DEPOT 1         DEPOT 2    

SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

Spielzeit 2015/16

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Das Kurbad im Westen des Landes ist eine besondere Stadt. Die neue Badeanstalt bringt der Stadt Wohlstand und Touristen, und man ist stolz auf das funktionierende Gemeinwesen. Der neue Kurarzt Dr. Stockmann ist der Bruder des Bürgermeisters, der Chefredakteur der Lokalzeitung hält freundschaftlichen Kontakt zu beiden und ist auch mit der lokalen Wirtschaft eng verbunden. Der Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins ist zugleich Drucker und Herausgeber der Zeitung. Man kennt sich und man hilft sich, und das ist gut so.

Doch dann macht Dr. Stockmann eine folgenschwere Entdeckung. Das Wasser des Heilbades ist verseucht und gesundheitsschädlich. Natürlich muss die Öffentlichkeit informiert werden – oder etwa nicht? Denn diese Nachricht wird die Stadt erschüttern. Das Bad ist gefährdet, es geht um alles. Den Wohlstand und den Ruf der Stadt, die Reputation des Bürgermeisters, die Interessen vieler Einzelner und vor allem auch um viel Geld. Doch Stockmann beharrt auf der Wahrheit, und aus dem eben noch selbstbewussten Helden des neuen Aufschwungs ist plötzlich der Volksfeind geworden, der gegen die Interessen der Stadt steht. Aber wer entscheidet eigentlich, was gut ist für die Stadt? Der Bürgermeister? Die Bürger? Die Wirtschaft? Oder gar das gut funktionierende Gemeinwesen?

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüme: Tina Kloempken
Musik: Keith O'Brien
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termine:

So, 26.6.2016, 19:30 |
Di, 28.6.2016, 19:30 |
So, 3.7.2016, 18:00 |

Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

Frankreich um 1640: Acht Bürgerkriege haben das Land verwüstet. Nun lässt Ludwig der XIV. französische Truppen gegen die Habsburger ziehen. Der schöne Christian de Neuvillette hat jedoch nur eines im Sinn: die Liebe der klugen Roxane zu gewinnen. Um sie zu beeindrucken, muss der, mit Intellekt weniger reich gesegnete Beau, die gewünschten geistigen Vorzüge "outsourcen". Cyrano de Bergerac, ein Dichter und Freidenker, Roxanes Cousin, zudem durch eine große Nase entstellt, scheint hierfür der optimale Kandidat. In der Tat gelingt es Cyrano, mit seinen Worten, schreibend und soufflierend, die Angebetete in Liebe zu entbrennen zu lassen. Die tiefe Ehrlichkeit der Geständnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlt, entgeht dem einfältigen Christian, der dank ihrer sein Ziel erreicht und daraufhin – von einem destruktiveren Nebenbuhler als Cyrano – direkt an die Front befördert wird. Bei der Belagerung der Stadt Arras treffen die Protagonisten dieser Liebeswirren noch einmal zusammen.

Über fünfzig Mal war Simon Solbergs Inszenierung KABALE UND LIEBE im Depot 1 zu sehen. Mit CYRANO DE BERGERAC setzt er seine Befragung der Gegenwart auf der Folie historischer Verhältnisse fort und entwirft das Porträt eines unabhängigen Geistes in einer der ergreifendsten Liebesgeschichten der europäischen Dramatik.

Regie | Ausstattung: Simon Solberg
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Mitarbeit Kostüme: Christine Ruynat
Musikalische Leitung: Björn Bornhold
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Mi, 29.6.2016, 19:30 |
Fr, 1.7.2016, 18:00 |
Fr, 8.7.2016, 19:30 |

Troilus und Cressida

von William Shakespeare

Troja. Mythische Stadt. Prachtvoll und uneinnehmbar wachsen ihre Mauern über die Kuppe des Hügels Hisarlık hinaus, weit den Hellespont überblickend, wo Ägäis und Marmarameer sich vereinen. Zwischen Wasser und Mauern: ein schmaler Streifen trockenes Land. Eher als Schlachtfeld geeignet, denn als Acker für jene fremden Männer, die die Pflöcke ihrer Zelte in die Erde hineingetrieben haben und nun warten. Es ist eine Auslandsmission der Superlative. Versammelt ist die Elite Griechenlands, des mächtigsten Landes der bekannten Welt. Ihr Auftrag: die schönste Frau, die jemals von der Sonne beschienen wurde, die unvergleichliche Helena, aus der Gewalt ihres Entführers Paris zu befreien und zu ihrem rechtmäßigen Ehemann Menelaos, Bruder des Königs Agamemnon, zurückzubringen.
Sieben Jahre dauert die Belagerung nun bereits, und der royale Reiz der Reise ist mit der Zeit doch sehr verblasst. Ein Teil der Truppe ist schon wieder abgereist. Nur die größten der Helden harren noch aus. Als Krieger weitestgehend zu Müßigkeit verdammt, sind sie damit beschäftigt, die interne Rangordnung auf zivilem Wege, das heißt in Ränkespielen, auszufechten. Der eigentliche Anlass ihrer Anwesenheit vor Troja aber ist allen etwas aus dem Blick geraten.
Der Seher Kalchas löst ungewollt die Starre. Er ist aus Troja zu den Griechen übergelaufen, doch er hat noch eine Tochter in der Stadt: Cressida. Seit Jahren versucht er, sie aus Troja ins Lager der Griechen zu holen. Unglücklicherweise gelingt ihm dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn während bei den Helden der Lack zu blättern beginnt, ist eine neue Generation herangewachsen. Und Cressida hat ihre Sinnlichkeit entdeckt. Nach einer ersten Liebesnacht mit Troilus, dem jüngsten Prinz von Troja, folgt dieser, der den Kampf verachtet, ihr heimlich in das Feindeslager …

In TROILUS UND CRESSIDA erzählt William Shakespeare mit einem bissig satirischen Blick auf Mythen und Helden von der Korrumpierbarkeit der Liebe und der alles zersetzenden Wirkung des Krieges.

Regie: Rafael Sanchez
Bühne: Simeon Meier
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Jonas Schmid
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termin:

Di, 5.7.2016, 19:30 |

Kimberly

Singspiel von David Schalko und Kyrre Kvam

Ein Dorf. Eine Welt mit begrenztem Horizont, fernab der großen Städte. Das Leben ist unspektakulär und überschaubar. Jeder kennt jeden. Aber keiner kennt sie. Alles hat sie zurückgelassen, weit ist sie gegangen, um noch mal neu zu beginnen, hier unter Fremden, die nichts wissen von ihrer Geschichte und ihrer Schuld. Sie will sich völlig neu erfinden, raus aus ihrer Haut. Keine Vergangenheit. Nur Zukunft. Eine neue Identität. Kimberly. Ein Name, in den sich alles hineinprojizieren lässt. Das gefällt auch einem jungen Mann in diesem Dorf. Schnell wird Kimberly zur Projektionsfläche für alles, was gefährlich ist. Schnell mit alten Mustern konfrontiert. Schnell steht sie wieder vor einer mörderischen Entscheidung.

Mit dem Leben im Dorf kennt sich der österreichische Autor und Regisseur David Schalko bestens aus. Schließlich stammt er selber aus einem und hat mit seiner hochgelobten Fernsehserie BRAUNSCHLAG treffsicher ein fiktives niederösterreichisches Dorf porträtiert – und dabei das österreichische Fernsehen revolutioniert.

Im Auftrag des Schauspiel Köln entwickelt David Schalko zusammen mit dem norwegischen Komponisten Kyrre Kvam nun seine erste Theaterarbeit – eine ganz eigene Form des Musiktheaters: morbide, abgründig und mit viel schwarzem Humor.
Die Handlung ist von einem tatsächlichen Fall inspiriert, der in Österreich vor einigen Jahren bekannt wurde: Eine schöne junge Frau tötete zwei Männer, mit denen sie vorher in einer Liebesbeziehung stand. Anschließend zerhackte sie die Leichen und mauerte sie in ihren Eissalon ein.

KIMBERLY ist eine Abhandlung menschlicher Sehnsüchte und mörderischer Gelüste. Ein Suspense-Stück über Einsamkeit, Empathieunfähigkeit und einen ungeschickten Autofahrer, dessen Leben aus den Angeln gehoben wird.

Regie: David Schalko
Musik: Kyrre Kvam
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Anna von Leen

Ort:

Depot 1

Termine:

Do, 30.6.2016, 19:00 |
Sa, 2.7.2016, 18:00 |

Glaubenskämpfer

Religionssuche zwischen Dom, Moschee und Synagoge
von Nuran David Calis

Wir leben in aufgeklärten Zeiten. Immer mehr meinen wir zu wissen, wie wir uns die Welt und unsere Existenz zu erklären haben. Längst haben wir uns eingerichtet in einer modernen säkularen Gesellschaft, in der Glaube Privatsache ist und die Frage nach Gott bestenfalls ein intellektuelles Gedankenspiel. Gleichzeitig fällt die Welt um uns herum auseinander. Werte, auf die wir so stolz waren, greifen nicht mehr, während Glaube und Religion mit aller radikalen Wucht zurückgekehrt sind.

Der Autor und Regisseur Nuran David Calis hat Glaubende getroffen. Christen. Muslime. Juden. Er hat mit Imamen gesprochen, mit Pfarrern, Rabbinern, einer katholischen Nonne und einem ehemaligen Domprobst. Er hat Hassprediger eingeladen und ist Salafisten begegnet, Konvertiten, radikalen Fanatikern, Dogmatikern und Gelegenheitsbetern. Einige von ihnen stehen nun gemeinsam mit den Kölner Schauspielern auf der Bühne und kämpfen um nicht weniger als das: Unseren Glauben.

Ort:

Depot 1

Termin:

Sa, 9.7.2016, 19:30 |

Spielzeit 2016/17

Hamlet

von William Shakespeare

Premiere: 23. September 2016, Depot 1

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 23.9.2016 | Premiere |

Groß und klein

von Bortho Strauß

Premiere: 14. Oktober 2016, Depot 1

Wo ist ihr Platz in der Welt? Wo sind die Menschen, die sie Willkommen heißen, sie in ihre Gemeinschaftaufnehmen? Lotte Kotte, in Scheidung lebend und arbeitslos, ist der verlässliche Boden unter den Füßen abhanden gekommen und mit ihm die Sicherheit und das Selbstverständnis, dazuzugehören. Eine Randständige und Suchende ist sie, eine, die den anderen beim Dasein zuschaut und sich doch eigentlich selbst mit Haut und Haar zur Verfügung stellen will. Aber wohin sie auch geht, wen sie auch anspricht, wie sehr sie sich bemüht – überall stößt sie nur auf kurzzeitiges Interesse. Die Anderen sind mit sich selbst beschäftigt, mit ihrem persönlichen kleinen Glück oder mittleren Unglück, mit ihrer Wirklichkeitsflucht und ihren Betäubungsversuchen mithilfe von Alkohol und Fernsehkonsum. So bleiben Lotte nur kurze Einblicke und eine Ahnung von Nähe.

Mit GROSS UND KLEIN entwirft Botho Strauß eingestochen scharfes Bild der alten Bundesrepublik, in der die Individualisierung und Vereinzelung voranschreitet. Die junge Regisseurin Lilja Rupprecht, die zum ersten Mal in Köln arbeitet, nimmt mit ihrer Inszenierung diese untergegangene Welt ins Visier, die noch heute für viele Menschen identitätstiftend ist.

Regie: Lilja Rupprecht
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Annelies Vanlaere
Video: Moritz Grewenig
Musik: Romain Frequency
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termin:

Fr, 14.10.2016 | Premiere |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

Offenbachplatz
D 50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 - 221 28400
Fax: +49 (0)221 - 221 28249
E-Mail: info@schauspielkoeln.de

KARTENSERVICE
Tickethotline: +49 (0)221-221 28400
(Mo-Fr 10.00 - 19.00 Uhr, Sa 11.00 - 19.00 Uhr)
Fax: +49 (0)221-221 28249
tickets@buehnenkoeln.de

VIDEOS: © Schnittmenge - Büro für Bewegtbild