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Oper Leipzig

Die Oper Leipzig bildet das Dach für ein Drei-Sparten-Haus bestehend aus Oper, Leipziger Ballett und der Musikalischen Komödie. Verortet im Opernhaus (Oper & Leipziger Ballett) im Zentrum Leipzigs und im Haus Dreilinden (Musikalische Komödie) im Stadtteil Lindenau, steht sie in der Tradition von mittlerweile fast 320 Jahren Musiktheaterpflege in Leipzig. 1693 wurde das erste Opernhaus am Brühl als drittes bürgerliches Musiktheater Europas nach Venedig und Hamburg eröffnet. Seit 1840 spielt das weltweit renommierte Gewandhausorchester zu allen Vorstellungen der Oper und des Balletts. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Prof. Ulf Schirmer Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Unter seiner musikalischen Leitung rücken insbesondere die Werke Richard Wagners und Richard Strauss’ in den Mittelpunkt des Repertoires. Mit der Ernennung Ulf Schirmers zum Intendanten der Oper Leipzig in der Spielzeit 2011/2012 erhielt die künstlerische Zusammenarbeit von Oper und Gewandhausorchester eine weitere Dimension.

Die Oper Leipzig steht für höchste musikalische und handwerkliche Qualität. Es wird auf aktiv gelebte Ensemblekultur und die Förderung von Nachwuchssängerinnen und -sängern gesetzt. Das Programm reicht in der Breite von Oper, Spieloper, Operette, Musical bis hin zu klassischem und modernem Ballett. Hinzu kommen zahlreiche Angebote und Eigenproduktionen für Kinder, junge Erwachsene und Familien. Die Oper Leipzig ist ein städtischer Eigenbetrieb der Stadt Leipzig und einer der größten mittelständischen Arbeitgeber der Stadt mit über 600 Angestellten. Neben den drei Sparten stehen die Kostüm- und Theaterwerkstätten, die ebenfalls für das Schauspiel Leipzig und das Theater der Jungen Welt arbeiten, unter der Verwaltungshoheit der Oper Leipzig.

Kontakt

Oper Leipzig
Augustusplatz 12
D-04109 Leipzig

Telefon: 0341 - 1261 - 261

 

Vorverkauf:
Mo. - Fr. 10.00 bis 20.00 Uhr,
Sa. 10.00 bis 18.00 Uhr
Tel.: 0341 - 1261 - 261

Anfahrt:
Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 15, 16
Haltestelle Augustusplatz
Ballett

Ballett: Magnificat

von Mario Schröder

Choreografische Uraufführung: 09. Februar 2019

Musik von Johann Sebastian Bach u.a. | Libretto von Thilo Reinhardt

Mit Johann Sebastian Bachs »Magnificat« steht nach der »Johannes-Passion« erneut ein großes Chorwerk des Thomaskantors auf dem Spielplan des Leipziger Balletts. Bach vertonte diesen biblischen Lobgesang der Maria 1723 als erste umfangreiche Komposition für Leipzig und schuf damit ein Werk voll revolutionärer Kraft: Immerhin preist Maria darin jenen Gott, der die Armen und Hungernden aufrichtet, die Reichen und Herrschenden aber entmachtet – »ein hartes, starkes, unerbittliches Lied von stürzenden Thronen und gedemütigten Herren dieser Welt, von Gottes Gewalt und des Menschen Ohnmacht«, wie schon Dietrich Bonhoeffer einst so treffend befand. Zugleich spricht aus dem »Magnificat« aber auch die unumstößliche Hoffnung auf Menschlichkeit und eine gerechtere Welt. Für diese Botschaft bot Bach das gesamte Farbspektrum seiner Musik auf: vom lauten Jubelsang bis hin zum innig-meditativen Gebet.

In seiner choreografischen Uraufführung führt Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder nicht nur seine Auseinandersetzung mit der Bachschen Musik fort, sondern setzt sich zugleich mit dessen künstlerischen Erbe auseinander – denn wie kaum ein anderer inspirierte Bach mit seinem Schaffen die nachfolgenden Generationen bis heute. So bricht Schröder Bachs »Magnificat« in seiner Neuinterpretation ganz bewusst auf und spannt auch musikalisch einen Bogen hinein in die Moderne.

Dirigent: Christoph Gedschold
Choreografie: Mario Schröder
Bühne, Kostüm: Paul Zoller
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Oper

Carmen

Georges Bizet

Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von ­Prosper Mérimée

Für Carmen ist das höchste Gut ihre Freiheit. ­Niemals will sie sich den Zwängen der Gesellschaft unter­werfen. Der angepasste Sergeant Don José ist fasziniert von dieser Frau, die sich einfach nimmt, was sie will. Er gibt alles für sie auf, seine Jugendliebe Micaëla, seine Stellung beim Militär und schließt sich sogar einer Schmugglerbande an. Er ist besessen von Carmen, die schon bald das Interesse an ihm verliert und dem ­todesmutigen Stierkämpfer Escamillo verfällt. José ist verzweifelt und will Carmen zurück, um jeden Preis. Mit seiner »Carmen« gelang Georges Bizet 1875 ein wahrer Coup. Das Stück ist bis heute eine der meist­gespielten Opern aller Zeiten. Betörende Melodien und mitreißende Rhythmen treffen auf eine starke Titel­heldin. Diese stellt das Gegenbild zu den passiven, sich aufopfernden Frauenfiguren dar, die die Opernwelt im 19. Jahrhundert kannte.

Die australische Regisseurin Lindy Hume, die an der Oper Leipzig bereits »Don Pasquale« und »La ­Cenerentola« inszenierte, sieht Carmen nicht als männermordenden Vamp, als der sie oft dargestellt wird, sondern als selbstbestimmte Frau. Sie zieht ­Parallelen zwischen Carmen und Don Giovanni: Beide ­Figuren sind in ihrer Unabhängigkeit ihrer Zeit vor­aus und heißen den Tod als letzte Bekundung ihres unbedingten Freiheitswillens willkommen.

Musikalische Leitung: Matthias Foremny
Inszenierung: Lindy Hume
Bühne, Kostüme: Dan Potra
Kampf-Choreografie: Jochen Schmidtke
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer
Dramaturgie: Nele Winter

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Nabucco

Giuseppe Verdi

Oper in vier Teilen | Text von Temistocle Solera

Mit »Nabucco« gelang Verdi 1842 der Durchbruch als Opernkomponist. Große Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Hass und Wahnsinn hat er in diesem Werk mit beeindruckender Genauigkeit und mitreißender musikalischer Kraft gestaltet. Die Einnahme Jerusalems durch den Babylonierkönig Nebukadnezar (Nabucco) setzt eine Kette sich überstürzender Ereignisse in Gang. Der Hohepriester Zaccharia ermutigt das Volk der Hebräer, weiter auf Rettung zu hoffen, da er Nabuccos Tochter und Thronerbin Fenena als Geisel gefangen hält. Fenena aber liebt den Hebräer Ismaele. Auch Abigaille, die andere Tochter Nabuccos, ist in Ismaele verliebt und erhebt Anspruch auf den Thron. Als sie erfährt, dass sie in Wahrheit die Tochter einer Sklavin ist, entreißt sie dem verwirrten Nabucco die Krone und erhebt sich zur Herrscherin der Babylonier. Fenena und die gefangenen Hebrärer will sie töten lassen. In äußerster Not fleht Nabucco den Gott der Hebräer um Hilfe an …

Der Chor »Va, pensiero, sull’ali dorate«, eine der populärsten Musiknummern der Operngeschichte, steht für die Befreiung eines unterdrückten Volkes und ist bis heute so etwas wie die zweite Nationalhymne der Italiener. Er ist nur einer von vielen emotionalen Höhepunkten der Oper. Die höchst dramatische Geschichte wird Dietrich W. Hilsdorf inszenieren, der damit zum vierten Mal an der Oper Leipzig arbeitet.

Dirigent: Marius Stieghorst
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Renate Schmitzer
Einstudierung Chor: Thomas Eitler-de Lint

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Die Hochzeit des Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Opera buffa in vier Akten | Text von Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais’ Komödie »La folle journée ou Le mariage de Figaro« (1784)

»Ius primae noctis« – auf das Recht der ersten Nacht bei seinen weiblichen Untertanen wollte Graf Almaviva eigentlich verzichten. Allerdings hat es ihm die Kammerzofe Susanna besonders angetan! Und angesichts ihrer bevorstehenden Hochzeit mit seinem Kammerdiener Figaro will der Graf die Annullierung nun widerrufen. Mit allen Mitteln versucht er die Hochzeit zu verhindern, während Susanna und Figaro ihren Freudentag gegen alle Widerstände durchsetzen wollen. Verkleidungen, nächtliche Rendezvous, Fenstersprünge und vorgetäuschte Abreisen treiben die turbulente Handlung vorwärts, in die sich die Figuren willentlich und unwillentlich verstricken.

Mozarts »Le nozze di Figaro« entstand zwischen Herbst 1785 und Frühjahr 1786. Die Vorlage ist Pierre Augustin Caron de Beaumarchais’ gesellschaftskritisches Lustspiel »Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro« vom Vorabend der Französischen Revolution. Ein Stück gegen »Laster, Missbrauch und Willkür unter der Maske der herrschenden Sitte«, das Mozarts genialer Librettist Lorenzo da Ponte in ein Operntextbuch umformte. Uraufgeführt am 1. Mai 1786 an der Hofoper Wien (dem »Alten Burgtheater«), ist »Le nozze di Figaro« in mehrerer Hinsicht ein stilbildendes Werk mit revolutionärer Spannkraft: Mozart prangert darin das gefällige Selbstbild der Aristokratie an, die sich aufgrund ihres Standes für unanfechtbar wähnte. Auch die Musik ist von einer beispiellosen Dramatik: In ihr spiegelt sich nicht nur die seelische Tiefe der Figuren, sondern auch die Doppelbödigkeit des mozartschen Spiels. Das macht »Le nozze di Figaro« bis heute zum unübertroffenen Meisterwerk der komischen Oper.

Musikalische Leitung: Matthias Foremny
Inszenierung: Gil Mehmert
Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Falk Bauer
Co-Bühnenbild: Eva-Maria Van Acker
Lichtdesigner: Andreas Fuchs
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Dramaturgie: Elisabeth Kühne

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Der Barbier von Sevilla

Gioacchino Rossini

Komische Oper in zwei Aufzügen | Libretto von Cesare Sterbini nach der Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Der Mensch, das vernunftbegabte Wesen? Claus Guths Inszenierung ist eine erfrischende Studie über die Wechsel­wirkungen zwischen Mensch und Tier, ein char­mantes Plädoyer für die triebhaft-instinkt-gesteuerten Persönlichkeitsanteile der Gattung Homo sapiens.

Die köstliche Belcanto-Oper entstand nach der gleichnamigen, turbulenten Komödie von Beaumarchais. Das mit einfallsreichen Absur­di­täten und frischer Situationskomik gespickte Libretto inspirierte Rossini zu einer spritzigen Musik mit raffinierten Melodien und lebhaften Rhythmen.

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Regie: Claus Guth
Bühne und Kostüme: Christian Schmidt
Beleuchtung: Georg Boeshenz
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Dramaturgie: Katrin Böhnisch

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Kinderprogramm

Knusper, Knusper, Knäuschen

Engelbert Humperdinck

»Hänsel und Gretel« in einer Fassung für junge Zuschauer
Märchenoper in drei Bildern | Text von Adelheid Wette | Für Kinder ab 6 Jahren

»Hänsel und Gretel mobil« – Engelbert Humperdincks berühmte Märchenoper in der Bearbeitung von Rainhard Leuscher, mit Dialogen und in der Inszenierung von Gundula Nowack – steht auch auf dem Spielplan des Konzertfoyers. Ganz anders als in der großen Aufführung auf der Opernbühne erleben die Kinder hautnah das Zusammenwirken des Gewandhausorchesters und der Opernsolisten und können den Dirigenten direkt bei der Arbeit beobachten. Und nicht zuletzt ist es für die Kinder spannend zu erleben, was sich auch die Mitarbeiter der Bühnentechnik alles überlegt haben, um sie in eine zauberhafte Theaterwelt zu entführen, die als Zeitreise in die Entstehungszeit der Oper führt.

Dirigent: Alden Gatt
Inszenierung: Gundula Nowack
Bühne: Norman Heinrich
Kostüme: Sven Bindseil
Dramaturgie: Heidi Zippel
Kinderprogramm

Ballett: Der Karneval der Tiere

Camille Saint-Saëns

Ballett nach Musik von Camille Saint-Saëns (Der Karneval der Tiere, Grande fantaisie zoologique, Suite für Kammerorchester) | Für Kinder ab 5 Jahren

»Der Karneval der Tiere« ist das wohl bekannteste Werk des bereits zu Lebzeiten legendären französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Komponiert für Kammerorchester und zwei Klaviere und zunächst auch nicht explizit für Kinder gedacht, gelang dem Komponisten ein beeindruckendes Werk mit besonderem Charme. Camille Saint-Saëns liebte den musikalischen Spaß. Es ging ihm in den 14 Musikstücken weniger um eine Darstellung von Tieren, als vielmehr um eine Auseinandersetzung mit der Musik seiner Zeit. Somit kann man den »Karneval der Tiere« auch als einen »Maskenzug« bezeichnen, bei dem der Komponist seine Zeitgenossen und sich selbst humorvoll zitiert. Denn neben diversen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen zählen ironischerweise auch die Fossilien und die Pianisten zu den porträtierten Tieren, es gibt zahlreiche Zitate und Anspielungen auf eigene Werke und solche von Zeitgenossen. Zu Lebzeiten erlaubte der Komponist lediglich drei Aufführungen. Nur für die berühmte Primaballerina Anna Pawlowa gab er den »Schwan« frei, der unter dem Titel »Der sterbende Schwan« weltberühmt wurde. Nach dem Tode des Komponisten eroberte »Der Karneval der Tiere« die Konzertsäle der Welt und die Herzen großer und kleiner Zuhörer.

Dirigent: Tobias Engeli
Choreografie, Inszenierung, Kostüme: Bjarte Emil Wedervang Bruland
Musikalische Stückeinführung: Christina Geißler
Oper

Tosca

Giacomo Puccini

Oper in drei Akten | Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem gleichnamigen Drama von Victorien Sardou

Der Vorhang hebt sich und die gesamte Bühne ist in ein Lichtermeer aus tausend brennenden Kerzen getaucht. Der Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema setzt Puccinis überbordender Musik spektakuläre Bühnenbilder entgegen, die den Zuschauer hineinziehen in die schillernden Verwicklungen von Liebe und Macht, Kirche und Staat in Rom um 1800. Puccinis »Tosca« an der Oper Leipzig ist ein spannender Opernkrimi im Spielfilm-Format und ein wahres Sängerfest!

Kaum eine Oper ist so im zeitlichen Kontinuum der Geschichte verankert wie Giacomo Puccinis »Tosca«. Die Handlung spielt im Rom des ausgehenden 18. Jahrhunderts. In dieser Stadt begegnen sich geistliche und weltliche Macht, Kirchenstaat und Polizeistaat auf eine frappierende Art und Weise. Architektonischer Ausdruck dieser Verbindung sind Bauwerke wie die Kirche St. Andrea della Valle, der Palazzo Farnese oder die Engelsburg, die bis heute das Gesicht der Ewigen Stadt prägen. Sie sind zugleich die Schauplätze für Puccinis Oper. Je mehr sich Puccini auf der Oberfläche um detailgetreuen Realismus bemüht, umso stärker sind seine Protagonisten getrieben von heftigen Leidenschaften und großem Pathos. Perfekt spielt Puccini in seiner Oper auf der Klaviatur der Gefühle, lässt die Zuschauer mitfühlen mit der Operndiva Tosca, deren Liebe zu Cavaradossi auf Grund der politischen Umstände zum Scheitern verurteilt ist.

Dirigent: Christoph Gedschold
Inszenierung: Michiel Dijkema
Bühne: Michiel Dijkema
Kostüme: Claudia Damm
Einstudierung Chor: Alessandro Zuppardo
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Rigoletto

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten | Text von Francesco Maria Piave nach dem Versdrama »Le roi s’amuse« (1832) von Victor Hugo

»Der König will sich amüsieren«, so die freie Übersetzung von Victor Hugos berühmter Vorlage zu Giuseppe Verdis noch populärerer Oper »Rigoletto«. Zum persönlichen Amüsement des Herzogs von Mantua und dessen dekadenter Hofgesellschaft ist dem buckligen Hofnarren Rigoletto jedes Mittel recht. In vorauseilendem Gehorsam bedient der Außenseiter das Bedürfnis nach abgeschmackter Unterhaltung, ohne davor zurückzuschrecken, seinem vergnügungssüchtigen Geldgeber die Töchter der vornehmen Gesellschaft auf dem Silbertablett zu präsentieren. Zu Hause gibt er sich als treu sorgender Familienvater, der seine Tochter Gilda strengstens vor den Abgründen der bösen Welt abschirmt. Doch als sich Gilda in den Herzog von Mantua – in Gestalt eines jungen Studenten – verliebt, wird Rigoletto seine Doppelexistenz zum Verhängnis. Die leichtsinnig-draufgängerische Canzone des Herzogs (»La donna è mobile«) verwandelt sich für ihn zur Todes verkündenden Schicksalsmelodie.
Als Regisseur des Lübecker »Ring des Nibelungen« zog Anthony Pilavachi zuletzt deutschlandweit die Aufmerksamkeit von Publikum und Presse gleichermaßen auf sich. Jetzt inszeniert er zum Verdi-Jahr für Leipzig einen Teil der so genannten »Trilogia popolare«.

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Anthony Pilavachi
Bühne, Kostüme: Tatjana Ivschina
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Herrenchor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Turandot

Giacomo Puccini

Oper in drei Akten in der von Franco Alfano ergänzten Fassung

Das Kaiserreich ist in Lethargie erstarrt. Ursache ist Prinzessin Turandot, die sich durch ein selbst auferlegtes Gelübde jedem entzieht, der um sie wirbt. Nur wer ihre geheimnisvollen drei Rätsel zu lösen imstande ist, erhält ihre Hand. Wer fehlt, landet auf dem Schafott. Die Masse ist ebenso paralysiert von der geheimnisvollen Ausstrahlung der Prinzessin wie sensationslüstern nach der nächsten öffentlichen Hinrichtung. Wagemutig wirft ein unbekannter Prinz seinen Kopf in den Ring. Er ignoriert die Warnungen seines Vaters Timur, der gemeinsam mit der Sklavin Liù im Kaiserreich gefangen gehalten wird, und stellt sich der Herausforderung. Nachdem er die drei Rätsel gelöst hat, legt er erneut sein Leben in die Hände der Prinzessin und gibt ihr umgekehrt das Rätsel nach seinem Namen auf. Eine Nacht lang ist das ganze Volk in heller Aufregung, um den Namen des unbekannten Prinzen herauszufinden: »Nessun dorma (Keiner schlafe!)«.

Ausgerechnet der letzten Oper Puccinis, dessen Werke immer durch ganz konkrete Milieus geprägt waren, liegt eine Märchenhandlung zugrunde. Hinter der Folie des Märchens zeichnet sich jedoch ein vollkommen neues Rollenbild ab. Stellvertretend für die Opernheldin des 19.  Jahrhunderts lässt Puccini die Sklavin Liù den freiwilligen Opfertod für den Mann sterben. Im entscheidenden Moment ist sie nicht bereit, den Namen des Prinzen zu verraten. Auf der anderen Seite erleben wir Turandot und Calaf nach den überstandenen Prüfungen als verwandelte Menschen. Vom Dunkel ins Licht, von der Nacht zum Tag, das ist die Metaphorik, die die Oper auch musikalisch durchzieht. Sie wechselt von düsterer Beklommenheit zu orgiastischer Emphase, von unterdrückter Sehnsucht nach Liebe zu überbordender Strahlkraft. Regie führt Balázs Kovalik, der im Juni 2014 mit seiner Produktion von Richard Strauss’ »Frau ohne Schatten« für einen Sensationserfolg gesorgt hat.

Dirigent: Felix Bender
Inszenierung: Balázs Kovalik
Bühne: Heike Scheele
Kostüme: Sebastian Ellrich
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer

In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Der Freischütz

Carl Maria von Weber

Romantische Oper in drei Aufzügen | Text von Johann Friedrich Kind

»Das Ganze schließt freudig« – so endet Webers Bericht über seine neue Oper »Der Freischütz« an seine Braut Caroline Brandt vom März 1817. Doch vor dem vermeintlich glücklichen Ausgang der unheimlichen Geschichte über Versagensängste, gesellschaftliche Zwänge und individuelle Glücksansprüche tun sich Abgründe auf und die Macht des Bösen scheint zu triumphieren. Da ist der Jägerbursche Max, von dessen traditionellem Probeschuss seine ganze bürgerliche Existenz und sein Liebesglück abhängen und der den alleinigen Ausweg im Pakt mit dem Teufel sieht. Diesen Pakt hat Kaspar längst geschlossen, desillusioniert und gezeichnet von Lebenserfahrungen, die einen jungen Menschen überfordern. Und auch die Max versprochene Agathe muss ebenso wie ihr Bräutigam mit der bangen Frage leben: »Verfiel ich in des Zufalls Hand?« Daher versucht auch sie verzweifelt, sich nicht völlig den Irrungen und Wirrungen des Schicksals ausgeliefert zu sehen. Wie bei allen Figuren des Stückes speisen sich auch ihre Ängste aus der Annahme, dass ihr Gott einen wahrhaftigen Gegenspieler hat. Weber hat diese religiös-dämonische Welt, in der alles Tun und Handeln sich scheinbar in einer Verstrickung finsterer Mächte vollzieht, auf einzigartige Weise musikalisch gezeichnet.

»Ins Schwarze getroffen« jubelte Carl Maria von Weber nach der Uraufführung 1821 im Berliner Theater am Gendarmenmarkt. Mit dem »Freischütz« begann der Siegeszug der deutschen romantischen Oper. Denn wie in keinem anderen Werk der Zeit artikulieren sich die Ängste und Sehnsüchte einer ganzen Generation. Für Weber hatte der Aufschrei des Max »Mich umgarnen finstere Mächte« ausschlaggebende Bedeutung sowohl für die Atmosphäre des vielschichtigen Geschehens, als auch für den Klangcharakter der Musik, die schnell höchste Popularität erlangte. Regisseur Christian von Götz und sein Bühnenbildner Dieter Richter gehen mit ihrer Konzeption weit über eine rein psychologische Deutung der Geschichte hinaus und zeigen ein Spiel über Aberglauben und die Ängste der Figuren in einer Welt, in der der Glauben an Gott und Teufel ihr gesamtes Denken und Handeln bestimmt.

Dirigent: Matthias Foremny
Inszenierung: Christian von Götz
Choreografische Assistenz: Verena Hierholzer
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Jessica Karge
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Dramaturgie: Heidi Zippel
Ballett

Johannes-Passion

Mario Schröder / Johann Sebastian Bach

Obwohl das Werk eigentlich zur konzertanten Aufführung konzipiert wurde, drängt sich aufgrund des großen dramatischen Potentials der Musik eine szenische Darstellung geradezu auf. Zahlreiche Regisseure und Choreografen haben sich des Werkes bereits angenommen. Zum Reformationsjahr wird auch Mario Schröder, der Chefchoreograf des Leipziger Balletts, das Stück mit seiner einzigartigen choreografischen Handschrift einer Neudeutung unterziehen und die Komplexität und Vielschichtigkeit der Bachschen Musik­sprache in Bewegung übersetzen.

Johann Sebastian Bachs »Johannes-Passion« stellt ­eines der bedeutendsten Werke des Komponisten dar. Die Oratorische Passion, die 1724 in der Leipziger Nikolai­kirche uraufgeführt wurde, bildet neben der »Matthäus-Passion« das einzige vollständig erhaltene Werk dieser Gattung von Bach. Erzählt wird die bekan­nte Geschichte um die letzten leidensvollen Tage im Leben Jesu Christi: das letzte Abendmahl, die Verleugnung durch Petrus, der Verrat durch Judas, die Verurteilung durch Pontius Pilatus, die Folter und die Kreuzi­gung. Die rezitativisch gesungenen Texte aus dem Johannes-Evangelium werden ergänzt durch kunstvolle Arien und Chöre, die teils das Geschehen kommentieren und teils zum kontemplativen Innehalten und Nachsinnen einladen.

Dirigent: Christoph Gedschold
Choreografie: Mario Schröder
Bühne, Kostüme: Paul Zoller
Dramaturgie: Thilo Reinhardt
Choreinstudierung: Alexander Stessin
Oper

Salome

Richard Strauss

Musikdrama in einem Aufzug

Uraufgeführt im Jahre 1905, bildet der Geniestreich »Salome« den Auftakt zu Richard Strauss’ großen Opernerfolgen. Nach Oscar Wildes aufsehenerregender Tragödie komponierte er ein Musikdrama voller entfesselter Leidenschaft, dessen weltweiten Sensationserfolg auch die Aufführungsverbote prüder Zensoren nicht verhindern konnten. Einen der skandalträchtigsten Stoffe der Jahrhundertwende, der ursprünglich auf einer Geschichte aus dem Neuen Testament basiert, hat Strauss zu einem musikalischen Porträt des Unbewussten geformt, das den Widerstreit zwischen Sinnlichkeit und Askese, Rausch und Einsamkeit, Macht und Eros thematisiert.

Die judäische Prinzessin Salome lebt am dekadenten Hof ihrer Mutter Herodias und ihres Stiefvaters Herodes. Wie aus einer anderen Welt dringt die Stimme des asketischen Propheten Jochanaan zu ihr, den das Herrscherpaar gefangen hält. Ausgerechnet auf den Mann, dem die Versuchungen dieser Welt nichts anhaben können, projiziert Salome ihr sinnliches Verlangen. Als er sich voller Verachtung von ihr abwendet, reift in ihr ein Plan: Sie wird ihre Reize einsetzen, um, wenn schon nicht den Mann, so doch seinen abgeschlagenen Kopf zu gewinnen. Ihr Schlussmonolog, der eigentlich ein Dialog mit dem toten Haupt des Propheten ist, gerät zu einem großen ekstatischen und zugleich tragischen Liebesgesang: »Hättest du mich angesehn, Jochanaan, du hättest mich geliebt.«

Nie zuvor hat ein Komponist Begierde, Leidenschaft und Rache so aufregend in Musik umgesetzt. Mit neuartigen, aufreizenden Klangvisionen gießt Strauss den Gefühlssturm und die seelischen Abgründe der Titelfigur in schillernde Musik, welche die erotisch aufgeladene Atmosphäre von Salomes Schleiertanz genauso eindringlich einfängt wie das ernste Pathos von Jochanaans Anklagen – ein rauschender Tanz in den Abgrund, der bis heute nichts von seiner gleichermaßen faszinierenden wie verstörenden Kraft verloren hat.

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Aron Stiehl
Bühne, Kostüm: Rosalie
Künstlerischer Mitarbeiter: Rosalie Thomas Jürgens
Dramaturgie: Elisabeth Kühne
Oper

Der Rosenkavalier

Richard Strauss

Komödie für Musik in drei Aufzügen | Text von Hugo von Hofmannsthal

Den Abschied von einer ganzen Epoche voraus­ahnend, beschwören Dichter und Komponist das Wien der Zeit Maria Theresias aus der ironischen Perspektive des ­beginnenden 20. Jahrhunderts herauf. Die Inszenierung spielt detail­getreu, aber nicht ohne doppelten Boden, mit der Optik des Rokoko.

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Alfred Kirchner
Bühne: Marcel Keller
Kostüme: Joachim Herzog
Einstudierung Chor: Thomas Eitler-de Lint
Einstudierung Kinderchor: Sophie Bauer

Spieldauer: ca. 4 Stunden | Zwei Pausen
Oper

Elektra

Richard Strauss

Tragödie in einem Aufzug | Text von Hugo von Hofmannsthal nach Sophokles | Koproduktion mit Det Kongelige Teater, Kopenhagen

Den Kindern Elektra und Orest ist die Rache am Tod des Vaters Agammemnon aufgegeben. Agammemnon wurde nach seiner Heimkehr von seiner Frau Klytämnestra im Bad erschlagen, weil sie ihm die Opferung der Tochter Iphigenie nicht verzeihen konnte. In diesen Zeiten des Krieges und der Menschenopfer zeugen Verrat und Verwandtenmord immer neue Blutrache.

Richard Strauss’ »Elektra« ist großes antikes Mythen­drama und Familientragödie in einem. Die Musik mit einem bis zu diesem Zeitpunkt einzigartigen Orchester­apparat entwickelt durch ihre berauschende Expressivität eine überwältigende Sogkraft.

Musikalische Leitung: Ulf Schirmer
Inszenierung: Peter Konwitschny
Bühne, Kostüme: Hans-Joachim Schlieker
Lichtdesign: Manfred Voss
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint
Oper

Don Carlo

Giuseppe Verdi

Dramma lirico in vier Akten

Der spanische Infant Don Carlo steht am Rande der Verzweiflung: Er liebt die französische ­Königstochter Elisabeth von Valois, die aus politischen Gründen ­jedoch seinen Vater König Philipp II. heiraten musste – aus der versprochenen Braut wird unversehens ­Carlos Stiefmutter. Halt findet er in den humanistischen Ideen seines Jugendfreundes Marquis von Posa, der Carlo für den Freiheitskampf des von Spanien ­unterdrückten Flanderns gewinnt. Als der Thron­folger öffent­lich gegen die rigorose Machtpolitik seines ­Vaters rebelliert, kommt es zum Eklat. Vergebens opfert sich Posa für Carlo: Der König überantwortet seinen Sohn dem eigentlichen Machthaber im Land, der Heiligen Inquisition.

In seiner wohl düstersten Oper entwirft Verdi nach Schillers gleichnamigem Drama eine klaustropho­bische Welt, in der Liebe und Gefühl vor dem Hinter­grund eines kompromisslosen Machtsystems und ­fanatischer Religiosität zum Scheitern verurteilt sind. Keine andere Oper hat Verdi so häufig redigiert wie »Don Carlo«, insgesamt erstellte er nicht weniger als sieben Versionen. In Leipzig erklingt die vieraktige Mailänder Fassung, in der Verdi die Protagonisten mit unerreichter psychologischer Sensibilität gestaltet. Regisseur Jakob Peters-Messer zeichnet in seiner Insze­nierung ein kafkaeskes Labyrinth der Zwänge, das ­unweigerlich in die Katastrophe führt – Freiheit heißt letztlich nur der Tod.

Dirigent: Felix Bender
Inszenierung: Jakob Peters-Messer
Bühne: Markus Meyer
Kostüme: Sven Bindseil
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ballett

Beethoven / Ravel

Siebente Symphonie / Tu Tu / Geschöpfe

3-teiliger Ballettabend von Uwe Scholz, Stanton Welch AM und Mario Schröder | Musik von Ludwig van Beethoven, Maurice Ravel u. a.

Leipzig feiert das 25. Jubiläum seiner Städtepartner­schaft mit Houston – das Leipziger Ballett feiert mit! Daher treffen in diesem Ballettabend prägende ­choreografische Handschriften der beiden Städte ­aufeinander. Uwe Scholz, der lange als Leipziger Ballett­direktor wirkte, kreierte 1991 das Stück »­Siebente ­Symphonie«. Anders als bei seinen Vorgänger­sinfonien hielt Beethoven sich bei der siebten an keiner außer­musikalischen Idee fest, sondern schuf »Musik pur«. Diese Idee griff Scholz auf und gab sich ganz der ­musikalischen Poesie hin, ohne je der Versuchung zu erliegen, eine Handlung erzählen zu wollen. Bühne und Kostüme basieren auf dem farbenfrohen abstrakten Gemälde »Beta Kappa« von Morris Louis.

Dem steht das Ballettstück »Tu Tu« von Stanton Welch, dem Künstlerischen Direktor des Houston Ballets, ­gegenüber. Zu Ravels Klavierkonzert G-Dur, in dem der Komponist Jazz- und Blues-Elemente aufgreift, tummeln sich die Tänzer in knallbunten ­Tutus in einer humorvollen und sinnlichen Choreografie auf der Bühne. Welch greift auf das klassische Schrittrepertoire zurück, versieht dieses jedoch durch gekonnte Überstilisierung mit einem kleinen Augenzwinkern.

Abgerundet wird der Abend durch eine Urauf­führung von Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder.

Dirigent: Moritz Gnann
Choreografie, Bühne, Kostüme: Uwe Scholz
Choreografie: Stanton Welch
Choreografie: Mario Schröder
Kostüme: Holly Hynes
Bühne, Kostüm: Paul Zoller
Aufführung

La Traviata

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten | Libretto von Francesco Maria Piave
nach dem Roman „Die Kameliendame” von Alexandre Dumas

„La Traviata” bildet den Abschluss jener meisterhaften Operntrias, die Verdi in den Jahren 1850-52 schrieb. Wieder hatte er sich von einer Außenseiterfigur inspirieren lassen: Nach dem Narren in „Rigoletto” und der Zigeunerin Azucena im „Trovatore” steht mit der Kurtisane Violetta Valéry eine Gestalt im Zentrum der Oper, deren Charisma das ihrer Vorgänger(innen) noch übertrifft. Die Pariser Halbwelt ist der Ort dieser Geschichte um die ebenso unbedingte wie hoffnungslose Liebe zwischen Alfred Germont und der todkranken Violetta, einer Liebe, die nicht nur von Beginn an mit dem Tod, sondern auch noch mit den Normen bürgerlicher Moral und Familienehre konfrontiert ist.
Doch erst durch Verdis Musik kommen innerhalb der Handlung die großen Themen Liebe, Tod und Moral differenziert zur Geltung. Verdi hat weniger den morbiden Reiz der heiligen Hure, die Leidenschaft des jungen bürgerlichen Liebhabers, die Zwielichtigkeit des Milieus und die Moralität des Vaters komponiert als die Wechselwirkung all dieser Momente. So geht es in seiner populärsten Oper um mehr als um den Leidensweg einer Außenseiterin: Labile psychische Innenwelten und gesellschaftliche Verhältnisse werden auf drastische Weise miteinander konfrontiert.

Dirigent: Enrico Calesso
Inszenierung: Andreas Homoki
Bühne: Frank Philipp Schlößmann
Kostüme: Gabriele Jaenecke
Choreinstudierung: Thomas Eitler-de Lint

In Originalsprache. Mit deutschen Übertiteln
Oper

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Große Oper in zwei Aufzügen | Text von Emanuel Schikaneder

Die geniale Mischung aus tragischer Oper, rätselhaftem Zauberspiel und lustigem Volkstheater scheint jegliche Gattungsgrenzen zu sprengen. Mozarts letztes Bühnenwerk ist weisheitsvolle Märchenoper und Welttheater zugleich – an der Schnittstelle von historischen und gesellschaftlichen Umbrüchen. 1791, das Jahr der Uraufführung der »Zauberflöte«, steht schon am Beginn des Übergangs von der Aufklärung in die Romantik. Die Erfahrungen aus der Französischen Revolution spiegeln sich in dieser Oper ebenso wider wie das erwachende künstlerische Interesse an den Nacht- und Schattenseiten der menschlichen Seele, an Verdrängtem, Irrationalem. Wie zwei Seiten einer Medaille stehen sich die Machtsphären von Königin der Nacht und Sarastro gegenüber, welcher Pamina, die Tochter der Königin, entführte, um sie im Sinne seiner Lehren zu erziehen. Mit dem Auftrag, die geliebte Tochter zu befreien, schickt die Königin den Prinzen Tamino in Sarastros Reich, mit ihm den naiven Vogelfänger Papageno. Zauberflöte und Glockenspiel sollen helfen Gefahren zu bannen.

Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Ralf Nürnberger
Bühne: Yadegar Asisi
Kostüme: Claudia Rühle
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester
Ballett

Schwanensee

Peter I. Tschaikowski

Wie kein anderes Werk gilt »Schwanensee« heute als Inbegriff der europäischen Tanztradition. ­Dabei erhielt das Ballett bei seiner Uraufführung 1877 zunächst nur wenig Beifall und sollte erst 18 Jahre ­später in der Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow seine beispiellose Erfolgsgeschichte antreten. Es ist die unsterbliche Geschichte rund um die Schwanen­prinzessin Odette, weibliches Urbild ätherischer Zartheit und Verletzlichkeit, ihrer schwarzen Gegenspielerin Odile, Inkarnation von Sinnlichkeit und Verführung, und der Liebe eines Mannes, der von beiden Welten in Bann gezogen wird. Odette kann nur durch die wahre Liebe vom Fluch ihrer Schwa­nen­­gestalt erlöst werden.

Für seine Interpretation des Schwanenmythos macht Mario Schröder Tschaikowskis Meisterwerk in seiner Zeitlosigkeit erlebbar und thematisiert die Sehnsucht nach Liebe und Wahrhaftigkeit ebenso wie die Ver­suchungen von Begierde und Rausch.

Dirigent: Giedrė Šlekytė
Choreografie: Mario Schröder
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Aleksandar Noshpal
Oper

Lucia di Lammermoor

Gaetano Donizetti

Oper in drei Akten

Zwei Liebende als Opfer zweier verfeindeter Familien, so hat der berühmte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki einmal am Beispiel von Shakespeares »Romeo und Julia« das Ur-Schema fast aller Liebestragödien auf der Theaterbühne der Neuzeit beschrieben. Die italienische Oper des 19. Jahrhunderts fügte dem Ganzen das Motiv des Wahnsinns hinzu, das den ausschließlich weiblichen Protagonistinnen Anlass für schwindelerregende Koloraturarien bietet. Exemplarisch dafür ist Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor, die zwischen den Jahrhunderte währenden Familienfehden schottischer Clans zerrieben wird. Lucia lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Enrico auf dem unrechtmäßig erworbenen Schloss Ravenswood. Enrico steht gesellschaftlich unter Druck und möchte seine Schwester zur Wiederherstellung seiner eigenen Reputation günstig verheiraten. Doch Lucia liebt ausgerechnet den Erzfeind der Familie, Edgardo di Ravenswood. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten tötet sie Lord Arturo Bucklaw im Brautgemach. Die Gesellschaft erklärt sie für wahnsinnig.

Lange vor der Erforschung der menschlichen Psyche gerät Donizetti die seismografisch genaue Darstellung innerer Zustände mit musikalischen Mitteln. Belcanto bedeutet daher mehr als einfach nur Schöngesang. Der schauerlich-schöne Gesang steigert unsere Empathie mit den Protagonisten, so dass sich am Ende für uns die Frage stellt, wer hier eigentlich dem Wahnsinn verfallen ist, die empfindsame Seele, die in ihrer absoluten Ausweglosigkeit einen Mord begeht, oder die sie umgebende Gesellschaft, die alle persönlichen Gefühle unterdrückt und skrupellos die eigenen Interessen verfolgt.

Die Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach ist seit ihrer Jugend großer Opernfan und hat bereits an Häusern wie der Deutschen Oper Berlin oder dem Opernhaus Zürich als Regisseurin von komischen Opern reüssiert. Jetzt inszeniert sie erstmalig an der Oper Leipzig einen tragischen Opernklassiker.

Dirigent: Anthony Bramall
Inszenierung: Katharina Thalbach
Bühne: Momme Röhrbein
Kostüme: Angelika Rieck
Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo
Dramaturgie: Christian Geltinger

In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln
Aufführungen Lofft Leipzig Leipzig, Lindenauer Markt 21
Aufführungen / Musical Musikalische Komödie Leipzig Leipzig, Dreilindenstraße 30
Aufführungen / Kabarett Kabarett academixer Leipzig Leipzig, Kupfergasse 2
Aufführungen / Varieté Krystallpalast Varieté Leipzig Leipzig, Magazingasse 4
Aufführungen / Theater Schauspiel Leipzig Leipzig, Bosestraße 1
Aufführungen / Tanz Gregor Seyffert Compagnie Dessau Dessau, Friedensplatz 1a
Aufführungen / Theater Anhaltisches Theater Dessau Dessau, Friedensplatz 1a
Aufführungen / Kabarett Kabarett Leipziger Pfeffermühle Leipzig, Katharinenstr. 17 / Kretschmann´s Hof
Aufführungen / Theater Theater der Landeshauptstadt Magdeburg Magdeburg, Universitätsplatz 9
Aufführungen / Theater Theater Zeitz Zeitz, August-Bebel-Straße 2
Aufführungen / Theater Thalia Theater Halle Kleines Thalia Theater Halle, Thaliapassage
Aufführungen / Theater Thalia Theater Halle Großes Thalia Theater Halle, Kardinal-Albrecht-Str. 6
Aufführungen / Kabarett Kabarett academixer Leipzig, Kupfergasse 2
Aufführungen / Konzert jazzclub leipzig Leipziger Jazztage Leipzig, PF 100543
Aufführungen / Oper OPERNHAUS HALLE Halle, Universitäsring 24
Aufführungen / Theater Carl-Maria-von-Weber-Theater Bernburg, Schloßstr. 22
Aufführungen / Aufführung freiekammerspiele schauspiel magdeburg Magdeburg, Lothar-Kreyssig-Str. 1
Aufführungen / Theater Leipziger Tanztheater Leipzig, Johannes-R.-Becher-Straße 22
Aufführungen / Aufführung CircusVarieté Halle Halle, Große Steinstr. 30
Aufführungen / Konzert Mediencampus Villa Ida Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Leipzig, Poetenweg 28
Aufführungen / Aufführung Kulturhaus Weißenfels Weißenfels, Merseburger Str. 14
Aufführungen / Theater Theater der Jungen Welt Leipzig, Lindenauer Markt 21