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Nationaltheater Mannheim

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Nationaltheater Mannheim
Mozartstr. 9
D-68161 Mannnheim

Telefon: +49 (0)621 1680 0
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Oper

Vespertine

Björk/Hotel Pro Forma

Premiere: 26. Mai 2018, Opernhaus

Ein Popalbum als Oper

Björk – die isländische Gesamtkünstlerin gehört zu den experimentierfreudigsten Popmusikern unserer Zeit. Inspiriert von der Clubmusik der 90er-Jahre, erforscht sie elektronische Klangwelten, die sie oft mit klassischen Instrumenten, Sinfonieorchestern, Chören oder sogar isländischer Volksmusik kombiniert. Eine ihrer schönsten Platten wollen wir für die Opernbühne adaptieren: »Vespertine« (zu Deutsch: abendlich) aus dem Jahr 2001. Mit Glockenklängen, Harfe und Sounds von Alltagsgegenständen entspinnt sie eine intime Klangwelt, die sich immer wieder zu großem Orchestersound öffnet.

Kirsten Dehlholm und ihre Künstlergruppe Hotel Pro Forma steht für wirkungsstarkes Bildertheater. Charakteristisch für die Gruppe ist ihr konzeptueller und ästhetischer Zugriff, der weniger in Theatertraditionen als in Bildender Kunst und Musik verankert ist. Damit hat Hotel Pro Forma international Theatergeschichte geschrieben, und Dehlholm wird als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Dänemarks geehrt.

Hotel Pro Forma findet für diese außergewöhnliche Verschränkung von erotischer Beichte, mythischer Naturverbundenheit und dem Interesse für Wissenschaft beeindruckende, surreale Bilderwelten. So wird Vespertine zugleich psychologische Studie und umfassender Weltschöpfungsmythos.

in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Eine Koproduktion mit Hotel Pro Forma
Oper

Die Krönung der Poppea

Claudio Monteverdi

Oper in einem Prolog und drei Akten

1607 schreibt Monteverdi in Mantua seine erste Oper und setzt damit Maßstäbe, die bis heute gelten. Dennoch verlässt er 1613 den herzoglichen Hof und wird Kapellmeister des Markusdoms in Venedig. Über dreißig Jahre schreibt er keine Opern mehr, obwohl die Oper als öffentliches Spektakel in Venedig blüht wie nirgends sonst.

In seinen letzten Lebensjahren packt Monteverdi dann doch noch der Schaffensrausch. In schneller Folge entstehen die Heimkehr des Odysseus (1640), die heute verlorene Hochzeit des Aeneas (1641) und die Krönung der Poppea (1643).

Zum allerersten Mal wird hier eine Episode aus der Geschichte zum Gegenstand einer Oper. Gegen den Willen seines Lehrers Seneca heiratet Kaiser Nero die schöne Kurtisane Poppea. Das traurige Ende: Der Philosoph geht in den Selbstmord, Neros Frau Ottavia in die Verbannung. Doch Monteverdi findet für alle Figuren den richtigen Ton. Die Leidenschaft der Liebenden geht einem ebenso nahe wie die Trauer der Verstoßenen und die lustigen Dienerfiguren bringen einen immer wieder zum befreienden Lachen.

Um die Sprengkraft des musikalischen Revolutionärs Monteverdi hörbar zu machen, wurde schon die Heimkehr des Odysseus in der Spielzeit 2016/2017 gemeinsam mit dem Spezialensemble »il Gusto Barocco« erarbeitet. Unter der Leitung von Jörg Halubek musizierten die Spieler auf historischen Instrumenten. Mit der Krönung der Poppea wird diese fruchtbare Zusammenarbeit nun fortgesetzt.

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

Ernani

Giuseppe Verdi

Das Operngenie Giuseppe Verdi setzte von Beginn seiner Karriere an eigene Akzente. An seinem 1844 in Venedig uraufgeführten Frühwerk Ernani lässt sich das gut beobachten. Die Vorlage stammt von einem »jungen Wilden« der französischen Literatur: In Victor Hugos skandalumwittertem Hernani findet eine junge Generation zu einer eigenen Sprache – das Extreme, Überzeichnete interessiert sie mehr als die Helden der traditionellen Tragödie.

Und dieser Ernani ist in der Tat eine extreme Figur: Um den ermordeten Vater zu rächen, setzt er das eigene Leben aufs Spiel und findet, gefangen in abstrusen und unmenschlichen Vorstellungen von Ehre und Moral, auch in der Liebe zur schönen Elvira keine Ruhe. Wie üblich sollte der männliche Titelheld 1844 von einer Sopranistin dargestellt werden. Verdi setzte jedoch durch, dass sein Ernani von einem Tenor gesungen wurde – im Sinne der dramatischen Wahrhaftigkeit und szenischen Glaubwürdigkeit.

Natürlich verbindet Verdi diese Glaubwürdigkeit mit den schönsten Melodien: Ernani strotzt nur so von Ohrwürmern. Die Hauptrolle wird der georgische Tenor Irakli Kakhidze singen, der ab der Spielzeit 2017/2018 festes Mitglied des Mannheimer Solistenensembles wird. Regie führt Yona Kim, die mit ihrer Deutung der Genoveva von Robert Schumann in der Spielzeit 2016/2017 bewiesen hat, wie tief sie in die Psyche ihrer Figuren vordringen kann.

Musikalische Leitung: Benjamin Reiners
Inszenierung: Yona Kim
Bühne: Heike Scheele
Kostüme: Falk Bauer
Licht: Reinhard Traub (Gast)
Dramaturgie: Albrecht Puhlmann / Cordula Demattio
Chor: Dani Juris

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Oper

La Traviata

Giuseppe Verdi

Marie Duplessis war in ihrem ersten Beruf Modistin, größere Einnahmen bezog sie freilich aus ihrer Nebenbeschäftigung als eine der begehrtesten Kurtisanen im Paris ihrer Zeit. Als Zwanzigjähriger begegnete ihr der junge Dumas, und als sie, kaum älter als er, wenig später an der Schwindsucht starb, fasste er ihre Geschichte in einen Zeitroman. Bald darauf wurde aus diesem ein Bühnenstück. Mehrfach musste die Premiere verschoben werden, die Hüter der öffentlichen Doppelmoral brandmarkten den Stoff als anstößig. 1852, nur wenige Wochen nach der Uraufführung, sah Verdi eine der Pariser Aufführungen. Er erkannte das Potential von Dumas’ Vorlage für seine eigenen musikdramatischen Ziele.

Wie schon Rigoletto und Il trovatore legte auch La traviata den Fokus auf die Person eines gesellschaftlichen Außenseiters. Verdi ging damit ein neues Risiko ein – das Risiko des Zeitstücks: La traviata spielte in der Gegenwart und nahm dem Publikum so jegliche Möglichkeit zu innerer Distanzierung von der enthaltenen Gesellschaftskritik. Was im Schauspiel gerade noch angegangen wäre, entpuppte sich als zu viel für die Oper. Eine Hure als Opernheldin? Noch dazu eine, für die man Mitleid empfinden soll? Die Premiere 1853 endete in einem Fiasko.

Freyer interessiert an La traviata weniger die romantische Sozialkritik. Vielmehr sieht er in Verdis Oper die wesentlichen archetypischen Menschheitskonflikte angelegt, die er ins Zentrum seiner Inszenierung stellen wird.

Der einstige Brecht-Schüler hat mit seiner Inszenierung von Carl Maria von Webers Der Freischütz (1980) in Stuttgart und mit seinen ZAUBERFLÖTEN-Inszenierungen in Hamburg, bei den Schwetzinger und Salzburger Festspielen stilbildende und Theatergeschichte schreibende Inszenierungen geschaffen. Diesen Anspruch möchte er auch in der Mannheimer Traviata-Inszenierung, die übrigens seine erste ist, einlösen.
Freyer hat in Mannheim mit Die Zauberflöte für 20 Finger und Médée zwei herausragende Inszenierungen präsentiert. Er ist ein Magier der Bilder, ein Visionär des Theaters: Der Maler, Bühnen- und Kostümbildner, Regisseur und Stückemacher Achim Freyer, der in seiner Arbeit wie kein anderer die Grenzen zwischen Bühne und bildender Kunst auslotet. Seine Inszenierungen sind poetische „Gesamtkunstwerke“ aus Malerei, Sprache, Musik, Choreografie, Raum und Licht, die in archaischen Bildern von menschlichen Mythen erzählen.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy / Wolfgang Wengenroth
Inszenierung & Bühne: Achim Freyer
Kostüme: Amanda Freyer
Licht: Andreas Rehfeld
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr
Chor: Dani Juris
Oper

Tannhäuser

Richard Wagner

Romantische Oper in drei Aufzügen

Noch kurz vor seinem Tode gestand Richard Wagner seiner Frau Cosima, er sei „der Welt noch einen Tannhäuser schuldig". Dabei war das Publikum ganz anderer Meinung: nach einer provisorischen, weil unfertigen Uraufführung in Dresden, die noch sehr zwiespältig aufgenommen wurde, erlebte die Oper ihren Durchbruch bei der Weimarer Erstaufführung 1849 unter Franz Liszt. Alle großen Theater interessierten sich nun für das Werk: München, Berlin, Wien machten den Tannhäuser so populär, daß sich Johann Nestroy berufen fühlte, eine Parodie mit dem Titel Tannhäuser und die Keilerei auf der Wartburg zu schreiben.

Bei allem Erfolg: Wagner blieb skeptisch. Als die Pariser Grand’ Opéra ihre Tannhäuser-Inszenierung anmeldete, erweiterte Wagner die Venusberg-Szene zu Beginn zu einem großen Bacchanal für das Ballett. Die Pariser Premiere schrieb als größter Theaterskandal des 19. Jahrhunderts Operngeschichte. Nach drei chaotischen Vorstellungen zog Wagner die Partitur zurück, was einen umso größeren Kult um seine Person und das Werk hervorrief, angeführt von Frankreichs führendem fin de siècle-Dichter Charles Baudelaire.

Der Mannheimer Inszenierung von Chris Alexander liegt jene Pariser Fassung zugrunde. Der Venusberg als üppige, sinnenfrohe und erotische Szene zu Beginn der Oper steht in krassem Gegensatz zum steifen Zeremoniell der Wartburg-Gesellschaft beim Sängerkrieg. Vielleicht löst der Regisseur damit auch ein Teil der Schuld ein, die Wagner glaubte, noch am Tannhäuser zu haben. Dennoch bleibt aus rein bürgerlicher Sicht der Schluß der Oper immer noch ein Happy End, eine Hingabe zur reinen Elisabeth, eine Absage an die exzessive Liebe der Venus.

In Chris Alexanders Regie sind die beiden weiblichen Antipoden Venus und Elisabeth als zwei Lesarten derselben Frau denkbar. Tannhäuser widersteht der letzten Versuchung der Venus, die ihn in Gestalt der Madonna lockt, vor der kurz zuvor Elisabeth ihr Lebenslicht aushauchte.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung: Chris Alexander
Bühne: Maren Christensen
Licht: Eduard Roth
Chor: Dani Juris
Theater

Wie werde ich reich und glücklich?

Mischa Spoliansky

Ein Kursus in zehn Abteilungen. Text von Felix Joachimson

Eine dünne Broschüre flattert beim arbeitslosen Kibis in die Mansarde: Wie werde ich reich und glücklich? Mit nur drei Anweisungen verwandelt sie sein gescheitertes Leben von Grund auf.

Es ist ein utopisches Gedankenspiel, das Felix Joachimson 1930 als Kursus in zehn Abteilungen verfasste – und der Chanson-Komponist Mischa Spoliansky vertonte die schönsten Momente daraus. Die Kabarettrevue über den Aufstieg des Hochstaplers Kibis im Berlin der Weltwirtschaftskrise war ein Riesenerfolg und wurde nach kurzer Zeit verfilmt. Doch weder bei Youtube noch im Bundesfilmarchiv lässt sich der Revuefilm heutzutage auftreiben.

Die multimedial arbeitende Hamburger Musiktheatergruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT (Jan Dvořák/Thomas Fiedler/Julia Warnemünde) nimmt sich dieser Lücke in der deutschen Filmografie an und rekonstruiert vor den Augen des Publikums eine Komödie, die in ihrer Respektlosigkeit von heute sein könnte und zugleich den Charme der Zwanziger atmet. Was wird das Ergebnis sein? Ein Massenexperiment? Rasante Dreharbeiten? Musikalische Lebensberatung? – Bestenfalls all das gleichzeitig. Ansonsten zumindest sehr, sehr lustig.

Musikalische Leitung: Matthew Toogood
Konzept, Inszenierung, Dramaturgie: Jan Dvořák / Thomas Fiedler / Julia Warnemünde
Bühne: Michael Graessner
Kostüme: Kathi Maurer
Video: Carl-John Hoffmann
Licht: Florian Arnholdt
Chor: Francesco Damiani
Choreographische Mitarbeit: Luches Huddleston jr.
Orchestration: Himmelfahrt Scores
Oper

Parsifal

Richard Wagner

Der Gralskönig Amfortas leidet an einer unheilbaren Wunde, die er sich zuzog, als er im Schloss des teuflischen Klingsor den Verführungskünsten der schönen Kundry erlag. Allein ein „reiner Tor, durch Mitleid wissend“, kann ihn von seinem Schmerz erlösen. Nach langen Irrfahrten und „wissend geworden“ durch den Kuss der einstigen Verführerin Kundry gelingt es Parsifal, den heiligen Speer zurückzugewinnen. Die Macht Klingsors ist gebrochen und Amfortas von seinem Leiden befreit. Parsifal enthüllt den lange verborgenen Gral, der Kraft und Jugend spendet.

Musikalische Leitung: Alexander Soddy
Inszenierung nach: Hans Schüler
Bühne: Paul Walter
Kostüme: Gerda Schulte
Licht: Alfred Pape
Chor: Dani Juris
Oper

My Fair Lady

Frederick Loewe

Eigentlich will Eliza Doolittle durch den Sprachunterricht bei Professor Higgins nur ihren lästigen Akzent loswerden, um den Sprung von der Straßenverkäuferin zur ehrenwerten Angestellten eines Blumenladens zu schaffen. Doch der ganz von sich und seinen Fähigkeiten überzeugte Higgins nutzt die Chance zum Experiment am lebenden Objekt: in seiner Hybris will er aus Eliza eine Lady nach seinem Bilde formen und die mit Oberst Pickering abgeschlossene Wette ist nur der geeignete Vorwand für seine berserkerhaften Methoden. Doch Higgins hat die Rechnung ohne Eliza gemacht, die ihn mit seinen eigenen Waffen schlägt – der guten Erziehung ...

Mit My Fair Lady gelang Frederick Loewe und seinem Librettisten Alan Jay Lerner 1956 ein Glanzsstück, der das Werk bis heute zum wohl erfolgreichsten Musical aller Zeiten macht. Das Geheimnis dieses Erfolges liegt neben einer Fülle musikalischer Ideen – kaum einem anderen Musical entstammen so viele Songs, die bis heute als Klassiker gelten – im behutsamen Umgang mit der literarischen Vorlage: dem Autorenduo gelang eine musicalgerechte Adaption von George Bernard Shaws Pygmalion ohne auf die für das Musical so ungewohnte ironische Schärfe Shaws zu verzichten oder die Brisanz des Themas zu vernachlässigen. Elizas Geschichte ist die ihrer Auflehnung und ihres Ringens um Selbstbehauptung. Fast beiläufig erzählt sie von einer unmöglichen Liebe, die so alt ist wie das abendländische Bewusstsein: der zwischen Pygmalion und der von ihm erschaffenen Statue Galatea.

Musikalische Leitung: Matthew Toogood
Inszenierung: Helmut Baumann / Jürg Burth
Bühne: Katrin Kegler-Fritsch
Kostüme: Uta Loher / Conny Lüders
Dramaturgie: Julia Gabriele Simon
Chor: Dani Juris
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Nationaltheater Schauspiel Mannheim Mannnheim, Mozartstr. 9
Aufführungen / Theater Theatergemeinde Volksbühne Heidelberg Heidelberg, Theaterstraße 10
Aufführungen / Konzert SWR Symphonieorchester Stuttgart, Neckarstraße 230
Aufführungen / Konzert D. Radio Philharmonie Kaiserslautern Kaiserslautern, Fruchthallstr. 1
Aufführungen / Theater Badisches Staatstheater Karlsruhe Karlsruhe, Baumeisterstr. 11
Aufführungen / Konzert Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Ludwigshafen, Heinigstraße 40
Aufführungen / Konzert KIRCHHEIMER KONZERTWINTER Kirchheim/Weinstraße, Oberer Waldweg 7
Der kultivierte Klang
Aufführungen / Aufführung Nibelungen Festspiele gGmbH Worms, Von-Steuben-Str. 5
Aufführungen / Konzert Weingartner Musiktage Junger Künstler Weingarten, Wiesenstr. 30