Oper Köln
Spielzeit 2010/11
L'incoronazione di Poppea
Claudio Monteverdi
Opera musicale
Text von Giovanni Francesco Busenello
Musik von Claudio Monteverdi
Premiere: Sa 16. Okt. 2010
Einem ehrgeizigen Partygirl gelingt der Einstieg in die höchsten Kreise einer Weltmacht…
Die sexuelle Hörigkeit des römischen Kaisers NERO zahlt sich für die Kurtisane POPPEA aus: Am Ende von Claudio Monteverdis Oper wird sie zur Kaiserin gekrönt. Der traditionsbewusste Politiker und Philosoph Seneca lässt wegen seines Widerstandes gegen diese Entwicklung sein Leben, POPPEAS Ex-Liebhaber OTTONE wird verbannt. Auch der bisherigen Kaiserin OTTAVIA bleibt nichts anderes übrig, als der jungen Aufsteigerin resigniert das Feld zu überlassen. Claudio Monteverdis 1642 in der Republik Venedig uraufgeführte Oper verbindet Politik und Erotik mit Verbrechen – und das auf eine Weise, wie man es allenfalls aus modernen Psycho-Polit-Thrillern kennt. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass der 74-jährige Komponist für die leidenschaftliche Liebe des skrupellosen Kaisers zu seiner berechnenden Bettgespielin eine Musik entwickelte, die hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der Gefühle keinen Zweifel zulässt. Die Parabel über einen ungeheuren gesellschaftlichen Aufstieg in Zeiten der Dekadenz und des »Anything-goes« wird von der Oper Köln in den leerstehenden, eindrucksvollen Gebäuden des Gerling-Quartiers gezeigt. Die so nüchterne wie elegante Raumarchitektur, die in ästhetischer Hinsicht die Philosophie des »rheinischen Kapitalismus« spiegelt, bietet dieser Oper, in der es um weitreichende Verwerfungen innerhalb eines sich selbst auflösenden totalitären Macht-Systems geht, eine wirkungsvolle Kulisse.
Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Dietrich Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Dramaturgische Beratung: Silke Leopold
Licht: Nicol Hungsberg
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ort:
Gerling-Quartier
Hildeboldplatz 20, 50672 Köln
Termine:
Sa, 16.10.2010, 19:30 | Premiere
Di, 19.10.2010, 19:30
Do, 21.10.2010, 19:30
So, 24.10.2010, 16:00
Mi, 27.10.2010, 19:30
Fr, 29.10.2010, 19:30
Sa, 30.10.2010, 19:30
Mo, 1.11.2010, 18:00
Mi, 3.11.2010, 19:30
Fr, 5.11.2010, 19:30
So, 7.11.2010, 18:00
Elektra
Richard Strauss
Tragödie in einem Aufzug
Text von Hugo von Hofmannsthal
Musik von Richard Strauss
Premiere: 17. Oktober 2010
»ELEKTRA« ist ein hochkomplexes Familiendrama: KLYTÄMNESTRA und ihr Geliebter AEGISTH haben AGAMEMNON, König von Mykene, nach seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg getötet. ELEKTRA wartet jahrelang darauf, den Tod ihres Vaters rächen zu können. Als der schon tot geglaubte Bruder OREST endlich zurückkehrt, ist ihre Stunde gekommen: Mit ELEKTRAS Hilfe tötet OREST ihre Mutter KLYTÄMNESTRA und AEGISTH. Der Wirklichkeit schon entrückt, bricht ELEKTRA auf dem Höhepunkt ihres Triumphtanzes zusammen…
Der »Elektra«-Stoff wurde bereits in der Antike mehrfach dramatisiert, und auch spätere Komponisten und Schriftsteller ließen sich durch die besondere Aura der Figur Elektras gerne inspirieren.
Hugo von Hofmannsthals Schauspiel-Tragödie »ELEKTRA« erlebte 1903 ihre Uraufführung in Berlin. Richard Strauss erkannte darin einen »glänzenden Operntext«, doch schreckte ihn so kurz nach seiner »SALOME« (1905) der »Gedanke, daß beide Stoffe in ihrem psychischen Inhalt viel Ähnlichkeiten hatten«, und er zweifelte, ob er »ein zweites Mal die Steigerungskraft hätte, auch diesen Stoff erschöpfend darzustellen.« Strauss wollte daher Hofmannsthal überreden, einen Stoff aus der Renaissance oder der Französischen Revolution zu bearbeiten. Der Dichter hingegen versuchte, Strauss’ Zweifel zu zerstreuen und legte ihm die Vertonung der »ELEKTRA«
weiterhin ans Herz: »… die Farbenmischung scheint mir in beiden Stoffen eine so wesentlich verschiedene zu sein: bei der »SALOME« soviel purpur und violett gleichsam, in einer schwülen Luft, bei der »ELEKTRA« dagegen eine Gemenge aus Nacht und Licht, schwarz und hell. Auch scheint mir die auf Sieg und Reinigung hinauslaufende, aufwärtsstürmende Motivenfolge, die sich auf OREST und seine Tat bezieht – und die ich mir in der Musik ungleich gewaltiger vorstellen kann als in der Dichtung –, in »SALOME« nicht nur nicht ihresgleichen, sondern nichts irgendwie Ähnliches sich gegenüber zu haben …« (Brief vom 27. Mai 1906)
»ELEKTRA« entsprang der ersten Zusammenarbeit von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Fünf weitere Opern sollten folgen. Die Uraufführung fand am 25. Januar 1909 an der Dresdner Hofoper statt, von wo aus sich das Werk schnell sämtliche großen Bühnen der Welt erobern konnte.
Musikalische Leitung: Markus Stenz
Inszenierung: Gabriele Rech
Bühne: Matthias Schaller
Kostüme: Tobias Hoheisel
Chorleitung: Andrew Ollivant
Ort:
Opernhaus
Termine:
So, 17.10.2010, 20:00 | Premiere
Mi, 20.10.2010, 20:00
Sa, 23.10.2010, 20:00
Do, 28.10.2010, 20:00
So, 31.10.2010, 17:00
Sa, 6.11.2010, 20:00
Opernhaus
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für die Kinderoper 30 Minuten vorher.
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