MÜNCHNER STADTMUSEUM
SONDERAUSTELLUNGEN
Das Oktoberfest 1810 – 2010
Fr, 9.7.2010 - So, 31.10.2010
Die Ausstellungsbesucher werden Gäste des historischen sowie des aktuellen Oktoberfestes. Schließlich waren sämtliche Objekte dieser Ausstellung in der 200-jährigen Geschichte des Festes am Geschehen auf der Theresienwiese beteiligt. Dazu kommen selten gezeigte Gemälde, Graphiken, Fotografien und Filme. Das erste Oktoberfest fand 1810 anlässlich der Hochzeit des bayrischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt.
Seitdem wird das Oktoberfest kontinuierlich auf der Theresienwiese, genannt „Wies'n“, veranstaltet. Dabei hat sich aber der Charakter des Festes entscheidend verändert.
Die Ausstellung illustriert auf einer Fläche von ca. 1.500 Quadratmetern den Wandel vom bayrischen Nationalfest monarchistischer Prägung zum „größten Bierfest der Welt“ mit bayrischem Image. Zu den Festrelikten gehören: das Hochzeitskleid von Prinzessin Therese, Preisfahnen für Pferderennen und Schiessen, Bierfässer, Masskrüge und Tische, die Bierschlegel vom „Ozapft is“, die Hantel vom Steyrer Hans dem „Bayrischen Herkules“, das Motorrad der Steilwandfahrerin Kitty Mathieu, die Guillotine vom Schichtl, der Stand vom Vogel-Jakob, Geisterbahnfiguren, Karussellautos, Spiegelkabinett, Schaubudenmalerei, Scherzartikel, Festpostkarten, Schießbudenpreise, Karussellorgeln, Achterbahn-Modelle, Schiffschaukel-Dekorationen, Prominenten-Dirndl, Biermarken, Brauerei-Pferdegeschirre, Rennbuben-Kostüme, Bauchladen mit Zigarren und Zigaretten, Mandelbrennofen, Wiesn-Hits, Schützenpreise, Preismedaillen vom Landwirtschaftsfest und Wiesn-Archäologie.
Max Scheler: Von Konrad A. zu Jackie O.
Fotografien aus Deutschland, China und USA
Fr, 21.5.2010 - So, 12.9.2010
Mit Max Scheler (1928-2003), Sohn des gleichnamigen Philosophen, ist einer der prägenden Vertreter der internationalen Reportagefotografie wiederzuentdecken. Durch Herbert List zur Fotografie gekommen wurde er von Robert Capa als "Junior"-Mitglied in die legendäre Fotogruppe "Magnum" aufgenommen. Als freier Bildjournalist war Scheler für viele internationale Illustrierte wie "Life", "Picture Post", "Paris Match", "Epoca" oder die "Münchner Illustrierte" tätig. Ab 1959 war er für den "Stern" als Reporter bedeutender zeitgeschichtlicher Ereignisse unterwegs. Mit Rolf Gillhausen gründete er später das Magazin "Geo" und betreute es bis 1980 als Bildchef, danach
arbeitete er in derselben Position für "Merian" bis 1992. Außerdem betreute er als Nachlaßverwalter das Archiv von Herbert List, das sich heute im Münchner Stadtmuseum in der Sammlung Fotografie befindet. In der Ausstellung mit 150 Fotografien kommentieren die Motive aus Deutschland die Jahre des Wirtschaftswunders, den politischen Aufbruch der Bundesrepublik und
die Teilung Deutschlands. Während die Bilder aus China von Krise, Umbruch und kultureller Fremde erzählen, begegnen uns die Vereinigten Staaten in den Arbeiten von Max Scheler als vielschichtiges und widersprüchliches Phänomen: hoch entwickelt und dennoch provinziell; demokratisch fortschrittlich und zugleich rassistisch und ungerecht. Es sind Bilder, die über die Zerrissenheit der großen Nation beredte Auskunft geben.
Guido Mangold – Fotografien 1958 bis heute
Fr, 21.5.2010 - So, 12.9.2010
Die Ausstellung präsentiert ca. 80 Aufnahmen des in München ansässigen Guido Mangold, der zu den renommiertesten deutschen Landschafts- und Magazin-Fotografen nach 1945 zählt. Mangold hatte nach einer Ausbildung als Konditor 1957-59 bei Otto Steinert an der Werkkunstschule Saarbrücken und der Folkwang Schule Essen Fotografie studiert. In der Folgezeit hat er im Auftrag für die Illustrierten und Zeitschriften „Quick“, „twen“, „Jasmin“ und „Geo“ gearbeitet. Neben früheren Industrielandschaften sind die Porträts der amerikanischen und deutschen Künstler wie George Segal, Joseph Beuys oder Georg Baselitz zu sehen. Landschaftskompositionen, die während der zahlreichen Reisen in Europa, Asien und Amerika entstanden sind, beschließen den Parcours. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Bin im Orkus. Ein Tagebuch aus Matsch
Sammlung Puppentheater / Schaustellerei
Do, 21.10.2010 - So, 17.10.2010
Werkstatt im Rahmen des internationalen figurentheaterfestivals BILDER LEBEN 2009 unter der Leitung von Gyula Molnàr (Ungarn / Italien) und Francesca Bettini (Italien)
mit Gigio Brunello (I), Paolo Colombo (I), Alexandra Kaufmann (D), Eva Kaufmann (A/D), Silke Kruse (D), Philippe (Flop) Lefebvre (F), Hartmut Liebsch (D), Joachim Torbahn (D) u.a.
Gyula Molnàr, geboren 1950 in Budapest, ist einer der wichtigsten Akteure der europäischen Figurentheaterszene seit den 1980er Jahren. Für die Puppentheatersammlung realisiert er mit befreundeten Künstlern aus Frankreich, Italien und Deutschland eine Installation, die den Inszenierungsprozess des Stückes "Kasperls Wurzeln" für die Kulturhauptstadt Linz 2009 begleitet und abbildet. "Der Raum ist eine Werkstatt, in der einige Kreaturen das Licht der Welt erblicken und mit ihren ersten Schritten einer möglichen Geschichte entgegen gehen. Die Wände sind die Seiten eines Tagebuches, aus denen man die Entwicklung eines Theaterstückes lesen kann."(Molnàr)
Mittel der bildenden Kunst und des Figurentheaters treffen sich in den Bildern der Ausstellung, die die Familiengeschichte der ungarischen Puppen- und Schauspielerfamilie Molnàr mit griechischen Mythen und mit dem Mythos Kasperl verweben. Aus Theatertexten, Puppenschnittmustern, Zeitungen, objets trouvés und Kriegstagebüchern des Großvaters aus dem Ersten Weltkrieg entsteht nur für diesen Raum ein einzigartiges Kunstwerk, das lebendiges Theaterleben und museale Präsentation verbindet. Für die Besucher öffnet sich ein dreidimensionales Skizzenbuch, das sie betreten können, ein "Tagebuch aus Matsch".
Unterstützt von les producteurs anonymes und vom Kulturreferat der LH München
Ort:
Münchner Stadtmuseum, Puppentheatersammlung
Halt! “Die Klappe” – Mechanisches Theater, Göttingen
Die Schenkung Vornholt, Köhler, Schütz
Fr, 12.2.2010 - So, 30.1.2011
Im Jahr 2009 konnte von der Sammlung Puppentheater/Schaustellerei eine bedeutende Schenkung angebahnt werden, die nun erstmals in einer Überblicksausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Das mechanische Theater „Die Klappe“, Göttingen, repräsentierte in den 1960er Jahren mit pantomimischen Szenenprogrammen zu elektronisch verfremdeten Klang- und Musikcollagen das moderne Figurentheater der Bundesrepublik Deutschland. Mit den auf reine Materialeigenschaften, Mechanik und Bewegung konzentrierten Figuren und mobilen Plastiken orientierte sich die Bühne künstlerisch an den Figurenexperimenten am Bauhaus in Weimar 1920 – 1933 sowie an der kinetischen Kunst. 1963 gastierte sie mit „akustisch-motorischen Szenen für Marionetten“ im Beiprogramm der documenta 3 in Kassel, die dieser Kunstrichtung mit Vertretern wie Jean Tinguely, Harry Kramer, Günther Uecker und Otto Piene zum Durchbruch verhalf.
Der künstlerische Nachlass des 1957 von Alfred F. Köhler und anderen in Göttingen gegründeten Theaters verkörpert den avantgardistischen Umbruch im westdeutschen Figurentheater der Nachkriegszeit und führt die produktiven Wechselwirkungen von darstellender und zeitgenössischer bildender Kunst vor Augen.
Ort:
Münchner Stadtmuseum / Slg. Puppentheater & Schaustellerei
DAUERAUSSTELLUNGEN
Das Münchner Stadtmuseum lädt Sie auf einen Rundgang durch kulturelle Gegenwart und Historie ein.
Typisch München!
Mit der neuen Dauerausstellung erfüllt das Münchner Stadtmuseum einen von Einheimischen und Besuchern lange gehegten Wunsch. Erstmals wird die Kulturgeschichte Münchens von der Gründung bis zur Gegenwart in einem Rundgang zusammengeschlossen, der auf insgesamt 2.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche über drei Etagen des Museums führt. Zu sehen sind die bedeutendsten Werke, die das Münchner Stadtmuseum seit seiner Gründung 1888 gesammelt hat. Zur baulichen Realisation des Unternehmens wurde das Münchner Zeughaus jetzt grundlegend saniert und mit moderner Museumstechnik ausgestattet. Es handelt sich um einen vorbildlichen Akt der Denkmalspflege, durch den sich das Gebäude würdig und seiner historischen Bedeutung angemessen in das neue Ensemble am St.-Jakobs-Platz mit Jüdischen Gemeindezentrum und Jüdischen Museum einfügt.
"Typisch München!" zeigt ausschließlich Werke aus den eigenen Beständen. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in die hochwertigen und vielfältigen Sammlungsbereiche des Münchner Stadtmuseums: Graphik, Plakate und Gemälde, Möbel, Skulptur, Kunsthandwerk, Mode, Volkskunde, Fotografie, Film, Musik und Volksvergnügungen. Im Hinblick auf eine "best-of"-Auswahl wurden die Bestände für die Ausstellung wissenschaftlich neu bearbeitet, restauratorisch betreut und in den jeweiligen stadthistorischen Kontext gestellt.
Im Zentrum von "Typisch München!" steht das Phänomen einer kommunalen Emanzipation, in der sich die Stadt von ihrer durchwegs höfisch dominierten Geschichte verabschiedet, um ein städtisches Selbstbewusstsein gerungen und den Ruf der "heimlichen Hauptstadt" der Bundesrepublik erworben hat. Die Dauerausstellung zeigt, wie dieser Prozess eigentlich erst seit dem 19. Jahrhundert, im Grunde seit der 700-Jahrfeier von 1858 bis heute wirksam ist.
Das Münchner Stadtmuseum stellt drei Fragen: Was ist typisch München, seit wann und vor allem warum. Unter diesen Prämissen wird die Stadtgeschichte in fünf Epochen gegliedert und chronologisch in den neuen Ausstellungsarealen präsentiert.
Bei der Dauerausstellung "Typisch München!" handelt es sich um eine der größten Unternehmungen, die das Münchner Stadtmuseum jemals veranstaltet hat. Sie bildet einen Beitrag, der weit hinaus über den aktuellen Anlass der 850-Jahrfreier gültig bleibt und der Landeshauptstadt München nachhaltig zur Zierde gereichen wird.
Das Münchner Stadtmuseum wird für die neue Dauerausstellung großzügig unterstützt durch:
Bayerische Landesstiftung
Herrenmodehaus Hirmer GmbH & Co.KG
Edith-Haberland-Wagner-Stiftung
Renate und Falk Strascheg Stiftung
Kulturstiftung der Stadtsparkasse München
The Linde Group
Nationalsozialismus in München
Chiffren der Erinnerung
München als Ausgangspunkt der Entstehung des Nationalsozialismus, als Machtzentrum der NSDAP und "Haupstadt der Bewegung", Zeugnisse der Verfolgung und des Widerstands.
München war 1919/1920 der Gründungsort der NSDAP und bis 1945 Sitz ihrer Reichsleitung. Hier starteten Hitler und andere maßgebliche Akteure des NS-Regimes ihre politische Laufbahn. Seit 1933 trug München den Titel "Hauptstadt der Deutschen Kunst" und seit 1935 "Hauptstadt der Bewegung". Hier wurden rassistische und militärische Angriffsprogramme entworfen, die Ausschaltung der politischen Opposition und unliebsamer Kunstrichtungen betrieben, mit Dachau eines der ersten Konzentrationslager errichtet und die systematische Verfolgung des Judentums in Gang gesetzt. Wer Widerstand leistete, wurde verfolgt, gefoltert oder hingerichtet.
Die Ausstellung
Die Abteilung hebt München als Ausgangsort der Entstehung des Nationalsozialismus und Parteizentrum ebenso hervor wie Münchens Verflechtung als Kunst- und Feststadt bei der ästhetischen Programmierung und Verharmlosung des NS-Regimes und als Medien- und Rüstungsstandort. Ein weiterer Akzent ist auf München als Ausgangs- und Aktionsort von Verfolgung und Widerstand gesetzt.
Die Darstellung ist ganz auf München konzentriert und beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und endet 1945. Das Konzept orientiert sich an der Frage, was diese Stadt von anderen Städten in Bezug auf den Nationalsozialismus unterscheidet.
Die neue Abteilung versteht sich als Teil einer Erinnerungslandschaft, zu der andere Informationsstätten, wie demnächst das Jüdische Museum auf dem Jakobsplatz und ein NS-Dokumentationszentrum gehören werden. Sie ist als Informationsgrundstock gedacht, der durch weitere Ausstellungsangebote und Diskussionsveranstaltungen in der Stadt vertieft werden sollte.
Bild: Katalogtitelseite; Gouache von Ernst Vollbehr, "Feierlichkeiten an der Feldherrnhalle 9. November 1933", © Münchner Stadtmuseum
Sammlung Fotografie
die neue Schausammlung stellt in abgesteckten Zeitfenstern unterschiedliche Bildthemen und -gattungen aus der Sammlung vor. (siehe auch aktuelle Sonderausstellungen)
Sammlung Puppentheater / Schaustellerei
Durch die Kulturgeschichte des Puppenspiels Münchner Theater und durch eine Ausstellung von Marionetten aus aller Welt werden Sie hier geführt. Die Abteilung Schaustellerei mit einem Überblick über die Geschichte der Jahrmarkts- und Volksvergnügungen schließt sich daran an. Dort sind Höhepunkte aus über 180 Jahren Oktoberfest versammelt, unter anderem ein komplettes Horror-Panoptikum.
Sammlung Musik
2000 Musikinstrumente aus Afrika, Amerika,Asien und Europa und der Sonderbereich mechanische Musikinstrumente mit großem Stern-Orchestrion werden hier präsentiert. In regelmäßig organisierten Konzerten und Matineen kommen Teile der Ausstellungsstücke mit Spitzenkompositionen der jeweiligen Jahrhunderte zum Einsatz.
Veranstaltungen zu den Ausstellungen
Hier finden Sie Informationen zum aktuellen Veranstaltungsprogramm des Münchner Stadtmuseums:
MÜNCHNER STADTMUSEUM
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Telefon: +49 (0)89-233 22370
Fax: +49 (0)89-233 25033
E-Mail:
stadtmuseum@muenchen.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag geschlossen.
Eintritt
EUR 4,-; ermäßigt EUR 2,-; Familienkarte EUR 6,-; Jahreskarte EUR 20,-;
an Sonn- und Feiertagen freier Eintritt (außer Kino und Sonderausstellungen mit erhöhten Eintrittpreisen)
Kombikarte der städtischen Museen München
Der Erwerb einer Eintrittskarte berechtigt zu 50% Ermäßigung auf die aktuellen Eintrittspreise der drei städtischen Museen. Dieses Angebot gilt am Tag des Kartenkaufes und an den zwei darauffolgenden Öffnungstagen (gilt nicht für Kino und bereits ermäßigte Preise).
Beteiligte Museen: Museum Villa Stuck, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Jüdisches Museum München.
Verkehrsverbindungen
S/U-Bahn Marienplatz oder Sendlinger Tor
Das Münchner Stadtmuseum ist eine Einrichtung der Landeshauptstadt München.