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SCHAUSPIEL KÖLN - DEPOT 1

Spielzeit 2016/17

Iwanow

von Anton Tschechow

Premiere: 09. Dezember 2016, Depot 1

Fünf Jahre sind seit der skandalösen Hochzeit zwischen dem Gutsbesitzer Nikolaj Alexejewitsch Iwanow und der Jüdin Anna Petrowna vergangen. Während die junge Frau von ihren reichen Eltern enterbt und von ihrem neuen Umfeld niemals wirklich akzeptiert wurde, ist für Iwanow längst der ermüdende Alltag zurückgekehrt. Das Gut befindet sich in wirtschaftlicher Schieflage, sein Verwalter Borkin entwickelt immer kühnere Rettungsideen und der junge, idealistische Arzt Lwow diagnostiziert bei Anna Petrowna Schwindsucht, für die er Iwanow zur Verantwortung zu ziehen versucht. Aus der Enge des eigenen Hauses flieht dieser zu seinem Freund Lebedew. Der hat ihn nicht nur in der Vergangenheit finanziell unterstützt, sondern auch eine junge Tochter, Sascha, die dem väterlichen Freund in „tätiger Liebe“ zugeneigt ist. Als Anna Petrownas Tod einen scheinbaren Neuanfang möglich werden lässt, entzieht sich Iwanow erneut und endgültig.

Der Regisseur Robert Borgmann, der zuletzt in der Halle Kalk Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE dramatisierte, inszeniert Tschechows frühes Drama um die verschwimmenden Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits.

Regie: Robert Borgmann
Bühne: Rocco Peuker
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Niklas Kraft, Sven Michelson
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Fr, 9.12.2016, 19:30 | Premiere |
So, 11.12.2016, 18:00 |
So, 18.12.2016, 18:00 |
Do, 22.12.2016, 19:30 |
Di, 27.12.2016, 19:30 |

Adams Äpfel

nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen

Pfarrer einer winzigen Gemeinde auf dem Land hat er sich der Resozialisierung von Straftätern verschrieben. Neben dem Trinker und Sexualstraftäter Gunnar und dem Tankstellenräuber Khalid zählt seit kurzem Adam zu seinen Schützlingen, ein gewaltbereiter Neonazi, frisch aus dem Gefängnis entlassen. Ivans blinder Glaube an das Gute, seine unbeirrbare Güte provozieren den Misanthropen Adam, der bald alles daran setzt, Ivan zu brechen und ihn zur Einsicht in die Trostlosigkeit der Verhältnisse zu zwingen – ein Neonazi und ein Landpfarrer in einem Duell von biblischen Dimensionen.

Die Filmadaption ADAMS ÄPFEL ist die erste Inszenierung der schwedischen Regisseurin Therese Willstedt am Schauspiel Köln. Eine bitterböse Komödie über Glaube, Fanatismus, Sucht und die Macht der Selbsttäuschung.

Regie: Therese Willstedt
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüme: Arianna Fantin
Musik: Emil A. Høyer
Licht: Mårten K. Axelsson
Dramaturgie: Julian Pörksen

Ort:

Depot 1

Termine:

Di, 20.12.2016, 19:30 |
So, 25.12.2016, 19:30 |
Fr, 30.12.2016, 19:30 |

Hamlet

von William Shakespeare

Wer kennt ihn nicht? Google findet in nur 0.37 Sekunden über 56 Millionen Einträge zu Hamlet. 56 Millionen Perspektiven. Hamlet entzieht sich jeder Eindeutigkeit, er ist Vexierspiel und Spiegel zugleich, egal von wo und wann man schaut.

Prinz Hamlet mag die Welt, in die er hineingeraten ist, nicht: Seit sein Vater gestorben ist und seine Mutter neu geheiratet hat, widert ihn das Leben an. Eines Nachts beauftragt ihn der Geist seines Vaters, die Ermordung durch den eigenen Bruder zu rächen. Hamlet stürzt in eine Krise, verliert sich in Reflexionen, zaudert, handelt nicht. Der Racheakt bleibt auf der Strecke, bis Hamlet mit einem manipulierten Schauspiel den Onkel seiner Bluttat überführt. Die Gewissheit erhöht den Druck – aus dem Zauderer wird ein Handelnder. Doch der Weg aus dem Labyrinth der Intrige führt für alle nur noch in den Tod.

Stefan Bachmann eröffnet die Spielzeit mit Shakespeares berühmtestem Werk: In einer Zeit, in der auf den politischen Bühnen radikale Positionen enormen Zulauf gewinnen, wird HAMLET in zweierlei Hinsicht brisant: Ererinnert ans Innehalten, Nachdenken und Reflektieren, ist zeitgleich aber auch beispielhaft für eine schrittweise Isolierung und Radikalisierung des Denkens (und Handelns) auf Grund einer Überforderung durch die Welt.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum
Musik: Sven Kaiser
Choreografie: Sabina Perry
Kampfchoreografie: Annette Bauer
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termine:

Mi, 14.12.2016, 19:30 |
Mi, 21.12.2016, 19:30 |
Mi, 28.12.2016, 19:30 |

Geschichten aus dem Wiener Wald

von Ödön von Horváth

Wien: Stille. Hin und wieder erklingt die Melodie eines Walzers. Doch alles scheint wie festgeschmiedet im hämmernden Dreivierteltakt. Die Menschen verstricken sich in ein komisches Geflecht von Höflichkeiten und Träumereien. Eigentlich wollen sie sich vergnügen, aber, was dabei herauskommt, sind morbide Pointen und bestialische Instinkte.

An diesem skurrilen Ort hat sich die Zange um Marianne, einer jungen Frau aus dem 8. Wiener Bezirk, gefährlich eng geschlossen: Ihr Vater, der Zauberkönig, Inhaber einer Puppenklinik, hat sie dem brutalen Fleischhauer Oskar zur Frau versprochen. Auf der Verlobungsfeier kommt es zum Eklat: Im naiven Glauben an die romantischen Liebe verbindet sich Marianne mit dem Hallodri Alfred. Der Vater verstößt seine Tochter.

Ein Jahr später haust das unglückliche Pärchen gemeinsam mit seinem Neugeborenen in einer tristen Wohnung. Als Alfred Marianne davon überzeugt hat, das Kind seiner Mutter und Großmutter auf dem Land in Obhut zu geben, lässt er sie unversehens sitzen. In ihrer Not präsentiert sie sich wenig später in einem Nachtlokal – als Glückallegorie, nackt auf einer Kugel tanzend. Als der Zauberkönig, begleitet von der Trafikantin Valerie, dem frühpensionierten Rittmeister und seinem Neffen Erich, einem aufstrebenden Nazi, in jenem Nachtlokal auf seine Tochter trifft, stürzen die Fassaden einen Moment lang ein: Der Zauberkönig erleidet einen Schlaganfall, Valerie blickt in die hässliche Fratze ihrer hoffnungslosen Existenz und Marianne landet wegen eines angeblichen Diebstahls im Gefängnis. Währenddessen wartet Oskar weiterhin geduldig. Als die Großmutter das Kind willentlich ermordet hat und Marianne wieder frei ist, steht der Fleischhauer bereit und nimmt Marianne doch noch zur Frau – als wäre, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts geschehen. – Ende gut, alles gut.

Ödön von Horváth zeichnet mit diesem Stück, das er 1931 unter dem Eindruck der turbulenten Zwischenkriegszeit verfasst hat, das Bild einer durchrationalisierten Gesellschaft, die dem lebendigen Menschen als übermächtiger Apparat begegnet und ihn früher oder später verschlingt. Demnach bedeutet Glück nur Illusion und Schicksal immer Zerstörung.

Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Birgit Bungum, Esther Geremus
Musik: Sven Kaiser
Choreographie und Bewegung: Sabina Perry
Licht: Jürgen Kapitein
Dramaturgie: Barbara Sommer

Ort:

Depot 1

Termin:

Do, 29.12.2016, 19:30 |

Cyrano de Bergerac

Romantische Komödie von Edmond Rostand

Frankreich um 1640: Acht Bürgerkriege haben das Land verwüstet. Nun lässt Ludwig der XIV. französische Truppen gegen die Habsburger ziehen. Der schöne Christian de Neuvillette hat jedoch nur eines im Sinn: die Liebe der klugen Roxane zu gewinnen. Um sie zu beeindrucken, muss der, mit Intellekt weniger reich gesegnete Beau, die gewünschten geistigen Vorzüge "outsourcen". Cyrano de Bergerac, ein Dichter und Freidenker, Roxanes Cousin, zudem durch eine große Nase entstellt, scheint hierfür der optimale Kandidat. In der Tat gelingt es Cyrano, mit seinen Worten, schreibend und soufflierend, die Angebetete in Liebe zu entbrennen zu lassen. Die tiefe Ehrlichkeit der Geständnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlt, entgeht dem einfältigen Christian, der dank ihrer sein Ziel erreicht und daraufhin – von einem destruktiveren Nebenbuhler als Cyrano – direkt an die Front befördert wird. Bei der Belagerung der Stadt Arras treffen die Protagonisten dieser Liebeswirren noch einmal zusammen.

Über fünfzig Mal war Simon Solbergs Inszenierung KABALE UND LIEBE im Depot 1 zu sehen. Mit CYRANO DE BERGERAC setzt er seine Befragung der Gegenwart auf der Folie historischer Verhältnisse fort und entwirft das Porträt eines unabhängigen Geistes in einer der ergreifendsten Liebesgeschichten der europäischen Dramatik.

Regie | Ausstattung: Simon Solberg
Mitarbeit Bühne: Franziska Harm
Mitarbeit Kostüme: Christine Ruynat
Musikalische Leitung: Björn Bornhold
Licht: Michael Frank
Dramaturgie: Nina Rühmeier

Ort:

Depot 1

Termine:

Di, 13.12.2016, 19:30 |
Sa, 31.12.2016, 18:00 |

Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Das Kurbad im Westen des Landes ist eine besondere Stadt. Die neue Badeanstalt bringt der Stadt Wohlstand und Touristen, und man ist stolz auf das funktionierende Gemeinwesen. Der neue Kurarzt Dr. Stockmann ist der Bruder des Bürgermeisters, der Chefredakteur der Lokalzeitung hält freundschaftlichen Kontakt zu beiden und ist auch mit der lokalen Wirtschaft eng verbunden. Der Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins ist zugleich Drucker und Herausgeber der Zeitung. Man kennt sich und man hilft sich, und das ist gut so.

Doch dann macht Dr. Stockmann eine folgenschwere Entdeckung. Das Wasser des Heilbades ist verseucht und gesundheitsschädlich. Natürlich muss die Öffentlichkeit informiert werden – oder etwa nicht? Denn diese Nachricht wird die Stadt erschüttern. Das Bad ist gefährdet, es geht um alles. Den Wohlstand und den Ruf der Stadt, die Reputation des Bürgermeisters, die Interessen vieler Einzelner und vor allem auch um viel Geld. Doch Stockmann beharrt auf der Wahrheit, und aus dem eben noch selbstbewussten Helden des neuen Aufschwungs ist plötzlich der Volksfeind geworden, der gegen die Interessen der Stadt steht. Aber wer entscheidet eigentlich, was gut ist für die Stadt? Der Bürgermeister? Die Bürger? Die Wirtschaft? Oder gar das gut funktionierende Gemeinwesen?

Regie: Roger Vontobel
Bühne: Claudia Rohner
Kostüme: Tina Kloempken
Musik: Keith O'Brien
Licht: Hartmut Litzinger
Dramaturgie: Thomas Laue

Ort:

Depot 1

Termine:

Sa, 10.12.2016, 19:30 |
Mo, 26.12.2016, 18:00 |

BÜHNEN KÖLN

Carlswerk

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