enorm, erhöht sozusagen den Spaßfaktor. Und schon ist Herr Peachum Teil des Programms und macht mit, wider Willen und besseres Wissens, dafür aber ganz einträglich. Denn jeder hier lebt (und singt) ja schließlich aus diesem Zynismus: Ich würde ja anders, „doch die Verhältnisse, sie sind nicht so“. Die zweite Hauptperson des Stückes, bekannt als „Mackie Messer“ hat den Spaß von Anfang an. Er lebt als Gauner, liebt die Huren, heiratet höhere Töchter und stirbt schließlich am Galgen sogar selbst: nur zum Spaß… das Leben ein Musical mit rettendem, reitenden Boten am Schluss. Weil „Mackie“ den status quo skrupellos genießt und so sich selbst wie der Gesellschaft jede Chance zur Verbesserung raubt, ist er ein Räuber. Und da ahnt man es schon: er ist einfach nur wie du und ich, ein Jedermann, Bürger einer zynischen Welt, in der alles käuflich ist. „Die Vorliebe des Bürgertums für Räuber“, schreibt Brecht, „erklärt sich aus dem Irrtum: ein Räuber sei kein Bürger. Dieser Irrtum hat als Vater einen anderen Irrtum: ein Bürger sei kein Räuber.“ Vielleicht hängt auch damit der unglaubliche Welterfolg der »Dreigroschenoper« zusammen, der Brecht irritierte und nach der Uraufführung 1928 zu einigen Wiedergutmachungsversuchen in der Werkgeschichte des Autors geführt hat. Nicolas Stemann, der 2009 in Köln »Die Kontrakte des Kaufmanns« uraufführte, hat vor neun Jahren »Die Dreigroschenoper« am schauspielhannover inszeniert. Für das Schauspiel Köln überarbeitet er diese Aufführung mit Schauspielern unseres Ensembles.
Regie: Nicolas Stemann
Bühne: Katrin Nottrodt
Musikalische Leitung: Hans-Jörn Brandenburg
Kostüme: Esther Bialas
Dramaturgie: Matthias Pees
Rita Thiele
Ort:
Schauspielhaus
Termin:
Fr, 17.2.2012, 19:30 |


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Der Gott des Gemetzels
YASMINA REZA
Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel
„Ferdinand hat seinem Mitschüler Bruno zwei Zähne ausgeschlagen. Eine Schulklopperei der etwas härteren Gangart, der nun die beiden Elternpaare Veronique und Michel Houille sowie Annette und Alain Reille den Mantel der Versöhnung bei Kaffee und Kuchen überlegen wollen. Yasmina Rezas Stück »Der Gott des Gemetzels« nimmt diese Petitesse des Alltagslebens zum Anlass für eine schreiend komische Reflexion über etwas, das uns seit Ibsen immer wieder beschäftigt: Wie brüchig ist der zivilisatorische Firnis des Bürgertums. […] Ein Schauspielerfest, das als bissiges Weihnachtsmärchen für Erwachsene beste Unterhaltung garantiert.“ (Hans-Christoph Zimmermann, Bonner General-Anzeiger)
„Manchmal genügt ein fehlender Kosakenzipfel. Im berühmten Loriot-Sketch entgleiten ein Abendessen zwischen befreundeten Ehepaaren, weil nur ein Kosakenzipfel in der Küche übrig ist. Bei Reza geht es noch härter an die Eingeweide. Lustvoll versenkt die Pariser Autorin ihre eigene Klasse. […] Beiers Genauigkeit, ihr scharfes Auge für das Ballett des Sozialen schaffen Rasanz, ohne sich je atemlos zu verstolpern. Ein triumphaler Abend also, dessen großer Erfolg beim Publikum sich von selbst versteht.“ (Christian Bos, Kölner Stadt-Anzeiger)
Regie: Karin Beier
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Maria Roers
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
Di, 14.2.2012, 20:00 |



Sa, 18.2.2012, 20:00 |



Do, 23.2.2012, 20:00 |


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Der Kirschgarten
ANTON TSCHECHOW
Die Schulden wachsen ins Unermessliche, das Erbe ist bedroht, jeder weiß es, aber gelähmt von alten Erwartungen ans Leben und wenig rosigen Zukunftsaussichten werden die Hände in den Schoß gelegt. Wir lernen kennen: Ljuba Ranjewskaja und ihren Bruder Gajew, hoch verschuldete Besitzer eines alten Landguts mit legendärem Kirschgarten, die in Erinnerung der schönen, heilen Welt ihrer Kindheit alle Rettungschancen verpassen. Den jungen, erfolgreichen Geschäftsmann Lopachin, dessen Vorfahren noch als Knechte auf dem Hof geschuftet haben. Er schlägt vor, den Kirschgarten abzuholzen, Ferienhäuser zu bauen und zu vermieten: der Plan einer neuen Ökonomie. Die Kinder und Angestellten der Familie. Sie alle laborieren an der gleichen Krankheit: Es fehlt an Vielem, auch an Liebe, doch fatalistisch lässt man die großen und kleinen Katastrophen des Lebens geschehen. Die Kirschgartenmenschen sind unruhig, unzufrieden, sie stolpern über die Widersprüche, die sie fast zerreißen, und so ist ihr Unglück tragisch und komisch zugleich. Ein Beispiel nur die Notwendigkeit profitablen Wirtschaftens einerseits, andererseits die Schönheit des Nutzlosen, der Sinn für das Ideelle, für Tradition: eine Welt, die selbst der junge Kaufmann retten will. Tschechow stellt jede Position infrage, das Neue wie das Gewohnte, das Pragmatische wie das Utopische. Die Art und Weise, wie er hinschaut und relativiert, wie er das Irrewerden am Angenommenen durch das Zulassen entgegengesetzter Sichtweisen gestaltet, ist hellsichtige Analyse und subversive Ironie zugleich. Schöne neue Welt oder Erinnerung als „letzte Bastion des Subjekts“ (Heiner Müller)? Karin Henkel inszeniert Tschechows absurde Komödie, sein letztes Stück, uraufgeführt 1904, über die Künste des Missverstehens, über Fatalismus, über bizarre Verrückungen von Wünschen und Ängsten in einer Welt, fast so unübersichtlich und lähmend wie heute.
Regie: Karin Henkel
Bühne: Kathrin Frosch
Kostüme: Nina von Mechow
Musik: Cornelius Borgolte
Dramaturgie: Rita Thiele
Ort:
Schauspielhaus
Termine:
So, 5.2.2012, 19:30 |



So, 26.2.2012, 19:30 |


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Im Opernhaus, Offenbachplatz, 50677 Köln
Tel. 0221 • 221 28400
Fax 0221 • 221 28249
Montag bis Freitag 10.00 - 19.30 Uhr
Samstag 11.00 - 19.30 Uhr
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