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Residenztheater

Das Residenztheater ist eines der größten und bedeutendsten Sprechtheater Deutschlands und zeigt mit seinem großen Ensemble unter der Intendanz von Martin Kušej internationale Dramatik von Shakespeare und Schiller über Ibsen bis zur Gegenwart sowie experimentelle und offene Formen wie die Theaterabende von Oliver Frljić, Milo Rau oder Bernhard Mikeska.

Im Residenztheater und Cuvilliéstheater ist die weltumspannende Dramatik von Shakespeare über Moliére, Schiller und Ibsen bis zur Gegenwart zu erleben. Im Marstall finden neben zeitgenössischen Stücken etwa von Michel Decar, Joël Pommerat und Noah Haidle auch offene und experimentelle Formen wie die von Oliver Frljić sowie Projekte von Milo Rau ihren Platz.

Eine Öffnung für europäisches Theater manifestiert sich in der Zusammenarbeit mit internationalen Regisseuren wie Ivica Buljan, Timofej Kuljabin oder dem österreichischen Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan. Diese spiegelt sich auch in zahlreichen Kooperationen und Gastspieleinladungen in ganz Europa wider.

Kontakt

Residenztheater
Max-Joseph-Platz 1
D-80539 München

Telefon: +49 (0)89 2185 1940
Fax: +49 (0)89 2185 2185
E-Mail: tickets@residenztheater.de

Bewertungschronik

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Theater

Der eingebildete Kranke oder das Klistier der reinen Vernunft

von PeterLicht nach Molière

Premiere: 20. Dezember 2019

«Der eingebildete Kranke», Molières fünfte Komödie, die sich mit der Ärzteschaft und den von ihr praktizierten Heilmethoden beschäftigt, besitzt eine in der Theatergeschichte einzigartige makabre Komponente: Molière, in der Uraufführungsinszenierung 1673 selbst der eingebildete Kranke und bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, erlitt auf offener Bühne einen Blutsturz und starb wenige Stunden später.

Im Zentrum steht Argan, der sich nicht nur einbildet, krank zu sein, sondern es tatsächlich ist: Er leidet an Hypochondrie. So kann und will er sich nicht anders zu seinem sozialen Umfeld ins Verhältnis setzen als über sein Leid, um das er in tyrannischer Selbstbespiegelung kreist. Der Kölner Autor und Musiker PeterLicht schreibt mit «Der eingebildete Kranke» seine vierte Molière-Neudichtung: Gewohnt sprachverspielt seziert er sowohl den Individual- als auch den Gesellschaftskörper und bricht das letzte Tabu neoliberaler Selbstoptimierer – das der Sterblichkeit.

«Argan ist ein Hyperperformer der Empfindsamkeit. Er neigt der Unsterblichkeit zu, das heißt, er will immer weiter das tun, was ihm als Lebewesen vorgegeben ist zu tun, nämlich LEBEN, wie sollte es auch anders sein? Er ist ein LEBEwesen, bei ihm gibt es keinen Tod, sondern nur die ANGST vor dem Tod. Der Tod ist abgeschafft. Aber leider ist es nicht klar, ob sie wirklich gelang, die Abschaffung. Argan hat den Tod ersetzt durch Strategien zur Vermeidung des Todes. Also zur Aufrechterhaltung der Gesundheit, was ja das Gleiche. Es gibt eine einfache Gleichung: Solange man gesund ist, ist man noch nicht tot. So viel immerhin wissen wir. Obwohl … » PeterLicht

Claudia Bauer setzt ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit PeterLicht fort und bringt mit «Der eingebildete Kranke» zum dritten Mal ein Stück des Autors zur Uraufführung. Ab 18. April 2020 wird auch «Tartuffe oder das Schwein der Weisen» am Residenztheater zu sehen sein.

Inszenierung: Claudia Bauer
Bühne: Andreas Auerbach
Kostüme: Vanessa Rust
Musik: Peter Licht
Arrangements und Musikalische Leitung: Henning Nierstenhöfer
Licht: Tobias Löffler
Dramaturgie: Constanze Kargl

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Theater

Der starke Stamm

Volksstück von Marieluise Fleißer

Premiere: 23. Januar 2020

ab 12 Jahren

Leichenschmaus im Hause des frisch verwitweten Sattlermeisters Bitterwolf. Schon streitet sich die nächste Verwandtschaft um die kümmerlichen Habseligkeiten der Verstorbenen. Hier versammelt sich der ganze Stamm: eine Sippe von Menschen, die im Kampf um und im Streben nach Aufstieg und Glück selbst zum Kapital werden. Träume, Sehnsüchte und Begehren gäbe es zuhauf. Im ländlichen Milieu, das Marieluise Fleißer in ihrem Volksstück beschreibt, bestimmt aber letztendlich die prekäre wirtschaftliche Situation jede menschliche Interaktion. Besonders Balbina, die heirats- und erwerbswütige Schwägerin, ist bereit, ihren Plänen vom kommenden Reichtum alles unterzuordnen – und nimmt dabei auch auf ihre Familienangehörigen keinerlei Rücksicht.

Aber es ist nicht die soziale Kälte der Welt der Nachkriegszeit allein, von der die Dramatikerin die zwischenmenschlichen Verhältnisse ihrer Figuren ableitet, sondern auch ihre persönliche Erfahrung. Fleißers Versuche, in München und Berlin als Dramatikerin finanziell zu überleben, waren gescheitert. Praktisch mittellos, zwang die Zweckehe mit einem Jugendfreund sie in die Enge der niederbayerischen Provinz zurück und hinter die Theke seines Tabakwarengeschäfts. Dasselbe Los ereilt auch ihre Figuren: Jeder Versuch, in der Ferne ihr Glück zu machen, scheitert. Sichtbar wird die Enttäuschung auch an der Rohheit der Sprache, einem heimatlichen Idiom, das die Fleißerin verschiebt, verbiegt und zu einem Kunstdialekt verdichtet.

Inszeniert wird «Der starke Stamm» von Hausregisseurin Julia Hölscher, deren Arbeiten in Schauspiel wie Musiktheater sich durch poetische, atmosphärische Dichte auszeichnen.

Inszenierung: Julia Hölscher
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Meentje Nielsen
Musik: Martin Gantenbein
Licht: Markus Schadel
Dramaturgie: Stefanie Hackl

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Theater

Woyzeck

von Georg Büchner

Premiere: 31. Januar 2020

ab 14 Jahren

Georg Büchners zerbrechliches Fragment, eines der bedeutendsten Dramen der deutschen Literatur, basiert auf dem Fall des Soldaten Woyzeck, der seine Geliebte erstach und dafür 1824 zum Tode verurteilt wurde. Büchner waren die Fakten des historischen Kriminalfalls bekannt, über den juristische, medizinische und psychologische Gutachten verfasst wurden. Er zeigt einen Eifersuchtsmord und seine Vorgeschichte: Woyzeck, «guter Kerl und armer Teufel», finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von seinen Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht, ist dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert. So wird er schuldig, nachdem seine Ängste, Triebe und Begierden obszön aufbrechen. Doch «Woyzeck» geht weit über den traurigen Einzelfall einer geschundenen Kreatur hinaus. Büchner untersucht am «Subjekt Woyzeck» die Frage unserer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die «außer uns liegen», nach individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.

«Woyzeck lebt innerhalb eines gesellschaftlichen Systems, das von Brutalität geprägt ist, der alle unterliegen, ohne davon zu wissen. Diejenigen, die Woyzeck Gewalt antun, sind selbst im allgemeinen Zusammenhang gefangen. Büchners Fähigkeit, die herrschende Verrohung auch als eine der Sprache darzustellen, steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Was Woyzeck bleibt, ist blinde Gewalt, erlebte und ausgeübte.» Ulrich Rasche

Ulrich Rasche, dem Münchner Publikum seit seinen Inszenierungen von «Die Räuber» und «Elektra» bestens bekannt, gilt aufgrund seiner formstrengen Chorprojekte und überwältigenden Bühnenbilder als einer der außergewöhnlichsten Regisseure seiner Generation und wurde mit dieser Inszenierung des Theater Basel zum Berliner Theatertreffen 2018 eingeladen.

Inszenierung und Bühne: Ulrich Rasche
Bühnenbildmitarbeit: Sabine Mäder
Kostüme: Sara Schwartz
Chorleitung: Toni Jessen
Licht: Cornelius Hunziker, Tobias Löffler
Sounddesign: Alexander Maschke
Dramaturgie: Constanze Kargl

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Theater

Leonce und Lena

nach Georg Büchner

ab 12 Jahren

Die Geschichte ist scheinbar schnell erzählt: Ein Prinz und eine Prinzessin aus benachbarten Königreichen flüchten vor einer arrangierten Ehe, verlieben sich inkognito ineinander und versuchen, mit einer List ihren Lebensweg selbst zu bestimmen – nur um am Schluss festzustellen, dass sie ihrem vorbestimmten Schicksal in die Arme geflüchtet sind. So weit, so klar.

Ein Shakespeare’scher Klamauk könnte das sein, eine Parodie auf Goethes «Werther» und das monarchische System, eine Studie über Jugend und Langeweile. Bei der genaueren Lektüre stellt man aber fest, dass seltsame Lücken, Risse und Leerstellen zwischen den Textzeilen klaffen – und auch die Figuren selbst voller unverfugter Abgründe sind, in die man als Leser*in, Schauspieler*in oder Regisseur ständig hineinfällt und an deren Boden die großen Menschheitsfragen funkeln: wer, weshalb, wohin.

«Wie ist mir eine Stimme doch erklungen Im tiefsten Innern, Und hat mit Einemmale mir verschlungen All mein Erinnern.»

Georg Büchners «Leonce und Lena» beginnt als scheinbar klassische Verwechslungskomödie, endet aber als seltsames Traumspiel über Sinn und Unsinn des Daseins, den Zweifel an der Wirklichkeit und die Sehnsucht, sich in einen Automaten zu verwandeln. Es ist ein Freiflug ins Nichts, voller Traurigkeit und doppeltem Sinn, zwischen dessen Kalauern und Wortspielen sich kristallklare Sätze von unschuldiger Weisheit verstecken.

Hausregisseur Thom Luz macht «Leonce und Lena» zum Ausgangspunkt eines Streifzugs durch Büchners heiter-verzweifelten Kosmos und bahnt sich einen eigenen Weg durch das Spiegellabyrinth zwischen Thron- und Tanzsaal und dem Irrenhaus.

Dem royalen Lustspiel folgen im Lauf der Spielzeit Büchners Dramen um den Proletarier Woyzeck und die französischen Revolutionäre in «Dantons Tod» und führen die Auseinandersetzung mit seinen poetischen Existenzfragen in anderen Milieus und inszenatorischen Handschriften fort.

Inszenierung und Bühne: Thom Luz
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Kostüme und Licht: Tina Bleuler
Dramaturgie: Katrin Michaels

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Theater

Vor Sonnenaufgang

von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

ab 14 Jahren

Gerhart Hauptmanns Dramendebüt evoziert 1889 einen der größten Skandale der deutschen Theatergeschichte und macht den erst siebenundzwanzigjährigen Schriftsteller und späteren Literaturnobelpreisträger über Nacht berühmt. Hauptmann erzählt von einer schnell zu Wohlstand gekommenen Bauernfamilie, deren sozialer Aufstieg mit innerer Verhärtung einhergeht, und ebnet dem Naturalismus den Weg auf die deutschsprachigen Bühnen.

«erschütternd, dass es für das Leben, wie es ist, nicht bessre Gründe gibt»

Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer übernimmt Struktur und Figurenkonstellation des Hauptmann’schen Frühwerks, löst dieses aber aus der gesellschaftspolitischen Realität des späten 19. Jahrhunderts und bettet seine Mittelstandsfamilie in die triste Gegenwart eines urbanen Ballungsraums. Damit befreit er «Vor Sonnenaufgang» von der sozialutopischen Patina, der heute überholten Vererbungslehre und der sprachlichen Enge des schlesischen Idioms. Palmetshofers kluges Familienporträt macht an individuellen Krisen größere gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar: Die Unversöhnlichkeit unterschiedlicher ideologischer Positionen und die Deformationen einer neoliberalen Gesellschaft.

«Die Welt wandelt sich. Wir erleben dies in den neuen Bedrohungsszenarien und Erosionserscheinungen westlicher Demokratien, im Erstarken der Populismen und Fundamentalismen, in der Verrohung und Radikalisierung der politischen Sprache und Diskurse, in der zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft. Hinter der zivilisierten Fassade ist der Mensch ein rohes, verzweifeltes, unsolidarisches Tier.» Ewald Palmetshofer

Hausregisseurin Nora Schlocker wurde mit ihrer konzentrierten, psychologisch genauen Inszenierung des Theater Basel zu den 43. Mülheimer Theatertagen NRW und zum Heidelberger Stückemarkt 2018 eingeladen.

Inszenierung: Nora Schlocker
Bühne und Kostüme: Marie Roth
Musik: Marcel Blatti
Licht: Tobias Voegelin, Gerrit Jurda
Dramaturgie: Constanze Kargl

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Theater

Amphitryon

Lustspiel von Heinrich von Kleist nach Molière

ab 12 Jahren

1807 erscheint Heinrich von Kleists «Amphitryon», erst zweiundneunzig Jahre später kommt das Stück zur Uraufführung. Als Grundlage dient Kleist Molières gleichnamige Komödie von 1668, die er zu einem Lustspiel umarbeitet – zu einem Kleist’schen Lustspiel, wohlgemerkt. Dem Stoff liegt der antike Mythos um die Geburt des Halbgottes Herkules zugrunde. So komisch die Geschichte auch sein könnte – vom Gott Jupiter, der in Menschengestalt auf die Erde kommt und Amphitryons Frau Alkmene während dessen Abwesenheit verführt und mit ihr ein Kind zeugt, wie auch diejenige von Amphitryons treuem Diener Sosias, der Merkur in Gestalt seiner selbst bei seiner Rückkehr zu Hause antrifft –, die angerichtete Verwirrung ist mit den Mitteln der Vernunft nicht zu begreifen und stürzt die unschuldig Betroffenen in eine tiefe Bewusstseinskrise. Während Sosias stoisch die Aberkennung von Namen, Ehebett und Kleidung bis hin zum eigenen Körper erträgt und die Erlösung abwartet, fällt Amphitryon, der selbst von seiner geliebten Frau Alkmene nicht mehr als dieser erkannt wird, ins Bodenlose.

«So muss ich auf mich selbst Verzicht jetzt leisten?»

Was bleibt von uns übrig, wenn uns die Identität aberkannt, unsere Selbstgewissheit aufgelöst wird – und gar das eigene Augenlicht uns Lügen straft? Durch ein göttliches Spiel steht nichts weniger als die Beglaubigung des eigenen Ich in Zweifel und ermächtigt nur die Götter selbst, mit der Aufklärung desselben die Ordnung der Welt wiederherzustellen. Kleist beschreibt in seinem Lustspiel die zeitlose menschliche Zerbrechlichkeit, indem er sie der Zerstörung durch die Aberkennung des Menschseins aussetzt.

In der Inszenierung von Hausregisseurin Julia Hölscher spiegelt sich die zerrissene Selbstsuche der Protagonist*innen in einem gekonnten Verwirrspiel zwischen Lust, Ernüchterung, Selbstbehauptung und Verlorenheit wider. Am 23. Januar 2020 folgt ihre neue Arbeit für das Residenztheater, «Der starke Stamm».

Inszenierung: Julia Hölscher
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Janina Brinkmann
Musik: Martin Gantenbein
Licht: Tobias Löffler, Cornelius Hunziker
Dramaturgie: Sabrina Hofer, Stefanie Hackl

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Kinderprogramm

Ronja Räubertochter

nach dem gleichnamigen Roman von Astrid Lindgren

ab 6 Jahren

Geboren in einer Gewitternacht, lässt die kleine Ronja die gestandene Räuberbande rund um ihren Vater, Häuptling Mattis, für kurze Zeit das Räubergeschäft vergessen. Selbst der Blitz, der ihr Zuhause, die Mattisburg, von nun an durch den unüberwindbaren Höllenschlund in zwei Teile spaltet, kann der Euphorie nichts anhaben. Schnell vergehen die Jahre. Es zieht Ronja in den Mattiswald, der bevölkert ist von Füchsen, Bären, aber auch den Wesen des unheimlichen Dunkelvolks: die hinterhältigen Graugnome und Dunkeltrolle, die Angst wittern können, die schnell empörten Rumpelwichte oder die grausamen Wilddruden, die Jagd auf neue Waldbewohner*innen machen. Ronja greift nach den Sternen und lässt ihren Jubelschrei laut durch den Frühling des Waldes hallen. Doch dann trifft sie auf Birk, Sohn des Erzfeindes Räuberhäuptling Borka, der auch noch mitsamt seiner Bande in die Nordseite der Burg eingezogen ist. Heimlich schließen die beiden Freundschaft und entdecken gemeinsam die aufregende Welt der Natur. Aber als ihre Familien davon erfahren, lodert der alte Hass zwischen den Banden wieder auf. Mattis verstößt seine Tochter. Ronja und Birk ziehen allein in die Bärenhöhle im Wald…

«Ich denke daran, wie leicht man alles ganz unnötig zerstören kann.»

In der Dramatisierung von Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker führt der weise alte Räuber Glatzen-Per als Erzähler durch die Abenteuer von Ronja, Birk und der Räuberbande – eine Geschichte über Toleranz, Emanzipation, den Zauber unbekannter Welten und die erste Liebe.

Daniela Kranz, Leiterin des neuen «Resi für alle», öffnet mit einer partizipativen Form die Türen des Theaters. Zusammen mit Schauspieler*innen und darstellerisch Interessierten, die mitwirken wollen, erschafft sie spielerisch die zauberhafte Welt von «Ronja Räubertochter».

Inszenierung: Daniela Kranz
Bühne und Kostüme: Viva Schudt
Musik: Polly Lapkovskaja, Nicholas McCarthy
Liedtext: Federico Sanchez
Licht: Gerrit Jurda
Dramaturgie: Stefanie Hackl

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Theater

Drei Schwestern

von Simon Stone nach Anton Tschechow

Mit einem Drama um Alltag, Sehnsucht und Scheitern stieg Anton Tschechow – und mit ihm das moderne Theater – ins 20. Jahrhundert ein: «Drei Schwestern», uraufgeführt 1901 im Moskauer Künstlertheater, ist die Chronik einer Familie, in der Tschechow die Balance zwischen Melancholie und Lebensfreude, Realismus und Stilisierung hält.

Der australische Autor und Regisseur Simon Stone hat Tschechows berühmtes Drama zum Ausgangspunkt seiner von «Theater heute» als «Stück des Jahres 2017» ausgezeichneten Neudichtung genommen und diese mit rasanter Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren thematisch im Hier und Jetzt verortet.

«Verdienen wir überhaupt, glücklich zu sein? Weil vielleicht suchen wir immer das Gegenteil. Also sabotieren wir alle Chancen, die das Leben uns gibt.»

Aus Tschechows Provinzpersonal werden so urbane Sinnsuchende, die in Zeiten von Twitter, Facebook und Instagram in ihrem Ferienhaus zwischen Gesprächen über den Niedergang der Linken und Donald Trump Kindheitserinnerungen und Zukunftsvisionen nachhängen. Es geht um Existenzielles und Komisches, um Hoffnungen und Träume – und darum, mit diesen gegen die stets drohenden Banalitäten des Alltags, gegen Einsamkeit und Verzweiflung vorzugehen.

Simon Stone gilt mit seinen radikalen Neuinterpretationen kanonisierter Klassiker der Dramenliteratur als einer der einflussreichsten Regisseure des internationalen Gegenwartstheaters und wurde mit dieser Inszenierung des Theater Basel zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen.

«Tschechows Stücke beginnen alle mit dem Hinweis, dass sie in der Gegenwart spielen, und dabei nehme ich ihn wörtlich. Die Gegenwart hört nie auf. Irgendwann hat man begonnen, sie in die Vergangenheit zu versetzen, weil man der Meinung war, der Autor hätte mit der Gegenwart seine eigene Gegenwart gemeint. Dabei sollten sie doch die jeweils gegenwärtige Gesellschaft widerspiegeln.» Simon Stone

Inszenierung: Simon Stone
Bühne: Lizzie Clachan
Kostüme: Mel Page
Musik: Stefan Gregory
Dramaturgie: Constanze Kargl

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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Theater

Sommergäste

von Maxim Gorki

Im Sommerhaus des Rechtsanwalts Bassow trifft sich die russische intellektuelle Mittelschicht: ein Kreis aus Familienmitgliedern, Freund*innen und Freundesfreund* innen um Bassow und seine Frau Warwara Michajlowna. Man ist in Urlaubsstimmung, arbeitet wenig, gibt sich der Langeweile und Zerstreuung hin. Tatsächlich aber liegt eine gesellschaftliche Veränderung in der Luft. Warwara Michajlowna und die Ärztin Marja Lwowna werden nicht müde, im Kreis der Sommerfrischler*innen die Möglichkeit eines besseren Lebens für alle und ein Bewusstsein gemeinsamer politischer Verantwortung zu formulieren. Doch mit jedem Gespräch, jedem Streit, jeder Selbstenthüllung wird fraglicher, ob diese Sommergäste für ein anderes, wahrhaftigeres Leben und die Verwirklichung gerechterer Verhältnisse ausgestattet sind.

«Sie werden mich fragen, wie sie leben sollen. Und was soll ich dann antworten?»

In virtuos skizzierten, der Realität abgelauscht wirkenden Szenen entwirft Gorki in seinem 1904 in St. Petersburg uraufgeführten Schauspiel das Panorama einer sozialen Schicht – der russischen Intelligenzija –, die in einer historischen Schwellenzeit ratlos zu erstarren droht. Es ist der Vorabend der Russischen Revolution von 1905, die mit dem Marsch tausender Arbeiter*innen auf den Petersburger Winterpalast und dessen blutiger Zerschlagung durch die Armee des Zaren ihren Anfang nehmen wird. Und weder der Autor noch seine Figuren können ahnen, wie nahe sie einem historischen Wendepunkt gekommen sind. In dieser Dringlichkeit und in Gorkis beharrlicher Frage nach unserer Fähigkeit zu Solidarität mit Benachteiligten und Schwächeren liegt das radikal Gegenwärtige dieses modernen Klassikers.

Mit «Sommergäste» stellt sich der britische Regisseur Joe Hill-Gibbins, dessen künstlerische Handschrift sich durch präzise Dialog- und Figurenarbeit auszeichnet, erstmals dem Münchner Publikum vor.

Inszenierung: Joe Hill-Gibbins
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Astrid Klein

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Theater

Die Verlorenen

von Ewald Palmetshofer

Eine Frau kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück. Eine Hirschkuh stellt sich auf der Straße einem PKW entgegen. Ein junger Mann übernachtet im Wald, bis sich ihm eine Tür öffnet. Zwei alte Männer, die keiner mehr wahrnimmt, wiegen sich in den Schlaf. Ein Teenager kehrt seiner Mutter den Rücken und geht Stück für Stück der Welt verloren.

«ich komm von hier mehr Herkunft hab ich nicht ich hoff, das reicht»

Ewald Palmetshofer erzählt in seinem neuen Theaterstück von Menschen, denen die Selbstverständlichkeit, Mensch zu sein, abhandengekommen ist. Dabei vernehmen sie noch die Frage, was das Wort «Mensch» denn bedeuten möge. Ohne Antwort halten sie der eigenen Fraglichkeit stand – solange ihre Kraft reicht.

«Nach niemands Abbild sind sie geschaffen. Der Himmel ist leer, und die Geschöpfe auf Erden sind ganz auf sich allein gestellt. Der Mensch ist seine eigene fortwährende Aufgabe, eine unabschließbare Arbeit; der Mensch ist die kräftezehrende Mühsal, sich selbst hervorzubringen. Es ist, als müsste man den Menschen beständig vor dem Tod erretten, aus dem Reich der Dinge, vor dem Zugriff der tödlichen Versachlichung, Verminderung und Profanisierung. Als müsste man für seine Unsterblichkeit kämpfen, mit Worten seine Auferstehung, seine Aufrichtung herbeireden. Als ob man noch beten könnte, erhebt man die Stimme und richtet sie nach draußen, wo keiner ist.» Ewald Palmetshofer

Ewald Palmetshofer ist einer der prononciertesten Gegenwartsdramatiker, dessen Stücke hochkomplexe, musikalische Sprachpartituren sind, die mit äußerster rhythmischer Strenge oftmals einem jambischen Metrum folgen. Nora Schlocker, Hausregisseurin am Residenztheater München, setzt mit «Die Verlorenen» ihre Zusammenarbeit mit Ewald Palmetshofer fort und bringt nach «Edward II. Die Liebe bin ich» und «Vor Sonnenaufgang» zum dritten Mal ein Stück des österreichischen Dramatikers zur Uraufführung.

Inszenierung: Nora Schlocker
Bühne: Irina Schicketanz
Kostüme: Marie Roth

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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Residenztheater

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Im Residenztheater und Cuvilliéstheater ist die weltumspannende Dramatik von Shakespeare über Moliére, Schiller und Ibsen bis zur Gegenwart zu erleben. Im Marstall finden neben zeitgenössischen Stücken etwa von Michel Decar, Joël Pommerat und Noah Haidle auch offene und experimentelle Formen wie die von Oliver Frljić sowie Projekte von Milo Rau ihren Platz.

Eine Öffnung für europäisches Theater manifestiert sich in der Zusammenarbeit mit internationalen Regisseuren wie Ivica Buljan, Timofej Kuljabin oder dem österreichischen Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan. Diese spiegelt sich auch in zahlreichen Kooperationen und Gastspieleinladungen in ganz Europa wider.

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Aufführungen / Theater Münchner Kammerspiele München, Falckenbergstraße 1
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Brienner Straße 50
Aufführungen / Oper Bayerische Staatsoper München München, Max-Joseph-Platz 2
Aufführungen / Konzert Orff-Zentrum München München, Kaulbachstr. 16
Aufführungen / Theater theater VIEL LÄRM UM NICHTS - München München, August-Exter-Str. 1
Aufführungen / Theater Staatstheater am Gärtnerplatz München München, Gärtnerplatz 3
Aufführungen / Theater Theaterakademie August Everding
Aufführungen / Theater Teamtheater München München, Am Einlaß 2a / 4
Aufführungen / Aufführung ZWEITE REIHE - erstKlassik
So, 15.12.2019, 18:00 Uhr
Aufführungen / Musical Deutsches Theater München München, Schwanthalerstraße 13
Aufführungen / Kabarett Münchner Lustspielhaus München, Occamstr. 8
Aufführungen / Theater Komödie im Bayerischen Hof München, Promenadeplatz 6
Aufführungen / Theater theater ... und so fort München, Hans-Sachs-Str. 12
Aufführungen / Kabarett Münchner Lach- und Schießgesellschaft München, Ursulastraße 9
Aufführungen / Kulturveranstaltung FestSpielHaus gGmbH München, Quiddestr. 17
Aufführungen / Theater Tatwort Improvisationstheater München, Rumfordstr. 29-31
Aufführungen / Theater Oberanger Theater München München, Oberanger 38
Aufführungen / Oper Fürstbischöfliches Opernhaus Passau Passau, Gottfried-Schäffer-Str. 2 4
Aufführungen / Theater TheaterRaum München München, Hans-Sachs.Str. 12
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik Augsburg, Bergmühlstraße 34
Aufführungen / Theater Kleine Bühne München München, Kazmairstraße 66
Aufführungen / Theater Athanor Akademie Burghausen, Burg 7b
Aufführungen / Theater fastfood theater München, Betriebsbüro: Häberlstraße 20
Aufführungen / Theater HochX München, Entenbachstr. 37
Aufführungen / Kabarett Kulturhaus Kresslesmühle Augsburg, Barfüßerstraße 4
Aufführungen / Theater Teamtheater Tankstelle München, Am Einlaß 2a
Aufführungen / Theater TamS-Theater München, Haimhauser Str. 13 a
Aufführungen / Theater Theater werkmünchen München, Grafinger Straße 6/103
Aufführungen / Theater Theaterschule Yorick München, Quiddestr. 17

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