Skala
Spielzeit 2011/12
Aufzeichnungen aus dem Kellerloch
Nach Fjodor M. Dostojewski
Premiere: 17. Februar 2012, Skala
Tiefes Misstrauen und Abscheu gegen die Welt und das eigene Dasein sind die beherrschenden Gefühle von Dostojewskis Kellerlochmenschen. Ein namenloser Angestellter, der sich dem Diktat der Zeit verweigert und sein Leben lieber in einem Kellerloch fristet. Hier räsoniert er über den unerbittlichen Trommelschlag eines Zeitgeistes, der versucht, die Ideale von Aufklärung und individueller Freiheit mittels evolutionärer Vervollkommnung und technologischem Fortschritt mit der Utopie eines neuen Menschen in Einklang zu bringen. Sein Fazit ist erschreckend: „Wir sind Totgeborene, werden wir doch schon lange nicht mehr von lebendigen Vätern gezeugt, und das gefällt uns immer besser und besser. Wir bekommen Geschmack daran. Bald werden wir so weit sein, daß wir von einer Idee gezeugt werden.“ Sein Rückzug aus der Gemeinschaft, sein Ausstieg aus der ‚Komödie des Lebens‘ ist darum nur konsequent.
Dostojewski ist mit seiner Erzählung „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ nicht nur die präzise Beschreibung einer sich im Umbruch befindenden und gleichzeitig tief verunsicherten Gesellschaft gelungen, Friedrich Nietzsche feierte sie darüber hinaus als „wahren Geniestreich der Psychologie“. Dostojewski stellt darin Fragen zu unserem Zusammenleben. Fragen, die in unserer von Kapitalismus und Egoismus bestimmten Gesellschaft nichts von ihrer Radikalität verloren haben. Und er gibt Antworten, die exemplarisch auch für den Zustand im Hier und Jetzt stehen, indem er die Entwicklung und Ausformulierung des eigenen Egos zum höchsten Ziel erhebt und damit den Solidaritätsgedanken zum Abschuss freigibt: „Ich sage, die Welt mag untergehen, ich aber will immer meinen Tee trinken.“
Michael Billenkamp
mit Manolo Bertling, Edgar Eckert, Manuel Harder, Katharina Knap, Benjamin Lillie
Regie: Martin Laberenz
Ausstattung: Peter Schickart
Dramaturgie: Michael Billenkamp
Ort:
Skala
Termine:
Fr, 17.2.2012, 20:00 |
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Do, 23.2.2012, 20:00 |
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Easy Rider
Spontaneous – Unbelieveable – Unplugged – Nacht empfunden – Freischwebend
Von Jürgen Kruse (geb. 1959, Hamburg)
Der Kultfilm eines anderen Amerika Ende der 60er Jahre. „Ein Tiefpunkt in Sachen guter Geschmack“ (NEW YORK TIMES, 1969). Was ist der Preis der Freiheit – und wer zahlt ihn? Mit diesem Schlüsselwerk einer gewaltlosen Gesellschaft, die sich in der Abwendung vom herrschenden, intoleranten, rassistisch unterwanderten Mainstream der Macht sucht, entdeckte die Welt die Schauspieler Jack Nicholson, Peter Fonda und Dennis Hopper. Der Geist dieses Legende gewordenen Roadmovies auf drei Motorrädern kann heute durchaus provozieren: Wem gehört das Land? Zwei jungen Typen, mit dem Motorrad unterwegs von Los Angeles nach New Orleans. Billy (Hopper), benannt nach Billy the Kid, und Wyatt (Fonda), benannt nach Wyatt Earp, machen Halt bei einer Hippie-Kommune und landen hinter Gittern, wo sie den jungen Anwalt George Hanson (Nicholson) treffen, einen Alkoholiker aus gutem Haus. Wegen ihrer langen Haare werden beide im Diner nicht bedient, bekommen im Motel kein Zimmer und werden am Ende von einem Lkw-Fahrer brutal abgeknallt. Gedreht wurde in sieben Wochen mit einem Budget von 500.000 Dollar. Ein Off-Off-Film mit privater Finanzierung. Eine lose Aneinanderreihung von Szenen aus anderen Filmen, unterlegt mit einem Best-of-the-Sixties-Soundtrack. „Wyatt und Billy“, sagt Hanson im Film, „stehen für die Freiheit, ergo müssen sie vernichtet werden.“ In den USA lief EASY RIDER im Juli 1969 im New Yorker BEEKMAN THEATER an. Das Premierenpublikum saß barfuß in den Gängen. In den Toiletten war die Luft Marihuana-geschwängert. So etwas hatte man im BEEKMAN noch nicht erlebt. „Easy Rider ist in den Südstaaten ein Ausdruck für den Geliebten einer Hure. Nicht ein gewöhnlicher Zuhälter, sondern ein Kerl, der mit der Prostituierten lebt. Denn er hat den Easy Ride. Schön, und das passiert in Amerika. Die Freiheit ist zur Hure geworden und wir versuchen es alle mit dem Easy Ride.“ (Fonda) Die restaurative, erzkonservativ-militante TEA-PARTY-Bewegung in Obamas Amerika stellt dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Frage nach dem Preis der Freiheit gerade wieder neu.
Uwe Bautz
mit Nicole Balsters, Mareike Beykirch, Edgar Eckert, Sarah Franke, Manuel Harder, Günther Harder, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Andrej Kaminsky, Hagen Oechel, Tobias Rentzsch, Hanna Werth
Co-Regie: Jürgen Kruse
Bühne: Fabian Siepelmeyer
Kostüme: Dorothea Kommallein
Licht: Veit-Rüdiger Griess
Dramaturgie: Uwe Bautz
Ort:
Skala
Termin:
Fr, 24.2.2012, 20:00 | letzte Aufführung! |
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Von nun an ging´s bergab!
Ein Liederabend mit dem „Studio Leipzig“
„Mit fünfzehn hatte ich eine Idee, / ich wollt’ zum Theater, Mama sagte Nee, / man hätt’ mich enterbt, doch wir hatten kein Geld, / und ich folgte dem Ruf auf die Bretter der Welt / von nun an ging’s bergab.“ Stellen Sie sich vor, Hildegard Knefs wunderbar bissiger und ironischer musikalischer Rückblick auf die eigene Weltkarriere gesungen von einer der berühmtesten Frauengestalten in der Geschichte der Malerei: Leonardo da Vincis Mona Lisa! Ein Liederabend als Parforceritt quer durch die Kunstgeschichte. Michelangelos David oder Rodins Denker singen einträchtig Songs von George Gershwin, Tamara Danz oder Rainald Grebe. Dabei ergeben sich die aberwitzigsten Situationen, in denen die ansonsten stummen „Stars“ der bildenden Kunst endlich über ihre Träume, Wünsche und Sehnsüchte fabulieren dürfen. Die beiden Ensemblemitglieder Guido Lambrecht und Manuel Harder haben zusammen mit den Studenten des „Studio Leipzig“ einen Liederabend voller Absurdität und schrägem Humor entwickelt, der uns die Werke der alten Meister einmal aus einer ganz anderen Perspektive näherbringt.
Michael Billenkamp
mit Mareike Beykirch, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Jacob Keller, Benjamin Kiesewetter, Janco Lamprecht, Benjamin Lillie, Hanna Werth, Raimund Widra
Regie: Guido Lambrecht, Manuel Harder
Musikalische Leitung und Einstudierung: Frank Raschke
Ort:
Skala
Termin:
Sa, 25.2.2012, 20:00 |
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Wir sind nicht das Ende
Von Carsten Brandau
„Das grundlegende Problem ist also die Beziehung zum Anderen? – Ja, es geht um die Beziehung zum Anderen. Es geht um die Bresche, um die Öffnung, durch die der Andere existiert.“ (aus: Der Geist des Terrorismus, Jean Baudrillard im Gespräch mit Peter Engelmann) Drei Jahre lang waren sie verheiratet, lebten zusammen. In Greifswald, in Bochum. Er war ihre große Liebe. Bis er am 11. September 2001 in den USA ein Passagierflugzeug entführt und es in Pennsylvania auf einen Acker abstürzen lässt. Auf ihrer Mailbox dreimal das Gleiche, dreimal „Ich liebe dich“. Am 13. November 2001 übergibt ihr ein Beamter des BKA ein Paket von dem mittlerweile als Terrorpilot identifizierten Ziad. Unterschrieben hatte er mit „Dein Mann für immer”. Sie hatte nichts gewusst. Nichts? Eine Nacht im Leben der Frau, die mit Ziad Jarrah verheiratet war. Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Autor Carsten Brandau wurde mehrfach ausgezeichnet und zu allen großen Schreibwerkstätten Deutschlands und Österreichs, u. a. vom Wiener Burgtheater, Deutschen Theater Berlin und Düsseldorfer Schauspielhaus, eingeladen. Für seine Hörspielbearbeitung von WIR SIND NICHT DAS ENDE wurde er mit dem 1. Preis beim Kurzhörspielwettbewerb „heimspiel“ von 1LIVE (WDR), dem 1. Preis beim „Leipziger Hörspielsommer“ (MDR) in der Kategorie „Bester Autor“ sowie dem 2. Platz beim ARD-Wettbewerb „Premiere im Netz“ prämiert.
WIR SIND NICHT DAS ENDE wurde von Manuel Harder 2008 in Dortmund uraufgeführt, für das Wiener Theater Nestroyhof/Hamakom hat er es jetzt mit Birgit Unterweger und Günther Harder neu inszeniert. Im Anschluss an die Leipziger Premiere findet ein Publikumsgespräch mit dem Autor statt.
CT + SK
mit Günther Harder, Birgit Unterweger
Regie: Manuel Harder
Sounds: Raphael Tschernuth
Dramaturgische Mitarbeit: Daniel Jurisch
Ort:
Skala
Termin:
So, 26.2.2012, 20:00 |
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Willkommen im ewigen Leben
Ein Abend von und mit Günther Harder
Nach den Motiven von Michel Houellebecq
„Von den Sturmhöhen haben wir uns weit entfernt, das ist das Mindeste, was man sagen kann.“ – Michel Houellebecq betrachtet die westliche Welt aus seiner Perspektive: scharf, gnadenlos, zynisch, sehnsüchtig, mit bitterem Humor. Gegen die Welt, gegen das Leben. In seinen Romanen zeichnet er mit quälend sezierender Schärfe das provokante Bild unserer narzisstischen Konsumgesellschaft. Seine Protagonisten leiden unter ihrer Egozentrik, ihrem emotionalen Nicht-Erfülltsein und ihren Schwierigkeiten, in einer kontakt- und gefühlsgehemmten Gesellschaft Nähe zu erleben. Nur scheinbar ein Paradoxon: Gerade in der aufgeklärten, freien, gerade in der freizügigen Gesellschaft finden Houellebecqs Protagonisten dauerhaft weder sexuelle Erfüllung – noch Liebe. Aber sie suchen immer weiter, denn Houellebecqs Anti-Helden ist die Lücke in ihrer Existenz schmerzlich bewusst. Der französische Star-Autor ist in seinem Heimatland der meistgelesene – aber auch der umstrittenste Autor der Gegenwart. Auch in Deutschland sorgte jeder seiner Romane für Diskussionen, zuletzt Karte und Gebiet, in dem sich der Autor selbst auf bestialische Weise umbringen lässt. Günther Harder zeigt ein Konzentrat aus Houellebecqs ersten vier Romanen: Ausweitung der Kampfzone, Plattform, Elementarteilchen und Die Möglichkeit einer Insel. Die Skala wird zur Bar. WILLKOMMEN IM EWIGEN LEBEN, ein Kneipen-Treffen mit einem der genialsten Quälgeister unserer Epoche.
Johannes Kirsten
mit Günther Harder
Regie: Felix Mannheim
Ort:
Skala
Termin:
So, 19.2.2012, 20:00 |
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I Hired a Contract Killer
Aki Kaurismäki
Das Millionenspiel schwingt sich wieder in ungeahnte Höhen. Vergessen ist die allumfassende Krise. Vergessen sind ihre Opfer. In Zeiten des ökonomischen Niedergangs sind deutlich mehr Suizide zu verzeichnen. Henri Boulanger könnte eines der Opfer der letzten Krise sein. Sein Leben ist deprimierend. Er hat keine Familie, keine Freunde, keine Hobbys, keine Träume und verliert zu allem Überfluss auch noch als Erster seinen Job bei den Londoner Wasserwerken, als diese privatisiert werden sollen. Was bleibt da noch? Nicht einmal ein ordentlicher Abgang gelingt ihm. Was also tun, wenn man sich umbringen will, aber an Pech und eigenem Unvermögen kläglich scheitert? Eine Zeitungsmeldung bringt ihn auf die entscheidende Idee. Henri engagiert von seinem gesamten Ersparten einen Profikiller und setzt ihn auf sich an. Jetzt heißt es warten … Wenn aber das Leben nichts mehr wert zu sein scheint, schlägt es oft auf unerbittliche Weise zu: Henri lernt das Blumenmädchen Margret und mit ihr die Liebe kennen. Plötzlich hat alles wieder einen Sinn – aber sein Killer ist ihm schon auf der Spur … „Das Leben ist hart, aber lustig“, umschreibt Aki Kaurismäki in knappen Worten seine schwarze Komödie um einen kleinen Büroangestellten. Es ist Kaurismäkis Hommage an das Genre des Film Noir, die zusammen mit der Lakonie und Skurrilität seines Humors I HIRED A CONTRACT KILLER zu einem kleinen Meisterwerk macht.
Johannes Kirsten
mit Mareike Beykirch, Carolin Haupt, Zenzi Huber, Jacob Keller, Benjamin Kiesewetter, Janco Lamprecht, Benjamin Lillie, Hanna Werth, Raimund Widra
Regie: Michael Schweighöfer
Bühne: Michael Schweighöfer, Emanuel Schulze
Kostüme: Ines Schweighöfer
Licht: Veit-Rüdiger Griess
Dramaturgie: Michael Billenkamp, Johannes Kirsten
Ort:
Skala
Termin:
Sa, 18.2.2012, 20:00 |
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Zorn und Zärtlichkeit
Reicht es nicht zu sagen ich will leben
von Claudia Grehn und Darja Stocker
Stückentwicklung von Claudia Grehn und Darja Stocker
Eine Koproduktion des Deutschen Nationaltheater Weimar, E-Werk und Centraltheater + Skala
Zwei Städte, zwei Theater, zwei Autorinnen. In einer Stückentwicklung suchten das DNT Weimar und das Centraltheater Leipzig nach authentischen Berichten von Menschen dieser beiden Städte, nach deutschen Zuständen des Heute und der Vergangenheit. Basierend auf Gesprächen der Autorinnen Claudia Grehn und Darja Stocker mit Menschen aus Weimar und Leipzig kristallisierten sich Figuren und Geschehnisse heraus, die Eingang in ihren dramatischen Text fanden. Dabei entstand ein Kaleidoskop unterschiedlichster Biographien und Lebensentwürfe, verbunden mit Fragen nach dem Aufbegehren gegen die Mainstream-Gesellschaft: Wie kann Widerstand formuliert werden? Wie können Individuen einer verstörten Gesellschaft zu Handelnden werden? Nach der überaus erfolgreichen Premiere in Weimar trifft das Leipziger Publikum jetzt auf diese Figuren zwischen Sehnsucht und Rebellion. „Bildreich und pointiert, souverän zwischen Ernst und Leichtigkeit, zwischen Wut und Ironie wechselnd. Ein Text, dem man gerne folgt. Mit Figuren, die schnell zu Vertrauten werden, weil sie echt und zugleich abstrakt und archetypisch sind: die Schülerin, die Dozentin, die Asylbewerberin, der Angestellte usw.“
(nachtkritik.de)
mit Jeanne Devos, Markus Fennert, Carolin Haupt, Linda Pöppel, Hagen Ritschel, Barbara Trommer
Regie: Nora Schlocker
Bühne: Steffi Wurster
Kostüme: Sanna Dembowski
Dramaturgie: Hans-Peter Frings, Johannes Kirsten, Elisa Liepsch
Ort:
Skala
Termin:
So, 12.2.2012, 20:00 | letzte Aufführung! |
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Die dritte Generation
Nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder
London und Birmingham brennen, das junge Spanien protestiert, Israel geht auf die Straße, in Nordafrika wird eine ganze Region umgewälzt und bei uns ein Bahnhof verhindert. In aller Munde sind die Wutbürger, die Aufständigen, die Empörten, nächtens brennen Autos in deutschen Städten und Europa spricht über neue „revolutionäre Zellen“ und andere außerparlamentarische Formen der Opposition. Ist das erst der Anfang? Ist Gewalt der Weg? Führen die Widersprüche der heutigen Zeit zu einer immer stärkeren Radikalisierung oder lassen sich junge Protestler, die als Piraten in Parlamente einziehen, von der Bequemlichkeit ihrer neuen Posten einlullen? Vier Jahre nach dem sogenannten „Deutschen Herbst“ stellte Rainer Werner Fassbinder 1979 mit DIE DRITTE GENERATION seine analytisch brillante Sicht auf das Thema vor. Eine Komödie in 6 Teilen um Gesellschaftsspiele voll Spannung, Erregung und Logik, Grausamkeit und Wahnsinn, ähnlich den Märchen, die man Kindern erzählt, ihr Leben zum Tod ertragen zu helfen. Terrorismus ist hier zum Selbstzweck verkommen, das Erleben des Rauschs, der Gefahr. Eine Gruppe gelangweilter junger Menschen inszeniert sich unter dem Codewort Welt als Wille und Vorstellung als Terrorgruppe. Eine Entführung wird geplant. Es wird getötet. Es wird verraten. Am Ende ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich wen in der Hand hat und wie Terror, Staat und Kapital miteinander verwoben sind. DIE DRITTE GENERATION ist Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Terrorismus“ heute.
Johannes Kirsten
mit Carolin Haupt, Zenzi Huber, Andreas Keller, Benjamin Kiesewetter, Janine Kreß, Christian Kuchenbuch, Ingolf Müller-Beck, Linda Pöppel, Raimund Widra
Regie: Sascha Hawemann
Bühne: Wolf Gutjahr
Kostüme: Hildegard Altmeyer
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Ort:
Skala
Termine:
So, 5.2.2012, 20:00 |
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Mi, 22.2.2012, 20:00 |
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Droge Faust
von Einar Schleef
„Droge und Utopie einer Gemeinschaft sind untrennbar miteinander verbunden. / Faust hört die Engel, Wahnfiguren, im Drogenrausch. / Engel und Weiber antworten in inbrünstigen Chören. / Faust steht der Neue Bund kurz bevor, der Teufel wartet vor der Tür.“ (Einar Schleef) Zwischen Chor und Monolog baute Einar Schleef sein Theater der Störung. Umstritten, gefeiert, verehrt und verzweifelt – schuf er als Regisseur Aufführungen mit großem Suchtpotential für eine verschworene Theatergemeinde. In seiner legendären FAUST-Inszenierung in Frankfurt am Main stellte er 11 Fausts, 14 Gretchens und einen Mephisto auf die Bühne und ließ sie die Verse skandieren. In seinem monumentalen Essay-Buch DROGE FAUST PARSIFAL las Schleef Goethes FAUST dann ausschließlich als Chor-Text, als rauschhafte, durch Drogen gespeiste Beschwörung einer Utopie stiftenden Gemeinschaft. Ihr stellte er das Subjekt gegenüber, den Menschen, der „Ich“ sagt, und beschrieb dessen Ausstoß aus der chori-schen Masse durch Verrat. Das Drama, also auch das Theater, findet als Produktion von isolierten Opfern statt. Literarisch und politisch. Armin Petras kontrastiert in seiner Lecture Performance Einar Schleefs Essay mit jenen Theatertexten, mit denen dieser seinen motivischen Glaubenskampf zwischen Gemeinschaft und Individuum austrägt. Ein theaterwissenschaftlicher FAUST-Kampf? Dabei ist „Blut … ein ganz besonderer Saft“, schon seit die Tischgemeinschaft des Abendmahls den Leib Christi als Droge etablierte. Und auch Faust konsumiert: Tod, Jugend, Sex, Geld und Krieg. Ist FAUST Ego-Trip oder Utopie-Sucht? Wie viel Droge braucht der Mensch? Dies ist der Ausgangspunkt für eine Reise durch die Schattenlandschaften der deutschen Literaturgeschichte, im Rhythmus der radikalen Subjektive Einar Schleefs.
Anja Nioduschewski
mit Thomas Lawinky, Anja Schneider, Berndt Stübner
Regie: Armin Petras
Ausstattung: Patricia Talacko
Video: Rebecca Riedel
Licht: Norman Plathe
Dramaturgie: Anja Nioduschewski, Nele Weber
Ort:
Skala
Termin:
Sa, 4.2.2012, 20:00 |
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Centraltheater & Skala | Schauspiel Leipzig
Skala
Gottschedstraße 16
D-04109 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 12 68 - 475
Fax: +49 (0)341 12 68 - 182
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Kassenöffnungszeiten:
1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn