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Gürzenich-Orchester Köln

Ein traditionsreiches Spitzenorchester

Das Gürzenich-Orchester Köln ist eines der traditionsreichsten Sinfonie-Orchester Deutschlands. Sein Stammsitz ist die Kölner Philharmonie, die zu den schönsten Konzertsälen weltweit gehört. Hier spielt das Gürzenich-Orchester über 50 Konzerte pro Jahr. Der zweite Schwerpunkt ist die Oper Köln, wo das Orchester bei über 160 Vorstellungen jährlich im Orchestergraben sitzt.

Die Wurzeln des Gürzenich-Orchester reichen zurück bis zu den mittelalterlichen Ratsmusiken und den ersten festen Ensembles des Kölner Doms. Den Namen „Gürzenich“ verdankt das Orchester dem in der Renaissancezeit errichteten Ballsaal und Markthalle Gürzenich, wo ab 1857 die Sinfoniekonzerte stattfanden. Heute gehört das Gürzenich-Orchester Köln zu den Top Ten der Deutschen Sinfonie-Orchester und ist durch CD-Einspielungen und Gastspiele von Amsterdam über London bis Shanghai weltweit bekannt.

Kontakt

Gürzenich-Orchester Köln
Bischofsgartenstrasse 1
D-50667 Köln

Telefon: +49 (221) 221 28595
Fax: +49 (221) 221 28200
E-Mail: kontakt@guerzenich-orchester.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Gürzenich-Orchester Köln

Konzert

Abokonzert 7: Gischt

Werke von Mendelssohn Bartholdy, Korngold und Zemlinsky

Simone Lamsma, Violine
Gürzenich-Orchester Köln
Duncan Ward, Dirigent


Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzertouvertüre »Das Märchen von der schönen Melusine« op. 32 (1833)
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert D-Dur op. 35 (1937-1939)
Alexander von Zemlinsky: »Die Seejungfrau« (1903)

Drei Wunderkinder. Drei Künstler mit jüdischen Wurzeln. Drei Verfemte und Verfolgte. Während Felix Mendelssohn Bartholdy zu Lebzeiten keine Repressalien zu erdulden hatte und seine Musik erst im Nationalsozialismus verboten wurde, traf es Alexander von Zemlinsky und Wolfgang Korngold in jener Schreckenszeit umso schlimmer. Beide wurden geächtet und zur Emigration gezwungen. Zemlinsky starb, seiner Kreativität beraubt, krank und seelisch gebrochen 1942 in New York, Korngold hingegen gelang es, in Hollywood als bravouröser Komponist von Filmmusik seine Karriere fortsetzen. Das kann auch das Violinkonzert von 1945 nicht verleugnen, komponierte Korngold es doch aus dem Material verschiedener früherer Filmmusiken. Nicht zu Unrecht hat das dieser Hommage an den verführerischen Klang der Violine auch den Beinamen »Hollywood Concerto« eingebracht. Oft verfilmt wurde auch der Stoff der beiden anderen Werke des Programms, die in mystische, geheimnisvolle Unterwasserwelten eintauchen. Während Mendelssohns Melusine, eine Menschenfrau, zur Strafe für ein Verbrechen in die seelenlose Welt der Wasserwesen verbannt wird, verhält es sich in Zemlinskys rauschendem Tongemälde nach dem Märchen von Hans Christian Andersen genau umgekehrt: Die Meerjungfrau verliebt sich in einen Menschen, gibt dafür die Gabe des Sprechens hin und opfert schließlich zur Rettung des Geliebten ihr eigenes Leben.

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Kammerkonzert

Pioniere

Anna Heygster, Violine
Öykü Canpolat, Viola
Katharina Apel-Hülshoff, Violoncello
Gülru Ensari, Klavier


Jean Cras: Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello (1927)
Richard Strauss: Klavierquintett c-Moll op. 13 (1883-85)

Manch skurrile, dafür aber umso spannendere Biografie hat die Musikgeschichte hervorgebracht. Die des Bretonen Jean Cras ist eine davon. Der begabte Komponist war eigentlich Generalmajor der Marine und hatte stets ein Klavier mit an Bord, wenn er als Schiffskommandeur auf hoher See war. Sein kompositorisches Werk ist weit entfernt vom Amateurhaften, vielmehr zeigt es die sichere Hand eines wagemutigen Pioniers zwischen Spätromantik und Aufbruch in die Moderne. Auch das Klavierquintett des 19-jährigen Richard Strauss ist ein jugendlich aufbrausender Geniestreich. Entstanden ist es im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der hochvirtuosen Burleske für Klavier und Orchester, die beim Gürzenich-Orchester ebenfalls in dieser Saison zu erleben ist.

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Konzert

Feuervogel

Kooperationskonzert

Natalie Chee, Violine
Bonian Tian, Violoncello
Nils Liepe, Klavier
Jugendsinfonieorchester der Rheinischen Musikschule
Gürzenich-Orchester Köln
Alvaro Palmen, Einstudierung
François-Xavier Roth, Dirigent


Ludwig van Beethoven: 2. und 3. Satz aus: Konzert C-Dur für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester »Tripelkonzert« op. 56
Gustav Mahler: Adagietto aus: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll (1904)
Igor Strawinsky: »Der Feuervogel« - Suite für Orchester (1919)
Emmanuel Chabrier: »Habanera«

Jedes Jahr finden sich das Jugendsinfonieorchester der Rheinischen Musikschule und das Gürzenich-Orchester zu einem besonderen Projekt zusammen: Seite an Seite spielen Nachwuchstalente und Profis ein ausgewachsenes Sinfoniekonzert unter der Leitung des Gürzenich-Kapellmeisters. Dieses Jahr treten als Solisten Natalie Chee (Konzertmeisterin des Gürzenich-Orchesters), Bonian Tian (Solocellist des Gürzenich-Orchesters) und der erfolgreiche junge Pianist Nils Liepe in zwei Sätzen von Beethovens »Tripelkonzert« auf.

Außerdem ist das Doppelorchester zu erleben mit dem weltentrückten Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie, es zaubert mit Emanuel Chabriers berühmter »Habanera« spanisches Kolorit und lässt Igor Strawinskys »Feuervogel« in glühenden Farben schillern. Am Pult steht Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth, einstudiert wird das Konzert von Alvaro Palmen, Vorspieler der Ersten Geigen im Gürzenich-Orchester und Dirigent des Jugendsinfonieorchesters der Rheinischen Musikschule.

Die Rheinische Musikschule feierte 2020 ihr 175-jähriges Bestehen, das Gürzenich-Orchester kann stolz auf seine noch längere Geschichte sein. Beide großen traditionsreichen Kölner Kulturinstitutionen waren über viele Jahre äußerst eng miteinander verbunden, denn von 1845 bis zur Gründung der Kölner Musikhochschule im Jahr 1925 war der Städtische Kapellmeister und Orchester-Chef (in späterer Zeit auch Generalmusikdirektor genannt) zugleich der Direktor der Rheinischen Musikschule. Spätestens seit dem Wirken von Markus Stenz als Gürzenich-Kapellmeister von 2003 bis 2014 wurde diese historische Verbundenheit wieder durch gemeinsame Projekte von Gürzenich-Orchester und Rheinischer Musikschule belebt. Herausragend ist dabei das jährlich stattfindende Kooperationskonzert des Gürzenich-Orchesters mit dem Jugendsinfonieorchester der Rheinischen Musikschule Köln.

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Kammerkonzert

Kammerkonzert 6: Rihm 70

Anna Heygster, Violine
Jana Andraschke, Violine
Martina Horesji-Kiefer, Viola
Katharina Apel-Hülshoff, Violoncello
Daniel Raabe, Violoncello


Franz Schubert: Ouvertüre c-Moll, D 8a für Streichquintett (1811)
Wolfgang Rihm: »Epilog« für Streichquintett (2012/13)
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur, D 956 (1828)

Welche Geburtstagshuldigung für Wolfgang Rihm, einen der bedeutendsten noch lebenden Komponisten, der am Tag nach unserem Konzert 70 Jahre alt wird, könnte passender sein? Das eigene Opus gespannt in den Lebensbogen Franz Schuberts, umrahmt von einem seiner genialen Frühwerk und vom seinem Schwanengesang? Schubert war für Rihms Denken zeitlebens bedeutsam. Sein Streichquintett-Epilog ist genau wie Schuberts Quintett eine wehmütige Abschiedsmusik, verhalten, zart und voller Geheimnis.

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Konzert

Abokonzert 8: Burleske

Francesco Piemontesi, Klavier
Gürzenich-Orchester Köln
Nicholas Collon, Dirigent


César Franck: »Variations symphoniques« für Klavier und Orchester (1885)
Richard Strauss: Burleske d-Moll für Klavier und Orchester (1885/86)
Richard Strauss: »Till Eulenspiegels lustige Streiche« op. 28 (1894/95)
Witold Lutosławski: Konzert für Orchester (1950-54)

»Jeden Takt eine andere Handstellung – glauben Sie, ich setze mich vier Wochen hin, um so ein widerhaariges Stück zu studieren?« Ehrlich gesagt: Wenn ein seinerzeit renommierter Pianist wie Hans von Bülow einem jungen Komponisten eine derart rüde Abfuhr erteilt, dann ist dessen Frust bestens nachvollziehbar. Richard Strauss jedoch ließ sich dennoch nicht aus dem Konzept bringen und legte seine »Burleske« einige Jahre später keinem Geringeren als Eugen d’Albert aufs Notenpult. Der bewältigte den teuflisch schweren Klavierpart bei der Uraufführung bravourös. Beim Konzert des Gürzenich-Orchesters stellt sich der Schweizer Pianist Francesco Piemontesi furchtlos diesem fingerbrecherischen Hochleistungs-Parcours – und wagt mit César Francks »Variations symphoniques« einen weiteren Salto auf dem Drahtseil. A propos Drahtseil: Auch der Schalk Till Eulenspiegel balancierte bekanntlich darauf und hielt aus luftiger Höhe herab seinen Zeitgenossen einen Spiegel vor. Richard Strauss greift in seinem wohl heitersten Orchesterstück auf alte musikalische Formen zurück und kleidet den berühmten Schalk in ein pfiffiges Schelmengewand. Witold Lutosławski, nach Frédéric Chopin Polens zweiter bedeutender Komponist, beruft sich in seinem »Konzert für Orchester« ebenfalls auf barocke Traditionen. Die aber sprengt er mit furioser Kraft und schreibt eines der bis heute beeindruckendsten und energiegeladensten Orchesterwerke.

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Konzert

Abokonzert 9: Nachthimmel

Martin Grubinger, Schlagzeug
Gürzenich-Orchester Köln
Elim Chan, Dirigentin


Friedrich Cerha: Konzert für Schlagzeug und Orchester (2007/08)
Peter I. Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 »Pathétique« (1893)

Seine ganze Seele habe er in dieses Werk gelegt, bekannte Peter Tschaikowsky nach der Uraufführung seiner 6. Sinfonie. Sie enthalte ein Programm, »durch und durch subjektiv«, dieses jedoch solle ein Rätsel bleiben, schrieb er seinem Neffen Wladimir. Ihm widmete er diese Sinfonie so voller Wehmut, Sehnsucht und Traurigkeit auch – und enthüllte damit kurz vor seinem tragischen Tod selbst ihr Geheimnis.

»Es gibt Stellen, die sind so schwierig, da platzt mir jedes Mal fast der Kopf!« Wenn das ein Schlagzeug-Superstar wie Martin Grubinger sagt, dann will das schon etwas heißen. Friedrich Cerha, nicht nur Vollender von Alban Bergs »Lulu«, sondern auch Schöpfer eines anspruchsvoll konstruierten, dabei aber ungeheuer sinnlichen Gesamtwerks, hat mit über 80 sein Schlagzeugkonzert für Martin Grubinger geschrieben – ohne ihn je zuvor spielen gehört zu haben. Trotzdem wirkt es so, als sei Grubinger die Komposition auf den Leib geschneidert: Ein spektakulärer Kraftakt, der als Gegenpol zum Solisten auch die Orchester-Schlagzeuger auftrumpfen lässt. Für Cerha selbst steht der langsame Satz dieses bravourösen Werks im Mittelpunkt, er habe sich dabei von den langsamen Bewegungen der Sterne am Nachthimmel inspirieren lassen.

Nach ihrem sensationellen Debut beim Gürzenich-Orchester 2019 eine Wiederbegegnung mit der Dirigentin Elim Chan.

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Konzert

Passionskonzert: Mitleid

SWR Vokalensemble
Gürzenich-Orchester Köln
Pablo Heras-Casado, Dirigent


Tomás Luis de Victoria: Officium Hebdomadae Sanctae (1585)
Felix Mendelssohn Bartholdy: »Christus« op. 97 (1847)
Richard Wagner: Karfreitagszauber aus »Parsifal«, WWV 111 (1882)
Gustav Mahler: »Todtenfeier«
Claudio Monteverdi: »Crucifixus« (1641)

Karfreitag – Todestag Christi, Höhepunkt der Passionszeit, Voraussetzung für das Osterlicht. Musik aus vier Jahrhunderten und aus vier Ländern bildet eine spannungsgeladene Einheit und schlägt einen Bogen von der mystischen Strenge des 16. Jahrhunderts bis hin zu Gustav Mahlers Frage nach Fortbestand jenseits der Sterblichkeit.
Die expressiven und zugleich höchst komplexen vielstimmigen Vokalkompositionen des Spaniers Tomás Luis de Victoria zählen zu den glanzvollen Höhepunkten der musikalischen Hochrenaissance. Werke, die in der Strenge ihrer Textur die tiefe Glaubenskraft des Komponisten widerspiegeln, der als Priester im Kreuzfeuer von Reformation und Gegenreformation lebte. Wesentlich erzählfreudiger und ganz im Geist schwärmerischer Frömmigkeit ist Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorien-Fragment Christus. Mendelssohn, der Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion wiederentdeckte, beruft sich auf barocke Formvorgaben: Rezitative, in denen ein Evangelist die Passionsgeschichte erzählt, wechseln sich mit dramatischen Chorszenen ab. Richard Wagners Parsifal, dieses Bühnenweihfestpiel um Sünde, Fluch, Irrfahrt und Erlösung durch Mitleid, kreist um den Mythos des Heiligen Grals, der bei der Kreuzigung Christi dessen Blut auffing. Von Läuterung und Heilsgewissheit spricht das sinfonische Zwischenspiel »Karfreitagszauber«. Tief bewegt schrieb der junge Gustav Mahler nach einer Bayreuther Parsifal-Aufführung: »Da wusste ich, dass mir das Größte, Schmerzlichste aufgegangen war.« Fünf Jahre später komponierte er die Todtenfeier als Kopfsatz seiner 2. Sinfonie.

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Konzert

Abokonzert 10: Seelensaiten

Antoine Tamestit, Viola
Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth, Dirigent


Leoš Janáček: »Des Spielmanns Kind« (1912)
Morton Feldman: »The Viola in my Life 4« (1971)
Richard Strauss: »Ein Heldenleben« op. 40 (1898)

Als der französische Bratschist Antoine Tamestit im März 2020 mit »Harold en Italie« von Hector Berlioz das Publikum in atemloses Staunen versetzte, konnte noch keiner ahnen, dass dieses Konzert das letzte des Gürzenich-Orchesters vor der Corona-Pandemie sein würde. Nun kommt Antoine Tamestit wieder und zeigt erneut, was in der zu Unrecht oft im Schatten der Violine stehenden Bratsche alles steckt. Mit ihrem dunkel-samtenen Ton verführte sie auch den amerikanischen Komponisten Morton Feldman, der ihr einen vierteiligen Kompositionszyklus widmete. Nicht pralle Opulenz ist hier das Programm, sondern Klänge am Rande des noch Hörbaren. »The Viola in my Life« webt magische Traumwelten und feiert die Macht der Stille. Sehr direkt hingegen ist die Tonsprache in Richard Strauss’ großer sinfonischer Dichtung »Ein Heldenleben«. Wer ist dieser Held, dessen Ruhmeslauf mit seinen Kämpfen, Glücksmomenten und schließlich einer prunkenden Apotheose uns da in Breitwand-Opulenz geschildert wird? Am Ende gar der Komponist selbst? Kritiker vermuteten das nach der Uraufführung. Strauss, dem es an Selbstbewusstsein nicht gerade mangelte, widersprach nicht. Stiller und introvertierter gibt sich der tschechische Klangzauberer Leoš Janáček. Auch in seinem Orchesterstück »Des Spielmanns Kind« geht es um einen Helden. Allerdings um einen, der Armut und Elend des Erdendaseins erdulden muss und erst im Tod Frieden findet.

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Konzert

Abokonzert 11: Gaukler

Stefan Dohr, Horn
Gürzenich-Orchester Köln
Lionel Bringuier, Dirigent


Igor Strawinsky: »Chant funèbre« op. 5 (1908)
Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur (1942)
Igor Strawinsky: »Petrushka« (1947)

Eine Sensation: In der Bibliothek des Konservatoriums von St. Petersburg stieß eine Mitarbeiterin 2015 in einem Konvolut verstaubter Noten auf einen Satz Orchesterstimmen. Bald war klar, dass es sich dabei um Igor Strawinskys »Chant funèbre« handelte. Bislang galt dieses Werk als verschollen, der 26-Jährige hatte es 1908 anlässlich des Todes seines Lehrers Nikolai Rimsky-Korsakow komponiert. Auch in Köln war der Trauergesang für Orchester, ein düsteres Epitaph ganz im Geist der Spätromantik, bislang noch niemals zu hören. Das Gürzenich-Orchester feiert seine Wiederentdeckung.

Strawinsky, ein Chamäleon, ein Gaukler zwischen den Stilen: Völlig andere Töne schlägt er im nur drei Jahre später entstandenen Ballett »Petruschka« an. Nach dem enormen Erfolg von »Der Feuervogel« bestellte Sergej Djagilew, der mächtige Impresario der Ballets Russes, eine weitere Ballettmusik bei Strawinsky. Der schuf mit seinem bunten Jahrmarkts-Bilderbogen eine virtuose Groteske rund um die hölzernen Protagonisten eines Puppenspiels, die durch die Macht der Musik zum Leben erweckt werden. Der Klang des Horns faszinierte Richard Strauss zeitlebens. Mit dem Instrument und seinen Möglichkeiten war er seit Kindertagen vertraut, denn sein Vater war Hornist im Münchner Hofopernorchester. Für ihn entstand das 1. Hornkonzert, ein eleganter Geniestreich des 18-Jährigen. Das 2. Hornkonzert hingegen ist ein lebenssatter Vorgriff auf Strauss’ Schwanengesang, die »Vier letzten Lieder« – und vielleicht die späte Aufarbeitung eines Vaterkomplexes?

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Kammerkonzert

Kammerkonzert 7: Weinberg

Dylan Naylor, Violine
Toshiko Tamayo, Violine
Gabriel Tamayo, Viola
Georg Heimbach, Violoncello
Stefan Irmer, Klavier


Mieczyslaw Weinberg: Klaviertrio op. 24 (1945)
Johannes Brahms: Klavierquintett f-Moll op. 34 (1864)

»Dieser Mann war viele Jahre komplett unterschätzt, fast vergessen; ich selbst lebte mit dem Vorurteil, dass er nur ein zweitrangiger Schostakowitsch gewesen sei ... er hatte eine absolut eigenständige Stimme.« So der Geiger Gidon Kremer über den polnisch-jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg, für dessen Werk er sich vehement einsetzte. Traumatische Erfahrungen wie Verlust, Holocaust und Krieg spiegeln sich in Weinbergs Werken wider, so auch im Klaviertrio op. 24, das kurz vor Kriegsende entstand. »Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben«, bekannte der Komponist einmal.

»Mir ist nach dem Werk, als habe ich eine große tragische Geschichte gelesen!« Das könnte sich sehr gut auf Weinbergs Trio beziehen, allerdings stammen die Worte von Clara Schumann, die damit treffend das Klavierquintett von Johannes Brahms charakterisierte. Es ist der krönende Abschluss der ersten Phase seines Kammermusikschaffens – und in unserem Programm ein sinnstiftendes Pendant zu Weinbergs Klaviertrio.

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Konzert

Abokonzert 12: Torso

Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Gürzenich-Orchester Köln
François-Xavier Roth, Dirigent


Franz Schubert: Sinfonie Nr. 7 h-Moll, D 759 »Die Unvollendete« (1822)
György Ligeti: Violoncellokonzert (1966)
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 9 d-Moll, WAB 109 (1887-96)

Zwei Fragmente, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Franz Schubert seine »Unvollendete« zu keinem Finale brachte, weil er die Komposition schlichtweg als Torso zur Seite legte, nahm der Tod Anton Bruckner die Feder aus der Hand. Hier der liebenswürdige, ach so tragisch Frühvollendete, dort der knorrige Einzelgänger, beide aber auf jeweilig ganz individuelle Art visionäre Zukunftsbereiter.

Warum Schubert die Arbeit an seiner Siebten abbrach, gibt bis heute Rätsel auf. Hatte er den Eindruck, seinem Vorbild Beethoven zu epigonal nachgeeifert zu haben? Oder war er der Meinung, das Werk sei in seiner Zweisätzigkeit vollständig und bedürfe der traditionellen viersätzigen Form nicht? Dabei hat sich die Rezeption dieses unvollendeten Geniestreichs in Anbetracht von Schuberts kurzem Leben nach und nach zum Mythos verselbständigt. Tatsächlich aber ist die »Unvollendete« nur eine von fünf Sinfonien, die Franz Schubert als Fragmente hinterließ.

Auch dass Bruckner seine Neunte als Höhepunkt seines Schaffens dem »Lieben Gott« widmete, wie allgemein behauptet, ist nirgendwo eindeutig verbürgt. Ein weiterer Mythos also, geboren aus schauderndem Respekt vor dem Tod, der auch auf die Entstehung von epochalen Geniestreichen keine Rücksicht nimmt.

Der Beginn im achtfachen Pianissimo steht wie ein Motto über György Ligetis Cellokonzert: Kein roter Teppich für den glanzvollen Auftritt wird dem Solisten da ausgerollt, vielmehr bekommt er ein Skalpell in die Hand. Mit dem lotet er einen Bereich zwischen völliger Stille und kaum Hörbarem, zwischen Punkt und Linie, zwischen Klang und Geräusch. Eine Art »Anti-Konzert« mit geradezu hypnotischer Wirkung.

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Gürzenich-Orchester Köln

Ein traditionsreiches Spitzenorchester

Das Gürzenich-Orchester Köln ist eines der traditionsreichsten Sinfonie-Orchester Deutschlands. Sein Stammsitz ist die Kölner Philharmonie, die zu den schönsten Konzertsälen weltweit gehört. Hier spielt das Gürzenich-Orchester über 50 Konzerte pro Jahr. Der zweite Schwerpunkt ist die Oper Köln, wo das Orchester bei über 160 Vorstellungen jährlich im Orchestergraben sitzt.

Die Wurzeln des Gürzenich-Orchester reichen zurück bis zu den mittelalterlichen Ratsmusiken und den ersten festen Ensembles des Kölner Doms. Den Namen „Gürzenich“ verdankt das Orchester dem in der Renaissancezeit errichteten Ballsaal und Markthalle Gürzenich, wo ab 1857 die Sinfoniekonzerte stattfanden. Heute gehört das Gürzenich-Orchester Köln zu den Top Ten der Deutschen Sinfonie-Orchester und ist durch CD-Einspielungen und Gastspiele von Amsterdam über London bis Shanghai weltweit bekannt.

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Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Konzerte / Konzert Duisburger Philharmoniker Duisburg, König-Heinrich-Platz
Konzerte / Konzert Düsseldorfer Symphoniker Düsseldorf, Ehrenhof 1
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie
Konzerte / Konzert Beethoven-Orchester Bonn Bonn, Wachsbleiche 1
Konzerte / Konzert Kontrapunkt Konzerte Köln, Herwarthstr. 16
Konzerte / Konzert Ensemble Musikfabrik
Mo, 24.1.2022, 20:00 Uhr
Konzerte / Konzert Ensemble Musikfabrik
So, 20.2.2022, 20:00 Uhr
Konzerte / Konzert WDR Funkhaus Wallrafplatz Köln, Wallrafplatz 1

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