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Lucerne Festival

Musik, die so erklingt, wie ihre Schöpfer sie sich vorgestellt haben. Musiker, die sich mit Hingabe und Leidenschaft ihrem Spiel widmen. Konzertbesucher, die mussevoll in die Klangwelten eintauchen, fernab der Alltagshektik. LUCERNE FESTIVAL macht’s möglich – seit über 75 Jahren.

Am idyllischen Vierwaldstättersee, in einer der schönsten historischen Altstädte der Welt treffen sich Jahr für Jahr die bedeutendsten Interpreten aus aller Herren Länder und feiern gemeinsam ein Fest der Musik: die berühmten Orchester, die legendären Dirigenten, die virtuosen Solisten. Im Konzertsaal von Jean Nouvel, gerühmt für seine phänomenale Akustik wie seine exquisite Architektur, begegnen sie ihrem nicht minder polyglotten Publikum: Rund 110.000 Gäste finden jährlich den Weg nach Luzern, um die drei Festivals zu Ostern, im Sommer und am Piano zu erleben.

Das Sommer-Festival ist das grösste in der Festspieltrias. Eröffnet wird es jeweils vom LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, das Claudio Abbado 2003 gegründet hat. Seit Sommer 2016 steht Riccardo Chailly an der Spitze dieses Klangkörpers de luxe aus international renommierten Solisten, Kammermusikern, Professoren und Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. Mit der von Pierre Boulez ins Leben gerufenen und seit 2016 von Wolfgang Rihm geleiteten LUCERNE FESTIVAL ACADEMY verfügt das Festival über eine eigene Meisterschule für Neue Musik: Hochbegabte junge Musiker aus der ganzen Welt widmen sich hier exklusiv den Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires, das mit den bedeutendsten Interpreten der Welt zur Aufführung gelangt, engagiert sich LUCERNE FESTIVAL intensiv im Bereich der Moderne. Jeden Sommer werden ein oder zwei «composers-in-residence» verpflichtet, deren Schaffen im Blickpunkt steht. Hinzu kommen als «artistes étoiles» besonders profilierte Interpreten, die auch dramaturgisch tätig werden und ihre Kunst in verschiedensten Zusammenhängen präsentieren. Eine jede Saison wird unter ein ausgewähltes Motto gerückt, das den Spielplan und die Werkauswahl prägt. Mit innovativen Veranstaltungsformaten wie der Kurzkonzertreihe «40min» oder «Young Performance» geht LUCERNE FESTIVAL neue Wege und öffnet sich breiteren Publikumsschichten.

Das 1988 gegründete Oster-Festival findet jeweils eine gute Woche in der Passionszeit bis einschliesslich Palmsonntag statt und widmet sich verstärkt der geistlichen Musik, sei es in der «Salle blanche» des KKL oder mit Konzerten im stimmungsvollen Ambiente der Luzerner Kirchen. Als jüngstes der drei Festivals gibt es seit 1998 alljährlich im November das Piano-Festival: Die gefeierten Tastenvirtuosen und die Nachwuchsstars kommen für neun Tage nach Luzern, um sich mit Rezitalen und Klavierkonzerten hören zu lassen. Und «Piano Off-Stage» ergänzt das klassische Programm um lange Jazz-Nächte in Luzerns schönsten Bars.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Festival

Piano Festival

Ein Lichtblick im späten November: Neun Tage lang versammelt das Luzerner Piano-Festival die Crème der internationalen Klavierszene – die legendären Meister und die Nachwuchsstars.

Dass «die Freiheit der Interpretation grenzenlos» ist, glaubt Igor Levit, der 2018 unser Piano-Festival eröffnet. Wir nehmen ihn beim Wort und präsentieren Ihnen im aktuellen Jahrgang einige Tastenstars, die mit unerschöpflicher Neugierde und Phantasie die grossen Meisterwerke des Klavierrepertoires ausloten und auch nie die Lust auf Neues verloren haben.

Sir András Schiff ist an gleich zwei Abenden zu hören, mit originell «komponierten» Programmen rund um die späten Klavierstücke von Johannes Brahms. Piotr Anderszewski versenkt sich in den bizarren Kosmos von Beethovens Diabelli-Variationen, Andreas Haefliger kombiniert mit Mozart und Ravel zwei Brüder im Geiste. Ganz auf den Kontrast dagegen setzt der Kult-Organist Cameron Carpenter, der Bachs Goldberg-Variationen mit dem HollywoodSound von Howard Hanson koppelt. Für höhere Erkenntnisse bürgt in jedem Fall Grigory Sokolov: Der russische Tastenmagier versteht es, selbst Werken, die wir bestens zu kennen glauben, noch unerwartete Aspekte abzugewinnen.

Der Tastentag am ersten Festivalwochenende steht unter dem Motto «Tanz auf den Tasten». Wie immer können Sie in unserer «Debut»-Reihe junge, aufstrebende Pianisten kennenlernen. Und natürlich geht es auch nach den Konzerten noch weiter, bis in die tiefe Nacht: mit «Piano Off-Stage» in den schönsten Bars von Luzern.
Meisterkurs

Meisterkurs Klavier 1
mit Andreas Haefliger

Teilnehmer des Meisterkurses
Andreas Haefliger, Leitung

Ausgewählte Werke vom Barock bis zur klassischen Moderne

Interpretatorische Ratschläge, aber auch ganz praktische Tipps von erfahrenen Meistern zu erhalten: Was für eine Möglichkeit für junge Instrumentalisten, die am Anfang ihrer Karriere stehen! Der Austausch zwischen den Generationen ist LUCERNE FESTIVAL seit jeher ein wichtiges Anliegen, und so wurden bereits wenige Jahre nach Gründung der Festspiele neben dem regulären Konzertprogramm auch Meisterkurse angeboten, bis heute. Und das nicht nur im Sommer, sondern auch beim Oster- und beim Piano-Festival: Bevor er am Abschlusswochenende Klavierkonzerte von Mozart und Ravel interpretiert, erarbeitet Andreas Haefliger mit acht Nachwuchspianisten fünf Tage lang ein breites Repertoire vom Barock bis zur klassischen Moderne und erläutert, worauf es ankommt bei einer geglückten Interpretation. Vielfältige Erkenntnisse sind garantiert – nicht nur für die aktiven Teilnehmer des Meisterkurses, sondern für alle neugierigen Hörer.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Musik

Preise für Gasthörer: CHF 15 (Tagespass)
Kartenverkauf an der Tageskasse vor Ort
Konzert

Rezital 2
Sir András Schiff

Mendelssohn | Beethoven | Brahms | Bach

Sir András Schiff, Klavier

Felix Mendelssohn (1809–1847):
Fantasie fis-Moll op. 28 Sonate écossaise
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate Fis-Dur op. 78
Johannes Brahms (1833–1897):
Acht Klavierstücke op. 76
Sieben Fantasien op. 116
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Englische Suite Nr. 6 d-Moll BWV 811

Ein Konzert besteht aus verschiedenen Kompositionen, aber es kann auch in sich selbst schon mit seiner Abfolge wie ein kleines Kunstwerk wirken. Kaum ein zweiter Pianist «komponiert» seine Programme so schön wie Sir András Schiff: Seine beiden Rezitale, die er zum 20. Jubiläum des Luzerner Piano-Festivals gestaltet, gruppiert er um das Spätwerk von Johannes Brahms, der sich zurückzuerinnern scheint: an ältere Kollegen, die er entweder, wie Robert Schumann, selbst gekannt oder, wie Mendelssohn und Mozart, zeitlebens bewundert hat; an den «Riesen» Beethoven, aus dessen Schatten er sich erst mühevoll herauskämpfen musste; oder an den Mythos Bach, der den Fixpunkt von Brahms’ geistiger Welt bildete. Im Wechselspiel seiner und ihrer Werke entsteht ein «Bündnis verwandter Geister», ein musikalisches Familienportrait in zwei Teilen: Traditionslinien werden freigelegt, überraschende Bezüge offenbar. Und plötzlich verschwindet die Zeit aus dem Raum: Der historische Abstand scheint aufgehoben, denn die künstlerischen Gemeinsamkeiten sind stärker als der Wandel der Epochen.

Aktion «Luege | Lose | Erläbe – gemeinsam ins Konzert»
Was gibt es Schöneres, als den Nachwuchs in die Geheimnisse der klassischen Musik einzuführen? Beim Kauf einer Eintrittskarte erhalten Erwachsene zwei gleichwertige Freikarten für ihre jugendliche Begleitung dazu.

Preise CHF 170 / 130 / 90 / 60 / 30
Konzert

Opening «Piano Off-Stage»

Sämtliche Off-Stage-Pianisten und -Pianistinnen

Ehud Asherie
Jon Davis
Jörg Hegemann
Chris Hopkins
David Ruosch
Julia Siedl
Thilo Wagner
Robi Weber
Andreas Müller-Crepon, Moderation


Schon Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt 2018 feiert, wusste: Die fein säuberliche Unterscheidung zwischen «U» und «E», zwischen «Unterhaltungsmusik» und «Ernster Musik» ist müssig. Es gibt nur gute oder schlechte Musik. Wir haben Bernstein beim Wort genommen und bereichern das klassische Programm unseres Piano-Festivals um den Jazz-Ableger «Piano Off-Stage» – seit 15 Jahren! Aber was heisst hier «Ableger»? Acht renommierte Meister der Improvisation aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und den USA gestalten auch in diesem Herbst, zur «Off-Stage»-Geburtstagsausgabe, wieder über 40 Gratiskonzerte. Und das in der ganzen Stadt: Von Mittwoch- bis Sonntagabend verzaubern sie uns in Luzerns stimmungsvollsten Bars und Restaurants mit feinstem Piano-Jazz. Doch zuvor spielen sie sich im KKL warm – eine ideale Gelegenheit, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Eintritt frei
Konzert

Debut 1
Haochen Zhang

Boulez | Debussy | Janáček | Liszt

Haochen Zhang, Klavier

Pierre Boulez (1925–2016):
Klaviersonate Nr. 1
Claude Debussy (1862–1918):
Bruyères aus Préludes pour Piano, 2ième livre
General Lavine – eccentric aus Préludes pour Piano, 2ième livre
La terrasse des audiences du clair du lune aus Préludes pour Piano, 2ième livre
Feux d’artifice aus Préludes pour Piano, 2ième livre
Leoš Janáček (1854–1928):
Im Nebel
Franz Liszt (1811–1886):
Klaviersonate h-Moll S 178

Ein ungewöhnliches Bekenntnis für einen jungen Pianisten: «Ich fühle mich unwiderstehlich zu Musik von nachdenklichem, introvertiertem Charakter hingezogen», erklärt der Chinese Haochen Zhang und räumt freimütig ein, dass diese Vorliebe auch mit seiner nach innen gerichteten Persönlichkeit zu tun habe. Kein Wunder, dass er sensible Klavierpoeten wie Radu Lupu, Murray Perahia und Alfred Cortot nennt, wenn er nach seinen Vorbildern gefragt wird. Doch gerade weil er sich von Tastendonner und ratternder Virtuosität distanziert, hat er eine bemerkenswerte Karriere vorzuweisen: 2009 gewann Zhang, mit erst 19 Jahren, den Ersten Preis und die Goldmedaille beim Van Cliburn-Wettbewerb, 2017 wurde ihm der renommierte «Avery Fisher Career Grant» verliehen. In den USA, wo er sein Studium bei Gary Graffman absolvierte, trat er bereits mit dem Philadelphia Orchestra, dem San Francisco Symphony und dem Los Angeles Philharmonic auf, in Europa mit dem London Symphony Orchestra sowie den Münchner Philharmonikern, und auch beim Israel Philharmonic war er schon zu Gast. Mit seinem Luzerner Debut setzt sich die Erfolgsgeschichte fort.

Preise CHF 30
Konzert

Piano Off-Stage

Sämtliche Off-Stage-Pianisten und -Pianistinnen

Ehud Asherie
Chris Hopkins
Jon Davis
David Ruosch
Jörg Hegemann
Julia Siedl
Thilo Wagner
Robi Weber


Jubiläum! Vor 15 Jahren fand «Piano Off-Stage», unser Jazz-Festival im Festival, erstmals statt – und erfreute sich auf Anhieb einer solchen Beliebtheit, dass es seither nicht mehr wegzudenken ist. Denn was gibt es Schöneres, als feinstem Klavierjazz zu lauschen, während die Eiswürfel im Whiskeyglas klirren? Zumal alle Konzerte gratis sind … Acht internationale Meister der Improvisation bestreiten von Mittwoch- bis Sonntagabend mehr als vierzig Auftritte in Luzerns stimmungsvollsten Bars.

Eintritt frei
Konzert

Rezital 3
Sir András Schiff

Schumann | Brahms | Mozart | Bach | Beethoven

Sir András Schiff, Klavier

Robert Schumann (1810–1856):
Thema mit Variationen Es-Dur WoO 24 Geistervariationen
Johannes Brahms (1833–1897):
Drei Intermezzi op. 117
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Rondo a-Moll KV 511
Johannes Brahms (1833–1897):
Sechs Klavierstücke op. 118
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Präludium und Fuge h-Moll BWV 869 (aus Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1)
Johannes Brahms (1833–1897):
Vier Klavierstücke op. 119
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate Es-Dur op. 81a Les Adieux

«Die westliche Musik erreicht einen absoluten Gipfel bei und mit Bach», glaubt Sir András Schiff. «Dann erlebt sie eine zweite goldene Ära in der Wiener Klassik bis zum Tod Schuberts 1828. Weitere produktive Phasen bilden Romantik und Spätromantik.» In seinen beiden Konzerten beim Piano-Festival konzentriert er sich ganz auf diese drei grossen Blütezeiten der Musikgeschichte und stellt sie im unmittelbaren Wechselspiel einander gegenüber. Dabei sorgt er für verblüffende Erkenntnisse, etwa was die Modernität der Komponisten angeht: «Man kann nicht ernsthaft behaupten, Brahms sei fortschrittlicher als Bach», erklärt er. Doch der Abend hält noch weitere Entdeckungen bereit: Wenn Schiff Beethoven spielt, wartet ein «metaphysisches und kosmisches» Erlebnis auf das Publikum, während Robert Schumanns letztes Werk, die Geistervariationen, die lange für die Schöpfung eines «Wahnsinnigen» gehalten wurden, einen zu Tränen rühren können. Dazu passen die späten Klavierstücke von Brahms, die Schiff als «herbstlich, melancholisch, resigniert» beschreibt. Ein bewegender Abschied – und doch kein Abgesang.

Preise CHF 170 / 130 / 90 / 60 / 30
Konzert

Debut 2
Schaghajegh Nosrati

Bach | Alkan

Schaghajegh Nosrati, Klavier

«Concert sans orchestre»
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Italienisches Konzert F-Dur BWV 971
Charles-Valentin Alkan (1813–1888)
Concerto pour piano seul op. 39 Nr. 8–10

Eigentlich hat Schaghajegh Nosrati ihren Einstand bei LUCERNE FESTIVAL schon gefeiert: Beim Oster-Festival 2018 stellte sie sich hier mit zwei Doppelkonzerten von Johann Sebastian Bach vor, im bewegenden Zusammenspiel mit ihrem grossen Förderer Sir András Schiff. Aber da diese junge Pianistin, die 1989 als Kind einer aus dem Iran stammenden Familie in Bochum geboren wurde, etwas ganz Besonderes ist, soll sie auch beim Piano-Festival mit einem Debut-Konzert geehrt werden. «Concert sans orchestre» nennt sie ihr Programm mit Werken von Bach und Alkan, die tatsächlich wie Solokonzerte angelegt sind – nur dass auch der «Orchesterpart» auf den Tasten erklingt. Bach leuchtet wie ein Leitstern über Nosratis Karriere, seitdem sie 2014 beim Leipziger Bach-Wettbewerb reüssierte und anschliessend mit ihrer Einspielung der Kunst der Fuge für Furore sorgte. Eine echte Entdeckung aber stellt das originelle Concerto pour piano seul des Franzosen Charles Valentin Alkan dar, eines Virtuosen aus dem 19. Jahrhundert, über den die Zeitgenossen behaupteten: «Wenn Chopin der Poet am Klavier ist und Liszt der Prophet, dann ist Alkan der liebe Gott.»

Preise CHF 30
Konzert

Rezital 4
Grigory Sokolov

Beethoven | Schubert

Grigory Sokolov, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate C-Dur op. 2 Nr. 3
Elf Bagatellen op. 119
Franz Schubert (1797–1828):
Vier Impromptus D 935

Kein anderer Pianist geht so unbeirrt und radikal seinen Weg wie Grigory Sokolov. Ein halbes Jahr lang beschäftigt er sich mit ein und denselben Werken, die er zu Gehör bringt, wo immer er auftritt. Dennoch stellt sich für ihn nie Routine ein – die Musik bleibt unerschöpflich. Auch weil jedes Konzert anders ist, weil jeder Tag etwas Neues bringt und sich mit dem wechselnden Publikum zwangsläufig die Rahmenbedingungen ändern. «Interpreten sind Interpreten ihrer Zeit, ob sie es wollen oder nicht, und die Zuhörer sind es auch», erklärte Sokolov 2016 in einem Gespräch mit der ZEIT, seinem ersten Interview nach fünfzehn Jahren des Schweigens. Das Ergebnis seiner Deutungen ist freilich einzigartig. Schuberts Impromptus, so urteilte die Süddeutsche Zeitung, klängen bei Sokolov, als «habe man sie noch nie zuvor gehört. Als spiele Schubert sie selbst vom noch tintennassen Blatt. Man meint, einer Art weisem Mönch zu begegnen, der die Musik in unendlichen Stunden der Übung bis auf ihren Grund durchdrungen hat, um gelegentlich das Publikum daran teilnehmen zu lassen. Ein bisschen brummelig zwar, aber keineswegs widerwillig.»

Preise CHF 170 / 130 / 90 / 60 / 30
Konzert

Debut 3
Federico Colli

Scarlatti | Bach | Busoni | Mussorgsky

Federico Colli Klavier

Domenico Scarlatti (1685–1757):
Klaviersonate f-Moll K. 19
Klaviersonate g-Moll K. 450
Klaviersonate D-Dur K. 492
Klaviersonate f-Moll K. 69
Klaviersonate d-Moll K. 32
Klaviersonate d-Moll K. 9
Klaviersonate d-Moll K. 1
Klaviersonate A-Dur K. 39
Johann Sebastian Bach (1685–1750) / Ferruccio Busoni (1866–1924):
Chaconne aus der Partita d-Moll BWV 1004
Modest Mussorgsky (1839–1881):
Bilder einer Ausstellung

Mit seinem grossen Vorbild Arturo Benedetti Michelangeli teilt er die Heimatstadt: Auch Federico Colli wurde im lombardischen Brescia geboren – allerdings 1988, 68 Jahre nach seinem Idol. Und dass er sein Luzerner Debut-Programm mit Scarlatti-Sonaten eröffnet, ganz so, wie es Michelangeli gerne machte, ist wohl ebenfalls kein Zufall. Freilich hat sich Colli mittlerweile selbst einen ausgezeichneten Ruf erworben: 2011 gewann er den Salzburger Mozart-Wettbewerb, 2012 errang er die Goldmedaille bei der «Leeds International Piano Competition». Seither trat er mit vielen berühmten Orchestern auf: mit dem Philharmonia Orchestra, dem Royal Philharmonic und dem BBC Symphony, mit dem Mariinsky Orchestra und den St. Petersburger Philharmonikern, mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi. Hinzu kamen Rezitale beim Ravinia Festival, in New York, Wien, Amsterdam, Paris oder Leipzig. Colli spiele mit glasklarem Ton und kalligraphischer Phrasierung, urteilte die Times: «Er achtet darauf, seine Hörer zunächst zu verführen, bevor er ihre Herzen im Sturm erobert.»

Preise CHF 30
Konzert

Rezital 5 − Orgel
Cameron Carpenter

Bach | Hanson

Cameron Carpenter, International Touring Organ

Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Aria mit 30 Veränderungen BWV 988 Goldberg-Variationen
Howard Hanson:
Sinfonie Nr. 2 op. 30 Romantic (für Orgel bearbeitet von Cameron Carpenter)

Er gilt als «Bad Boy» an der Orgel, und dafür gibt es viele Gründe. Schon rein phänotypisch entspricht Cameron Carpenter mit schrillem Irokesenhaarschnitt, Muskelshirt und Tanzschühchen so gar nicht den Vorstellungen, die man landläufig mit der guten, alten «Klassik» verbindet. Ganz abgesehen davon, dass er es gewagt hat, sein Instrument aus der Weihesphäre der Sakralmusik zu holen. Carpenter tritt selten in Kirchen auf und stimmt auch keine frommen Choräle an. Lieber präsentiert er seine eigenen Bearbeitungen grosser Sinfonien – und zwar auf der International Touring Organ, einem digitalen Instrument, bei dem er auf 186 elektronisch eingespeiste Register zurückgreifen und die Dynamik nach Belieben aussteuern kann. Selbst Musik von Bach interpretiert er darauf: «Ich bin mir sicher, dass jeder Bach so spielen kann, wie er es für richtig hält.» Einen echten «Tabubruch» freilich begeht Carpenter, wenn er nach den berührenden Goldberg-Variationen noch die Zweite Sinfonie des Amerikaners Howard Hanson zu Gehör bringt, ein musikalisches Spektakel, das im Film Alien Verwendung gefunden hat – grössere Kontraste liessen sich nicht denken.

Preise CHF 120 / 100 / 80 / 70 / 50 / 30
Konzert

Rezital 6
Nicolas Hodges

Birtwistle | Delz | Rihm | Ciurlo | Hilli | Tsukamoto

Nicolas Hodges, Klavier

Harrison Birtwistle (*1934):
Gigue Machine für Klavier
Christoph Delz (1950–1993):
Sils für Klavier op. 1
Wolfgang Rihm (*1952):
Klavierstück Nr. 7
Francesco Ciurlo:
Four Strips für Klavier
Uraufführungen | Preisträger des 7. Kompositionswettbewerbs der Stiftung Christoph Delz
Sebastian Hilli:
Rack and Pinion für Klavier
Uraufführung | Preisträger des 7. Kompositionswettbewerbs der Stiftung Christoph Delz
Eiko Tsukamoto:
Zickenzone für Klavier
Uraufführung | Preisträger des 7. Kompositionswettbewerbs der Stiftung Christoph Delz

Wer will schon immer dasselbe hören? Langeweile wird nicht aufkommen in der Matinee des britischen Pianisten Nicolas Hodges, präsentiert er doch gleich drei brandneue Partituren. Entstanden sind sie im Rahmen des Christoph-Delz-Kompositionswettbewerbs, der zum bereits siebten Mal stattfindet, zum vierten Mal in Zusammenarbeit mit LUCERNE FESTIVAL. Drei Finalisten hat die Jury ausgewählt: die Japanerin Eiko Tsukamoto, den Italiener Francesco Ciurlo und den Finnen Sebastian Hilli. Wer von ihnen die Krone davonträgt, entscheidet sich allerdings erst im Konzert, nach der Uraufführung der neuen Werke – nicht anhand des reinen Partiturstudiums also, sondern auf Grundlage auch des Höreindrucks. Diese Idee hätte Christoph Delz, dem Stifter des Wettbewerbs, sicherlich gefallen. Denn der früh verstorbene Basler Komponist war ein ausgesprochener Ohrenmensch. Lustvoll öffnete er sich in seinem Schaffen der Welt, liess sich von Umweltgeräuschen und Naturphänomenen inspirieren: in seinem offiziellen Opus 1, dem 1975 entstandenen Klavierstück Sils, von einem Spaziergang über den vereisten Silsersee im Oberengadin.

Preise CHF 50
Vortrag

Piano Lecture 2
Martin Meyer

«Gerade gestern»

Martin Meyer Vortrag
«Gerade gestern»​

Wie schnell die Zeit verfliegt! Auch für das musikalische Leben und seine Interpretationen, die uns just heute so enorm beschäftigen, um früher oder später doch irgendwie «historisch» oder gar vergessen zu werden. Trotzdem wollen wir nicht behaupten, dass die Geschichte der Interpretation nur eine Fortschrittsgeschichte zum Besseren und Besten ist. Deshalb blicken und hören wir ein wenig zurück, nach gestern und nach vorgestern, als noch andere Sitten am Klavier das Sagen hatten und andere Kapazitäten die Bühnen der Welt beherrschten. Die Grossen der Tasten (und manchmal auch die Halbgrossen) rühren uns aus der Erinnerung, ihre Namen lassen Konzerte von anno dazumal wiederaufleben. Und ihre Dokumente in Ton und Bild geben uns sodann Gelegenheit, zu überprüfen, ob Horowitz tatsächlich immer so mächtig auftrumpfte, Glenn Gould nur ein Asket oder Clara Haskil die Feinheit in Person war, Emil Gilels niemals danebengriff oder im Gegenteil recht oft, ohne dass das seine Beethoven-Deutungen massgeblich gestört hätte. So wird «Gerade gestern» eine kleine und durchaus subjektive, aus dem Leben des Referenten mitgetragene Zeitreise. Herzlich willkommen!

EINTRITT FREI
Konzert

Klavier-Konzert
Tonhalle-Orchester Zürich | Donald Runnicles | Andreas Haefliger

Strauss | Mozart | Ravel | Elgar

Tonhalle-Orchester Zürich
Donald Runnicles, Dirigent
Andreas Haefliger, Klavier


Richard Strauss (1864–1949):
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Konzert für Klavier und Orchester c-Moll KV 491
Maurice Ravel (1875–1937):
Klavierkonzert für die linke Hand D-Dur
Edward Elgar (1857–1934):
In the South (Alassio) op. 50

«Absolut einfach, nichts als Mozart.» Mit diesem erstaunlichen Bekenntnis charakterisierte Maurice Ravel einmal seine eigene Musik. Ob er recht damit hatte, wird Andreas Haefliger zeigen, wenn er zwei Klavierkonzerte der beiden Komponisten unmittelbar nacheinander spielt. Mozarts c-Moll-Konzert ist eines seiner liebsten: «Es verwirklicht wunderbar den Geist gelebter Kammermusik», erklärt Haefliger. «Orchester und Soloinstrument sind darin gleichwertige Dialogpartner, die sich gegenseitig ganz subtil Zwischenkommentare zuspielen.» Turbulenter zur Sache geht es in Ravels D-Dur-Konzert, das einen munteren Stilmix aus schwerelosen Tanzrhythmen, schwarzer Romantik und groovendem Jazz bietet – und uns glauben lässt, dass der Pianist hier mit beiden Händen und nicht nur mit seiner Linken zugreift. Der schottische Maestro Donald Runnicles und das Tonhalle-Orchester Zürich rahmen die beiden Konzerte mit zwei schmissigen spätromantischen Tondichtungen: dem unverwüstlichen Till Eulenspiegel von Richard Strauss und Edward Elgars melodienseliger Konzertouvertüre In the South – einer Hommage an den sonnigen Süden.

Preise CHF 120 / 100 / 80 / 70 / 50 / 30
Meisterkurs

Meisterkurs Klavier 2 mit Nicolas Hodges
Nicolas Hodges

Teilnehmer des Meisterkurses
Nicolas Hodges, Leitung

Ausgewählte Werke des 20. und 21. Jahrhunderts

Der Brite Nicolas Hodges bringt beim diesjährigen Piano-Festival nicht nur drei neue Werke zur Uraufführung (in seinem Rezital am Samstag, dem 24. November). Er vermittelt die zeitgenössische Musik auch an die nachrückende Pianistengeneration: In einem öffentlichen Meisterkurs erarbeitet er mit den Teilnehmern ausgewählte Klavierstücke des 20. und 21. Jahrhunderts – komplexe Partituren, die an den Interpreten nicht nur hohe technische Anforderungen stellen, sondern auch analytisch durchdrungen werden müssen. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Hodges, der selbst ein Kompositionsstudium absolviert hat, intensiv mit der Klaviermusik unserer Zeit. Zahlreiche neue Werke sind eigens für ihn entstanden, geschrieben von Komponisten wie Thomas Adès, Harrison Birtwistle, Elliott Carter, Beat Furrer, Wolfgang Rihm oder Salvatore Sciarrino. Hodges lehrt als Professor für Klavier an der Musikhochschule in Stuttgart, ausserdem ist er Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Musik und der Stiftung Christoph Delz

Eintritt frei
Konzert

Abschlusskonzert
Piotr Anderszewski

Bach | Beethoven

Piotr Anderszewski, Klavier

Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Präludium und Fuge C-Dur BWV 870 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Präludium und Fuge f-Moll BWV 881 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Präludium und Fuge Es-Dur BWV 876 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Präludium und Fuge dis-Moll BWV 877 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Präludium und Fuge As-Dur BWV 886 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Präludium und Fuge gis-Moll BWV 887 aus Das Wohltemperierte Klavier, Band 2
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli op. 120

Piotr Anderszewski und Beethovens Diabelli-Variationen: Das ist eine lange Geschichte. Normalerweise nehmen sich Pianisten dieses interpretatorisch extrem anspruchsvolle Spätwerk erst vor, wenn sie auf dem Zenit ihrer künstlerischen Erfahrungen stehen – Anderszewski aber studierte es schon als 19-Jähriger ein. Und stellte sich damit 1990 beim berühmten Klavierwettbewerb von Leeds vor. Alle sahen in ihm damals den sicheren Sieger der Konkurrenz, doch Anderszewski selbst war mit sich so unzufrieden, dass er im Halbfinale ausstieg: ein radikaler Schritt, der ihm allerdings grossen Respekt eintrug und seine Karriere nur beförderte. Zehn Jahre später war seine Deutung dann so ausgereift, dass der Regisseur Bruno Monsaingeon einen Film darüber drehte. Und heute, weitere zwei Jahrzehnte danach, wendet sich Anderszewski abermals dem berüchtigten Zyklus zu und erreicht nochmals ein neues Level: «Vielleicht war das die überzeugendste Lesart der Diabelli-Variationen, die ich jemals im Konzertsaal gehört habe», urteilte Andrew Clements im Guardian, nachdem der polnische Klavierpoet das Werk im April 2018 in London gespielt hatte.

Preise CHF 120 / 100 / 80 / 50 / 30
Ereignisse / Konzert Hochschule Luzern Luzern, Zentralstrasse 18
Ereignisse / Festival Stanser Musiktage Stans, Schmiedgasse 8
Ereignisse / Konzert Zürcher Kammerorchester Zürich, Seefeldstr. 305