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Nationaltheater Mannheim

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Nationaltheater Mannheim
Mozartstr. 9
D-68161 Mannnheim

Telefon: +49 (0)621 1680 0
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Oper

Die Meistersinger von Nürnberg

Richard Wagner

Premiere: 28. Oktober 2018, Opernhaus

Wieder einmal war Richard Wagner in Geldnot geraten. Eine publikumswirksame, komische Oper sollte hier schnelle Abhilfe schaffen: Seine »Meistersinger von Nürnberg« wurden schließlich aber weit mehr als nur komisch. Angesiedelt im altdeutsch-idyllischen Nürnberg des 16. Jahrhunderts, lässt Wagner junge Liebe gegen die Starrheit einer mit allen Mitteln aufrechterhaltenen Tradition antreten. Eva, die Tochter des Goldschmiedemeisters Pogner, hat sich in Walther von Stolzing verliebt. Der jedoch kann sie nur heiraten, wenn er den von Evas Vater ausgeschriebenen Sängerwettstreit gewinnt und mit seinem Preislied die gestrengen Meistersinger überzeugt. Hans Sachs erkennt das Potenzial des jungen Ritters und verhilft ihm – und der »deutschen Kunst« – schließlich zum Erfolg.

Regisseur und Bühnenbildner Nigel Lowery liebt nach eigenen Worten genau diese »deutsche Kunst«, was ihn nicht daran hindert, ihr mit seinem unverkennbar britischen Humor zu Leibe zu rücken. Und ihr zum 150. Jubiläum der Uraufführung, befreit von falschem Pathos, ganz neue Facetten abzugewinnen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Regie, Bühne & Kostüm: Nigel Lowery
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Cordula Demattio / Albrecht Puhlmann
Chor: Dani Juris

in deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Don Giovanni

Wolfgang Amadeus Mozart

Um Gott und Welt, Liebe und Sex, um Schuld und Strafe und den ganzen Rest geht es in »Don Giovanni«, uraufgeführt 1787 im Gräflich Nostitzschen Nationaltheater in Prag. Für den »Mannheimer Sommer« wurde Mozarts Meisteroper zum Anlass eines Regiewettbewerbes.

Die 27-jährige Russin Ekaterina Vasileva und ihre Bühnen- und Kostümbildnerin Sonya Kobozeva setzten sich unter 50 Einreichungen aus sieben Ländern durch; es ist ihre erste Produktion in Deutschland. Die Regisseurin hatte das bei weitem ausgefallenste Konzept des Wettbewerbs vorgelegt – ein Konzept, das in gewissem Sinne die Grenzen von Vernunft und gutem Geschmack sprengt. Denn Vasileva stellt den komödiantischen Aspekt von Mozarts Werk in den Mittelpunkt und entwirft dafür eine grotesk überzeichnete und disproportionierte Welt. Die im Stück angelegten Männer- und Frauenbilder werden comicartig vergrößert und zur Grundlage einer Dramaturgie der Überraschungen und Bosheiten gemacht. Assoziationen an die Wilde Malerei der Achtziger oder die surrealen Welten eines Charms oder Bulgakow drängen sich auf. Menschliche und tierische Körper werden zum gigantischen Baumaterial einer Bühnenwelt, die zugleich psychischer Innenraum und abstrakte Kunstwelt ist. Musikalisch wiederum liegt dieses Körper- und Welttheater bei unserem Generalmusikdirektor Alexander Soddy in allerbesten Händen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung: Ekaterina Vasileva
Bühne und Kostüme: Sonya Kobozeva
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Jan Dvořák
Chor: Dani Juris
Oper

Vespertine

Björk/Hotel Pro Forma

Ein Popalbum als Oper

Björk – die isländische Gesamtkünstlerin gehört zu den experimentierfreudigsten Popmusikern unserer Zeit. Inspiriert von der Clubmusik der 90er-Jahre, erforscht sie elektronische Klangwelten, die sie oft mit klassischen Instrumenten, Sinfonieorchestern, Chören oder sogar isländischer Volksmusik kombiniert. Eine ihrer schönsten Platten wollen wir für die Opernbühne adaptieren: »Vespertine« (zu Deutsch: abendlich) aus dem Jahr 2001. Mit Glockenklängen, Harfe und Sounds von Alltagsgegenständen entspinnt sie eine intime Klangwelt, die sich immer wieder zu großem Orchestersound öffnet.

Kirsten Dehlholm und ihre Künstlergruppe Hotel Pro Forma steht für wirkungsstarkes Bildertheater. Charakteristisch für die Gruppe ist ihr konzeptueller und ästhetischer Zugriff, der weniger in Theatertraditionen als in Bildender Kunst und Musik verankert ist. Damit hat Hotel Pro Forma international Theatergeschichte geschrieben, und Dehlholm wird als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Dänemarks geehrt.

Hotel Pro Forma findet für diese außergewöhnliche Verschränkung von erotischer Beichte, mythischer Naturverbundenheit und dem Interesse für Wissenschaft beeindruckende, surreale Bilderwelten. So wird Vespertine zugleich psychologische Studie und umfassender Weltschöpfungsmythos.

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Eine Koproduktion mit Hotel Pro Forma
Oper

Die Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts (vor)letztes Werk ist zugleich sein vielleicht rätselhaftestes. Es beginnt mit der Flucht und Ohnmacht Taminos, der, als er wieder erwacht – ausgelöst durch das Bild von Pamina –, auf einen wechselvollen und widersprüchlichen Initiationsweg geschickt wird. Begleitet von einer Zauberflöte und drei Knaben, die ihn schützen sollen, wandelt er zwischen Lebensbedrohung und der von Papageno vertretenen pragmatischen Lebensmeisterung auf einem schmalen Grat – auf der Suche nach der Liebe. Hin und her geworfen zwischen der emotionalen Extremwelt der Königin der Nacht und der tugendheischenden Geheimbruderschaft Sarastros findet Tamino – geleitet von Pamina – seinen Weg in die Männlichkeit, allerdings um den Preis, dass die „sternflammende“ Königin zerschmettert wird.

Aufgeladen mit zahlreichen Symbolen wechselt das Stück, das in einer Reihung von unterschiedlichsten Bildern und unter Verwendung spektakulärer Theatermittel erzählt wird, in der Mitte die Perspektive und spiegelt darin auch die Umbrüche und Unruhen seiner Entstehungszeit. Als „Vexierbild“ der Dialektik von Aufklärung und Demagogie (Ivan Nagel), als „Gesellschaftsentwurf zwischen Revolution und Restauration“ und „kompromisslose Aufdeckung der Widersprüche des Lebens“ mit kritischem Utopiepotential (Wolfgang Willaschek) oder als durch die Musik geeintes „mixtum compositum“ aus humanistischem Manifest und ‚Maschinen-Komödie’ (Stefan Kunze) fordert Mozarts Zauberflöte immer wieder neue szenische Deutungen heraus.

Musikalische Leitung: Benjamin Reiners / Matthew Toogood
Inszenierung: Joachim Schloemer
Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Dagmar Morell
Licht: Markus Bönzli
Dramaturgie: Regine Elzenheimer
Chor: Dani Juris
Oper

La Traviata

Giuseppe Verdi

Marie Duplessis war in ihrem ersten Beruf Modistin, größere Einnahmen bezog sie freilich aus ihrer Nebenbeschäftigung als eine der begehrtesten Kurtisanen im Paris ihrer Zeit. Als Zwanzigjähriger begegnete ihr der junge Dumas, und als sie, kaum älter als er, wenig später an der Schwindsucht starb, fasste er ihre Geschichte in einen Zeitroman. Bald darauf wurde aus diesem ein Bühnenstück. Mehrfach musste die Premiere verschoben werden, die Hüter der öffentlichen Doppelmoral brandmarkten den Stoff als anstößig. 1852, nur wenige Wochen nach der Uraufführung, sah Verdi eine der Pariser Aufführungen. Er erkannte das Potential von Dumas’ Vorlage für seine eigenen musikdramatischen Ziele.

Wie schon Rigoletto und Il trovatore legte auch La traviata den Fokus auf die Person eines gesellschaftlichen Außenseiters. Verdi ging damit ein neues Risiko ein – das Risiko des Zeitstücks: La traviata spielte in der Gegenwart und nahm dem Publikum so jegliche Möglichkeit zu innerer Distanzierung von der enthaltenen Gesellschaftskritik. Was im Schauspiel gerade noch angegangen wäre, entpuppte sich als zu viel für die Oper. Eine Hure als Opernheldin? Noch dazu eine, für die man Mitleid empfinden soll? Die Premiere 1853 endete in einem Fiasko.

Freyer interessiert an La traviata weniger die romantische Sozialkritik. Vielmehr sieht er in Verdis Oper die wesentlichen archetypischen Menschheitskonflikte angelegt, die er ins Zentrum seiner Inszenierung stellen wird.

Der einstige Brecht-Schüler hat mit seiner Inszenierung von Carl Maria von Webers Der Freischütz (1980) in Stuttgart und mit seinen ZAUBERFLÖTEN-Inszenierungen in Hamburg, bei den Schwetzinger und Salzburger Festspielen stilbildende und Theatergeschichte schreibende Inszenierungen geschaffen. Diesen Anspruch möchte er auch in der Mannheimer Traviata-Inszenierung, die übrigens seine erste ist, einlösen.
Freyer hat in Mannheim mit Die Zauberflöte für 20 Finger und Médée zwei herausragende Inszenierungen präsentiert. Er ist ein Magier der Bilder, ein Visionär des Theaters: Der Maler, Bühnen- und Kostümbildner, Regisseur und Stückemacher Achim Freyer, der in seiner Arbeit wie kein anderer die Grenzen zwischen Bühne und bildender Kunst auslotet. Seine Inszenierungen sind poetische „Gesamtkunstwerke“ aus Malerei, Sprache, Musik, Choreografie, Raum und Licht, die in archaischen Bildern von menschlichen Mythen erzählen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung & Bühne: Achim Freyer
Kostüme: Amanda Freyer
Licht: Andreas Rehfeld
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr
Chor: Dani Juris
Familienprogramm

Aschenputtel

Gioacchino Rossini

Komische Opern begründeten Gioacchino Rossinis Weltruhm; denn hier treffen sich eine schier überwältigende sängerische Virtuosität und dramatischer Instinkt auf eine berauschende Weise. Im Entstehungsjahr des Barbier von Sevilla komponierte Rossini eine Märchenoper nach französischer Vorlage: Cenerentola, wie Aschenputtel auf Italienisch genannt wird.

Rossinis Märchenversion verzichtet allerdings weitgehend auf übersinnliche Elemente und hebt stattdessen die komischen Aspekte der Handlung hervor. Am Ende wird die Halbwaise Angelina (alias Aschenputtel) für ihre Güte und Herzensreinheit mit der Liebe des Prinzen Don Ramiro belohnt.

Regisseurin Cordula Däuper inszeniert diese Koproduktion mit dem Konzert Theater Bern als farbenfrohe Oper für die ganze Familie – schon ihre Collage Wake up and Dream! über das Leben von Cole Porter war ein großer Erfolg am Nationaltheater. Die Musikalische Leitung hat Matthew Toogood, der seit 2016 Kapellmeister am Haus ist, gemeinsam mit dem Gastdirigenten Attilio Cremonesi.

Musikalische Leitung: Attilio Cremonesi (Gast) / Matthew Toogood
Inszenierung: Cordula Däuper
Bühne: Ralph Zeger
Kostüme: Sophie du Vinage
Licht: Christian Wurmbach
Dramaturgie: Katja Bury (Gast) / Julia Warnemünde
Szenische Neueinstudierung: Claudia Plaßwich
Chor: Dani Juris

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Werther

Jules Massenet

Johann Wolfgang von Goethes Briefroman diente als Anregung für Jules Massenets Oper. Werther liebt Charlotte mit dem ganzen Überschwang seiner Gefühle. Charlotte wird jedoch einen anderen heiraten und rät Werther, sie zu vergessen. Monate später beginnt sie ihre Gefühle für Werther zu realisieren. Als Charlottes Ehemann sie nach einem plötzlichen Zusammentreffen mit dem zurückgekehrten Werther in großer Verwirrung findet, schöpft er Verdacht. Auf seine Veranlassung hin muss Charlotte Werther die erbetenen Pistolen übergeben. Werther erschießt sich. Erst dem Sterbenden bekennt Charlotte ihre Liebe.

Ganz im Dienste der exzessiven Stimmungen und packenden Atmosphären steht die Musik, die Jules Massenet Goethes weltberühmtem Briefroman verlieh. Im Jahr 2013 lockte die suggestive Schwarz-weiß-Inszenierung von David Mouchtar-Samorai Weltstar Jonas Kaufmann als FOA-Gast, und sie hat ihren Reiz bis heute nicht verloren.

Musikalische Leitung: Wolfgang Wengenroth
Inszenierung: David Mouchtar-Samorai
Bühne: Heinz Hauser
Kostüme: Urte Eicker
Oper

Rigoletto

Giuseppe Verdi

»Le roi s’amuse ist der großartigste Stoff und vielleicht das größte Drama der Moderne!«, schrieb Verdi an seinen Librettisten Francesco Maria Piave. Zu Beginn des Jahres 1850 hatte Verdi das Drama Victor Hugos entdeckt und war fasziniert von dem Schicksal des verkrüppelten Hofnarren Rigoletto, den sein körperliches Gebrechen, aber auch sein maßloses und überhebliches Verhaltenzu einem Außenseiter der höfischen Gesellschaft macht. Im Zentrum der Oper, die zunächst den Titel La Maledizione erhalten sollte, stand für Verdi der Fluch eines unglücklichen Vaters, der die verlorene Ehre seiner Tochter beklagt, deswegen vom Hofnarren belacht wird und diesen verflucht. Doch dann muss Rigoletto miterleben, wie Gilda, seine einzige Tochter, den Liebesbeteuerungen des skrupellosen Herzogs erliegt. Außer sich vor Zorn engagiert er den Auftragsmörder Sparafucile. Die Maßlosigkeit seiner Rache schlägt auf ihn selbst zurück, und am Ende ist nicht der Herzog das Opfer, sondern seine Tochter.

Verdis weltberühmtes Werk verwandelt sich in der Inszenierung von Alexander Schulin in ein fesselndes Horrorszenario, das die Psyche der Charaktere beleuchtet.

Musikalische Leitung: Benjamin Reiners
Regie: Alexander Schulin
Bühne: Sandra Meurer
Kostüme: Cornelia Brunn
Chor: Dani Juris
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Nationaltheater Schauspiel Mannheim Mannnheim, Mozartstr. 9
Aufführungen / Theater Theatergemeinde Volksbühne Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Aufführungen / Konzert SWR Symphonieorchester Stuttgart, Neckarstraße 230
Aufführungen / Konzert D. Radio Philharmonie Kaiserslautern Kaiserslautern, Fruchthallstr. 1
Aufführungen / Konzert Technoseum Mannheim, Neckarvorlandstraße 2a
Mi, 18.7.2018, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Badisches Staatstheater Karlsruhe Karlsruhe, Baumeisterstr. 11
Aufführungen / Konzert Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen, Heinigstraße 40
Aufführungen / Konzert KIRCHHEIMER KONZERTWINTER Kirchheim/Weinstraße, Oberer Waldweg 7
Der kultivierte Klang
Aufführungen / Aufführung Nibelungen Festspiele gGmbH Worms, Von-Steuben-Str. 5
Aufführungen / Konzert Weingartner Musiktage Junger Künstler Weingarten, Wiesenstr. 30