Centraltheater
Spielzeit 2009/10
Die Nacht, die Lichter
Von Clemens Meyer
Uraufführung: 25.03.2010
„Die Nacht ist fast vorbei, und wir laufen durch die Straßen, und ich blicke auf die Lichter und dann auf sie, aber meistens auf die Lichter, denn sie ist genauso schön wie früher, als wären wir immer noch fünfzehn, sechzehn … und irgendwie ist ein Teil von damals noch in ihr, und wir laufen durch die leeren Straßen und bleiben vor Schaufensterscheiben stehen und erzählen so dies und das.“ Da ist die Stadt. Da ist die Nacht. Im Aufflackern der halbblinden Neonreklame eine Gestalt. Im nächsten Moment ist sie verschwunden. Nur noch ein Hund trottet träge um die nächste Ecke. Stille. Ein Bahndamm. Der letzte Zug aus der Hauptstadt rattert vorbei. In den erleuchteten Fenstern vereinzelt Reisende. Vierundzwanzig Bilder in der Sekunde. Will man eine Stadt verstehen, dann muss man sich ihr vom Rand her nähern. Erst da, wo die Städte ausfransen, begegnet man jener Wirklichkeit, wie sie in den Hochglanzzentren kaum wahrzunehmen ist; einer Wirklichkeit, wie sie Clemens Meyer immer wieder in seinen Erzählungen fasst und uns nahebringt. Es sind Menschen in Hotels, auf der Reise oder in der Einsamkeit daheim. Menschen in Zwischenwelten, die scheinbar verloren durchs Leben straucheln, auf der ewigen Suche nach dem kleinen Glück, nach Liebe, nach Hoffnung. Menschen, wie sie Clemens Meyer meisterhaft in seinem preisgekrönten Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ beschreibt.
Johannes Kirsten
mit Anna Blomeier, Martin Brauer, Artemis Chalkidou, Edgar Eckert, Manuel Harder, Andreas Keller, Hagen Oechel
Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Wolf Gutjahr
Kostüme: Hildegard Altmeyer
Licht: Carsten Rüger
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Ort:
Centraltheater
Termine:
Do, 25.3.2010, 19:30 | Uraufführung |
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Sa, 27.3.2010, 19:30 |
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Do, 1.4.2010, 19:30 |
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Sa, 17.4.2010, 19:30 |
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Do, 29.4.2010, 19:30 |
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Oscar. Ein Missverständnis in drei Akten
von Claude Magnier
Premiere: Fr, 09.04.2010
Es war eine der Paraderollen von Louis de Funès, auf der Bühne wie auch im gleichnamigen Film. Und da fängt das Missverständnis schon an: wenn ein Stück nicht nach seiner Hauptfigur benannt wird, sondern nach dem Chauffeur OSCAR, der schon vor drei Tagen entlassen wurde – also gar nicht mehr zur Familie gehört. De Funès spielte natürlich nicht den Chauffeur, sondern die Hauptrolle: den Seifenfabrikanten Pierre Barnier, dessen Familie an nur einem Tag im Chaos versinkt. Quasi noch im Morgenmantel, hat das Familienoberhaupt bereits den Überblick verloren: zum Beispiel über seine Finanzen. Oder welchen Mann seine Tochter heiraten will, oder welcher Mann seine uneheliche Tochter heiraten will. Seine vielleicht schwangere Tochter? Oder in welchem Koffer nun das Geld ist. Geld! In OSCAR wird nicht nur emotional erpresst, es geht um Millionen. Und: Der Chauffeur gehört doch zur Familie! Und: Unterschätze nie deine Angestellten! OSCAR ist eine rasante Boulevardkomödie – mit Erpressung, Unterschlagung, Verwechslung, plus jenem großbürgerlichen Dünkel, der geradezu zum Scheitern einlädt. Hier treibt der schnöde Mammon wilde Blüten am Stammbaum einer besseren Familie. So schnell, dass selbst ein Seifenfabrikant ins Schlingern gerät … Tempo, Hybris und das allgegenwärtige Missverständnis bohnern hier das gesellschaftliche Parkett … „Nein! … Doch! … Oh!“ Nach seinen großen Erfolgen als Schauspieler und Filmemacher arbeitet Herbert Fritsch als Theaterregisseur seit einigen Jahren unbeirrt daran, die Boulevardkomödie in der Hochkultur salonfähig zu machen. Er arbeitet schwer, dass es gnadenlos leicht aussieht!
Anja Nioduschewski
mit Janine Kreß, Thomas Lawinky, Paul Matzke, Emma Rönnebeck, Sarah Sandeh, Hans Schenker, Holger Stockhaus, Barbara Trommer, Henrike von Kuick
Regie / Bühne: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Anja Nioduschewski
Ort:
Centraltheater
Termine:
Fr, 9.4.2010, 19:30 | Premiere |
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Mi, 14.4.2010, 19:30 |
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Sa, 24.4.2010, 19:30 |
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Medea
Euripides
Kaum eine andere Frau hat Dichter und Künstler über die Jahrhunderte so berührt und zu immer neuen Auslegungen inspiriert wie MEDEA. Sie ist eine der großen Frauengestalten der Dramenliteratur, deren Erfolg untrennbar mit ihren Interpretinnen verbunden ist – Anna Magnani, Diane Lane, Isabelle Huppert oder Maria Callas in Pier Paolo Pasolinis epochaler Verfilmung. Am Centraltheater übernimmt jetzt Sophie Rois die Rolle der Zauberin in einer Neubearbeitung des antiken Mythos.
Seit Euripides gilt MEDEA als Inbegriff für alles Fremde, Unbegreifliche, Grausame. Der ungesühnte Mord an ihren Kindern dient als Synonym für ihre barbarische Herkunft und die Bedrohung, die aus anderen Zivilisationen für die eigene erwächst. Erst im letzten Jahrhundert wurde versucht, MEDEA zu entschulden, sie mehr als Opfer denn als Täterin zu sehen: als gescheiterte Emigrantin in einer ihr feindlich gegenüberstehenden Gesellschaft.
Eine Sicht, die auch Sophie Rois im Gespräch mit Alexander Kluge vertritt: „MEDEA ist die Tragödie eines Menschen, der als ganzer Mensch in Ruhm und Ehre leben will. Dieser Mensch fordert sein Menschenrecht ein. Darum begeht er einen kalt kalkulierten politischen Akt. MEDEA ist ein strategischer Politiker. Deshalb ist MEDEAs Mord an den Kindern keine emotionale Tat. Sie hat nur kein Gebiet mehr, auf dem sie sich bewegen kann. Sie ist raus aus ihrer politischen Wirkung, sie ist keine Königin mehr. Sie ist nur noch die Frau von diesem Mann, Jason, was anderes ist sie nicht mehr. Dagegen handelt sie, indem sie der Dynastie, die geplant wird, die Nachkommen abschneidet.“
Michael Billenkamp
mit: Natalia Belitski, Paula Hans, Josephine Heide, Ellen Hellwig, Dorothée Kahler, Andreas Keller, David Kosel, Thomas Lawinky, Lore Richter, Sophie Rois, Emma Rönnebeck
Regie: Clemens Schönborn
Bühne: Thomas Schuster
Kostüme: Nina Kroschinske
Choreinstudierung: Christine Groß
Licht: Jan Bregenzer
Dramaturgie: Michael Billenkamp
Ort:
Centraltheater
Termine:
Fr, 12.3.2010, 19:30 |
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Mi, 17.3.2010, 19:30 |
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Fr, 2.4.2010, 19:30 |
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Sa, 10.4.2010, 19:30 |
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So, 25.4.2010, 19:30 |
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Das Fest
Von Thomas Vinterberg / Morgens Rukov
Helge, erfolgreicher Geschäftsmann und Hotelier, hat zu seinem 60. Geburtstag geladen. Die ganze Familie und viele Freunde sind gekommen. Trotz des Selbstmords der Tochter Linda, der nur kurze Zeit zurückliegt, beginnt der Abend wie wahrscheinlich die meisten Familienfeste: Begrüßung, Smalltalk, Scherze. Doch dann hält der älteste Sohn Christian die Tischrede, ganz im Sinne der Familientradition. In dieser erhebt er schwere Vorwürfe gegen seinen Vater, der ihn und seine Zwillingsschwester im Kindes- und Jugendalter regelmäßig sexuell missbraucht habe. DAS FEST geht zunächst weiter, als wäre nichts geschehen, doch am Ende des Abends wird nichts mehr sein wie zu Beginn. Die beklemmende Geschichte erzählt von der Halbwertszeit der Lebenslüge sowie von der reinigenden und gleichzeitig zerstörenden Kraft der Wahrheit. „Die Familie gewinnt immer.“ (Thomas Vinterberg) Familie überdauert die Verbrechen, die sie begeht. Familie kennt kein Erbarmen. Sie ist als tragisches System seit Erfindung der Tragödie auf der Bühne anwesend. Vinterbergs modernes Königsdrama hat es allerdings als eins der ganz wenigen zeitgenössischen Stücke zu dauernder, sehr erfolgreicher Präsenz auf den Spielplänen gebracht. Was sicher auch daran liegt, dass uns allen die komischen Rituale und Illusionen über „Familie“ so sehr vertraut sind. So wie die Angst vor dem Tabubruch: Was passiert, wenn einer nicht länger mitmacht?
Uwe Bautz
mit Natalia Belitski, Manolo Bertling, Jele Brückner, Sarah Franke, Sebastian Grünewald, Ellen Hellwig, Matthias Hummitzsch, Dieter Jaßlauk, Guido Lambrecht, Ingolf Müller-Beck, Nikolaus Okonkwo, Lore Richter, Melanie Schmidli, Albrecht Schuch, Berndt Stübner
Regie: Martina Eitner-Acheampong
Bühne: Jan Steigert
Kostüme: Yvette Schuster
Musikalische Leitung: Matthias Flake
Licht: Jan Bregenzer
Dramaturgie: Uwe Bautz
Ort:
Centraltheater
Termine:
Do, 11.3.2010, 19:30 |
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So, 14.3.2010, 18:00 |
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Do, 18.3.2010, 19:30 |
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So, 4.4.2010, 19:30 |
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Fr, 16.4.2010, 19:30 |
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Fr, 23.4.2010, 19:30 |
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Karl-May-Festspiele Leipzig
von Reinald Grebe
„Eigentlich ist es was für Kinder“ (Rainald Grebe)
Karl May, ein Popstar aus Sachsen. Der meistgelesene Autor deutscher Sprache. Phantast und Hochstapler. Schreibtischglobetrotter. Altes Kind. Traumproduzent für Millionen.
Die WildWest-Sehnsucht, die Indianerbegeisterung, die er maßgeblich auslöste, haben in Deutschland eine lange Tradition. Aber sind sie noch lebendig? Auf dutzend Freilichtbühnen im deutschsprachigen Raum reiten jeden Sommer immer noch die Guten und die Bösen.
In der DDR gab es Gojko Miti´c. In der BRD Pierre Brice. Ein serbischer Sportstudent und ein französischer Dressman als deutsche Musterindianer in deutschen Heimatfilmen. Gedreht in Kroatien. Karl May hätte seine Freude gehabt.
Und doch ist es eine Reise in die Vergangenheit. Die Zeit des Karl-May-Fiebers ist vorbei. Warum? Cowboyhut und Federschmuck sind keine Verkleidung mehr für Jugendliche. Der Wilde Westen taugt nicht mehr als Sehnsuchtsort.
Wir haben eine Reise gemacht in die Reservate des Wilden Ostens. Line-Dance im Oderbruch. Ein Countryfest im Erzgebirge. Eine Westernstadt in Templin.
Ein Bisonzüchter in Grimma. Eine Indianerkommune in Brandenburg.
Eine Reise zu deutschen Schamanen, Hartz-IV-Cowboys und Hobbyapachen.
Willkommen in der Naturbühne Centraltheater. In memoriam Karl May.
Rainald Grebe
mit: Martin Brauer, Rainald Grebe, Manuel Harder, Hagen Oechel, Holger Stockhaus, Jens-Karsten Stoll, Anita Vulesica, Klaus-Dieter Werner und viele stolze Indianer
Regie: Rainald Grebe
Bühne: Jürgen Lier
Kostüme: Kristin Hassel
Dramaturgie: Uwe Bautz / Johannes Kirsten
Ort:
Centraltheater
Termine:
Sa, 13.3.2010, 19:30 |
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Mi, 31.3.2010, 19:30 |
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Sa, 3.4.2010, 19:30 |
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Do, 15.4.2010, 19:30 |
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Der Kirschgarten
von Anton Tschechow
KEINER WEISS MEHR.
Russland am Vorabend seiner ersten Revolution – ein Dichter stirbt an seinem letzten Stück. Das Stück handelt vom Vorabend des neuen, anderen Lebens, soll aber eine Komödie werden. Die Gesellschaft, die dieses Stück schreibt, ist am Ende.
Man kann alle Stücke Tschechows als EIN Stück begreifen, schon ihr Personal besteht aus Wiedergängern der immer selben Leute. Von den „Vaterlosen“, seinem ersten, bis zu seinem letzten Stück, dem „Kirschgarten“, liegt das Material vor uns. Überall offene Schlüsse, abgebrochene Fabeln, Ausschnitte aus dem Leben, etliche Geschichten ohne Resultat. Die Tschechowform ist vollkommen offen: Menschen, die auftauchen, sich wieder begegnen, trennen und sich wieder vereinigen, die sich umbringen und lieben. NICHTS IST ABSOLUT. Niemand, auch nicht der Autor, ordnet, regelt und wertet das, was diese Menschen tun.
KEINER WEISS MEHR. Scheinbar zufällig ist alles Wirklichkeit. Es wird heruntergespielt. Es wird nicht beantwortet, es wird nicht aufgelöst. Jeder Satz bei Tschechow spiegelt nur die besondere und eingeschränkte Perspektive der konkreten Person, die ihn spricht. So simpel es klingen mag, da ist eigentlich nur das interessant bei Tschechows Leuten, was sie selbst interessiert. Da weiß jeder immer nur so viel, wie er selbst wissen kann, niemals mehr.
Das ist natürlich oft komisch. Und an dieser Grenze spielt sich bei Tschechow vieles ab. Das ist auch Grund dafür, dass in seinen Stücken alle ständig reden wollen. Jeder formuliert sein Recht auf den eigenen Standpunkt. Ich bin – weil. Genauso widersprüchlich scheint am Ende das Ganze. In diesem ganzen, riesigen Tschechowstück, das vor uns liegt, fehlt alle Sicherheit. Es gibt nur die immer wiederkehrenden Leute, die Autoren des Tschechowdramas werden und die es schreiben, während sie es spielen. Das unser Drama wird, wenn sie es schreiben, während sie es spielen.
Uwe Bautz
mit Rosalind Baffoe, Maximilian Brauer, Artemis Chalkidou, Manuel Harder, Thomas Lawinky, Paul Matzke, Ingolf Müller-Beck, Hagen Oechel, Peter René Lüdicke, Lore Richter, Holger Stockhaus, Birgit Unterweger, Anita Vulesica
Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Susanne Münzner
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Musik: Steve Binetti
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Uwe Bautz
Ort:
Centraltheater
Termine:
Fr, 26.3.2010, 19:00 |
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Fr, 30.4.2010, 19:00 |
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Schwarztaxi
Leipzig. Bosestraße 1. Vor dem Centraltheater. Ein Auto steht bereit, Sie steigen ein: in eine Inszenierung der dritten Art.
Sie spielen mit? In Ihrem eigenen Stück. In einer fremden Geschichte. Bei einer Autofahrt ins Unbekannte, zu den peripheren Orten Ihrer Stadt oder denen Ihrer eigenen Neugier.
Mit „Schwarztaxi“ inszeniert das Centraltheater Leipzig vom Auto aus: als theatrales Roadmovie und als Projektion hinter der Windschutzscheibe.
Drei Zuschauer finden im Fond des Autos Platz, zwei Schauspieler auf den Vordersitzen. Die Fahrt führt durch die Straßen von Leipzig, aus dem Zentrum heraus und in die Außenbezirke, an Orte, die „auf dem Weg“ liegen.
Die Stadt wird zur Kulisse einer bizarren Geschichte, die sich während der Fahrt auf den Vordersitzen entspinnt: Ein Mann und eine Frau – wohin sie fahren, ist unklar. Klar ist nur, dass es da ein paar ungelöste Probleme gibt und der Sprengstoff hier nicht unbedingt im Kofferraum liegt. Passanten werden unerwartet zu Akteuren. Sind es unschuldige Mitbürger? Komplizen? Schauspieler? Alles, was im Bildausschnitt der Scheibe hängen bleibt, scheint bedeutsam zu sein und Erzählung zu werden. Und wenn sich irgendwann unterwegs die inszenierte Fahrt und die Wirklichkeit der Stadt nicht mehr so deutlich trennen lassen, spätestens dann sollten Sie sich fragen, ob Sie in diesem Auto tatsächlich nur Zuschauer sind.
Wir ERFAHREN mit Ihnen unsere Stadt.
Es gelten die Regeln der Straße.
Doch keine Fahrt gleicht der anderen.
Stück für Stück und Film für Film: Ihr exklusives Roadmovietheater.
Anja Nioduschewski
mit: Lore Richter, Hagen Oechel / Cordelia Wege, Manuel Harder / Sylvia Habermann, Andreas Keller / Sylvia Habermann, Hagen Oechel / Birgit Unterweger, Sebastian Grünewald
Regie: Sebastian Hartmann, Pernille Skaansar
Ort:
Centraltheater
Termine:
Mo, 15.3.2010 - Mi, 17.3.2010, 19:00 |
Tickets online
Mo, 15.3.2010 - Mi, 17.3.2010, 21:30 |
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Di, 23.3.2010 - Mi, 24.3.2010, 19:00 |
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Di, 23.3.2010 - Mi, 24.3.2010, 21:30 |
Tickets online
Mo, 29.3.2010 - Di, 30.3.2010, 19:00 |
Tickets online
Mo, 29.3.2010 - Di, 30.3.2010, 21:30 |
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Sa, 3.4.2010 - Mo, 5.4.2010, 19:00 |
Tickets online
Sa, 3.4.2010 - Mo, 5.4.2010, 21:30 |
Tickets online
Mi, 7.4.2010 - Do, 8.4.2010, 19:00 |
Tickets online
Mi, 7.4.2010 - Do, 8.4.2010, 21:30 |
Tickets online
So, 11.4.2010, 19:00 |
Tickets online
So, 11.4.2010, 21:30 |
Tickets online
Mo, 19.4.2010 - Mi, 21.4.2010, 19:00 |
Tickets online
Mo, 19.4.2010 - Mi, 21.4.2010, 21:30 |
Tickets online
Mi, 28.4.2010, 19:00 |
Tickets online
Mi, 28.4.2010, 21:30 |
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The Black Rider
The Casting of the Magic Bullets
von William Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson
Der Traum vom Erfolg und die Aussicht auf den Jackpot bei gleichzeitig lächerlichem Einsatz: Nichts anderes ist der Pakt mit dem Teufel, ein verlockendes Spiel, bei dem Wilhelm alles zu gewinnen glaubt. Und am Ende alles verliert. Wilhelm ist Schreiber und liebt Käthchen. Aber er ist kein Jäger, und was anderes kommt Käthchens Vater nicht ins Haus. Was tun? Don’t listen to the Devil / he got ways to move you. Wilhelm ignoriert die Warnung, denn er hat nur ein Ziel: mit einem Probeschuss Herzog und Förster von seinen Schießkünsten überzeugen und damit Käthchens Hand gewinnen. Talentfrei, wie er ist, muss er seinem Glück auf die Sprünge helfen und lässt sich auf einen Deal mit dem Teufel ein. Der gibt ihm sieben Kugeln, die niemals ihr Ziel verfehlen. Nur auf die letzte hat Wilhelm keinen Einfluss: Sie gehört dem Teufel. Come on along with the Black Rider / We’ll have a gay old time. William Burroughs’ Romane „Junkie“ oder „Naked Lunch“ sind heute Klassiker und gehören zu den authentischsten Darstellungen der Drogenszene. Burroughs’ eigene Sucht und Waffenleidenschaft wurden seiner Frau zum Verhängnis: Bei dem Versuch, die Apfelszene aus Schillers „Wilhelm Tell“ auf einer Party nachzuspielen, erschießt er sie. Als sich Burroughs fast 40 Jahre später mit der „The Black Rider“ zugrunde liegenden „Freischütz“-Sage beschäftigt, erkennt er schnell die Parallelen zwischen seiner Biografie und der Geschichte des Schreibers Wilhelm, der von den Freikugeln genauso abhängig ist wie Burroughs vom täglichen Schuss Heroin. Zusammen mit den großartigen Songs von Tom Waits entstand 1990 die Rock-Oper „The Black Rider“ als groteskes Spiel zwischen Teufelspakt und Showbusiness, Musicalseligkeit und Junkieleid, die weltweit zu einer Burroughs-Renaissance führte.
Michael Billenkamp
mit: Artemis Chalkidou, Manuel Harder, Matthias Hummitzsch, Andreas Keller, Guido Lambrecht, Thomas Lawinky, Lore Richter, Henrike von Kuick, Anita Vulesica; Band: Simon Bodensiek, Volker Dahms, Ingo Günther, Philipp Rohmer, Bastian Ruppert, Johannes Sens
Regie: Jorinde Dröse
Musikalische Leitung und Einstudierung: Ingo Günther
Bühne: Julia Scholz
Kostüm: Barbara Drosihn
Dramaturgie: Michael Billenkamp
Licht: Carsten Rüger
Dauer: 2 Stunden
Ort:
Centraltheater
Termine:
So, 28.3.2010, 18:00 |
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Di, 13.4.2010, 19:30 |
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Macbeth
William Shakespeare, aus dem Englischen von Thomas Brasch
"Pflegt eure Peripherien“ (Guillaume Paoli)
Es ist Krieg. Zwischen der Banalität des Tötens und dem Pathos des Krieges spielt sich alles ab. DAS SCHICKSAL. DIE MACHT. DAS UNHEIL. Zwei Männer prophezeien sich ihren Untergang. Der Krieg dauert an. Die Männer sind satt vom Lärm vom Blut und vom Mannsein. Schottlands Krone stinkt. Hier ist alles bestimmt, die Zeit abgeschafft. Da ist nur noch DAS SCHICKSAL. DIE MACHT. DAS UNHEIL. Hier ist alles schon gewesen, Vergangenheit und Zukunft sind Gegenwart geworden. Es gibt kein Warten darauf mehr, wie es passiert, nur dass es passiert. Das Ereignis, die Tat, die Handlung sind Bilanzen auf einer anderen Rechnung, der Freie Wille ist ausgeschaltet. Den hat hier vielleicht noch ein Hund, ein schwarzer Mops, der „Dunkelsprecher“, der den Part der Hexen übernimmt. Auch der Kampf eines Macbeth wird zum Zwang, sich dem Schicksal auszuliefern und an ihm abzuarbeiten. Wir können den Zustand von Auslieferung genießen, der unser Bewusstsein zum Un-Bewusstsein führt, an den Rand von allem. Liebe und Kampf kennen diesen Rausch. Auch der Körper. Selbst zum Rad zu werden, zum Rädchen, zum Schwert, zum Blut, Tat um Tat! Schiller hat die Kräfte des Erhabenen für das Theater beschrieben und wie das „wahre Unglück seinen Mann und seine Zeit nicht immer gut wählt; es überrascht uns oft wehrlos, und was noch schlimmer ist, es macht uns oft wehrlos“. Das Pathetische hingegen nennt er „künstliches Unglück“. DIE MACHT DES SCHICKSALS, DIE MACHT DER MACHT, DIE MACHT DES UNHEILS: Merkwürdig, denkwürdig ist dieser Moment. Dass wir der Metzelei zusehen, nimmt ihr den Charakter des Erhabenen, trennt sie vom Pathos, ohne das Unheil zu erniedrigen. Dass wir dem Unheil folgen müssen, steigert unsere Verzweiflung, aber nimmt dem Unheil nicht den Schrecken. Wir werden Macbeth. Wir verlassen die gewohnte Landschaft und betreten die Wildnis. Wir beobachten uns dabei und fühlen die Erotik des Vorgangs. Wir wehren uns nicht. Wir träumen wüst, wir werden verführt, wir sind böse.
Uwe Bautz
mit Maximilian Brauer, Andreas Keller, Guido Lambrecht, Thomas Lawinky, Paul Matzke, Peter René Lüdicke, Lore Richter, Emma Rönnebeck, Henrike von Kuick
Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüm: Hildegard Altmeyer
Licht: Rainer Casper
Dauer: 2 Stunden 10 Minuten
Ort:
Centraltheater
Termin:
Do, 22.4.2010, 19:30 |
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Centraltheater & Skala | Schauspiel Leipzig
Centraltheater
Bosestraße 1
04109 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 12 68 - 168
Fax: +49 (0)341 12 68 - 169
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