SCHAUSPIEL KÖLN - Depot 1

Spielzeit 2017/18

Mary Page Marlowe

von Tracy Letts

Premiere: 24. November 2017, Depot 1

Was ist der Mensch? Ist er die Summe seiner Erzählungen? »Welche elf Szenen würde Sie auswählen, wenn Sie die Geschichte Ihres Lebens erzählen sollten?«, fragt der amerikanische Dramatiker Tracy Letts, als er zu seinem ungewöhnlichen Porträt eines unauffälligen Frauenlebens interviewt wird. Es sind nicht nur die glücklichen und erfolgreichen Momente eines Lebens, von denen er in seinem neuen Stück erzählt. Es gibt auch die traurigen, die Momente des Scheiterns und die, in denen falsche Entscheidungen getroffen wurden. Und da das Leben kein Kontinuum ist, wie Letts sagt, auch wenn es sich so anfühlen mag, zoomt er in die unterschiedlichen Lebensphasen seiner Protagonistin Mary Page Marlowe, verlässt dabei die Chronologie, springt hin und her, von der Midlifecrisis in die Collegezeit, von dort an das Ende im Krankenbett, um wieder zum Anfang des Lebens zu gelangen.

Letts, der international bekannt wurde durch sein preisgekröntes Drama EINE FAMILIE (AUGUST: OSAGE COUNTRY ), zeigt die verschiedenen Identitäten im Verlauf eines Lebens. Er erzählt von einer Frau, die sich fremd in der Welt fühlt, die sich immer wieder die Frage stellt: Bin ich die, die ich zu sein scheine? In ihren verschiedenen Lebensphasen versucht sie, dieses Gefühl zu ergründen, zu verdrängen oder aufzulösen. Versuche, die mal in Therapien oder im Drogenmissbrauch enden – ein ganz unauffälliges Leben eben.

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 24.11.2017, 19:30 | Premiere |
Sa, 25.11.2017, 19:30 |
Di, 28.11.2017, 19:30 |
Sa, 2.12.2017, 19:30 |
Mi, 6.12.2017, 19:30 |
So, 10.12.2017, 18:00 |
Do, 14.12.2017, 19:30 |

Wilhelm Tell

von Friedrich Schiller

Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit – darum kämpft in Wilhelm Tell ein ganzes Arsenal von Figuren. Allen voran Tell selbst: Der lebt zunächst weltabgewandt mit Frau und Kindern im Herzen der Alpen. Politik und Allgemeinwohl interessieren ihn nicht. Als er eines Tages dem Hut des Landvogts, der auf einer Fahnenstange mitten in Altdorf thront, die befohlene Achtung nicht erweist, ist der persönliche Friede zu Ende. Gessler, der Landvogt, erwischt Tell und zwingt ihn unter Todesandrohungen zum berühmten Apfelschuss. Tell trifft.

Zeitgleich versammeln sich politische Vertreter aus Uri, Unterwalden und Schwyz auf dem Rütli und gründen eine Eidgenossenschaft. Aufbauend auf ihre alten und wahren Werte vereinigen sie sich gegen die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch der Landvögte. Der aus seinem Paradies vertriebene Tell hingegen geht seinen eigenen Weg. Er rächt sich für den Angriff auf sein familiäres Glück und ermordet Gessler hinterrücks. Als unpolitischer Selbsthelfer vollbringt er so die politisch ausschlaggebende Tat und ebnet den Weg für den Erfolg der Eidgenossen.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Jana Findeklee | Joki Tewes
Musik: Balthasar Streiff | Singoh Nketia alias DJ Flink
Choreografie: Sabina Perry
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 19.11.2017, 19:30 |
Do, 30.11.2017, 19:30 |
Sa, 16.12.2017, 19:30 | Premiere |
So, 17.12.2017, 16:00 |
Di, 19.12.2017, 19:30 |

Räuber Hotzenplotz

von Otfried Preußler

Ab 4 Jahren.

Großmutters neue Kaffeemühle ist gestohlen worden. Der Übeltäter ist niemand anderes als der berüchtigte Räuber Hotzenplotz. Die Freunde Kasperl und Seppel sind ihm schon bald auf den Fersen und stürzen dabei Hals über Kopf in eine abenteuerliche Welt. Da hilft nur Zauberkraft, Phantasie und sehr viel Mut!

Bilderreich, mit viel Witz und übermütiger Spielfreude setzt der junge Regisseur Matthias Köhler den Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler auf der großen Bühne in Szene. Ein Theaterzauber für kleine und große Kinder.

Regie: Matthias Köhler
Bühne: Petra Möhle | Peter Meier
Kostüme: Nadja Zeller
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Sibylle Dudek

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 3.12.2017, 16:00 |
Mo, 4.12.2017, 10:30 |
Di, 12.12.2017, 10:30 |
Do, 14.12.2017, 10:30 |
Di, 26.12.2017, 17:00 |

Romeo und Julia

von William Shakespeare

Eigentlich war Romeo nur in der Hoffnung zum Maskenball des verfeindeten Capulet-Clans gegangen, seine Angebetete Rosalinde dort zu sehen. Stattdessen begegnet er Julia – Nachname: Capulet –, verliebt sich haltlos, heiratet sie heimlich, ermordet ihren Cousin, geht in die Verbannung, kehrt zurück in seine Heimatstadt Verona, um sich in der Gruft der vermeintlich toten (in Wahrheit jedoch nur betäubten) Geliebten umzubringen. Und Julia folgt ihm in die Unterwelt wie Orpheus der Euridike. »Two star-crossed lovers« … in unausweichlichem Schicksal oder frei und mutvoll handelnd? Zwei jedenfalls, die inmitten einer identitätswütenden Umgebung begreifen, dass man die Welt auch »vom Unterschied aus erfahren kann« (Alain Badiou). Zwei Liebende.

Die junge Regisseurin Pınar Karabulut eröffnete zuletzt die Außenspielstätte am Offenbachplatz mit ihrer Uraufführung von Dirk Lauckes Stück KARNICKEL. Mit dynamischen Inszenierungen, in denen sie klassische wie zeitgenössische Stoffe aus überraschenden Blickwinkeln betrachtet und mit großem szenischen Einfallsreichtum auf die Bühne bringt, hat sie sich innerhalb kurzer Zeit einen Namen in der deutschen Theaterlandschaft gemacht. Mit Shakespeares großer Liebestragödie ROMEO UND JULIA ist erstmals eine Arbeit Pınar Karabuluts im Depot 1 des Schauspiel Köln zu sehen.

Regie: Pınar Karabulut
Bühne: Bettina Pommer
Kostüme: Teresa Vergho
Musik: Daniel Murena
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Mi, 29.11.2017, 19:30 |
Di, 12.12.2017, 19:30 |
So, 31.12.2017, 18:00 |

Peer Gynt

von Henrik Ibsen

Peer Gynts Odyssee beginnt in dunklen, norwegischen Berglandschaften. Hier wächst der Bauernsohn mit seiner Mutter auf, verarmt, von der Dorfgesellschaft ausgestoßen und verlacht. Er flüchtet sich in seine Fantasie, in Tagträume und Lügenmärchen, glaubt sich zu Höherem berufen, Kaiser der Welt will er werden, und bald schon geht seine Reise los. Sie beginnt mit einem Hochzeitsgelage und dem Raub der Braut, führt ihn in die Gegenwelt der Trolle, er zeugt ein Kind, lebt als Einsiedler im Wald, lässt Mutter, Kind und seine Lebensliebe Solveijg zurück und macht sich daran, die Welt zu erobern. Es verschlägt ihn nach Afrika, er wird Großkapitalist und Prophet, Playboy und Kaiser der Irren – um schließlich, am Ende seines Lebens, wieder heimzukehren.

Es ist das Drama des modernen Menschen, das Henrik Ibsen mit PEER GYNT entfaltet. Um sich selbst zu finden, erfindet sich Peer Gynt immer wieder neu. Mit Ibsens »dramatischem Gedicht« über einen Ich-Sucher und Fantasten eröffnet Stefan Bachmann die neue Spielzeit.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Joki Tewes | Jana Findeklee
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 1.12.2017, 19:30 |
Sa, 30.12.2017, 19:30 |

Faust I

von Johann Wolfgang von Goethe

Über sechzig Jahre hat Goethe mit der Arbeit am FAUST zugebracht. Die Geschichte dieses rastlosen, ewig suchenden Menschen, der sich frustriert von den Wissenschaften abwendet, sich an der Magie versucht und schließlich die berühmte Teufelswette eingeht, hat Goethe zeitlebens beschäftigt. Es ist die Tragödie des modernen Menschen, der sich nach Erfüllung sehnt und sie nirgends findet, ein Getriebener, der auf einer rauschhaften Reise Welten durchquert. Kneipen werden aufgesucht, Verjüngungstränke eingenommen, Faust verliebt sich in Gretchen, erobert sie und stürzt sie ins Verderben. Was mit einer Gotteswette begann, endet mit einer satanischen Orgie auf dem Blocksberg und einer zerstörten jungen Frau, die auf ihre Henker wartet.

Mit einem Ensemble aus Schauspielern und Puppen begibt sich Moritz Sostmann, Hausregisseur am Schauspiel Köln, auf eine Expedition durch Goethes rätselhaften Dramenkosmos.

Regie: Moritz Sostmann
Bühne: Christian Beck
Kostüme: Elke von Sivers
Puppen: Hagen Tilp
Musik: Philipp Pleßmann
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 26.11.2017, 18:00 |
Fr, 15.12.2017, 19:30 |

Tod eines Handlungsreisenden

von Arthur Miller

Unterm Strich lief es doch eigentlich ganz gut. Fast vierzig Jahre lang war Willy Loman als Handlungsreisender unterwegs. Und auch wenn er es nie bis nach oben geschafft hat, hat es irgendwie doch immer gereicht: Um die Familie mit den beiden Söhnen zu ernähren und sogar, um die Hypotheken für das kleine Mittelschichtshaus abzubezahlen. Doch der Traum vom kleinen Lebensglück ist ein zerbrechlicher: Kurz vor dem Ruhestand geht Willy die Puste aus. Die Welt dreht sich zu schnell für den alten Handlungsreisenden. Die alten Kontakte greifen nicht mehr, er verliert seinen Job und bei genauerem Hinsehen geht es nicht nur bei ihm, sondern auch bei seinen Söhnen ans Eingemachte. Wie konnte ihm das passieren? Hätte er noch härter für die eigene Zukunft arbeiten können? Gibt es eigentlich Gerechtigkeit? Oder hat Willy sich einfach ein Leben lang geirrt?

Arthur Millers Stück stellt 60 Jahre nach seiner Uraufführung die Fragen nach dem gefühlten und tatsächlichen Abstieg einer ganzen Gesellschaftsschicht mit erschreckender Aktualität.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Thomas Dreißigacker
Mitarbeit Bühne: Hedda Ladwig
Kostüme: Maria Roers

Ort:

Depot 1

Termine:

Mi, 13.12.2017, 19:30 |
Sa, 23.12.2017, 19:30 |

Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

Frankreich um 1640: Acht Bürgerkriege haben das Land verwüstet. Nun lässt Ludwig der XIV. französische Truppen gegen die Habsburger ziehen. Der schöne Christian de Neuvillette hat jedoch nur eines im Sinn: die Liebe der klugen Roxane zu gewinnen. Um sie zu beeindrucken, muss der, mit Intellekt weniger reich gesegnete Beau, die gewünschten geistigen Vorzüge "outsourcen". Cyrano de Bergerac, ein Dichter und Freidenker, Roxanes Cousin, zudem durch eine große Nase entstellt, scheint hierfür der optimale Kandidat. In der Tat gelingt es Cyrano, mit seinen Worten, schreibend und soufflierend, die Angebetete in Liebe zu entbrennen zu lassen. Die tiefe Ehrlichkeit der Geständnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlt, entgeht dem einfältigen Christian, der dank ihrer sein Ziel erreicht und daraufhin – von einem destruktiveren Nebenbuhler als Cyrano – direkt an die Front befördert wird. Bei der Belagerung der Stadt Arras treffen die Protagonisten dieser Liebeswirren noch einmal zusammen.

Über fünfzig Mal war Simon Solbergs Inszenierung KABALE UND LIEBE im Depot 1 zu sehen. Mit CYRANO DE BERGERAC setzt er seine Befragung der Gegenwart auf der Folie historischer Verhältnisse fort und entwirft das Porträt eines unabhängigen Geistes in einer der ergreifendsten Liebesgeschichten der europäischen Dramatik.

Regie | Ausstattung: Simon Solberg
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Mitarbeit Kostüme: Christine Ruynat
Musikalische Leitung: Björn Bornhold
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Di, 5.12.2017, 19:30 |
Fr, 29.12.2017, 19:30 |

Hamlet

von William Shakespeare

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termin:

Do, 28.12.2017, 19:30 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

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