zur Startseite

Lucerne Festival

Musik, die so erklingt, wie ihre Schöpfer sie sich vorgestellt haben. Musiker, die sich mit Hingabe und Leidenschaft ihrem Spiel widmen. Konzertbesucher, die mussevoll in die Klangwelten eintauchen, fernab der Alltagshektik. LUCERNE FESTIVAL macht’s möglich – seit über 75 Jahren.

Am idyllischen Vierwaldstättersee, in einer der schönsten historischen Altstädte der Welt treffen sich Jahr für Jahr die bedeutendsten Interpreten aus aller Herren Länder und feiern gemeinsam ein Fest der Musik: die berühmten Orchester, die legendären Dirigenten, die virtuosen Solisten. Im Konzertsaal von Jean Nouvel, gerühmt für seine phänomenale Akustik wie seine exquisite Architektur, begegnen sie ihrem nicht minder polyglotten Publikum: Rund 110.000 Gäste finden jährlich den Weg nach Luzern, um die drei Festivals zu Ostern, im Sommer und am Piano zu erleben.

Das Sommer-Festival ist das grösste in der Festspieltrias. Eröffnet wird es jeweils vom LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, das Claudio Abbado 2003 gegründet hat. Seit Sommer 2016 steht Riccardo Chailly an der Spitze dieses Klangkörpers de luxe aus international renommierten Solisten, Kammermusikern, Professoren und Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala. Mit der von Pierre Boulez ins Leben gerufenen und seit 2016 von Wolfgang Rihm geleiteten LUCERNE FESTIVAL ACADEMY verfügt das Festival über eine eigene Meisterschule für Neue Musik: Hochbegabte junge Musiker aus der ganzen Welt widmen sich hier exklusiv den Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires, das mit den bedeutendsten Interpreten der Welt zur Aufführung gelangt, engagiert sich LUCERNE FESTIVAL intensiv im Bereich der Moderne. Jeden Sommer werden ein oder zwei «composers-in-residence» verpflichtet, deren Schaffen im Blickpunkt steht. Hinzu kommen als «artistes étoiles» besonders profilierte Interpreten, die auch dramaturgisch tätig werden und ihre Kunst in verschiedensten Zusammenhängen präsentieren. Eine jede Saison wird unter ein ausgewähltes Motto gerückt, das den Spielplan und die Werkauswahl prägt. Mit innovativen Veranstaltungsformaten wie der Kurzkonzertreihe «40min» oder «Young Performance» geht LUCERNE FESTIVAL neue Wege und öffnet sich breiteren Publikumsschichten.

Das 1988 gegründete Oster-Festival findet jeweils eine gute Woche in der Passionszeit bis einschliesslich Palmsonntag statt und widmet sich verstärkt der geistlichen Musik, sei es in der «Salle blanche» des KKL oder mit Konzerten im stimmungsvollen Ambiente der Luzerner Kirchen. Als jüngstes der drei Festivals gibt es seit 1998 alljährlich im November das Piano-Festival: Die gefeierten Tastenvirtuosen und die Nachwuchsstars kommen für neun Tage nach Luzern, um sich mit Rezitalen und Klavierkonzerten hören zu lassen. Und «Piano Off-Stage» ergänzt das klassische Programm um lange Jazz-Nächte in Luzerns schönsten Bars.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Lucerne Festival bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Lucerne Festival

Festival

TEODOR

Ein Wochenende mit Teodor Currentzis und Freunden

Mi, 1.4.2020 - Sa, 4.4.2020 | Festival

Vom 1. bis 4. April 2020 präsentieren wir das erste der neuen musikalischen Wochenenden bei LUCERNE FESTIVAL und haben als ersten Künstler für diese Premiere den griechischen Pultmagier Teodor Currentzis eingeladen. Vier Tage lang können Sie in seinen künstlerischen Kosmos eintauchen: Currentzis wird Beethovens Neunte Sinfonie, Philippe Hersants bewegende Choroper Tristia und ein ungewöhnliches Vokalprogramm dirigieren. Hinzu kommen eine öffentliche Probe, ein Filmportrait und eine Podiumsdiskussion.

TEODOR bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte TEODOR

Konzert

LUX AETERNA:
musicAeterna | Teodor Currentzis

von Bingen | Ligeti | Retinsky u.a.

musicAeterna
(Vitaly Polonsky, Einstudierung)
Teodor Currentzis, Dirigent


Hildegard von Bingen (1098–1179): O vis aeternitatis
György Ligeti (1923–2006): Lux aeterna
Alexey Retinsky (*1986): Salve Regina
Byzantinische Gesänge
u. w.

Zu den Markenzeichen von Teodor Currentzis und musicAeterna gehörte von Anfang an, dass sie sich nicht auf das Kernrepertoire aus der Klassik und der Romantik beschränken, sondern die Musikgeschichte in beide Richtungen der Zeitachse tief ausloten wollen: bis ins Mittelalter auf der einen, hinein in die Gegenwart auf der anderen Seite. Das Eröffnungskonzert des «Teodor»-Wochenendes greift deshalb nicht zufällig Werke aus fast tausend Jahren auf und rückt sie in ein ebenso perspektiven- wie aufschlussreiches Wechselspiel. Unter dem Titel Lux aeterna trifft die Äbtissin Hildegard von Bingen auf den Avantgardisten György Ligeti, begegnen uralte byzantinische Gesänge aus Currentzis’ griechischer Heimat der Musik des jungen Ukrainers Alexey Retinsky. Mit verblüffendem Erkenntnisgewinn: Das vermeintlich Alte klingt mit einem Mal frappierend modern, das scheinbar Neue offenbart unerwartete Bezüge zur Tradition. Im Mittelpunkt aber steht der Mensch mit seinem Wunsch, die Endlichkeit zu überwinden – und was könnte besser den Vorschein auf die Ewigkeit eröffnen als die Musik? Teodor Currentzis und sein fabelhafter Chor laden ein zu einer spirituellen Reise in vorösterlicher Zeit.

LUX AETERNA: musicAeterna | Teodor Currentzis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUX AETERNA: musicAeterna | Teodor Currentzis

Konzert

TRISTIA:
musicAeterna | Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Teodor Currentzis

Hersant

musicAeterna
(Vitaly Polonsky, Einstudierung)
Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Teodor Currentzis, Dirigent
Mikhail Meylach, Sprecher


Philippe Hersant (*1948): Tristia
Choroper für gemischten Chor und Instrumentalensemble

Ist es Alte Musik oder Neue? Folklore, Klassik oder Minimal Music? Orthodoxer Gesang oder ein Musikdrama? Philippe Hersants Choroper Tristia entzieht sich jeder Einordnung – und ist gerade deshalb ein fesselndes Ereignis, wie man es nur selten erleben kann. Teodor Currentzis gab das Werk bei dem 1948 geborenen französischen Komponisten in Auftrag und brachte es 2016 mit musicAeterna in Perm zur Uraufführung. In Tristia, das man mit «Klagelieder» übersetzen könnte, vertont Hersant 33 Gedichte, die in russischen und französischen Gefangenenlagern entstanden, darunter Verse von Ossip Mandelstam und Warlam Schalamow. Sie drücken Wut aus und Verzweiflung, aber auch Hoffnung auf Gerechtigkeit und eine bessere Zukunft. Rezitiert werden sie von Mikhail Meylach, der selbst in einem Gulag inhaftiert war. Hersant koppelt die Chorstimmen auch mit volkstümlichen Instrumenten wie der Mundharmonika, dem Akkordeon oder der armenischen Duduk-Oboe; seine Musik ist rhythmisch prägnant, dramatisch und zugleich von ätherischer Schönheit. Denn es geht, so Teodor Currentzis, um «das Kostbarste, was wir haben»: die Freiheit.

TRISTIA: musicAeterna | Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Teodor Currentzis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte TRISTIA: musicAeterna | Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Teodor Currentzis

Konzert

MEET TEODOR:
Eine Begegnung in drei Akten

musicAeterna
Teodor Currentzis, Dirigent


«Eine Begegnung in drei Akten»

Wenn Sie Teodor Currentzis näher kennenlernen und ihn bei der Arbeit mit seinem Ensemble musicAeterna erleben wollen, dann sollten Sie diese Veranstaltung nicht verpassen. Im Rahmen einer öffentlichen Probe im KKL-Konzertsaal wird der griechische Maestro zunächst an seiner Interpretation von Beethovens Neunter Sinfonie feilen, bevor er in einem Gespräch (in Englisch) Einblicke in sein Beethoven-Verständnis eröffnet und erklärt, worauf es ihm bei der Interpretation dieses Komponisten ankommt. Und anschliessend wechselt Currentzis gemeinsam mit den Festivalbesucherinnen und -besuchern ins KKL-Foyer, wo Sie in lockerer Atmosphäre direkt mit dem Künstler ins Gespräch kommen können. Eine Begegnung in drei Akten also.

MEET TEODOR: Eine Begegnung in drei Akten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte MEET TEODOR: Eine Begegnung in drei Akten

Film

FILMPORTRAIT:
«Die Sprache unserer Träume»

«Die Sprache unserer Träume». Der Dirigent Teodor Currentzis
Dokumentation von Andreas Ammer | SWR 2018 | 60’

«Die wichtigste Arbeit findet nicht auf der Bühne statt, sondern überall sonst», ist Teodor Currentzis überzeugt. Und genau dorthin folgt ihm das Filmportrait Die Sprache unserer Träume. Acht Monate lang hat der deutsche Regisseur Andreas Ammer den charismatischen Dirigenten begleitet. Er hat ihn bei Proben mit dem SWR Symphonieorchester beobachtet, dem Currentzis seit 2018 als Chefdirigent vorsteht. Er hat ihn an seiner alten Wirkungsstätte in Perm besucht, wo er von 2011 bis 2019 das Opernhaus leitete und in der akribischen Arbeit mit seinem Ensemble musicAeterna seine Karriere lancierte. Er hat Currentzis auf Gastspielen begleitet und zahlreiche Gespräche mit ihm geführt. Entstanden ist dabei ein facettenreiches Portrait des beeindruckenden Musikers, der seinen Beruf auch als spirituelle Mission begreift.

Eintritt frei

FILMPORTRAIT: «Die Sprache unserer Träume» bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte FILMPORTRAIT: «Die Sprache unserer Träume»

Gespräch

PODIUMSDISKUSSION:
«Our Time Is Now»

«Our Time Is Now». Teodor Currentzis – ein neues Zeitalter im Musikleben?

Als Rebell in der Klassikszene begann Teodor Currentzis seine Karriere, doch längst hat er den Betrieb selbst verändert: durch sein unorthodoxes Auftreten, seine Unbedingtheit, seine künstlerische Kompromisslosigkeit. Was das Phänomen Currentzis für das Musikleben bedeutet, darüber sprechen der Musikkritiker Christian Wildhagen, Intendant Michael Haefliger und Musiker mit Susanne Stähr.

Eintritt frei

PODIUMSDISKUSSION: «Our Time Is Now» bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte PODIUMSDISKUSSION: «Our Time Is Now»

Konzert

BEETHOVENS NEUNTE:
musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten

musicAeterna
(Vitaly Polonsky, Einstudierung)
Teodor Currentzis, Dirigent
Solisten


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

«Beethoven ist Beethoven», weiss Teodor Currentzis und begreift den vermeintlichen Klassiker als Revolutionär, der keiner Epoche allein zugeordnet werden kann, sondern über seine Zeit weit ausgreift und bis heute ungebrochen aktuell geblieben ist. Auch deshalb lasse sich Beethovens Musik, so glaubt der griechische Dirigent, immer wieder neu deuten und halte ganz verschiedene Interpretationen aus – wie ein Orakel, das sein Geheimnis nie preisgibt. Kein Wunder, dass sich Currentzis an diesem Monolithen der Musikgeschichte stetig reibt und ihn nur zu gern auf seine Programme setzt. Auch im Beethoven-Jahr 2020: In Luzern bringt er mit dem Chor und dem Orchester seines Ensembles musicAeterna die wirkungsmächtigste aller neun Beethoven-Sinfonien zu Gehör und verkündet damit die Botschaft, dass alle Menschen zusammengehören, auch und gerade in Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung: «Diesen Kuss der ganzen Welt!» Und natürlich wird Currentzis, der begnadete Pultekstatiker, die berühmte Freudenmelodie des Finales mitreissend und Beethovens Botschaft weltumarmend ausgestalten.

- Ausverkauft -

BEETHOVENS NEUNTE: musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte BEETHOVENS NEUNTE: musicAeterna | Teodor Currentzis | Solisten

Festival

Sommer-Festival

Vier Wochen, über 100 Konzerte: Die Weltstars der Klassik im Herzen der Schweiz.

Fr, 14.8.2020 - So, 13.9.2020 | Festival

LUCERNE FESTIVAL – das sind unvergessliche Konzerterlebnisse in einzigartiger Festspielatmosphäre. Sichern Sie sich mit unseren attraktiven Sommer-Abos frühzeitig Ihre Karten für die Weltstars der Klassik und erleben Sie Konzert-Highlights in Serie!

Sommer-Festival bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Sommer-Festival

Konzert

Russian National Youth Symphony Orchestra | Valentin Uryupin | Sergei Dogadin

Music for Future 1

Russian National Youth Symphony Orchestra
Valentin Uryupin, Dirigent
Sergei Dogadin, Violine


Michail Glinka (1804–1857):
Ouvertüre zur Oper Ruslan and Ludmilia
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893):
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
Sergej Rachmaninow (1873–1943):
Sinfonische Tänze op. 45

Vorfreude ist die schönste Freude. Weshalb wir das Sommer-Festival diesmal schon vor dem offiziellen Eröffnungskonzert beginnen lassen: mit dem Mini-Festival «Music for Future». Eingeladen haben wir Interpreten der jungen Generation, aus Russland und Grossbritannien, Uganda und der Schweiz. Denn von ihnen wird abhängen, wie das Musikleben künftig aussieht. Und dabei geht es auch um Teilhabe für Menschen aller Kontinente, die durch die Weltsprache Musik verbunden werden. Den Auftakt macht das Russian National Youth Symphony Orchestra, mit einem Streifzug durch 100 Jahre russischer Musikgeschichte. Der Bogen spannt sich von Michail Glinka, dem «Vater der russischen Musik», bis zu Sergej Rachmaninows Sinfonischen Tänzen, mit denen der Spätestromantiker anderthalb Jahre vor seinem Tod im amerikanischen Exil auf sein Schaffen zurückblickte: Wehmütiges Melos trifft hier auf hochvirtuose Orchesterkunst. Überdies erklingt einer der «Greatest Hits» des Violinrepertoires, interpretiert vom jungen russischen Geiger Sergei Dogadin, der 2019 den berühmten Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb gewinnen konnte.

Russian National Youth Symphony Orchestra | Valentin Uryupin | Sergei Dogadin bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Russian National Youth Symphony Orchestra | Valentin Uryupin | Sergei Dogadin

Konzert

Leia Zhu | Kumi Matsuo

Music for Future 2

Leia Zhu, Violine
Kumi Matsuo, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Violinsonate D-Dur op. 12 Nr. 1
Henri Wieniawski (1835–1880):
Variationen über ein eigenes Thema op. 15
Felix Mendelssohn (1809–1847):
Violinsonate F-Dur
Maurice Ravel (1875–1937):
Tzigane. Konzertrhapsodie für Violine und Klavier

Im «Kindheitssommer» 2018 war sie mit elf Jahren die jüngste Interpretin bei LUCERNE FESTIVAL: Leia Zhu, britische Geigerin mit chinesischen Wurzeln. «Tiefenentspannt und teuflisch souverän» spiele sie, konnte man danach in der Presse lesen, und mancher staunte darüber, dass hier schon eine reife Künstlerin auf der Bühne stand, die weit mehr bot als eingedrillte Virtuosität. Jetzt, zwei Jahre älter und reicher um viele neue Erfahrungen, darunter Auftritte mit dem berühmten Mariinsky Orchestra und dem English Chamber Orchestra, kehrt Leia Zhu zum Festival zurück: mit einem Rezital in der Lukaskirche. Natürlich ist es manchmal nicht einfach für die 13-Jährige, ihr riesiges Pensum mit all den verschiedenen Aufgaben unter einen Hut zu bekommen: «Ich muss zur Schule gehen und Hausaufgaben machen, ich liebe es, zu lesen und Sport zu treiben, und dann reise ich auch noch viel rum. Da muss man effizient sein und den Tag gut organisieren», erklärt sie selbstbewusst und weiss: «Wenn ich einmal nicht so viel üben kann, ist das nicht das Ende der Welt. Wichtiger ist, sich gut zuzuhören und ehrlich zu sich selbst zu sein.»

Leia Zhu | Kumi Matsuo bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Leia Zhu | Kumi Matsuo

Konzert

Brass for Africa | Lizzie Burrowes

Music for Future 3 – Open Air

Brass for Africa
Lizzie Burrowes, Dirigentin


«Musik schafft Perspektiven»
Afrikanische Melodien und Brass-Klassiker

Was macht man mit dreissig Blechblasinstrumenten, die ungenutzt in einer Ecke liegen? Der Brite Jim Trott, der als Pilot regelmässig afrikanische Länder anfliegt, hatte eine gute Idee. Er brachte die Instrumente nach Uganda und spendete sie dort einem Waisenhaus. Bei weiteren Besuchen konnte er beobachten, wie positiv die Musik das Leben der Kinder und Jugendlichen veränderte: Sie förderte ihr Selbstvertrauen, aber auch ihr Konzentrationsvermögen, ihre Ausdauer oder die Fähigkeit, gemeinsam Probleme zu lösen. Und so gründete Trott, selbst ein passionierter Trompeter, 2009 die Wohltätigkeitsorganisation Brass for Africa, die heute über 1.000 benachteiligte Kinder und Jugendliche in Uganda, Liberia und Ruanda unterstützt: mit Instrumenten und Musikunterricht, mit Rat und Tat im Alltag und mit der Schulung von Mitarbeitern vor Ort (viele von ihnen ehemalige Teilnehmer). Erstmals kommt nun ein zehnköpfiges Ensemble aus der ugandischen Hauptstadt Kampala in die Schweiz: Unter freiem Himmel, direkt vor dem KKL Luzern, erklingen mitreissende Arrangements traditioneller afrikanischer Musik und Brass-Klassiker.

Eintritt frei

Brass for Africa | Lizzie Burrowes bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Brass for Africa | Lizzie Burrowes

Konzert

Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth

Music for Future 4 – Open Air

Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL
Chor des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL
Gerald Wirth, Dirigent


«Superar Suisse and Friends»
Preview zum Familienkonzert

«Superar» bedeutet auf Deutsch «über sich hinauswachsen». Und genau darum geht es im sommerlichen Music Camp, das LUCERNE FESTIVAL zum bereits dritten Mal gemeinsam mit Superar Suisse anbietet: Junge Musikerinnen und Musiker – Sänger, Instrumentalisten und in diesem Jahr erstmals auch Tänzer – kommen für eine Woche am Vierwaldstättersee zusammen, um unter Anleitung des Dirigenten Gerald Wirth sowie zahlreicher Tutoren ein Programm einzustudieren, mit dem sie am Eröffnungswochenende im grossen Konzertsaal des KKL Luzern auftreten. Sie tauchen in die kreative Festspielatmosphäre ein, begegnen den Musikerinnen und Musikern des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, die zur selben Zeit für ihre Konzerte proben – und lernen sich gegenseitig näher kennen, nicht nur in den täglichen Sessions, sondern auch auf Ausflügen in die Umgebung. Kurzum: Das gemeinsame Musizieren motiviert dazu, Grenzen zu überwinden und über sich hinauszuwachsen. Bei einem Open-Air-Auftritt auf dem Europaplatz präsentieren Chor und Orchester des Music Camps unmittelbar vor der offiziellen Festspieleröffnung schon Auszüge aus ihrem diesjährigen Programm.

Eintritt frei

Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth

Konzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly

Eröffnungskonzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Riccardo Chailly, Dirigent


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Gustav Mahler (1860–1911):
Sinfonie Nr. 1 D-Dur

Mit dem Götterfunken, dem Feuer, das Prometheus vom Olymp raubt, beginnt das Sommer-Festival 2020. Ludwig van Beethoven verstand sich als Wahlverwandter des antiken Titanen, wollte er doch «die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verbreiten»: mit seiner zündenden Musik, die eine beglückende, befreiende, freudige Wirkung auslöst. Riccardo Chailly und das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA stellen Beethovens Prometheus-Ouvertüre deshalb an den Anfang des Eröffnungskonzerts. Und lassen die «elektrisierende» Erste Sinfonie folgen, in deren Finale Beethoven eine Art Schöpfungsgeschichte erzählt: Zunächst baut er die acht Stufen der C-Dur-Tonleiter Schritt für Schritt auf, um mit diesem musikalischen Rohmaterial sein komödiantisches Spiel zu treiben. Ganz ähnlich verfuhr Gustav Mahler in seinem sinfonischen Erstling, der mit Naturlauten anhebt: Über sphärischen Klangflächen ertönen Vogelrufe, Fanfaren, Signale. Aus diesem Urnebel tritt der Mensch in die Welt, dessen Leben Mahler in vier Sätzen musikalisch schildert, vom Überschwang der Jugend bis zur Einkehr ins Paradies.

Das Eröffnungskonzert live auf Grossleinwand
Fr, 14.08. | 18.30 Uhr, Inseli
Eintritt frei
Rollstuhlplätze reservieren Sie bitte unter t +41 (0) 41 226 44 80 (10.00-17.00 Uhr)

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly

Familienprogramm

Tänzer, Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth | Solisten

Familienkonzert

Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL
Chor des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL
Tänzer des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL
Gerald Wirth, Dirigent
Benjamin Engeli, Klavier
Royston Maldoom, Choreographie
Tamara McLorg, Choreographie


William Boyce (1711–1779):
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 2
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Finale aus der Chorfantasie c-Moll op. 80
und Werke weiterer Komponisten

«Jeder kann tanzen», ist der britische Choreograph und Tanzpädagoge Royston Maldoom überzeugt. Weshalb er nicht nur mit professionellen Tänzern zusammenarbeitet, sondern auch und vor allem mit Laien. Zahllose Community-Dance-Projekte mit Kindern und Erwachsenen auf der ganzen Welt hat Maldoom durchgeführt. Einem breiten Publikum bekannt geworden ist er durch den Kinohit Rhythm Is It!, der zeigt, wie er mit Berliner Schülern Strawinskys Ballett Le Sacre du printemps einstudiert. Nun kommt er nach Luzern: In der dritten Ausgabe des Music Camp, das LUCERNE FESTIVAL seit 2018 allsommerlich mit Superar Suisse durchführt, wirken neben Sängern und Instrumentalisten erstmals auch Tänzer mit. Maldoom wird mit ihnen eine Choreographie zu Musik des englischen Barockkomponisten William Boyce erarbeiten. Daneben erklingt u. a., passend zum Jubiläumsjahr, Beethovens Chorfantasie. Die Teilnehmer des Music Camp bilden eine grosse Gemeinschaft, tauschen sich aus und lernen voneinander, von ihren Coaches sowie von Mitgliedern des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA. Eine einmalige, ermutigende Erfahrung.

In Kooperation mit Superar Suisse

Für alle ab 7 Jahren

Tänzer, Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth | Solisten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Tänzer, Chor und Orchester des Music Camp von LUCERNE FESTIVAL | Gerald Wirth | Solisten

Konzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Martha Argerich

Sinfoniekonzert 1

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Riccardo Chailly, Dirigent
NN, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Ausgewähltes Klavierkonzert
Gustav Mahler (1860–1911):
Sinfonie Nr. 1 D-Dur

«Eine Komposition», weiss Martha Argerich, «erschöpft sich niemals; nur die Interpreten, die ihre Noten mechanisch herunterklimpern, sind irgendwann erschöpft.» Diese Gefahr besteht bei der argentinischen Meisterpianistin jedoch kaum. Nicht einmal bei einem Werk, das sie länger durch ihre einzigartige Laufbahn begleitet hat als jedes andere: Beethovens Erstes Klavierkonzert. 1949, als sie gerade einmal sieben Jahre war, debutierte sie damit beim Orquesta Sinfónica de Radio El Mundo. Sogar ein Mitschnitt hat sich von diesem Auftritt erhalten und ist im Internet abrufbar: ein verblüffendes Dokument früher Reife. Doch natürlich hat Argerich im Lauf der Jahrzehnte immer wieder neue Facetten an Beethovens C-Dur-Konzert entdeckt. Und so wird es auch sein, wenn sie ihr «Cheval de bataille» nun mit Riccardo Chailly und dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA aufführt. Auch mit Chailly verbindet sie eine schon 30-jährige künstlerische Partnerschaft. «Martha hat eine unglaubliche Ausstrahlung», schwärmt der Maestro. «Sobald sie ihre Finger auf die Tasten setzt, zieht sie einen magisch in ihr musikalisches Reich hinein.»

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Martha Argerich bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Martha Argerich

Konzert

Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Steven Verhaert | Streichersolisten

Late Night 1

Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Steven Verhaert, Dirigent
Streichersolisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA


Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Jauchzet, frohlocket aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248
Arrangiert für Brass Ensemble von Steven Verhaert
Felix Mendelssohn (1809–1847):
Oktett für vier Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli Es-Dur op. 20
Richard Strauss (1864–1949):
«Allegro con brio» aus der Sonatine Nr. 2 Es-Dur für 16 Bläser Die fröhliche Werkstatt
Arrangiert für Brass Ensemble von Steven Verhaert

Nicht nur zur Weihnachtszeit … Johann Sebastian Bach schrieb den Eingangschor seines Weihnachtsoratoriums, das berühmte «Jauchzet, frohlocket», ursprünglich 1733 als Geburtstagsgruss für die sächsische Kurfürstin Maria Josepha, auf die Worte «Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!» Erst im Jahr danach versah er ihn mit neuem Text und widmete ihn Christi Geburt. Warum das Werk also nicht im Sommer spielen? Zumal sein freudiger Charakter kaum besser zum Motto des diesjährigen Festivals passen könnte. Das Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA hat Steven Verhaert um ein peppiges Arrangement gebeten. Und der steuert auch noch eine Bearbeitung der Bläsersonatine Die fröhliche Werkstatt bei, die Richard Strauss 1944/45 schuf – und der düsteren Zeit eine ostentativ heitere Klangwelt entgegensetzte. Wie der Inbegriff «glücklicher Musik» erscheint das Oktett des 16-jährigen Felix Mendelssohn, das acht Streichersolisten des Orchesters aufführen: Mendelssohns jugendlicher Geniestreich ist die auskomponierte Lebenslust – und darf bei dieser Late Night, in der die Freudenfunken sprühen, einfach nicht fehlen!

Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Steven Verhaert | Streichersolisten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Steven Verhaert | Streichersolisten

Konzert

Trio Accanto

Kammermusik 1

Trio Accanto:
Marcus Weiss, Saxophon | Nicolas Hodges, Klavier | Christian Dierstein, Schlagzeug


George Aperghis (*1945):
Trio Funambule für Altsaxophon, Klavier und Schlagzeug
Misato Mochizuki (*1969):
Satellite für Saxophon, Klavier und Schlagzeug
(Schweizer Erstaufführung)
Evan Johnson (*1980):
Plan and section of the same reservoir für Sopransaxophon, Klavier und Schlagzeug
(Schweizer Erstaufführung)
Rebecca Saunders (*1967):
That Time. Trio für Baritonsaxophon, Schlagzeug und Klavier

Auftragswerk von Radio France, dem Norddeutschen Rundfunk, LUCERNE FESTIVAL und Milano Musica – Associazione per la musica contemporanea
(Schweizer Erstaufführung)

Der Titel ist Programm: Mit funambule («Seiltänzer») hat Georges Aperghis eine 2014 entstandene Triokomposition überschrieben, die tatsächlich an einen musikalischen Drahtseilakt erinnert. Er habe «die Idee einer durchgehenden Linie zugunsten ständiger Szenenwechsel aufgeben» wollen, erklärte er. Entstanden ist eine zirzensische Musik der plötzlichen Brüche, in der das Ensemblespiel immer neu ausbalanciert werden muss – und das in rasendem Tempo. Den Interpreten verlangt Aperghis’ Stück ein Äusserstes an Virtuosität ab, doch Marcus Weiss, Nicolas Hodges und Christian Dierstein bewältigen die Herausforderung mit traumwandlerischer Sicherheit. Über 100 Werke hat das Trio Accanto in den 25 Jahren seines Bestehens bereits in Auftrag gegeben. Auch in Luzern erklingen drei brandneue Partituren, allesamt als Schweizer Erstaufführung: «Composer-in-residence» Rebecca Saunders, die Japanerin Misato Mochizuki und der Amerikaner Evan Johnson loten die schier unbegrenzten Möglichkeiten der ungewöhnlichen Besetzung mit Saxophon, Klavier und Schlagzeug aus.

Trio Accanto bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Trio Accanto

Konzert

Festival Strings Lucerne | Daniel Dodds

Nachmittagskonzert

Festival Strings Lucerne
Daniel Dodds, Violine, Musikalische Leitung und Moderation
Vital Julian Frey, Cembalo


Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Cembalokonzert D-Dur KV 107 Nr. 1
Franz Schreker (1887–1934):
Intermezzo für Streichorchester op. 8
Scherzo für Streichorchester
Béla Bartók (1881–1945):
Rumänische Volkstänze Sz 68

Sind Klassikkonzerte nur etwas für eine elitäre Minderheit, die sich teure Tickets leisten kann? Mit dem traditionellen Nachmittagskonzert liefern LUCERNE FESTIVAL und die Stadt Luzern den Gegenbeweis: Mit nur zehn Franken ist man dabei und kann klassische Musik auf höchstem Niveau geniessen. Für die neueste Ausgabe nehmen sich die Festival Strings Lucerne und Daniel Dodds fünf Werke vor, die allesamt das Thema «Freude» umkreisen: Beschwingt klingt Bachs Drittes Brandenburgisches Konzert, verspielt und munter das Cembalokonzert D-Dur, in dem der erst 14-jährige Wolfgang Amadé Mozart Sonaten seines Idols Johann Christian Bach aufgriff und verarbeitete. Den reinen Wohlklang verströmt das schwelgerische Intermezzo für Streicher von Franz Schreker, der für dieselbe Besetzung auch noch ein frohgemutes Scherzo schrieb. Den schmissigen Kehraus des Nachmittags aber bilden die Rumänischen Volkstänze, die der Ungar Béla Bartók erstmals in siebenbürgischen Dörfern zu hören bekam, sie aufzeichnete und für verschiedene Besetzungen arrangierte. Bei dieser Musik fällt es dann schwer, still sitzen zu bleiben.

Festival Strings Lucerne | Daniel Dodds bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Festival Strings Lucerne | Daniel Dodds

Gespräch

Gerald Hüther | Wolfgang Rihm u.a.

NZZ-Podium

Gesprächsrunde mit
Gerald Hüther Hirnforscher
Terézia Mora, Schriftstellerin
Wolfgang Rihm, Komponist


Moderation:
Martin Meyer Leiter NZZ-Podium

«Freude – Elixier des Lebens»

Es gibt eine Philosophie der Freude, doch ist sie dünn gesät. Freude erleben wir als Gefühl der Unmittelbarkeit; sie ist, wenn sie einen überkommt, ganz einfach da, ohne nach Reflexion zu verlangen. Auch körperlich erleben wir Freude als etwas, das nach Ausdruck sucht – lautstark im Lachen und Jauchzen, Schreien und Tollen, verhalten im Lächeln oder Strahlen. Anders beim Leid: Oft kommt es schleichend daher und ruft nach Begründung. So setzt das Denken ein, das in die Tiefe führt und gar bodenlos werden kann. Körperlich faltet es uns nach innen – als Erschlaffung, Verhärtung, Erstarrung, Schweigen. Wo wir uns in der Freude gross fühlen, macht das Leid uns klein. Augenblicke der Freude sind kostbar und vergänglich, weshalb es den schönen Künsten, der Musik, der Literatur und der Malerei, oblag, ihnen Dauer zu verleihen. Die Darstellung von Freude aber ist wohl die schwierigere ästhetische Herausforderung – schnell wirkt etwas erbaulich und langweilig. Vom Übel dagegen können wir gar nicht genug bekommen: Nicht zufällig hat Dante in seiner Divina Commedia die Hölle mit viel mehr Liebe zum Detail ausgestaltet als den Himmel.

Gerald Hüther | Wolfgang Rihm u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Gerald Hüther | Wolfgang Rihm u.a.

Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Michael Barenboim | Kian Soltani

Sinfoniekonzert 2

West-Eastern Divan Orchestra
Daniel Barenboim, Dirigent
Michael Barenboim, Violine
Kian Soltani, Violoncello


Johannes Brahms (1833–1897):
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102
Richard Strauss (1864–1949):
Ein Heldenleben. Sinfonische Dichtung op. 40

Familientreffen in Luzern. Vater Daniel Barenboim ist als Pianist und Dirigent längst eine Legende. Sohn Michael tritt in seine Fussstapfen, ist er doch genauso besessen von der Musik und feiert ebenfalls weltweit Erfolge – allerdings als Geiger, was ihn vor lästigen Vergleichen bewahrt. «Ziehsohn» Kian Soltani wiederum ist eine «Entdeckung» Daniel Barenboims, der den 1992 geborenen Cellisten nachhaltig förderte. Mittlerweile hat Soltani etliche Preise errungen, so auch den «Credit Suisse Young Artist Award», der ihm 2018 einen Auftritt mit den Wiener Philharmonikern bei LUCERNE FESTIVAL eintrug. Zusammen mit dem West-Eastern Divan Orchestra, das Barenboim senior 1999 gründete und das als verschworene Gemeinschaft auch zum «Clan» gehört, widmen sich die drei dem geistvollen Doppelkonzert von Johannes Brahms. Aber auch das Festspielthema «Freude» kommt nicht zu kurz: Man muss nur das eröffnende Thema des Strauss’schen Heldenlebens hören, das sich euphorisch und pulsierend emporschwingt – und schon schlägt das Herz höher, schwelgt man in spätromantischen Klangwogen.

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Michael Barenboim | Kian Soltani bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Michael Barenboim | Kian Soltani

Kurs

Wolfgang Rihm | Dieter Ammann | Gastdozenten

Composer Seminar, Kurspass

Teilnehmer des «Composer Seminar»
Wolfgang Rihm, Leitung
Dieter Ammann, Co-Dozent


Präsentation und Diskussion der ausgewählten Werke

«Ein Lehrer ist für mich dann gut, wenn die Schüler anders sind als er, wenn sie keine Kopien seiner Haltungen darstellen», hat Wolfgang Rihm einmal erklärt. Diese Maxime prägt auch sein «Composer Seminar», das er seit 2016 allsommerlich im Rahmen der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY anbietet. Weder wolle er eine Schule gründen, noch ziele er auf einen Wettbewerb, der die (vermeintlich) Besten der nachrückenden Komponistengeneration prämiert, so Rihm. Vielmehr versuche er, aus den jeweils über 250 internationalen Bewerbungen «Komponisten aus verschiedenen Entwicklungs- und Bewusstseinszuständen zusammenzustellen ». Denn ihm gehe es um ein produktives Gespräch und darum, «dass die Artikulation des Eigenen auf den Weg gebracht, dass der Eigensinn gefestigt wird» – doch dafür «müssen ganz verschiedene Positionen vertreten sein». Auf die fünf öffentlichen Sitzungen der ersten Woche, in denen die Teilnehmer ihre Werke mit Rihm, Dieter Ammann und weiteren Gästen wie «composer-in-residence» Rebecca Saunders diskutieren, folgen eine intensive Probenphase mit den LUCERNE FESTIVAL ALUMNI und zwei Abschlusskonzerte.

Wolfgang Rihm | Dieter Ammann | Gastdozenten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Wolfgang Rihm | Dieter Ammann | Gastdozenten

Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim

Sinfoniekonzert 3

West-Eastern Divan Orchestra
Lahav Shani, Dirigent
Daniel Barenboim, Klavier


Johannes Brahms (1833–1897):
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
György Ligeti (1923–2006):
Lontano für grosse Orchester
Maurice Ravel (1875–1937):
Suite Nr. 2 aus Daphnis et Chloé

Das Musizieren als gemeinsames Freudenritual hat den 1989 in Tel Aviv geborenen Dirigenten und Pianisten Lahav Shani zu seinem Beruf gebracht: «Wenn 100 Leute auf der Bühne dasselbe denken und dieselben Impulse haben, ist das ein ganz starkes Gefühl», erklärt er und sieht sich selbst als einen unter Gleichen, der lieber kammermusikalisch kommuniziert als Kommandos gibt. Mit diesem Rezept hat es Shani weit gebracht, bis an die Spitze des Rotterdam Philharmonic Orchestra, mit dem er 2019 fulminant bei LUCERNE FESTIVAL debutierte, und des Israel Philharmonic Orchestra, dessen Leitung er in diesem Jahr übernommen hat. Eine wichtige Rolle bei seiner steilen Karriere spielte Daniel Barenboim, der als Mentor fungierte und ihm an diesem Abend sogar die Leitung seines West-Eastern Divan Orchestra überlässt – was für ein Vertrauensbeweis! Barenboim selbst tritt dafür als Pianist auf, mit dem gefürchteten Zweiten Klavierkonzert von Johannes Brahms. Am Ende des Abends aber steht eine überwältigende Freudenfeier: das rauschhafte Bacchanal, mit dem Maurice Ravel sein Ballett Daphnis et Chloé krönt.

West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte West-Eastern Divan Orchestra | Lahav Shani | Daniel Barenboim

Konzert

Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA

40min 1

Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA

«Inside the LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA

Klavierkonzert

Igor Levit

Rezital 1 - Klavier

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2 Der Sturm
Klaviersonate B-Dur op. 22
Klaviersonate C-Dur op. 2 Nr. 3
Klaviersonate c-Moll op. 13 Grande Sonate Pathétique

«Dieser Beethoven springt uns an, packt uns an den Ohren und schüttelt uns gründlich durch», urteilte Christian Wildhagen in der Neuen Zürcher Zeitung über Igor Levits Zyklus mit allen 32 Klaviersonaten des Komponisten bei LUCERNE FESTIVAL – und erklärte den Pianisten zum grossen Hoffnungsträger für das Beethoven-Jahr 2020. Im fünften der acht Konzerte präsentiert Levit zwei der berühmtesten Beethoven-Sonaten: Den Abend eröffnet er mit der revolutionären Sturm-Sonate, die alle drei Sätze auf einem gebrochenen Akkord, einem Arpeggio, aufbaut. Und er beschliesst ihn mit der heroischen Pathétique, die er als «hart, schwarz, endgültig» charakterisiert. Dazwischen erklingt mit der C-Dur-Sonate op. 2 Nr. 3 ein früher Geniestreich Beethovens, der sich selbst fragte, ob er nicht «toll gewesen» sei, hier eine solche Fülle von Ideen zu bringen, die «dazu hinreichte, zwanzig Stücke zu componiren». Und auch die B-Dur-Sonate op. 22 hat es in sich, technisch wie gestalterisch, entfaltet sie doch ihr eigenwilliges Spiel mit dem Reiz der Geschwindigkeit und der widerborstigen Akzente.

Igor Levit bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Igor Levit

Klavierkonzert

Sir András Schiff | Jan Petryka | Ema Nikolovska

Rezital 2 – Klavier und Gesang

Sir András Schiff, Klavier
Jan Petryka, Tenor
Ema Nikolovska, Alt
Damen des Chors des Bayerischen Rundfunks


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
An die ferne Geliebte op. 98
Robert Schumann (1810–1856):
Fantasie C-Dur op. 17
Leoš Janáček (1854–1928):
Tagebuch eines Verschollenen für Tenor, Alt, Frauenchor und Klavier

In diesem Rezital, das András Schiff mit feinem Hintersinn zusammengestellt hat, dreht sich alles um die Liebe. Ludwig van Beethoven, dessen eigene Liebesträume unerfüllt blieben, stellt sie in seinem Liederkreis An die ferne Geliebte als unerreichbar dar. Robert Schumann, der lange kämpfen musste, ehe er Clara Wieck vor den Traualtar führen konnte, zitiert den Schlussgesang aus Beethovens Zyklus, «Nimm sie hin denn, diese Lieder», im Finale eines seiner bedeutendsten Klavierstücke: der C-Dur-Fantasie, einem Liebesbekenntnis, das zwischen Hoffen und Bangen entstand. Leoš Janáček wiederum greift in seinem Tagebuch eines Verschollenen das Schicksal eines Bauernburschen auf, der sich gegen alle Widerstände für eine junge Zigeunerin entscheidet und mit ihr heimlich verschwindet. An Schiffs Seite tritt der Tenor Jan Petryka auf, ein Schüler von Marjana Lipovšek, der mit seiner klaren, leichten Stimme für das Liedgenre prädestiniert ist. Dass die beiden ihr Konzert Ernst Haefliger und Rafael Kubelík widmen, den profiliertesten Interpreten von Janáčeks Tagebuch, ist wohl auch eine Liebeserklärung.

Sir András Schiff | Jan Petryka | Ema Nikolovska bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Sir András Schiff | Jan Petryka | Ema Nikolovska

Konzert

Timothy Ridout | Frank Dupree

Debut 1

Timothy Ridout, Viola
Frank Dupree, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Hornsonate F-Dur op. 17. Bearbeitung für Viola von Rudolph Leopold
Robert Schumann (1810–1856):
Fantasiestücke op. 73
York Bowen (1884–1961):
Sonate für Viola und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 22

Als Soloinstrument führte die Bratsche lange Zeit ein Schattendasein: Man traute ihr nicht zu, virtuose Passagen zu gestalten, und verspottete sie lieber mit berüchtigten Witzen. Wie etwa der Dirigent Hans Knappertsbusch, der einmal lästerte: «Die Bratsche ist so überflüssig wie das Gemächt vom Papst.» Was für ein Irrtum! Das beweist eindrucksvoll der 1995 geborene britische Bratschist Timothy Ridout, der als Sieger aus dem Lionel-Tertis- und dem Cecil-Aronowitz-Wettbewerb hervorging und 2019 zum «BBC New Generation Artist» ernannt wurde. Den Mangel an älterem Repertoire kompensiert er bei seinem Luzerner Debut, indem er Beethovens herrliche Hornsonate in einer Bearbeitung vorträgt. Robert Schumann dagegen, der seine Fantasiestücke op. 73 ursprünglich für Klarinette erdacht hatte, räumte mit alternativen Fassungen von vornherein den Streichern ein Spielrecht ein. Ein Originalwerk für die Bratsche ist die c-Moll-Sonate, die Ridouts Landsmann York Bowen 1906 komponierte: schwelgerisch-romantische Musik, die das Instrument mit seinem aparten Klang ins allerbeste Licht rückt.

Timothy Ridout | Frank Dupree bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Timothy Ridout | Frank Dupree

Konzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Denis Matsuev

Sinfoniekonzert 4

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Riccardo Chailly, Dirigent
Denis Matsuev, Klavier


Sergej Rachmaninow (1873–1943):
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18
Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Zu den grossen Projekten, die sich Riccardo Chailly als Chefdirigent des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA vorgenommen hat, zählt sein Rachmaninow-Zyklus mit allen Klavierkonzerten und Sinfonien. «Rachmaninow ist für Luzern doch naheliegend», erklärt Chailly. «Zum einen, weil er einige Jahre hier ganz in der Nähe lebte, in seiner Villa ‹Senar› in Hertenstein. Zum anderen aber, weil Rachmaninows Werke noch neues Repertoire für das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bedeuten. Und eine interpretatorische Herausforderung.» Diesmal widmen sich Chailly und sein Orchester der Zweiten Sinfonie sowie dem Zweiten Klavierkonzert und präsentieren den Komponisten «at his best». Zum Dahinschmelzen schön ist etwa das «Adagio» aus der e-Moll-Sinfonie mit seinem nicht enden wollenden Klarinettensolo und einer dieser typisch Rachmaninow’schen Melodien im Orchester, sehnsüchtig, wehmütig und verklärt, die einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen. Mitstreiter ist der russische Pianist Denis Matsuev, der sich selbst in den grössten Klangfluten durchzusetzen weiss und die virtuosesten Passagen mühelos meistert.

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Denis Matsuev bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Riccardo Chailly | Denis Matsuev

Konzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin

40min 2

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Yannick Nézet-Séguin


«Schostakowitschs Geheimnis: Die Fünfte Sinfonie»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin

Konzert

Les Musiciens du Prince – Monaco | Gianluca Capuano | Cecilia Bartoli

Sinfoniekonzert 5

Les Musiciens du Prince – Monaco
Gianluca Capuano, Dirigent
Cecilia Bartoli, Mezzosopran


«Farinelli und seine Zeit»

Werke von Nicola Porpora, Johann Adolph Hasse, Georg Friedrich Händel und Leonardo Leo

Eine Frau spielt einen Mann, der auf der Bühne als Frau auftritt: In ihrem neuen Programm «Farinelli und seine Zeit» treibt Cecilia Bartoli die Travestie auf die Spitze. Sie schlüpft in die Rolle des wohl berühmtesten Kastraten der Musikgeschichte, dessen Stimme die Zeitgenossen so sehr verzückte, dass sie glaubten, er müsse ein Engel sein. Oder aber der Teufel. «Farinelli war sehr virtuos, mit einer Spannweite bis in die höchsten und die tiefsten Töne», erzählt Cecilia Bartoli. «Aber was ich noch erstaunlicher finde, ist seine Persönlichkeit und seine Gabe, die Menschen zu berühren: mit sehr einfachen und melancholischen Melodien.» Arien zu singen, die für Farinelli komponiert wurden, stellt die Mezzosopranistin allerdings vor eine echte Herausforderung: Der Tonumfang ist enorm, die schier unendlichen Melodiephrasen erfordern ein riesiges Atemvolumen, und neben der Geläufigkeit für die Koloraturen braucht sie auch noch Attacke für die dramatischen Momente. Aber Cecilia Bartoli weiss, dass sich ihre Stimme entwickelt hat: «Mein Instrument ist wie ein guter Rotwein, Barrique. Begonnen habe ich als junger Weisswein.»

Les Musiciens du Prince – Monaco | Gianluca Capuano | Cecilia Bartoli bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Les Musiciens du Prince – Monaco | Gianluca Capuano | Cecilia Bartoli

Konzert

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Lin Liao

Kosmos Boulez 1

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Lin Liao, Dirigentin


Pierre Boulez (1925–2016):
Polyphonie X für 18 Instrumente (zwei Aufführungen)
Victor Colţea (*1986):
Neues Werk für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL
Samir Amarouch (*1991):
Neues Werk für Ensemble
Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL

Dieses Werk ist fast schon ein Mythos: Die zersplitterten, in all ihren Parametern einem rigiden Reihendenken unterworfenen Klänge von Polyphonie X provozierten 1951 bei den Donaueschinger Musiktagen einen veritablen Skandal und katapultierten den damals 26-jährigen Pierre Boulez schlagartig an die Spitze der Musikavantgarde. Doch der strich dieses faszinierend radikale Experiment seriellen Komponierens wenig später aus seinem offiziellen Werkkatalog, weil er es als zu theoriebefrachtet empfand. Die Partitur erschien nie im Druck, einziges Zeugnis war bislang der Mitschnitt der Premiere. Fast siebzig Jahre später wird Polyphonie X nun erstmals wieder aufgeführt – und das gleich zweimal, denn das komplexe Werk verlangt wiederholtes Hören. Die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY startet damit die auf mehrere Jahre angelegte Reihe «Kosmos Boulez», in der sie wichtige Werke ihres Gründers wiederentdeckt, die Boulez zu Lebzeiten zurückgezogen hatte. Und sie lässt sie in einen aufschlussreichen Dialog treten: mit anderen seiner Arbeiten, aber auch mit Musik der jungen Komponistengeneration.

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Lin Liao bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Lin Liao

Konzert

Arditti Quartet

Kosmos Boulez 2

Arditti Quartet:
Irvine Arditti, Violine | Ashot Sarkissjan, Violine | Ralf Ehlers, Viola | Lucas Fels, Violoncello


Pierre Boulez (1925–2016):
Livre pour quatuor.

Vierter Satz rekonstruiert von Philippe Manoury und Jean-Louis Leleu im Auftrag der Daniel Barenboim Stiftung und der Philharmonie de Paris
Schweizer Erstaufführung der Rekonstruktion

Einführungsgespräch im Konzert

Pierre Boulez war äusserst skrupulös: Werke, die seinen immensen Ansprüchen nicht genügten, zog er zurück, andere nahm er sich wieder und wieder vor. So auch sein einziges Streichquartett, das ihn fast ein Leben lang begleitete – und dennoch ein Torso blieb. Bereits 1949, als 23-Jähriger, hatte Boulez eine erste Fassung fertiggestellt, die als eine Art Kompendium die kompositorischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts verdichtet. Nach Teilaufführungen liess er das Livre pour quatuor wegen der extremen Anforderungen an die Musiker jedoch in der Versenkung verschwinden, überarbeitete und erweiterte es mehrfach. Das legendäre Arditti Quartet stellte 1985 eine revidierte Version vor, die sich Boulez 2011/12 erneut vornahm. Der vierte der sechs Sätze blieb indes bis zu seinem Tod blosse Skizze. Auf Anregung von Irvine Arditti und mit Unterstützung des Musikwissenschaftlers Jean-Louis Leleu hat sich der Komponist Philippe Manoury, ein enger Mitarbeiter von Boulez am Pariser IRCAM, durch «die Labyrinthe dieses musikalischen Dschungels» gekämpft und das Livre nun doch noch vervollständigt.

Arditti Quartet bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Arditti Quartet

Konzert

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin

Sinfoniekonzert 6

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 Sinfonia pastorale
Dmitri Schostakowitsch (1906–1975):
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

«Im Beethoven-Jahr 2020», glaubt Yannick Nézet-Séguin, «sollten wir uns bewusst machen, wie originell, provokant und grundstürzend seine Sinfonien konzipiert sind. Was wir heute als ‹klassisch› empfinden, war für Beethovens Zeitgenossen ein Schock.» Man nehme nur die Sinfonia pastorale mit ihrem tönenden Naturalismus: den Vogelrufen, der idyllischen Szene am Bach oder dem Gewitter, das Beethoven drastisch in Klänge setzt, mit zuckenden Blitzen und krachendem Donner. Und, nach überstandener Gefahr, mit dem hymnischen Dankgesang des Finales, dem musikalischen Inbegriff tief empfundener Freude. Ganz anders inszenierte Dmitri Schostakowitsch die Freude im Schlusssatz seiner Fünften Sinfonie, die er bewusst positiv enden liess, um sich aus der Schusslinie der stalinistischen Kritik zu nehmen. Doch zog Schostakowitsch dabei einen doppelten Boden ein: «Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen», erklärte er später. Nézet-Séguin setzt mit diesem Konzert seine beglückende Zusammenarbeit mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHSTRA fort, die im letzten Sommer so triumphal begann: mit derselben Paarung Beethoven/Schostakowitsch.

LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin

Konzert

Juliet Fraser | Nicolas Hodges | Michael Wendeberg | IRCAM

Late Night 2

Juliet Fraser, Sopran
Nicolas Hodges, Klavier
Michael Wendeberg, Klavier
Alexis Baskind/IRCAM Computer Music Design (Saunders)


Rebecca Saunders (*1967):
Neues Werk für Sopran und Tonband
Schweizer Erstaufführung
Choler für zwei Klaviere
Pierre Boulez (1925–2016):
Structures pour deux Pianos, 1er livre
Structures pour deux Pianos, 2ème livre

Zwischen den Werken gibt es Gespräche mit den beteiligten Künstlern.

Der Boulez-Schwerpunkt des Sommers 2020 umfasst neben der Wiederentdeckung von Polyphonie X und der vervollständigten Fassung des Livre pour quatuor noch einen weiteren Höhepunkt aus dem streng seriellen Frühwerk des Academy-Gründers: den ersten Band der Structures von 1951/52, der nicht nur die Tonfolgen, sondern auch die Tondauern, die Lautstärke und die Klangfarben in Reihen definiert. Solche «sozusagen abstrakten Ideen», so Boulez, «konnten nur mittels eines Instruments umgesetzt werden, das so weit wie möglich von ‹realistischen› Zwängen befreit ist». Weswegen er das Klavier gewählt habe, weil es «sich am wenigsten extremen Gebrauchsanwendungen widersetzt». Mit dem zweiten Band der Structures öffnete Boulez sein radikales Reihendenken vier Jahre später dann für Experimente mit dem «gelenkten Zufall» und einen grösseren Klangsinn. Hinzu kommt in dieser Late Night Musik von «composer-in-residence» Rebecca Saunders, darunter eine brandneue Vokalkomposition, entstanden im Auftrag des einst von Boulez gegründeten Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM).

Juliet Fraser | Nicolas Hodges | Michael Wendeberg | IRCAM bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Juliet Fraser | Nicolas Hodges | Michael Wendeberg | IRCAM

Konzert

Igor Levit

Rezital 3 - Klavier

Igor Levit, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Klaviersonate D-Dur op. 28 Pastorale
Klaviersonate G-Dur op. 31 Nr. 1
Klaviersonate Es-Dur op. 27 Nr. 1 Sonata quasi una fantasia
Klaviersonate cis-Moll op. 27 Nr. 2 Sonata quasi una fantasia

Die sechste Folge seiner Exkursion durch den Kosmos der 32 Beethoven-Klaviersonaten beschliesst Igor Levit mit der berühmten Mondschein-Sonate, deren Titel übrigens nicht vom Komponisten selbst stammt: Der Dichter Ludwig Rellstab dachte ihn sich aus, als er des Nachts über den Vierwaldstättersee ruderte und sich beim sanften Wellenschlag an Beethovens Musik erinnert fühlte … Gerade der erste Satz, der Rellstab wohl auf diese Idee brachte, gehört zu den bekanntesten Stücken Beethovens, doch Levit glaubt, dass selbst ein solches Werk an Vertrautheit verliere, je intensiver man sich damit beschäftige. «Das Ziel ist: Ich möchte immer wieder am Anfang ankommen», begründet er diesen heilsamen Prozess und erklärt: «Ich gehe nicht auf die Bühne, um die Erwartungshaltung gegenüber dem Schlager Mondschein-Sonate zu erfüllen.» Auch hier gibt es also noch Neues zu entdecken. Und im übrigen Programm ohnehin. Etwa die selten gespielte G-Dur-Sonate op. 31 Nr. 1, die Levit für «wahnsinnig» hält, «mit dem humorvollsten, im besten Sinne lustigsten, operettenhaften, ja beinahe schon karikaturesken zweiten Satz».

Igor Levit bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Igor Levit

Konzert

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | David Robertson | Juliet Fraser

Kosmos Boulez 3

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
David Robertson, Dirigent
Juliet Fraser, Sopran


Pierre Boulez (1925–2016):
Livre pour cordes
Éclat/Multiples für Orchester
Rebecca Saunders (*1967)
Nether für Sopran und Ensemble
(Schweizer Erstaufführung)

Sie habe sich schwer damit getan, «einen Zugang zur Stimme zu finden, da ich mich in meiner Musik nicht gerne auf eine Aussage festlegen lasse», berichtet Rebecca Saunders. Doch dann liess sie Molly Blooms berühmter Monolog aus James Joyces Jahrhundertroman Ulysses nicht mehr los: ein scheinbar chaotischer Bewusstseinsstrom ohne Punkt und Komma, zusammengesetzt aus Erinnerungsfetzen und Sinneseindrücken an der Schwelle zum Schlaf. Er regte Saunders gleich zu mehreren Werken an. In Nether von 2019 singt, wispert und haucht die Sopranistin; einzelne Worte blitzen auf und verschwinden wieder im Fluss der Musik. Es sei ihr darum gegangen, dass «das, was den Text ausmacht, gehört und gespürt werden kann», so Saunders. Nether ist eine erweiterte «Auskopplung» aus ihrer grossen Joyce-Adaption Yes, und solche Fortschreibungen prägen auch das Schaffen von Pierre Boulez. Etwa das «work-in-progress» Éclat, das Boulez zwar um Multiples ergänzt, aber nie abgeschlossen hat: eine musikalische Meditation über den Nachhall und die immer neuen Farbmischungen von Klavier, Celesta, Harfe, Mandoline, Gitarre und Schlagwerk.

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | David Robertson | Juliet Fraser bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | David Robertson | Juliet Fraser

Konzert

City of Birmingham Symphony Orchestra | Mirga Gražinytė-Tyla | Gautier Capuçon

Sinfoniekonzert 7

City of Birmingham Symphony Orchestra
Mirga Gražinytė-Tyla, Dirigentin
Gautier Capuçon, Violoncello


Jean Sibelius (1865–1957):
Lemminkäinen-Suite op. 22
Camille Saint-Saëns (1835–1921):
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33
Claude Debussy (1862–1918):
La Mer

Mit Mirga Gražinytė-Tyla übernimmt erstmals eine Dirigentin den Part der «artiste étoile» bei LUCERNE FESTIVAL, und es ist kein Zufall, dass die Wahl auf sie gefallen ist. Denn die 1986 geborene Litauerin trägt wesentlichen Anteil daran, dass die Frauen endlich eine der letzten Männerbastionen erobert haben: die Position am Pult. Seit 2016 steht sie an der Spitze des City of Birmingham Symphony Orchestra, in der Nachfolge von Sir Simon Rattle und Andris Nelsons. Obwohl sie ihre Musikerhundertschaft jederzeit im Griff behält, hat Mirga Gražinytė-Tyla es nicht nötig, mit autoritärer Attitüde aufzutrumpfen: Sie geht mit bezwingender Natürlichkeit zu Werk, paart Poesie mit Power – ihre fliessenden Bewegungen wirken selbst fast wie Musik. Und welchen Klangzauber sie ihrem Orchester dabei entlockt! Noble Melancholie verströmt der Schwan von Tuonela aus Sibelius’ Lemminkäinen-Legenden, schwerelose Eleganz das Erste Cellokonzert von Saint-Saëns, das der phänomenale französische Virtuose Gautier Capuçon spielt, ehe zum Schluss die Klangwogen aus Debussys La Mer so richtig aufrauschen.

City of Birmingham Symphony Orchestra | Mirga Gražinytė-Tyla | Gautier Capuçon bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte City of Birmingham Symphony Orchestra | Mirga Gražinytė-Tyla | Gautier Capuçon

Konzert

City of Birmingham Symphony Orchestra | CBSO Youth Chorus | Mirga Gražinytė-Tyla | Piotr Anderszewski

Sinfoniekonzert 8

City of Birmingham Symphony Orchestra
CBSO Youth Chorus
Mirga Gražinytė-Tyla, Dirigentin
Piotr Anderszewski, Klavier


Samuel Barber (1910–1981):
Adagio for Strings
Béla Bartók (1881–1945):
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 Sz 119
Gustav Holst (1874–1934):
The Planets op. 32

«Das kenn’ ich doch!», werden sich viele denken, wenn Mirga Gražinytė-Tyla und das City of Birmingham Symphony Orchestra The Planets anstimmen. Und tatsächlich: Kaum ein anderes Werk ist so sehr ausgeschlachtet worden wie diese grosse «extraterrestrische» Orchestersuite des britischen Komponisten Gustav Holst. Soundtracks von Filmen wie Star Wars oder Batman haben sich an Holsts Hit orientiert; Musiker anderer Sparten wie Frank Zappa, Sarah Brightman und Manfred Mann haben seine Melodien adaptiert. Aber wer hat das komplette Original schon einmal live gehört, mit seiner riesigen Besetzung samt Frauenchor? Gražinytė-Tyla hat The Planets passend zum Sommerthema «Freude» ausgewählt, denn der vierte Satz, «Jupiter, the Bringer of Jollity», zündet ein Feuerwerk an überbordender Fröhlichkeit. Die umso stärker wirken wird, weil der Abend in tiefer Traurigkeit anhebt: mit Barbers wehmütigem Adagio for Strings und Bartóks berührendem Dritten Klavierkonzert. Der polnische Tastenpoet Piotr Anderszewski wird es spielen: einen Abgesang auf die Schönheit dieser Welt, den Bartók kurz vor seinem Tod schuf.

City of Birmingham Symphony Orchestra | CBSO Youth Chorus | Mirga Gražinytė-Tyla | Piotr Anderszewski bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte City of Birmingham Symphony Orchestra | CBSO Youth Chorus | Mirga Gražinytė-Tyla | Piotr Anderszewski

Konzert

Daniel Ciobanu

Debut 2

Daniel Ciobanu, Klavier

Moritz Moszkowski (1854–1925):
Étincelles op. 36 Nr. 6
Modest Mussorgsky (1839–1881):
Bilder einer Ausstellung
George Enescu (1881–1955):
Carillon nocturne op. 18 Nr. 7
Sergej Prokofjew (1891–1953):
Klaviersonate Nr. 7 B-Dur op. 83
Alfred Grünfeld (1852–1924):
Soirée de Vienne op. 56. Konzertparaphrase über Walzermotive aus Johann Strauss’ Fledermaus

Erstmals ins Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit trat der damals 19-jährige Daniel Ciobanu, als ihn der chinesische Grossmeister Lang Lang 2011 einlud, bei seiner Show «100 Pianos» in der Londoner Royal Festival Hall aufzutreten. Dabei erhielt der gebürtige Rumäne auch die Chance, sich solistisch zu präsentieren: mit Constantin Silvestris Bacchanale. Die Erwartungen, die Ciobanu damals weckte, hat er längst übertroffen: Er ging als Preisträger aus etlichen Wettbewerben hervor, darunter 2017 die «Arthur Rubinstein Competition» in Tel Aviv, wo er auch die Publikumstrophäe erhielt. Er spielte im Salzburger Mozarteum, in der Pariser Salle Cortot, im Münchner Gasteig oder in der National Concert Hall in Taipeh. Und er trat mit renommierten Partnern wie dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Israel Philharmonic Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen oder dem Royal Philharmonic Orchestra auf. Bei seinem Luzerner Debut spannt er einen weiten emotionalen Bogen vom Nachtstück bis zur Champagnerlaune, wenn er sein Konzert mit einer gefürchteten Fledermaus-Paraphrase beschliesst.

Daniel Ciobanu bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Daniel Ciobanu

Konzert

Musikgruppen aus aller Welt

In den Strassen

Musikgruppen aus aller Welt

Erweitern wir unseren Horizont! Denn Musik ist Vielfalt – das zeigt «In den Strassen», das Weltmusik-Festival im Festival. Zum bereits fünfzehnten Mal nehmen wir Sie mit auf eine klingende Reise rund um den Globus: Vom 25. bis zum 30. August spielen acht internationale Musikgruppen in den Gassen und auf den Plätzen der Luzerner Altstadt für Sie auf und sorgen allabendlich von 18.00 bis 22.00 Uhr für ein buntes Musikspektakel (am Samstag und Sonntag auch tagsüber). Das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert finden auf dem Europaplatz statt, direkt vor dem KKL Luzern. Bei schlechtem Wetter werden die Darbietungen an geschützte Orte verlegt.

Eintritt frei

Musikgruppen aus aller Welt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Musikgruppen aus aller Welt

Konzert

Helsinki Philharmonic Orchestra | Susanna Mälkki | Andreas Haefliger

Sinfoniekonzert 9 – «räsonanz» – Stifterkonzert

Helsinki Philharmonic Orchestra
Susanna Mälkki, Dirigentin
Andreas Haefliger, Klavier


Kaija Saariaho (*1952):
Vista für Orchester
Dieter Ammann (*1962):
The Piano Concerto (Gran Toccata)
Auftragswerk der Münchner Philharmoniker, von BBC Radio 3, des Boston Symphony Orchestra, des Konzerthauses Wien, von LUCERNE FESTIVAL, des Taipeh Symphony Orchestra und von Pro Helvetia
Schweizer Erstaufführung
Jean Sibelius (1865–1957):
Tapiola op. 112
Per Nørgård (*1932):
Sinfonie Nr. 8
Schweizer Erstaufführung

Drei Polarlichter entzünden das Helsinki Philharmonic Orchestra und seine Chefdirigentin Susanna Mälkki am Luzerner Festspielhimmel. Mit seinem letzten grossen Orchesterwerk, benannt nach dem finnischen Waldgott Tapio, beschwor Jean Sibelius die nordische Natur: «Wir stehen ganz im Bann der düsteren Kiefernwälder; wir hören die heulenden Winde, deren eisige Töne vom Nordpol selbst zu kommen scheinen», befand der Dirigent Walter Damrosch. Farbig schillernde Klanglandschaften entwirft in seiner 2012 uraufgeführten Achten Sinfonie auch der Däne Per Nørgård, ein eigenwilliger Einzelgänger wie Sibelius, der ihn in jungen Jahren stark beeinflusste. Und die Musik der Finnin Kaija Saariaho, die ihr neues Orchesterstück Vista vorstellt, ist ebenfalls von intensiver Leuchtkraft. Mit Dieter Ammanns Klavierkonzert steht eine weitere Novität auf dem Programm: «Rasant. Dicht. Phänomenal», urteilte die Musikkritikerin Anna Kardos nach der Premiere bei den Londoner Proms im vergangenen Jahr. «Wenn Easy Rider kein Film geworden wäre, sondern ein klassisches Musikstück – es hätte wohl so geklungen.»

räsonanz – Stifterkonzert. Eine Initiative der Ernst von Siemens Musikstiftung, in Kooperation mit LUCERNE FESTIVAL und musica viva des Bayerischen Rundfunks

Helsinki Philharmonic Orchestra | Susanna Mälkki | Andreas Haefliger bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Helsinki Philharmonic Orchestra | Susanna Mälkki | Andreas Haefliger

Konzert

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling

40min 3

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Sylvain Cambreling
Teilnehmer des «Conducting Fellowship»


«Die Kunst des Dirigierens»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling

Konzert

Wiener Symphoniker | Philippe Jordan | Nikolaj Szeps-Znaider

Sinfoniekonzert 10

Wiener Symphoniker
Philippe Jordan, Dirigent
Nikolaj Szeps-Znaider, Violine


Johannes Brahms (1833–1897):
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77
Richard Strauss (1864–1949):
Don Juan op. 20
Orchestersuite aus Der Rosenkavalier op. 59

Facetten der Freude: Die himmlischen Kantilenen im «Adagio» von Brahms’ Violinkonzert strahlen seelische Heiterkeit aus, wehmütig verklärt und abgründig tief. Der Anfang von Strauss’ Don Juan mit seinem sieghaft aufschiessenden Hauptthema sprüht nur so vor feuriger Lebenslust, jeder Takt atmet Virilität und Vitalität. Und die Rosenkavalier-Suite mit ihren populären Walzern und funkelnden Klangkristallen beschwört nostalgisch-ironisch den Mythos des alten Wien, die melancholische Sinnlichkeit der habsburgischen Welt. Der Schweizer Dirigent Philippe Jordan ist für diese Klangsphäre längst ein Experte, stand er doch seit 2014 an der Spitze der Wiener Symphoniker, mit denen er nun, sozusagen auf Abschiedstournee, bei LUCERNE FESTIVAL gastiert. Aber mehr noch: Im September 2020 tritt er das Amt des Musikdirektors an der Wiener Staatsoper an und erklimmt damit den Olymp der Opernszene. Ein Wahl-Wiener ist auch der dänische Weltklassegeiger Nikolaj Szeps-Znaider – und ein Allround-Talent dazu, denn als Dirigent feiert er gleichermassen Erfolge und übernimmt jetzt sogar die Chefposition beim Orchestre national de Lyon.

Wiener Symphoniker | Philippe Jordan | Nikolaj Szeps-Znaider bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Wiener Symphoniker | Philippe Jordan | Nikolaj Szeps-Znaider

Konzert

Salomo Schweizer | Petya Mihneva

Debut 3

Salomo Schweizer, Oboe
Petya Mihneva, Klavier


Robert Schumann (1810–1856):
Drei Romanzen op. 94 für Oboe und Klavier in der Fassung für Violoncello und Klavier
Astor Piazzolla (1921–1992):
Libertango
Isaac Albéniz (1860–1909):
Aragón, Sevilla und Cataluña aus der Suite española op. 47
Christoph Willibald Gluck (1714–1787):
Reigen seliger Geister aus Orfeo ed Euridice
Eugène Bozza (1905–1991):
Fantasie pastorale für Oboe und Klavier op. 37
Antonio Pasculli (1842–1924):
Concerto sopra motivi dell’opera «La Favorita» di Donizetti
Gaetano Donizetti (1797–1848):
Andante sostenuto für Oboe und Klavier

Salomo Schweizer heisst nicht nur so – er ist auch Schweizer, gebürtiger Luzerner sogar. Aber sein Weg als Oboist hat ihn längst schon ins Ausland geführt: Der 1993 geborene Musiker studierte nicht nur in seiner Heimatstadt und an der Haute École de Musique in Lausanne, sondern auch beim Berliner Philharmoniker Dominik Wollenweber. Und seit 2017 spielt er auf der Soloposition beim Staatsorchester Braunschweig, mit dem er bereits die Oboenkonzerte von Mozart, Haydn und Strauss interpretierte. «Eine echte Granate und ein Geschenk» sei Schweizer, urteilte die Goslarer Zeitung, und die Braunschweiger Staatstheaterfreunde ehrten ihn mit ihrem Förderpreis. Sein Luzerner Debutprogramm hat er rund um das Sommerthema «Freude» zusammengestellt: mit extrovertierten Freudentänzen, wie sie der Spanier Isaac Albéniz in seiner Suite española präsentiert; mit überbordender Virtuosität wie im Konzert von Antonio Pasculli, dem «Paganini der Oboe»; aber auch mit beseligenden Gesängen wie bei Gluck, Donizetti und Schumann, der die drei Oboen-Romanzen op. 94 seiner Frau Clara zu Weihnachten schenkte.

Salomo Schweizer | Petya Mihneva bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Salomo Schweizer | Petya Mihneva

Konzert

Pre-art soloists | Michael Engelhardt

40min 4

Pre-art soloists
Michael Engelhardt


«Musik und Poesie: Beethoven trifft Hölderlin»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

Pre-art soloists | Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Pre-art soloists | Michael Engelhardt

Konzert

Luzerner Sinfonieorchester | James Gaffigan | Steven Isserlis

Sinfoniekonzert 11

Luzerner Sinfonieorchester
James Gaffigan, Dirigent
Steven Isserlis, Violoncello


Robert Schumann (1810–1856):
Ouvertüre zum Dramatischen Gedicht Manfred op. 115
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Was für ein Elan! In Beethovens Siebter Sinfonie triumphiert der Rhythmus: Der tänzerische Grundpuls prägt von Anfang an das musikalische Geschehen. Er wird unablässig von der Pauke vorangetrieben und mündet im Finale in die völlige Entfesselung der Energie – mit schnellen, kreisenden Bewegungen der Streicher, in aberwitzigem Tempo, dass es einem fast schwindelig dabei werden kann und man schliesslich das Gefühl hat, gleich müsse der ganze Konzertsaal abheben. Beethovens Siebte ist Raserei und Psycho-Kunst, die etwas Hypnotisches an sich hat, garniert mit Anleihen aus der französischen Revolutionsmusik: Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! So lautet die Freudenbotschaft, die James Gaffigan und das Luzerner Sinfonieorchester zum Tönen bringen. Verinnerlichte Klänge dagegen bietet der erste Teil des Konzerts, wenn Steven Isserlis Schumanns spätes Cellokonzert interpretiert: ein Werk, das wie ein Stück von ihm selbst erscheint, so stark hat Isserlis es sich zu eigen gemacht und lebt in ihm. Solch ein Akt der Anverwandlung wäre ohne Freude freilich nicht denkbar – ohne Freude an dieser wunderbaren Musik.

Luzerner Sinfonieorchester | James Gaffigan | Steven Isserlis bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Luzerner Sinfonieorchester | James Gaffigan | Steven Isserlis

Performance

Matthew Herbert | André de Ridder u.a.

Matthew Herbert, Konzept und Elektronik
André de Ridder, Konzept und Dirigent
Esmeralda Conde Ruiz, Konzept und Einstudierung der Chöre
s t a r g a z e
Chöre aus Luzern


«Beethoven NINE!»

«Freude, schöner Götterfunken» überall. Zum Jahreswechsel, immer wieder bei staatstragenden Anlässen und auch bei vielen anderen Feierlichkeiten auf der ganzen Welt wird sie gespielt: Ludwig van Beethovens letzte Sinfonie, die Neunte. Das Chorfinale dieser Sinfonie, das Schillers Gedicht «An die Freude» vertont, ist Beethovens unverwüstliches Signatur-Stück. Doch was geschieht mit der Neunten, wenn eine Geigerin den ersten Satz ganz alleine im KKL Luzern anstimmt? Wenn sich das «Adagio» in eine Klangwolke von Matthew Herbert verwandelt, die über dem Europaplatz schwebt? Wenn sich weitere Musiker sternmarschartig zu einem Ensemble formieren, um schliesslich im «Globe» des Luzerner Theaters gemeinsam mit Laienchören den Schlusschor anzustimmen? Beethovens Neunte kommt vom «Elysium» herunter auf die Strasse, lädt zum Mitmachen ein und erfüllt so ihre Vision: «Alle Menschen werden Brüder.»

Eine Produktion von Barbican Center (London), Luzerner Theater und LUCERNE FESTIVAL

Karten ab dem 17. August ausschliesslich über das Luzerner Theater | t +41 (0)41 228 14 14

Matthew Herbert | André de Ridder u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Matthew Herbert | André de Ridder u.a.

Konzert

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Wolfgang Rihm

40min 5

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI
Teilnehmer des «Composer Seminar»
Wolfgang Rihm


«Klassische Musik, heute komponiert»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Wolfgang Rihm bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Wolfgang Rihm

Konzert

Mahler Chamber Orchestra | Sir George Benjamin | Pierre-Laurent Aimard

Sinfoniekonzert 12

Mahler Chamber Orchestra
Sir George Benjamin, Dirigent
Pierre-Laurent Aimard, Klavier


Henry Purcell (1659–1695):
Fantasias Nr. VII und XIII
Bearbeitung für Streichorchester von Walter Goehr
Maurice Ravel (1875–1937):
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
George Benjamin (*1960):
Neues Werk
Auftragswerk des Mahler Chamber Orchestra, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, und von BBC Radio 3
Schweizer Erstaufführung
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791):
Sinfonie g-Moll KV 550

Komponist zu sein und Dirigent – dazu in beiden Disziplinen gleichermassen erfolgreich: Wer denkt da nicht an Pierre Boulez? George Benjamin, der 2007 «composer-in-residence» bei LUCERNE FESTIVAL war und im vergangenen Sommer bei mehreren Konzerten auch am Pult mit der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY zusammenarbeitete, setzt Boulez’ Weg konsequent fort. Dennoch weiss er: «Dirigieren hat mit Komponieren viel weniger zu tun, als viele vielleicht denken. Natürlich gibt es Überschneidungen, die einem für das jeweils andere eine grosse Hilfe sein können. Ich lerne dazu, indem ich Werke, die ich liebe, studiere und dirigiere.» Wie sich das anhört, verrät Benjamins Konzert mit dem Mahler Chamber Orchestra, wenn er seine neueste Orchesterpartitur in ein Wechselspiel mit Fantasien des barocken «Orpheus Britannicus» Henry Purcell, mit Mozarts grosser g-Moll-Sinfonie und mit Maurice Ravels fetzigem G-Dur-Klavierkonzert setzt. Den Solopart interpretiert dabei der unvergleichliche Pierre-Laurent Aimard, der das Ravel-Konzert übrigens vor zehn Jahren noch mit Boulez einspielte. Wie die Wege sich kreuzen …

Mahler Chamber Orchestra | Sir George Benjamin | Pierre-Laurent Aimard bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Mahler Chamber Orchestra | Sir George Benjamin | Pierre-Laurent Aimard

Konzert

Quatuor Diotima | Michael Engelhardt

Kammermusik 2

Quatuor Diotima:
Yun-Peng Zhao, Violine | Constance Ronzatti, Violine | Franck Chevalier, Viola | Pierre Morlet, Violoncello
Michael Engelhardt, Sprecher


Alex Nante (*1992):
Neues Werk für Streichquartett
(Uraufführung)
Rebecca Saunders (*1967):
Unbreathed
Friedrich Hölderlin (1770–1843):
In lieblicher Bläue blühet
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Streichquartett a-Moll op. 132

Die «Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will», besingt Friedrich Hölderlin in seiner Ode Lebenslauf. Sein Jahrgangsgenosse Ludwig van Beethoven hätte in diesen Gesang sicherlich ohne zu zögern eingestimmt. Denn beide Künstler, deren 250. Geburtstage wir 2020 feiern, verbindet eine unbedingte Freiheitsemphase – im Politischen, aber auch im Ästhetischen: Beethoven wie Hölderlin sprengten Konventionen und verstörten mit ihrer Kompromisslosigkeit die Zeitgenossen. Eine Kompromisslosigkeit indes, die aus der intensiven Auseinandersetzung mit der Tradition erwuchs. So beginnt der berühmte «Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit» aus Beethovens a-Moll-Quartett op. 132, vor dem in dieser Aufführung Hölderlins spätes Gedicht In lieblicher Bläue blühet rezitiert wird, als schlichter Choral und steht in der alten lydischen Tonart. Erweitert wird die Begegnung der beiden Jubilare durch zwei aktuelle Kompositionen, die eigens für das Quatuor Diotima entstanden sind und sich ebenfalls risikofreudig «ins Offene» wagen.

Quatuor Diotima | Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Quatuor Diotima | Michael Engelhardt

Konzert

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI

Abschlusskonzert des «Composer Seminar»

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI

Pierre Boulez (1925–2016):
Initiale für sieben Bläser

Werkschau des «Composer Seminar»

Wolfgang Rihm stellt die Teilnehmer des «Composer Seminar» und ihre Werke im Konzert vor

Eine ungewöhnliche Besetzung hat Wolfgang Rihm den jungen Teilnehmern des diesjährigen «Composer Seminar» vorgegeben: Sieben Blechbläser treffen auf Harfe, Klavier und zwei Schlagzeuger. Was für vielfältige Klangfarben sind da möglich! Die Zusammenstellung des Ensembles kommt indes nicht von ungefähr, sondern lehnt sich an Pierre Boulez’ Initiale an: eine virtuose Bläserfanfare, die der Gründer der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY 1987 für das Houston Symphony Orchestra schrieb. Sie eröffnet ein Konzert, in dem Sie ganz unterschiedliche Vertreter der nachrückenden Komponistengeneration kennenlernen können. Denn Rihm geht es um die Vielfalt. Er möchte «Eigenarten fördern und nicht ein scheinbares Eingehen in die Konventionen, sei es des Avantgardistischen oder des Reaktionären». Und weil wenige derart erhellend über Musik zu sprechen vermögen wie er – über das, was ihre Schöpfer beabsichtigen, und über das, was die Hörer wahrnehmen –, gibt Rihm höchstpersönlich den Reiseführer durch diese Werkschau und stellt die einzelnen Komponisten und ihre Arbeiten direkt im Konzert vor.

Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI

Konzert

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling | Nicolas Hodges

Sinfoniekonzert 13

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY
Sylvain Cambreling, Dirigent
Nicolas Hodges, Klavier


Anton Webern (1883–1945):
Variationen für Orchester op. 30
Igor Strawinsky (1882–1971):
Movements für Klavier und Orchester
Iannis Xenakis (1922–2001):
Shaar für grosses Streichorchester
Anton Webern (1883–1945):
Sinfonie op. 21
Igor Strawinsky (1882–1971):
Variations (Aldous Huxley in memoriam)
Rebecca Saunders (*1967):
Neues Werk für Klavier und Orchester
Uraufführung «Roche Commissions»

Hier Archaik und entfesselte Rhythmen, dort strenge Zwölftonmusik: Igor Strawinsky und die Zweite Wiener Schule – Schönberg, Berg und Webern – gelten vielen als Antipoden, sie verkörpern zwei ganz unterschiedliche Wege in die musikalische Moderne. Doch in seinen späten Jahren nahm sich Strawinsky ausgerechnet Anton Webern zum Vorbild: In Werken wie dem Mini-Klavierkonzert Movements wandte er sich der Reihentechnik zu und erklärte, Webern sei «ein fortwährendes Pfingstfest für alle, die an Musik glauben». Die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY spürt dieser Verbindung nach und präsentiert überdies eine brandneue Partitur von «composer-in-residence» Rebecca Saunders. Sie hat die Reihe ihrer grossen Solokonzerte fortgesetzt und sich nun dem Klavier zugewandt – einem Instrument, das sie seit jeher begleitet: Beide Eltern und die Grossmutter waren Pianisten, ihr Grossvater Organist. «Irgendwo wurde immer Klavier gespielt», erinnert sich Saunders an ihre Kindheit. «Meine Eltern besassen beide einen Flügel, es gab ein Klavier, auf dem wir Kinder spielten, ein weiteres stand unbenutzt in einem Schrank.»

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling | Nicolas Hodges bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orchester der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY | Sylvain Cambreling | Nicolas Hodges

Konzert

Mirga Gražinytė-Tyla | Vera Klug | Frank Stadler | Hossam Mahmoud

Late Night 3

Mirga Gražinytė-Tyla, Gesang und Musikalische Leitung
Vera Klug, Flöte
Frank Stadler, Violine
Hossam Mahmoud, Oud


«Im Geheimnis der Liebe»
Tarab – Arabische Instrumentalstücke und Lieder

Bei dieser Late Night ist alles etwas anders. Die Maestra, «artiste étoile» Mirga Gražinytė-Tyla, steht hier nicht am Pult und gebietet über ihr Orchester. Nein, sie trifft sich mit drei befreundeten Musikern zum intimen kammermusikalischen Dialog – und singt! Es erklingen auch nicht Werke des klassischen westlichen Repertoires, sondern arabische Lieder: Vertonungen ägyptischer Liebesgedichte, die sie gemeinsam mit dem Geiger Frank Stadler, der Flötistin Vera Klug und dem Performer Hossam Mahmoud an der arabischen Kurzhalslaute Oud vortragen wird. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt wurzelt in Gražinytė-Tylas Werdegang, begann sie ihre Karriere in ihrer litauischen Heimat doch mit Vokalmusik, als Chorleiterin. «Mein Weg zu einer Partitur ist noch immer vom Singen geprägt», erklärt sie. «Wenn ich Werke vorbereite, singe oder spreche ich häufig die Stimmen durch. Auch in den Proben, wenn ich vermitteln möchte, wie ich mir die eine oder andere Phrase wünsche, ist Vorsingen oft der klarste und direkteste Weg. Das ist schon eines meiner Hauptwerkzeuge.»

Mirga Gražinytė-Tyla | Vera Klug | Frank Stadler | Hossam Mahmoud bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Mirga Gražinytė-Tyla | Vera Klug | Frank Stadler | Hossam Mahmoud

Gottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst zum Festivalthema «Freude»

Themengottesdienst

Predigt und Liturgie: Florian Flohr Citypastoral Katholische Kirchgemeinde Luzern | Marcel Köppli Pfarrer Matthäuskirche

Musik: Solistinnen und Solisten | Stephen Smith Musikalische Leitung

Ökumenischer Gottesdienst zum Festivalthema «Freude» bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Ökumenischer Gottesdienst zum Festivalthema «Freude»

Kammerkonzert

Hagen Quartett

Beethoventag – Kammermusik 3

Hagen Quartett:
Lukas Hagen, Violine
Rainer Schmidt, Violine
Veronika Hagen, Viola
Clemens Hagen, Violoncello


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Streichquartett cis-Moll op. 131
Streichquartett B-Dur op. 130 mit Grosser Fuge op. 133

«Man kann gar nichts verstehen, solange man das nicht gehört hat», liess der Schriftsteller Aldous Huxley eine seiner Romanfiguren über Beethovens späte Streichquartette sagen. Und tatsächlich: Die fünf Quartette, die Beethoven zwischen 1824 und 1826 schuf, in seinen letzten Lebensjahren, als er schon völlig ertaubt und von der Aussenwelt isoliert war, sie sind sein Vermächtnis, sind Botschaften an die Nachwelt. So empfand es auch Igor Strawinsky, der diese Werke als seine «unumstösslichsten musikalischen Glaubensartikel» bezeichnete: «Ich betrachte sie als so unentbehrlich für die Wege und Ziele der Kunst, wie es die (richtige) Temperatur fürs Leben ist. Ausserdem sind sie ein Triumph übers Zeitliche: Sie können vom Fortschritt zumindest nicht bombardiert noch eingeschmolzen oder niedergewalzt werden.» Wie also könnte der Beethoventag bei LUCERNE FESTIVAL besser beginnen als mit zwei dieser legendären Quartette? Zumal sie vom Hagen Quartett interpretiert werden, in deren musikalischer DNA der komplette Zyklus der 16 Beethoven-Quartette fest verankert ist.

Hagen Quartett bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Hagen Quartett

Kammerkonzert

Pre-art soloists | Michael Engelhardt

Beethoventag – Kammermusik 4

Pre-art soloists:
Boris Previšić, Flöte und Konzept | Matthias Arter, Oboe | Azra Ramić, Klarinette | Julia Schröder, Violine | Lea Boesch, Viola | Tobias Moster, Violoncello | Aleksander Gabrys, Kontrabass
Michael Engelhardt Sprecher


«Nachtgesänge verfugt»
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Grosse Fuge B-Dur op. 133
Bearbeitung für Ensemble von Matthias Arter | Uraufführung
Friedrich Hölderlin (1770–1843):
Nachtgesänge: Chiron | Thränen | An die Hoffnung | Vulkan | Blödigkeit | Ganymed | Hälfte des Lebens | Lebensalter | Der Winkel von Hahrdt

Aufeinandergetroffen sind Ludwig van Beethoven und Friedrich Hölderlin, die beiden grossen Jubilare des Jahres 2020, kein einziges Mal. Beide wurden sie 1770 geboren, beide trieben sie die Kunst im eigentlichen Sinn des Wortes auf die Spitze – Beethoven etwa in seiner Grossen Fuge op. 133, Hölderlin in seinem Gedichtzyklus Nachtgesänge, dem Scheitelpunkt seines Schaffens. In dieser «komponierten Begegnung» gewinnen die zwei Meisterwerke zusätzlich an Prägnanz, denn in der Verschränkung von Ton und Wort – die durch die Vierteiligkeit der Grossen Fuge und die triadische Form der Nachtgesänge höchst organisch erscheint – befruchten sich Beethovens musikalische Sprachlichkeit und Hölderlins dichterische Klanglichkeit gegenseitig. Michael Engelhardts Deklamation und Matthias Arters neuer Ensemblefassung der Grossen Fuge gelingt es dabei, Farbenreichtum, Strukturen und Melos der Werke zu verdeutlichen. Nichtsdestotrotz bleibt jedes von ihnen ein «opus magnum», das unsere Hörerfahrungen herausfordert und bereichert.

Koproduktion von pre-art und LUCERNE FESTIVAL

Pre-art soloists | Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Pre-art soloists | Michael Engelhardt

Kammerkonzert

Taschenoper Lübeck
«Fidelio für Kinder»

Beethoventag – Young – Fidelio 1

Taschenoper Lübeck:
Carl Augustin, Musikalische Leitung | Sascha Mink, Inszenierung | Katia Diegmann, Ausstattung | Margrit Dürr, Leonore | Dorothee Bienert, Marzelline | Richard Neugebauer, Florestan | Jan Westendorff, Pizarro | Tobias Hagge, Rocco


«Fidelio für Kinder»
Eine Bearbeitung nach Ludwig van Beethoven von Margrit Dürr und Julian Metzger für fünf Sänger, Oboe, Fagott, Horn, Violine und Violoncello

«Stimmt in unsern Jubel ein!» heisst es am Ende dieser ungewöhnlichen Fidelio-Produktion: Verlässliche Freundschaft und gemeinschaftliche Zivilcourage haben Willkür und Tyrannei besiegt. Beethovens einzige Oper erzählt vom freiheitsliebenden Florestan, den der despotische Gouverneur Pizarro aus politischen Gründen gefangen hält. Doch Florestans Freundin Leonore ersinnt einen Plan, um ihn zu befreien, und schleicht sich, als Gefängniswärter Fidelio verkleidet, in die teuflische Welt Pizarros ein. Aber kann ein einzelner Mensch das System Pizarro zum Einsturz bringen? Am «Beethoventag» präsentieren wir Fidelio in einer Bearbeitung für kleine Festspielbesucher. Sie sind mittendrin im Geschehen und sogar ein entscheidender Handlungsträger. Und sie erhalten einen Eindruck, wie es sich in einer fremdbestimmten Gesellschaft anfühlen könnte und wie schwer es ist, in einer solchen zu seinen Idealen zu stehen. Aber auch, dass die Hoffnung allgegenwärtig ist und sich Dinge (zum Guten) ändern können – gerade dann, wenn man zusammenhält!

Für alle ab 8 Jahren

Eine Produktion der Taschenoper Lübeck in Kooperation mit dem Theater Lübeck

Ermässigter Preis gilt für Jugendliche bis inkl. 17 Jahre.

Taschenoper Lübeck «Fidelio für Kinder» bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Taschenoper Lübeck «Fidelio für Kinder»

Konzert

Stefan Wirth | Michael Engelhardt

Beethoventag – Kammermusik 5

Stefan Wirth; Klavier
Michael Engelhardt; Sprecher


«Bagatellen» - Premiere
Ludwig van Beethoven (1770–1827).
Sechs Bagatellen für Klavier op. 126
Friedrich Hölderlin (1770–1843).
In lieblicher Bläue blühet
Späte Gedichte

«Von einem grossen Mann ist alles interessant, und die Kleinigkeiten desselben sind es nicht am wenigsten», wusste schon Jean Paul. Nachdem Ludwig van Beethoven und Friedrich Hölderlin die Möglichkeiten von Musik und Sprache formal wie inhaltlich ausgereizt und über Grenzen hinausgetrieben hatten, funkeln in ihrem Spätwerk wie Kristalle die Bagatellen op. 126 und die sogenannten Turm-Gedichte: kondensiert und konzentriert, eine Summe ziehend. «Reinheit aber ist auch Schönheit», dichtete Hölderlin, und Beethoven schrieb an seinen Verleger: «6 Bagatellen oder Kleinigkeiten für Klavier allein, von welchen wohl manche etwas ausgeführter u[nd] wohl die Besten in dieser Art sind, welche ich geschrieben habe.» Verblüffende Korrespondenzen entstehen, wenn man Beethovens Opus 126 und Hölderlins späte Gedichte nebeneinanderstellt und in simultane Konstellationen bringt: ein Dialog, der Ton und Wort eng verschränkt und neue Perspektiven eröffnet.

Stefan Wirth | Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Stefan Wirth | Michael Engelhardt

Diskussion

Philippe Herreweghe | François-Xavier Roth u.a.

Beethoventag – Podiumsdiskussion

Gesprächsrunde mit
Philippe Herreweghe, Dirigent
François-Xavier Roth, Dirigent
Rebecca Saunders, Komponistin
Moderation: Benjamin Herzog


«Historisch? Experimentell!»

250 Jahre Ludwig van Beethoven: Die Podiumsdiskussion beleuchtet den Komponisten aus unterschiedlichen Perspektiven. Es geht um das breite Spektrum der Beethoven-Interpretation, von traditionellen Ansätzen bis zur historisch informierten Aufführungspraxis, die unser Beethoven-Verständnis in den vergangenen drei Jahrzehnten umgekrempelt hat. Es geht aber auch darum, wie Beethovens Werk und seine kompromisslos experimentierfreudige Haltung bis in die heutige Komponistengeneration fortwirken.

In Zusammenarbeit mit Radio SRF 2 Kultur

Eintritt frei

Philippe Herreweghe | François-Xavier Roth u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Philippe Herreweghe | François-Xavier Roth u.a.

Gottesdienst

Solisten, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Pascal Mayer

Gottesdienst zum Kirchweihfest

Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern
Solisten des Collegium Musicum Luzern
Pascal Mayer, Dirigent


Jan Dismas Zelenka (1679–1745)
Missa Dei Patris ZWV 19

Solisten, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Pascal Mayer bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Solisten, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Pascal Mayer

Konzert

Royal Concertgebouworkest | François-Xavier Roth | Pekka Kuusisto

Beethoventag – Sinfoniekonzert 14

Royal Concertgebouworkest
François-Xavier Roth, Dirigent
Pekka Kuusisto, Violine


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 C-Dur op. 72a
Wolfgang Rihm (*1952):
Neues Werk
(Schweizer Erstaufführung)
Rebecca Saunders (*1967):
Still für Violine und Orchester
(Schweizer Erstaufführung)
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 Sinfonia eroica

Der Franzose François-Xavier Roth ist der Universalist unter den Dirigenten: bei Rameau ebenso zuhause wie bei Rihm, bei Beethoven gleichermassen wie bei Boulez. Was nicht heisst, dass er die Musik der verschiedenen Jahrhunderte über denselben Leisten schlüge – ganz im Gegenteil. Mit seinem eigenen Ensemble, Les Siècles, interpretiert er die Werke auf den jeweils passenden Instrumenten ihrer Epoche und erzielt damit einen frappierend idiomatischen Klang. Von dieser Erfahrung profitieren längst auch die weltbesten Sinfonieorchester, die Roth regelmässig an ihr Pult bitten: wie an diesem Abend das fabelhafte Concertgebouworkest aus Amsterdam. Weil Roth aber die Zeitläufte und die Entwicklung der Musikgeschichte im Blick behält wie kaum ein Zweiter, klingt bei ihm das Alte erstaunlich neu und das Neue verblüffend vertraut. Dieser stupende Effekt wird sich auch einstellen, wenn «FXR», wie er kurz und bündig genannt wird, zwei Werke Beethovens, den er für «den ersten politischen Komponisten» hält, mit neuen Stücken von «composer-in-residence» Rebecca Saunders und Academy-Leiter Wolfgang Rihm koppelt.

Royal Concertgebouworkest | François-Xavier Roth | Pekka Kuusisto bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Royal Concertgebouworkest | François-Xavier Roth | Pekka Kuusisto

Konzert

Royal Concertgebouworkest | Collegium Vocale Gent | Philippe Herreweghe | Solisten

Sinfoniekonzert 15

Royal Concertgebouworkest
Collegium Vocale Gent
Philippe Herreweghe, Dirigent
Robin Johannsen, Sopran
David Fischer, Tenor
Florian Boesch, Bassbariton


Joseph Haydn (1732–1809):
Die Schöpfung. Oratorium in drei Teilen Hob. XXI:2

«Und es ward Licht!»: Mit einem gleissenden C-Dur-Akkord bricht die Sonne aus dem Dunkel hervor. Silbrig glitzern Mond und Sterne, erquickend rieselt der Regen aufs Land, das von allerlei Getier bevölkert wird: Das Fagott lässt die Taube gurren, die Nachtigall tiriliert zu virtuosen Arabesken der Flöte. Mit tiefen Trillern brüllt der Löwe, zu leisen Streichertremoli schwirrt das Heer der Insekten herum, zu sanft wiegenden Melodien grasen die Schafe auf der Weide. Ist unsere Welt nicht einfach schön? Joseph Haydn hat ihr, mit geradezu kindlicher Freude an der Tonmalerei, in seinem Oratorium Die Schöpfung ein Denkmal gesetzt. Sein Lobpreis auf das Gotteswerk wird von Philippe Herreweghe interpretiert, dem belgischen Grandseigneur der historisch-informierten Aufführungspraxis, der mit dem Royal Concertgebouworkest allerdings ein modernes Sinfonieorchester dirigiert. Doch Herreweghe kennt die Amsterdamer bestens, und er versteht es, den knackigen, idiomatischen Originalsound mit üppiger Klangpracht zu verbinden. Auf dass nicht nur die Sonne strahlen wird.

Royal Concertgebouworkest | Collegium Vocale Gent | Philippe Herreweghe | Solisten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Royal Concertgebouworkest | Collegium Vocale Gent | Philippe Herreweghe | Solisten

Konzert

Dmitry Smirnov

Debut 4

Dmitry Smirnov, Violine

«Unraveled»
J.S. Bach Partita d-Moll für Violine solo BWV 1004
im Wechselspiel mit Miniaturen von Perle, Gerhard, Veress, Winkelman, Kurtág und Knox

Johann Sebastian Bachs Partita in d-Moll mit der berühmten Ciaccona am Ende ist eines der grössten Kunstwerke in der Musik – und ein Mysterium. Schon Johannes Brahms hielt sie für «eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganz Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen.» Der russische Geiger Dmitry Smirnov, geboren 1994 in St. Petersburg, versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, indem er zwischen die fünf Sätze jeweils Miniaturen einrückt, die zeitgenössische Komponisten für Violine solo geschaffen haben – auch als Reflex auf Bach. «Unraveled» nennt er dieses Programm. Was so viel bedeutet wie «enträtselt», «gelöst» oder «entwirrt». Dass Smirnov, der u. a. bei Rainer Schmidt in Basel studierte und 2015 den Tibor-Varga-Wettbewerb sowie 2017 den «Concours de Lausanne» gewann, der richtige Mann für die Bach-Interpretation ist, bestätigt der ungarische Violinvirtuose Barnabás Kelemen: «Sein Spiel ist impulsiv, extravagant und kommt von Herzen. Er geht Bach mit barockem Temperament an.»

Dmitry Smirnov bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Dmitry Smirnov

Konzert

SchülerInnen der Kantonsschule Alpenquai Luzern | Michael Engelhardt

40min 6

SchülerInnen der Kantonsschule Alpenquai Luzern
Michael Engelhardt


«Sprachgewaltig: Hölderlin, chorisch»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

SchülerInnen der Kantonsschule Alpenquai Luzern | Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte SchülerInnen der Kantonsschule Alpenquai Luzern | Michael Engelhardt

Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko

Sinfoniekonzert 16

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent


Anton Webern (1883–1945):
Passacaglia für Orchester op. 1
Felix Mendelssohn (1809–1847):
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11
Johannes Brahms (1833–1897):
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Ein Programm für musikalische Feinschmecker: Mit einer Passacaglia, Anton Weberns Opus 1, eröffnen Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker ihr erstes Konzert. Mit einer Passacaglia, dem Finale aus der Vierten Brahms, beschliessen sie es auch. Diese uralte Variationsform, bei der eine prägnante motivische Formel im Bass ostinat durch das gesamte Werk geführt, also unablässig wiederholt wird, erfordert einerseits kompositorische Tüftelei. Doch löst sie andererseits mit ihren permanenten Repetitionen bei den Hörern einen tranceartigen Zustand aus. Beglücken kann uns beides: die kluge Konstruktion, die für Schönberg, Webern & Co. ein Gütesiegel von «Brahms, dem Fortschrittlichen» war, wie auch der frappierende Effekt aufs Unterbewusstsein. Die Brahms-Freundin Clara Schumann brachte das Paradox trefflich auf den Punkt, als sie der Vierten Sinfonie attestierte, «trotz der grossen vielen Arbeit so voll tiefer Leidenschaft» zu sein. Das Feuer der Jugend aber sprüht ungehemmt aus Felix Mendelssohns sinfonischem Erstling, den er mit nur 15 Jahren schuf: Musik, die einfach Freude macht.

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko

Performance

Michael Engelhardt

Poetische Performance

«Sprache! Grosses Kino»

Michael Engelhardt spricht Friedrich Hölderlin

Michael Engelhardt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Michael Engelhardt

Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Daniil Trifonov

Sinfoniekonzert 17

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent
Daniil Trifonov, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
Josef Suk (1874–1935):
Asrael. Sinfonie c-Moll op. 27

Auf diesen Beethoven-Gipfel darf man sich freuen: Kirill Petrenko, der charismatische Klangmagier und neue Chef der Berliner Philharmoniker, trifft auf Daniil Trifonov, den Superstar unter den Pianisten der jungen Generation, dessen stupende Virtuosität stets mit interpretatorischem Tiefgang gepaart ist. Gemeinsam widmen sie sich Beethovens heroischem Dritten Klavierkonzert – das verheisst ein auratisches Erlebnis. Nach der Pause warten Petrenko und die «Berliner» dann mit einer Entdeckung auf: Sie musizieren die fünfsätzige Sinfonie Asrael, die der tschechische Komponist Josef Suk 1905/06 nach dem Tod seines Schwiegervaters Antonín Dvořák und seiner Ehefrau, der Dvořák-Tochter Ottilie, als Requiem und Abschiedsgruss komponierte. Das musikalische Panorama spannt sich vom Totentanz und Trauermarsch bis zum verklärenden Finale, wenn sich geradewegs das Tor in den Himmel zu öffnen scheint. «Asrael ist Suks wichtigstes und tragischstes Werk», erklärte Petrenko auf der Jahrespressekonferenz der Philharmoniker. «Ich habe nie verstanden, warum diese Musik nicht längst zum Allgemeingut geworden ist.»

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Daniil Trifonov bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko | Daniil Trifonov

Konzert

Zee Zee

Debut 5

Zee Zee, Klavier

Robert Schumann (1810–1856):
Faschingsschwank aus Wien, op. 26
Olivier Messiaen (1908–1992):
Regard de l’Esprit de joie aus Vingt regards sur l’Enfant-Jésus
Maurice Ravel (1875–1937):
Gaspard de la nuit
Franz Liszt (1811–1886):
Rhapsodie espagnole (Folies d’Espagne et Jota aragonesa) S 254

Eigentlich heisst sie Zhang Zuo, aber weil sich die Amerikaner schwertaten mit der korrekten Aussprache dieses Namens, wählte die Chinesin ihre beiden Initialen als Pseudonym und macht seither als Zee Zee Weltkarriere. Die junge Pianistin, die bei Leon Fleisher studierte und von Alfred Brendel beraten wird, gewann u. a. die «Gina Bachauer Piano Competition» und wurde von der BBC zum «New Generation Artist» ernannt. Sie konzertierte mit dem San Francisco Symphony, dem Los Angeles Philharmonic, dem Londoner Philharmonia Orchestra und dem Zürcher Tonhalle-Orchester. Eng arbeitet sie mit Paavo Järvi zusammen, der auch bei ihrer ersten CD am Pult stand und Klavierkonzerte von Liszt und Ravel dirigierte. Die Freude spielt eine Hauptrolle in Zee Zees Luzerner Debut: Mit Schumanns karnevaleskem Faschingsschwank aus Wien, der «frohen Botschaft» aus Messiaens Vingt regards sur l’Enfant-Jésus und den Temperamentsausbrüchen von Liszts Rhapsodie espagnole feiert sie das Sommerthema. Nur mit Ravels Gaspard de la nuit taucht sie ein in die Nachtseiten der Seele – und stellt ihre ganze Virtuosität unter Beweis.

Zee Zee bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Zee Zee

Konzert

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov

40min 7

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI
Ilan Volkov


«Spotlight on: Rebecca Saunders»

Klassik ganz unkompliziert: Wenn der Arbeitstag vorbei ist, der Abend aber noch nicht richtig begonnen hat – dann ist Zeit für Musik. Genauer: für 40 Minuten Musik. Immer um 18.20 Uhr, vor den «grossen» Sinfoniekonzerten also, stellen sich in der Reihe «40min» ausgewählte Festivalkünstler vor. Der Eintritt ist frei, einen Dresscode gibt’s nicht, und auch Vorwissen ist nicht nötig. Denn die Künstler machen nicht nur Musik, sondern schlüpfen auch in die Rolle des Moderators und erklären, was sie da spielen und warum sie es so und nicht anders spielen. Schnuppern Sie doch mal rein!

Eintritt frei

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov

Konzert

Il Giardino Armonico | Giovanni Antonini | Patricia Kopatchinskaja

Sinfoniekonzert 18

Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini, Dirigent
Patricia Kopatchinskaja, Violine


Antonio Vivaldi (1678–1741):
Concerto g-Moll für Streicher und Basso continuo RV 157
Luca Francesconi (*1956):
Spiccato il volo für Violine solo
Antonio Vivaldi (1678–1741):
Concerto D-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo RV 208 Il Grosso Mogul
Giacinto Scelsi (1905–1988):
L’Âme ouverte für Violine solo
Antonio Vivaldi (1678–1741):
Concerto Es-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo RV 253 La Tempesta di mare
Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Hier haben sich zwei gefunden, die aufs Ganze gehen. Wer Patricia Kopatchinskaja 2017 als «artiste étoile» bei LUCERNE FESTIVAL erlebt hat, weiss, dass sie den Ausdruck der Musik radikal zuspitzt und bis in die Extreme auslotet. Der Dirigent und Flötist Giovanni Antonini ist ebenfalls ein Verfechter der interpretatorischen Freiheit und will auch das wiedergeben, was nicht in der Partitur steht. Mit diesem unorthodoxen Zugriff kommt dann die Dramatik oder die Komik der Werke viel besser zur Geltung. Die moldawisch-schweizerische Ausnahmegeigerin und der italienische Guru der Alten Musik lieben ungewöhnliche Programmzusammenstellungen. Weshalb sie drei Concerti von Vivaldi, der zu seiner Zeit mit Techniken wie dem «fliegenden Staccato» oder dem Schlagen auf die Saiten das Ausdrucksspektrum erweiterte, mit modernen Werken für Solovioline paaren, die Vivaldis Errungenschaften aufgreifen oder selbst neue Klangsphären erfinden. Nach der Pause wird Antonini dann mit seinem famosen Ensemble beweisen, wie pfeffrig Beethovens vermeintlich «harmlose» Vierte Sinfonie klingen kann, wenn man ihr Brio ernst nimmt.

Il Giardino Armonico | Giovanni Antonini | Patricia Kopatchinskaja bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Il Giardino Armonico | Giovanni Antonini | Patricia Kopatchinskaja

Konzert

Pittsburgh Symphony Orchestra | Manfred Honeck | Anne-Sophie Mutter

Sinfoniekonzert 19

Pittsburgh Symphony Orchestra
Manfred Honeck, Dirigent
Anne-Sophie Mutter, Violine


Ludwig van Beethoven (1770–1827):
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Antonín Dvořák (1841–1904):
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Was ist das Besondere an Ludwig van Beethoven? Anne-Sophie Mutter glaubt, dass Beethovens Musik «wirklich zu allen spricht». Das beweist auch sein Violinkonzert, das die legendäre Geigerin durch ihre grosse Virtuosenlaufbahn begleitet hat, seit sie es 1979, als 16-Jährige, mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern erstmals einspielte: Das liedhafte Hauptthema mit seinem beseligenden Melodieaufschwung wirkt einfach beglückend; der zweite Satz schraubt sich mit berührenden Kantilenen in himmlische Höhen, und das Schlussrondo ist ein schmissiger Kehraus mit schmetterndem Hörnerklang, Pauken und Trompeten. Wie man mit Musik Freude auslöst, das wusste auch der Tscheche Antonín Dvořák. In seiner Achten Sinfonie lässt er zum Beispiel Vogelrufe erklingen, die er zu einem Jubelgesang steigert, zu einem Hymnus auf die göttliche Schöpfung. Er stimmt aber auch einen melancholischen Walzer an, zum Dahinschmelzen schön, und reisst am Ende alle mit einem volksmusikalisch kolorierten Finale mit. Manfred Honecks Deutung dieses Werks wurde 2015 für den renommierten «Grammy» nominiert.

Pittsburgh Symphony Orchestra | Manfred Honeck | Anne-Sophie Mutter bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Pittsburgh Symphony Orchestra | Manfred Honeck | Anne-Sophie Mutter

Konzert

Wiener Philharmoniker | Gustavo Dudamel | Valentine Michaud

Sinfoniekonzert 20

Wiener Philharmoniker
Gustavo Dudamel, Dirigent
Valentine Michaud, Saxophon
(Preisträgerin «Credit Suisse Young Artist Award»)


Claude Debussy (1862–1918):
Rapsodie pour orchestre et saxophone
Florent Schmitt (1870–1958):
Légende für Altsaxophon und Orchester op. 66
Igor Strawinsky (1882–1971):
Der Feuervogel. Märchenballett in zwei Bildern

Wenn der venezolanische Maestro Gustavo Dudamel dirigiert, dann strahlt er Freude aus: mit fliegenden schwarzen Locken und temperamentvoller Gestik. Wenn Dudamel das Finale aus Strawinskys Feuervogel präsentiert, dann verdoppelt sich das Vergnügen, denn die Musik feiert hinreissend die Befreiung von 13 russischen Jungfrauen aus der Gefangenschaft des bösen Zauberers Kaschtschej. Wenn aber der überwältigende Schluss dieser Ballettmusik auch noch von einem so fulminanten Orchester wie den Wiener Philharmonikern gespielt wird, dann kann man nur noch fragen: Herz, was willst du mehr? Vielleicht gibt der erste Teil des Konzerts schon eine Antwort. Denn dort ist Valentine Michaud, die Preisträgerin des «Credit Suisse Young Artist Award» 2020, zu erleben: Die französische Saxophonistin, 1993 in Paris geboren, gewann bereits 2017 den «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» – eine doppelte Auszeichnung, die zuvor nur der Cellistin Sol Gabetta zuteilwurde und die ihre Ausnahmebegabung unterstreicht. Vorstellen wird sie sich mit zwei Saxophonklassikern: der Rhapsodie von Debussy und der Légende von Florent Schmitt.

Wiener Philharmoniker | Gustavo Dudamel | Valentine Michaud bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Wiener Philharmoniker | Gustavo Dudamel | Valentine Michaud

Konzert

Late Night 4:
Dirk Rothbrust | Christian Dierstein | Marco Blaauw u.a.

Dirk Rothbrust, Schlagzeug
Christian Dierstein, Schlagzeug
Marco Blaauw, Trompete
Solisten der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI


Rebecca Saunders (*1967):
Neither für vier Doppeltrichter-Trompeten
Uraufführung der Neufassung
dust für Schlagzeug
Uraufführung der Neufassung für Schlagzeugensemble

Was ist besser als eine Trompete? Eine Trompete, die klingt wie zwei. Eine solche Doppeltrichtertrompete, die – wie der Name verrät – über gleich zwei Schalltrichter verfügt, hat Marco Blaauw entwickelt. Auf ihr kann er die verrücktesten Klänge hervorbringen, etwa blitzschnell zwischen offenem und gedämpftem Ton wechseln, beide mischen oder mit Mikrotonalität experimentieren. In enger Zusammenarbeit mit Blaauw hat Rebecca Saunders ein faszinierendes Doppeltrichter-Duo komponiert: Neither fächert die verschiedenen Klangfarben und Spieltechniken äusserst differenziert auf – als eine Art tönende Skulptur, die sich von verschiedenen Seiten und unter wechselnden Lichteinfällen betrachten lässt. Für ihre Luzerner Werkschau als «composer-in-residence» erarbeitet Saunders mit den LUCERNE FESTIVAL ALUMNI eine Neufassung von Neither für gleich vier Musikerinnen und Musiker. Und auch ihr ursprünglich für Solo-Schlagzeug konzipiertes Stück dust präsentiert sie in einer erweiterten Ensemblefassung, die überdies als Raummusik angelegt ist.

Late Night 4: Dirk Rothbrust | Christian Dierstein | Marco Blaauw u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Late Night 4: Dirk Rothbrust | Christian Dierstein | Marco Blaauw u.a.

Konzert

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov | Solisten

Sinfoniekonzert 21

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI
Ilan Volkov, Dirigent (Saunders)
Dirk Rothbrust, Schlagzeug
Christian Dierstein, Schlagzeug
Marco Blaauw, Trompete


Rebecca Saunders (*1967):
blaauw für Doppeltrichtertrompete
Wolfgang Rihm (*1952):
Sub-Kontur für Orchester
Rebecca Saunders (*1967):
void für zwei Schlagzeuger und Orchester
Schweizer Erstaufführung
Alba für Trompete und Orchester
Schweizer Erstaufführung

Als unermüdliche Klangforscherin rückt Rebecca Saunders gerne einzelne Instrumente in den Fokus, arbeitet dabei intensiv mit den Interpreten zusammen und erprobt ungewohnte Spieltechniken. Alba entstand für den Trompeter Marco Blaauw, einen ihrer Lieblingsmusiker: «Ein weisses Rauschen, als hätte man direkt in die gleissende Corona einer Sonnenfinsternis geblickt», urteilte die neue musikzeitung. Und auch der Arbeit an void gingen «inspirierende Klangsondierungs-Sessions» mit den Schlagzeugern Christian Dierstein und Dirk Rothbrust voraus. Gewaltige Tutti-Eruptionen und zerklüftete Klanglandschaften erwarten uns in Wolfgang Rihms Orchesterstück Sub-Kontur von 1976, dem unmittelbaren Nachfolgewerk zu Dis-Kontur, das die LUCERNE FESTIVAL ALUMNI im vergangenen Sommer präsentierten. «Beide Werke sind dicke Brocken, die symphonische Topoi zerkauen», erklärt Rihm – in diesem Fall den spätromantischen «Adagio-Typus». Mit seiner subjektiv-emotionalen Klangsprache löste der damals 24-Jährige heftige Diskussionen aus: «Ich wusste, ich hantiere mit Materialien, die im Giftschrank der damaligen Avantgarde waren.»

Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov | Solisten bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Orchester der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI | Ilan Volkov | Solisten

Konzert

Eleonora Savini | Federico Carraro u.a.

Young – Sitzkissenkonzert

Eleonora Savini, Violine
Federico Carraro, Viola
Giuditta Gaudioso, Malerei und Bühnenbild
Elisabetta Dagostino, Kostüme
Pietro Gaudioso, Künstlerische Leitung und Choreographie


«ViolínViolá»
Ein klingender Spaziergang durch Bilder mit Musik von Alessandro Rolla, Wolfgang Amadé Mozart, Johann Sebastian Bach, Bohuslav Martinů u. a.

Für alle ab 5 Jahren

Auf der Suche nach Perfektion übt ein Bratschist Tag und Nacht in einem alten, abgelegenen Haus – und vergisst darüber die Welt und das Leben ausserhalb seiner selbstgewählten Einsamkeit. Da erwacht plötzlich, bewegt von seiner Musik, eines seiner Lieblingsbildnisse zum Leben. Es verlässt die Leinwand und beschliesst, ihn mit der Geige auf einer ebenso romantischen wie unterhaltsamen musikalischen Reise zu begleiten … In diesem szenischen Konzert für die ganze Familie sind die Gemälde Teil des Bühnenbilds. Sie sind beweglich und werden unterschiedlich beleuchtet, lassen im Spiel von Schatten und Licht immer neue Formen entstehen, enthüllen und verbergen die beiden Protagonisten. Ist deren Begegnung ein blosser Traum oder doch real? Die Geigerin Eleonora Savini und der Bratschist Federico Carraro haben sich 2012 in der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY kennengelernt und führen ihre unterschiedlichen Erfahrungen – sie in diversen Produktionen von LUCERNE FESTIVAL YOUNG, er bei den LUCERNE FESTIVAL ALUMNI – in diesem Projekt zusammen.

Ermässigter Preis gilt für Jugendliche bis inkl. 17 Jahre.

Eleonora Savini | Federico Carraro u.a. bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Erfahrungsberichte Eleonora Savini | Federico Carraro u.a.

Konzert

Basel Sinfonietta | Baldur Brönnimann | Solisten

Sinfoniekonzert 22

Basel Sinfonietta
Baldur Brönnimann, Dirigent
Andreas Grau, Klavier
Götz Schumacher, Klavier
Fritz Hauser, Schlagzeug


Bettina Skrzypczak (*1962):
Neues Werk für Orchester
Uraufführung | Auftragswerk von LUCERNE FESTIVAL
György Kurtág (*1926) / György Kurtág jr. (*1954):
Zwiegespräch. Neufassung für Schlagzeug solo und Orchester von Olivier Cuendet
Uraufführung der Neufassung
Michael Pelzel (*1978):
Lock-in Machine für zwei Midiflügel,
Keyboard und Orchester
Uraufführung | Auftragswerk der Basel Sinfonietta und von LUCERNE FESTIVAL

Manche Werke wachsen immer weiter. Zwiegespräch komponierte György Kurtág 1999 gemeinsam mit seinem Sohn: Neun Sätze für Streichquartett treffen auf Synthesizer-Interventionen von György Kurtág jr. Mit jeder Aufführung entwickelte sich das «work-in-progress» weiter. «Heute entspricht nicht eine Note dem, was im ersten Konzert erklang», erklärt Kurtág jr. Der Komponist und Dirigent Olivier Cuendet, der bereits 2011 eine Orchesterversion von Zwiegespräch vorlegte, hat den innerfamiliären Dialog nun ausgeweitet und eine von Kurtág autorisierte Neufassung für den Schlagzeuger Fritz Hauser erstellt, der seine ganz eigene Ästhetik einbringt. Zwiegespräche zwischen zwei Pianisten sowie zwischen ihnen und dem Orchester initiiert auch Michael Pelzel in seinem neuen Stück. Überdies können die beiden Midi-Klaviere von einem weiteren Pianisten ferngesteuert werden. Als dritte Uraufführung an diesem Nachmittag mit der Basel Sinfonietta erklingt ein farbenreiches, intensiv mit perkussiven Elementen arbeitendes Orchesterstück von Bettina Skrzypczak, das dem Phänomen der Zeit und dem Prozesshaften der musikalischen Form nachspürt.