BAYERISCHES STAATSBALLETT MÜNCHEN

Spielzeit 2009/10

Giselle

Mats Ek
Musik von Adolphe Adam

Der schwedische Choreograph Mats Ek gilt weltweit als Spezialist, der alte Ballett-Geschichten neu erzählt.

Giselle, eines der großen Ballette des 19. Jahrhunderts, handelt von der betrogenen Liebe des Bauernmädchens Giselle. Herzog Albrecht, als Bauer verkleidet, erschleicht sich ihre Zuneigung, bis sie erkennen muss, dass er in Wahrheit mit Bathilde verlobt ist. Giselle wird wahnsinnig und stirbt an gebrochenem Herzen. Als Geisterwesen entsteigt sie um Mitternacht dem Grab und tanzt im Kreise der Wilis - der rachdurstigen Geister betrogener Bräute, die jeden Mann, der ihnen um diese Stunde begegnet, zu Tode tanzen. Giselles Liebe aber reicht über den Tod hinaus und sie rettet Albrecht, der sie betrogen hat, das Leben.

Zur traditionellen Musik von Adolphe Adam schuf Mats Ek eine völlig neue Choreographie in seinem eigenen, modernen Idiom. Er verlegte die Handlung in die Gegenwart. Die um ihre Liebe betrogene Giselle erwacht im 2. Akt nicht zu einem Geisterdasein als Wili, sondern befindet sich in einer Heilanstalt. Aber auch in dieser radikal zeitgenössischen Fassung bleibt die Essenz des Werkes erhalten und der Zuschauer wird zum Zeugen des erschütternden Läuterungsprozesses, den Albrecht durchlebt.

Die Münchner Premiere der modernen Fassung von Giselle im Dezember 1996 wurde zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Bayerischen Staatsballetts.

Mit der Figur der Giselle schuf Mats Ek eine Rolle, die an die Interpretin Anforderungen stellt, als handle es sich um ein zweistündiges Solo. Obwohl neben den vier Protagonisten Giselle, Albrecht, Hilarion und Bathilde Bauern, Freunde und Wilis (Kranke) in das Geschehen verstrickt sind, bleibt um Giselle eine Aura, als sei sie das ganze Stück hindurch mit sich allein. Es ist Giselles Perspektive, aus der der Choreograph - und damit auch der Zuschauer - die Welt sieht; und obwohl Giselle scheinbar die Kranke ist, bleibt sie bis zum Schluss unangreifbar in ihrer menschlichen Integrität.

Choreographie: Mats Ek
Bühne und Kostüme: Marie-Louise Ekman
Licht: Göran Westrup
Musik: Adolphe Adam
Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester

Dauer: 2 Stunden 30 Minuten (1 Pause)

Ort:

Prinzregententheater

Termine:

Di, 21.9.2010, 19:30
Mi, 22.9.2010, 19:30
Fr, 24.9.2010, 19:30
Sa, 25.9.2010, 19:30
So, 26.9.2010, 18:00

Série Noire - ein choreographischer Krimi

Terence Kohler
Musik von Philip Glass

Terence Kohler kam als Achtzehnjähriger 2002 an die Akademie des Tanzes in Mannheim. Birgit Keil förderte seine tänzerische und choreographische Begabung, nicht zuletzt durch ein Stipendium ihrer Tanzstiftung. Es entstanden Ballette wie „just before falling“ und „Intermezzo for 20“.

Mit Beginn der Spielzeit 2004/2005 wurde Terence Kohler als Tänzer und Choreograph ans Badische Staatstheater engagiert. In den folgenden Jahren wurde er mehrfach ausgezeichnet und gilt als eines der großen choreographischen Talente in Deutschland.

Mit Ende der Spielzeit 2007/2008 löste sich Kohler vom Karlsruher Ensemble und wagte mit der Uraufführung seines Balletts „Once Upon an Ever After“ für das Bayerische Staatsballett den Schritt in eine Karriere als freier Choreograph. Ivan Liška macht ihn jetzt zum Choreographer in residence, was ihm einerseits große künstlerische Freiheit zu anderen Aktivitäten lässt und dazu die Gelegenheit bietet, kontinuierlich mit dem Münchner Ensemble zu arbeiten. „Série Noire – ein choreographischer Krimi“ mit Musik von Philip Glass wird in zahlreichen Probenphasen im Laufe des ganzen Jahres mit den Münchner Tänzern erarbeitet.

Choreographie: Terence Kohler
Musik: Pierre Jodlowski, Philip Glass
Bühne und Kostüme: Jordi Roig

Ort:

Prinzregententheater

Termine:

Di, 28.9.2010, 19:30
Mi, 29.9.2010, 19:30
Do, 30.9.2010, 11:00
Fr, 1.10.2010, 19:30
Sa, 2.10.2010, 18:00

Bayerische Staatsoper

Max-Joseph-Platz 2
D-80539 München

Telefon: +49 (0)89-21 85-19 20 oder +49 (0)89-21 85 19 20