DEPOT 1         DEPOT 2    

SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

Spielzeit 2016/17

Der Revisor

Komödie von Nikolai Gogol

Gerade noch rechtzeitig ist es durchgesickert: Ein Revisor kommt! Groß ist die Angst, und auf Aufforderung des Bürgermeisters macht sich jeder sofort daran, in seinem Bereich zu vertuschen, was geht. Doch der zweite Schreck ist noch größer: Ein junger Mann wohnt seit zwei Wochen inkognito im Gasthaus, schaut den anderen auf den Teller und bezahlt die Rechnung nicht. Sofort wird der Unbekannte hofiert, bestochen und geschmiert, bis der falsche Revisor abreist und der echte sich ankündigt. Zwar spielt Gogols Komödie aus dem Jahr 1836 in einem russischen Provinznest, doch Korruption und Vetternwirtschaft haben die Jahrzehnte überlebt und finden sich auch heute sowohl bei den Großen wie FIFA und VW als auch bei den kleinen Fischen. Linus Tunström gehört zu den renommiertesten Theatermachern Skandinaviens. Der Intendant und Regisseur ist derzeit Mitglied der Theaterleitung des Stockholm Stadsteater und war mehrfach zum schwedischen Theatertreffen eingeladen.

Regie: Linus Tunström
Bühne und Kostüm: Alissa Kolbusch
Musik: Rikard Borggård
Dramaturgie: Felicitas Zürcher, Armin Kerber
Licht: Christian Schmidt

Ort:

Depot 1

Termin:

Sa, 28.1.2017, 19:30 |

Iwanow

von Anton Tschechow

Fünf Jahre sind seit der skandalösen Hochzeit zwischen dem Gutsbesitzer Nikolaj Alexejewitsch Iwanow und der Jüdin Anna Petrowna vergangen. Während die junge Frau von ihren reichen Eltern enterbt und von ihrem neuen Umfeld niemals wirklich akzeptiert wurde, ist für Iwanow längst der ermüdende Alltag zurückgekehrt. Das Gut befindet sich in wirtschaftlicher Schieflage, sein Verwalter Borkin entwickelt immer kühnere Rettungsideen und der junge, idealistische Arzt Lwow diagnostiziert bei Anna Petrowna Schwindsucht, für die er Iwanow zur Verantwortung zu ziehen versucht. Aus der Enge des eigenen Hauses flieht dieser zu seinem Freund Lebedew. Der hat ihn nicht nur in der Vergangenheit finanziell unterstützt, sondern auch eine junge Tochter, Sascha, die dem väterlichen Freund in „tätiger Liebe“ zugeneigt ist. Als Anna Petrownas Tod einen scheinbaren Neuanfang möglich werden lässt, entzieht sich Iwanow erneut und endgültig.

Der Regisseur Robert Borgmann, der zuletzt in der Halle Kalk Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE dramatisierte, inszeniert Tschechows frühes Drama um die verschwimmenden Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits.

Regie: Robert Borgmann
Bühne: Rocco Peuker
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Niklas Kraft, Sven Michelson
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termin:

Di, 24.1.2017, 19:30 |

Groß und klein

von Bortho Strauß

Wo ist ihr Platz in der Welt? Wo sind die Menschen, die sie Willkommen heißen, sie in ihre Gemeinschaftaufnehmen? Lotte Kotte, in Scheidung lebend und arbeitslos, ist der verlässliche Boden unter den Füßen abhanden gekommen und mit ihm die Sicherheit und das Selbstverständnis, dazuzugehören. Eine Randständige und Suchende ist sie, eine, die den anderen beim Dasein zuschaut und sich doch eigentlich selbst mit Haut und Haar zur Verfügung stellen will. Aber wohin sie auch geht, wen sie auch anspricht, wie sehr sie sich bemüht – überall stößt sie nur auf kurzzeitiges Interesse. Die Anderen sind mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem persönlichen kleinen Glück oder mittleren Unglück, mit ihrer Wirklichkeitsflucht und ihren Betäubungsversuchen mithilfe von Alkohol und Fernsehkonsum. So bleiben Lotte nur kurze Einblicke und eine Ahnung von Nähe.

Mit GROSS UND KLEIN entwirft Botho Strauß eingestochen scharfes Bild der alten Bundesrepublik, in der die Individualisierung und Vereinzelung voranschreitet. Die junge Regisseurin Lilja Rupprecht, die zum ersten Mal in Köln arbeitet, nimmt mit ihrer Inszenierung diese untergegangene Welt ins Visier, die noch heute für viele Menschen identitätstiftend ist.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Annelies Vanlaere
Video: Moritz Grewenig
Musik: Romain Frequency
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termin:

So, 29.1.2017, 18:00 |

Hamlet

von William Shakespeare

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 27.1.2017, 19:30 |

Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

Frankreich um 1640: Acht Bürgerkriege haben das Land verwüstet. Nun lässt Ludwig der XIV. französische Truppen gegen die Habsburger ziehen. Der schöne Christian de Neuvillette hat jedoch nur eines im Sinn: die Liebe der klugen Roxane zu gewinnen. Um sie zu beeindrucken, muss der, mit Intellekt weniger reich gesegnete Beau, die gewünschten geistigen Vorzüge "outsourcen". Cyrano de Bergerac, ein Dichter und Freidenker, Roxanes Cousin, zudem durch eine große Nase entstellt, scheint hierfür der optimale Kandidat. In der Tat gelingt es Cyrano, mit seinen Worten, schreibend und soufflierend, die Angebetete in Liebe zu entbrennen zu lassen. Die tiefe Ehrlichkeit der Geständnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlt, entgeht dem einfältigen Christian, der dank ihrer sein Ziel erreicht und daraufhin – von einem destruktiveren Nebenbuhler als Cyrano – direkt an die Front befördert wird. Bei der Belagerung der Stadt Arras treffen die Protagonisten dieser Liebeswirren noch einmal zusammen.

Über fünfzig Mal war Simon Solbergs Inszenierung KABALE UND LIEBE im Depot 1 zu sehen. Mit CYRANO DE BERGERAC setzt er seine Befragung der Gegenwart auf der Folie historischer Verhältnisse fort und entwirft das Porträt eines unabhängigen Geistes in einer der ergreifendsten Liebesgeschichten der europäischen Dramatik.

Regie | Ausstattung: Simon Solberg
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Mitarbeit Kostüme: Christine Ruynat
Musikalische Leitung: Björn Bornhold
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Do, 26.1.2017, 19:30 |
Di, 31.1.2017, 19:30 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

Offenbachplatz
D 50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
E-Mail: info@schauspielkoeln.de

KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

VIDEOS: © Schnittmenge - Büro für Bewegtbild