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Oper Leipzig

Die Oper Leipzig bildet das Dach für ein Drei-Sparten-Haus bestehend aus Oper, Leipziger Ballett und der Musikalischen Komödie. Verortet im Opernhaus (Oper & Leipziger Ballett) im Zentrum Leipzigs und im Haus Dreilinden (Musikalische Komödie) im Stadtteil Lindenau, steht sie in der Tradition von mittlerweile fast 320 Jahren Musiktheaterpflege in Leipzig. 1693 wurde das erste Opernhaus am Brühl als drittes bürgerliches Musiktheater Europas nach Venedig und Hamburg eröffnet. Seit 1840 spielt das weltweit renommierte Gewandhausorchester zu allen Vorstellungen der Oper und des Balletts. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Prof. Ulf Schirmer Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Unter seiner musikalischen Leitung rücken insbesondere die Werke Richard Wagners und Richard Strauss’ in den Mittelpunkt des Repertoires. Mit der Ernennung Ulf Schirmers zum Intendanten der Oper Leipzig in der Spielzeit 2011/2012 erhielt die künstlerische Zusammenarbeit von Oper und Gewandhausorchester eine weitere Dimension.

Die Oper Leipzig steht für höchste musikalische und handwerkliche Qualität. Es wird auf aktiv gelebte Ensemblekultur und die Förderung von Nachwuchssängerinnen und -sängern gesetzt. Das Programm reicht in der Breite von Oper, Spieloper, Operette, Musical bis hin zu klassischem und modernem Ballett. Hinzu kommen zahlreiche Angebote und Eigenproduktionen für Kinder, junge Erwachsene und Familien. Die Oper Leipzig ist ein städtischer Eigenbetrieb der Stadt Leipzig und einer der größten mittelständischen Arbeitgeber der Stadt mit über 600 Angestellten. Neben den drei Sparten stehen die Kostüm- und Theaterwerkstätten, die ebenfalls für das Schauspiel Leipzig und das Theater der Jungen Welt arbeiten, unter der Verwaltungshoheit der Oper Leipzig.

Kontakt

Oper Leipzig
Augustusplatz 12
D-04109 Leipzig

Telefon: 0341 - 1261 - 261

 

Vorverkauf:
Mo. - Fr. 10.00 bis 20.00 Uhr,
Sa. 10.00 bis 18.00 Uhr
Tel.: 0341 - 1261 - 261

Anfahrt:
Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 15, 16
Haltestelle Augustusplatz
Oper

Lulu

Alban Berg

Premiere: 16. Jun. 2018, Opernhaus

Oper in drei Akten | Text vom Komponisten nach den Tragödien »Der Erdgeist« (1895) und »Die Büchse der Pandora« (1902) von Frank Wedekind | Fassung in drei Akten (komplettiert von Friedrich Cerha) | In deutscher Sprache mit Übertiteln

Alban Berg schuf mit »Lulu« einen Klassiker des 20. Jahrhunderts. Die Kindfrau Lulu ist das Abbild einer Zeit, die aus den Fugen geraten ist. Als ­Projektionsfläche für erotische Männerfantasien steht sie für die obsessive Suche nach dem eigenen Ich hinter der ­Oberfläche des schillernden Scheins.

»Ich habe nie in der Welt etwas anderes erscheinen wollen, als wofür man mich genommen hat, und man hat mich nie in der Welt für etwas anderes genommen, als was ich bin«, so die Protagonistin. Aber wer ist diese Lulu tatsächlich? Alle Welt dreht sich um sie und dennoch vermag keiner diese Frage zu beantworten, am wenigsten diejenigen, die ihr verfallen sind. Am Ende des Zeitalters bürgerlicher Moral verkörpert sie das Kreatürlich-Animalische schlechthin, das es zu zähmen und zu besitzen gilt. Gleichzeitig führt sie uns vor Augen, dass Vernunft, Moral, ja sogar Kunst ­ihrer Natur nicht gewachsen sind. Der Anblick Lulus gleicht dem Blick in einen Spiegel, der sein Gegenüber mit seinen eigenen Obsessionen konfrontiert und langsam daran zugrunde gehen lässt. Schließlich setzt mit dem Massenmörder Jack the Ripper ebenfalls ein Instinktwesen dem Fluch Lulus ein Ende und läutet damit zugleich eine neue Zeit ein, das Zeitalter einer durch und durch verrohten Gesellschaft.

Aufführungen: 24. Jun. 2018 / 01. Jul. 2018 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)
Familienprogramm

Das Geheimnis der schwarzen Spinne

Judith Weir

Premiere: 25. Mai 2018, Schaubühne Lindenfels

Kinderoper nach Motiven einer Erzählung von Jeremias Gotthelf | Neufassung von Benjamin Gordon | Für Kinder ab 10 Jahren | Kooperation der Oper Leipzig mit der Schaubühne Lindenfels

Mit ihrer Oper »Das Geheimnis der schwarzen Spinne« ist Judith Weir eine Gruseloper für Kinder gelungen, für die die Schaubühne Lindenfels eine ideale Kulisse bietet.

Eine geheimnisvolle schwarze Spinne treibt im Dorf ihr Unwesen und erinnert Christine an ein nicht gehaltenes Versprechen. Christine wird immer mehr zur Außenseiterin, bis es ihr gelingt, die Spinne zu fangen. Judith Weir verbindet in diesem Stück die historische Ebene von Jeremias Gotthelfs Erzählung, die sich im 15. Jahrhundert abgespielt hat, mit dem Hier und Jetzt. Hauptakteur ist der Kinderchor der Oper ­Leipzig, alle solistischen Rollen werden ebenfalls von Kindern des Kinderchores übernommen.
Ballett

Schwanensee

Peter I. Tschaikowski

Wie kein anderes Werk gilt »Schwanensee« heute als Inbegriff der europäischen Tanztradition. ­Dabei erhielt das Ballett bei seiner Uraufführung 1877 zunächst nur wenig Beifall und sollte erst 18 Jahre ­später in der Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow seine beispiellose Erfolgsgeschichte antreten. Es ist die unsterbliche Geschichte rund um die Schwanen­prinzessin Odette, weibliches Urbild ätherischer Zartheit und Verletzlichkeit, ihrer schwarzen Gegenspielerin Odile, Inkarnation von Sinnlichkeit und Verführung, und der Liebe eines Mannes, der von beiden Welten in Bann gezogen wird. Odette kann nur durch die wahre Liebe vom Fluch ihrer Schwa­nen­­gestalt erlöst werden.

Für seine Interpretation des Schwanenmythos macht Mario Schröder Tschaikowskis Meisterwerk in seiner Zeitlosigkeit erlebbar und thematisiert die Sehnsucht nach Liebe und Wahrhaftigkeit ebenso wie die Ver­suchungen von Begierde und Rausch.

Dirigent: Giedrė Šlekytė
Choreografie: Mario Schröder
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Aleksandar Noshpal
Oper

Herzog Blaubarts Burg / Pagliacci

Béla Bartók / Ruggero Leoncavallo

Herzog Blaubarts Burg: Oper in einem Akt von Béla Bartók | Text von Béla Balázs | In ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Pagliacci: Drama in zwei Akten und einem Prolog | Text und Musik von Ruggero Leoncavallo | Szenische Neueinstudierung | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Als geheimnisvolle, uneinnehmbare Burg erscheint Blaubarts verschattete Seelenwelt, die seine Braut ­Judith mit ihrer Liebe erwärmen und mit Licht durchfluten will. Doch sein Innerstes verbirgt sich hinter sieben geheimnisvollen Türen. Ebenso hingebungsvoll wie fordernd trotzt Judith ihrem Gemahl die Schlüssel zu den ­verborgensten Winkeln seiner Seelenräume ab. Je tiefer sie in sein Unterbewusstsein eindringt, desto grausamer und überwältigender werden ihre Entdeckungen. ­Hinter der letzten Tür schließlich findet sie Blaubarts ­frühere Frauen, verklärt zu Morgenröte, Mittags­sonne und Abenddämmerung. Judith muss sich ihnen als Dunkel­heit der Nacht anschließen und besiegelt ­damit die Finsternis in Blaubarts Burg: »Nacht bleibt es nun ewig.«

In einem Doppelabend wird Bartóks 1911 ­entstandene einzige Oper Leoncavallos »Pagliacci« gegenüberge­stellt, jener tragischen Geschichte des alternden Schau­spielers Canio, der von seiner jungen Frau Nedda betrogen wird – sowohl auf dem Theater als auch ­hinter den Kulissen. Es beginnt ein gefährliches Ineinander von Spiel und Realität, das auf offener Bühne seinen tödlichen Ausgang findet. Erlösung erfahren weder Canio noch Blaubart: Die Kluft zwischen den Geschlechtern bleibt unüberbrückbar, Einsamkeit ihr Schicksal.

Dirigent: Christoph Gedschold
Inszenierung: Philipp J. Neumann
Inszenierung: Anthony Pilavachi
Bühne: Philipp J. Neumann
Kostüme: Karoline Schreiber
Bühne, Kostüm: Tatjana Ivschina
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer
Oper

Rusalka

Antonín Dvorák

Lyrisches Märchen in drei Akten | Text von Jaroslav Kvapil

»Rusalka« ist ein Märchen für Erwachsene von der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Dvořák und sein ­Librettist Kvapil ließen sich von slawischen ­Mythen, Märchenfiguren wie de la Motte Fouqués »Undine« und ­Andersens »Kleiner Seejungfrau« sowie der ­Melusinensage inspirieren. Die Geschichte wird aus der Sicht der Naturgeister erzählt, in deren Welt der Mensch rücksichtslos hereinbricht. Die Oper erlebte seit ihrer Uraufführung im Jahr 1901 einen weltweiten Erfolgszug und zählt heute zu den bekanntesten tschechischen Opern. Nicht nur im berühmten »Lied an den Mond« entführt Dvořáks Musik in faszinierende Klangwelten voll Magie und zerbrechlicher Schönheit.

Die Nixe Rusalka sehnt sich nach einer menschlichen Seele. Seit sie sich in einen Prinzen verliebt hat, den sie beim Baden im See beobachtete, kann sie an nichts anderes mehr denken. Der Wassermann warnt sie vor den Menschen. Trotzdem lässt Rusalka sich von der Hexe in eine Frau verwandeln. Doch es gibt strenge Bedingungen: Sie muss die Liebe des Prinzen gewinnen, sonst droht den beiden Böses. Zunächst gelingt es der verwandelten Nixe, das Herz des Prinzen zu verzaubern. Dann verliebt dieser sich jedoch in eine fremde Fürstin. Um in den See zurückkehren zu können, muss Rusalka nun Schreckliches tun.

Dirigent: Christoph Gedschold
Inszenierung: Michiel Dijkema
Bühne: Michiel Dijkema
Kostüme: Jula Reindell
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Dramaturgie: Nele Winter

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ballett

Boléro (Walking Mad) / Le Sacre du Printemps

Johan Inger / Mario Schröder

»Boléro« (Walking Mad): Ballett von Johan Inger | Musik von Maurice Ravel (»Boléro«) und Arvo Pärt (»Für Alina«) | »Le Sacre du Printemps«: Ballett von Mario Schröder | Musik von Igor Strawinsky | Choreografische Uraufführung

Zwei skandalumwitterte Ballettmusiken, die in ihrem Charakter unterschiedlicher kaum sein können, treffen in diesem Doppelabend wirkmächtig aufeinander. »Walking Mad«, das Tanzstück des Schweden Johan Inger, ist eine Hommage sowohl an Maurice Ravels legendären »Boléro« als auch an die Freuden körperlicher Sinnlichkeit. Im Takt des immer wieder variierten Grundmotivs kreist der Tanz um mensch­liche Beziehungen, unaufhaltsam und immer schneller werdend dem finalen Crescendo entgegen. Zwischen intensivster körperlicher Anspannung und herrlich grotesker Slapstick wird geflirtet, gerangelt, geliebt und natürlich ordentlich gestritten.

Ist der »Boléro« in seiner musikalischen ­Leichtigkeit fast unausweichlich eingängig, sperrt sich die ­Musik des zweiten Tanzstücks umso mehr. Ballett­direktor ­Mario Schröder nimmt sich des großen Tanz­klassikers der Moderne an: Strawinskys »Le Sacre du ­Printemps«. Als mindestens genauso skandalös wie die Musik galt die Choreografie des Ballets Russes von Vaslav Nijinsky. Die erdigen, auf die Körpermitte fixierten, fast sexuellen Tanzbewegungen überforderten das Publikum schlicht in seinen Sehgewohnheiten. Heute gilt die Choreografie als wichtiger Markstein für die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes. ­Mario Schröder wird die Frage nach der Bedeutung des Opfers in unserer heutigen Gesellschaft in die Mitte seiner Auseinandersetzung stellen.

Dirigent: Matthias Foremny
Choreografie, Bühne, Kostüm (Boléro / Walking Mad): Johan Inger
Choreografie (Le Sacre du Printemps): Mario Schröder
Bühne, Kostüm (Le Sacre du Printemps): Paul Zoller
Lichtdesigner (Boléro / Walking Mad): Erik Berglund
Oper

Der Rebell des Königs (Cinq-Mars)

Charles Gounod

Oper in vier Akten und fünf Bildern | Text von Paul Poirson und Louis Gallet nach dem historischen Roman »Cinq-Mars« von Alfred de Vigny (1826)

Frankreich im Jahre 1642: Der machthungrige Kardinal Richelieu ist als Erster Minister und engster Ratgeber von König Louis XIII. zum unangefochtenen Herrscher im Staat aufgestiegen. Doch die Partei des Königs erhält Unterstützung: Der junge Marquis de Cinq-Mars, einst von Richelieu selbst an den Hof geholt, steigt zum Günstling des Königs auf und schmiedet gemeinsam mit seinem Freund Conseiller de Thou und anderen Adligen ein Komplott gegen den Kardinal. Bestärkt wird er darin durch seine heimliche Liebe zur Prinzessin Marie de Gonzague, die Richelieu an den polnischen König verheiraten will. Doch Richelieu hat seine Spione überall: Seinem Handlanger Pater Joseph, der »grauen Eminenz«, gelingt es, den Verrat aufzudecken und durch geschickte Intrigen und Manipulationen für die eigenen Zwecke zu nutzen. So stellt er die Begnadigung Cinq-Mars’ in Aussicht, wenn Marie de Gonzague der politisch motivierten Heirat zustimmt. Um ihren Geliebten zu retten, willigt die Prinzessin ein. Doch vergebens: Der Rebell des Königs endet auf dem Schafott.

Mit der Wiederentdeckung dieser weitgehend vergessenen Oper von Charles Gounod wird ein wahrer Schatz der Musikgeschichte gehoben. Inspiriert von den historisch verbürgten Ereignissen rund um den hingerichteten Verschwörer Marquis de Cinq-Mars, die Alfred de Vigny 1826 in seinem populären Roman festhielt, entzündet Gounod in seiner Oper ein Feuer­werk melodischer Erfindungskraft und orchestralen Ausdrucks. Rebellion, Liebe, Treue und Freundschaft bis in den Tod spiegeln sich in schwelgerischen Kavatinen und Duetten, eingängigen Chören, charmanten Balletten und fulminanten Ensembles. Ein packender Historien-Thriller, dessen politische Aussage – wer in der Politik etwas ändern will, kann sich leicht die Flügel verbrennen – auch Regisseur Anthony Pilavachi anregt, der nach seinen feinsinnigen Inszenierungen von Verdis »Rigoletto« und des Doppelabends »The Canterville Ghost« / »Pagliacci« erneut an die Oper Leipzig zurückkehrt.

Dirigent: David Reiland
Inszenierung: Anthony Pilavachi
Choreografie Ballett 2.Akt: Julia Grunwald
Bühne, Kostüm: Markus Meyer
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Dramaturgie: Elisabeth Kühne

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ballett

Ballett: Don Juan / Mozart à deux

2teiliger Ballettabend von Thierry Malandain

Musik von Christoph Willibald Gluck und Wolfgang Amadeus Mozart

Er ist der Archetypus des Verführers in der Kulturgeschichte der Neuzeit: Don Juan, unwider­stehlicher Frauenheld und hemmungsloser Libertin. Von dem spanischen Schauspiel, in dem die Figur das erste Mal auf der Bühne auftritt, bis hin zu Mozarts »Don Giovanni« hat die Geschichte des rücksichtslosen Herzensbrechers, der buchstäblich über Leichen geht, zahlreiche Wandlungen durchgemacht. Diente Don Juan lange Zeit als abschreckendes Sittengemälde eines skrupellosen Wüstlings, so interessierte den französischen Dramatiker und Gesellschaftskritiker Molière, der die Vorlage für Glucks Ballettmusik lieferte, vor allem der ungebremste Freigeist jener schillernden Figur. Die Geschichte rund um den Besuch des ominösen steinernen Gastes und die Höllenfahrt des Helden gaben dem Komponisten Christoph Willibald Gluck Stoff für effektvolle Szenen und Musik: »Im Ballett ›Don Juan‹ komponierte er eine vortreffliche Musik«, so eine Zeitgenossin.

Der Typus des Don Juan wird vermutlich nie aussterben, und so ist es kein Wunder, dass sich auch heute nach wie vor Künstler mit dieser Figur auseinandersetzen. Einer davon ist der französische Choreograf Thierry Malandain, der seit dreißig Jahren seine eigene Company leitet. Nach verschiedenen Stationen – u.  a. Versailles, St. Etienne und Lyon – ist er seit 1998 in Biarritz beheimatet. Malandain zählt heute zu den wichtigsten Choreografen Frankreichs und ist einer der großen Erben des neoklassischen Stils. Der komplette Ballettabend, mit dem Malandain in der vergangenen Saison ans Wiener Staatsballett eingeladen wurde, besteht aus zwei Teilen. Den Kontrapunkt zu Glucks »Don Juan« bilden Pas de deux zu Musik von Mozart, die »Mozart à deux« überschrieben sind: »Die Paare tanzen auf einem Ball der einsamen Herzen«, so der Choreograf, der auch eine Kreation dem Leipziger Ballett widmen wird.
Oper

Tannhäuser

Richard Wagner

Große romantische Oper in drei Akten | Text vom Komponisten | Dresdner Fassung

Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten war es leider nicht möglich, die Produktion »Tannhäuser« unter der Regie von Frau Professor Wagner zum angekündigten Zeitpunkt zu realisieren. Die Oper Leipzig und Frau Professor Wagner bedauern dies sehr, freuen sich jedoch auf eine künftige gemeinsame Zusammenarbeit bei der Oper »Lohengrin« von Richard Wagner, welche voraussichtlich im November 2020 Premiere haben wird.

Eine Gesellschaft, die sich in einem öffentlichen Schlagabtausch über Kunst streitet, allein diese Szenerie macht Richard Wagners »Tannhäuser« heute schon wieder genauso revolutionär wie damals, als der Komponist mit seiner Titelfigur Heinrich einen Außenseiter auf die Bühne stellte, der mit seinem unkonventionellen Verhalten die Menschen vor den Kopf gestoßen hat.

Wagners »große romantische Oper« rückt ein Lebensthema in den Mittelpunkt, das für den Menschen wie den Künstler gleichermaßen prägend war. Es ist die Zerrissenheit zwischen Liebe und Lust, Individuum und Gesellschaft, Kunst und Politik und der unbedingte Wille, diese Gegensätze im Kunstwerk aufzuheben. Hinter der Suche nach einer Ganzheit jenseits bürgerlicher Moralvorstellungen, religiöser Bigotterie und politischer Reglementierung verbirgt sich zugleich die Sehnsucht nach persönlicher Erlösung, die seine Figuren umtreibt. Als sich Elisabeth vor der Wartburggesellschaft zu Heinrich bekennt, ist er bereit sein Leben zu ändern und begibt sich auf eine Pilgerreise in die Heilige Stadt Rom, wo er sich eine Antwort auf seine Lebensfragen erhofft. Aus Rom zurückgekehrt, erfährt der vollkommen Desillusionierte, dass Elisabeth für ihn in den Tod gegangen ist. Gibt es für ihn doch noch eine Hoffnung auf Gnade?

Leitung: Dirigent Ulf Schirmer

In deutscher Sprache mit Übertiteln
Oper

Le Nozze di Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

»Ius primae noctis« – auf das Recht der ersten Nacht bei seinen weiblichen Untertanen wollte Graf Almaviva eigentlich verzichten. Allerdings hat es ihm die Kammerzofe Susanna besonders angetan! Und angesichts ihrer bevorstehenden Hochzeit mit seinem Kammerdiener Figaro will der Graf die Annullierung nun widerrufen. Mit allen Mitteln versucht er die Hochzeit zu verhindern, während Susanna und Figaro ihren Freudentag gegen alle Widerstände durchsetzen wollen. Verkleidungen, nächtliche Rendezvous, Fenstersprünge und vorgetäuschte Abreisen treiben die turbulente Handlung vorwärts, in die sich die Figuren willentlich und unwillentlich verstricken.

Mozarts »Le nozze di Figaro« entstand zwischen Herbst 1785 und Frühjahr 1786. Die Vorlage ist Pierre Augustin Caron de Beaumarchais’ gesellschaftskritisches Lustspiel »Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro« vom Vorabend der Französischen Revolution. Ein Stück gegen »Laster, Missbrauch und Willkür unter der Maske der herrschenden Sitte«, das Mozarts genialer Librettist Lorenzo da Ponte in ein Operntextbuch umformte. Uraufgeführt am 1. Mai 1786 an der Hofoper Wien (dem »Alten Burgtheater«), ist »Le nozze di Figaro« in mehrerer Hinsicht ein stilbildendes Werk mit revolutionärer Spannkraft: Mozart prangert darin das gefällige Selbstbild der Aristokratie an, die sich aufgrund ihres Standes für unanfechtbar wähnte. Auch die Musik ist von einer beispiellosen Dramatik: In ihr spiegelt sich nicht nur die seelische Tiefe der Figuren, sondern auch die Doppelbödigkeit des mozartschen Spiels. Das macht »Le nozze di Figaro« bis heute zum unübertroffenen Meisterwerk der komischen Oper.

Dirigent: Matthias Foremny
Inszenierung: Gil Mehmert
Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Falk Bauer
Aufführung

La Traviata

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten | Libretto von Francesco Maria Piave
nach dem Roman „Die Kameliendame” von Alexandre Dumas

„La Traviata” bildet den Abschluss jener meisterhaften Operntrias, die Verdi in den Jahren 1850-52 schrieb. Wieder hatte er sich von einer Außenseiterfigur inspirieren lassen: Nach dem Narren in „Rigoletto” und der Zigeunerin Azucena im „Trovatore” steht mit der Kurtisane Violetta Valéry eine Gestalt im Zentrum der Oper, deren Charisma das ihrer Vorgänger(innen) noch übertrifft. Die Pariser Halbwelt ist der Ort dieser Geschichte um die ebenso unbedingte wie hoffnungslose Liebe zwischen Alfred Germont und der todkranken Violetta, einer Liebe, die nicht nur von Beginn an mit dem Tod, sondern auch noch mit den Normen bürgerlicher Moral und Familienehre konfrontiert ist.
Doch erst durch Verdis Musik kommen innerhalb der Handlung die großen Themen Liebe, Tod und Moral differenziert zur Geltung. Verdi hat weniger den morbiden Reiz der heiligen Hure, die Leidenschaft des jungen bürgerlichen Liebhabers, die Zwielichtigkeit des Milieus und die Moralität des Vaters komponiert als die Wechselwirkung all dieser Momente. So geht es in seiner populärsten Oper um mehr als um den Leidensweg einer Außenseiterin: Labile psychische Innenwelten und gesellschaftliche Verhältnisse werden auf drastische Weise miteinander konfrontiert.

Dirigent: Andrea Sanguineti
Inszenierung: Andreas Homoki
Bühne: Frank Philipp Schlößmann
Kostüme: Gabriele Jaenecke
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Nabucco

Giuseppe Verdi

Oper in vier Teilen | Text von Temistocle Solera

Mit »Nabucco« gelang Verdi 1842 der Durchbruch als Opernkomponist. Große Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Hass und Wahnsinn hat er in diesem Werk mit beeindruckender Genauigkeit und mitreißender musikalischer Kraft gestaltet. Die Einnahme Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco) setzt eine Kette sich überstürzender Ereignisse in Gang. Der Hohepriester Zaccharia ermutigt das Volk der Hebräer, weiter auf Rettung zu hoffen, da er Nabuccos Tochter und Thronerbin Fenena als Geisel gefangen hält. Fenena aber liebt den Hebräer Ismaele. Auch Abigaille, die andere Tochter Nabuccos, ist in Ismaele verliebt und erhebt Anspruch auf den Thron. Als sie erfährt, dass sie in Wahrheit die Tochter einer Sklavin ist, entreißt sie dem verwirrten Nabucco die Krone und erhebt sich zur Herrscherin der Babylonier. Fenena und die gefangenen Hebrärer will sie töten lassen. In äußerster Not fleht Nabucco den Gott der Hebräer um Hilfe an …

Der Chor »Va, pensiero, sull’ali dorate«, eine der populärsten Musiknummern der Operngeschichte, steht für die Befreiung eines unterdrückten Volkes und ist bis heute so etwas wie die zweite Nationalhymne der Italiener. Er ist nur einer von vielen emotionalen Höhepunkten der Oper. Die höchst dramatische Geschichte wird Dietrich W. Hilsdorf inszenieren, der damit zum vierten Mal an der Oper Leipzig arbeitet.

Dirigent: Marius Stieghorst
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Einstudierung Chor: Thomas Eitler-de Lint

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Große Oper in zwei Aufzügen | Text von Emanuel Schikaneder

Die geniale Mischung aus tragischer Oper, rätselhaftem Zauberspiel und lustigem Volkstheater scheint jegliche Gattungsgrenzen zu sprengen. Mozarts letztes Bühnenwerk ist weisheitsvolle Märchenoper und Welttheater zugleich – an der Schnittstelle von historischen und gesellschaftlichen Umbrüchen. 1791, das Jahr der Uraufführung der »Zauberflöte«, steht schon am Beginn des Übergangs von der Aufklärung in die Romantik. Die Erfahrungen aus der Französischen Revolution spiegeln sich in dieser Oper ebenso wider wie das erwachende künstlerische Interesse an den Nacht- und Schattenseiten der menschlichen Seele, an Verdrängtem, Irrationalem. Wie zwei Seiten einer Medaille stehen sich die Machtsphären von Königin der Nacht und Sarastro gegenüber, welcher Pamina, die Tochter der Königin, entführte, um sie im Sinne seiner Lehren zu erziehen. Mit dem Auftrag, die geliebte Tochter zu befreien, schickt die Königin den Prinzen Tamino in Sarastros Reich, mit ihm den naiven Vogelfänger Papageno. Zauberflöte und Glockenspiel sollen helfen Gefahren zu bannen.

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Ralf Nürnberger
Bühne: Yadegar Asisi
Kostüme: Claudia Rühle
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester
Oper

Der Freischütz

Carl Maria von Weber

Romantische Oper in drei Aufzügen | Text von Johann Friedrich Kind

»Das Ganze schließt freudig« – so endet Webers Bericht über seine neue Oper »Der Freischütz« an seine Braut Caroline Brandt vom März 1817. Doch vor dem vermeintlich glücklichen Ausgang der unheimlichen Geschichte über Versagensängste, gesellschaftliche Zwänge und individuelle Glücksansprüche tun sich Abgründe auf und die Macht des Bösen scheint zu triumphieren. Da ist der Jägerbursche Max, von dessen traditionellem Probeschuss seine ganze bürgerliche Existenz und sein Liebesglück abhängen und der den alleinigen Ausweg im Pakt mit dem Teufel sieht. Diesen Pakt hat Kaspar längst geschlossen, desillusioniert und gezeichnet von Lebenserfahrungen, die einen jungen Menschen überfordern. Und auch die Max versprochene Agathe muss ebenso wie ihr Bräutigam mit der bangen Frage leben: »Verfiel ich in des Zufalls Hand?« Daher versucht auch sie verzweifelt, sich nicht völlig den Irrungen und Wirrungen des Schicksals ausgeliefert zu sehen. Wie bei allen Figuren des Stückes speisen sich auch ihre Ängste aus der Annahme, dass ihr Gott einen wahrhaftigen Gegenspieler hat. Weber hat diese religiös-dämonische Welt, in der alles Tun und Handeln sich scheinbar in einer Verstrickung finsterer Mächte vollzieht, auf einzigartige Weise musikalisch gezeichnet.

»Ins Schwarze getroffen« jubelte Carl Maria von Weber nach der Uraufführung 1821 im Berliner Theater am Gendarmenmarkt. Mit dem »Freischütz« begann der Siegeszug der deutschen romantischen Oper. Denn wie in keinem anderen Werk der Zeit artikulieren sich die Ängste und Sehnsüchte einer ganzen Generation. Für Weber hatte der Aufschrei des Max »Mich umgarnen finstere Mächte« ausschlaggebende Bedeutung sowohl für die Atmosphäre des vielschichtigen Geschehens, als auch für den Klangcharakter der Musik, die schnell höchste Popularität erlangte. Regisseur Christian von Götz und sein Bühnenbildner Dieter Richter gehen mit ihrer Konzeption weit über eine rein psychologische Deutung der Geschichte hinaus und zeigen ein Spiel über Aberglauben und die Ängste der Figuren in einer Welt, in der der Glauben an Gott und Teufel ihr gesamtes Denken und Handeln bestimmt.

Dirigent: Matthias Foremny
Inszenierung: Christian von Götz
Choreografische Assistenz: Verena Hierholzer
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Jessica Karge
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Dramaturgie: Heidi Zippel
Aufführungen / Theater Lofft Leipzig Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Musical Musikalische Komödie Leipzig Leipzig, Dreilindenstraße 30
Aufführungen / Kabarett Kabarett academixer Leipzig Leipzig, Kupfergasse 2
Aufführungen / Cabaret Krystallpalast Varieté Leipzig Leipzig, Magazingasse 4
Aufführungen / Theater Schauspiel Leipzig Leipzig, Bosestraße 1
Aufführungen / Kabarett Kabarett Leipziger Pfeffermühle Leipzig, Katharinenstr. 17 / Kretschmann´s Hof
Aufführungen / Aufführung Theater der Landeshauptstadt Magdeburg Magdeburg, Universitätsplatz 9
Aufführungen / Aufführung Theater Zeitz Zeitz, August-Bebel-Straße 2
Aufführungen / Aufführung Thalia Theater Halle Halle (Saale), Thaliapassage
Kleines Thalia Theater
Aufführungen / Aufführung Thalia Theater Halle Halle (Saale), Kardinal-Albrecht-Straße 6
Großes Thalia Theater
Aufführungen / Kabarett Kabarett Leipziger Brettl im Gambrinus Leipzig, Odermannstraße 12
Kleine Wintergartenbühne
Aufführungen / Kabarett Kabarett academixer Leipzig, Kupfergasse 2
Aufführungen / Konzert jazzclub leipzig Leipzig, PF 100543
Leipziger Jazztage
Aufführungen / Aufführung Kabarett Leipziger Funzel Leipzig, Nikolaistraße 10
Passage "Strohsack"
Aufführungen / Aufführung OPERNHAUS HALLE Halle, Universitäsring 24
Aufführungen / Aufführung Carl-Maria-von-Weber-Theater Bernburg, Schloßstr. 22
Aufführungen / Aufführung freiekammerspiele schauspiel magdeburg Magdeburg, Lothar-Kreyssig-Str. 1
Aufführungen / Aufführung Leipziger Tanztheater Leipzig, Johannes-R.-Becher-Straße 22
Aufführungen / Aufführung CircusVarieté Halle Halle, Gr. Steinstr. 30
Aufführungen / Konzert Mediencampus Villa Ida Leipzig, Poetenweg 28
Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Aufführungen / Kabarett Kabarett Leipziger Brettl Leipzig, Odermannstraße 12
Sachsens kleinste Solo-Bühne
Aufführungen / Oper Oper Leipzig Leipzig, Augustusplatz 12
Aufführungen / Aufführung Kulturhaus Weißenfels Weißenfels, Merseburger Str. 14
Aufführungen / Aufführung Theater der Jungen Welt Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Aufführung Kabarett Leipziger Pfeffermühle gGmbH Leipzig, Katharinenstraße 17
Aufführungen / Konzert Schumann-Haus Leipzig Leipzig, Inselstraße 18