GRASSI MUSEUM
FÜR ANGEWANDTE KUNST LEIPZIG
Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst eröffnete nach umfassender Sanierung Ende 2007 den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird.
Der erste sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang „Antike bis Historismus“ ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2500 Jahre Kunstgeschichte.
Der zweite Ausstellungsrundgang „Asiatische Kunst. Impulse für Europa“ ist am 31.1.2010 eröffnet worden, der dritte Rundgang „Jugendstil bis Gegenwart“ folgte am 4.3.2012.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.
AUSSTELLUNGEN
Silber bewegt - Silver moves
Sa, 5.5.2012 - So, 29.7.2012


Wettbewerb der europäischen Silberschmiede
Wie steht es um die europäische Silberschmiedekunst? Einblick in neueste Tendenzen und Entwicklungen gibt diese Sonderschau im GRASSI Museum für Angewandte Kunst. Mehr als 50 Silberschmiede aus verschiedenen Ländern Europas zeigen rund 180 Arbeiten aus den letzten drei Jahren. Anlass der Ausstellung ist das Anfang Mai im Museum stattfindende Jahrestreffen des „Hammerclubs“. Die 2002 gegründete Interessengemeinschaft versteht sich als Plattform für Silberschmiede, Sammler, Museen und fachinteressiertes Publikum. Der „Hammerclub“ will die Arbeit der Silberschmiede ins Licht der Öffentlichkeit rücken und Diskussionen anregen. Mit drei Preisen küren diie Silberschmiede selbst herausragende Vertreter ihrer Zunft.
Essenz der Dinge
Design und die Kunst der Reduktion
Fr, 27.4.2012 - So, 16.9.2012


Wie weit geht formale Reduktion im industriellen Design, welche Motive stehen dahinter? Welche Auswirkungen haben technologische und ökonomische Bedingungen und die wechselnden ethische n Maßstäbe auf die Gestaltung? Die vom Vitra Design Museum konzipierte Ausstellung spürt an Hand internationaler Design-Ikonen den „unscheinbaren Helden des Alltags“ nach und macht das Weglassen als paradoxe Intervention bewusst.
(In Kooperation mit dem Vitra Design Museum, Weil am Rhein)
DREI RUNDGÄNGE DER STÄNDIGEN AUSSTELLUNG
Die Ständige Ausstellung umfasst drei chronologisch geordnete und von der Architektur bestimmte Rundgänge, die etappenweise eröffnet werden:
- ANTIKE BIS HISTORISMUS
- ASIATISCHE KUNST. Impulse für Europa
- JUGENDSTIL BIS GEGENWART
ANTIKE BIS HISTORISMUS
Im ersten, den älteren Sammlungsteilen gewidmeten Rundgang werden rund 2.000 Kunstobjekte in dreißig Räumen präsentiert. Der Rundgang ist als gattungsübergreifende, kunst- und kulturhistorisch orientierte Inszenierung angelegt.
Zu den Höhepunkten dieses Ausstellungsrundganges zählen neben einer begehbaren Vitrine mit italienischen Majoliken der Renaissance drei historische Raumausstattungen:
Einmalig im musealen Kontext – die Refektoriumsvertäfelung aus dem Kloster Cori nahe Rom. Von exotischer Schönheit – die erstmals öffentlich präsentierte Wandbespannung mit Chinesendarstellungen aus dem Rittergut Zehmen bei Leipzig und schließlich ebenfalls durch langjährige Restaurierung wiedererstanden – der Römische Saal aus dem Herrenhaus von Eythra, einem der Orte, die wie auch Zehmen dem Braunkohlenabbau rund um Leipzig zum Opfer fielen.
Zum ersten Mal seit knapp sieben Jahrzehnten können Reichtum und Vielfalt der großen Leipziger Bürgersammlung neu entdeckt werden. Zahlreiche der ausgestellten Werke werden nach jahrzehntelangem Schattendasein in den Depots wieder für die Öffentlichkeit erlebbar, ein Großteil der Neuerwerbungen aus den letzten Jahren wird überhaupt erstmalig öffentlich präsentiert.
Abb.: Rokoko: Chinoiserien
Leinwandtapete mit Chinoiserieszenen; Bayern, um 1760; Öltempera auf Leinwand; Höhe 257 cm; Ehemals Herrenhaus des Rittergutes Zehmen
ASIATISCHE KUNST. Impulse für Europa
Am 31. Januar 2010 eröffnete das GRASSI Museum für Angewandte Kunst den zweiten Teil seiner Ständigen Ausstellung „Asiatische Kunst. Impulse für Europa“. Die präsentierten Objekte stammen einerseits aus Ostasien (China/Japan), andererseits aus primär islamisch geprägten Gebieten, die von Ägypten über Westasien (mit dem Schwerpunkt Iran) bis nach Indien reichen.
Die Grundfläche des neuen ständigen Ausstellungsbereiches zur asiatischen Kunst umfasst rund 300 Quadratmeter und gliedert sich in drei Raumabschnitte mit 40 thematischen Objektgruppen.
Im Zentrum stehen die Vitrinen auf der Empore der Pfeilerhalle, die nun – nach ergänzender Rekonstruktion aller historischen Komponenten – als innenarchitektonisches Juwel des Art déco zusammen mit der neuen Asien-Ausstellung wieder zugänglich ist. Von ihr zweigen zwei Kunstlichträume ab, die auch konservatorischen Anforderungen an die Objekte Rechnung tragen. Ausgestellt werden reichlich 400 Exponate.
Darunter Kostbarkeiten ersten Ranges wie der berühmte zwölfteilige Leipziger Schnitzlack-Stellschirm aus der chinesischen Qing-Dynastie, eine Serie von acht hervorragenden japanischen Nô-Masken, exemplarische japanische Lack-Leder- und Elfenbeinkunst – darunter ein Lackmalerei-Teller, dessen Provenienz (wie auch die einiger ausgestellter Porzellane) sich bis in die Dresdner Sammlung von Kurfürst Friedrich August I. zurückverfolgen lässt. Das chinesische Porzellan unterschiedlicher Ausprägung wird mit Spitzenstücken belegt, die religiöse Kunst Ost- und Zentralasiens manifestiert sich in wertvollen figürlichen Bronzen, feinste japanische Porzellane leiten über zum dort gepflegten Bronzeguss, eine faszinierende Konstellation von Schwertzierraten vermittelt Eindrücke von den künstlerischen Statussymbolen der Samurai. Die frühesten ausgestellten Zeugnisse westasiatischer Kunst reichen bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück, herausragend sind in diesem Sektor die feinen Metalltauschierungen, die Lüsterdekore der mittelalterlichen Fliesen und Gefäße oder die Farbpracht der osmanischen Keramik. Äußerst kostbare Akzente setzen Beispiele der islamischen Textilkunst, der feinteiligen Lackmalerei und der Miniaturmalerei.
Abb. 1: Teeschale und Teller
China / Iran, 19. Jahrhundert. Teeschale: 1844 (1260 H.)
Porzellan, wohl qadscharische Email- und Goldmalerei
Abb. 2: Kleines Schloss in Tierform
Iran, 19. Jahrhundert, qadscharisch
Kupferlegierung, graviert, ziseliert, gepunzt, geschwärzt
Abb. 3: Maske einer jungen Frau
Japan, 19. Jahrhundert (nach einer Maske von Kongô Magojirô, Kyoto, 16. Jahrhundert)
Zypressenholz, gefasst, bemalt
JUGENDSTIL BIS GEGENWART
„Jugendstil bis Gegenwart“ vereint auf etwa 1.200 Quadratmetern mehr als 1.500 Objekte von der Jahrhundertwende bis zur unmittelbaren Gegenwart. Schwerpunkte bilden dabei Werke aus der Zeit des Jugendstil, Art-déco und Funktionalismus ebenso wie ostdeutsches Design ab den 1950er Jahren.
Mit der Eröffnung des Rundgangs „Jugendstil bis Gegenwart“ ist die neue Ständige Ausstellung des Museums für Angewandte Kunst komplett eröffnet. Die insgesamt drei Ausstellungsbereiche „Antike bis Historismus“, „Asiatische Kunst. Impulse für Europa“ und „Jugendstil bis Gegenwart“ laden ab Anfang März zu einer Zeitreise durch mehr als 3000 Jahre Kunstgeschichte ein.
Als zweites Kunstgewerbemuseum Deutschlands im Jahr 1874 eröffnet, zählt das heutige Museum für Angewandte Kunst zu den traditionsreichsten Einrichtungen seiner Art in Europa. Die Sammlungen des Museums umfassen kunsthandwerkliche Unikate aller Epochen wie auch seriell gefertigte Industrieprodukte.
Jugendstil, Art déco und Funktionalismus bilden profilbestimmende Sammlungsbereiche in nahezu allen Sparten. Mit einer umfangreichen Kollektion zur DDR-Produktgestaltung konnte der Bereich des Industriedesigns weiter ausgebaut werden. Zu einem neuen Schwerpunkt hat sich die Sammlung vorwiegend deutscher Keramik des 20. Jahrhunderts entwickelt.
Nach mehrjähriger umfassender Sanierung des Grassimuseums in den Jahren 2000 bis 2005 haben die drei im GRASSI beheimateten Museen (Museum für Völkerkunde, Museum für Musikinstrumente und Museum für Angewandte Kunst) ihre neuen Dauerausstellungen seit 2006 schrittweise eröffnet und sind jetzt komplett.
Abb. 1: Barcelona-Chair
Entwurf: Mies van der Rohe, 1929
Ausführung: Berliner Metallgewerbe Joseph Müller bzw.
Bamberg Metallwerkstätten Berlin-Neukölln, Berlin, 1939
Stahl; Rindsleder, gefärbt
Abb. 2: Tragbares TV-Gerät „ALGOL 11“
Entwurf: Richard Sapper und Marco Zanuso, Italien, 1964
Ausführung: Brionvega, Italien, 1964
Kunststoffe, Glas, Metall
Höhe 22 cm, Breite 26,5 cm, Tiefe 28 cm
Ab. 3: Vase „Jack in the pulpit“
Louis Comfort Tiffany, Tiffany Studios
New York, um 1900
Favrile-Glas
Schenkung aus der Sammlung Giorgio Silzer
Veranstaltungen im Museum für angewandte Kunst
Führungen, Familienprogramm, Workshops, Vorträge und Filmabende
GRASSI - Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11
D-04103 Leipzig
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