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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Berliner Str. 30
D-67059 Ludwigshafen

Telefon: +49 (0621) 504 30 - 46
Fax: +49 (0)621-5 04-29 30

 

Reservierungen:
Tel. +49 (0)621-504-2558
Montags bis freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr und von 17.00 bis 18.30 Uhr,
samstags von 11.30 bis 13.00 Uhr
Fax (0621) 504-2526
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de
http://tickets.vibus.de/00100137000000/default.aspx
Konzert

3. SINFONIEKONZERT:
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz | Stockhammer | Kirschnereit

Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Jonathan Stockhammer, Dirigent
Matthias Kirschnereit, Klavier


Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83
Edward Elgar: Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 63

Brahms‘ Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur wurde 1881 uraufgeführt – der Komponist selbst übernahm den Solopart. Im Gegensatz zu seinem ersten Klavierkonzert wurde es vom Publikum begeistert aufgenommen, wohl auch, weil es sich in seiner Art von anderen Werken dieser Gattung abhebt; bereits die viersätzige Form gilt als unüblich. Den Solopart übernimmt Matthias Kirschnereit, ein deutscher Pianist, der in seiner Kindheit einige Jahre in Namibia verbrachte. Um seinen Traum vom Leben als professioneller Musiker zu verwirklichen, reiste er nach Deutschland zurück und widmete sich ganz seiner Leidenschaft. Anhand von Skizzen, die bei der Komposition seiner ersten Sinfonie keine Verwendung gefunden hatten, schrieb Edward Elgar 1910 die Sinfonie Nr. 2 Es-Dur. Ihr steht ein Zitat des britischen Schriftstellers Shelley voran: „Selten, selten nahst du dich, Geist der Seligkeit.“ Elgar beschwört diesen Geist mittels einer in hartnäckiger Selbstüberbietung sich aufschwingenden schwelgerischen Tonsprache.

Der amerikanische Dirigent Jonathan Stockhammer studierte Komposition und Dirigieren an der University of California und an der University of Southern California in Los Angeles. 1998 zog er nach Deutschland, wo er seitdem unter anderem das SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und das WDR Sinfonieorchester Köln leitete. Außerdem ist er regelmäßig an Produktionen der Oper Lyon beteiligt.
Oper

FAUST

Oper von Charles Gounod

nach Johann Wolfgang von Goethe
Text von Jules Barbier und Michel Carré

Der alte Faust ist seines Lebens und seiner Forschungen überdrüssig. Eigentlich will er sich das Leben nehmen, doch der teuflische Mephisto verspricht ihm neue Jugend – für den Preis seiner Seele. Faust schreckt zurück, doch da lässt Mephisto das Bild Margaretes aufscheinen. Von dieser Vision verzaubert, geht Faust den höllischen Pakt ein, dessen Opfer die unschuldige Margarete wird. Verführt und geschwängert von Faust, dann von ihm sitzen gelassen, endet sie von allen verstoßen und von ihrem Bruder Valentin verflucht als Kindsmörderin im Kerker. Fausts Reue kommt zu spät … Charles Gounod beschäftigte sich erstmals in Italien mit Goethes Faust-Dichtung. Jahre später kam er darauf zurück, als er 1856 den Auftrag für eine Oper am Pariser Théâtre Lyrique bekam. Gemeinsam mit den versierten Librettisten Jules Barbier und Michel Carré konzipierte Gounod, der als Kirchenmusiker bis dahin kaum Affinität zur Bühne hatte, seinen Faust als Nummernoper mit gesprochenen Dialogen und Melodramen. In dem gewaltigen Kosmos von Goethes Dichtung konzentrierten sich die drei Autoren vor allem auf die Gretchen-Tragödie, weshalb die Oper in Deutschland lange unter dem Titel Margarete lief. Die Uraufführung 1859 am Théâtre Lyrique wurde mit einiger Zurückhaltung aufgenommen – das Werk wurde als „zu deutsch“ empfunden. Zu einem Welterfolg wurde die Oper erst in der für die Pariser Opéra 1869 durchkomponierten Fassung, bei der die Dialoge durch knappe verbindende Rezitative ersetzt wurden.

PFALZTHEATER KAISERSLAUTERN

Musikalische Leitung: Olivier Pols
Inszenierung: Michael Sturm
Bühne und Kostüme: Matthias Engelmann
Leitung Chor: Johannes Köhler/ Gerhard Polifka
Dramaturgie: Andreas Bronkalla
Theater

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

Nach Johann Wolfgang von Goethe

Weggehen, ausbrechen, frei sein: „Wie froh bin ich, dass ich weg bin!“. Wut und Unruhe stecken in dem jungen Mann, der als Goethes Werther zu einer Kultfigur seiner und aller folgenden Epochen wurde. Getrieben von einer unbändigen Sehnsucht nach Freiheit und nach dem Leben im Hier und Jetzt, macht er sich auf den Weg, Grenzen zu überschreiten und Neuland zu betreten. Jeder Baum und jeder Strauch erscheint im Lichte seiner Freiheit wie ein kleines Wunder. Und als er dann auch noch Lotte begegnet, ist es um ihn geschehen. Obwohl er bald erfährt, dass Lotte schon vergeben ist, begehrt er sie weiter mit kindlichem Trotz, einem fast hilflosen: ICH WILL, ICH WILL, ICH WILL! Werther ist vollkommen erfüllt von einem Gefühl des jugendlichen Totaloptimismus, das ihm ständig suggeriert: Alles ist möglich! Dieses Grundgefühl hat er gemeinsam mit Generationen junger Menschen, die aus der Geborgenheit ihrer Jugend aufbrechen und hin- und hergerissen sind zwischen dem Wunsch, Kind zu bleiben und der Notwendigkeit, erwachsen zu werden. Dieses Gefühl existiert überall auf der Welt – natürlich auch im Kosovo, dem jüngsten Staat Europas. In einer Koproduktion mit dem Theater Ferizaj, Qendra Multimedia in Prishtina und dem Goethe Institut zeigen die Pfalzbau Bühnen die universelle Liebesgeschichte des jungen Werther in albanischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

In albanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

THEATER FERIZAJ, KOSOVO

Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen und dem Goethe Institut

Inszenierung: Stefan Schletter
Tanz

AUTOBIOGRAPHY

Choreographie von Wayne McGregor

Was bedeutet es, seine eigene Lebensgeschichte zu schreiben? Seit 25 Jahren setzt sich der englische Choreograph Wayne McGregor in seinen Choreographien mit der Verbindung von Kunst und Wissenschaft, mit der Auswirkung von technologischem Fortschritt auf den Tanz auseinander. Er sucht die Verbindung zu einer Vielzahl von künstlerischen und wissenschaftlichen Bereichen, um das Wesen der verkörperten Wahrnehmung zu untersuchen, und experimentiert immer wieder mit der Frage, wie sich das Leben durch die Erfahrung des Körpers ausdrückt, der sich intelligent in Raum und Zeit bewegt. Der dünne, geschmeidige und charismatische Mann mit der Glatze wurde nicht nur mit zahlreichen Bühnenpreisen ausgezeichnet, sondern besitzt auch einen akademischen Abschluss in Semiotik und ist Forschungsmitglied an der kognitionswissenschaftlichen Fakultät der Universität Cambridge. Er wird in einem Atemzug genannt mit den anderen großen Intellektuellen des Tanzes, mit Merce Cunningham und William Forsythe.

In seinem neuen Stück richtet McGregor seine Aufmerksamkeit auf den Körper in seiner Funktion als Archiv. Er beginnt mit einem Zyklus von choreographischen Portraits, beleuchtet durch die Sequenzierung, also Entschlüsselung seines eigenen Genoms. Die erste dieser Studien, Autobiography, eine abstrakte Meditation über Aspekte des Selbst, des Lebens und des Schreibens, beschäftigt sich mit den Bruchstücken sowohl vergangener Erinnerungen als auch einer möglichen Zukunft. Indem sich McGregors choreographischer Abdruck über seinen persönlichen Memoiren und seinem genetischen Code in einem kontinuierlichen Prozess fortschreibt, entfaltet sich Autobiography in jeder einzelnen Aufführung von neuem und immer wieder anders: Leben, das sich selbst ein neues Leben schreibt.

COMPANY WAYNE MCGREGOR, GROSSBRITANNIEN

Musik: Jlin
Bühne und Projektion: Ben Cullen Williams
Licht: Lucy Carter
Kostüme: Aitor Throup
Theater

BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER

Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch

Der Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann ist entrüstet über die Vorfälle in seiner Stadt, die seiner herzkranken Gattin Babette den Schlaf und ihm die Gemütsruhe am Stammtisch rauben. Die Zeitungen berichten von Hausierern, die sich im Dachboden wohlmeinender Bürger einnisten und sich später als Brandstifter entpuppen. Eines Abends steht ein Unbekannter in der Tür. Gottlieb Biedermann ist alarmiert: Brandstifter, nichts als Brandstifter! Aber statt dem Fremden entschieden die Tür zu weisen, besinnt er sich auf seinen guten Ton als bestens informierter und aufgeklärter Bürger – und bietet dem Unbekannten eine Bleibe an. Bald wird der Dachboden offensichtlich als Lager für Benzinfässer genutzt, und als plötzlich ein zweiter Gast auftaucht, wird die Situation brenzlig. Biedermann sucht Rettung in der Freundschaft mit den Brandstiftern, die – so hofft er – einem braven Bürger sicher nicht das Eigenheim anzünden. Bis die ganze Stadt in Flammen steht.

Das Stück entlarvt präzise eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Biedermann und die Brandstifter ist eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an kein Geheimnis aus ihren wahren Zielen machen. Das „Lehrstück ohne Lehre“ gehört seit Jahren nicht nur zum Theaterrepertoire, sondern auch zum Lektürekanon im Deutschunterricht und ist angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen vielleicht brisanter als je zuvor.

PFALZTHEATER KAISERSLAUTERN

Inszenierung: Jan Langenheim
Ausstattung: Anja Jungheinrich
Gespräch

WORT UND WEIN

Die Pfälzer sind ein rebellisches Völkchen. Ihr Zug auf das Hambacher Schloss im Jahr 1832 gilt als Auftakt zur deutschen Demokratiebewegung. Und auch 1849 ließen sie es sich nicht nehmen, der deutschen Revolution eine linksrheinische Variante hinzuzufügen. Friedrich Engels, der selbst dabei gewesen ist, kommentierte die Erhebung mit den Worten: „Wer die Pfalz nur einmal gesehen hat, begreift, dass eine Bewegung in diesem weinreichen und weinseligen Lande einen höchst heitern Charakter annehmen müsste.“ Wir befinden uns in einer Ära der Jahrestage. 1789, 1848, 1918, 1968, 1989 – all diese Daten stehen für einschneidende historische Veränderungen. Grund genug zurückzublicken auf die großen Momente, in denen Menschen für ihre Freiheit auf die Straße gingen und oft genug mit dem Leben bezahlten. Weil aber Geschichte nicht nur auf politischer Ebene geschrieben wird und sich unsere Reihe Wort und Wein als radikalregional versteht, befragen wir Menschen aus Ludwigshafen und Umgebung nach ihrer ganz persönlichen Revolution, nach jenem prägenden Moment, der irgendwann ihr Dasein komplett verändert hat. Was Johann Wolfgang von Goethe und andere Dichterinnen über den Freiheitskampf zu sagen haben, hören wir von Schauspielern unseres Götz von Berlichingen-Ensembles.

Die Annalen der Familie Knipser aus Laumersheim verzeichnen das Jahr 1948 als Zeitpunkt revolutionärer Veränderungen. Als einer der ersten Winzer in der Region begann Heinz Knipser damals mit der Flaschenweinabfüllung und Direktvermarktung an Privatkunden und Gastronomie. Sein Mut hat sich gelohnt, denn heute zählt das Weingut, das seit 1993 Mitglied im VDP ist, zu den Spitzenreitern deutscher Prädikatsweingüter. Was sich hinter der „Rotwein-Revolution“ verbirgt, die das Magazin Merian in Laumersheim verortet, verrät uns an diesem Abend der Winzer Volker Knipser.
AUF DIE BARRIKADEN!

PFALZBAU BÜHNEN LUDWIGSHAFEN

Zu Gast:
Daniela Kreh (Dipl. Sozialpädagogin/ freiberufliche Gästeführerin und Workshop-Leitung auf dem Hambacher Schloss)
Gabriele Oßwald (Künstlerin; Mitbegründerin und langjährige Leiterin des zeitraumexit Mannheim)
Dr. Roswita Schwarz (Dramaturgin Pfalzbau Bühnen)
Bernhard Wadle-Rohe (Lebendiger Demokrat aus der Künstlergruppe Büro für angewandten Realismus)
Stefan Schießleder, Luis Quintana und Meinolf Steiner (Schauspieler, Ensemble Götz von Berlichingen)
Weingut Knipser, Laumersheim

Moderation: Tilman Gersch
Tanz

THE GIFT

Soloabend getanzt von Eric Gauthier

Der israelische Choreograph Itzik Galili steht für psychologisch scharf durchleuchtete Situationen – und im Companydirektor Eric Gauthier finden sich viele Talente. Als Solist im klassischen Ballett, als Gitarrist einer Pop-Band, als Direktor einer zeitgenössischen Tanzcompagnie, als Tanzvermittler par excellence und als charmanter Entertainer schwimmt er auf der Bühne wie ein Fisch im Wasser. Nun hat Itzik Galili, der „Regisseur unter den Choreographen“, ein abendfüllendes Tanzstück für Eric Gauthier kreiert. The Gift handelt von einem Mann, der auf der Suche nach sich selbst ist. Aus Angst vor der Begegnung mit der inneren Welt hält er seine Erinnerungen fest verschlossen in Gläsern und Behältnissen. Wie eine Sammlung bilden diese Erinnerungen Türen in sein Leben. Um hinter die eigene Fassade zu blicken und mit Hilfe eines Lügendetektors die Wahrheit über sich herauszufinden, begibt er sich in ein Verhör. Die Zuschauer werden Zeuge einer Selbstbefragung, durch die der verwundbare Mensch hinter den Kulissen sichtbar wird. Choreographien, Lieder, Popsongs und Szenen formen den Abend zu einem vielfältigen Kaleidoskop. The Gift ist ein Geschenk an das Publikum, eine Danksagung an die Kunst, an das Leben und die Liebe.

THEATERHAUS STUTTGART

Gauthier Dance Company
Choreographie, Inszenierung & Text: Itzik Galili
Bühne, Kostüm & Licht: Itzik Galili
Musik: Claude Debussy, Jonny Greenwood, Gavin Bryars, Aaron J. Kernis, Peter Sculthorpe, Jaques Brel, Stephan M. Boehme, Eric Gauthier
Sounddesign, Komposition & Video: Stephan M.Boehme
Dramaturgie: Esther Dreesen-Schaback
Kamera: Rainhardt Albrecht-Herz / Jens Hürkamp
Choreographische Assistenz: Elisabeth Gibiat
Künstlerischer Coach: Egon Madsen
Konzert

4. SINFONIEKONZERT:
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz | Diakun | Velten

Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Marzena Diakun, Dirigentin
Ruth Velten, Saxophon


Richard Strauss: Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Gordon Kampe: Konzert für Sopran, Tenor- und Baritonsaxofon
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Das vielfältige kompositorische Schaffen des in Essen lebenden Komponisten Gordon Kampe umfasst Orchester- und Ensemblewerke, Kammermusik und Werke für Chor und Gesang, die von wichtigen zeitgenössischen Orchestern wie dem Ensemble Modern, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg u.a. interpretiert werden. Eine Reihe von Auftragswerken im Musiktheater entstanden u.a. für die Staatsoper Stuttgart (Zivilcourage. Musik für einen Platz UA 2009), die Deutsche Oper Berlin und das Saarländische Staatstheater (Kannst du pfeifen, Johanna UA 2013). Neben seinem Konzert für Sopran, Tenor- und Baritonsaxofon, interpretiert von der renommierten jungen Saxophonistin Ruth Velten, stehen bei diesem Konzert Strauss‘ technisch hochvirtuose Eulenspiegelstreiche und Mozarts große g-Moll-Sinfonie Nr. 40, eines seiner bekanntesten Werke, auf dem Programm. Die musikalische Leitung des Konzertes liegt in den Händen der herausragenden polnischen Dirigentin Marzena Diakun. Sie rückte in den internationalen Fokus, nachdem sie Chefdirigent Mikko Franck in mehreren Konzerten mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France erfolgreich vertrat. Zweite Preise beim Dirigentenwettbewerb der Tschechischen Republik im Rahmen des renommierten Festivals Prager Frühling sowie beim Internationalen Fitelberg-Dirigentenwettbewerb in Polen unterstreichen ihren Rang als eine führende Dirigentin unserer Zeit.

DEUTSCHE STAATSPHILHARMONIE RHEINLAND-PFALZ
Theater

DIE ORESTIE

Von Aischylos

Rache ist süß. Seit Anbeginn der Zeit treibt die Lust an der Vergeltung ansonsten ehrwürdige Menschen zu Mord und Totschlag. In Aischylos’ Orestie ist sie das zentrale Handlungsmotiv und führt zu einer grausamen Verkettung von Gewalttaten. Gibt es ein Entkommen aus der schicksalhaften Rachespirale, die sich durch einen Fluch in jeder Generation fortsetzt? Diese Frage stellt die junge Regisseurin Johanna Wehner in ihrer preisgekrönten Inszenierung an die Orestie. Auf großartige Weise macht sie die Aktualität des antiken Stoffes deutlich, ohne ihn banal auf die heutige Zeit zu übertragen. Am Ende fragt die Göttin Athene, ob die Menschen Gerechtigkeit oder Rache suchen. Ob sie ihr Handeln durch Vernunft und Verantwortung leiten lassen oder durch einen alten Fluch rechtfertigen wollen, der das ständige Morden vorherbestimmt. Wehner siedelt die Geschichte um Orest und seinen Rachemord an der Mutter und ihrem Liebhaber in der morbiden Atmosphäre einer baufälligen Villa an, die durch Licht und Musik noch betont wird. Die neun Darsteller treten mal als antiker Chor und mal in individuellen Rollen auf. Mal ist ihr Sprechen stark rhythmisiert, mal ergänzen sie gegenseitig ihre Sätze. Eine fulminante Ensembleleistung, geführt durch eine präzise Choreographie. In der Stimmenvielfalt zeigt sich das Nachdenken über die zentrale Frage: Verantwortung übernehmen und die Rachespirale unterbrechen oder sich in der Masse wegducken?

Für ihre Inszenierung von Roland Schimmelpfennigs Der goldene Drache am Staatstheater Stuttgart wurde Johanna Wehner vom Magazin Theater heute mehrfach als beste Nachwuchsregisseurin nominiert. Sie hat u.a. in München, Heidelberg, Jena, Freiburg, Frankfurt und Stuttgart gearbeitet, leitete in der Spielzeit 2013/14 zusammen mit Alexander Eisenach und Ersan Mondtag das Regiestudio des Schauspiels Frankfurt und war zuletzt Oberspielleiterin am Theater Konstanz. Ihre Orestie wurde 2017 in der Kategorie „Regie Schauspiel“ mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.

STAATSTHEATER KASSEL

Inszenierung: Johanna Wehner
Bühne: Benjamin Schönecker
Kostüme: Ellen Hofmann
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Michael Volk

Mit Caroline Dietrich, Eva-Maria Keller, Christina Weiser; Hagen Bähr, Marius Bistritzky, Christian Ehrich, Bernd Hölscher, Konstantin Marsch, Uwe Steinbruch
Performance

WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND

Generationenübergreifendes Rechercheprojekt von Giuseppina Tragni

Deutschland ruft die Gastarbeiter! Alles begann 1955, als ein rasantes Wirtschaftswachstum zu einem Arbeitskräftemangel führte und die Bundesrepublik Deutschland Arbeitskräfte im Ausland anwarb. Und sie kamen! Aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien. Sie alle brachten ihre Musik, ihre Sprache, ihre Erinnerungen, ihre Geschichten und auch ihre Sehnsüchte mit… Viele von ihnen blieben.

Giuseppina Tragni, neue Leiterin des Jungen Pfalzbaus, sammelte die Geschichten von Migranten und Migrantinnen der ersten Generation und ihren Kindern und Enkeln. Nun stehen drei Generationen auf der Bühne, sieben Spielerinnen und Spieler aus fünf Ländern. Zwischen 7 und 54 Jahre alt, tauchen sie mit den Besuchern ein in die Zeit, als ihre Eltern und Großeltern die Entscheidung trafen, nach Deutschland zu ziehen. In einer Collage erzählen sie von damals, von den Anfängen – vom Weggehen und vom Ankommen. Mit Bewegung, Sprache und Musik geben sie Einblicke in ihre persönliche Erlebniswelt und lassen die Zuschauer an ihrer ganz eigenen Geschichte anteilnehmen. Lieder und Tänze verschmelzen mit Wahrem und Erfundenem. Erinnerungen werden wach an eine Zeit, die viele Leben verändert hat.

Junger Pfalzbau

Inszenierung: Giuseppina Tragni
Co-Regie: Kaja Lorí
Kostüme: Petra Vascova

Mit Handan Akkaya-Kapan, Ricardo Espinosa, Kaja Lorí, Natice Orhan-Daibel, Helena Wolfert, Roman Wolfert, Giuseppina Tragni, Laura Shatri
Musiktheater

CATCH ME IF YOU CAN

Georg Münzel

Das auf dem gleichnamigen Spielfilm basierende Musical Catch me if you can erzählt die Geschichte des Trickbetrügers Frank, dessen kriminelle Karriere zunächst mit recht primitiven Versuchen der Scheckfälschung beginnt, ihm aber schließlich viel Geld einbringt. Euphorisch von seinen Erfolgen, gibt er sich nun, aus Bewunderung für diesen Beruf, erfolgreich als Pilot aus und bewirbt sich schließlich aus Liebe zu einer Krankenschwester auf die Stelle eines Oberarztpostens, obwohl er kein Blut sehen kann. Auch ist ihm das FBI auf den Fersen und zwingt ihn zu einem Leben auf der Flucht. Frank schafft es über Jahre hinweg, sich Geld zu ergaunern, Frauenherzen zu erobern und seinen ärgsten Verfolgern immer wieder ein Schnippchen zu schlagen, bis er sich ernsthaft verliebt… Mit viel Tanz, Gesang, Witz, wilden Verfolgungsjagden, Ohrwürmern und Liveband verzaubern die 16 Darsteller knapp zwei Stunden lang das Publikum. Die mitreißende, auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte über Gerechtigkeit, Gaunerei und Liebe bietet Liebhabern des Films, Musicalgängern und Familien beste Unterhaltung. In den Hauptrollen begeistern Walther Plathe und Ilja Richter.

Altonaer Theater

Mit: Walther Plathe, llja Richter
Buch: Terrence McNally
Musik: Mark Shaiman
Liedtexte: Scott Wittman und Marc Shaiman
Musiktheater

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Die Hochzeit des Figaro (Le nozze di Figaro) war die erste Zusammenarbeit zwischen Mozart und dem Wiener Hofdichter Lorenzo Da Ponte, der Don Giovanni und Così fan tutte folgen sollten. Der Komponist selbst soll den Stoff nach Beaumarchais‘ vorrevolutionärer Komödie La folle journée, ou Le mariage de Figaro aus dem Jahr 1781 vorgeschlagen haben – ein Wagnis, denn eine Aufführung der Komödie war wegen der politischen Tendenzen in Wien verboten. Der gedruckte Lesetext war von diesem Verbot jedoch nicht betroffen. Erzählt wird, wie Figaro und Susanna, Kammerdiener und Zofe von Graf und Gräfin Almaviva, nur gegen Widerstände und allerlei Intrigen die Erlaubnis zu ihrer Heirat erringen können. Auch wenn er das feudale Recht der ersten Nacht aufgehoben hat, stellt der Graf Susanna nach, während die Gräfin über die erloschene Liebe ihres Mannes trauert. Zudem macht Marcellina ein altes Heiratsversprechen Figaros geltend und der junge Cherubino, der zugleich in alle Frauen des Schlosses verliebt ist, trägt das Seine zu einem turbulenten erotischen Verwirrspiel bei, das Shakespeares Sommernachtstraum nahe kommt. Nicht zuletzt die Tiefe von Mozarts Musik lässt in die Seele der Figuren blicken, die Grenzen von Opera buffa und Opera seria werden aufgehoben, Graf und Gräfin wie Diener und Dienerin werden auf derselben Ebene als Menschen gezeigt.

PFALZTHEATER KAISERSLAUTERN

Text von Lorenzo Da Ponte
nach Beaumarchais

Musikalische Leitung: Uwe Sandner
Inszenierung: Andreas Bronkalla
Bühne und Kostüme: Herbert Murauer
Chor: Johannes Köhler
Tanz

GOLDEN DAYS

Golden Days präsentiert zwei zurückliegende Choreographien Johan Ingers, Rain Dogs und BLISS, die durch ein neues kurzes Solo, Birdland, miteinander verbunden sind. Rain Dogs und BLISS sind zwei markante Werke, die Jahre zuvor entstanden und konzeptionell und choreographisch weit voneinander entfernt sind: sie laden den Betrachter in zwei unterschiedliche Welten ein, obwohl sie wiederkehrende Themen in Johan Ingers Werk illustrieren: Verlust, Wechsel und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Das Solo Birdland zieht die Verbindung zwischen diesen beiden unterschiedlichen Lebensphasen, in einem rauen und rebellischen Schlag gegen alle Veränderungen im Leben. Das Konzept und was den Abend zusammenhält ist natürlich die Auswahl der Musik: Tom Waits, Patti Smith und Keith Jarrett. Durch ihre Musik und ihre Kunst haben diese Musiker eine ganze Generation beeinflusst und ihr geholfen, einen großen Wandel herbeizuführen. Wir fühlen eine Art Nostalgie und betrachten diese Zeit – besonders von heute aus gesehen – als einen Ort, an dem alles einfach und frei erschien.

Wenn wir älter werden, denken wir oft über unsere Lebensreise nach, und ich schaue ein für alle Mal mit einem zufriedenen Lächeln auf meinen Weg zurück, als die Dinge noch freundlich und sorgenfrei waren. Das waren goldene Tage! Johan Inger

COMPAGNIA ATERBALLETTO, ITALIEN

Choreographie: Johan Inger
Musik: Tom Waits, Patti Smith, Keith Jarrett
Bühne: Johan Inger
Kostüme: Johan Inger, Francesca Messori und Carolina Armenta
Licht: Peter Lundin
Blues

GET TOGETHER BY THE STEHBLUES

Von und mit Hanns Jörg Krumpholz und Martin Theuer

Songs der sechziger und siebziger Jahre

Da sind sie wieder, unsere lieben alten Freunde. Nein, nicht die beiden Helden des Kultfilms The Blues Brothers, sondern ihre kleinen Brüder, deren Auftritt auf der Hinterbühne unseres Theaters inzwischen Tradition hat. Wie ihre Vorbilder schwärmen The Little Blues Brothers für den Kuschelrock der sechziger und siebziger Jahre (des letzten Jahrhunderts…) und bringen so ziemlich alles mit, was er an Romantischem zu bieten hat: Die größten Hits der Beatles und der Stones, dazu die schönsten Balladen von Simon & Garfunkel, Neil Young, Pink Floyd und wie sie alle heißen. Zwischen den Songs halten die beiden ihre Gäste mit ihrer ganz eigenen Art von Entertainment bei Laune. Ihre Songs nehmen sie ernst, sich selbst nicht. Es ist angerichtet: Get together by the Stehblues!

THE LITTLE BLUES BROTHERS
Tanz

AIN’T MISBEHAVING

Tanztheater für die ganze Familie

Essen kann sich mitunter ganz schön dahinschleppen. Oder es artet regelrecht in eine Plage aus, es wird herumgekleckert und es herrscht ein Heidenlärm. Bis die Kinder zu hören bekommen: Iss deinen Teller auf, spiel nicht mit dem Essen herum, sonst verschwinde gefälligst von hier. Aber was dann? Irgendwo abwarten, bis sich die Gemüter beruhigt haben? Plötzlich sind die Kinder verschwunden und verstecken sich irgendwo im Haus. Das macht Spaß und ist aufregend für die Kinder, für die Eltern aber kann es der reinste Alptraum sein. Während sie versuchen, die Kinder aufzuspüren, wächst ihre Verzweiflung. Die niederländische Tanzcompagnie DeStilte hat für ihre neueste Kreation erstmals mit zwei international bekannten Komponisten zusammengearbeitet und wirft die Frage auf: Wer benimmt sich hier eigentlich daneben?

Ain’t misbehaving beschäftigt sich mit den kurzen Momenten, in denen Kinder unbeobachtet sind und der Aufmerksamkeit ihrer Eltern entwischen. Dann können sie die Gelegenheit nutzen, das ganze Haus zu erkunden und daraus mit ihrer Phantasie ein großes Abenteuer zu machen. Kinder genießen diese Entdeckerfreude und Erwachsene, die sich an ihre Kindheit erinnern, wissen das auch zu schätzen. Omroep Brabant

TANSTHEATER DESTILTE, BREDA (NIEDERLANDE)

Inszenierung und Choreographie: Jack Timmermans
Ausstattung: Joost van Wijmen
Musik: Mete Erker, Jeroen van Vliet
Video-Animation: Afterlight
Kabarett

SEIN ODER ONLINE

Kabarett von und mit Katalyn Bohn

Ein stadtneurotisches Kindergartenkind strandet auf einem Therapiebauernhof. Doch die Tiere sind längst online und chatten über die Frage: gibt es ein Leben vor Lidl? Die Mama des Kindes scheitert an ihrer heillosen Selbstoptimierung, während das städtische Krankenhaus zum frischen Start-up aufrüstet und Geschäftsmodelle wie Selfie-Geburt und Do-it-yourself-Sterben entdeckt. In einer einzigartigen Mischung aus Kabarett, Theater und Musik beleuchtet Katalyn Bohn Entfremdung und Überforderung in Zeiten der Totaldigitalisierung. Sie besingt Sitzheizungen und Atomkraftwerke, entlarvt den Online-Zauber und bringt federleicht Aufstieg und Fall der Menschheit auf den Punkt. „Ausgefallen, frech, gigantisch“ – findet die Presse. 2017 gewann Katalyn Bohn den Recklinghäuser Nachwuchs-Kabarett Preis „Kleiner Hurz“. Im selben Jahr wurde sie für verschiedene Preise nominiert: den Reinheimer Satire Löwe, den Melsunger Kabarettpreis „Scharfe Barte“ und als Vereinsmeisterin der Lach- und Schießgesellschaft München, außerdem 2018 für den Klagenfurter Kabarettpreis „Herkules“.

Katalyn Bohn studierte Schauspiel und Pantomime an der Folkwang Hochschule in Essen. Für ihr Abschluss-Soloprogramm erhielt sie 2004 den Folkwang- Preis. Anschließend war sie langjähriges Mitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, gastierte an weiteren Theatern und spielte in diversen Film- und Fernsehproduktionen mit. Seit 2016 ist sie fortlaufend in der Sitcom Leider lustig auf KIKA zu sehen. 2014 entwickelte sie ihr erstes Solo-Kabarettprogramm Miss Geschicke, mit dem sie bundesweit auf Tournee ging.

Sein oder online Digital, global, optimal! Vom Dilemma unseres maximaleffizienten Lebens
Aufführungen / Ballett Nationaltheater Oper Mannheim Mannnheim, Mozartstr. 9
Aufführungen / Theater Nationaltheater Schauspiel Mannheim Mannnheim, Mozartstr. 9
Aufführungen / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 93
Aufführungen / Theater Theatergemeinde Volksbühne Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Aufführungen / Konzert SWR Symphonieorchester Stuttgart, Neckarstraße 230
Aufführungen / Konzert D. Radio Philharmonie Kaiserslautern Kaiserslautern, Fruchthallstr. 1
Aufführungen / Theater Badisches Staatstheater Karlsruhe Karlsruhe, Baumeisterstr. 11
Aufführungen / Konzert Dt. Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen, Heinigstraße 40
Aufführungen / Konzert Kirchheimer Konzertwinter Kirchheim, Oberer Waldweg 7
Aufführungen / Aufführung Nibelungen Festspiele Worms, Von-Steuben-Str. 5
Aufführungen / Theater Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg e.V. Heidelberg, Bienenstr. 5
Aufführungen / Konzert Weingartner Musiktage Junger Künstler Weingarten, Wiesenstr. 30
Aufführungen / Theater Theater Baden-Baden Baden-Baden, Goetheplatz 1