SCHAUSPIEL KÖLN - SCHLOSSEREI

Spielzeit 2011/12

Wohnen. Unter Glas

EWALD PALMETSHOFER

Premiere: 11. Februar 2012, Schlosserei

Jeani, Babsi und Max haben während des Studiums zusammen in einer Wohngemeinschaft gelebt. Jetzt, fünf Jahre später, sind sie in einem Hotel verabredet. Über ihrem Treffen stehen die Erinnerung an gemeinsame Ideale, an amouröse Annäherungsversuche, Intimität und die Sehnsucht nach einer alle „Abschnitte“ des Lebens überdauernden Verbundenheit. Eine Nacht lang umschwirren sie sich, treffen irgendwann aufeinander, weil ihre Einsamkeit sie nicht schlafen lässt. „Hast mal dazugehört. Zum Mittelstand. Zum emotionalen Mittelstand. Hast sagen können: geht. Geht schon“. Dies trifft im Kern eine ganze Generation, die immer auf irgendetwas Epochales wartet und doch freiwillig in der Bedeutungslosigkeit verharrt.
Und so werden Beziehungsgeflechte ausgelotet, Bilanzen gezogen und neue Perspektiven eingenommen. Das gestaltet sich schwierig: jeder reflektiert, denkt und redet für sich – und doch irgendwie gemeinsam. Ihre Selbstgespräche werden zu Selbstbehauptung und Selbstdarstellung. Ewald Palmetshofers Sprache lebt vom Unausgesprochenen, vom diffizilen Subtext. Sein »wohnen. unter glas«, 2008 uraufgeführt, porträtiert die Generation der heute Anfang Dreißigjährigen, die vor lauter Möglichkeiten ihre Identitäts- und Lebensentwürfe ständig neu justieren müssen. Die junge Regisseurin Julia Kohlhaas spürt in der Kunstsprache des österreichischen Dramatikers auch unsere Posts und Blogs in sozialen Netzwerken im Internet auf: flüchtige, spontane Beiträge – archivierte Dokumente und Darstellungen unseres Lebens. Ich poste, also bin ich? Nach dem Monologabend »Ein Kind unserer Zeit« von Horváth in der Spielzeit 2010/2011, ist »wohnen. unter glas« ihre zweite Regiearbeit am Schauspiel Köln.

Inszenierung: Julia Kohlhaas
Bühne: Thomas Dreissigacker
Kostüme: Geraldine Arnold
Musik und Video: Jörg Follert
Dramaturgie: Lucie Ortmann
Licht: Christian Huber

Ort:

Schlosserei

Termine:

Sa, 11.2.2012, 20:00 | Premiere |
Mo, 13.2.2012, 20:00 |
Sa, 25.2.2012, 20:00 |
Mo, 27.2.2012, 20:00 |

Wir Kinder von Theben

NACH «DIE PHÖNIZIERINNEN» VON EURIPIDES

Die Stadt ist in der Krise. Schon wieder oder noch immer, denn politische und religiöse Brandherde schwelen seit Jahren hinter Thebens Mauern. Die Regierung ist schuld, so viel steht fest. Sie muss weg, sagt Polyneikes, der jüngste Sohn des Ödipus, und zieht mit einem Heer von Verbündeten gegen die Mauern der eigenen Stadt. Sein älterer Bruder Eteokles weicht nicht vom Thron, obwohl vereinbart war, je ein Jahr im Wechsel zu regieren. Jetzt droht der Krieg. Ein Vermittlungsversuch der Mutter Iokaste scheitert. Die Regierung ist schuld, sagt auch Teiresias, die Instanz der Religion. Die Stadt kann nur gerettet werden, wenn die Herrscherfamilie des Ödipus endlich aus Theben verschwindet und wenn Menoikeus, der jüngste Sohn des künftigen Machthabers Kreon, freiwillig den religiösen Märtyrertod stirbt. Muss es zum Äußersten kommen?
Die in den » Phönizierinnen« aufgeworfenen Fragen nach der Legitimation des Herrschens, den Mitteln von Politik und Religion und nach der Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft sind von erstaunlicher Aktualität. Die politische Umbruchsituation wird vor allem aus der Perspektive der jungen Generation erzählt, die gegen die Haltung ihrer Väter und Mütter aufbegehrt.

Regie: Robert Borgmann
Bühne und Kostüme: Susanne Münzner
Dramaturgie: Sybille Meier

Ort:

Schlosserei

Termine:

Mi, 15.2.2012, 20:00 |
Sa, 18.2.2012, 20:00 |
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Agrippina - Die Kaiserin aus Köln

SUSE WÄCHTER
Römisches Hysterienspiel mit Puppen und Sandalen

Auf den ersten Blick wirkt Köln gar nicht so unwahrscheinlich wie es ist. Viele Kölner halten ihre Stadt für völlig selbstverständlich, ja mehr noch, für ganz unvermeidbar. Das ist leider falsch. Köln ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit und war tatsächlich unvorhersehbar – selbst für römische Auguren. Denn wie sollte es auf dem Höhepunkt der römischen Antike, einer Welt ganz nach dem Geschmack der Männer, ein einzelnes Weib schaffen, dem Ort seiner Kindheit das kaiserlichen Stadtrecht und dann auch noch den eigenen Namen zu verleihen? Kein Wunder, dass sich um Agrippina, die Stadtgründerin Kölns oder Colonia Claudia Ara Agrippinensis, kurz CCAA, wie es damals hieß, Legenden und Fabeln stricken. Mord, Unzucht und Intrigen wurden Agrippina – der Urenkelin des Augustus, Schwester des Caligula, Frau des Claudius und nicht zuletzt die Mutter des Nero – von den Geschichtsschreibern vorgeworfen, um sich ihren unerhörten Aufstieg zu erklären. Je nach Quellenlage entpuppt sich Agrippina als Strategin und männlicher als alle Männer um sie herum, oder als Luder weiblicher List und Heimtücke, bedenkenlos im Einsatz ihrer Reize? Jetzt verschaffen sich die Untoten Gehör...

Regie: Suse Wächter
Texte: Stefan Schwarz, Suse Wächter
Bühne: Constanze Kümmel
Bühne & Video: Jo Schramm
Musik: Jörg Follert
Kostüme: Annett Lausberg
Dramaturgie: Lucie Ortmann

Ort:

Schlosserei

Termine:

Mi, 22.2.2012, 20:00 |
Do, 23.2.2012, 20:00 |

BÜHNEN KÖLN

SCHLOSSEREI

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